Für mehr Katholizismus in den Weltreligionen!

TSCHÜSS!!!

TSCHÜSS!!!

Tja, da haben sie sich wieder mal in ihrer Kirche verrammelt und die ganze Welt starrt auf einen blöden Schornstein.

Nicht nur in Tagen wie diesen ist es irgendwie nicht leicht, die katholische Kirche zu mögen, zumal sie einem ja leider genügend Gründe zum Meckern liefert. Von allen Seiten prasselt Kritik auf sie ein (u.a. auch von mir). Überraschenderweise ärgert mich das ein bisschen. Ich entstamme einer katholischen Familie und bin mit dem ganzen Scheiß aufgewachsen. Bevor ich in den Kindergarten ging, musste ich erst zu Mutter Maria beten und als ich in die Grundschule kam, natürlich ebenso. Das nervte mich ganz besonders, weil wir, in der Schule angekommen, dann gleich nochmal beten mussten (mir ist natürlich erst Jahre später bewusst geworden, dass sowas in einer staatlichen Schule vermutlich überhaupt nicht erlaubt ist). Dasselbe, bevor es wieder Richtung nach Hause ging. Und, logischerweise: Vorm Schlafengehen war auch nochmal beten angesagt. Dazu: Jede Woche Kirche, bis ich 12 war.

Trotz dieser Folter ärgern mich viele Vorwürfe, die gegen die Kirche erhoben werden. Gerade von Protestantenseite (da, wo ich herkomme, nur abfällig „die Evangelischen“ genannt). Es scheint manchmal so, als hätte noch nie ein Mann ein Kind ungebührlich berührt, der nicht gleichzeitig geweihter katholischer Priester war – was nun mal leider, leider Schwachsinn ist. Auch waren die krassesten Fanatiker, die ich – sporadisch – in den letzten Jahren kennen gelernt habe, NIE katholisch… ich denke da vor allem an meine Spanischnachhilfelehrerin, die einer Freikirche angehörte und glaubte, die Bibel wäre ein Tatsachenbericht…!

Auch wenn ich außer auf dem Papier nicht mehr katholisch bin, ist es dennoch mehr als nervig, ständig von allen Seiten Dinge zu hören, die den Eindruck erwecken, mein in die Wiege gelegter Glaube wäre der Antichrist persönlich, während alle protestantischen Strömungen wie reinweiße brave Lämmchen daher kommen und sich furchtbar viel auf ihren antisemitischen Frauenhasser einbilden, dem sie ihr Dasein verdanken. Und ja, damit meine ich Mr. Luther.

Dabei gibt es etwas, was den Katholizismus von anderen christlichen Strömungen grundsätzlich unterscheidet, ja, sogar von den anderen abrahamitischen Religionen, etwas, was im Katholzismus einfach eindeutig besser ist als im Protestantismus, im Judentum und im Islam.
Was, sowas gibt’s nicht? Oh doch!

Weil wir eine so überaus politisch interessierte WG sind (und niemand aufstehen wollte, um die Fernbedienung zu holen), sahen wir uns vor vielen, vielen Wochen die ziemlich verkorkste Islamismus-Debatte bei Sandra Maischberger an.

Effektvoll drapiert auf dem Couchtischchen (bei Maischberger, nicht bei uns) folgendes Spiegelcover:
spiegel-gott
„So – ein – Scheiß,“ spottete ich, als ich das Cover entdeckte. „‚Der stärkere Gott‘? Wir haben doch alle denselben.“
Mein konfessionsloser Hipster-Mitbewohner Hä-te laut, also erklärte ich ihm, dass Gott, Jahwe und Allah im Prinzip alles nur Namen für den selben Obergott darstellen, da ja alle drei Weltreligionen auf Abraham als Stammvater zurück gehen.
Mein konfessionsloser Hipster-Mitbewohner glaubte mir nicht. Überraschung. Also musste ich mal wieder voll investigativ tätig werden, sprich, Wikipedia anschmeißen!

Und dort erfuhr ich unglaubliches. Ich hatte sowohl Recht als auch Unrecht (Schrödingers Robin!). Gott, Jahwe, Allah – all das IST derselbe Gott.

Aber NUR für Katholiken.

Ich war völlig von den Socken, wie verständig mir mein verhasster disturbedKindheitsglaube plötzlich erschien. Mit sowas kann man ja auch aus dieser Ecke wirklich nicht rechnen!
Ich meine, der Vorteil einer solchen Regelung liegt ja auf der Hand: Wenn alle Anhänger der abrahamitischen Religionen der Meinung wären, dass alle anderen Gläubigen ja auch die einzig wahre Omnipotenz anbeten, man sich aber nur in Detailfragen uneins ist, dann hasst es sich gleich viel schlechter, ne? Ich meine, der Name, die Propheten, der Messias… wen kann das schon groß stören, solange der Obermotz derselbe ist?

Ich meine, MIR könnte das ja egal sein. Ich bin ja Neuheidin. Aber trotzdem, irgendwie erfüllt es mich mit einer Art grimmigen Befriedigung, dass es wenigstens eine Sache gibt, welche die katholische Kirche, die Kirche meiner Kindheit, nicht versaut hat. Sondern alle anderen.

Jetzt müssten das nur noch die Katholiken wissen. Meine Oma, zum Beispiel, die weiß es nicht.

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