Jahresausblick!

Seit einer Woche zeigen alle Fernsehsender Jahresrückblicke, alle Zeitungen und Zeitschriften schreiben Jahresrückblicke und alle Radiostationen senden Jahresrückblicke (in Form von schlechten Pop).

Aber NUR BEI MIR findet ihr einen exklusiven JahresAUSBLICK :mrgreen: Hier schauen wir nicht zurück, sondern nach vorne!

Nein, ich habe keine Superkräfte (noch nicht…). Und ich kann leider auch nicht sagen, ob es diesen Jahr zum lange erwarteten 3. Weltkrieg kommen, Merkel die Wahl gewinnen oder Dieter Bohlen endlich an seiner eigenen Galle ersticken wird.
Nein, die Vorausschau funktioniert leider nur bei mir selbst. Und wie funktioniert das?

Ganz einfach: Tarot.

Hm, wer hat jetzt wohl spontan gekotzt? :mrgreen:

Tarot ist seit Jahren mein (schlecht gepflegtes) Hobby, ich muss allerdings zugeben, dass ich es nicht sonderlich gut kann, jedenfalls nicht ohne Buch. Ich kenne die Karten noch nicht, möchte das dieses Jahr allerdings ändern, indem ich mir jeden Tag eine Tageskarte ziehen werde. Damit lernt man die Motive am besten!

„Was für ein esoterischer Scheiß!“ – denkt ihr jetzt wahrscheinlich. Und bei vielen Kartenlegern hättet ihr vermutlich Recht. Das erste Buch, welches ich mir zum Einstieg gekauft hatte, war von einem Typen geschrieben, der seinen Kopf so weit in den Wolken hatte, dass sich die Texte lasen wie Sektenhandbücher.
Inzwischen habe ich ein besseres Buch von Hajo Banzhaf, der erfrischend bodenständig schreibt und die Karten viel besser erklärt.

Ich sehe Tarot als kleine Lebenshilfe. Wenn man die Karten wegen eines Problems befragt, können sie einen Anstoß liefern und neue Sichtweisen eröffnen. Das hat nichts mit Magie zu tun… eher mit Psychologie.
Zu ernst sollte man das nicht nehmen. Wenn eine Karte kommt, die auch nach intensiven Nachdenken überhaupt nicht passen will, sollte man nicht mit aller Gewalt versuchen, sie passend zu machen.
Ich muss allerdings sagen, dass mir das noch nie passiert ist. Bisher hat es immer gepasst. Und daher ist es vielleicht doch Magie 😉 :mrgreen:

Letztes Jahr zu dieser Zeit habe ich mich an meiner ersten großen Legung versucht. Es war eine Jahreslegung, bei der 12 Karten gezogen werden, die verschiedenen Lebensbereichen zugeordnet sind. Hiermit möchte ich euch nun meine diesjährige Jahreslegung präsentieren, um euch für dieses interessante Hobby zu begeistern 😉

Zuallererst braucht man natürlich Karten. Ich besitze ein klassisches Rider-Waite-Tarot-Deck, das ziemlich verbreitet, aber auch recht hässlich gezeichnet ist. Irgendwann werde ich mir mal ein besseres kaufen, aber bis dahin muss dieses genügen.
Man mischt die Karten, breitet sie vor sich aus und zieht 12 Karten (bei dieser Legung). Sobald alle 12 Karten aufgedeckt sind, kann die Deutung beginnen.

Und hier mein Ergebnis:

Karte 1: Grundstimmung
Fünf der Münzen

Na super -.-

tarot1

Bei dieser Karte geht es drum, wie alle Ereignisse in anderen Lebensbereichen empfunden werden, Grundstimmung halt. Das ist dumm, denn die Fünf der Münzen steht für Mangel. Nicht geistigen oder spirituellen, sondern äußeren Mangel.

Das könnte mir jetzt ein schlechtes Omen sein und mich runterziehen. Aber nee, denn jetzt kommt die Psychologie zum Zug, wie versprochen!

Tatsache ist: Diese Grundstimmung habe ich nicht erst seit dem 1. Januar 2013. Vielleicht will mir die Karte sagen, dass es so weitergehen wird, wenn ich nicht versuche, mich weniger von finanziellen Engpässen deprimieren zu lassen?
So ist es halt und ich werde es auch im nächsten Jahr noch nicht ändern können. Ich kann nur versuchen, weiter meiner Arbeit nachzugehen, ein bisschen Geld zu sparen und ansonsten nicht an meine Schulden zu denken. Deren Zeit wird kommen, ob ich will oder nicht, und bis dahin nützt es eigentlich wenig, mich deswegen zu zerfleischen. Oder?

Dazu passt ja dann auch die nächste Karte, wo es um eben dieses Thema geht…

Karte 2: Finanzen
Fünf der Schwerter

Hm… auch mehr als mistig o.O

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Die Karte steht für Niederlage, allerdings muss das nicht heißen, dass ICH diejenige bin, die eine Niederlage erleidet. Da diese Niederlage aber Resultat eines schmutzig geführten Krieges ist, hat auch der Sieger eigentlich nichts gewonnen.

Was hat das wohl mit meinem Geld zu tun? Kriege ich Ärger wegen meines Studienkredits und verliere ihn gar? Oder bin ich die Siegerin? Führe ich vielleicht einen Prozess, der mir zwar Geld einbringen, aber dazu führen wird, dass ich mich selbst nicht mehr im Spiegel ansehen kann? Oder ist das vielleicht eher spirituell gemeint – ich kriege Geld, aber durch unlautere Methoden?

Mysteriös… Der Tipp bei dieser Karte lautet, sich einfach durchzuschlagen, ohne Rücksicht auf Verluste, weil die anderen auch gemein sein werden ^^

Karte 3: Alltagserfahrungen
König der Kelche

Ah, eine „Hofkarte“.

Man muss wissen, dass laut Banzhaf Könige und Königinnen zumeist für

tarot3

Personen stehen; meist für einen selbst, auch wenn das Geschlecht nicht stimmt.

Könige stehen oft  für Männer und/oder für das aktive Prinzip. Die Kelche sind  zudem dem Element Wasser angeordnet, was, äh, auch irgendwas mit Gefühlen zu tun hat.

Die Karte kann also entweder bedeuten, dass ein gefühlvoller Mann in meinem Alltag wichtig wird, oder, sofern die Karte für mich selbst steht, ich meine Gefühle zeigen und meiner Intuition vertrauen soll.

Das ist jetzt ein bisschen doof, weil, naja… das tue ich eigentlich beides schon zur Genüge.

Also doch ein anderer Mann? Aber kein potentieller Partner (sonst stünde es ja bei Liebe und nicht bei Alltag), sondern ein Freund, der lustig, empathisch und nett ist? Das würde eigentlich passen, da ich in letzter Zeit mich immer mehr zu zwei Bekannten hingezogen fühle, die ich einfach sehr gerne mag. Der eine ist mein superlieber Kollege David von der Arbeit und der zweite ist der ehemalige Mitbewohner einer Freundin, zu dem ich immer waschen gehe.

Vielleicht wird das Verhältnis zu den beiden ja noch enger? Eröffnen sich mir da neue gute Freundschaften? Das wär ja was!

Karte 4: Das Zuhause 
Rad des Schicksals

Die einzige Karte aus der großen Arkana bei dieser Legung…

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Die Karte steht für „Lebensaufgabe“ und soll anzeigen, dass jetzt in dem Bereich der Zeitpunkt einer Änderung gekommen ist.

Das bringt mich ein bisschen ins Grübeln. Tatsächlich fühle ich mich in meiner jetzigen WG nicht so sonderlich wohl. Ich hab mir das alles ganz anders vorgestellt. Mir eine neue WG suchen wollte ich aber auch nicht, weil ich schon so oft umgezogen bin und jetzt einfach keine Lust mehr darauf habe – allerdings wurde ich unlängst gefragt, ob ich nicht einen Platz, der im Frühling frei wird, haben will.

Das hat mir unheimlich geschmeichelt und eigentlich hätte ich am liebsten spontan ja gesagt, aber nach etwas längerem Nachdenken war ich eigentlich schon schwer geneigt, abzusagen. Es gibt so viele Faktoren, die dagegen sprechen… Die Lage, die etwas höhere Miete, der Umzugsstress… Und dann kommt diese Karte.
Mann, das ist echt fies! Ich werde mich wohl hinsetzen und eine richtige Pro-Contra-Liste machen müssen.

Mal angenommen, die Karte wollte mir sagen, dass ich das Angebot annehmen soll, würde das auch super zu der vorherigen passen… denn es war David, der mich gefragt hat.

Karte 5: Alles was Spaß macht
König der Schwerter

Wieder eine Personenkarte.

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Der König der Schwerter ist so ziemlich das komplette Gegenteil des anderen Königs, denn dieser hier steht für Rationalität, kühle Abwägung etc. pp.

Ich weiß nur absolut nicht, was das mit dem Thema „Spaß“ zu tun haben könnte.

Muss ich langsam erwachsen werden und den Spaß einfach sein lassen? Tritt eine männliche Spaßbremse in mein Leben? Wird Spaß 2013 einfach gestrichen?

Ich weiß wirklich nicht, wie ich das deuten soll. Glücklicherweise liefert Banzhaf einen Ausweg: Er schreibt, die schwer verständlichen Hofkarten können auch oft auf Plätzen stehen, bei denen es nichts zu sagen gibt.

Gerade nochmal Glück gehabt! ^^

Karte 6: Die Arbeit
Ass der Münzen

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Und hier mal was RICHTIG positives: Eine wertvolle Chance!

Die Frage, die sich nun stellt: Ist damit eine Chance bezüglich meiner aktuellen Arbeit gemeint oder vielleicht etwas ganz neues? Habe ich einen besser bezahlten Job in Aussicht? Oder übernehme ich schwuppdiwupp die Kneipe und werde Chefin? :mrgreen: Die Karte sagt, man solle die Augen aufhalten für lukrative Angebote und Gelegenheiten, die sich jetzt bieten.

Jedenfalls sieht das doch gar nicht so schlecht aus. Bleibt abzuwarten, wie sich das äußern wird!

Karte 7: Partnerschaft
Königin der Kelche

Damit ist das Pärchen komplett!

tarot7

Wie auch der König steht die Königin für die Gefühlswelt und Fantasie. Da ich nicht vorhabe lesbisch zu werden, dürfte sie auf diesem Platz wohl für mich stehen.

Man könnte das als Hinweis darauf deuten, in einer (kommenden?) Partnerschaft hingebungsvoller und nachsichtiger zu sein. Allerdings  bin ich das eigentlich schon. Ich bin in Beziehungen so zuckersüß, da erkenne ich mich selbst nicht mehr wieder!

Hier steht allerdings auch was von Verletzlichkeit… ob das im Gegenteil sogar heißt, dass ich härter werden soll?

Naja, wir werden sehen. Dazu muss ja erst mal eine Partnerschaft da sein, bevor das wichtig wird…

Karte 8: Das Hintergründige
Ritter der Schwerter

tarot8

Das ist wieder so eine Karte, die ich nicht verstehe.

Ritter stehen für die  Atmosphäre, in der etwas geschieht und der Ritter der Schwerter steht für „frostiges Klima“. Ich weiß wirklich nicht, wie das zu diesem Thema passen kann. „Das Hintergründige“, das klingt so undurchsichtig, gemeint sind damit aber alte Tabus und „okkulte Erfahrungen“.

Was damit wohl gemeint ist? Ich habe keine Ahnung!

Immerhin besagt die Karte als „guter Rat“, dass man, auch wenn man in eine Auseinandersetzung gerät, am Ende klüger daraus hervor geht. Und als Tipp wird gegeben, messerscharf zu argumentieren.

Na dann!

Karte 9: Höhere Erkenntnisse
Sieben der Stäbe

Das ist ja wieder ein bisschen klarer.

tarot9

Die Karte steht für Abwehr. Wie man sieht, muss sich auf dem Bild ein armer Knecht gegen gleich sechs Angreifer zur Wehr setzen. Positiv hervorzuheben ist allerdings, dass er von einer Anhöhe herab kämpft, was ihm einen Vorteil verschafft.

Anhöhe = die besseren Argumente? Hm…

Das kann so ziemlich für alles oder nichts stehen. Ich habe mir einiges für 2013 vorgenommen. Ich möchte diesen Blog hier ausbauen und damit ganz bescheiden ins Weltgeschehen eingreifen, ich muss aber auch an der Uni mehrere Arbeiten abliefern und Pilgern gehen möchte ich ja auch noch (das Thema beschäftigt sich auch mit Reisen…). In jedem dieser Bereiche könnte ich auf Abwehr stoßen.

Klingt ja erstmal nicht so rosig. Aber bei dieser Karte wird zwar gekämpft, aber nicht verloren. Es kann sicher scheiße werden, aber solange ich durchhalte und entschlossen meine Ansichten vertrete, werde ich auch siegen. Und dadurch werden mir die erwähnten höheren Erkenntnisse zuteil.

Never give up, never surrender! Das werde ich mir versuchen zu merken.

Karte 10: Öffentliche Anerkennung
Vier der Schwerter

Uuund wieder was uncooles -.-

tarot10

Die Karte steht für erzwungenen Stillstand. Nett, wie Tarot meistens ist, empfiehlt es, diese Pause zur Besinnung und Meditation zu nutzen, damit man wenigstens noch ein bisschen was positives daraus ziehen kann.

Wie passt das mit öffentlicher Anerkennung zusammen? Was ist das überhaupt, öffentliche Anerkennung? Ist damit Freundschaft gemeint? Liebe? Die Arbeit, die Uni? Nichts davon oder alles zusammen?

Ich habe keine Ahnung und werde es einfach auf mich zukommen lassen. Laut der Karte habe ich wohl auch keine andere Wahl!

Karte 11: Freundschaft
Sechs der Schwerter

Hier mal etwas mit besonderer Ambivalenz.

tarot11

Die Karte steht für ungewissen Aufbruch und zögerliche Veränderungen, hat aber auch positive Seiten: Die Überfahrt, die gezeigt wird, ist dank der ruhigen See nicht gefährlich und der Fährmann steht als professioneller Helfer zur Seite.

Eigentlich passt das sehr gut, denn es gibt mehr als eine alte Freundschaft, von der ich mich innerlich irgendwie schon verabschiedet habe. Vielleicht wird es Zeit, diesen Weg weiterzugehen, um irgendwann an einem anderen Ufer anzukommen. Potential dafür ist da. Und irgendwie stimmt es schon: Nur Nostalgie hat mich bisher vor diesem Schritt bewahrt. Dabei habe ich gerade an Silvester mal wieder gemerkt, dass ich einigen meiner alten Freunde einfach nichts mehr zu sagen habe.

Das ist schade. Aber wenn es mit neuen Freunden weitergeht und besser wird?

Karte 12: Geheime Hoffnungen und Ängste
König der Münzen

Als letztes wieder eine Hofkarte!

tarot12

Dieser König der Münzen kann wieder für einen Mann stehen – in diesem Fall für einen bodenständigen Realisten, der Sicherheit bietet. Wer mag dieses  Wunderwesen wohl sein?

Mit Ängsten hat das wohl nichts zu tun, oder? Vielleicht ist damit gemeint, dass ich (bzw. eine mir nahestehende männliche Person) mir diese Ängste durch gesunden Pragmatismus nehmen werde?

Oder steht sie für die Hoffnung, eine solche Person kennen zu lernen, die mich an die Hand nehmen und mir helfen wird (was ja im Prinzip dasselbe ist)?

Die Karte steht ebenfalls für Genussfähigkeit und Sinnesfreude. Vielleicht ist sie im Verbund mit der ersten Karte zu sehen, die ja so ziemlich das Gegenteil aussagt? Und repräsentiert damit meine Hoffnung, dass eben doch alles irgendwie besser wird und ich wieder ein bisschen Freude am Leben haben kann?

Quintessenz
tarot13Als letztes wird die Quintessenz ermittelt, indem man die Zahlenwerte der Karten addiert, bis man auf einen einstelligen Wert kommt. Hier wäre das die Zwei (weil das Ass eins zählt und die Hofkarten gar nicht). Diese Zahl ist einer Karte aus der großen Arkana zugeordnet, in diesem Fall der Hohepriesterin.

Die Quintessenz ist ein ergänzender Hinweis zum Umgang mit der Legung. Und dieser Hinweis lautet bei dieser Karte: Ich soll mich bereit halten, mich führen lassen, mich auf meine innere Stimme verlassen. Na dann!

Und jetzt?

Wie ihr seht, wirft so eine Legung fast mehr Fragen auf, als Lösungen präsentiert werden. Eigentlich ist man jetzt aber längst noch nicht fertig. Ich könnte noch Querverbindungen zwischen den verschiedenen Karten ziehen und zu Bereichen die unklar geblieben sind, noch weitere Legungen veranstalten, aber ich habe eure Geduld sowieso schon mehr als strapaziert und bin außerdem müde. Das kann ich auch noch morgen machen (dann aber für mich allein).

Was würdet ihr nach dieser kleinen Präsentation über Tarot sagen? Scharlatanerie, lustiges, aber im Grunde sinnloses Hobby oder echte Lebenshilfe?

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