In eigener Sache: Help!

Mich treibt gerade eine Frage um, da dachte ich, die geb ich doch an euch weiter, vielleicht könnt ihr sie mir ja beantworten…

Ich war vor der vorlesungsfreien Zeit den Ferien bei meinem Dozenten, der meine Examensarbeit betreuen soll und stellte ihm mein Thema vor. Er war ziemlich unterwältigt. Tja… was daran liegt, dass er von dem Thema keine Ahnung hat (seine Worte, nicht meine).

Jedenfalls hat er mich angewiesen, das Thema auf ca. drei, vier Seiten zu exzerpieren. Ich soll das Thema umreißen, herausarbeiten, warum es wichtig sei und schon meine Literatur vorstellen. Letzteres hoffentlich nicht schon komplett, denn ich melde die Arbeit erst im Sommer an und habe demnach noch nicht viel Literatur gesucht (wobei ich aber weiß, wo ich sie finde – yay!). Ich hoffe, dass er das auch nicht verlangt.

Ich denke, ich kann ihn ohne große Schwierigkeiten davon überzeugen, wie interessant das Thema ist und warum es wert ist, bearbeitet zu werden (ist es nämlich BEIDES!), allerdings habe ich noch nie ein Exzerpt geschrieben und bin mir jetzt sehr unsicher. Im Grunde ist das ja in diesem Fall nur eine ganz persönliche kleine Auflistung über die Relevanz des Themas und meinen voraussichtlichen Unterpunkten. Darf ich da ausnahmsweise mal „ich“ schreiben? Und ihn direkt ansprechen? Und muss ich auch hier schon Quellen angeben und Fußnoten machen oder das Ganze einfach runterschreiben und meine Literatur am Schluss hinzufügen?

Ich bin mir schlicht nicht im Klaren, wie wissenschaftlich das jetzt schon zu sein hat. Folgt es haargenau den selben Standards wie die spätere Examenarbeit oder sind hier die Regeln lockerer? Denn bewertet wird es ja nicht, es soll ihm ja nur zeigen, warum ich das machen will…

Ich bin verwirrt, konfus und völlig hilflos! Was denkt ihr, vor allem die, die schon mal etwas exzerpieren mussten? Habt ihr Tipps, Tricks, Anmerkungen, die Nummer von Guttenbergs Ghostwriter? Immer her damit 🙂

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10 Gedanken zu “In eigener Sache: Help!

  1. Hi Robin

    „Im Grunde ist das ja in diesem Fall nur eine ganz persönliche kleine Auflistung über die Relevanz des Themas und meinen voraussichtlichen Unterpunkten.“

    Exzerpt steht also in diesem Fall für eine kurze Darstellung des Themas, der Relevanz des Themas, des vorläufigen Aufbaus der Arbeit und einiger wichtiger Quellen, wenn ich das richtig verstanden habe.

    Ich musste sowas zum Glück nicht vorher schreiben, bei mir hatte es ausgereicht das Thema mit meinem Prüfer zu besprechen.
    Zudem können sich die Erwartungen von Dozenten bei einer solchen Sache eventuell in bestimmten Aspekten unterscheiden, daher ist es vermutlich nicht möglich vollständig sichere Tipps zu geben, wenn man den Dozenten nicht selbst kennt.

    Ich würde aber sagen, dass es in einer solchen Situation fast immer am besten ist, es so „wissenschaftlich perfekt“ wie möglich zu machen. Das wäre jedenfalls das, was meine damaligen Dozenten in einem solchen Fall sicherlich erwartet hätten. Alle meine Dozenten haben auf die Einhaltung wissenschaftlicher Standards stets Wert gelegt.

    Ich würde also nicht „ich“ schreiben, auf direktes Ansprechen deines Dozenten verzichten, Quellen angeben, falls es sich nicht vermeiden lässt auch Fußnoten angeben und ein Literaturverzeichnis am Schluss beifügen.
    Ich würde es also quasi gestalten wie eine Kurz-Hausarbeit – nach den gängigen Standards wissenschaftlichen Arbeitens.
    Das macht m.E. den besten Eindruck, wirkt professionell, vermittelt Motivation und Engagement und könnte idealerweise dazu beitragen auch deinen Dozenten zusätzlich zu motivieren.
    Nur die geforderte Länge solltest du am besten nicht zu stark überschreiten, manche Dozenten lesen nicht so gerne mehr als nötig.

    Davon abgesehen, streng an alles halten, was dein Dozent gesagt hat. Alles, was er drin haben will, muss auch rein. Der von ihm gewünschte strukturelle Aufbau sollte eingehalten werden.

    Komplette Literaturangaben kann er wohl kaum ernsthaft von dir verlangen, erstens ist es dafür viel zu früh, zweitens kann man zwischendurch jederzeit auf weitere relevante Literatur für ein Thema stoßen. (Ob es diesbezüglich besondere Regelungen in deinem Studiengang gibt, kann ich natürlich nicht wissen, bei mir gab es keine.)
    Da er, wie du sagst, wenig Ahnung vom Thema hat, wäre es aber auf jeden Fall sinnvoll ein paar wichtige Standardwerke zum Thema zu erwähnen, (so dass er dann die Möglichkeit hätte, diese selbst zu Rate zu ziehen, falls er sich weitergehend informieren will).

    • „Ich musste sowas zum Glück nicht vorher schreiben, bei mir hatte es ausgereicht das Thema mit meinem Prüfer zu besprechen.“

      Hätte er ein bisschen mehr Zeit gehabt, hätte das sicher auch gereicht 😦

      Das Problem ist, ich kanns nicht so wirklich „wissenschaftlich perfekt“ machen, weil ich die Literatur ja noch größtenteils nicht gelesen habe. Ich kenne mich bei dem Thema zwar durchaus aus, aber Zitate kann ich ihm leider zu diesem Zeitpunkt nicht liefern. Es sind praktisch nur Ausgangsthesen, von denen ich zwar sicher bin, dass sie in der Arbeit bestätigt werden, aber bis es soweit ist, sind es halt nur Thesen.

      Naja… einfach mal schreiben, ne?

      „Nur die geforderte Länge solltest du am besten nicht zu stark überschreiten, manche Dozenten lesen nicht so gerne mehr als nötig.“

      lohol… kein Problem 😀

  2. Relevante Inhalte in eigenen Worten, dazu Quellenangabe. Das Ganze in strukturierte Gedankengänge, die am Ende zu Deinem Thema führen.
    Perfekt wäre, wenn das Exzerpt schon die Struktur Deiner Arbeit andeuten könnte. Mit kurzen Zitaten aus grundlegender Literatur belegen, andere Sichtweisen, Argumente dagegenstellen. Damit die Bedeutung des Themas belegen.
    Ich würde auch schon im Stil der späteren Arbeit schreiben. Dann bekommst Du dazu vielleicht auch schon eine Rückmeldung.

    Viel Glück!

  3. Mal ganz blöd gefragt: Kannst du ihn nicht selbst fragen? Ich meine, er wird am besten wissen, was für Vorstellungen er an ein Exzerpt hat.

    Vielleicht kannst du ihn auch um ein Beispiel Exzerpt bitten. Ich wette, das ist ja nicht das erste, was er bekommt.

    Imho:

    Direktes Anschreiben, würde ich auch lassen. Wenn du von dir redest, höchstens am Ende, wenn du in der Konklusion schreibst, was dich am meistens an dem Thema interessiert und motiviert.

    Literaturangaben sind am Anfang niemals komplett.

    Ansonsten kenne ich wissenschaftliche Arbeiten so: Fußnoten, nur wenn tatsächlich inhaltliche Ergänzungen nötig sind, die nicht in den Fließtext kommen. Faktenaussagen, Referenzen und Zitate mit Quellenangaben belegen, wobei eine Quellenagabe ein Verweis auf den entsprechenden Eintrag im Literaturverzeichnis ist. Ich persönlich würde jede Literatur die du aufführst auch inhaltlich in der Ausarbeitung referenzieren, damit auch klar wird, warum du das als Literatur anbringst.

    Keine Panik. Studieren ist zum Großteil trial and error.

    • Ich kann ihn leider nicht fragen 😦 Nur wenige Tage nach unserem Erstgespräch ist er abgedüst in die USA und kommt erst zurück, nachdem ich mich für die Examensarbeit schon vorgemeldet haben muss… deshalb muss das alles auch auf postalischen Wege vonstatten gehen!

      Danke für deine Hinweise. Dann sollte ich das Ansprechen wohl doch lassen. Ich werde einfach einen Brief beilegen, um der Höflichkeit Genüge zu tun…

      Aber das mit den Fußnoten ist wohl wirklich überall anders. Wir machen IMMER Fußnoten, zu JEDER Literaturangabe. Im Fließtext kommt da gar nichts rein… finde es ehrlich gesagt auch besser so…

      • Das ist die Harvard Notation – in meinen Augen ein Geschwür, welches sich leider immer weiter in wissenschaftlichen Arbeiten ausweitet. Ich selbst habe mir damals extra ein Seminar gesucht um der zu entgehen aber mit dem Bachelor/Master kommt sie leider immer weiter auf :/ Im Endeffekt ist sie das selbe wie die Fußnote, allerdings kostet sie beim Lesen und Schreiben deutlich mehr nerven, da sie den Lesefluss unnötig stört 🙂

      • @praktikon

        „Im Endeffekt ist sie das selbe wie die Fußnote, allerdings kostet sie beim Lesen und Schreiben deutlich mehr nerven, da sie den Lesefluss unnötig stört.”

        Ich will an der Stelle mal unverbindlich anraten, Software zu benutzen, die die Referenzen selbstständig generiert. Das schont generell die Nerven.

        (In der Informatik benutzen wir nicht die Haward-Notation, sondern schlicht ein numerisches Kürzel bsp. ‚[12]‘, das auf den Literatureintrag verweist. Zumindest kommt das am häufigsten vor; ist vermutlich ein Latex-Erbe.)

  4. Klingt eigentlich eher nach einem Exposé als nach einem Exzerpt, was du da schreiben musst – der Unterschied ist der, dass man in einem Exposé ein Projekt vorstellt, während Exzerpt nur ausführliche Notizen zu einem (Fach)Text sind, die aber dicht am Text bleiben. Quasi eine Kurzzusammenfassung. Und damit will ich dir nicht unterstellen, du hättest es falsch verstanden, ich bin eher gerade selbst ein bisschen verwirrt. Exzerpiert hab ich immer für meine Seminararbeiten wie blöd, aber das waren dann eben Lesenotizen und Inhaltszusammenfassungen zu Quellen.
    Beim Expose kommt es wohl eher darauf an, neutral zu bleiben (hier in Leipzig durften wir „ich“ verwenden, solange es sehr sparsam geschah, aber das ist ja überall anders), und sich auf Relevanz, Ziele der Darstellung und die dazu notwendigen Gedankengänge zu konzentrieren. Außerdem die Methodik kurz vorstellen und begründen, warum gerade die und keine andere…. allerdings ist das aus der Ferne schwer zu beurteilen, unsere Profs hatten alle andere Ansprüche und haben deswegen meistens vorher Kriterienkataloge ausgegeben. Aber solltest du Korrekturleser brauchen, stehe ich gern zur Verfügung.

    • Je länger ich drüber nachdenke, desto sicherer bin ich mir, dass er tatsächlich Exposé gesagt hat… und ich erinnere mich auch noch daran, wie ich meinem Mitbewohner davon erzählte und er mich fragte, was ein Exposé ist… also hatte ich das schon richtig verstanden, nur irgendwann zwischendrin vergessen… ohhhh Mann *langsamineineeckekriechundvorschamsterbe*

      Exposé, Exzerpt, Essay… wer blickt da noch durch? Ich offensichtlich nicht 😦

      Naja, peinlich, aber gut, dass ich das angesprochen habe. Besser mich hier blamieren als bei meinem Dozenten 😦

  5. Hi! Aus meiner Erfahrung (Magisterarbeit/Zula) würde ich sagen, dass Du das Thema als solches objektiv, also ohne „ich“ präsentierst, aber wenn Du den von Dir gewählten Schwerpunkt angibst, kannst Du durchaus von Dir reden, da Du Dich ja auf Deine wissenschaftlichen Prioritäten beziehst. Fußnoten sind in einem Exposé afaik gar nicht nötig, aber Du solltest anhand der bereits gelesenen Bücher den Forschungsstand darstellen und/oder auf diesbezügliche wissenschaftliche Kontroversen eingehen. Sollte Dein Prof zum Thema IRGENDETWAS veröffentlicht haben, baue es in die Literaturliste ein, auch wenn es nur ein paar Allgemeinplätze sind. Nenne Deine Lieraturliste am besten „Bibliographie (Auswahl)“ oder so, dann kann er Dir keine Vorwürfe machen, wenn seiner Meinung nach wichtige Werke fehlen.
    UND: Mach` Dich nicht zu sehr verrückt. Ich kenne zwar nur die bayerische Prüfungsordnung, aber wahrscheinlich ist es auch anderswo so, dass die Arbeit im Vergleich zum restlichen Examen nur wenig zählt. Hebe Dir also noch etwas Energie auf!

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