my feminism: Über diese Kategorie

In meinem Eingangspost habe ich es ja schon angekündigt, nun mache ich es wahr und eröffne eine eigene Kategorie, die sich mit Themen rund um Feminismus und Sexismus gefüllt werden soll. Warum, wieso, weshalb und vor allem: wie? Naja, dazu sollte ich mich wohl erstmal erklären.

Mein Background
Ich stamme aus einem kleinen katholischen Dörflein irgendwo in Deutschland, an dem viele Errungenschaften des modernen Lebens spurlos vorbei gegangen sind.
Und damit ist selbstverständlich nicht die technische Ausstattung gemeint, sondern die Denke.

Ich war ein schwieriges Kind. Fing schon damit an, dass meine Mutter die Dreistigkeit besaß, mich ohne Ehemann auf die Welt zu bringen. Ein absoluter Skandal.
Und so ging es weiter. Ich bin nun mal nicht das, was man gemeinhin meint, wenn man “Mädchen” sagt. Und dazu wurde ich nicht durch Erziehung gemacht, sondern wurde so geboren.
Meine Lieblingsfarbe war blau. Ich hasste Puppen und liebte Bäume klettern. Kleidchen waren mir zuwider. Mathe war mein bestes Fach. Und die Turtles interessierten mich mehr als Barbie.

Ich finde das nicht schlimm, denn Menschen sind halt verschieden, aber meiner Familie war das ein Gräuel. Aber weil ich außerdem noch ziemlich stur bin, habe ich mich erfolgreich dagegen gewehrt, in eine Schablone i wish i was a boygepresst zu werden, die mir nicht passte. Dennoch bin ich unter der Prämisse aufgezogen worden, dass ich nicht alles machen darf, weil ich ein Mädchen bin, dass ich nicht alles sagen darf, weil ich ein Mädchen bin, und dass ich meine männlichen Familienmitglieder bedienen “darf”, weil ich ein Mädchen bin, während die gleichzeitig tun und lassen konnten, was sie wollten.

Wie kann man in so einem Umfeld aufwachsen und NICHT Feministin werden?

Wie es weiter ging
Ich wurde älter und bekam Titten. Und ab da fingen die Probleme erst richtig an.
images6Vielleicht war ich durch meine Vorgeschichte sensibilisiert, aber ich regte mich über einen Klaps auf den Hintern und einem dummen Spruch wesentlich mehr auf als meine Freundinnen, die in etwas fortschrittlicheren Familien groß geworden sind.
Und was soll ich sagen… ich habe nie aufgehört, mich aufzuregen. Es existiert ein Umgang mit Frauen und Mädchen in unserer Gesellschaft, den ich zum Kotzen finde. Und daher muss ich meine große Schnauze immer dann aufmachen, wenn ich diese Ungerechtigkeit wittere.

Aber warum jetzt?
Der Feminismus hat mich lange abgeschreckt. Sowohl von außen wie auch von innen.
Lange Zeit wehrte ich mich gegen diesen Stempel, wenn man mir während einer Diskussion abfällig konstatierte, eine Feministin zu sein. Denn Feministinnen, das sind doch diese Hardcore-Emanzen, die in Jutesäcken durch die Straßen ziehen und BHs verbrennen? Und Alice Schwarzer, deren Verdienste man zwar würdigen muss, die aber trotzdem oft genug unglaublich viel Scheiße von sich gibt? Damit wollte ich nicht in einen Topf geworfen werden.
Doch irgendwann las ich einen Spruch, der mir die Augen öffnete. Er verbarg sich ganz klein auf einer Infowand an der Uni und ist ebenso simpel wie kurz und wahr:

Unbenannt
Und ich stand da und dachte: “Hmhmhm… stimmt.”

Tja, damit war ich Feministin, ganz ohne meinen BH zu verbrennen.

Ich war aber auch gleichzeitig Bloggerin, da ich auch gerade mein erstes Blog gestartet habe. Der Gedanke, über meinen Ansichten zum Feminismus zu bloggen, war aber noch weit weg. Denn: Ich traute mich schlicht und ergreifend nicht. Je mehr ich mich mit dem Netzfeminismus beschäftigte, desto mehr Fragezeichen erschienen über meinen Kopf. Ich konnte mit vielen Begriffen überhaupt nichts anfangen, aber was noch schlimmer war: Ich konnte auch mit vielen Inhalten nichts anfangen.
Vieles geht völlig an der Realität vorbei und hat stimmt weder mit dem Bild, was ich vom Feminismus habe noch mit meinem Frauenbild überein. Auch trieft bei manchen doch tatsächlich die Akademikerarroganz aus jedem Wort (aber darüber schreibe ich an anderer Stelle mehr), während ich doch immer noch nur ein armes katholisches Mädchen vom Lande bin, das so ein bisschen planlos durch die Uni stolpert und irgendwie versucht, sein Leben auf die Reihe zu kriegen.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hielt mich schlichtweg für zu blöd, um da mitmischen zu können. Trotzdem versuche ich das jetzt. Und der Grund ist ganz einfach:

1. BIN ICH NICHT BLÖD, nur weil ich ein paar schicke englische Begriffe nicht kenne oder der Meinung bin, es sei scheißegal, ob man “sexuelle Orientierung” oder “sexuelle Positionierung” sagt (dazu weiter unten).

2. traf ich unlängst zwei Feministinnen, die sich, anders als ich, auch im Real Life in feministischen Organisationen betätigen und damit ja eigentlich die “besseren” Feministinnen sind… und ich dennoch feststellen musste, dass beide absolute Trottel sind. Habe ich etwa tatsächlich Angst, mich mit sowas anzulegen? Bitch please!

Es sei also beschlossen: Ich bin eine Feministin, die über ihren Feminismus bloggt – und zwar so, wie ICH es will!

Die Sprache
Nun herrscht allerdings gerade in diesem Bereich bei einigen Menschen ein, wie drücke ich das nett aus… gewisser Sprachfaschismus (uh). Wer nicht mitmacht, wird dabei wohl als Teil des Systems gesehen, das es eigentlich zu bekämpfen gilt.
Tja, das ist mir aber scheißegal. Ich studiere nicht Germanistik, ohne die Sprache zu lieben, die ich gelernt habecanwordsdoit. Da sehe ich es schlicht und ergreifend nicht ein, im Zuge einer völlig überrissenen politischen Korrektheit meine Texte durchzugendern und damit unlesbar zu machen. Tut mir leid, aber nö. Vorstöße wie solche, die Antje Schrupp gestern vorgestellt hat, sind in meinen Augen einfach nur lächerlich.

Die Sprache ist ein gewachsen Ding und ständig im Wandel begriffen. Diesen Wandel beeinflussen zu wollen, bringt indes überhaupt nichts, denn hier ist die Unsichtbare Hand am Werk. Manche Vorschläge zur Änderung der Sprache werden vielleicht angenommen, weil sie einleuchten – aber “Mann Meier”, Frau* /Mann* oder “mensch” statt “man” gehören definitiv nicht dazu.
Und was noch schlimmer ist: Solche Eingriffe in unser schönes Deutsch verprellen viele Menschen, die sich mit feministischen Themen gerne beschäftigen wollen, aber auf solche Albernheiten einfach keinen Bock haben. Das ist für den Normalbürger schlicht nicht vermittelbar, daher lasse ich es.
Wer das doof findet, darf sich gerne bei mir beschweren – oder liest es halt einfach nicht!

Was bleibt noch zu sagen?
So, ich hoffe, ich habe jetzt niemanden verprellt. Ich weiß noch nicht genau, worüber ich schreiben werde, obwohl ich einige Ideen habe, aber die werde ich euch erst präsentieren, wenn ich zufrieden mit der Ausarbeitung bin. Ich hoffe damit, auch wenn ich die Welt sicher nicht retten werde, wenigstens ein paar Machos zu nerven und Arsche zu treten :mrgreen:
black canary

31 Gedanken zu “my feminism: Über diese Kategorie

  1. Hallo Robin,
    darf ich auf diesem Blog kommentieren?
    Falls nicht, sag einfach Bescheid, dann siehst Du mich hier nie wieder.

    Also ich bin dann mal gespannt auf Deinen Feminismus.

    “Ich hoffe damit, auch wenn ich die Welt sicher nicht retten werde, wenigstens ein paar Machos zu nerven und Arsche zu treten.”

    Meiner Erfahrung nach gehören leider auch einige radikale Feministinnen zu den übelsten Machos.

    “Wenn Du für Gleichberechtigung bist und gegen Sexismus, dann bist Du Feministin.”

    Oder Maskulist.

    Wichtiger als Feministin oder Maskulist zu sein, ist allerdings m.E. zu versuchen um Objektivität bemüht und am Wert der Gerechtigkeit orientiert zu sein, ansonsten läuft man als Feministin oder Maskulist schnell Gefahr selbst zum Sexisten zu werden – was leider zu häufig passiert.

    So, ich widerstehe jetzt mal dem Drang eine kurze Abhandlung über meine geschlechtsbezogenen Überlegungen loszulassen, ich will ja eigentlich lieber Deine Ansichten kennenlernen.

    Viel Spaß auf Deinem neuen Blog!

    • Natürlich darfst du kommentieren ;) So ein Sensibelchen bin ich nicht :mrgreen:

      “Meiner Erfahrung nach gehören leider auch einige radikale Feministinnen zu den übelsten Machos.”
      Naja… laut Definition eher nicht ^^ Nur Männer können Machos sein ^^
      Aber ich verstehe, was du meinst. Natürlich gibt es Arschlöcher in beiden Lagern. Aber das habe ich glaub ich oft genug betont ;)

      “Oder Maskulist.

      Wichtiger als Feministin oder Maskulist zu sein, ist allerdings m.E. zu versuchen um Objektivität bemüht und am Wert der Gerechtigkeit orientiert zu sein, ansonsten läuft man als Feministin oder Maskulist schnell Gefahr selbst zum Sexisten zu werden – was leider zu häufig passiert.”
      Ich kann ja sogar verstehen, warum Männer zu Maskulisten werden. Es gibt natürlich auch Bereiche, in denen Männer benachteiligt sind.
      Aber ich kann nur von meiner Lebenswelt ausgehen und da ist es nun mal so, dass ich die Benachteiligungen, die Frauen erfahren, als schwerwiegender erachte. Sie hätten fast mein Leben zerstört. Daher sei bitte nicht sauer, wenn ich da einen Schwerpunkt auf Menschen meines Geschlechts lege ;)

      “So, ich widerstehe jetzt mal dem Drang eine kurze Abhandlung über meine geschlechtsbezogenen Überlegungen loszulassen, ich will ja eigentlich lieber Deine Ansichten kennenlernen.”
      Warum machst du eigentlich nicht auch mal einen Blog? Wäre schön, mal gemäßigtere Meinungen von Maskulisten zu lesen.

  2. Darf ich dir also nicht die Salzstreuerin reichen :D?

    Ich denke so ähnlich wie du nur aus anderen Beweggründen – ich bin in einer mittelgroßen Stadt aufgewachsen, welche gerade in der vollkommen entmannz… ich meine emanzipierten Phase steckte. Die Mädchen unserer Klassen (Grund- und Realschule) wurden zugepflastert mit Angeboten (welche übrigens NUR für Mädchen waren) von Abenteurerleseclubs, gesonderte Berfusorientierungstage (welche als einzige Berufsorientierungstage in unsere Schule angepriesen wurden… erst auf Werben eines lokalen Unternehmen kamen die Lehrer mal auf den Trichter zu sagen, dass sich Jungs ja auch “solche Veranstaltungen mal anschauen können, aber diese hier ist nur für Mädchen”) über IT-Workshops bis hin zu Kampfsportangeboten (und damit meine ich Angebote die umsonst/besonders billig zu bekommen waren und so auch für finanzschwache Familien geeignet, bspw. in Schulen oder Jugendzentren). Als Junge gab es natürlich auch ein mannigfaltiges Freizeitangebot: Fußball. Schulsport war das selbe – Frauen probierten alles aus und machten wirklich spaßige Sachen, Männer: Fußball und – zur Abwechslung – Basketball. Und wehe ein Junge hat was angestellt.. ouuuuh… aber ein Mädchen, das entfaltet sich. Naja, so ging das weiter und ich habe mich stets gefragt – warum behandelt man uns nicht gleich ô.O? Und so weiter und so fort. Muss man denn immer ein Geschlecht vor dem anderen “schützen” (böse, böse du bist ein Junge!) und so weiter und so fort. Das Denken muss sich ändern – und da helfen keine Quoten und Extraveranstaltungen um diesen Vorgang zu forcieren. Das führt nur zu Frust.

    • Ja, sowas gibts natürlich auch… finde ich auch nicht gut.

      Bei uns suchte man sowas aber vergeblich… ich denke, da gibt es große Unterschiede zwischen Stadt und Dorf!

  3. Es heißt “Ärsche” (zu treten). Je nachdem, wie tief der Fuß dann stecken bliebe, wäre es dann ein Fall für den Allgemeinchirurgen oder für den Proktologen.
    Ansonsten hast Du Dir ja einiges – großes – vorgenommen, was das Thema angeht. Ich erinnere mich an solche Debatten aus den 70er Jahren. Und die waren eher wenig konstruktiv.
    Im Ergebnis auch wenig originell: Der “letzte” Freund einer Freundin endete als schwarz/ weiß-Foto im Klobecken, fixiert mit Wasserglas. Auch eine Art von Andenken. ;-) Das gab ihm mehr Bedeutung, als er dann verdient hatte.
    Sein Nachfolger konnte immerhin häkeln und ihre Füße massieren…

    • Och Menno, da vertippe ich mich einmal *schnüff*

      Die 70er waren schon ganz schön radikal, was heute oft unverständlich ist, aber vermutlich einfach nötig. Ein Pendel, das so lange so stark in eine Richtung ausgeschlagen ist, muss vielleicht auch mal krass in die andere Richtung ausschlagen, bis es schließlich in der Mitte zum Ruhen kommt…
      Warten wirs ab, vielleicht kannst du mit meinen Ansichten ja was anfangen ;)

  4. Ich bin sehr gespannt. Mir geht es da nämlich ähnlich. Ich trau mich nicht, mich Feministin zu nennen, weil ich eben meinen BH lieber trage, als verbrenne, aber mir geht bei Sexismus und mangelnder Gleichberechtigung ebenfalls das Messer in der Tasche auf. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie du meine Gedankenwelt dahingehend bereicherst :D
    Was ich noch anfügen mag. Wir haben hier keinen Studentenrat mehr. Sondern einen Studentinnenrat. Ohne großes I zur Trennung. In Veröffentlichungen wird das generische Maskulinum geleugnet und das Femininum für alles verwendet. Männer fühlen sich verarscht. Gleichstellung durch Diskriminierung. Würd ich mal meinen. Auf jeden Fall zum Haare raufen…

    • Hier in Hamburg hat man es anders gelöst, es gibt keine Studenten oder Studentinnen mehr. Sie heißen jetzt der/ die “Studierende”.
      Was an alltäglichem Dummsinn drumherum nur nichts ändert.
      Ich halte es für ein kulturelles Problem und da hilft Reflexion und wohl auch entsprechende Erziehung und Aufklärung (nicht nur darüber, wie Sex und Verhütung funktionieren). Was ist so schwer daran, daß Männer und Frauen fair miteinander umgehen und dennoch jeweils Männer und Frauen bleiben ?
      Und warum bloß versuchen (“Karriere”-)Frauen, es Männern nachzumachen und sie zu übertreffen ? Damit bleiben “Männer” und bleiben die aus irgendeinem Grund assoziierten Blödheiten – z. B. diese dämlichen Konkurrenz- und Alphamännchenmätzchen – etc. der Maßstab.
      Dennoch: Diese Diskussion muß der Mensch leider wohl immer wieder anticken. Insoweit ein guter Post.
      Alles Gute für 2013 !

      • Naja, “gelöst” auch nur nach außen hin. Wenn ich da an meine Modulabschlussprüfung letztes Semester denke, bei der ich via vorgegebenen Regeln dazu verpflichtet war, gendergerechte Sprache zu verwenden (und ja, das floss mit in die Bewertung ein)…nunja. (Ich habe mich drum herum gewunden, indem ich von der Lehrkraft und den Lernenden schrieb. ;-)

      • Das ist bei uns genauso. Ich mag die Bezeichnung überhaupt nicht. “Studierende”, das klingt, als würde ich jetzt IM MOMENT studieren (statt Blog zu schreiben und vor dem Fernseher rumzugammeln).
        Ich weiß nicht, was das Problem dabei ist, einfach weiterhin “Studentinnen und Studenten” zu sagen. Hat ja auch jahrelang geklappt.

    • Hm, vielleicht kann ich dich ja bekehren?! ;)
      Ich finde, Mina hats mal unglaublich gut zusammen gefasst: http://klingtkomischistaberso.wordpress.com/2012/06/01/der-tag-an-dem-ich-beschloss-feministin-zu-werden/

      Ich denke, Germanisten wie wir haben auf diese ganzen Sprachbesonderheiten einfach einen anderen (gelasseneren?) Blick. Deutsch ist halt so! Ich würde niemanden, der das generische Maskulinum verwendet, Frauenfeindlichkeit unterstellen.
      Ich fühle mich davon einfach mit angesprochen!

  5. Ich bin da nach wie vor zwiegespalten. Feminismus verbinde ich mit haarsträubendem “Gendersprech”, und mit Hardcore-Emanzentum.
    Nicht so mein Fall.

    Ich hätte lieber Gleichberechtigung für alle….Menschen. Denn das ist es letztlich, was wir alle sind. Ob m oder w, ob hetero, bi oder homo, ob schwarz, rot, gelb oder weiß, ob groß, klein, jung, alt, dick, dünn…
    Ist aber eine Utopie. ;)

    • Ich hätte auch lieber Gleichberechtigung. Aber bis es soweit ist, muss ich mich feministisch betätigen ;)

      Ich bin zwar Hardcore, aber keine Hardcore-Emanze :mrgreen:

  6. Lass dich bloß nicht von, zugegebenermaßen intelligenten, Frauen wie Antje Schrupp einschuechtern, Robin! Ich denke sogar, Sie wuerde dein Vorhaben gut finden, auch wenn sie teilweise vlt. anderer Ansichten ist.
    Gerade bei dem Thema wird es auch mal Zeit, dass es ein paar “gemaeßigtere Meinungen” gibt, dann hoert vlt. auch irgendwann mal das Augenrollen beim Wort “Feministin” auf.

    Ich freu mich drauf.

    Gruß aus Berlin
    BOB

      • Hää ?? DU läßt Dich zu leicht einschüchtern ??
        Du packst doch in der Kneipe schon gedanklich und kurz vor der tatsächlichen Tat den Baseballschläger aus, wenn es mit Nazi- oder sonstigen Dummdumpfgästen zu blöde wird.
        Was ich großartig finde…

      • Ich weiß nicht… mir wurde mein Leben lang gesagt, dass ich doof bin. Wenn ich dann so richtig intelligente Sachen lese (unabhängig davon, ob der Inhalt stimmt oder nicht), bin ich halt eingeschüchtert ;)

  7. Noch ein Nachtrag, weil es mir eben erst wieder eingefallen ist: Dieses Thema qualmt ja nun schon seit MItte der 70er Jahre. Ich hatte einmal einer recht militanten “Feministin” erzählt, daß unsere “Männer”-WG prima läuft (sie hielt etwa fünf Jahre in derselben Besetzung), alle von uns Kochen, Waschen, Putzen und sonstwas können (sogar stricken konnten wir und haben unsere Jeans selber mit Pads geflickt, also mit der Nähmaschine klargemacht !) und dachte, sie freut sich oder erkennt das an. Wir waren ja damals alle recht bemüht…
    Dann kam fauchend, ich sei ja ein richtiger “Chauvinist”. Warum ? Weil ich eine Frau ja dann nur für “das eine” bräuchte, das sei ja richtig abwertend.
    Ab da habe ich nicht mehr gern mitdiskutiert.
    Sei es drum…

      • Habe herzlichen Dank –
        nach all diesen vielen Jahren sehe ich mich hier doch verstanden.
        Aber solche Frauen gab es – wirklich. Und damit bin ich durch, sollen sie es machen. Ich werde zugleich eine weitere künftige Freundin wie immer gut behandeln. Ebenso: Mich gibt es nicht mehr für umsonst oder umme (umsonst).

    • Gut ich war jetzt nicht dabei, aber diese Reaktion faende ich schon nachvollziehbar. Man haette das vielleicht freundlicher ausdruecken koennen. Die Taetigkeiten, die du schilderst sind doch stereotypische Frauensachen. Das sind sicher nuetzliche Faehigkeiten und ist auch toll, das zu koennen. Nur halt zu sagen, das ist toll, weil man keine Frau ist, koennte negativ aufgefasst werden. Haeufig wird ja auch kritisiert, dass bestimmte Taetigkeiten bei Frauen als ganz selbstverstaendlich gelten (wie Putzen oder Kochen) aber manche Maenner dann dafuer ganz besonders bewundert werden wollen. Da gaebs dann eine Diskrepanz in der Bewertung dieser Taetigkeiten, je nachdem ob sie von Frauen oder Maennern durchgefuehrt werden. Das waere dann schon sexistisch.

      Also das waere jetzt mein Erklaerungsversuch, so ganz sicher bin ich mir aber nicht ob ich diese Situation ganz richtig verstanden habe. Haengt ja auch oft dran, wie man etwas sagt..

  8. “Und dazu wurde ich nicht durch Erziehung gemacht, sondern wurde so geboren.“

    mit diesem Satz würden sich die meisten Feministinnen wohl als Biologistin bezeichnen. nur ist er hingegen sehr sympathisch. die Richtung die dem am nächsten kommt ist wohl der equityfeminismus.

    • Mich aufgrund dieses einen Satzes als Biologistin zu sehen, ist in etwa so, als würde ich mich allein aufgrund meines Glaubens an eine Seele als Christin bezeichnen…

      • Das ändert nichts daran, dass es im Genderfeminismus eine biologistische Aussage ist. Dort wird schließlich von der rein sozialen Konstruktion der Geschlechter ausgegangen.

        Es mag ein ziemliches dualistisches Weltbild sein, aber so ist es leider. Oder kennst du Aussagen aus dem Genderfeminismus, die biologische Unterschiede im Verhalten zugestehen?

  9. Hallo. Ich kommentiere ja eher selten auf Blogs, und habe jetzt deine Blogs erst eine kurze Zeit verfolgt. Ich bin auch schon gespannt, was hier noch kommt. Ich beschaeftige mich auch erst seit etwa einem guten Jahr mit dem (Netz-)Feminismus, was ich anfangs noch recht interessant fand, nur mittlerweile verfolge ich das wieder weniger. Vielleicht aendert sich das ja nun ein bisschen durch diesen Blog:D

    Zum Beispiel mit dem generischen Femininum (“Studentinnen” usw); nach der ueblichen Argumentation heisst es ja, dass beim generischen Maskulinum die Frauenganz normal mitgemeint seien und das sei ja auch gar nicht schlimm. Nach der gleichen Argumentation koennte man ja sagen, dass die Maenner beim gen. Femininum genauso mitgemeint werden. Warum sollte das dann schlimmer sein als beim gen. Maskulinum. Wenn dann beide Formen gleichwertig sind, muesste man auch beides gleichwertig verwenden koennen, oder nicht? Vielleiciht geht’s ein Stueck weit auch darum, zu demonstrieren, dass das Mitgemeint sein beim gen. Maskulinum fuer einige Menschen doch nicht ausreicht. Man muesste ja meinen, die Leute die sich ueber die Femininum Form aufregen, koennten das dann nachvollziehen, dass andere Leute das gen. Maskulinum nicht moegen.Persoenlich stoerts mich bei allgemeinen Begriffen nicht, z.B. im Mikrooekonomie-Buch von Hal Varian verwendet er auch das generische Femininum. Ob ich mich bei “Studentinnen” mitgemeint fuehlen wuerde, wuerde ich mal grad bezweifeln..
    Weitergehende Genderisierungsmassnahmen wie das gender gap (“_”) oder die Verwendung anderer Woerter anstatt von “man” sollen wohl absichtlich den Textfluss stoeren, damit sich die Leser dazu Gedanken machen. Ich finde das ok in Texten, wo’s ohnehin um Feminismus geht, aber in Fachliteratur zB wuerd’s mich eher nerven.

    Antje Schrupp, meine ich haette auch mal geschrieben, dass eigentlich jeder einen Blog schreiben sollte (http://antjeschrupp.com/2010/09/06/bloggen-als-burger_innenpflicht/). Ansonsten schien sie mir auch eher zu den gemaessigteren Feministinnen zu gehoeren und was mir positiv erschien, dass sie auch ihre eigene Meinung differenziert zu betrachten scheint. Grade letzteres ist ja noch lange keine Selbstverstaendlichkeit, auch (oder insb.) nicht auf Blogs im Internet.

    • Ich denke, das Problem ist, dass das generische Maskulinum sprachlich gewachsen ist, das generische Femininum allerdings konstruiert wurde…

      Antje Schrupp scheint mir auch gemäßigt. Allerdings bin ich noch ein Stück gemäßigter ;) Und vor allem habe ich keinen christlichen Background. Den habe ich abgelegt!
      Ihr Ansatz ist mir oft zu akademisch. Aber das ist ja erstmal mein Problem und nicht ihres.

      • Ja, aber das ist ja nicht “einfach so” so sprachlich gewachsen sondern haengt vielleicht mit entsprechenden gesellschaftlichen Verhaeltnissen zusammen. Solche Herrschaftsverhaeltnisse sind (bzw sollten) heute nicht mehr aktuell sein, damit waere das Femininum wiederum gleichwertig. Ich bin da eigentlich indifferent, mir fielen nur keine richtigen Gruende ein, die gegen das gen. Femininum sprechen wuerden.

        Andererseits ist es, zumindest laut einem Vortrag eines Linguisten, ohnehin nicht moeglich komplett neutral zu formulieren. Es gaebe wohl Sprachen, die extra so konstruiert wurden, um neutral zu sein, aber das wird man im Alltag wohl nicht in absehbarer Zeit antreffen. Wenn die Sprache also eh nicht voellig neutral sein kann, dann wird’s also immer Faelle geben, wodurch sich Leute gestoert fuehlen. Das laesst sich dann auch nicht vermeiden.. dann ist mehr die Frage welchen Kompromiss man macht und wieviel politische Korrektheit man unbedingt braucht. Und vielleicht finden die Leute dann auch irgendwann wichtigere Baustellen als auf sprachlichen Details herumzureiten. :D

        Fr Schrupp fand ich bisher ganz gut lesbar obwohl ich keinen sonderlichen sozialwissenschaftlichen Hintergrund habe. Vielleicht habe ich aber auch nur die einfachen Texte gelesen:D

  10. Gerade bei dem Wort “Studenten” hat der Sprachwandel doch schon längst eingesetzt. In einem Satz “Der Zug ist voller Studenten.” sind Frauen nicht mehr nur zusätzlich mitgedacht – das Wort hat quasi keinen geschlechtlichen Bezug mehr, weil das (gesellschaftlich) irrelevant geworden ist. Versuch mal auszudrücken dass nur Männer/ nur Frauen im Zug sind oder hervorzuheben, dass Männer und Frauen im Zug sind.

    Dagegen betonen die gegenderten Varianten häufig den geschlechtlichen Bezug. Aus meiner Sicht hat das mehr mit Ideologie und Küchenlinguistik zu tun. Aber wer es will, nur “antifaschistischer Schutzwall” war damals schon nicht ästhetisch und hat einfach zu viele Buchstaben.

    (Für Hyperventilierende: DAS war Ironie ;-)

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