DIY: Batik-Shirts! – Das Ergebnis

Hier also die Resultate meines letztwöchigen Batikwahns!

Erstmal noch was zum Farbbad. Dieses sollte aus ca. 3 Litern fast kochendem Wasser bestehen, in dem die Shirts mindestens 20 Minuten, eher aber länger (bei meinen letzten Versuchen habe ich die Shirts glaube ich gerne auch mal über Nacht dringelassen) drin bleiben.

Danach nehmt ihr sie raus, ohne zu sehr euer Interieur zu versauen, und wascht sie mit warmen Wasser aus, bis die Shirts keine Farbe mehr verliert, das Wasser also klar ist. Wenn ihr mit mehreren Farben färbt, solltet ihr darauf achten, dass die auszuwaschende Farbe nicht auf die noch weißen oder schon gefärbten Stellen läuft.

Jap, das Auswaschen ist definitiv das Ätzendste an der ganzen Sache. Aber dann kommt endlich die Belohnung!

Fangen wir mit Shirt 1 an, das einfarbig lila gefärbt wurde:
Lila

Bei dem musste ich nicht mehr tun, als das verschnürte Päckchen ins Farbbad zu schmeißen. Und: Ich mag das Ergebnis! Das Muster gefällt mir sehr und ist viel gewollt unregelmäßiger als bei meinen Versuchen als Teenager. Daher sieht es nicht so dilettantisch aus wie damals!

Rückseite

Rückseite

Einzig die Farbe könnte etwas knalliger sein (es ist in Echt tatsächlich mehr violett als auf dem Bild, aber nicht viel), aber leider war das das einzige Lila, das ich finden konnte. Trotzdem, nicht schlecht!

Damit direkt weiter zu Shirt 2, welches ja für Kollegin Johanna sein sollte. Die abgebundenen Zipfel, entschied ich, sollten rot sein, der Rest dunkelgrün. Damit das zu bewerstelligen war, band ich die Zipfel am unteren Ende locker zusammen und ließ sie ins Farbbad hängen. Nachdem das erledigt und die Farbe ausgewaschen war, das selbe nochmal umgekehrt – also der Rest des Shirts ins grüne Farbbad.grünrot
Als ich die Schnur abdröselte und das Ergebnis ausbreitete, dachte ich erst mal „Wow!“. Das Muster sah weitaus cooler aus (wie meistens übrigens – das ist das Schöne am Batiken!), als ich es mir vorgestellt habe!
Schade finde ich nur, dass das angebliche Scharlach doch leider eher Rosa ist, was aber vielleicht mein Fehler war, weil ich das Shirt nicht lange genug im Farbbad ließ, und mir das dunkelgrün zu viel dunkel ist und zu wenig grün. Naja. Dieser erste Versuch soll ja auch mal dafür da sein, zu sehen, wie sich die Farben tatsächlich auf Stoff machen.

Shirt 3 ließ sich leichter färben, als ich dachte. grüngelbrot„Die Wurst“ hing brav im Farbbad und machte überhaupt keine Anstalten, aus Versehen reinzurutschen. Ich färbte von unten nach oben, also zuerst rot, dann gelb, dann grün.
Joah. Eigentlich genau der Effekt, den ich erreichen wollte! Hat wirklich besser geklappt als erhofft. Ein wenig unzufrieden bin ich höchstens mit dem Grün, denn dieses Saftgrün erscheint mir überhaupt nicht saftig. Und beim nächsten Mal werde ich die Abstände doch mal genauer abmessen. Ich weiß, sowas fällt den meisten überhaupt nicht auf, aber dass der rote Bereich so viel breiter ist als der gelbe und der grüne macht mich fast wahnsinnig.

Shirt 4 sah nass so richtig knallig aus. Das hatte AUCH was, aber dennoch war ich froh, dass das Ergebnis trocken dann doch eher so aussah, wie ich mir das vorgestellt hatte. Halt helle, schöne Frühlingsfarben!
blaugrün
Da soll noch einer behaupten, Türkis wäre grün! Ich mag dieses Blau sehr, das Grün etwas weniger. Vielleicht sollte ich mich doch noch mal nach einer anderen Firma umsehen. Alle Grüntöne wirken auf mich irgendwie ein wenig schmutzig!
Trotzdem ist das, glaube ich, fast mein Lieblingsmuster. Diese Trennung in der Mitte hat genau so geklappt, wie ich mir das vorgestellt habe. Ein cooler Effekt! Das werde ich auf jeden Fall nochmal probieren.

Shirt 5 ist definitiv am knalligsten geworden. Azur, aber sowas von!
rotblau
Auch hier habe ich alle Zipfel locker zusammen gebunden (allerdings nicht alle erwischt, wie man sehen kann, aber das finde ich nicht schlimm) und so ins Farbbad gehängt. Dieses Mal habe ich den Stoff länger im roten Farbbad gelassen, weshalb die Farbe auch kräftiger wurde. Die farbliche Zusammenstellung gefällt mir sehr! Einfach ein wunderschönes Blau. Leider ist blau die einzige Farbe, die mir nicht so wirklich steht -.-

Last, but not least: Kommen wir zu Shirt 6, Flamedas meinen Mitbewohnern am besten gefallen hat. Nachdem ich das verschnürte Shirt gelb gebatikt hatte, öffnete ich es wie gesagt und verschnürte es auf andere Weise erneut, allerdings ein wenig kleiner (es sollen ja gelbe Stellen übrig bleiben). Leider habe ich vergessen, diesen Zwischenschritt zu dokumentieren *grmpf*

Rückseite

Rückseite


Als ich das Shirt nach dem roten Farbbad öffnete dachte ich erst „Scheiße“. Im nassen Zustand sah es so aus, als wäre es fast komplett nur rot. Aber dann trocknete es und… naja, sieht jetzt halt so aus! Ich würde das nicht unbedingt Flammen nennen, aber es ist auf jeden Fall sehr fresh! Das möchte ich noch wahnsinnig gerne in anderen Kombinationen (gelb/dunkelblau, gelb/grün, hellblau/mittelblau, hellgrün/dunkelgrün etc.pp.) ausprobieren.

Und so wurde daraus
Basic

DAS:
Alle

Und dabei behauptet meine Oma immer, ich würde nur Schwarz tragen!!

Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, ob die Shirts die erste Wäsche überstehen. Laut Packung der Farben kann man die Shirts jetzt bei 40 Grad waschen, aber das bezweifle ich eigentlich. Vielleicht probiere ich das mal beim violetten Shirt aus, weil ich das am leichtesten wieder nachmachen kann, falls es das nicht überlebt. Ansonsten würde ich eher zu Handwäsche tendieren, zumal man diese Shirts eigentlich, wenn man sie schon in der Maschine wäscht, einzeln waschen sollte, was ja wohl maximal unökologisch ist.

Insgesamt bin ich mit meinem Projekt eigentlich sehr zufrieden und werde es vermutlich wiederholen, weil es einfach Spaß macht. Das Ergebnis war nicht immer so wie ich es mir vorgestellt habe, doch kam immer etwas hübsches dabei raus. Oder, naja… was sagt ihr dazu?

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DIY: Batik-Shirts! Yay!

Als kürzlich für ungefähr fünf Minuten Frühling war, dachte ich an schöne Dinge wie Sonne, Wärme und Farben. Und bei letzteren führt meine Assoziation dann unweigerlich zu folgendem: BATIK!!!

Oft habe ich mich in der Vergangenheit, vor allem während einer kleinen Hippiephase, an dieser unterschätzten Kunstform versucht, doch ist das letzte Mal bestimmt schon über zehn Jahre her *schluck* Schön finde ich Batik aber immer noch, auch wenn ich kein Hippie mehr bin (und wohl auch nie war).

Ich denke, mein Entschluss, meinen Kleiderschrank mit Batikshirts zu füllen, rührt vor allem daher, dass ich mir selbst verboten habe, mir neue T-Shirts zu kaufen, bevor ich nicht wieder in einige meiner alten (und teilweise praktisch ungetragenen) reinpasse. Der pure Horror für mich, sind T-Shirts doch mein Sammelobjekt Nummer Eins!
Von Batik steht aber nichts in dieser strikten Anweisung an mich selbst :mrgreen: Daher war beschlossen: Ich werde wieder batiken! Und weil ich erst kürzlich gelernt habe, wofür die Abkürzung „DIY“ steht (nämlich für „do it yourself“. Clever!!), möchte ich euch daran teilhaben lassen.
Mir kam nämlich zu Ohren, dass Batik diesen Sommer in ist. Jedenfalls habe ich ein paar Models damit über den Laufsteg flanieren sehen. Das hat meine Freude kurz getrübt, aber naja :/ Bin ich halt ungewollt Trendsetterin. Bis jetzt habe ich allerdings noch kein Batikzeug im H&M rumhängen sehen, also war das vielleicht doch nur eine Falschmeldung…

Batik sollte jeder kennen. Neben dem etwas aufwendigeren Wachsbatiken, bei dem der Batikeffekt dadurch entsteht, dass man bestimmte Stellen des Stoffes mit Wachs praktisch „versiegelt“, so dass keine Farbe drankommt, ist vor allem das Batiken durch Wickeln und Verschnüren sehr angesagt. Eben dieser altbewährten Methode wollte ich mich bedienen.
Dieses Mal wollte ich zum ersten Mal den Schritt wagen und mit mehr als einer Farbe pro Shirt batiken. Das habe ich zuvor noch nie gemacht. Außerdem habe ich mich bewusst dazu entschlossen, mir keine Wickeltechniken online anzusehen, sondern selbst mal ein bisschen rumzuprobieren. Die Möglichkeiten sind praktisch grenzenlos!

Erstmal musste natürlich das passende Equipment her:
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Das Wichtigste sind natürlich die Farben. Diese solltet ihr in jedem gutsortierten Bastelladen finden! Leider musste ich feststellen, dass es die Marke, die ich früher immer benutzte, und die wirklich ohne Untertreibung an die 100 Farben zur Auswahl hatte, wohl nicht mehr gibt. Das ist schade. Aber wie man sieht, gibt es Alternativen. Ich konnte mich letztendlich nicht so wirklich entscheiden, bin dann ein kleines bisschen ausgerastet und habe wie man sieht einfach mal alle Farben gekauft, die mir gefielen. Diese Päckchen kosteten ca. 1,50 € pro Stück, die etwas größeren Pakete ca. 2,50 €, wobei die für eine größere Menge Stoff geeignet sind und schon spezielles Färbesalz (das soll für Farbechtheit sorgen) beinhalten. Für die kleineren Päckchen kaufte ich also noch Färbesalz.
Außerdem braucht ihr eine Rolle Jutekordel zum Abbinden und, nicht im Bild, ein Behältnis zum Färben.

So, natürlich sind jetzt noch Objekte der Verschönerung vonnöten. Batiken kann man praktisch alles von Shirts über Longsleeves bis zu Hosen, Taschen, Tüchern oder Gardinen. Zu Bedenken gibt es hierbei nur weniges:
– Der Stoff darf nicht so fluffig sein (sonst nützt das Abbinden nichts, die Farbe erreicht trotzdem alle Stellen)
– Der Kunstfaseranteil des Stoffes sollte einen bestimmten Prozentsatz nicht übersteigen, da von diesen keine Farbe angenommen wird. Auf den kleinen Päckchen steht, bis zu 20% Kunstfaser sei okay, das halte ich aber für etwas sehr optimistisch. Ich würde zu nicht mehr als 5% greifen. 100%ige Baumwolle geht natürlich auch, diese gerät aber gerade durch die doch etwas heftige Behandlung, die man ihr beim Wickeln etc. angedeihen lässt, schnell aus der Form.

Ich musste leider feststellen, dass es heutzutage praktisch unmöglich ist, nett geschnittene, reinweiße T-Shirts für Frauen zu kriegen. Zumindest offline. Wenn man sie anprobieren will, gibt es wirklich erstaunlich wenige günstige Alternativen!
Obwohl mir der Schnitt nicht hundertprozentig zusagt (warum bei Girlie-Tops immer diese extrem kurzen Ärmel?), habe ich schließlich einige Basic-Shirts von Clockhouse gekauft, für fast unschlagbare 2,50 € das Stück (ich will nicht wissen, wo und wie die hergestellt werden…!).

Zur Illustration:

Basic

Fünf für mich, eines für meine Kollegin Johanna!

Nun wird zur Tat geschritten. Ich hatte mir vorher schon ein wenig Gedanken darum gemacht, welches Design die einzelnen T-Shirts haben sollten und natürlich auch über die Farben.

ein unförmiges Etwas

ein unförmiges Etwas

Shirt 1 war am einfachsten, weil es das einzige war, das ich einfarbig färben wollte, und zwar in Lila. Einfach mal zum Probieren, ob ich es noch kann.
Ich band also einen Zipfel in der Mitte ab, knüllte es zusammen und band einfach dort ab, wo ich Bock drauf hatte. Das Ergebnis war, wie gewünscht, ein unförmiges Etwas. So ist die Spannung am höchsten!

Johanna

Zipfel. hihi.

Shirt 2 habe ich meiner Kollegin Johanna praktisch aufgenötigt. Ich wollte einfach ein paar Versuchskaninchen haben, um halt genug Zeug zu haben, das ich ausprobieren kann!
Sie wünschte sich grün und rot. Wie auf dem Bild zu sehen nahm ich nun drei Zipfel des Shirts, band die zweifach ab und der großflächige Rest, der übrig blieb, ebenfalls einmal.

Reggae

ne Wurst.

Bei Shirt 3 wollte ich ein altbekanntes Design ausprobieren, nämlich ein schlichtes, quergebatiktes Shirt in den Reggaefarben grün, gelb und rot. Man könnte es auch das „Bring die Polizei dazu, dich an der Grenze ganz genau zu durchsuchen“-Design nennen. Dazu habe ich das Shirt einfach in der Mitte zusammengerafft (NICHT rollen oder falten, das gibt einen anderen Effekt, den ich allerdings noch nicht ausprobiert habe) und diese Wurst alle paar Zentimeter verkordelt.

Halbiert

quasi geviertelt.

Für Shirt 4 schwebte mir ein zweifarbiges Design in einem frühlingshaft hellen Blau und Grün vor. Dazu halbierte ich das Shirt über die Querachse (also in diesem Fall vom linken unteren Saum bis zum rechten Ärmel), band die Mitte großzügig ab und die so entstehenden Hälften ebenfalls noch einmal.

Blaurot

Zipfelchen.

Shirt 5 folgte im Prinzip dem selben Schema wie Shirt 2, nur dass ich hier nicht nur drei Zipfel abband, sondern viele kleine Zipfel (und diese auch nur einmal, nicht doppelt abband). Die Zipfel wollte ich gelb färben, den Rest dunkelblau. Mir schwebte ein diffuses Bild von irgendwie sowas wie „Sterne im Nachthimmel“ vor. Weil ich jedoch fürchtete, die Farben würden sich vermischen (was sie normalerweise tun) und an den Rändern dann grün werden, entschied ich mich für ein kräftes Blau und rot.

Flammen

ein noch unförmigeres Etwas.

Bei Shirt 6 wollte ich schließlich wieder etwas ganz anderes probieren: Übereinander färben! Dazu verschnürte ich das Shirt im ersten Schritt zu einem großzügigen Päckchen. Ich wollte das Shirt erst in gelb batiken, dann nach diesem ersten Farbbad öffnen, neu verschnüren und dann rot darüber färben. Mir wurde gesagt, das würde so eine Art Flammeneffekt geben. Und das geht mit allen hellen Farben wie gelb, und, äh… gelb.

Ernsthaft: Die Helligkeit der Farben kann man variieren, indem man das Farbbad mit mehr Wasser anrührt. Überhaupt ist es wichtig, sich beim Batiken an das zu erinnern, was man in der Grundschule über Farbenlehre und das Mischen von Wasserfarben gelernt hat (sofern man es überhaupt vergessen hat).

Das Färben kann beginnen! Bzw. habe ich, da ich ja einige Shirts praktisch gleichzeitig batiken wollte, mich erst mal hingesetzt und überlegt, in welcher Reihenfolge das vonstatten gehen soll. Die kleinen Päckchen sind nämlich für jeweils maximal 150 Gramm Stoff geeignet (was einem normalgroßen T-Shirt entspricht), die größeren, sofern man kräftige Färbungen erreichen will, für 50 Gramm mehr. Auch wenn sie recht günstig sind, ist es eine Sache der Ökonomie, auszubaldowern, welche Shirts ins selbe Farbbad gehören. Da ja meist nur ein Teil des Stoffes gefärbt werden sollte, kollidiert das auch nicht mit den Gewichtsvorgaben.

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Nachdem das erledigt war, konnten also Farbbäder angerührt werden! Wobei mich die Shirts, die ich nur zum Teil in einer bestimmten Farbe haben wollte, vor einige Probleme stellten. Es durfte ja nur der Stoff, der gefärbt werden sollte, im Farbbad hängen! Falls ihr das nachmachen wollt, habe ich eigentlich nur den Tipp an euch, einfach kreativ in der Problemlösung zu sein. Wie im Bild zu sehen habe ich z.B. der weiße Teil des Shirts einfach an irgendetwas festgebunden.

Nach dem Färben kommt dann der spannendste Teil des Batikens, der Teil, der mir auch am meisten Spaß macht! Und dieser wäre: das Öffnen der Shirts! Man kann meistens kaum erahnen, wie das Ergebnis wohl aussehen wird und wird daher regelmäßig überrascht! Und natürlich ist jedes Shirt immer ein Unikat!

Doch eben diesen Part der ganzen Chose, das wunderschön bunte Resultat… liefere ich euch morgen! Chrchr! :mrgreen: Bis dahin seid gespannt!

Spielereview: „Gloom“, ein gar vortrefflich Kartenspiel!

Ich bin ein Spielkind. Falls ihr das noch nicht wusstet, wisst ihr es jetzt!

Meine PSone liebte ich immer heiß und innig, aber auch Offline-Games, sprich: Gesellschaftsspiele aller Art sind meine große Leidenschaft. Ein geiler Spieleabend mit den richtigen Leuten würde ich fast einer Partynacht vorziehen!

Glücklicherweise befinde ich mich da in guter Gesellschaft. Meine Mitbewohner spielen ebenfalls sehr gerne und Tim, der Typ, bei dem ich früher immer gewaschen habe, ist sogar eine besondere Koryphäe: Kaum ein Monat vergeht, in dem er nicht ein neues Spiel anschleppt!

Seinen letzten Kauf hat er uns diese Woche präsentiert. Es handelt sich um Gloom, ein Kartenspiel mit wunderbar tiefschwarzen Humor!

gloom2
Prämisse: Düstere Gestalten wie aus einem Tim Burton Film bevölkern dieses Spiel. Verschiedene Familien (z.B. eine Zirkusfamilie, eine „Serienmörderfamilie“, eine „Verrückte Erfinder“-Familie) warten nur darauf, ins Unglück gestürzt zu werden. Und genau das ist die Aufgabe des Spielers!

Spielprinzip: Ziel des Spieles ist es, jeden einzelnen Charakter der dem Spieler anvertrauten Familie (die immer aus fünf Personen besteht) die größtmögliche Misere angedeihen zu lassen und sie dann umzubringen. lol. Gewonnen hat, wer am Ende, das erreicht ist, wenn die erste Familie komplett tot ist, am meisten Minuspunkte gesammelt hat!
Es gibt vier Arten von Karten:

Charakterkarten

Charakterkarten

– Die Charakterkarten: Jeder Spieler bekommt fünf davon, die zur selben Familie gehören, und breitet sie vor sich aus. Auf jeder Karte steht der Name des Charakters und ein paar lustige Informationen.

– Die Punktekarten: Diese hat man auf der Hand und sind dafür da, einen Charakter bzw. seinen Wert zu erhöhen oder zu verringern. Da es ja darum geht, seine Familie in das größtmögliche Verderben zu stürzen, legt man die Pluspunkte natürlich bei den anderen Spielern an! Da sämtliche Karten aus durchsichtigen Plastik sind (sehr nett, übrigens!), können sich Punkte auch addieren.

– Die Todeskarten: Diese Karten hat man ebenfalls auf der Hand und besiegeln, wie man sich denken kann, den Tod eines Charakters. Sie werden wie die Punktekarten auf die Charakterkarten gelegt, woraufhin diese (also die Charakterkarten) umgedreht werden, damit man sieht, dass der Charakter tot ist.

– Die Actionkarten: Auch diese Karten hält man in der Hand und spielt sie gemäß dem aus, was darauf steht: So gibt es Karten, die einen Toten wieder zum Leben erwecken können, Karten, die Charaktere aus dem Spiel ausscheiden lassen, Karten, durch die man neue Handkarten ziehen kann etc.pp. Was man damit tun kann, steht komfortabelerweise darauf!

Spielbeginn:
Jeder sucht sich eine Familie aus (ohne sich dabei gegenseitig an den Hals zu springen), legt diese Karten vor sich aus und zieht fünf Karten auf die Hand, die eben aus Punktekarten, Todeskarten oder Actionkarten bestehen können. Jetzt geht es eben erst einmal drum, Plus- oder Minuspunkte zu verteilen.

Spielverlauf:
Und hier zeigt sich die große Stärke, die absolute Genialität dieses Spiels! Denn es ist jetzt nicht so, dass ich ganz schnöde 10 Minuspunkte an einen meiner Charaktere anlegen kann (wir erinnern uns: Je weniger Punkte, desto eher der Sieg, nicht umgekehrt!) – nein, dazu muss ich eine Geschichte erzählen!

Auf den Punktekarten finden sich nämlich nicht nur Punkte, sondern sie tragen auch eine Überschrift. Diese kann zum Beispiel lauten „Wurde von einem Kredithai verprügelt“ oder „Heiratet sich nach oben“. Das erste Beispiel bringt Minuspunkte, das zweite Pluspunkte. Man kann praktisch jede Karte überall anlegen, doch gilt es, der Phantasie freien Lauf zu lassen und sämtliche auf den Karten genannten Prämissen logisch mit dem vorher Passierten zu verknüpfen!
Wie gesagt: Es geht darum, so viele Minuspunkte wie möglich auf seine eigenen Charaktere zu sammeln, gleichzeitig aber auf die anderen Spieler Pluspunkte zu spielen! Wie das nun genau aussieht, sei in einem Beispiel erklärt:

Ich spielte die „Verrückte Erfinder“-Familie, zu der eine bekloppte Professorin gehört, deren Mann als körperloses Gehirn in einem mit Flüssigkeit gefüllten Tank sein Dasein fristet und deren Tochter eine Schabracke mit Monobraue ist, die so hässlich ist, dass sie ihr einen Bräutigam versucht hat zu bauen, wobei der erste Versuch aus einem Teddybären mit freiliegenden Hirn besteht! Der fünfte im Bunde der Familie ist ein Totengräber, der Frau Professors sezierte Leichen entsorgt.

eine Punktekarte

eine Punktekarte

So, jetzt wird gespielt, aber wie gesagt: Geschichten dabei erzählen! Dies sieht dann zum Beispiel so aus:
Auf die Tochter der Familie spielte ich erst die Karte „Attackiert von einer Seekuh“, was Minuspunkte einbrachte. Mitbewohner David spielte daraufhin die Karte „Einen Drink nehmen“ und „In tiefen Schlaf fallen“, was beide Male Pluspunkte brachte. Jetzt war ich wieder am Zug und wollte eine starke Minuskarte ausspielen. Erzählt habe ich dann jenes (der erste Teil ist nur eine Zusammenfassung des vorher schon erzählten):

„Nachdem die bezaubernde Miss Melissa Slogar nun beim Lustwandeln im Tierpark von Greenwich schwer verwundet worden war und sich im Bestreben, ihre Schmerzen zu lindern, daraufhin dem Trunke ergeben hatte, schlief sie den seligen Schlaf der vermeindlichen Rekonvaleszenz, bis sie ihr eigenes heftiges Röcheln aus dem Traume riss. Unglücklicherweise war ihr entfallen, dass sie, die sie schon von Geburt an an einer schwächlichen Konstitution litt, dem Portwein, dessen berauschende Wirkung in so vortrefflicher Weise am Abend zuvor ihre Pein zu mildern im Stande gewesen war, unter gar keinen Umständen zusprechen sollte, zumal Alkoholika in jedweder Form tragischerweise nicht ohne Grund eine geradezu auszehrende Wirkung auf zarte Ladys und ihre Gesundheit nachgesagt wird. Eben jene kurze Schwäche des Fleisches, aus Schmerz und Agonie geboren, brachte nun ein Leiden zurück, dessen sie sich noch allzu gut erinnerte, war es doch ein altes Gebrechen ihrer Kindheit, welches sie endgültig überwunden geglaubt hatte, welches nun jedoch heimtückisch und mit aller Macht erneut zuschlug: Sie erkrankte an Tuberkulose!“

So kann eine Geschichte aussehen, und wie ihr seht: Es ist existenziell wichtig, was sage ich: geradezu UNERLÄSSLICH, sich einer altertümlichen und gar fürnehmen Sprache zu bedienen, befinden wir uns doch im viktorianischen England!!! (Das wurde gestern Abend zum beliebten Running Gag!)
Nee, um ehrlich zu sein ist das keine Regel. Aber so macht es mehr Spaß! :mrgreen:

Jeder darf während seines Zuges zwei Karten, egal welcher Art, ausspielen oder ablegen, und zieht am Ende seines Zuges wieder so viele Karten, bis er erneut fünf auf der Hand hat. So geht es dann reihum!

Fazit: Das Design der Karten ist lustig und schön schwarzhumorig, das Spielprinzip mal etwas völlig anderes! Wenn man darauf steht, Geschichten zu erfinden, was ich tue, und auch schräg und kreativ bei der Sache ist, was ich bin, dann ist dieses Spiel einfach nur der absolute Hammer! Wobei es wirklich nicht wichtig ist, ob man gewinnt, denn der Spielspaß ist auch so enorm.
Die Nachteile sehe ich darin, dass dieses Spiel bisher leider nur auf Englisch erhältlich ist, was es für (deutschsprachige) Kinder leider ungeeignet macht. Aber da sich auch auf den Karten einer recht hochgestochenen Sprache bedient wird, kann das selbst für Menschen, die gut in Englisch sind, recht problematisch sein. Unsere Lösung: Laptop neben das Spielgeschehen, Leo Dictionary anschmeißen! Darauf griffen wir im Zweifelsfall zurück.
Auch sehe ich die kleine Gefahr, dass sich nach einigen Runden die Geschichten wiederholen. Das sollte allerdings nicht der Fall sein, zumal es auch einige Erweiterungspacks gibt. Desweiteren sind auf allen Punktekarten unten auch Handlungsanweisungen zu finden, die dem Spielgeschehen eine weitere strategische Note hinzufügen. Diese haben wir dieses Mal nicht beachtet, weil wir das Spiel erst kennen lernen wollten, doch handelt es sich hierbei um eine weitere Facette, die eventuelle Abnutzungserscheinungen entgegen steht.
Was unkreative Mitspieler angeht, die sich keine Mühe geben: Einfach nicht mit solchen Leuten spielen!

Mein Urteil: Sapperlot, welch Pläsier! Einem vortrefflichen Spaß in geselliger Runde steht mit diesem famosen Spiel nichts im Wege. Ein Genuss, sowohl für den distinguierten Gentleman als auch das vorlaute Weibsbild! Also eilt geschwind zum Krämer! Cheerio!

Disclaimer: Ich bekomme für solch Lobhudelei übrigens kein Geld, hätte aber auch mit dem Gegenteil kein Problem :mrgreen:

Wo soll’s denn losgehen? – Jakobswegplanung óle!

Es steht fest: Auch dieses Jahr wirds für mich wieder eine Pilgerreise geben!

Wer mich schon länger verfolgt weiß, dass ich eine offizielle Jakobswegpilgerin bin. Wer mich noch nicht so lange verfolgt, ist jetzt hoffentlich angemessen schockiert!

Immer, wenn ich davon erzähle, ernte ich bei meinen Zuhörern haargenau die selbe Reaktion: „Du bist den Jakobsweg gegangen? Den GANZEN?“

… und dann muss ich immer lachen. Es gibt nämlich nicht DEN Jakobsweg, ganz im Gegenteil. Der Jakobsweg ist vielmehr ein Wegenetz, das sich durch ganz Europa zieht und gerade im Mittelalter die sicherste Reiseroute darstellte. jakobsweg Ich denke, damit ist klar, dass ich nicht den GANZEN Jakobsweg gepilgert bin!

Zwei Touren habe ich bis jetzt hinter mir, einmal 2010 im Heiligen Jahr und einmal letztes Jahr. Leider hat es letztes Jahr GAR NICHT geklappt. Erst hatte ich eine Sehnenentzündung im Fuß, die mich eine gesamte Woche aus dem Verkehr gezogen hat, was einfach nur die Hölle auf Erden war, und dann war der verdammte Weg auch noch völlig overcrowdet. Es macht keinen Spaß, nach 25-30 Kilometern am Zielort anzukommen und zu erfahren, dass die Übernachtungsmöglichkeiten für Pilger wieder mal ausgebucht sind.
Das ist übrigens nur die Schuld dieser drecksverdammten Sportpilger. Also Pilger, die den Weg nur wandern, weil er halt als gut ausgebautes Wegenetz existiert und sie das als sportliche Herausforderung betrachten. Natürlich IST der Jakobsweg eine sportliche Herausforderung, und nein, man muss um Himmels Willen nicht gläubig sein, um den gehen zu dürfen, aber wenn ich diese Assis an mir vorbei rennen sah mit ihrer funktionellen Sportkleidung für ein paar Hundert Euro, wie sie ohne nach rechts und links zu blicken über den Weg hetzen, ohne Interesse für die Geschichte, die Architektur, die Bedeutung des Ganzen und auch der spanischen Kultur, hätte ich jedes Mal brechen können!
Die Pilgerherbergen sind für die Pilger da. Aber diese Leute sind einfach nur… Wanderer. Pfui! Und als solche nehmen sie den Leuten die Plätze in den Herbergen weg, die auf sie angewiesen sind und sich keine Alternative leisten können. Deshalb sind die Herbergen ja auch so billig!

camino-dela-costa-karteUps… abgeschweift. Also: Nach meinen Erlebnissen vom letzten Jahr kommt der Camino de la Costa, der nördlichste Jakobsweg in Spanien, der Weg, den ich bei meiner ersten Tour gelaufen bin und der daher immer irgendwie MEIN Weg bleiben wird, leider nicht mehr in Frage. Ich hatte in meinem ersten Jahr wohl wirklich einfach Glück. Statt wegen des Heiligen Jahres (das ist übrigens ein Jahr, in dem der Tag des hl. Jakobs auf einen Sonntag fällt – in diesem Jahr darf Santiago de Compostela den erfolgreichen Pilgern als einer von nur vier christlichen Pilgerorten überhaupt auf der Welt eine komplette Absolution aller Sünden erteilen!) überfüllt zu sein, wie befürchtet, sind wohl wegen dieser düsteren Prophezeiungen wohl viele gleich auf dem Hauptweg, dem Camino francés, gestartet (eben jener ging  auch Hape Kerkeling). Daher war ausgerechnet im Heiligen Jahr wesentlich weniger los als letztes Jahr.

Nachdem ich mehrere Nächte hintereinander nur beschissene Schlafmöglichkeiten gehabt hatte und aus diesem Grund übermüdet, gereizt und weinerlich war, beschloss ich eines Tages spontan, auf die Hauptroute zu wechseln und schnappte mir einen Bus nach León. Dieser hat nämlich mehr und besser ausgebaute Herbergen, womit es fast unmöglich ist, keinen Platz zu bekommen, egal wie langsam man latscht.

Das ist allerdings schon der einzige Vorteil, der mir einfällt. Ich bin einfach kein Fan des Camino francés. Dieser ist viel mehr als der Camino de la Costa touristisch orientiert, weshalb man in den Bars am Wege unverschämte Preise bezahlen muss und dann trotzdem nichts ordentliches dafür bekommt. Ich erinnere mich immer noch mit Wut im Bauch an diese blöde Bar hinter dem Crúz de Ferro, die mir tatsächlich Fertigtortillas servierte!! Und dafür doppelt so viel verlangte wie für ne richtige, saugeile Tortilla im Norden!!
Auch gefällt mir die Landschaft nicht besonders. Vielleicht wird das dieses Mal anders sein, weil ich letztes Jahr direkt vom grünen Norden kam und der Kontrast einfach zu krass war, aber damals fand ich die Aussicht zum Kotzen. Es wirkte auf mich alles völlig tot, flach und langweilig.
Und natürlich: Das Meer fehlt *seufz*

Der Camino francés beginnt in Saint-Jean-Pied-de-Port, einem Ort kurz vor der spanischen Grenze, womit sich leider für mich, sollte ich da losgehen, direkt zwei Probleme ergeben:

1. Der Camino francés ist auf gut zwei Dritteln des Weges absolut flach wie ein Brett. Das fiel mir umso mehr auf, weil der Camino de la Costa das genaue Gegenteil ist. Das ist natürlich recht komfortabel, weil es sich bekanntlich gerade leichter wandert als auf oder ab.
ABER: Von St. Jean aus geht direkt die erste Etappe steil nach oben – über die Pyrenäen. Und das ist für den Anfang ziemlich scheiße! Der Körper muss sich erst an die ungewohnten Strapazen gewöhnen, sonst gibt’s diverse Wehwehchen. Und nach meinen Problemen vom letzten Mal will ich das auf gar keinen Fall riskieren!

2. Das klingt vermutlich saublöd, aber mir ist der Weg einfach zu kurz. 800 km sind es von St. Jean bis Santiago (der Camino de la Costa ist ca. 50 km länger) und das ist irgendwie lahm. 1000 km mindestens, das wärs! Allein, weil es sich so lässig anhört: „Ich bin 1000 km gewandert, Bitches!“ Außerdem habe ich im Sommer viel Zeit, vielleicht zum letzten Mal in meinem Leben, und das möchte ich ausnutzen!

Wo starten, welcher Weg?
So, und da diese gängige Variante ausscheidet, steh ich nun hier und habe fünf, ja, FÜNF mögliche Startpunkte und Routen! Damit ihr mal seht, wie knifflig so eine Planung sein kann, und weil es mir vielleicht hilft, die Vor- und Nachteile schwarz auf weiß vor mir zu sehen, hier meine Überlegungen bis jetzt:

Den Camino francés nach Frankreich hin verlängern
jakobswegfrankreichOffiziell heißt dieser Weg wie gesagt erst ab Saint-Jean-Pied-de-Port Camino francés, aber das heißt nicht, dass er dort erst beginnt. Aus Frankreich streben ganze vier Wege auf dieses kleine Örtchen zu. Aus technischen Gründen (sprich, die Anreisemöglichkeiten) habe ich das auf zwei Möglichkeiten eingegrenzt, nämlich den Via Turonensis ab Bordeaux oder den Via Tolosana ab Montpellier.
Vor- und Nachteile: Bordeaux würde ich Montpellier vorziehen, weil dieser Weg wenigstens so nahe am Meer entlang läuft, dass man es vielleicht ab und zu sogar riechen kann, und die Strecke ab Montpellier sehr bergig aussieht. Nur, selbstverständlich: Ausgerechnet für diesen Weg gibt es offensichtlich keinen Pilgerführer!
Der größte Nachteil ist allerdings, dass ich kein Wort Französisch spreche und daher eigentlich keinen Bock habe, in Frankreich zu wandern. Das ist ein fettes, fettes Minus, auch wenn diese Varianten meine erste Eingebung waren. Dennoch habe ich weiter gesucht und habe weitere Möglichkeiten in Spanien gefunden, die länger sind als der Camino francés.

Der Jakobsweg ab Barcelona
Diesen habe ich auf der Karte entdeckt und war sofort entzückt – doch offensichtlich hat der nicht mal einen Namen. Ich habe versucht, mehr Informationen darüber zu sammeln, aber dieser Weg scheint noch nicht so wirklich erschlossen zu sein. Keinen Namen, daher auch keinen Pilgerführer – das erscheint mir dann leider zu unsicher! Da nützt es nichts, dass der Weg wohl meine Kriterien die Weglänge betreffend erfüllt.

Der Jakobsweg ab Sevilla
viadelaplata Dieser Weg dagegen ist ganz genau 1003 km lang, was natürlich ideal wäre! Der Via de la Plata scheint zudem von den größten Pilgermassen, die ich ja nicht so prall finde, weitestgehend verschont. Also ne schöne Alternative!
Doch schnell sollte mir gezeigt werden, warum er so einsam ist. In Sevilla und noch viele Kilometer weiter werden es im Juli/August bis zu 50 Grad. Fünf.zig.Grad. Dazu kaum Schatten und verbrannte Landschaft. Und da muss ich sagen: Der Mensch, oder zumindest ich, ist für solche Temperaturen nicht geschaffen. Das würde ich schlichtweg nicht überleben! Daher scheidet dieser Weg, jedenfalls für diese Jahreszeit, definitiv AUS!

Der Jakobsweg ab Valenciacaminodelevante
Dies ist nun die fünfte und jüngste Möglichkeit, die mir offenbart worden ist. Der Camino de Levante beginnt in Valencia, macht erst mal nen lustigen Schwenker und führt dann quer durch Spanien, bis er in Astorga (da war ich schon!) auf den Camino francés trifft. Insgesamt ist er mit diesem Wegstück bis Santiago 1200 km lang und scheint wettermäßig milder zu sein (heißt: bis 35 Grad *hust*)
Ich muss sagen, dass mir diese Route bis jetzt am besten gefällt! Der einzige Nachteil, und der ist leider doch schon erheblich, ist die Länge der Etappen. Während es auf dem Camino francés ständig und auch schon nach wenigen Kilometern immer wieder Herbergen gibt, scheint diese Versorgung auf dem Camino de Levante noch nicht gegeben zu sein. Allein die erste Etappe ab Valencia ist 35 km lang, was gerade für den Anfang viel zu viel ist. Wie gesagt, ich hatte letztes Mal erhebliche Schwierigkeiten mit den Füßen, deshalb will ich mich auf gar keinen Fall überanstrengen! Abbrechen kommt nicht in Frage.
Doch da kann ich überlegen, ob es vielleicht möglich ist, einige der längsten Etappen per Bus etc. abzukürzen. Das ist zwar sehr verpönt, doch das ist mir ehrlich gesagt egal. Ich bin bei meinem ersten Camino 800 km gewandert, obwohl ich sehr untrainiert bin, ich muss mir also von niemanden sagen lassen, dass ich keine richtige Pilgerin sei!

Wie ihr seht, ich so eine Pilgerschaft planungsintensiver als man so gemeinhin denkt. Dennoch hoffe ich, mich bald entscheiden zu können, um meine Anreise zu regeln und mich schon ein bisschen in Vorfreude zu aalen.

Hilfreich ist mir dabei, dass dieser Camino auf gar keinen Fall so schlimm werden kann wie der letzte!

This is how I work

So, Prüfungsstress ist rum, zumindest für die nächsten paar Monate. Endlich wieder Zeit zum Schreiben!
Aber ach, knapp eineinhalb Wochen ohne Bloggen (ja, auch der Beitrag gestern war schon länger fertig), praktisch ewig… ob ichs überhaupt noch kann? Was ist… was ist, wenn ich was falsch mache?! Oder üperhaubt nischt märr schraipen kan?!

Naja, erst mal ganz behutsam wieder annähern… sich langsam wieder ans Bloggen gewöhnen… und was wäre da als Mittel besser geeignet als eine hübsche Blogparade?
Isabella hat eine solche gestartet und die ist dazu noch voll meta: Eine Blogparade übers Bloggen. Cool cool cool, da muss ich doch mitmachen und mich dazu gesellen!

Bloggerinnen-Typ:
Alltachszeuch, Bücher und Filme, bisschen Feminismus, den ein oder anderen Wutanfall… und demnächst vielleicht noch ein bisschen DIY (das Wort habe ich jüngst gelernt!!).
Außer, es wird scheiße, dann natürlich nicht.

Gerätschaften digital:
Was Isabella an dieser Stelle schreibt, klingt für mich wie klingonisch. Technik und ich, der ewige Kampf. Jedenfalls hab ich ein Netbook, das ich heiß und innig liebe *streichel* auch wenn es schon ziemlich durch aussieht und mehrere Tasten fehlen (ich wollte es halt mal richtig sauber machen). Es ist… äh… ein Eee PC und, äh… Windows XP ist drauf und, äh… mehr weiß ich darüber nicht. Ach ja, und es ist mittlerweile schon gut 4 Jahre alt, läuft aber immer noch super. Klein, robust, bisschen dick und unzerstörbar – wie ich!

Gerätschaften analog:
Ich hatte mal eine Kladde, die ich zum Schreiben benutzt habe, aber inzwischen schreibe ich eigentlich nur noch auf meinem Netbook, weil ich meine eigene Schrift kaum lesen kann. Und da ich mein Netbook eigentlich überall mit rumschleppe passt das.
Weil meine Kamera wieder funktioniert (musste mir ein neues Akkuladegerät kaufen), gibts demnächst auch mal Bilder!

Arbeitsweise:
Umso konzentrierter, je höher der Angepisstheitsfaktor. Zu jeder Tag- und Nachtzeit!

Welche Tools nutzt du zum Bloggen, Recherchieren und Bookmark-Verwaltung?
Irgendwie komme ich mir immer dilettantischer vor…
Ich schreibe hier meist direkt auf WordPress, außer ich bin unterwegs und habe kein Internet, dann habe ich eine Datei für Blogsachen. Das Internet ist auch so ziemlich das einzige, was ich bis dato zum Recherchieren gebraucht habe. Die Bookmark-Verwaltung (ich musste googlen, was das überhaupt ist *grmpf*) erledigt WordPress für mich (bei Blogs von WordPress – Überraschung) und ansonsten merke ich mir einfach, was mir gefallen hat.

Wo sammelst du deine Blogideen?
Die gibt es glücklicherweise überall. Als ich anfing zu bloggen hatte ich Angst, dass mir ziemlich schnell nichts mehr einfallen wird, aber inzwischen denke ich sogar immer öfter: „Das wär doch ein Blogartikel wert.“
Mit dem, was ich noch geplant habe, komme ich locker übers nächste Jahr. Dazu gesellt sich natürlich immer wieder neues. Sei es nun ein blödes Alltagserlebnis, Idioten im Internet oder irgendeine interessante gesellschaftliche Debatte – Nachschub gibts immer!

Was ist dein bester Zeitspar-Trick/Shortcut fürs Bloggen/im Internet?
Ähm. Ich bin jetzt nicht gerade für mein gutes Zeitmanagement bekannt. Aus jüngster Erfahrung kann ich allerdings sagen: Ein paar ständig abwesende Mitbewohner, die man nicht so wirklich leiden kann, sind coolen, witzigen und interessanten Mitbewohnern eindeutig vorzuziehen, wenn man effektiv bloggen will. Weil, letztere halten einem von allen ab durch so Schrecklichkeiten wie gemeinsam kochen, lachen oder spielen. Diese bösen Buben.

Benutzt du eine To-Do List-App? Welche?
Ich benutze keine einzige App, weil ich kein Smartphone habe und auch sonst immer noch nicht genau weiß, was eine App eigentlich ist. Eine To-Do-List, wenn ich denn eine brauche, mache ich ganz klassisch so, wie sie einst erfunden worden ist: Indem ich sie einfach schreibe. Entweder auf nen Zettel oder hier bei WordPress.

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät ohne das du nicht leben kannst?
Mein Stopfgerät. Denn ohne das könnte ich mir meine Zigaretten nicht leisten. Man stelle sich diesen Horror vor! Zumal ich beim Bloggen wirklich eine nach der anderen wegquarze.

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?
Zigaretten stopfen. Ich kenne zumindest niemanden, der das schneller kann als ich.
Und sonst? Ich kann mich besonders schön aufregen. Und irgendwie habe ich auch so das Gefühl, dass ichs irgendwie mehr so mit Logik hab als viele andere, die mir so über den Weg laufen.

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?
Die Musik, die ich gerne höre, ist von hinten bis vorne so großartig, dass ich nicht anders kann als mitzusingen und mitzuwippen. Und weil es sich dabei leider nicht so gut schreibt, höre ich beim Bloggen – exakt – nix!

Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Lerche?
Eule, aber sowas von. Allerdings jetzt im Frühling (harhar… heul) nicht so schlimm wie im Winter, wo ich nie vor 5 Uhr ins Bett kam und irgendwie nie richtig müde, dafür aber auch nie richtig wach geworden bin! Momentan schlafe ich spätestens um 3 Uhr, außer ich muss arbeiten, und bin spätestens um 11 wieder wach. So gefällt es mir, so könnte es bleiben!

Eher introvertiert oder extrovertiert?
Teils, teils. Ich glaube, von Natur aus bin ich extrovertiert, nur hat das Leben mich verschlossen gemacht… Deshalb merkt man das jetzt nur noch, wenn ich supergut drauf bin oder voll.

Wer sollte diese Fragen auch beantworten?
Alle.

Der beste Rat den du je bekommen hast?
„Wenn dir was anbrennt, mach die Küchentür bitte zu“ – Mitbewohner Dave, gerade eben. Das hat meine ganze Welt verändert!

Noch irgendwas wichtiges?
Wenn ein Blogbeitrag in einem Forum verlinkt wird und den jeder dort supergut findet, dann sagt das doch bitte auch der Blogbetreiberin. Also, nicht dass ihn jeder supergut findet, sondern dass IHR, die ihr ihn dort verlinkt gesehen habt, ihn supergut fandet, sofern ihr ihn denn supergut fandet. Nur so als Info, weil ich das diese Woche hatte. Dann freut die sich und ihr habt ne gute Tat vollbracht. Und dafür sind Kommentare schließlich da!
Und natürlich: *klick*

Bücher-ABC 2013: C wie Stephen Kings „Cujo“

Stephen King – Cujo
Cujo, 1981 (Deutsch 1983)

cujoDonna Trenton macht sich mit ihrem Auto, das nicht mehr so richtig läuft, und ihrem kleinen Sohn auf zur abgelegenen Farm der Cambers, um den Hausherren darum zu bitten, sich das Auto mal anzusehen. Dort angekommen, ist von den menschlichen Bewohnern keine Spur zu sehen – dafür wird sie jedoch sofort von dem riesigen Bernhardiner Cujo attackiert, der eigentlich ein grundgutes Hundchen ist, sich aber nach einer unentdeckten Tollwutinfektion in ein zähnefletschendes Monster verwandelt hat, der zu diesem  Zeitpunkt schon zwei Männer zerfleischte.

Natürlich kann sie nicht flüchten, weil just in diesem Moment das Auto völlig den Geist aufgibt. Eingesperrt im Wagen, während draußen sommerliche Temperaturen herrschen, ohne Wasser und mit einem kleinen Kind, das in der mörderischen Hitze immer schwächer wird, muss Donna erkennen, dass sie nicht auf Hilfe von Außen hoffen kann, da ihr Mann auf Geschäftsreise, die Farm offensichtlich verlassen und niemand weiß, wo sie ist. Sie muss sich bald entscheiden, ob sie sich der Bestie stellt und ihr Leben riskiert, um ihren Sohn zu retten…

Cujo, das Buch, benannt nach dem Hund mit dem ziemlich dämlichen Namen also. Ich habe erst etliche andere Bücher von Stephen King gelesen, bevor ich dieses in die Hand nahm, was daran lag, dass mich die Story einfach nicht so wahnsinnig interessiert hat. Am Ende habe ich es ehrlich gesagt nur gelesen, weil es zu dem Teil seiner Bücher gehört, die in der Kleinstadt Castle Rock spielen, ein Örtchen, das wohl jedem Kingfan ein Begriff ist (und wer jetzt an die Filmproduktionsfirma „Castle Rock Entertainment“ denkt… ja, die hat sich eben nach dieser fiktiven Stadt benannt).

Und weil das so ist, fühlt man sich jedes Mal als neue fast so, als kehre man heim. Man kennt einen Teil der (Neben)Charaktere bereits, kann mit etlichen anderen Stadtbewohnern, die lediglich erwähnt werden, was anfangen und hat die Stadt im Kopf schon als Modell aufgebaut.

Cujo bildet indes den dritten Teil dieses sogenannten Castle-Rock-Zyklus, weshalb in den Büchern, die danach spielen, auch immer wieder Verweise auf die geschilderten Ereignisse getätigt werden. Daher sollte man dieses Buch, sofern man gründlich sein will, auch lesen.

Wobei es sich leider nicht sonderlich lohnt. Wie gesagt – die Story hat mich nicht großartig interessiert, tatsächlich war aber der Teil, der sich dem Überlebenskampf Donna Trentons gegen den wildgewordenen Bernhardiner widmet, dennoch überraschend packend. Beklemmung zu erzeugen ist Stephen Kings Spezialität,  ebenso wie sein großes Geschick dafür, eigentliche Nebensächlichkeiten zum wahren Horrorelement hochzustilisieren (das Schlimmste an Donnas Gefangenschaft im liegengebliebenen Auto ist im Grunde nicht Cujo, da der ja nicht reinkommen kann, sondern die unerträgliche Hitze). Auch sind hier einige Passagen aus der Sicht von Cujo selbst geschrieben, was ich immer (er ist nicht der einzige Hund, der jemals bei Stephen King das Wort erhält) recht amüsant und auch ganz authentisch finde,  obwohl natürlich keiner weiß, was und wie Hunde eigentlich denken.

Die Nebenhandlung allerdings, die sich mit den Eheproblemen von Donna und Mrs. Camber befasst, fand ich beim ersten Lesen zum Gähnen langweilig. Vielleicht müsste ich das Buch nochmal lesen (tatsächlich ist es auch eines der King-Werke, die ich nur ein einziges Mal gelesen habe), aber damals war Donnas Fremdgeherei und die Tatsache, dass sie diese mit einem Typen vollzog, der sich hinterher als das größte Arschloch überhaupt entpuppt, nicht gerade dazu angetan, die Figur für mich sympathisch zu machen. Zusammen mit Mrs. Camber soll sie wohl in der Art, wie sie mit ihrem Ehemann umgeht, sowas wie einen Chiasmus darstellen (Donna Trentons Mann ist ein fürsorglicher Vater, aber ein bisschen langweilig und abwesend, weshalb sie fremdgeht, aber auf keinen Fall die Ehe beenden will… Farmer Camber ist ein gewalttätiger Typ, der seinen Sohn verdirbt und so in seiner Frau den Gedanken an Scheidung weckt). Das war mir irgendwie too much und wäre bei der Geschichte, in der es schließlich vor allem um eine tollwütige Bestie gehen soll, zu vernachlässigen gewesen.

Dennoch: Allein schon, weil man als Kingfan einfach erfahren MUSS, was mit dem sympathischen, in späteren Werken fast als Lichtgestalt erscheinenden Sheriff Bannerman passiert, sollte das Buch gelesen werden. Und wer die Verfilmung von 1983 gesehen hat, die Vorlage aber nicht kennt, sollte sich das auch mal antun, da der Film nämlich in einem ganz entscheidenden Punkt dieser widerspricht und Stephen King aus dem Grund viel Hass einstecken musste, da die Filmversion in dieser  Hinsicht besser ankam. Was das ist, wird natürlich nicht verraten, chrchr.

Stephen King war übrigens mal alkoholkrank und in diese Zeit fiel der Roman. Daher kann er sich absolut nicht mehr dran erinnern, ihn geschrieben zu haben…

Bücher-ABC 2013: C wie Stephen Kings „Carrie“

Nicht wundern: Ich bin immer noch voll im Lernmodus. Aber das hier hat eh auf seine Veröffentlichung gewartet!

Hä, Bücher-ABC?

Stephen King – Carrie
Carrie, 1974 (deutsch 1977)

carrieDas Leben der sechzehnjährigen Carrie White ist ein Alptraum: Von ihrer fanatisch religiösen Mutter misshandelt und seelisch gepeinigt, ist sie auch in ihrer Highschool eine Außenseiterin, die ständig gehänselt wird. Der (vorläufige) Gipfel dieser Demütigungen ist am Tag ihrer sehr späten, ersten Periode erreicht, die sie nach dem Sportunterricht in der Dusche ereilt: Während sie selbst glaubt, verbluten und sterben zu müssen, da sie nie aufgeklärt worden ist, bewerfen sie ihre Mitschülerinnen angeekelt mit Tampons und lachen sie aus.

Emotional aufgewühlt passieren immer mehr merkwürdige Dinge um Carrie herum, die in ihr den Verdacht erwecken, telekinetische Kräfte zu besitzen. Während sie diese eifrig trainiert und auch in der Schule aufblüht, weil einige Mitschülerinnen, beschämt über ihr eigenes Verhalten, versuchen, netter zu ihr zu sein, und sie schließlich sogar zum Abschlussball eingeladen wird, hegen andere Schüler weiterhin Groll gegen das unscheinbare Mädchen und schmieden einen Plan zu ihrer ultimativen Demütigung… nichtsahnend, welche Kräfte Carrie inzwischen mobilisieren kann, wenn sie nur wütend genug ist…

Carrie war Stephen Kings allererster Roman und gehört mit Sicherheit zu einem der erfolgreichsten! Dabei wäre er fast nie erschienen. Das ursprüngliche Manuskript war viel zu kurz, um als eigenständiges Werk auf den Markt gebracht zu werden, daher wurde es an Stephen King mit der Bitte um Überarbeitung zurück geschickt. Der fügte der Geschichte Auszüge aus fiktiven Biographien, Zeitungsartikeln, Bücher über den Vorfall etc. hinzu und änderte damit nebenbei mal die ganze Erzählstruktur.

Zum Glück! Die Einschübe peppen das Werk so richtig auf und machen es zu etwas besonderen. Ganz ehrlich: Als ich das Buch mit zwölf Jahren zum ersten Mal las, glaubte ich das alles! Ich dachte, das wäre wirklich so etwas wie ein ausgeschmückter Tatsachenbericht! Jedenfalls habe ich schwer gezweifelt ^^

In bester Colombo’scher Manier weiß der Leser durch die beigefügten fiktiven Sachtexte schon von Anfang an, dass die Geschichte auf ein apokalyptisches Ende zusteuert. Damit ist die Frage „Was?“ direkt von Tisch und der Fokus gleichzeitig auf das „Wie?“ gelegt. Ein erzählerischer Kniff, den ich sehr schätze, sofern er nicht überstrapaziert wird.

Dem Buch selbst merkt man an, dass es sich um Kings ersten Roman handelt, da die Charakterzeichnung noch etwas unterdurchschnittlich ist. Obwohl größtenteils aus Carries Perspektive erzählt wird, bleibt das Mädel leider etwas blass, man erfährt praktisch nichts von ihr. Gleichzeitig sind mir andere Figuren, nämlich Chris (Carries Mitschülerin) und ihr Freund Billy eindeutig zu bösartig geraten. Man erfährt zwar, warum Chris sich letztendlich entscheidet, ihren Plan gegen Carrie zu schmieden (als Strafe für ihr beleidigendes Verhalten nach dem Sportunterricht wird sie vom Abschlussball ausgeschlossen und die Schuld daran gibt sie Carrie), aber warum sie von Anfang an so eine Bitch ist, bleibt unklar. Billy, den man nur als mindestens soziopathisch einstufen kann, ist dann noch mal ne ganze Ecke schlimmer.

Auch ist nicht zu übersehen, dass das Buch jetzt schon fast vierzig (!!!) Jahre auf dem Buckel hat. Wie Stephen King mit dem Thema weibliche Sexualität umgeht, lässt auf große Unsicherheiten des damals erst 27jährigen Stephen King schließen (um mal ein bisschen psychoanalytisch, um nicht zu sagen unverschämt zu werden ^^). Religiöser Fanatismus, der hier sogar so weit geht, dass Carries Mutter es  schafft, die natürliche körperliche Entwicklung ihrer Tochter zu verzögern, ist ebenfalls eine Thematik, der er sich hier zum ersten, aber sicher nicht zum letzten Mal gewidmet hat (siehe Der Nebel, Needful Things, Kinder des Zorns und unzählige Einzelcharaktere in fast allen Werken, die allesamt ein ein bisschen zu enges Verhältnis zu Jesus haben…). Und das Mobbing-Thema ist natürlich leider zeitlos.

Stephen King hat mit Carrie eine große Geschichte geschaffen, die spätestens nach der Verfilmung von Brian de Palma (der auf deutsch mit dem unsäglichen Untertitel „Des Satans jüngste Tochter“ versehen worden ist – Opferbeschuldigung in Reinform) zu einem fast nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil der Popkultur geworden ist! Allein deswegen lohnt sich das Lesen schon. Meine Empfehlung!

Wo wir gerade bei Verfilmungen sind: Ich fand „Carrie“ als Film immer scheiße. Der Film ist 1976 eingeschlagen wie eine Bombe und Sissy Spacek wurde sogar für einen Oscar nominiert, aber mit so alten Schinken habe ich meine Probleme, zumal sich de Palma einer mir unerträglichen Bildsprache bedient und das Erzähltempo kaum lahmer sein könnte. 

Umso schöner, dass dieses Jahr eine Neuverfilmung heraus kommt, in der Carrie von der ziemlich coolen, leider für diese Rolle wesentlich zu hübschen Chloe Moretz (bekannt geworden als Hit-Girl in „Kick-Ass“) gespielt wird. Ich bin gespannt und hoffe auf eine weitere geile King-Verfilmung!