Fastenzeit, ein ebenso guter Grund wie jeder andere…

Mein werter Kollege David hatte gestern – ich arbeitete –  eine besondere Challenge angenommen. Er feierte „Gegenteiltag“ und schüttete sich diverse Biere in den Schlund. Und das am Aschermittwoch!

Naja. Ein Großteil von Deutschland frönt dagegen seit gestern den gepflegten Masochismus und versucht, diverse Laster einzustellen oder zumindest zu verringern. Als gutes katholisches Mädchen mache ich da natürlich mit.

„Wie, Fastenzeit?!“ keuchte Mitbewohner Mattes hysterisch, als ich ihm an Faschingsdienstag, während er zusah, wie ich meine berühmten, käsetriefenden Tortellini alla Panna zubereitete, mitteilte, dass diese meine letzte Sünde vor der Fastenzeit darstellen sollten. Dieses arme Heidenkind… (naja, eigentlich ist er sogar ebenfalls katholisch. Aber das macht’s ja nur noch schlimmer.)

Leider muss ich schmerzlich eingestehen: Seit meiner letzten Ankündigung zur Umstellung meiner Ernährung ist tragischerweise nicht allzu viel passiert (allerdings habe ich auch nicht wieder zugenommen – man muss auch über Kleinigkeiten dankbar sein). Mein Vorhaben, mir wöchentliche Essenpläne zu schreiben, habe ich nach der geschilderten Woche wieder völlig auf Eis gelegt. Man muss nämlich wissen, wann man verloren hat, und das hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon von Anfang an.
Ich kann nämlich nicht alles auf einmal. In diesem Fall hieß das: Erstmal meinen Tagesrhythmus wieder in Griff kriegen, bevor ich auch nur daran denke, eine Ernährungsumstellung anzupeilen. Wie soll ich nach Essensplan leben, wenn ich körperlich sowie zeitlich kaum in der Lage bin, einkaufen zu gehen?! Und ich mich Tag für Tag wie ein Zombie durch die Uni schleppe und die Minuten zähle, wenn ich mich endlich wieder zuhause kraftlos auf die Couch schmeißen kann?!

Eine Baustelle nach der anderen. Mein letzter Versuch, durchzumachen hatte ja leider nicht besonders geklappt, weil ich wohl trotzdem zu spät schlafen gegangen bin. Jedenfalls war ich am nächsten Tag erst nach ein Uhr wieder wach. Keine guten Voraussetzungen, um abends zeitig im Bett zu liegen!
Es ging also noch drei Wochen so beschissen weiter. Drei Wochen, in denen ich mich permanent fühlte wie ausgekotzt. Schließlich hatte ich die Schnauze voll und machte WIEDER durch – allerdings mit erheblich mehr Erfolg (dieses Mal lag ich nämlich schon um 22 Uhr im Bett!) und dieses Mal von Samstag auf Sonntag. Da ich samstags arbeiten musste (und sogar nur deswegen meine frühe gegen die späte Schicht tauschte – meine Kollegin freute sich!), hab ich dabei sogar Geld verdient. Besser gehts doch nicht.

Tja, und dem folgte dann eine absolute Powerwoche, in der ich früh schlafen ging und sogar völlig freiwillig früh wieder aufstand. Ich war wie ausgewechselt! – und war sogar insgesamt 6 (SECHS) Mal beim Sport! UND ES WAR GEIL!!! Zumindest meistens (ich werde noch berichten…).

Also:
Tagesrhythmus – Check!
In Sport hinein geschnuppert – Check!
Ernährungsumstellung – jetzt bist DU dran!

Die Fastenzeit ist als Grund genauso gut wie jeder andere, um jetzt endlich komplett durchzustarten. An Karneval habe ich aber auch wirklich neue Tiefpunkte erreicht. Fast hätte ich mich mit einem sechszehnjährigen Mädchen geprügelt (okay, sie war ein großmäuliges, freches Miststück und hätte es verdient gehabt, aber trotzdem). Dann habe ich, ohne es wirklich zu wollen, insgesamt zehn Shots geklaut… einfach nur, weil es so leicht war:/ Und das hat die Fahrt nach Hause (vier Stunden Zug, allein und volltrunken und depressiv, ein wirkliches Vergnügen) auch nicht besser gemacht.

Wirklich Anlass genug, mal auf die Bremse zu treten…

Die Fastenzeit endet am 30. März und ist im letzten Jahrhundert erfreulich frei interpretierbar geworden. Man muss nicht fasten im ursprünglichen Sinn, damit das zählt. Auch jeder andere Verzicht oder Verbesserungsvorschlag für das eigene Leben ist okay.

Daher: Während der Fastenzeit, so möchte ich es zumindest versuchen, darf ich nicht öfter als einmal die Woche feiern gehen. Damit handle ich sogar in bester katholischer Tradition, denn jeder Sonntag während der Fastenzeit ist fastenfrei. Da kuckt ihr! Davon hat meine Oma auch nie was gesagt.
Ich werde das aber so legen, wie ich Bock habe. Also vermutlich schon aufs Wochenende, aber nicht gerade auf Sonntag.
Auch Süßigkeiten sollen verbannt sein. Und dazu eben Ernährungsumstellung mit fünfmal am Tag essen, wenig Fett und Kohlehydrate etc. pp.
Zusätzlich dazu, weil das so gut geklappt hat: Sport. Dazu passt, dass endlich Semesterferien sind und ich genügend Zeit habe, um so richtig durchzustarten und auch die Kurse zu besuchen, die zuvor zeitlich wegen der Uni nicht passten. In dieser Hinsicht bin ich hochmotiviert, denn bereits nach meiner ersten Powerwoche ging es mir fantastisch… von einem kleinen Abstecher ins Krankenhaus abgesehen *hust* Aber davon erzähle ich auch noch.

Ich habe mir mal eine Liste gemacht mit allen Sportangeboten von Fitnessstudio und Uni, die ich potentiell besuchen könnte.  Das Ergebnis ist geradezu angsteinflößend. Theoretisch könnte ich zwanzig Stunden die Woche mit Sportkursen füllen (es wäre sogar noch mehr, wenn sich nicht manches überschneiden würde). Das entspricht ca. 16 Kursen, dazu gehört Badminton, Aerobic (verschiedene Angebote im Fitti sowie an der Uni), Zumba (auch hier Fitti und Uni), Kickboxen, Fußball, Bodyforming etc.

Njoah. Das ist ja schon ein bisschen viel, ne. So für den Anfang und überhaupt. Außerdem werde ich wegen der Arbeit auch nicht immer so ganz fit sein. Nur: Wie viel soll ich mir aufhalsen veranschlagen?

Ich sage knallhart: 10 Stunden. Weil Ferien sind. Und ich ohnehin in der Zeit, in der ich zuhause bin, nichts ordentliches mache, auch wenn ich tatsächlich mehr als genug für die Uni zu tun hätte, selbst bzw. vor allem jetzt in den Ferien. Das kann böse werden, aber ich kann es auf jeden Fall schaffen. Zumindest jetzt mal als Versuch in der Fastenzeit (danach ist ja eh bald wieder Uni).

So, meine Fasten-Vorsätze also nochmal in der Zusammenfassung:

– Ernährungsumstellung nach dem bekannten Prinzip
– nix Süßes
– Alkohol und Feiern nur einmal die Woche
– Super-Power-Sportprogramm

Die Ernährungsumstellung wurde schon in die Wege geleitet (den Aschermittwoch feierte ich mit Äpfeln, Erbeer-Joghurt-Shake und Brühe, als Einstieg), das Sportprogramm beginnt dagegen erst nächste Woche, da ich gestern und heute damit beschäftigt war, diversen Dozenten nachzurennen und das Wochenende komplett arbeiten muss.

Mal sehen, ob das was wird. Bis zum Ende der Fastenzeit werde ich euch jeden Fastensonntag die neusten Entwicklungen mitteilen😉

PS: Ach ja, heute ist/war ja Valentinstag. MEIN Gegenteiltag:

Ach, Quatsch… ich wünsche dem Geiste dieses Tages entsprechend allen lieben Menschen, die mich lesen, viel Liebe und Freude in ihrem Leben.

Außer meinem Ex, dem wünsche ich hartnäckige Diarrhoe.

3 Gedanken zu “Fastenzeit, ein ebenso guter Grund wie jeder andere…

    • Kürzlich, ja – bis vor drei Monaten😉 Das war der „emotionale Roundhouse-Kick in die Fresse“, von dem ich auf meinem anderen Blog berichtet habe und der mich dazu brachte, Reset zu drücken.

      Es ist schon härter, bis 3, 4 Uhr zu arbeiten, wenn ich nach meiner Zeitumstellung jetzt eigentlich gewöhnt bin, um 2 Uhr im Bett zu liegen. Aber machbar. Und da sich der Körper ja schnell an sowas gewöhnt, werde ich nach einer langen Schicht auch nicht mehr nachmittags wach, sondern so um 11, 12 Uhr. Dann habe ich zwar weniger Stunden geschlafen, aber weil es einfach noch schlauchender ist, 8 Stunden zu schlafen und erst wach zu werden, wenn es schon wieder dunkel wird, geht es mir damit sogar besser.
      Ich hoffe nur, das bleibt so. Heute hab ich Spätschicht…

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