Bücher-ABC 2013: A wie Stephen Kings „Achterbahn“

Stephen King – Achterbahn
Riding the bullet, 2000

achterbahnDen Studenten Alan Parker erreicht eine schlechte Nachricht: Seine Mutter liegt nach einem Herzinfarkt im Krankenhaus. Obwohl sein Auto kaputt ist, möchte er es sich nicht nehmen lassen, sie sofort zu besuchen. Dazu will er die gesamte Strecke trampen.

Nachdem zwei Autofahrer ihn bereits ein gutes Stück mitgenommen haben, geht er gerade an einem Friedhof vorbei, als ein dritter Autofahrer anhält und ihn mitnimmt. Trotz des seltsamen Geruchs im Wageninnern steigt er ein, muss aber im Laufe der Fahrt feststellen, dass er das Auto mit einem Toten teilt…

Man kann sich drüber streiten, ob dieses nicht mal 100 Seiten lange Geschichtchen eine Kurzgeschichte oder doch schon eine Novelle ist. Wie dem aus sei – das hat den Ullstein-Verlag nicht davon abgehalten, diese Story als einzelnes Buch herauszubringen und seinerzeit immerhin knapp 7 Euro dafür zu verlangen.
Noch im Okay-Bereich, wenn die Geschichte das wert ist. Nun, das ist sie leider nicht! Achterbahn ist wirklich stinklangweilig und lange nicht in der Lage, als einzige Geschichte ein Buch zu tragen.
Ich meine, wie platt ist das bitte. Der Typ latscht an einem Friedhof vorbei und der nächste Autofahrer, der anhält, ist ein Zombie. Wow.
Was das Ganze mit der Achterbahn („The Bullet“) zu tun hat, vor der Alan als Kind mal Angst gehabt hat, hat sich mir leider auch nicht so ganz erschlossen. Das ist wieder so ein Beispiel für Catchphrases oder Metapher, die Stephen King fast in jeder Geschichte einführt und dann bis zum Erbrechen auf die Spitze treibt. Bei „Sie“ ist das Afrika, bei „Dolores“ ist es „trick me twice, shame on me“, bei „Friedhof der Kuscheltiere“ ist es „Der Acker im Herzen eines Mannes ist steiniger“ etc.pp. Hier steht die Achterbahn nun metaphorisch für Herausforderungen – in diesem Fall die Herausforderung des Zombies für Alan, entweder anstelle seiner Mutter zu sterben oder sich selbst zu retten, indem er seine Mutter zum Tode verurteilt.
Ich habe mit sowas immer Probleme. Das ist einfach gegen die Spielregeln: Ein Geist/Zombie/Dämon kann nicht einfach jeden x-beliebigen Menschen aufgabeln und vor eine sadistische Wahl stellen, dafür muss dieser sich in irgendeiner Weise verpflichtet oder schuldig gemacht haben!
Leider ist Achterbahn damit für mich durchgefallen. Die Story ist zu beliebig, der Horror vorhersehbar und die Charaktere platt. Die Tatsache, dass die Story auch noch einzeln als Buch erschienen ist, ist dabei das Tüpfelchen auf dem i und schlicht Geldmacherei.

Fazit: Wirklich nur für Fans!

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5 Gedanken zu “Bücher-ABC 2013: A wie Stephen Kings „Achterbahn“

  1. Punti findet „Achterbahn“ ja ganz gut… 🙂

    Ich finds allerdings auch dreist: das wurde doch vor der offiziellen Veröffentlichung von King als kostenloses ebook angeboten, dann kams zunächst in eine der Kurzgeschichtensammlungen und wurde dann nochmals als einzelnes Buch aufgelegt, wobei der Roman preislich ja bei der Kurzgeschichtensammlung liegt. Aber die Geschichte ist in beiden Fällen komplett identisch, also nicht, dass der „Einzelroman“ nochmal überarbeitet oder ergänzt worden wäre. Das ist echt nur Leser-Verarsche. :/

    Wir haben übrigens sogar die DVD hier; die Verfilmung ist sehr geschichtengetreu, aber halt auch eher so: wenn du die halbe Nacht ganz üble Splatterfilme geschauen hat, ist das eher ruhiger Grusel, um wieder herunterzukommen. 😉

    • Deutschland war auch das erste Land, dass dieses „Buch“ als solches aufgelegt hat. Schon ziemlich dreist!

      Davon ab fand ich es aber, wie gesagt, einfach zu langweilig. Als ich den Namen des Hauptcharakters raussuchte (soweit geht mein Gedächtnis dann doch nicht ^^) sah ich auch, dass es inzwischen einen Film gibt, aber ob ich mir den je ansehen werde…

  2. Pingback: [Halloween-Special] Der King (und seine fünf besten Kurzgeschichten) | robins urban life stories

  3. Dieses „Buch“ fehlt in meiner Sammlung (zumal die Story ja wie erwähnt in einer Storysammlung enthalten ist). Aber den Film fand ich auf anspruchslose Art recht gut gemacht. Kann man sich mal (wieder) ansehen.

  4. Pingback: Montagsrezension: C wie Stephen Kings “Colorado Kid” | robins urban life stories

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