Bücher-ABC 2013: C wie Stephen Kings „Cujo“

Stephen King – Cujo
Cujo, 1981 (Deutsch 1983)

cujoDonna Trenton macht sich mit ihrem Auto, das nicht mehr so richtig läuft, und ihrem kleinen Sohn auf zur abgelegenen Farm der Cambers, um den Hausherren darum zu bitten, sich das Auto mal anzusehen. Dort angekommen, ist von den menschlichen Bewohnern keine Spur zu sehen – dafür wird sie jedoch sofort von dem riesigen Bernhardiner Cujo attackiert, der eigentlich ein grundgutes Hundchen ist, sich aber nach einer unentdeckten Tollwutinfektion in ein zähnefletschendes Monster verwandelt hat, der zu diesem  Zeitpunkt schon zwei Männer zerfleischte.

Natürlich kann sie nicht flüchten, weil just in diesem Moment das Auto völlig den Geist aufgibt. Eingesperrt im Wagen, während draußen sommerliche Temperaturen herrschen, ohne Wasser und mit einem kleinen Kind, das in der mörderischen Hitze immer schwächer wird, muss Donna erkennen, dass sie nicht auf Hilfe von Außen hoffen kann, da ihr Mann auf Geschäftsreise, die Farm offensichtlich verlassen und niemand weiß, wo sie ist. Sie muss sich bald entscheiden, ob sie sich der Bestie stellt und ihr Leben riskiert, um ihren Sohn zu retten…

Cujo, das Buch, benannt nach dem Hund mit dem ziemlich dämlichen Namen also. Ich habe erst etliche andere Bücher von Stephen King gelesen, bevor ich dieses in die Hand nahm, was daran lag, dass mich die Story einfach nicht so wahnsinnig interessiert hat. Am Ende habe ich es ehrlich gesagt nur gelesen, weil es zu dem Teil seiner Bücher gehört, die in der Kleinstadt Castle Rock spielen, ein Örtchen, das wohl jedem Kingfan ein Begriff ist (und wer jetzt an die Filmproduktionsfirma „Castle Rock Entertainment“ denkt… ja, die hat sich eben nach dieser fiktiven Stadt benannt).

Und weil das so ist, fühlt man sich jedes Mal als neue fast so, als kehre man heim. Man kennt einen Teil der (Neben)Charaktere bereits, kann mit etlichen anderen Stadtbewohnern, die lediglich erwähnt werden, was anfangen und hat die Stadt im Kopf schon als Modell aufgebaut.

Cujo bildet indes den dritten Teil dieses sogenannten Castle-Rock-Zyklus, weshalb in den Büchern, die danach spielen, auch immer wieder Verweise auf die geschilderten Ereignisse getätigt werden. Daher sollte man dieses Buch, sofern man gründlich sein will, auch lesen.

Wobei es sich leider nicht sonderlich lohnt. Wie gesagt – die Story hat mich nicht großartig interessiert, tatsächlich war aber der Teil, der sich dem Überlebenskampf Donna Trentons gegen den wildgewordenen Bernhardiner widmet, dennoch überraschend packend. Beklemmung zu erzeugen ist Stephen Kings Spezialität,  ebenso wie sein großes Geschick dafür, eigentliche Nebensächlichkeiten zum wahren Horrorelement hochzustilisieren (das Schlimmste an Donnas Gefangenschaft im liegengebliebenen Auto ist im Grunde nicht Cujo, da der ja nicht reinkommen kann, sondern die unerträgliche Hitze). Auch sind hier einige Passagen aus der Sicht von Cujo selbst geschrieben, was ich immer (er ist nicht der einzige Hund, der jemals bei Stephen King das Wort erhält) recht amüsant und auch ganz authentisch finde,  obwohl natürlich keiner weiß, was und wie Hunde eigentlich denken.

Die Nebenhandlung allerdings, die sich mit den Eheproblemen von Donna und Mrs. Camber befasst, fand ich beim ersten Lesen zum Gähnen langweilig. Vielleicht müsste ich das Buch nochmal lesen (tatsächlich ist es auch eines der King-Werke, die ich nur ein einziges Mal gelesen habe), aber damals war Donnas Fremdgeherei und die Tatsache, dass sie diese mit einem Typen vollzog, der sich hinterher als das größte Arschloch überhaupt entpuppt, nicht gerade dazu angetan, die Figur für mich sympathisch zu machen. Zusammen mit Mrs. Camber soll sie wohl in der Art, wie sie mit ihrem Ehemann umgeht, sowas wie einen Chiasmus darstellen (Donna Trentons Mann ist ein fürsorglicher Vater, aber ein bisschen langweilig und abwesend, weshalb sie fremdgeht, aber auf keinen Fall die Ehe beenden will… Farmer Camber ist ein gewalttätiger Typ, der seinen Sohn verdirbt und so in seiner Frau den Gedanken an Scheidung weckt). Das war mir irgendwie too much und wäre bei der Geschichte, in der es schließlich vor allem um eine tollwütige Bestie gehen soll, zu vernachlässigen gewesen.

Dennoch: Allein schon, weil man als Kingfan einfach erfahren MUSS, was mit dem sympathischen, in späteren Werken fast als Lichtgestalt erscheinenden Sheriff Bannerman passiert, sollte das Buch gelesen werden. Und wer die Verfilmung von 1983 gesehen hat, die Vorlage aber nicht kennt, sollte sich das auch mal antun, da der Film nämlich in einem ganz entscheidenden Punkt dieser widerspricht und Stephen King aus dem Grund viel Hass einstecken musste, da die Filmversion in dieser  Hinsicht besser ankam. Was das ist, wird natürlich nicht verraten, chrchr.

Stephen King war übrigens mal alkoholkrank und in diese Zeit fiel der Roman. Daher kann er sich absolut nicht mehr dran erinnern, ihn geschrieben zu haben…

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Ein Gedanke zu “Bücher-ABC 2013: C wie Stephen Kings „Cujo“

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