Wenn die Realität die Wunschvorstellung in eine dunkle Gasse zerrt und sie dort brutal zusammenschlägt

Donnerstag war so ein richtig schöner Tag!
sonnenscheinTim hatte mich gefragt, ob ich morgens mit ihm trainieren gehen wollte. Kurz zögerte ich, aber dann dachte ich „Tschakka!!“ und gab ihm die Hand drauf.
Ich ging dann auch am Mittwoch bereits um ein Uhr schlafen, so dass ich nach immerhin siebeneinhalb Stunden frisch und fröhlich mit Tim um halb 10 in den „Total Shape“-Kurs gehen konnte. Anstrengend, aber geil!
Ganz neue Erfahrung: Ich hatte dann sogar noch den ganzen Tag vor mir! Nach einer Dusche und einem schönen Obstfrühstück konnte ich mich also entspannt meinen Emails und sonstigen Verpflichtungen widmen, konnte lesen, selbst schreiben und einfach produktiv sein! Mittags gab es dann leckere Backofenkartoffeln, bevor ich um drei Uhr zum Friseur ging.
Danach hatte ich einen Termin beim Zahnarzt, der zufälligerweise ein Stammgast von uns ist. Als solcher schaffte er es wieder mal, meine professionelle Zahnreinigung, die ich aufgrund meiner Nikotin- und Teesucht leider einmal jährlich brauche, über die Krankenkasse als jährliche Zahnsteinentfernung abzurechnen :mrgreen: Wieder 50 Euro gespart!
Direkt ging es weiter zu meinem Chef, mit dem ich noch ein ernstes Gespräch führen wollte. Auch das lief besser als erwartet! Er hat endlich eingesehen, dass sein Ton mir gegenüber wirklich unter aller Sau ist! Wir verabschiedeten uns freundlich und ich konnte beschwingt nach Hause hüpfen.
Dort habe ich endlich die Zeit gefunden auf meine frischgeschnittenen Haare mein neutrales Henna zu klatschen. Es gibt einfach nichts besseres für die Haare!
Zufrieden kuckte ich noch ein bisschen fern und schrieb noch ein bisschen, bevor ich um Mitternacht angenehm müde ins Bett fiel und direkt in süße Träume versank. Toll!

 

So hat sich dieser Tag…

…leider NICHT abgespielt.

 

gewitter

Das einzige, was stimmt ist, dass ich mit Tim trainieren gehen wollte. Es war zwar früh, aber da ich schon zu dem Zeitpunkt, als er mich fragte, ziemlich müde war, war ich guter Hoffnung, rechtzeitig ins Bett zu kommen. Und tatsächlich, um kurz nach ein Uhr war ich sanft weggeschlummert, nachdem ich mir kurz vorgestellt hatte, wie super der ganze folgende Tag werden wird.

Tja, und ab da bekam ich es dann voll auf die Fresse. Denn: Die Tatsache, dass ich Probleme damit habe, früh schlafen zu gehen, ist längst nicht das einzige Problem, was mich in puncto „Schlafen“ quält. Um das zu präzisieren: Ich kann nicht nur schlecht früh schlafen gehen – ich schaffe es in diesen Fällen auch nicht, durchzuschlafen!

Um Punkt vier war ich wieder wach. Und zwar hellwach. Nach nicht mal drei Stunden Schlaf.

Es folgten drei (!!!) Stunden Einschlafversuche, unterbrochen von Heulattacken, bis ich schließlich gegen sieben Uhr endlich wieder wegdriftete. Nur um von meinem Wecker um halb 9 geweckt zu werden.

Eine kurze Bestandsaufnahme meiner körperlichen Verfassung  zeigte: Ich kann so unmöglich Sport machen. Also rief ich Tim an und sagte ab, obwohl ich ihm doch die Hand drauf gegeben hatte, mit ihm mitzugehen. Waaah, Hass!!

Im Endeffekt schlief ich dann weiter bis 14 Uhr, was beim ersten Blick auf die Uhr direkt zur nächsten Heulattacke führte. Weil natürlich auch gerade, als ich mich aus dem Bett quälen konnte, um mich fertig zu machen, Mitbewohner Nr. 1, der im Bad länger braucht als jede Tussi, duschen ging, konnte ich auch den Plan vergessen, vor dem Zahnarzt noch zum Friseur zu gehen.

Also hieß es warten und dann erst zum Zahnarzt. Wo mich die Zahnarzthelferin mit den Worten begrüßte: „Ein Termin, heute für vier Uhr? Ihr Termin ist MORGEN.“

Ich: „Gaaaaaah!“

Ich hätte alles, was ich habe, darauf gesetzt, dass mein Termin am Donnerstag ist, aber ein Check im Kalender zeigte mir, dass ich es mir sogar richtig aufgeschrieben hatte!!!

Wenigstens konnten sie mich noch dazwischen schieben, aber kostenlos war es dann leider doch nicht. War ja klar!

DANACH ging es dann zum Friseur und DANACH zum Chef. Der natürlich wegen Gästen an der Theke keine Gelegenheit hatte, mit mir zu reden!

Während ich angepisst an meinem Sprudel nuckelte, betrachtete ich meine langsam trocknenden Haare (an meine Haare kommt seit gut 15 Jahren kein Fön) im Spiegel und wurde immer angepisster. Bin ich bekloppt oder hat die blöde Tussi das schon WIEDER versaut!?

Ich rannte dreimal aufs Klo, um das Schnippelergebnis genauer zu betrachten, aber es ließ sich einfach nicht leugnen: Meine Haare sahen scheiße aus!!! 1. waren sie ein Stück zu kurz (wogegen sich leider nichts mehr machen ließ) und 2. war das Deckhaar viel zu lang! Das sah aus, als hätte man mir einen Pagenschnitt über meine Locken gestülpt!!

Letztendlich stiefelte ich kurz vor Ladenschluss nochmal zurück, um mein Leid zu klagen. „Ah ja, du willst es stufiger, ne?“ meinte die Trulla gutgelaunt.

JA, ich will es STUFIG!!! Wie IMMER, verdammte Scheiße!

Boah, jedes Mal dasselbe! Jedes Mal muss ich noch mal hingehen, um mir die Haare nachschneiden zu lassen, weil die das einfach nie auf Anhieb so hinkriegen, wie ich es will!!

Unglaublich, dass ich schon seit zwei Jahren dort hingehe!!!

Wenigstens das mit dem Henna bekam ich noch hin, allerdings wohl auch nicht so wie beschrieben. Früher hat das immer meine Mutter gemacht, da es allein fast unmöglich ist, die Pampe schön ordentlich und Strähne für Strähne aufzutragen. Letztendlich hab ich mir den ganzen Schmodder einfach nur draufgeklatscht und ein paar Stunden wirken lassen.

Immerhin das hat geklappt. Wenn ich eines an mir schön finde, dann meine Haare. Sie sind jetzt total fluffig, fallen toll und brauner sind sie auch wieder (auch neutrales Henna ist wohl nicht ganz neutral).

Damit hatte dieser  beschissene Tag doch noch ein versöhnliches Ende.

Und der nächste fing damit an, dass ich feststellen musste, dass ich krank geworden bin, vermutlich vom Rumrennen mit nassen Haaren.

Gaaaaah!!!

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