DIY: Batik-Shirts! Yay!

Als kürzlich für ungefähr fünf Minuten Frühling war, dachte ich an schöne Dinge wie Sonne, Wärme und Farben. Und bei letzteren führt meine Assoziation dann unweigerlich zu folgendem: BATIK!!!

Oft habe ich mich in der Vergangenheit, vor allem während einer kleinen Hippiephase, an dieser unterschätzten Kunstform versucht, doch ist das letzte Mal bestimmt schon über zehn Jahre her *schluck* Schön finde ich Batik aber immer noch, auch wenn ich kein Hippie mehr bin (und wohl auch nie war).

Ich denke, mein Entschluss, meinen Kleiderschrank mit Batikshirts zu füllen, rührt vor allem daher, dass ich mir selbst verboten habe, mir neue T-Shirts zu kaufen, bevor ich nicht wieder in einige meiner alten (und teilweise praktisch ungetragenen) reinpasse. Der pure Horror für mich, sind T-Shirts doch mein Sammelobjekt Nummer Eins!
Von Batik steht aber nichts in dieser strikten Anweisung an mich selbst :mrgreen: Daher war beschlossen: Ich werde wieder batiken! Und weil ich erst kürzlich gelernt habe, wofür die Abkürzung „DIY“ steht (nämlich für „do it yourself“. Clever!!), möchte ich euch daran teilhaben lassen.
Mir kam nämlich zu Ohren, dass Batik diesen Sommer in ist. Jedenfalls habe ich ein paar Models damit über den Laufsteg flanieren sehen. Das hat meine Freude kurz getrübt, aber naja :/ Bin ich halt ungewollt Trendsetterin. Bis jetzt habe ich allerdings noch kein Batikzeug im H&M rumhängen sehen, also war das vielleicht doch nur eine Falschmeldung…

Batik sollte jeder kennen. Neben dem etwas aufwendigeren Wachsbatiken, bei dem der Batikeffekt dadurch entsteht, dass man bestimmte Stellen des Stoffes mit Wachs praktisch „versiegelt“, so dass keine Farbe drankommt, ist vor allem das Batiken durch Wickeln und Verschnüren sehr angesagt. Eben dieser altbewährten Methode wollte ich mich bedienen.
Dieses Mal wollte ich zum ersten Mal den Schritt wagen und mit mehr als einer Farbe pro Shirt batiken. Das habe ich zuvor noch nie gemacht. Außerdem habe ich mich bewusst dazu entschlossen, mir keine Wickeltechniken online anzusehen, sondern selbst mal ein bisschen rumzuprobieren. Die Möglichkeiten sind praktisch grenzenlos!

Erstmal musste natürlich das passende Equipment her:
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Das Wichtigste sind natürlich die Farben. Diese solltet ihr in jedem gutsortierten Bastelladen finden! Leider musste ich feststellen, dass es die Marke, die ich früher immer benutzte, und die wirklich ohne Untertreibung an die 100 Farben zur Auswahl hatte, wohl nicht mehr gibt. Das ist schade. Aber wie man sieht, gibt es Alternativen. Ich konnte mich letztendlich nicht so wirklich entscheiden, bin dann ein kleines bisschen ausgerastet und habe wie man sieht einfach mal alle Farben gekauft, die mir gefielen. Diese Päckchen kosteten ca. 1,50 € pro Stück, die etwas größeren Pakete ca. 2,50 €, wobei die für eine größere Menge Stoff geeignet sind und schon spezielles Färbesalz (das soll für Farbechtheit sorgen) beinhalten. Für die kleineren Päckchen kaufte ich also noch Färbesalz.
Außerdem braucht ihr eine Rolle Jutekordel zum Abbinden und, nicht im Bild, ein Behältnis zum Färben.

So, natürlich sind jetzt noch Objekte der Verschönerung vonnöten. Batiken kann man praktisch alles von Shirts über Longsleeves bis zu Hosen, Taschen, Tüchern oder Gardinen. Zu Bedenken gibt es hierbei nur weniges:
– Der Stoff darf nicht so fluffig sein (sonst nützt das Abbinden nichts, die Farbe erreicht trotzdem alle Stellen)
– Der Kunstfaseranteil des Stoffes sollte einen bestimmten Prozentsatz nicht übersteigen, da von diesen keine Farbe angenommen wird. Auf den kleinen Päckchen steht, bis zu 20% Kunstfaser sei okay, das halte ich aber für etwas sehr optimistisch. Ich würde zu nicht mehr als 5% greifen. 100%ige Baumwolle geht natürlich auch, diese gerät aber gerade durch die doch etwas heftige Behandlung, die man ihr beim Wickeln etc. angedeihen lässt, schnell aus der Form.

Ich musste leider feststellen, dass es heutzutage praktisch unmöglich ist, nett geschnittene, reinweiße T-Shirts für Frauen zu kriegen. Zumindest offline. Wenn man sie anprobieren will, gibt es wirklich erstaunlich wenige günstige Alternativen!
Obwohl mir der Schnitt nicht hundertprozentig zusagt (warum bei Girlie-Tops immer diese extrem kurzen Ärmel?), habe ich schließlich einige Basic-Shirts von Clockhouse gekauft, für fast unschlagbare 2,50 € das Stück (ich will nicht wissen, wo und wie die hergestellt werden…!).

Zur Illustration:

Basic

Fünf für mich, eines für meine Kollegin Johanna!

Nun wird zur Tat geschritten. Ich hatte mir vorher schon ein wenig Gedanken darum gemacht, welches Design die einzelnen T-Shirts haben sollten und natürlich auch über die Farben.

ein unförmiges Etwas

ein unförmiges Etwas

Shirt 1 war am einfachsten, weil es das einzige war, das ich einfarbig färben wollte, und zwar in Lila. Einfach mal zum Probieren, ob ich es noch kann.
Ich band also einen Zipfel in der Mitte ab, knüllte es zusammen und band einfach dort ab, wo ich Bock drauf hatte. Das Ergebnis war, wie gewünscht, ein unförmiges Etwas. So ist die Spannung am höchsten!

Johanna

Zipfel. hihi.

Shirt 2 habe ich meiner Kollegin Johanna praktisch aufgenötigt. Ich wollte einfach ein paar Versuchskaninchen haben, um halt genug Zeug zu haben, das ich ausprobieren kann!
Sie wünschte sich grün und rot. Wie auf dem Bild zu sehen nahm ich nun drei Zipfel des Shirts, band die zweifach ab und der großflächige Rest, der übrig blieb, ebenfalls einmal.

Reggae

ne Wurst.

Bei Shirt 3 wollte ich ein altbekanntes Design ausprobieren, nämlich ein schlichtes, quergebatiktes Shirt in den Reggaefarben grün, gelb und rot. Man könnte es auch das „Bring die Polizei dazu, dich an der Grenze ganz genau zu durchsuchen“-Design nennen. Dazu habe ich das Shirt einfach in der Mitte zusammengerafft (NICHT rollen oder falten, das gibt einen anderen Effekt, den ich allerdings noch nicht ausprobiert habe) und diese Wurst alle paar Zentimeter verkordelt.

Halbiert

quasi geviertelt.

Für Shirt 4 schwebte mir ein zweifarbiges Design in einem frühlingshaft hellen Blau und Grün vor. Dazu halbierte ich das Shirt über die Querachse (also in diesem Fall vom linken unteren Saum bis zum rechten Ärmel), band die Mitte großzügig ab und die so entstehenden Hälften ebenfalls noch einmal.

Blaurot

Zipfelchen.

Shirt 5 folgte im Prinzip dem selben Schema wie Shirt 2, nur dass ich hier nicht nur drei Zipfel abband, sondern viele kleine Zipfel (und diese auch nur einmal, nicht doppelt abband). Die Zipfel wollte ich gelb färben, den Rest dunkelblau. Mir schwebte ein diffuses Bild von irgendwie sowas wie „Sterne im Nachthimmel“ vor. Weil ich jedoch fürchtete, die Farben würden sich vermischen (was sie normalerweise tun) und an den Rändern dann grün werden, entschied ich mich für ein kräftes Blau und rot.

Flammen

ein noch unförmigeres Etwas.

Bei Shirt 6 wollte ich schließlich wieder etwas ganz anderes probieren: Übereinander färben! Dazu verschnürte ich das Shirt im ersten Schritt zu einem großzügigen Päckchen. Ich wollte das Shirt erst in gelb batiken, dann nach diesem ersten Farbbad öffnen, neu verschnüren und dann rot darüber färben. Mir wurde gesagt, das würde so eine Art Flammeneffekt geben. Und das geht mit allen hellen Farben wie gelb, und, äh… gelb.

Ernsthaft: Die Helligkeit der Farben kann man variieren, indem man das Farbbad mit mehr Wasser anrührt. Überhaupt ist es wichtig, sich beim Batiken an das zu erinnern, was man in der Grundschule über Farbenlehre und das Mischen von Wasserfarben gelernt hat (sofern man es überhaupt vergessen hat).

Das Färben kann beginnen! Bzw. habe ich, da ich ja einige Shirts praktisch gleichzeitig batiken wollte, mich erst mal hingesetzt und überlegt, in welcher Reihenfolge das vonstatten gehen soll. Die kleinen Päckchen sind nämlich für jeweils maximal 150 Gramm Stoff geeignet (was einem normalgroßen T-Shirt entspricht), die größeren, sofern man kräftige Färbungen erreichen will, für 50 Gramm mehr. Auch wenn sie recht günstig sind, ist es eine Sache der Ökonomie, auszubaldowern, welche Shirts ins selbe Farbbad gehören. Da ja meist nur ein Teil des Stoffes gefärbt werden sollte, kollidiert das auch nicht mit den Gewichtsvorgaben.

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Nachdem das erledigt war, konnten also Farbbäder angerührt werden! Wobei mich die Shirts, die ich nur zum Teil in einer bestimmten Farbe haben wollte, vor einige Probleme stellten. Es durfte ja nur der Stoff, der gefärbt werden sollte, im Farbbad hängen! Falls ihr das nachmachen wollt, habe ich eigentlich nur den Tipp an euch, einfach kreativ in der Problemlösung zu sein. Wie im Bild zu sehen habe ich z.B. der weiße Teil des Shirts einfach an irgendetwas festgebunden.

Nach dem Färben kommt dann der spannendste Teil des Batikens, der Teil, der mir auch am meisten Spaß macht! Und dieser wäre: das Öffnen der Shirts! Man kann meistens kaum erahnen, wie das Ergebnis wohl aussehen wird und wird daher regelmäßig überrascht! Und natürlich ist jedes Shirt immer ein Unikat!

Doch eben diesen Part der ganzen Chose, das wunderschön bunte Resultat… liefere ich euch morgen! Chrchr! :mrgreen: Bis dahin seid gespannt!

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Ein Gedanke zu “DIY: Batik-Shirts! Yay!

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