Ein neues Nest für Robin

(Diese Artikelüberschrift ist nur halbwegs lustig, wenn man Englisch kann!)

Mein Umzug ist beendet und während ich dies schreibe, lehne ich mich an meine Matratze.

Ähm, an die Matratze lehnen? Wie geht denn das, wenn man sitzt?

Ganz einfach: Ich bin zwar aus meiner alten Wohnung AUSgezogen, aber das bedeutet noch lange nicht, dass ich in die neue gänzlich EINgezogen bin. Doch vielleicht sollte ich gaaaanz von vorne anfangen…

Zu meiner großartigen Freude hatte ich es gegen alle Wahrscheinlichkeit doch noch geschafft, einen Umzugswagen zu organisieren. Diesen sollte ich am Samstag zur Verfügung haben, weshalb ich Dave als Hilfe für eben diesen Tag bestellte.
David, mein lieber Kollege, konnte leider nicht helfen. Der tourt nämlich gerade mit seiner Freundin in Asien rum. Hat er sich mal schön aus der Affäre gezogen, der Schlingel!

Jedenfalls, das hieß, spätestens Freitag mal so langsam meine Sachen zusammen zu suchen. Ich hatte mir Kartons besorgt und war gerade schon fast mit der Küche fertig, als mein zu diesem Zeitpunkt Noch-Mitbewohner Moritz auftauchte.
Der konnte mir übrigens auch dieses Mal nicht helfen. Ich weiß nicht, ob das nur meine exklusive Meinung ist, aber irgendwie dachte ich immer, wenn man einen neuen Mitbewohner kriegt, hilft man beim Einzug und auch wieder beim Auszug. Moritz findet wohl nicht. Als ich damals mit meinem Stiefvater und einem Auto voll Sachen ankam, saß er in der Küche und frühstückte (es war nach Mittag). Nachdem er sich hatte dazu breitschlagen lassen, bei meiner Couch mit anzupacken und er mich daraufhin angesehen hatte, als hätte ich von ihm seinen erstgeborenen Sohn verlangt, verschwand er in seinem Zimmer und ward nicht mehr gesehen. Tja. Später ist mir dann klar geworden, dass in solchen Fällen „Mann“ nicht automatisch „stärker“ heißt und ich trotz meines Geschlechts vermutlich etwas mehr Beef im Bizeps habe als ein kleiner magerer Hipster, der selbst in voller Montur und tropfnass noch 10 Kilo weniger wiegt als ich.

Jedenfalls erwartete ich auch dieses Mal keine Hilfe und bekam auch keine. Er war samstags nämlich gar nicht da. Dafür aber halt Freitagabends – und schnüffelte in den Schränken rum.
„Hast du ALLE Töpfe mitgenommen?! Das sind aber nicht ALLES deine Töpfe?!“
Mein Stressbarometer sprang direkt an. Dieser Tonfall! „Doch, das sind meine Töpfe, aber es sind ja noch welche da.“
Er kuckte grummelig und schwieg. Dabei sind das WIRKLICH alles meine Töpfe. Und es sind auch nicht ALLE, sondern nur zwei: Einen mittelgroßen und einen ganz kleinen, perfekt für eine einzelne Packung Maggisuppe oder ein Becher Kakao. Dazu ein kleines Pfännchen. Jetzt nicht so arg viel, oder?
Tatsächlich war nicht mehr viel da, als ich die Küche abgegrast hatte. Offensichtlich gehören 90% der Gläser mir und die Hälfte der Becher. Aber tja, ich hab auch mal ziemlich lang allein gewohnt, da braucht man halt Zeug, ne? Ich kann ja nichts dafür, dass die Jungs sich bisher all ihren Hausrat geteilt und deshalb selbst nicht so viel haben.

Aber es musste weiter gehen und tatsächlich schaffte ich es an diesem Abend noch, all meinen Krimskrams zu verpacken. Weil sich die Kartons als nicht sehr stabil erwiesen und es ohnehin praktischer für Bücher ist, dachte ich irgendwann: „Die Dame von Welt zieht mit Plastiktüten um!“ – und so war es dann auch.

Ich stapelte alles im Wohnzimmer. In meinem Zimmer befand sich nur noch das Zeug, das ich nicht alleine schleppen konnte, sowie mein Schrank. Mattes, Noch-Mitbewohner Nr. 2, hatte ganz erstaunt gefragt, wie ich den denn aus meinem Zimmer raus bekommen will.
Die Lösung ist denkbar einfach: Auseinander bauen. So hab ich ihn ja schließlich auch rein bekommen: in Einzelteilen. Als könnte man so einen Schrank in einem Stück rausschleppen, ohne dass er auseinander bricht *ankopffass*

Aber Moritz schlief schon und das Auseinanderbauen hätte Krach gemacht, also beschloss ich, das Auseinanderbauen auf den nächsten Morgen zu vertagen und stellte mir den Wecker.

Ich verschlief.

Gerade noch rechtzeitig wurde ich wach, um mich anzuziehen und den bestellten Wagen abholen zu gehen. Dafür musste ich ins tiefste Industriegebiet fahren und durfte letztendlich noch eine halbe Stunde zu Fuß gehen, weil der blöde Busfahrer mir eine falsche Haltestelle genannt hat.

Zu spät und voll im Stress nahm ich den Schlüssel für den Transporter entgegen. Dann saß ich völlig erstarrt in dem Ding drin.

Fuck, ist das groß! All meine jahrelange von meiner Familie geschürte „FAHR BLOSS DAS AUTO NICHT KAPUTT ICH KANN MIR KEIN NEUES MEHR LEISTEN UND FAHR NICHT SO SCHNELL UND NEIN DEIN COUSIN DARF DAS AUTO FAHREN ABER DU NICHT ES BEDEUTET GAR NICHTS DASS DU NOCH NIE EINEN UNFALL HATTEST“-Panik stürzte mit einem Mal auf mich ein. Hatte ich da in dem Vertrag wirklich etwas von 1000 Euro Selbstbeteiligung im Schadensfall gelesen? Und warum hat das Ding keinen Rückspiegel!?!? (kurz darauf: Ach ja, is ja ein Transporter. Natürlich hat der keinen Rückspiegel. Würde man ja sowieso nix sehen. Haha… grmpf.)

Es nützte nichts, irgendjemand musste das Ding fahren und außer mir war keiner da. Also startete ich den Motor, ruckelte vom Parkplatz und schlängelte mich durch den höllischen Stadtverkehr, den ich in dieser Ecke der Stadt vorher noch nicht mal mit einem normalen Auto zu Gesicht bekommen habe, weil ich ja leider keins habe.
Trotzdem kam ich tatsächlich unbeschadet vor meiner neuen Wohnung an, wo Dave reinsprang. Inzwischen hatte ich mich entspannt und fühlte hinter dem Lenkrad langsam tatsächlich so was wie ein Machtgefühl in mir aufwallen. Verdammt riesige Karre – und heute ist es MEINE!!!

Wir waren bei meiner alten Wohnung angekommen. Doch wie es dort weiter ging, wie der eigentliche Umzug ablief – das erzähle ich euch morgen *kähä*

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5 Gedanken zu “Ein neues Nest für Robin

  1. Klingt richtig interessant 😀 Hachja, Mitbewohner.. ich glaube, dass die dich zwar loskriegen wollten, aber nicht gerade ihre letzte Kraft dafür rauben wollten. Kleine Vollspakkos. Naja, was solls 😀 Du bist jetzt umgezogen und ich freu mich auf einen weiteren Teil deines Umzugs, da es sicher noch spannender wird als bis jetzt gedacht!

  2. Menno, du kannst doch nicht einfach aufhören, wenns spannend wird! 😀
    Aber deine Mitbewohner sind echt doof. Ich hätte denen noch mehr Töpfe weggenommen! Und so! 😀
    Weißt du schon, wer nach dir einzieht? Sowas find ich auch immer spannend, vor allem dann, wenn man merkt, dass die Chemie ohnehin nur minimal stimmt.

    Auf jeden Fall freu ich mich, dass du nun schon in deiner neuen Bleibe bist und bin seeeehr gespannt, was du noch zu berichten hast :3

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