Wenn die Eule mit den Lerchen flattern will… ein Experiment.

Was für ein beschissen lyrischer Titel…

Schlaftyp Eule: Wird spät müde, macht die Nacht gerne zum Tage, schläft lange
Schlaftyp Lerche: Geht früh ins Bett, steht auch früh wieder auf und ist putzmunter

Die meisten Menschen liegen irgendwo zwischen diesen beiden Extremen.

Aber ich bin eine ausgeprägte Eule 😦

Wer meinen anderen Blog verfolgt, wird schon gemerkt haben, dass mein Schlafrhythmus etwas abseitig ist. Ich höre auch immer wieder von Bekannten, denen ich meine Schichten schildere, dass sie niemals solche Arbeitszeiten haben könnten wie ich.
Tja, mir kommen diese Arbeitszeiten sehr gelegen. Bis auf einige Extremfälle, wenn ich bis sechs oder sieben Uhr arbeiten musste oder wegen eines Saufgelages am Tag zuvor im Arsch war, beende ich meine Arbeit noch halbwegs fit. Wenn ich um drei oder vier Uhr zuhause bin, gehe ich in den seltesten Fällen direkt ins Bett, sondern beschäftige mich noch mit irgendwas anderen… sei es nun Playstation spielen, Filme/Serien kucken, schreiben, lesen etc. pp.

Die meisten Menschen würden um solche Uhrzeiten überhaupt nichts mehr auf die Reihe kriegen, aber ich drehe dann erst richtig auf. Alle meine Hausarbeiten für die Uni habe ich größtenteils nach Mitternacht geschrieben. Auch meine anderen literarischen Ergüsse gewinnen zu später Stunde aus irgendeinem Grund an Qualität. Davon kann ich mich dann am nächsten Tag überzeugen, wenn ich ausgeschlafen bin. Ich weiß nicht, woran das liegt, aber so ist es nun mal.

Tja, und so lebte sie glücklich bis an ihr Lebensende? Leider nein. Denn auch wenn man offensichtlich gegen solche Veranlagungen nicht viel tun kann, ist das schlicht und ergreifend nicht sonderlich gesund.
Spätestens konnte ich das auf dem Jakobsweg feststellen. Um sechs Uhr morgens aufstehen gilt da schon als spät. Das heißt, man musste am Abend davor auch zeitig im Schlafsack liegen. Zehn Uhr abends peilte ich immer an, oft wurde es dann aber elf oder zwölf. Trotzdem war ich morgens nie so kaputt, wie ich es hier zuhause so oft bin, was sicher dem Übermaß an sportlicher Betätigung geschuldet war. Auch sah ich, trotz Müdigkeit, morgens nicht halb so scheiße aus wie momentan jeden Morgen (ich sag nur: geschwollene Augen…!).

Normalerweise hält sich meine Eulenhaftigkeit noch halbwegs in Grenzen. Im Idealfall gehe ich um zwei Uhr nachts ins Bett und schlafe bis zehn Uhr. Nicht unbedingt, weil ich es will, sondern weil ich das Gefühl habe, es zu müssen, eben WEIL es anders nicht gesund ist.
In der letzten Zeit, sicher auch wegen der Arbeit und den Weihnachtsferien, hat sich das aber irgendwie verselbstständigt… weshalb ich seit gut zwei Wochen nie früher ins Bett komme als sechs Uhr.

Und das ist scheiße.

Nicht, weil meine Augen morgens (was heißt morgens! Ich meine die Zeit, wenn ich aufstehe) dick sind, sondern weil jetzt die Uni wieder angefangen hat und das so nicht weiter gehen kann.
Es heißt also, wieder einen normalen Schlafrhythmus finden. Um dies zu bewerkstelligen, gibt es drei Möglichkeiten:

1. Früher schlafen gehen

Das ist die ineffektivste Methode. Denn: Wie soll man um, sagen wir, Mitternacht schlafen, wenn man erst um vier Uhr mittags aufgestanden ist?
Genau diesen Fall hatte ich gestern/heute. Am Samstag ging ich um sechs Uhr morgens schlafen und wachte Sonntag um vier Uhr auf. Weil ich aber Montagmorgens eigentlich Sport machen wollte (und, wie gesagt, die Uni wieder anfängt), wollte ich früher ins Bett.
Ich peilte zwei Uhr an und um das zu schaffen, warf ich um Mitternacht Baldrian ein. Wirkte nicht, ich spürte keinerlei Müdigkeit. Außerdem wurde mein letzter Blogbeitrag doch länger als geplant. Also lag ich um drei Uhr flach. Noch im Okay-Bereich. Ich wollte noch irgend ne Serie anschalten und dabei wegschlummern.
Klappte nicht. Ich war hellwach. Es wurde nicht nur eine Folge, sondern zwei. Dann nahm ich noch eine Baldriantablette. Dann las ich. Dann nahm ich eine heiße Dusche. Dann kuckte ich noch ne Folge. Und dann – es war ca. sieben Uhr – schlief ich endlich ein.
Ich mache es kurz: Neun Uhr war angepeilt zum Aufstehen, aber das änderte ich noch, bevor ich endlich schlafen konnte, auf zwölf Uhr. Ich wurde sogar vor zwölf wach, aber nur weil es draußen laut war. Aber ich musste feststellen, dass JETZT endlich der Baldrian wirkte. Ich war total duselig und konnte die Augen gar nicht aufhalten.

Letztendlich schlief ich bis vier Uhr und schaffte es nicht mal in mein einziges Seminar am Montag.

Dienstags dagegen habe ich bereits um zehn Uhr Uni. Was uns zur zweiten Möglichkeit führt:

2. Spät schlafen gehen wie gehabt, sich aber früh aus dem Bett quälen, irgendwie den Tag überstehen und abends totmüde zu angemessener Zeit ins Bett fallen

Diese Methode wirkt. Selten. Wenn ich es wirklich früh aus dem Bett schaffe, obwohl ich spät schlafen gegangen bin, kann ein ganzer grauenvoller Tag vergehen, an dem ich mir nur mein Kissen herbei sehne – und ich trotzdem um spätestens zehn Uhr abends wieder fit werde. Und genauso spät schlafen gehe wie am Tag davor.
Ich weiß auch nicht, woran das liegt, aber es ist nun mal so. Diese Methode ist mit Abstand die schlimmste, zumal ich von zuwenig Schlaf auch immer Bauchschmerzen bekomme. Keine Ahnung wieso!

Und damit sind wir bei Möglichkeit Nummer drei angekommen:

3. Durchmachen.

Der Klassiker und das einzige, was tatsächlich zuverlässig hilft. Ich werde morgen, d.h. Dienstagabend spätestens um Mitternacht im Bett liegen und schlaffähig sein, wenn ich es nur schaffe, bis dahin wach zu bleiben.
Das sind aktuell noch 22 Stunden…

Eigentlich ist das immer meine Methode der Wahl, aber halt schon ziemlich krass. Das Problem ist eben, dass man an dem Tag, der einer schlaflosen Nacht folgt, nicht so wirklich leistungsfähig ist. Man muss also gut überlegen, WANN man das macht.
Den ganzen Abend saß ich im Wohnzimmer, dachte mit Grauen daran, morgen um neun Uhr nach maximal drei Stunden Schlaf wieder aufstehen zu müssen und haderte mit der Entscheidung, durchzumachen. Ich wusste, ich würde das diese Woche irgendwann tun müssen, denn sonst komme ich nie auf einen gescheiten Schlafrhythmus. Nur wann?
Mittwoch und Donnerstag sind Kurse in meinem neuen Fitnesstudio, die ich besuchen will. Das möchte ich ja schon auf jeden Fall durchziehen. Das Wochenende ist auch schlecht, weil das noch so lange dauert und ich noch nicht weiß, was da laufen wird. Es bot sich HEUTE (also Montag) als Startpunkt an, Problem ist nur: Ich müsste eigentlich Dienstagabend arbeiten gehen. Was ich nach 30 Stunden Wachheit mit Sicherheit nicht könnte.

Letztendlich setzte ich einen Hilferuf an meine Kollegen ab und schaffte es, meine Schicht abzugeben. Und damit wäre ich also hier!

Ich tue das, wie gesagt, nicht zum ersten Mal, doch möchte ich euch dieses Mal teilhaben lassen. Ich werde euch bis morgen, äh, heute Abend auf den Laufenden halten und berichten, was ich gerade tue, wie ich mich fühle etc.pp. Dazu werde ich allerdings nicht permanent neue Beiträge abschicken, sondern diesen hier aktualisieren. Dann wisst ihr auch gleich, dass ich nicht schummele. Es lohnt sich also, im Laufe des Dienstages öfter reinzuschauen (Klickzahlen, yay ;)).

Noch ein Wort zu meinen Hilfsmitteln:
– einen Topf voll grünem Tee (ich trinke nämlich keinen Kaffee)
– Coffeintabletten
– eine kalte Dusche (ich war nämlich heute nach dem Fitnessstudio nicht duschen ^^)
– meine Tageslichtlampe

Damit kann es los gehen!

eule

02:15 Uhr: Blogbeitrag abschicken.

02:20 Uhr: Neue Beiträge meiner abonnierten Blogs lesen.

03:00 Uhr: Fertig. Leute, ihr müsst mehr schreiben!
Dann werde ich jetzt mal meinen eigenen Kommentatoren antworten, die noch keine Antwort bekommen haben.

03:25 Uhr: Auch damit schon fertig. Leute, ihr müsst mehr schreiben!
Warum will man eigentlich immer das haben, was man gerade nicht kriegen kann? Die letzten Tage musste ich mich wirklich ins Bett zwingen, doch sobald ich eben beschlossen hatte durchzumachen, spürte ich augenblicklich Müdigkeit. Und die ist immer noch da. Ich könnte sofort pennen gehen.
Aber es ist bereits zu spät… ich werde das jetzt durchziehen. Langsam fühle ich mich doch etwas pappig, also werde ich mal duschen gehen…

03:50 Uhr: Jetzt habe ich mich an der verdammten DUSCHE geschnitten!!! Gerade musste ich feststellen, dass der Duschkopf locker ist und auch Wasser dort rauskommt, wo es nicht rauskommen soll. Also habe ich das Scheißteil abgedreht und wieder draufgedreht.
Gang in die Küche, Tee in meinen Hobbittrinkbecher gefüllt (den es zum Hobbitmenü im Kino dazu gab), da läuft doch Zitrone über meinen Finger und brennt. Ein Blick zeigte: Mein Finger ist völlig zerschnitten! Nicht tief, nur in die obere Hautschicht, aber trotzdem! Mann!
Ich werd mal ein bisschen schreiben.

05:50 Uhr: Hm, das hat erstaunlich viel Zeit gefressen. Aber jetzt reichts, ich vertippe mich dauernd, ohne es zu merken.
Ich würde gern noch Tee trinken (den letzten 0,75 Becher hatte ich in fünf Minuten inhaliert), aber ich muss aufpassen. Von zuviel grünem Tee krieg ich Kopfweh. Außerdem muss ich ständig aufs Klo rennen…
Langsam hab ich Hunger, aber das werde ich noch ein bisschen hinauszögern. Jetzt werde ich mit der vierten Staffel von „Misfits“ weiter machen. Total kranke Serie, aber absolut empfehlenswert!

06:35 Uhr: Mein Tabak ist leer und die richtigen Zigaretten schmecken mir nicht mehr. Also latsche ich jetzt in die Stadt und kaufe Tabak, weil ich gerade nachgesehen habe, ob der Kiosk schon auf hat (hat er). Und dann geh ich noch grad zum Bäcker.
Wollte eigentlich heute nur Obst essen, aber mein Magen spielt jetzt schon verrückt. Ich denke, das verschiebe ich auf morgen.

08:35 Uhr: Ich wartete grade auf die Straßenbahn, als alle Laternen ausgingen. Ist jetzt hell.
Ich habe es schon oft gesagt und ich sage es nochmal: Morgens sieht die Welt einfach scheiße aus!
Ich habe mir ein Brötchen gekauft und werde das gleich essen, aber vorher nehme ich noch mein Schilddrüsenzeugs. Das soll ich eigentlich nach dem Aufstehen auf nüchternen Magen nehmen, aber das geht jetzt wohl schlecht (obwohl ich seit 11 Stunden nichts… äh… oh mein Gott, ich hab seit 11 Stunden nichts mehr gegessen o.O). Nehme ich halt einfach zwei. Der Doktor hat gesagt, sollte ich mal nicht nüchtern sein, dann kann es höchstens passieren, dass das Zeug nicht so gut wirkt. Also nehm ich zwei und dann passt das!
Meine Augen tun mir weh :/

09:40 Uhr: Muss jetzt zur Uni. Meh. Hab nicht mal den Text gelesen.
Während meines Seminars bin ich zwar online, aber mit so vielen neugierigen Leuten drumrum kann ich leider hier nicht schreiben. Meld mich dann danach noch mal.
Ich seh ziemlich scheiße aus.

12:05 Uhr: So, Seminar rum. Überraschend fit. Sehe sogar wieder besser aus (nur ein bisschen Platz äh blass).
Wie könnte man einen Mittag besser totschlagen als mit dem ProSieben-Mittagsprogramm? Viele Stunden Nonstop Serienfolgen, die ich alle schon tausendmal gesehen habe! Ich liebe es!

16:05 Uhr: Hoch, Tief, Hoch, Tief… gerade wieder Hoch! Naja, zumindest gefühlsmäßig, aber die Geisteskraft lässt doch schon deutlich nach 😉 So habe ich eben, bevor ich gegangen bin, einfach vergessen zu schreiben, wohin ich gehe. Nämlich: Eine Stunde plaudern/vor mich hin siechen mit einer Freundin und anschließend zum Arzt.
Ja, ich hatte heute auch noch einen Arzttermin! Gott sei Dank nur beim Hautarzt. Mein Hausarzt hätte mich so, wie ich aussehe, vermutlich auf meinen Geisteszustand untersucht!
Weiter ProSieben…

17:50 Uhr: Es geht so langsam dem Endspurt entgegen…
Wisst ihr, was lustig ist? Zum ersten Mal im Leben habe ich einen Muskelkater kommen fühlen (? ist das richtig?). Normalerweise ist es ja so: Man bewegt sich, dann legt man sich flach und schläft und wenn man wieder aufsteht hat man Muskelkater.
Ich war ja gestern trainieren und dachte ehrlich gesagt, dass ich heute überhaupt nichts spüren werde, eben weil ich noch nicht geschlafen habe. Aber offensichtlich kann der Muskel auch ohne Schlaf reagieren. Zwar hats länger gedauert (fing ungefähr um 2 Uhr an), aber jetzt spüre ich ihn schon deutlich in den Waden und in den Bauchmuskeln…
Very interesting.

19:10 Uhr: Tja, und wenn das Tief dann kommt, dann kommts dick.
Ich hab mich gerade eine Stunde lang extremst ausgeheult aufgeregt über diesen saublöden Arzt, der mir ein vollkommen falsches, dafür aber sauteures Mittel aufgeschrieben hat, das ich (und das weiß ich von der Pharmama) jetzt nicht mehr zurück geben kann, obwohl ich es noch gar nicht benutzt habe.
Das ist doch einfach zum Kotzen. Als wäre ich nicht schon arm genug.
Und jetzt muss ich zur beschissenen Teamsitzung, auch wenn ich nicht arbeiten muss, weil ich muss diesen Müll ja leiten. Ich hoffe, mein Chef hält es dieses Mal knapp, sonst muss ich mal kurz ESKALIEREN!

22:25 Uhr: Mein Chef ist ein Arschloch und ich geh jetzt ins Bett. Tschüss!!

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