Abtreibung und Beratung. Teil 2: Ein Zwang, der eigentlich nur eine Pflicht ist und manchmal eine Chance sein kann

Teil 1

Die Beratungspflicht vor einer Abtreibung in Deutschland ist von feministischer Seite eigentlich kaum eine Diskussion wert, weil sich hier mal zur Abwechslung alle einig sind: Es handelt sich um eine bevormundende, sexistische Prozedur, eine reine Schikane gegen Frauen, die im besten Fall als Slutshaminng zu bewerten ist, im schlechtesten Fall aber beweist, dass wir offensichtlich immer noch für zu dumm und unselbstständig gehalten werden, unsere eigenen Entscheidungen zu treffen.
Völlig ausgeblendet werden dabei jedoch Situationen, in denen ein solches Beratungsgespräch für Frauen praktisch lebensrettend sein kann – und die gar nicht zustande kämen, gäbe es keinen “Zwang” dazu!

Die Frau Rat aus Teil 1 gibt’s eigentlich gar nicht. Ich habe sie erfunden. Genau wie diese Gesprächsprotokolle. Aber es wird wohl hoffentlich niemand abstreiten, dass es da draußen viele MüllerMaierSchmidts gibt, die in ähnlichen Situationen stecken!

Selbstverständlich ist der Beratungspflicht erstmal ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Frau. Allerdings gibt es unzählige Beispiele in unserem Staat, die seltsamerweise trotzdem nicht als “Zwang” dämonisiert werden. Schulzwang? Gurtzwang? Klingt albern, ne – weil jedem klar ist, dass diese “Zwänge” als freiheitliche Eingriffe dennoch einen größeren Nutzen als Schaden haben und außerdem die Erfahrung gezeigt hat, dass man hier nicht grundsätzlich auf Freiwilligkeit bauen kann. Das ist demnach absolut nichts ungewöhnliches.

Pflicht gegen den Zwang

Was allerdings zur Frage führt, ob hier überhaupt ein Schaden entsteht? Vor allem der Schwarzer-Feminismus, der noch aktiv gegen ein real existierendes Abtreibungsverbot kämpfen musste, stellte eine Abtreibung als medizinisch zu vernachlässigenden Eingriff dar (gefährlich nur, wenn er von “Engelmacherinnen” durchgeführt wird). Verschiedene Gruppierungen vor allem aus dem fundamentalistisch-religiösen Bereich dagegen sprechen hier gerne von unsäglichen Traumata, die der Frau bei einer Abtreibung in jedem Fall entstehen. Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte. Eine Abtreibung muss keine große Belastung darstellen, kann aber durchaus aufgrund gesellschaftlicher Umstände psychische Probleme verursachen. Zwangsabtreibungen haben da allerdings nochmal ein ganz anderes Niveau – und genau als solche bewerte ich Abbrüche aufgrund Drucks von außen.

Ein Beratungsgespräch als Pflichtveranstaltung bietet keine Sicherheit, aber wenigstens die Chance, solchen Frauen Hilfe zukommen zu lassen. Hilfe, die Betroffene nicht bekämen, gäbe es keinen Zwang – denn wer eine Frau oder ein Mädchen zu einer Abtreibung zwingt, hat sicher auch keine Skrupel, sie von einem freiwilligen Beratungstermin abzuhalten.

Erfordert es wirklich SO viel Phantasie, sich die drei obigen Szenarios vorzustellen? Ich hätte mir auch ein Dutzend ausdenken können. Man kann nicht einerseits immer behaupten, Frauen seien in unserer Gesellschaft vielfachen Sexismen ausgesetzt, dann aber andererseits felsenfest der Meinung sein, negative Einflüsse von Außen wären ausgerechnet nur bei diesem EINEN Thema nicht existent!

Antiklassistische Solidarität

Unwissenheit über finanzielle Ansprüche (wie in Fall 1) oder andere Vorgänge die Schwangerschaft betreffend (Fall 2) halte ich für einen weiteren Faktor, der in einem Beratungsgespräch eliminiert werden kann. Aber als ich mal zu diesem Thema was bei der Mädchenmannschaft postete, wurde mein Kommentar tatsächlich mit der Triggerwarnung “Klassismus” versehen und weitere Kommentare nicht mehr freigeschaltet.

Das muss man sich mal reinziehen! Und das mir, die ich selbst von Klassismus betroffen bin!

Im Gegenteil ist es absolut klassistisch anzunehmen, alle Frauen hätten die gleichen Informations- und Handlungsmöglichkeiten und wären in keinem Fall Repressionen ausgesetzt, egal wie jung, ungebildet oder verunsichert sie sind. Die gleichgeschaltete MM-Rhetorik unterscheidet sich dahingehend nicht im Geringsten von der Argumentationslinie der Apologeten unseres sozial undurchlässigen Bildungssystems – nur gehen DIE davon aus, dass persönliches Versagen Aufstiege verhindert (“hat sich halt nicht genug angestrengt”), während hier einfach unterstellt wird, jede Entscheidung für oder gegen eine Abtreibung sei total informiert und ohne Repressionen geschehen. Tja, vor dem Hintergrund haben Frauen, die nach diesem erzwungenen Eingriff leiden, halt einfach die Arschkarte gezogen, weil sie ja angeblich gar nicht existieren. Das ist nicht nur klassistisch, sondern diskriminiert auch noch psychische Erkrankungen!

Ein weiterer schöner Vergleich drängt sich mir da in Bezug auf die Diskussionen um das US-Gesundheitsreform auf. “Warum soll ICH gezwungen werden, Geld in eine staatliche Krankenkasse einzuzahlen? ICH mache das ja sowieso schon privat. Etwa nur um den Pöbel zu unterstützen, der zu dumm ist, sich selbst um seine Vorsorge zu kümmern? Vielleicht haben es solche Leute ja VERDIENT, an Krankheiten zu verrecken, deren Behandlung sie nicht bezahlen können?”
Ja, und vielleicht SOLLEN Frauen, die nicht den Bildungsstand haben, sich selbst durch den bürokratischen Dschungel zu wühlen, ja gar keine Kinder in die Welt setzen? Antiklassismus, Mädchenmannschaftsstyle?

Klar nervt das, zu so einem Gespräch gehen zu müssen, obwohl man selbst den totalen Durchblick über sämtliche Eventualitäten hat. Aber kann man dieses Opfer nicht mal aus Solidarität auf sich nehmen?

Eine Abtreibung ist kein Kindergeburtstag

Ich bin für das Recht auf Abtreibung, das es in Deutschland immer noch nicht gibt. Aber Abtreibungen sind dennoch nichts schönes. Ein solches Statement mag vor fünfzig Jahren von einer Feministin unmöglich gewesen sein, aber heute sind wir doch ein bisschen weiter und sollten auch Dinge ansprechen dürfen, die nicht zur politischen Agenda der 60er Jahre gepasst haben.

Unabhängig von der psychischen Verfassung der Frau wird hier nun mal potentielles Leben zerstört. Das ist schlimm, aber anders als Pro-Life-Spinner werte ich die Persönlichkeitsrechte eines erwachsenen Menschen (der Schwangeren) höher als die eines Zellhaufens, der sich erst zum Mensch entwickelt.
Dass er dies allerdings ziemlich sicher tun wird, wenn man ihn in Ruhe lässt, ist halt auch ein Fakt – und ich der Meinung, dass es keine unzumutbare Last ist, etwa eine halbe Stunde Zeit zu opfern, um die Entscheidung zur Abtreibung in einem Beratungsgespräch zu bestätigen, wenn damit mögliches Leben gerettet werden kann. Zumindest DAS hat der Fötus meiner Meinung nach verdient, egal, was später daraus wird.

Man kann nicht immer nur Rechte fordern, aber jedwede Pflicht, die sich daraus möglicherweise ergibt, konsequent ablehnen. Dazu zähle ich auch den Umstand, Abtreibungen nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt durchführen lassen zu dürfen und danach mit der Entscheidung leben zu müssen. Anders erhält man nämlich am Schluss keine emanzipierten Frauen, sondern verwöhnte Kackbratzen, die darauf insistieren, ihre gesunden Babys bis kurz vor der Geburt umbringen zu dürfen, weil den wankelmütigen Madames vielleicht halt mal ein halbes Jahr zu spät einfallen könnte, dass ein Kind ja jetzt irgendwie doch nicht so gut passt. Ist DAS etwa Eigenverantwortung und Selbstständigkeit?

Dass letztendlich eine Beratungspflicht nur Frauen trifft und sie deshalb sexistisch ist, kann dagegen halt auch kein starkes Gegenargument sein, wenn nun mal nur Frauen schwanger werden können.

Abtreibung und Beratung. Teil 1: Frau Rat und ihre Fälle

Ich erzähle euch heute mal etwas von Frau Rat. Frau Rat arbeitet bei Pro Familia und führt Beratungsgespräche mit schwangeren Frauen und Mädchen, die eine Abtreibung wollen. In Deutschland ist ein solches Beratungsgespräch Pflicht, was die meisten Feministinnen als sexistische Bevormundung empfinden, die abgeschafft gehört.

Frau Rat sieht das nicht so.


1. Fall: Julia Müller, 17 Jahre, ist mit ihrer Mutter zum Beratungsgespräch gekommen.

Frau Rat: Julia, ich kann mir vorstellen, wie beängstigend das gerade alles für dich sein muss…
Frau Müller: Ja, eine Schande ist das. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie enttäuscht ich bin.
Julia schweigt.
Frau Rat: Nun ja, das ist schon tausenden anderen Frauen vor dir passiert, Julia. In diesem Gespräch möchte ich dir gerne erläutern, welche Möglichkeiten dir offen stehen…
Frau Müller: Da gibt es nichts zu erläutern. Füllen Sie einfach den Beratungsschein aus. Wir haben das bereits mit ihr besprochen.
Frau Rat: Sie und Julias Vater?
Frau Müller: Mein Mann und ich, ja. Für den ist eine Welt zusammen gebrochen. Die eigene Tochter… das Zeugnis voller Einsen und dann lässt sie sich schwängern… aber wir werden nicht zulassen, dass sie sich damit ihr ganzes Leben verpfuscht.
Frau Rat: Was sagst du denn dazu, Julia?
Frau Müller: Sie sagt gar nichts dazu. Unsere Entscheidung steht. Geben Sie uns einfach den Schein.
Frau Rat: Frau Müller, ich kann keinen Beratungsschein ausstellen, wenn Sie Ihre Tochter nicht zu Wort kommen lassen. Ich muss Sie leider bitten, kurz ins Wartezimmer zu gehen, damit ich mit Ihrer Tochter reden kann.
Frau Müller protestiert, fügt sich aber schließlich.
Frau Rat: Tja… ist sie immer so?
Julia: Ja… tut mir leid…
Frau Rat: Wie ist das eigentlich passiert? Pille vergessen?
Julia: Ich nehme die Pille gar nicht. Ich hab meine Mutter mal deswegen gefragt, aber sie ist total ausgerastet und, naja… mein Freund und ich haben dann Kondome benutzt…
Frau Rat: Hm, Kondome sind leider nicht so sicher wie die Pille. Wie haben deine Eltern reagiert?
Julia: Ich wollte es ihnen gar nicht direkt sagen, aber meine Mutter hat den Schwangerschaftstest gefunden… es gab einen Megakrach, so hab ich sie noch nie brüllen gehört… und am Ende meinten meine Eltern halt, ich muss es loswerden.
Frau Rat: Und was sagst du selbst dazu?
Julia: …ich weiß nicht. Ich will eigentlich nicht abtreiben. Aber wenn ich ein Kind habe, kann ich nicht studieren. Ich mache nächstes Jahr Abi, aber meine Eltern haben gesagt, mit einem Baby kann ich die Uni vergessen. Ich will so gerne Graphikdesignerin werden…
Frau Rat: Naja, das kann man so aber nicht sagen. Mit einen Baby zu studieren ist auf jeden Fall eine riesige Herausforderung, aber es gibt bei den meisten Unis Hilfsangebote für junge Mütter. Es gibt zum Beispiel WGs, in denen nur Studentinnen mit Kind wohnen und sich gegenseitig unterstützen – beim Babysitten zum Beispiel.
Julia: Echt? Das hab ich noch nie gehört. Wow… aber wie soll ich das bezahlen? Meine Eltern haben gesagt, sie geben mir keinen Cent, wenn ich das Baby behalte.
Frau Rat: Das dürfen deine Eltern gar nicht. Solange du noch keine Ausbildung hast, müssen sie dir Unterhalt leisten, es sei denn, sie sind dazu finanziell nicht in der Lage.
Julia: Nee, das geht schon. Mein Vater hat ne eigene Firma…
Frau Rat: Dann müssen sie für dich aufkommen, egal ob mit oder ohne Baby. Und dir selbst steht dann ja auch staatliche Hilfe zu, Kindergeld zum Beispiel…
Julia: Dann könnte ich ja… aber… nein, das geht nicht. Ich kann nicht! Meine Eltern würden nie wieder mit mir reden!
Frau Rat: Hast du denn keinen, der dich unterstützt?
Julia: Naja, meine Tante, die hab ich nach diesem Riesenstreit sofort angerufen. Die war total sauer auf Mama deswegen und meinte, ich könnte notfalls bei ihr einziehen…
Frau Rat: Was ist denn mit deinem Freund?
Julia: Der war ziemlich geschockt, aber er meinte, wir kriegen das hin. Meine Eltern können ihn nicht leiden, weil seine Eltern aus der Türkei kommen. Dabei sind die voll nett und haben auch schon gesagt, dass sie helfen werden, wenn ich was brauche…
Frau Rat: Das klingt doch gar nicht sooo hoffnungslos.
Julia: Ja, eigentlich… aber meine Mutter…
Frau Rat: Julia, wichtig ist, dass du tust, was DU für richtig hältst. Du hast noch ein paar Wochen Zeit, um dich zu entscheiden. Schau, ich habe hier eine Liste mit allen Nummern und Adressen, an die du dich wenden kannst. Da sind auch ein paar Websites und ein Forum, durch die du dich mal klicken kannst mit allem, was man als junge Mutter wissen muss. Auch zum Thema Adoption…
Julia: Wow, das werde ich mir auf jeden Fall ansehen. Danke!!
Frau Rat: Hier hast du deinen Beratungsschein. Viel Glück!


2. Fall: Renate Maier, 47, ist bereits zweifache Mutter und kommt mir ihrem Mann zur Beratung.

Frau Rat: Frau Maier, es ist eher ungewöhnlich, dass eine Frau Ihres Alters zu mir kommt. Und für die meisten ist es die erste Schwangerschaft…
Frau Maier: Ja, dann geben Sie uns doch bitte einfach diesen Schein. Mein Mann und ich sind seit 26 Jahren verheiratet, da werden wir doch wohl selbst wissen, was gut für uns ist.
Herr Maier: Ganz genau.
Frau Rat: Bitte lassen Sie uns trotzdem über Ihre Situation reden. Es dauert auch nicht lange. Ich nehme an, die Schwangerschaft war nicht so ganz geplant?
Frau Maier: Nein, das war im Urlaub… ich hatte meine Pille zuhause vergessen und ich wollte nicht zum Arzt im Ausland… ich hätte ja nicht gedacht, dass… als mir vorletzte Woche so schlecht war, dachte ich ja sogar, das wären jetzt die Wechseljahre…
Herr Maier wird rot.
Frau Rat: Aber Ihre Söhne waren Wunschkinder?
Frau Maier: Ja, natürlich!
Herr Maier: Also bei unserem Ältesten, da wollten wir damals eigentlich ja noch ein, zwei Jahre warten, bis wir mehr gespart hatten, aber Herrje, dann ist es halt passiert und wir haben es auch so hingekriegt, Gott sei Dank…
Frau Maier: Der hat gerade seinen Abschluss gemacht als Ingenieur. Der ist ja der erste in unserer Familie, der studiert hat. Unser Jüngster, der ist 20, der hat aber auch letztes Jahr angefangen. Der will Gymnasiums-Lehrer werden.
Frau Rat: Dann müssen Sie ja wahnsinnig stolz sein.
Frau Maier: Ja freilich! Und wenn ich ein paar Jahre jünger wäre… aber nein, das geht nicht…
Frau Rat: Warum glauben Sie das?
Frau Maier: Ach, so eine alte Mutter, das geht doch nicht… lieber so als… also, eine Bekannte von mir hatte eine Frühgeburt, da musste das Würmchen in so einen Brutkasten und hat da ganz hilflos gelegen mit all den Schläuchen… nach einer Woche ist es dann gestorben…
Herr Maier: Das könnte ich nicht. Da ginge ich kaputt von.
Frau Rat: Sie glauben also, das Baby hat sowieso keine Überlebenschance?
Frau Maier: Ja, ist doch so. Meine ältere Schwester hat ihr letztes Kind mit 27 bekommen, das war ’85. Damals hat der Doktor gesagt, sie wär eine “Spätgebärende”. Und ich bin zwanzig Jahre älter…
Frau Rat: Naja, das ist aber auch schon wieder 30 Jahre her. Heute ist man mit 27 eher früh dran. Und letztes Jahr sind in Deutschland fast 30.000 Kinder von Müttern über 40 geboren worden.
Herr Maier: 30.000? Das wusste ich nicht. Wusstest du das?
Frau Maier: Nein. Das ist ja ein Ding!
Frau Rat: Wie waren denn Ihre bisherigen Schwangerschaften?
Frau Maier: Die waren problemlos. Ein bisschen Übelkeit am Anfang, das war’s. Die Geburten dauerten auch nicht lange.
Herr Maier: Und unsere Buben sind kerngesund. Ich weiß nicht mehr, wann die das letzte Mal krank waren.
Frau Maier: Aber trotzdem… ich hab ja auch noch keine Krankheiten… aber der Gedanke, dass das Kleine stirbt oder irgendwie geschädigt ist… andererseits, so stirbt’s ja auf jeden Fall…
Herr Maier: Ach je…
Frau Rat: Frau Maier, ganz ehrlich: In Ihrem Alter gehören Sie tatsächlich zur Risikogruppe, aber Ihre letzte Schwangerschaft ist 20 Jahre her. Seitdem hat es sehr viele Fortschritte in der Medizin gegeben. Hier habe ich eine Liste mit Frauenärzten, die Erfahrung mit Risikoschwangerschaften haben. Vielleicht wollen Sie sich ja mal einen Termin geben lassen, bevor sie sich endgültig entscheiden.
Frau Maier: Danke… Also Heinz, ich glaube da ruf ich morgen mal an…
Herr Maier: Ja, mach das. Ach, so was Kleines wieder im Haus, das wär ja schon was…
Frau Rat: Und hier ist Ihr Beratungsschein. Viel Glück!


3. Fall: Lisa Schmidt, 28, ist allein gekommen.

Frau Rat: Also, Frau Schmidt, ich würde gerne mit Ihnen über Ihre Situation reden…
Frau Schmidt: Geben Sie mir einfach diesen blöden Schein. Dass ich hier überhaupt antanzen muss… eine Unverschämtheit!
Frau Rat: Ich verstehe Ihre Verärgerung, aber ich bin wirklich nur hier, um Ihnen zu helfen…
Frau Schmidt: Ja, helfen, helfen – klar! Ich habe studiert, einen guten Job und kann mich problemlos selbst versorgen, aber hier muss ich trotzdem angekrochen kommen, als wäre ich zu blöd, das selber zu entscheiden!
Frau Rat: Sie sind gerade sehr aufgebracht.
Frau Schmidt: Natürlich bin ich aufgebracht!
Frau Rat: Ich möchte Ihnen wirklich nur Ihre Optionen aufzeigen und…
Frau Schmidt: Ich habe keine Optionen!! Ich muss abtreiben!! Ich muss!!
Frau Schmidt bricht in Tränen aus.
Frau Rat: Frau Schmidt, warum weinen Sie denn? Hier sind Taschentücher…
Frau Schmidt: Schnüff… Danke…
Frau Rat: Sie scheinen ja doch mit der Entscheidung zu hadern. Warum “müssen” Sie abtreiben?
Frau Schmidt: Es ist mein Freund, er… Sie verstehen das nicht, er war am Anfang nicht so… und er hat sich entschuldigt… aber die Schwangerschaft…
Frau Rat: Frau Schmidt… werden Sie misshandelt?
Frau Schmidt: Nein, er… das ist doch nicht “misshandelt”… es hat nur ein paar Mal, wenn wir Streit hatten, also… er hat sich jedes Mal entschuldigt!
Frau Rat: Das macht es nicht besser. Haben Sie sich denn schon mal jemanden anvertraut? Was ist mit ihren Eltern?
Frau Schmidt: Oh Gott, das könnte ich ihnen nicht erzählen. Mein Vater würde ihn umbringen! Nur meine beste Freundin, die habe ich angerufen nach dem ersten Mal… aber die ist direkt ausgeflippt, meinte, sie würde mich sofort holen kommen und mit mir zur Polizei gehen… seitdem treffe ich sie fast nicht mehr, obwohl sie ständig anruft…
Frau Rat: Will ihr Freund etwa nicht, dass sie sich mit ihr treffen?
Frau Schmidt: Sie… sie haben sich sowieso nie gut verstanden. Er ist ja eigentlich nicht so, aber jetzt mit dem Baby… ich hatte vor ein paar Wochen einen Virusinfekt und war mir nicht sicher, ob die Pille noch wirkt und ich habe ihm GESAGT, wir sollten besser zusätzlich Kondome nehmen, aber er wollte nicht…
Frau Rat: Und deshalb sollen Sie jetzt abtreiben – weil er keine Kinder will?
Frau Schmidt: Ich liebe ihn, aber… ich kann doch nicht mein Baby umbringen!! Aber… er war so wütend… ich weiß nicht, was er tut, wenn ich ihm sage, dass ich es behalten will… aber ich kann auch nicht zu meinem Eltern… wir sind seit über drei Jahren zusammen, da kann ich doch nicht plötzlich ankommen und sagen, dass er mich schlägt!
Frau Rat: Frau Schmidt, es gibt absolut keinen Grund, sich zu schämen. Ich hatte schon einige Frauen in Ihrer Situation bei mir. Ich habe hier zahlreiche Broschüren mit Hilfsangeboten für misshandelte Frauen. Sie können sofort einen Termin machen, wenn Sie möchten. Bitte überlegen Sie sich das! Und egal, wie Sie sich wegen des Babys entscheiden – tun Sie, was SIE für richtig halten!
Frau Schmidt: Ja… ich muss etwas tun… ich halte das nicht mehr aus…
Frau Rat: Hier ist Ihr Beratungsschein. Viel Glück!

Und jetzt? Weiter mit Teil 2

Nochmal: #MeinFeminismus

Es wurde ja schon oft vehement gefordert lieb danach gefragt. Da ich es außerdem gerne auf diese Weise speichern würde: #MeinFeminismus als Tweetsammlung.


 

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Wenn jemand über einzelne Punkte diskutieren möchte, gerne. Allerdings bitteschön mit Begründung, was seiner/ihrer Meinung nach an dem entsprechenden Punkt kritikwürdig ist. Meldungen von Tussis, die meine Meinung mit Mord gleichsetzen und biologistische *tuuut* *bitte höflich bleiben* sind nicht erwünscht.

Media Monday #175

Es ist mal wieder Media Monday!

1. Horrorctober und Halloween sind vorbei: Meine Horrorfilm-Entdeckung des Jahres ist die schleichende Erkenntnis, Horrorfilme längst nicht mehr so gut zu vertragen wie früher. Meine Mitbewohner, die sind immer in der Stimmung für Horrorfilme – aber mir fehlen dafür zunehmend die Nerven.
Deshalb fällt mir hier nicht so wirklich was ein. Der beste Horrorfilm, den ich dieses Jahr gesehen habe, war definitiv Paranormal Activity, aber damit bin ich ja wieder mal ziemlich spät dran, womit man nicht mehr von einer “Entdeckung” reden kann…

2. Hingegen The Bay war eine echte Enttäuschung, denn wenn man einen Film in Found Footage dreht und wie eine Doku aufzieht, dann sollte man wenigstens auch Schauspieler engagieren, welche die Stimmung nicht durch ihr Overacting ruinieren. Und das Script, boah… eigentlich war es schon nach zwei Minuten für mich vorbei, als eine Überlebende aufgefordert wird, ihr altes Filmmaterial zu kommentieren. Sie sagt dann sowas wie “Oh Gott, dachte ich wirklich mal, die Klamotten würden mir passen?”, was ja wohl in einer Liste mit “Dingen, die man als Überlebende eines tödlichen Virus, der eine halbe Stadt entvölkert hat, ganz sicher nicht von sich geben würde, wenn man aufgefordert wird, über den tödlichen Virus, der eine halbe Stadt entvölkert hat, zu reden” ganz oben stehen würde!

3. Im November freue ich mich am meisten auf haufenweise Serien, weil ungefähr achttausend Serien neu gestartet sind oder in die nächste Runde gingen, die ich noch nicht gesehen habe. Da wartet noch so viel auf mich!

4. Alvin und die Chipmunks fand ich früher echt klasse, würde ich mir aber heut nicht mehr ansehen, weil, Hand aufs Herz, die Serie nervt doch total!

5. Es ist mir echt ein Rätsel, wie all die Horrorfilme mit Kindern in der Hauptrolle gefilmt werden konnten, denn schließlich sind die ja zu jung, um das Werk am Ende dann selbst sehen zu können! Das ist ein seeeehr altes Rätsel, auf das mir noch niemand eine richtige Antwort liefern konnte.

6. Jetzt, wo es kälter und ungemütlicher draußen wird, habe ich mir vorgenommen, daheim öfter aufzuräumen, damit ich mich auch gerne in meinem Zimmer aufhalte, und mehr gesunde Sachen zu essen, damit ich mich auch gerne in meinem Körper aufhalte.

7. Zuletzt gesehen habe ich The Babadook und das war ziemlich gruselig, weil dieses Monster, auch wenn es nur aus einem dunklen Schatten und ekelhaften Geräuschen besteht, einfach ziemlich krass furchterregend war. Deshalb würde ich den Film empfehlen, auch wenn ich die psychoanalytische Deutung (es geht um den inneren Konflikt der Hauptperson zwischen ihrer Rolle als Mutter und ihren eigenen sexuellen Bedürfnissen – so habe ich das zumindest interpretiert) irgendwie ein bisschen zu naheliegend fand.

[Halloween-Special] Halloween, die Dunkelheit und das Fangirl in mir

Da überlegt man grade noch so schön, wie lang die Fingernägel noch wachsen können bis Halloween, um sie spitz zu feilen – da ist es auch schon vorbei!

Leider habe ich nicht alles geschafft, was ich mir für die letzten 10 Tage vorgenommen habe. Auch bin ich kaum dazu gekommen, Kommentare zu beantworten, was immer ganz besonders an meinem Gewissen nagt.

Aber das kam nicht völlig aus dem Nichts. Ich sag euch: Wenn ihr mal ne echte Horrorshow erleben wollt, legt euch Depressionen zu! Authentischer kann kein Medium dieses Gefühl absoluter Verzweiflung und geisteszerstörender Agonie vermitteln! Erlebt eine wilde Geisterbahnfahrt im rasanten Wechsel zwischen “Niemand liebt mich” und “Mein Leben ist ein riesiger Haufen Scheiße”! Toll! Also nicht!

yay

Jedenfalls ist ein akuter depressiver Schub nicht so gut für den Antrieb und verursacht Schreibblockaden. Jetzt ist es aber erstmal wieder vorbei. Halleluja!

Grade geht es mir also wieder normal (das heißt bei mir “ganz okay”), aber viel von dem tollen Scheiß, den ich für diesen schönen Feiertag geplant hatte, ist jetzt leider nicht fertig geworden. Das ist schade. Aber dafür freue ich mich unheimlich darüber, dass so viele an meiner Halloween-Blogparade teilgenommen haben! Ich konnte leider noch nicht alle lesen, werde mich aber noch auf Spurensuche begeben (verlinken, Leute, verlinken!), um das nachzuholen. Besonders lustig finde ich die vielen Ausflüchte bei Frage 10 :D Tatsächlich habe ich bisher nur einen gelesen, der auf die Frage, ob er seine Seele verkaufen würde, mit “Ja” geantwortet hat. Kähähä. Es ist doch immer schön, wenn bei einer Umfrage genau das herauskommt, was man erwartet hat!

Jedenfalls endet hiermit mein Halloween-Special offiziell. Einiges von dem, was ich nicht mehr geschafft habe, beispielsweise mein Kostüm-DIY, hebe ich mir dann halt für nächstes Jahr auf.

So ganz ohne Input möchte ich diesen letzten Halloween-Beitrag aber nicht beenden. Eigentlich wollte ich das schon im Laufe der letzten Woche posten, aber ich habe mich ganz im Ernst einfach nicht getraut. Doch da es einfach passt und weil es gerüchteweise tatsächlich ein paar Leute geben soll, die sich für das interessieren, was ich so fernab meines Blogs schreibe, möchte ich euch hiermit auf meine “Nightmare before Christmas”-Fanfiction aufmerksam machen, die ich just begonnen habe bei Fanfiktion.de zu posten.

Tja, was ist “Nightmare before Christmas”? Viele würden vermutlich die Frage schon als Beleidigung auffassen, weil das eine krasse Bildungslücke ist, da ich mir den Film aber selbst erst letztes Weihnachten angesehen habe (nachdem sich meine Mutter zwanzig Jahre zuvor geweigert hat, mit mir ins Kino zu gehen…), habe ich da überhaupt keinen Grund, arrogant zu sein. Jedenfalls sollte sich jeder diesen Film ansehen, falls er ihn noch nicht kennt, ob ihr meine Fanfiction lesen wollt oder nicht.

Diese stellt ein Prequel zum Film da. Ich widme mich der Frage, wer (und was) Jack gewesen ist, bevor er zum Kürbiskönig wurde, und wie es letztendlich dazu kommt. Weil das so Dinge sind, mit denen man sich in Fanfictions beschäftigt. Das sage ich nur, weil es viele, viele Menschen gibt, sogar hier in diesem Internet, die von so einer Erscheinung noch nie was gehört haben ^^

Naja, wenn ihr reinlesen wollt, stehen euch für Feedback hier die Kommentare offen :)

Was bleibt zum Ende noch zu sagen? Ich hatte jedenfalls trotz allem ein schönes Halloween und weiß jetzt, dass ich 1. Kontaktlinsen vertrage und 2. rote Kontaktlinsen bei mir superhammergeil aussehen. Allein dafür hat es sich sowas von gelohnt! Schade nur, dass ich lustige Accessoires wie diese nicht viel öfter tragen kann. Wobei, eignet sich das nicht als festliches Detail für Weihnachten?

Nachträglich euch allen Happy Halloween!

Meine Halloween-Specials:
Die große Halloween-Blogparade
Meine fünf schlimmsten Horrorfilme
Spielereview: Betrayal at House on the Hill
Stephen Kings fünf beste Kurzgeschichten
Die fünf besten Halloween-Serienspecials
Minimalistische Partytipps

[Halloween-Special] minimalistische Halloween-Partytipps

Jeder (ja, jeder) mag gerne Halloweenpartys. Was keiner will: hunderte von Euros dafür ausgeben. Genau das tun Amis aber anscheinend, wenn man sich ihre Deko so ansieht. Allein für die vielen Kuchen in Skelett-, Zombie- oder Vampirform dürften im Fachhandel locker 50 bis 100 Euro fällig werden.

So groß wird das in Deutschland nicht. Überhaupt kann sich sowas doch heutzutage kein Schwein mehr leisten. Trotzdem will jeder ein bisschen Halloween-Feeling haben.

Es heißt also, dort anzusetzen, wo man hier in Deutschland als allerletztes spart: am Alkohol. Eine Party ohne Knabberzeug, Musik oder nen Stuhl zum Sitzen? Völlig egal, solange es nur genug zu Saufen gibt. Liebes, aber armes Halloween-Fanvolk: Hier sind die Stellschräubchen, an denen ihr drehen könnt, die den Unterschied machen können zwischen einer alltäglichen, lahmen Freitagabend-Sauferei und einer zwar minimalistischen, aber definitiv themenorientierten Halloweensause!

Profitiert also von meiner langjährigen Erfahrung als Schnapsdrossel Kellnerin, wenn ihr euren Gästen folgende günstige Köstlichkeiten kredenzt und leidenschaftlich Argumente dafür vorbringt, warum das ja alles irgendwie was mit Halloween zu tun hat!

Grüne Witwe
Klassischer, süffiger Longdrink – war der Renner auf allen 17. Geburtstagen damals. Warum ist der geeignet für Halloween? Na, weil er grün ist. Und weil “Witwe” was mit Tod zu tun hat. Aber natürlich könnt ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen und das Getränk für diesen Abend umbenennen. “Schleim” würde sich anbieten. “Ektoplasma” ginge auch (allerdings auf die Gefahr hin, dass ihr den Namen den Rest des Abends immer wieder erklären müsst).

Ihr braucht:
– Blue Curaçao
– O-Saft
– Eiswürfel, falls ihr welche habt. Warm schmeckt das Zeug in-fer-na-lisch.

Etwa 4cl Blue Curaçao in ein normales Glas geben (weil ihr armen Schlucker, die ihr diese Tipps braucht, vermutlich keine Longdrinkgläser habt – wie ich!). Mit O-Saft auffüllen, fertig. Trinket und erschaudert!
Versucht gar nicht erst, die Zutaten zu schichten. Für sowas hat doch wirklich niemand Zeit.

Sieht so richtig schön scheiße aus.

Sieht so richtig schön scheiße aus.

Wackel-Wodka
Taking about “Ektoplasma” – den Namen reserviert ihr doch lieber hierfür!

Ihr braucht:
– möglichst billigen Wodka
– Götterspeise-Mix (Geschmacksrichtungen “Waldmeister” und “rot”)
– Zucker
– Plastik-Shotgläser (4cl)
– Zahnstocher

Kuckt, wie viel Wasser für ein Päckchen Götterspeise gebraucht wird. Nehmt nur etwa zwei Drittel und kocht das zusammen mit ein paar Esslöffeln Zucker auf, bis der Zucker sich gelöst hat. Nehmt den Topf vom Herd, rührt den Götterspeise-Mix rein und kippt ERST DANN, wenn sich das vollständig gelöst hat, ein Drittel Wodka dazu. Das ist mein spezieller Tipp, um zu verhindern, dass der Alkohol beim Kochen verdampft.
Flüssigkeit in Plastik-Shotgläser füllen (4cl, weil 2cl viel zu viel Arbeit ist) und in den Kühlschrank stellen, bis die Götterspeise fest ist. Genießen (also “genießen”), indem man das Zeug mittels Zahnstocher rauspult.
Falls ihr jetzt denkt “Meh”, weil mit dem ganzen Zubehör zu teuer: Ihr spart euch damit schließlich auch Getränke zum Mixen für den Wodka. Und wenn ihr in jedes Shotglas ein kernloses Träubchen oder ein Stückchen Mandarinchen reintut, bevor das Zeug fest ist, wird man euch für die totalen Gourmetköche halten!

Schwarzer Wodka/Energy
Hach, Schwarzer Wodka/Energy, DAS Getränk meiner Jugend! Schon deshalb ist es ein tolles Getränk für Halloween, denn es gewahrt mich an die grauenvolle Vergänglichkeit des Lebens. Aber auch für euch lohnt es sich als Feiertags-Longdrink. Das Zeug färbt nämlich Zunge und Lippen total dunkel. Ansonsten sieht es recht harmlos aus. Halt schwarz. Aber wenn ihr ein Schwarzlicht habt, könnt ihr beobachten, wie das Zeug ekelhaft grün leuchtet. Ein totales Highlight, genauso wie die schwarze Kotze, die man davon bekommt.

Ihr braucht:
– schwarzen Wodka
– einen billigen Red-Bull-Ersatz

Der schwarze Wodka ist ziemlich lame, also großzügig messen. Eine Halb/halb-Mischung ist hier tatsächlich nicht allzu übertrieben. Ja, und das war’s auch schon an Rezeptanweisungen bei diesem Zeug – trinket und erschaudert!

Flatliner
Kommen wir mal zum harten Stuff, einem Shot, den ihr so schnell nicht wieder vergessen werdet. Der Halloweenbezug ergibt sich durch den absoluten Horror, den ihr bei jedem Glas erlebt. Tatsächlich wurde dieses Zeug in meiner ehemaligen Kneipe gerne geordert, wenn jemand etwas “besonderes” wollte. Die Leute waren sogar bereit, mehr Geld dafür zu bezahlen! Bemerkenswert… muss wohl eine Art Mutprobe für Erwachsene sein. Also genau das Richtige für Halloween!

Ihr braucht:
– Tequila
– Sambuca
– Tabasco

Normales Shotglas (2cl) etwa bis zur Hälfte mit Sambuca füllen. Tabasco auf nen Löffel träufeln und draufgleiten lassen. Über den selben Löffel vorsichtig den Tequila ins Glas gießen, bis es voll ist.
Ja, ich weiß, ich habe gesagt, niemand hat Zeit für Schichtdrinks. Aber in diesem Fall lohnt es sich. Weil der Shot damit so nett aussieht. Er ist aber nicht nett. Er ist eine widerliche Grässlichkeit aus den inneren Kreisen der Hölle. Weshalb er auf eurer Party tierisch gut ankommen wird!
flatliner

Schlammbowle
Die Richtung ist erkennbar: An Halloween sollen Sachen verputzt werden, die eklig aussehen! Und egal, wie geil eine Schlammbowle bei der Google Bildersuche auch arrangiert ist: Letztendlich sieht sowas in Echt IMMER scheiße aus.
Aber: Es schmeckt. Irgendwie.

Ihr braucht:
– eine Flasche Wodka (oder so)
– eine Flasche O-Saft
– eine Flasche Kirschsaft
– eine Packung Vanilleeis
– eine Flasche Sekt (optional)

Alle Getränke in eine Schüssel geben (da ihr vermutlich keine Bowleschale habt – genauso wenig wie ich). Kurz vor dem Servieren Vanilleeis drauftun. Warten, bis es angeschmolzen ist. Euch an der ekelhaften Farbe erfreuen.

Und falls es doch etwas teurer und aufwendiger sein soll…
… dann ist der Cocktail der Wahl natürlich ein Zombie. Dessen Relevanz ich hoffentlich nicht erklären muss!


 

Weitere Halloween-Specials:
Die große Halloween-Blogparade
Meine fünf schlimmsten Horrorfilme
Spielereview: Betrayal at House on the Hill
Stephen Kings fünf beste Kurzgeschichten
Die fünf besten Halloween-Serienspecials

Media Monday #174

Es ist mal wieder Media Monday – und trotz des baldigen Feiertages keine einzige Frage zu Halloween?! Ich bin entsetzt und schockiert! Naja, wer ähnlich empfindet, sollte zur Beruhigung schnell bei der großen Halloween-Blogparade mitmachen und sich den unverschämt interessanten Fragen stellen!

1. In jedem Film, der in Berlin spielt, sieht man wunderschöne Altbauwohnungen von Leuten, die total alternativ sind und sich Kräuter auf dem Fensterbrett ziehen, die natürlich nie so aussehen, als würden die davon auch mal was abschneiden, um es in ne Soße oder so reinzutun. Können die nicht mal stattdessen die typische geisteszerstörende Ikea-Tristesse zeigen, die in 80% aller deutschen Haushalte vorherrscht?

2. Edward Norton zählt zu meinen liebsten SchauspielerInnen, spätestens seit seiner Rolle als der namenlose Typ in Fight Club. Was ich hoffentlich nicht weiter ausführen muss.

3. Alles, was mit Helene Fischer und Schlager zu tun hat ist auch wieder so ein Hype, dem ich nichts abgewinnen kann, denn hatten wir nicht erst einen Schlager-Boom? Wann war das, so etwa 1998 mit Guildo Horn? Das ist gerade mal 16 Jahre her! Ich erinnere mich noch daran, als wäre es gestern gewesen! Und ich finde, das reicht erst mal für eine Generation!

4. Hingegen für na was wohl? – Halloween! bin ich Feuer und Flamme, bekomme nicht genug davon und freue mich darum schon wie ein Schnitzel auf Freitag! Wo-hooo!

5. Im direkten Vergleich zu früheren Filmepochen sind die in den letzten Jahren entstandenen Filme zu ernst und dafür mache ich ganz allein Christopher Nolan verantwortlich. Keine Pointe.

6. Das Hörspiel/den Podcast die Känguru-Chroniken kann ich nur jedem empfehlen, der die letzten paar Jahre unter einem Stein gelebt hat, denn jeder andere hat davon wohl schon was gehört, auch ganz ohne dass ich es empfehlen muss. Leider habe ich außer diesem Hörspiel und diversen Drei ??? Folgen seit Jahrzehnten kein Hörspiel gehört, und einen Podcast sogar noch nie.

7. Zuletzt gelesen habe ich ein paar Kurzgeschichten von Stephen King und das war toll wie immer, weil es wunderbar zur Jahreszeit passt und ich außerdem diesen Post so beenden will, wie ich ihn angefangen habe: mit schamloser Eigenwerbung.