This argument is valid

Ich: „Sorry, könntest du bitte meine Pfanne nicht in den Müll schmeißen?“

Mitbewohner Dave: „Aber kuck mal, hier ist eine neue!“

Ich: „Egal, die Pfanne funktioniert noch super.“

Mitbewohner Dave: „Aber Robin, kuck mal wie die aussieht. Der ganze Boden ist zerkratzt. Bitte benutz die nicht mehr, das Zeug ist giftig!“

Ich: „Ich rauche 40 Zigaretten am Tag. Denkst du, das interessiert mich?“

Mitbewohner Dave: „…“

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Putzplan-Konferenz:

Ich: „Ich hätte nur eine Anmerkung: Könnten wir vielleicht den Abstellraum mal aufräumen? Der müsste mal dringend sauber gemacht werden und da steht so viel Zeug drin, was wir nicht brauchen und Platz wegnimmt. Ich meine, die Golfschläger…“

Mitbewohner Dave: „Aber die brauchen wir!“

Mitbewohner David: „Wir spielen doch Golf. Also, manchmal.“

Ich: „Ähm, ja. Aber müssen die unbedingt im Abstellraum in der Küche stehen? Könnten die nicht auch in den Abstellraum im Hausflur oder so?“

Mitbewohner David: „Aber stell dir doch mal vor, wenn die Zombie Apokalypse kommt.“

Ich: „Aber… äh… äh… okay, du hast Recht, dann stehen sie besser in der Küche.“

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Mitbewohner Dave kocht mal wieder.

Mitbewohner Dave: „Eine Prise Salz… ich hab mich immer gefragt, wie viel das eigentlich ist.“

Ich: „Das ist das, was du zwischen zwei Finger nehmen kannst.“

Mitbewohner Dave: „Ach so! Alles klar.“

Nach einer kleinen Weile: „Aber Menschen haben doch verschieden große Hände. Es gibt doch Leute mit so richtig großen Pranken. Die nehmen dann doch viel mehr Salz.“

Ich: „Naja, ich… nehme stark an, die Größe der Hände korreliert physiologisch mit der Verträglichkeit des entsprechenden Individuums gegenüber Salz.“

Mitbewohner Dave: „Wow, das ist eine wirklich schöne Theorie!“

Ich: „Jap. Finde ich auch.“

Ein Tweet und seine Geschichte

Ich kotze grade SO HART!

Heute mittag wurde ich wach, Griff zum Laptop, wie gehabt, Twitter auf, huch, wieder neuer Hashtag, #neuland hä? Mal ein bisschen scrollen…

Aha, Merkel hat was blödes gesagt. „Internet ist für uns alle Neuland“, aha, aha. Wie doof! Und da sind auch die ersten Spotttweets dazu. „Google ist #neuland“, „Twitter ist #neuland“, „1492, Columbus entdeckt Amerika, 2013, Merkel entdeckt das Internet #neuland“ etc. pp.
Kicher, ja, immer druff! Find ich gut. Hm, fällt mir dazu auch was lustiges ein? Mal überlegen…

Und während ich noch nachdenke, kommt mir DIESER Tweet dazwischen:

https://twitter.com/miinaaa/status/347320904621105153

Und meine Hände fallen von der Tastatur.

Ach, Scheiße! Sie hat Recht! Naja, schiebt es auf meine Müdigkeit, meine Doofheit, meinetwegen auch aufs Wetter. Wobei, so doof kann ich nicht sein, dieser kleine Schubser genügte!

Also Danke an Mina, Tweet favorisiert und retweetet, erst mal ne Zigarette und noch ein bisschen überlegen. 27 Millionen*? Klingt ja fast unglaublich, aber ich glaube es ihr halt mal. Deckt sich ja eigentlich mit meinen Erfahrungen. Wen kenne ich persönlich, der sich im Internet auch nur halb so sicher bewegt wie die Leute, denen ich hier Tag für Tag begegne? Die Antwort ist leicht: keinen. Moment, eine Bloggerin kenne ich, okay. Und natürlich meinen Cousin. Der ist Informatiker oder zumindest sowas ähnliches. DER kennt sich mit Computern aus, zu dem rennt die ganze Familie, wenn mal wieder ein Virus aufgetaucht ist oder so.
Doch reicht das technische Verständnis, um als „netzaffin“ zu gelten? Ich weiß nicht recht. Und der Rest der Bagage? Meine anderen Cousins, okay, die sind jung, die gehen natürlich täglich online. Facebook und so. Streamen vielleicht irgendwelche Sachen (psst!). Checken bei Wikipedia ne Jahreszahl und mehr für Hausarbeiten (psst!). Und das wars auch schon!
Dann die Elterngeneration. Der ein oder andere hängt in sozialen Netzwerken rum, postet ab und zu ein Bild. Oder bestellt was bei Quelle. Mehr nicht. Und meine Oma? Für die ist das Internet sowas wie Atomphysik. Sie schafft es ja kaum, mit dem Handy zu telefonieren, das wir ihr aufgedrängt haben!

Dann ich. Ich blogge, twittere, lese, streite. Ich nutze das Internet täglich. Ein Tag ohne Internet würde mir fast körperliche Schmerzen verursachen. Doch bin ich netzaffin?
Bis vor 10 Jahren hatten wir zuhause kein Internet. Bis vor zwei Jahren hatte ich nur knapp ein Dutzend Seiten, die ich regelmäßig besuchte. Bis vor eineinhalb Jahren wusste ich nicht, wie das mit dem Bloggen funktioniert. Bis vor einem halben Jahr hatte ich nur eine verschwommene Vorstellung davon, was Twitter überhaupt ist. Bis heute habe ich kein Smartphone und habe keine Ahnung von Tumblr, Reddit, Instagram und wie die Sachen alle heißen, von denen ich fast täglich lese. Ich würde gerne meine Blogposts mit ein paar gifs verschönern, aber ich weiß nicht, wie man danach sucht und noch weniger weiß ich, wie man selbst welche macht.

Es ist zu viel gesagt, dass das Internet Neuland für mich ist. Es gleicht eher einer Landkarte mit vielen, vielen weißen Flecken. Und ich sitze hier mit einem Kompass, der nur nach Norden zeigt, wenn er gerade Bock drauf hat. Nein, ich bin so vieles, aber netzaffin bin ich nicht! Und fast alle, die ich persönlich kenne, sind sogar NOCH schlimmer dran als ich.

Lange Rede, kurzer Sinn: Mina hat Recht, der sicher in bester Absicht getätigte Spott über den Neulandspruch ist elitär und irgendwie sogar klassistisch. Wie fasst man das auf 140 Zeichen zusammen?

Damit hätte das Thema erledigt sein können, denn so spannend ist es ja nicht, ne.
Aber dann kam Spiegel Online um die Ecke, rotzt nen schnellen Artikel hin und ZITIERT MICH!!! MEINEN TWEET!!! Das hätte ich nicht mal gemerkt, wenn mir nicht jemand einen freundlichen Hinweis gegeben hätte (Danke, Miriam!).

Jetzt freue ich mich natürlich drüber, fühle mich sogar ein bisschen geschmeichelt und voll toll. Aber eines KANN ich einfach nicht so stehen lassen! Denn das Ganze wird eingeleitet mit:

„Andere springen Merkel aber durchaus bei.“

Ich möchte hier festhalten: Ich springe Merkel nicht bei! Ich springe überhaupt niemanden aus der CDU bei! Und wenn wir schon dabei sind: auch niemanden aus der FDP!
Ich meine, würde ich Frau Merkel aufhelfen, wenn sie vor mir auf die Schnauze fliegt? Aber sicher. So sind wir linken Socken nämlich. Gutmenschen, ne. Glauben an Menschenrechte, dass jeder Mensch die gleichen Chancen haben sollte und so Zeugs.

Und genau beim zweiten Punkt fängt es an zu haken. Die CDU steht exakt für das Gegenteil! Eine lahme, staubtrockene Elitenpartei, die nur an der Macht ist, weil sie mit den richtigen Leuten klüngelt, die unser Land und unseren Planeten vergiften, Arbeiter ausbeuten und Verbraucher abzocken! Während sie gleichzeitig dafür sorgt, dass Kinder von Arbeitern, Hartz4-Empfängern und Immigranten aufgrund fast unüberwindbar hohen finanziellen Schranken kaum eine Chance haben, ihr Potential zu nutzen und sich auf eine Art weiter zu bilden, die es ihnen erlauben würde, hinter die Fassade der angeblichen Volkspartei zu blicken und zu erkennen, wie sehr sie verarscht werden! Und so bleibt sie an der Macht, denn die Reichen wählen sie, weil sie reich bleiben wollen und die Armen wählen sie, weil sie sich von dem großen C im Namen beeindrucken lassen und Dank ihr zu ungebildet sind, um zu checken, dass sie an ihrer Armut Schuld sind! Und an der ihrer Kinder!

Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Frau Merkel ausnahmsweise mal die erwähnt, die gewisse Ressourcen wie z.B. Netzaffinität und all die schönen Folgen, die sich daraus ergeben, nicht haben. Ich weiß nicht, was sie sich dabei gedacht hat, aber ich bin sicher, ihre Gedanken gingen bestimmt nicht in die Richtung, in der Minas (unterstelle ich jetzt einfach mal) und meine wanderten.

Es bleiben eine Menge Twitterer, die – und das mag ich ja normalerweise! – eine mir ungeliebte Politikerin und das, wofür sie steht, lächerlich machen. In dem Fall ging es halt daneben, weil die Aussage ausnahmsweise mal größtenteils richtig war. Deshalb bin ich diesen Twitteren überhaupt nicht böse, aber ich würde mir wünschen, dass andere so richtig blöde Statements eine genauso große Beachtung fänden wie #Neuland.
Und natürlich wäre es schön, wenn dadurch den Menschen, die von dieser tollen Erfindung Internet fast nichts haben, weil sie nie gelernt haben, damit umzugehen, einfach mal ein bisschen mehr ins Bewusstsein rücken. Die Tweets mögen harmloser Klassismus sein, dem ich auch fast aufgesessen wäre, aber es bleibt Klassismus. Niemand muss sich deswegen jetzt total schlecht oder schuldig fühlen, aber demnächst mal kurz nachdenken wäre halt trotzdem nicht schlecht.

Ich glaube ja nicht, dass sich dadurch was ändert, aber so sind wir linken Socken, die niemals die Absicht hatten, Frau Merkel beizuspringen, eben nunmal: hoffnungslose Idealisten…

Mina kann übrigens viel besser als ich erklären, was Menschen wie sie und ich an der CDU ankotzt, z.B. in ihrem aktuellen Artikel: klick

Und auch noch zum Weiterlesen: „Neuland. Was für ein Aufreger, was für eine Frechheit.“

*Mina hat die Zahl kurz darauf nach unten korrigiert, es bleibt aber verdammt viel:
https://twitter.com/miinaaa/status/347330477331464192

¡menú español! ¡Olé!

Gerade noch ging es um das #waagnis und das Hadern mit der Figur. Da fragt man sich, worüber man als nächstes schreiben soll?

Ganz klar: ESSEN! :mrgreen:

Gestern war endlich DER Tag, auf den ich seit Wochen gewartet hab. Sonne, 30 Grad, Hitze und Schweiß, totales Sommerfeeling. Das ist auch so schon sehr schön, aber gestern war ich vor allem deswegen froh, weil ich unter diesen Umständen endlich mein spanisches Menü ausprobieren konnte!

Gekocht habe ich ja schon immer gerne, aber erst während meiner Wanderung auf dem Jakobsweg lernte ich, die spanische Küche zu lieben. Vorher dachte ich immer, die wäre im Prinzip dasselbe wie italienisch. Nichts könnte falscher sein. Und seit ich wieder in Deutschland bin versuche ich, die kulinarischen Genüsse aus Spanien hier nachzukochen. Mit mal mehr, mal weniger gutem Ergebnis. Gestern war davon ALLES vertreten :mrgreen:

Das Schöne an dem Essen ist, neben dem Nostalgieeffekt (und natürlich der Vorfreude), dass man alles davon auch super kalt essen kann, was im Sommer natürlich ein Megavorteil ist. Vielleicht habt ihr ja auch mal Lust darauf?

Gazpacho
Gazpacho ist ein spanisches Nationalgericht, eine Tomatensuppe, die man nicht kalt essen KANN, sondern kalt essen MUSS. Auch wenn das bei einigen nicht in den Schädel rein will.

So hatte ich letztes Jahr auf dem Jakobsweg eine kleine Diskussion mit einer Mitpilgerin, mit der ich zusammen essen wollte (eigentlich wollte ich nicht, die Tussi nervte nämlich wie Sau. Aber wir waren an diesem Tag die einzigen Pilger in der Jugendherberge und kannten uns halt schon -.-). Gazpacho gibt es in Spanien komfortablerweise in Tetrapaks zu kaufen, weshalb ich die Suppe für mein Abendessen auserkoren hatte. Es galt nur noch, die Tussi zu überzeugen.
Tussi: „Ne KALTE Suppe? Okay… naja, wenn es mir so nicht schmeckt, kann ich sie ja in der Mikrowelle warm machen.“
Ich: „Nein, kannst du nicht. Die schmeckt warm nicht.“
Tussi: „Ach, bestimmt.“
Ich: „Nein, bestimmt nicht. Die Zutaten werden zu keinem Zeitpunkt gekocht oder warm gemacht. Wenn du das doch tust, schmeckt das einfach megascheiße.“
Tussi: „Ja, aber wenn es mir kalt nicht schmeckt…“
Ich: „Dann wird sie dir auch warm nicht schmecken. Manche servieren die Suppe sogar mit Eiswürfeln, also glaub mir einfach, warm GEHT nicht!“
Tussi: „Naja, aber wenn ich sie dann in der Mikrowelle…“
Ich: „NEIN!!!“

Letztendlich, nach einer viel zu langen, anstrengenden Diskussion, kauften wir das Zeug schließlich und das erste, was sie sagte, als sie einen Löffel der kalten Suppe nahm war: „Boah, ist das geil!“

Und wenigstens damit hatte sie Recht, wenn auch bei sonst nix!

Die Suppe ist furchtbar einfach zu machen. Ihr braucht dafür nur:
– 1 Gurke (vermutlich der Grund, weshalb man Gazpacho nicht erwärmen sollte!)
– ein paar Tomaten
– 3-4 Paprika
– 2 Zwiebeln
– paar Knoblauchzehen
– 1 Chilischote
– halber Liter kalte Gemüsebrühe
– ca. ein- bis eineinhalb Liter passierte Tomaten
– ca. 100 ml weißen Balsamico (wahrscheinlich auch ein Grund)
– Olivenöl
– Salz, Pfeffer, bisschen Zucker

So, jetzt könnt ihr es euch entweder ganz einfach machen und sämtliche festen Zutaten einfach in den Mixer schmeißen oder mit einem Pürrierstab zerhäckseln. Dann einfach mit der Brühe, den passierten Tomaten, dem Essig und Öl mischen, abschmecken, fertig! Damit ist die reine Arbeitszeit knapp zehn Minuten, wobei man eben noch Zeit einrechnen muss, bis die gekochte Brühe kalt ist und auch das fertige Ergebnis schön im Kühlschrank abgekühlt ist.
IMG_1655Wenn ihr ein bisschen mehr Biss haben wollt, könnt ihr auch einen Teil der Zutaten in winzig kleine Würfel schneiden, statt zu pürieren. Das sieht dann auch schöner aus. Normalerweise tue ich das mit der halben Gurke (wobei ich die labberigen Kerne rauskratze und wie gehabt püriere) und einer der Paprikas. Manche tun das auch noch mit ein paar Tomaten, aber da die eh im Vergleich nicht so wirklich knackig sind, finde ich das unnötig. Gestern habe ich jedoch einfach alles püriert, weil mir das ausnahmsweise zu viel Arbeit war :mrgreen:
Das Öl ist so ein Thema. Eigentlich gehört in diese Menge Suppe (ich hatte gestern ungefähr 3 Liter) 150 ml Olivenöl. Nur habe ich festgestellt, dass der Geschmack auch mit viel weniger Öl einfach fantastisch ist, und da ich Olivenöl eigentlich auch nicht sonderlich mag…!
Was ich sagen will: Probierts aus, dosiert das Öl selber! Selbst mit der vollen Menge ist die Suppe keine Kalorienbombe. Damit ist sie einfach ein perfektes Essen an höllenheißen Sommertagen! Frisch, leicht, kühl, fantástico!

Spanische Tortilla
Immer, wenn ich von den tollen Tortillas schwärme, die es in Spanien stückweise überall für wenig Geld zu kaufen gibt (und damit meine ich wirklich ÜBERALL. Bei uns wäre das ja unmöglich, in jeder Kneipe selbstzubereitetes Essen anzubieten, aber die spanischen Gesundheitsbehörden und die Gewerbeaufsicht sind da nicht so. Womit ich völlig einverstanden bin.), verwechseln meine Zuhörer das immer mit der südamerikanischen Tortilla, also diese Teigfladen, in die diverses Zeug eingerollt wird. Eine spanische Tortilla dagegen ist im Grunde ein großes, dickes, rundes Eieromelett, das diverse Zutaten enthalten kann. Das Grundrezept und die Variante, die man in ganz Spanien bekommt, enthält allerdings nur Kartoffeln.

Das ist nicht mein erster Versuch, eine Tortilla zu machen. Das Tückische dabei ist, das Teil zu wenden. Beim ersten Mal resultierte das in einer dreckigen Küche und Rührei (hat auch gut geschmeckt). Bei den nächsten Malen versuchte ich es daher gar nicht erst, sondern bediente mich eines Tricks. Erst habe ich die Tortilla auf der einen Seite angebraten und dann mitsamt der Pfanne bei Oberhitze ein paar Minuten in den Ofen gestellt. Das Ergebnis sah aus wie eine Tortilla, war allerdings relativ trocken. Und da wir in meiner neuen WG einen Gasofen haben, der keine Oberhitze kennt, fiel diese Methode sowieso flach! Ich dachte also, ich probiere es dieses Mal wieder richtig.

Beim Rezept habe ich mich an der Variante orientiert, die im Wikipedia-Kochbuch ausgebreitet wird. Es ist eben ein Grundrezept ohne Schnickschnack und enthält:
– 1 Kilo Kartoffeln
– 6 Eier
– 150 ml Olivenöl
– 2 Teelöffel Salz
– 1 Zwiebel (die hab ich dazu getan, steht so nicht im Rezept)

Die Kartoffeln werden geschält und in dünne Scheiben geschnitten und mit der gewürfelten Zwiebel und einem Teelöffel Salz in 100 (!!) ml Olivenöl weniger gebraten denn frittiert. Dabei ist es wichtig, dass die Kartoffeln zwar gar werden, aber nicht braun. Bei unserem Gasherd, der nur die Stufen „Aus“ und „Inferno“ kennt, gar nicht mal so einfach!
Einfach so lange wenden, bis die Kartoffeln weich sind, dann das Öl abkippen, kurz abkühlen lassen und außerhalb (!!) der Pfanne mit den gequirlten und gesalzenen Ei mischen. Kurz ruhen lassen, dann die Masse in eine gut beschichtete Pfanne geben, die ebenfalls wieder 50 ml Olivenöl enthält.
Jetzt kam der schwierige Teil. Ich habe extra eine Pfanne genommen, deren Rand nicht so „steil“ ist. Nachdem die Masse untenrum gestockt war, ließ ich die Tortilla auf einen Teller gleiten (mit ein bisschen heftigen Anschubsen tat sie das auch). Dann habe ich die Pfanne verkehrt rum auf den Teller gelegt, das ganze rumgewirbelt und – voilá! Kein einziger Spritzer ging daneben!!! Grund genug, nachdem ich die Pfanne wieder auf den Herd gestellt hatte, in Rocky-Pose durchs Wohnzimmer zu rennen.

Yeah.

Yeah.

Und das Ergebnis war, wenn auch natürlich nicht wie aus der Fabrik, einfach wunderschön. Ich könnte weinen, so toll fand ich mich selbst. Und geschmeckt hat es auch!! Obwohl ich das Ei-Kartoffel-Verhältnis irgendwie nicht ganz ausbalanciert fand. Vielleicht waren die Eier zu klein, keine Ahnung. Beim nächsten Mal nehme ich jedenfalls zwei mehr.
Und dann musste mein Mitbewohner Dave natürlich ein bisschen klugscheißen. Immerhin war er vor ein paar Monaten in Portugal gewesen, hat dort eine Tortilla gegessen und weiß jetzt ALLES
Innensicht

Innensicht

darüber. Vor dem Hintergrund seiner immerhin einwöchigen Erfahrung (man stelle es sich vor!!) mit der Ernährung auf der iberischen Halbinsel wollte er mir erzählen, dass man die Kartoffeln in einer Tortilla NIE in Scheiben schneidet, sondern in Würfel. Dass ich insgesamt auf dem Jakobsweg wahrscheinlich in dreißig verschiedenen Lokalitäten Tortillas gegessen hatte, die Kartoffeln da IMMER in Scheiben geschnitten waren und auch alle Rezepte, die sich rühmen, eine „Original-Tortilla“ zu liefern, mit in Scheiben geschnittenen Kartoffeln arbeiten, zählte irgendwie nicht.
Naja. Hauptsache die Tortilla war geilo. Und das war sie!

Empanadas de atún
Auch diese Köstlichkeit ist in Spanien sehr verbreitet. Man kriegt sie mit allen möglichen Füllungen, aber die Thunfisch-Variante ist wohl am beliebtesten. Auch bei mir!
Empanadas gibt es in Spanien auch abgepackt im Supermarkt, dort, wo bei uns die abgepackten Brötchen etc. zu finden sind. Ich habe festgestellt, dass sie nicht nur sehr gut zu transportieren sind, sondern auch einfach unendlich deliziös sind. Dazu nahrhaft. Eigentlich das perfekte Essen zum Wandern.

Leider muss ich sagen, dass dieses Experiment (es war mein erster Versuch) ziemlich daneben ging. Ich habe mich dabei an diesem Rezept von Chefkoch orientiert. Die Füllung wurde dann auch richtig gut, wobei ich statt einer halben gelben und einer halben roten Paprika eine ganze grüne genommen hatte (weil das auch in Spanien so gemacht wird, scheint mir) und doppelt so viel Thunfisch genommen hatte. Das war auch absolut richtig gewesen.
Nur der Teig bereitete mir Probleme. Ich weiß nicht, was für ein Teig in Spanien genommen wird. Es ist kein Hefeteig, dazu ist er zu dünn und unfluffig (was gut ist). Es ist aber auch kein Blätterteig, wenn ich nicht völlig falsch liege, obwohl in den meisten deutschen Rezepten Blätterteig genommen wird!
Ich war ratlos und habe den Teig so probiert, wie er im Rezept stand. Und das war scheiße. Das Ergebnis ließ sich überhaupt nicht rollen, war klebrig und brüchig. Ein Mürbeteig halt. Und das kann keinesfalls stimmen!
Weil ich gestern keine Zeit mehr hatte und ich damit wirklich absolut nichts anfangen konnte, knetete ich schnell einen Teig aus Mehl, Backpulver, Wasser, bisschen Öl und Salz. Quasi ein Hefeteig ohne Hefe. Und das war schlecht. Das Ergebnis ist trocken, warm ziemlich knusprig und kalt einfach nur zäh. Wobei ich ein bisschen Schuld auch unserem beschissenen Gasofen gebe, der fast nur von unten heizt, während der Deckel einfach nicht braun wurde. Deshalb ließ ich die Empanada auch zu lange drin, und, ja… dann passiert halt das.

Ausgesehen hats ja ganz gut, aber naja...

Ausgesehen hats ja ganz gut, aber naja…

Sogar die sauleckere Füllung war danach ziemlich trocken, was ich ebenfalls anders kenne. Ich weiß nicht, ob das auch daran lag oder ob ihr von Anfang an Flüssigkeit gefehlt hat.

Falls hier irgendeiner nen Tipp hat, wie ich einen besseren Teig hinkriege, oder ob der Teig im spanischen Original vielleicht doch ein einfach nur ziemlich weicher Blätterteig ist… ich wäre sehr dankbar!

Von diesem Rückschlag abgesehen fand ich das Essen sehr gelungen, auch wenn mich das Ergebnis nur halb von dem Gedanken ablenken konnte, warum ich mich am bisher schönsten Tag des Jahres drei Stunden in die Küche stelle. Die Reaktionen meiner Mitbewohner waren dagegen eher gemischt. Dave mochte die Gazpacho gar nicht (aber er mag auch generell keine Tomatensuppe. Trotzdem… *grmpf*), David fand sie in Ordnung, allerdings nicht überwältigend. Damit sind sie die ersten und einzigen Personen bis jetzt die ich kenne, die nicht völlig begeistert waren von Gazpacho. Banausen!
Dafür hat David die Tortilla supergut geschmeckt, während Dave sie zu salzig fand. ICH dagegen fand sie genau richtig gewürzt.
Die Empanadas fanden sie okay. Was nicht gerade die Reaktion war, die ich erhofft hatte. Naja. Erster Versuch.

Jedenfalls, vielleicht konnte ich euch ja eine kleine Anregung für den Sommer geben. Die spanische Küche bietet natürlich noch viel, viel mehr, doch diese drei kleinen Gerichte sind praktisch die Basis der spanischen Ernährung ^^ Vielleicht ist euch ja aufgefallen, dass keines davon mehr als Salz und Pfeffer enthält. Durch die spanische Küche lernt man, dass Kräuter und selbst Gewürze eigentlich total überbewertet werden! Das war für mich eine völlig neue Erfahrung. Und wohl auch der große Unterschied zur italienischen Küche.

Fettarm ist das alles nicht gerade (außer eben das Gazpacho), aber halt saulecker. Und das ist es, was zählt!

* Ich bin ein STAR!! *

Jaaa, total!

Erzählmirnix, Bloggerin, Therapeutin und passionierte Hobbycartoonistin, hat mich im Rahmen ihrer Aufklärungsreihe „Erzähl mir was über…“, in der es um das Leben mit verschiedenen psychischen Erkrankungen geht, interviewt. Das Ergebnis könnt ihr euch bei ihr ansehen! Und wenn ihr schon mal da seid klickt auf „follow“, wenn ihr es nicht schon tut, weil es sich lohnt!

In diesem Zusammenhang möchte ich noch mal auf folgenden Artikel hinweisen, in dem ich hier zum ersten Mal von meiner Depression geschrieben habe. Ich hatte ihn, bzw. das idiotische Erlebnis, welches dahinter steht im Kopf, als ich meine letzte Antwort an Erzählmirnix formulierte:
Man ist nur ein Opfer, wenn man in der Ecke sitzt und weint

Ich finde Erzählmirnix‘ Idee mit dieser Interviewreihe toll und bedanke mich auf diesem Weg nochmal, dass ich mitmachen durfte!

Wessen Privileg schwerer wiegt… (Das leidige Thema IV)

Einige Bloggerinnen haben die Aktion #waagnis ins Leben gerufen und andere aufgefordert, daran teilzunehmen. Das hier ist allerdings weniger ein Teilnehmerpost als ein kleiner Rant gegen die Kritiker dieser Aktion. Das ist hoffentlich auch genehm.

Als ich heute um halb eins so langsam die Augen aufbekam (ich war mal wieder arbeiten bis vier Uhr morgens), war meine erste Amtshandlung, wie immer, der Griff zum Laptop. Und, wie so oft, öffnete ich Twitter und sofort ploppten einige Fragezeichen über meinem müden Schädel auf. #waagnis, hä? Was geht ab?

Das war schnell geklärt. Ninia, Kathrin, Johanna und Maike von Kleinerdrei schrieben über das Hadern mit ihren Körpern, haben sich entschlossen, (teils weiterhin) ohne Waage zu leben und fordern alle auf, ebenfalls von ihren Problemen mit der unnötigen Badezimmerelektronik namens Waage zu berichten. Entweder in Form von Blogposts oder bei Twitter unter dem Hashtag #waagnis.

Noch bevor ich allerdings die Artikel alle lesen und entscheiden konnte, ob ich das nun cool finden soll oder nicht, fielen mir die ersten negativen Statements zu der Aktion ins Auge. Gleich gefolgt von einem entschuldigenden Tweet von Ninia.

Nennt mich anti, aber in diesem Moment war mir sofort klar, dass etwas, was so eine Entschuldigung nötig macht, eigentlich nur gut sein kann!

Doch zunächst zu mir.

Probleme mit meinem Gewicht habe ich schon hier, hier und hier verbloggt, man könnte also auf die Idee kommen, dass ich dazu nichts mehr zu sagen habe. Tatsächlich ist das aber eine neverending story… und nicht nur für mich.

Seit zweieinhalb Monaten lebe ich mehr oder weniger unfreiwillig ohne Waage, denn Anfang April bin ich umgezogen und war bisher zu faul, meine Waage in meiner alten WG abzuholen. Sie war auch eines der ersten Geräte, die ich für diese WG anschaffte – zusammen mit einer Küchenwaage.

Der Slogan der Mädels von #waagnis lautet übrigens:
waagnis
Ich musste direkt lachen, als ich das las. Nicht, weil es ein lächerliches Statement ist, sondern weil ich Leute kenne, die selbst DAS für irgendwie bescheuert halten.

Wie mein geschätzter Ex-Mitbewohner Moritz zum Beispiel. Er beäugte unsere neue Küchenwaage damals völlig verblüfft. „Wofür brauchst du die denn?“
Ich, gnadenlos: „Um Sachen zu wiegen.“
„Äh, aber warum? Das geht doch auch so?“
Nun muss ich mich vor jemanden, der eine halbe Stunde braucht, um eine Karotte und ne halbe Zucchini zu schneiden und das „Kochen“ nennt, wohl wirklich nicht zu rechtfertigen, tat es aber doch. „Ja, normal schon. Aber ich koche ja auch mal nach Rezept. Oder brauch abgewogene Zutaten zum Backen. Oder für Nudeln.“
Schockierter Blick von Moritz. „Du wiegst deine Nudeln?!?!“
„Ja.“
…Und er glotze mich an, als hätte ich eine Essstörung.

Zum ersten Mal in meinem Leben wurde mir klar, dass andere Leute das wohl offensichtlich nicht tun. Also, Nudeln wiegen. Aber da Moritz mit seinem Urteil nicht falsch lag (jedenfalls nicht völlig), gibt es für mich leider keine Alternative.
Das Problem ist, dass ich fressen kann, bis ich fast platze. Weitaus mehr, als ich brauche, weitaus mehr, als angenehm für mich ist. Und leider fehlt mir durch jahrelange Probleme mit meiner Ernährung irgendeine Art Mechanismus, der meinem Körper während des Essens sagt „Es langt jetzt“. Natürlich fühle ich mich nach zu viel Essen völlig vernichtet. Es ist nicht so, dass mir ein Sättigkeitsgefühl fehlt. Eher die Beherrschung, auch darauf zu hören, obwohl das für die meisten Leute überhaupt kein bewusster Akt ist und sie einfach von selbst aufhören, wenn sie merken, dass sie satt sind.
Daher wiege ich meine Nudeln. Ich habe nämlich festgestellt, dass ich von 100-120 Gramm Nudeln absolut angenehm satt bin. Essen kann ich aber auch locker doppelt so viel!! Weshalb die Küchenwaage in diesem Fall mein einziger Freund ist, der zwischen mir und der völligen Überfressung steht.

Und aus dem selben Grund kann ich das #waagnis nicht eingehen und meine Körperwaage entsorgen.
Seitdem meine Waage in meiner Ex-WG im Exil ist, habe ich zugenommen. Das spüre ich an meinen Jeans und natürlich auch an der Optik. Vor meinem Umzug hatte ich gerade ein paar Kilo abgenommen und war auf 71 kg runter, verteilt auf schnuckelige 1,58. Inzwischen dürfte ich wieder bei 75 sein, ungefähr.

Und das gefällt mir nicht. ICH gefalle MIR so nicht. Es ist mein ureigenes Ästethik- und auch Körperempfinden, dass ich mir mit 10-20 Kilo weniger besser gefallen würde. Hatte ich alles schon, konnte es damals allerdings nicht genießen. Jetzt wäre das anders und deswegen möchte ich da wieder hin!

Das klappt allerdings nicht ohne Waage. Ich kann auf dieses elende Kontrollding nicht verzichten. Ich hätte nämlich nicht wieder 4 Kilo zugenommen, wenn ich zwischendurch gesehen hätte, in welche Richtung ich mich gerade bewege. Ohne Waage war das ein diffuses Gefühl, das sich ganz langsam aufbaute, bis es zu spät war.
„Hm, so lange ohne Waage. Hab ich zugenommen? Neeeee.“
„Hm, die Jeans kneift. Ist aber auch frisch gewaschen. Muss nix heißen.“
„Hm, ist das ein neues Speckröllchen? Schwer zu sagen…“
„Okay, ein neues Loch im Gürtel. JETZT ist es amtlich!“

Natürlich ist die Waage nur ein unzureichendes Gerät zur Messung des Körpers. Die Waage interessiert sich nicht dafür, ob ich mir gerade ein Kilo Eis reingepfiffen hab oder ein Liter Wasser auf Ex – in beiden Fällen zeigt sie direkt danach ein Kilo mehr an. Es ist ihr auch egal, ob ich gerade meine Tage hab und aufgeschwemmt bin. Oder, ob ich vor oder nach ihrer Besteigung aufs Klo gehe. Die Waage macht, was sie will, weil der menschliche Körper macht, was er will!

Dennoch brauche ich das blöde Teil einfach, denn zumindest für die grobe Richtung reicht es. Deshalb werde ich meine Waage nicht entsorgen (und kann leider auch nicht, wie gewünscht, ein Foto machen, weil ich sie ja momentan nicht in der Wohnung habe).

Ich weiß nicht, ob das vielleicht bedeutet, dass ich „noch nicht so weit“ bin. Oder ob es einfach von meinem Standpunkt aus nur logisch ist. Wie soll ich das beurteilen? Ich hätte meine Meinung nicht, wenn ich nicht der Meinung wäre, dass meine Meinung richtig ist.

Dennoch mag ich die Aktion und fand alle Ausgangsartikel ziemlich gut. Deswegen nervt es mich auch, wie viel Kritik die Initiatorinnen einstecken müssen!

Warum? Naja. Es gibt ja diese „fat acceptance“-Bewegung, die sich für die Akzeptanz „alternativer Körperformen“, bzw. in diesem Fall ganz konkret fetter Körper einsetzt (sie nennen sich selbst so. Also, fett. Deshalb schreibe ich das jetzt einfach so, obwohl ich sowas im Leben nicht jemanden ins Gesicht sagen würde. Dazu habe ich es selbst schon zu oft gehört.). Eine Bewegung, die ich nicht unkritisch betrachte, die mich aber auch nicht wirklich tangiert.

Genau aus dieser Ecke erschallt nun ne Menge Wut, was in meinen Augen einfach nur paradox ist. Immerhin war es ja die Intention der Autorinnen, alle mollige Frauen da draußen dazu zu motivieren, den ständigen Kampf mit der Waage einfach aufzugeben und sich ihr Leben nicht von ein paar Zahlen auf einem Display diktieren zu lassen!

Und das ist ja auch richtig so. Oft wird der Einfluss der Medien etc. auf dieses Thema verharmlost (mein Eindruck: Meist irgendwie nur von Männern, die nur auf Frauen mit Modelmaßen stehen), aber man muss sich nur mal ein bisschen umsehen und auf saublöde Artikel wie diesen stoßen um zu merken, dass es eben NICHT harmlos ist. Kleine Mädchen machen sich schon Sorgen um ihre Figur, der Großteil der weiblichen Teenager hasst sich, erwachsene Frauen geben Tonnen von Geld dafür aus, schlank zu werden oder zu bleiben.

Diese Frauen und Mädchen sind alle sehr unsicher und sehr unglücklich, obwohl sie größtenteils wirklich keinen Grund dazu haben. Aber es wird ihnen eben eingeredet. Eine Folter, an der sogar Freunde und Familie mit Genuss partizipieren.

Für einige dieser Frauen könnte es ein Segen sein, die Waage einfach in den Müll zu werfen, sich davon nicht mehr den Tag versauen zu lassen, nicht mehr darüber zu grübeln, warum man heute plötzlich ein Kilo mehr wiegt, obwohl man gestern nur Salat und ne Salzkartoffel gegessen hat (das passiert halt manchmal einfach so). Was ist daran bitte schlecht?

Auf Twitter las ich von irgendeiner, das Problem sei, dass sich hier nur Frauen mit „Normalgrößen“ zu Wort gemeldet hätten. Und diese sind natürlich im Vergleich zu richtig fetten Frauen total privilegiert, was in manchen radikalen Strömungen des Feminismus der finale Code ist für „Fresse halten“. Denn privilegierte Menschen dürfen NIEMALS irgendwas sagen!

Diesen Damen scheint das tatsächliche Problem entgangen zu sein. Das Problem ist ja nicht, dass Frauen ab BMI 30 verhöhnt und ständig wegen ihrer Figur kritisiert werden. Das Problem ist, dass sowas auf ALLE Frauen zutrifft! Eine Ausnahme mögen wohl die wenigen von der Natur gesegneten sein, die ohne Sport etc. essen können was sie wollen und trotzdem schlank bleiben. Aber selbst die werden doch ständig auf ihr Gewicht angesprochen, auf ihren Körper reduziert!

Die Schwere eines Misstandes äußert sich nicht darin, wie die Gesellschaft auf solche reagiert, die extrem krass von der gesetzten Norm abweichen. Die Schwere eines Misstandes äußert sich darin, wie die Gesellschaft auf solche reagiert, die davon auch nur ein bisschen abweichen. Und das ist beim Thema „weibliche Figur“ eindeutig der Fall!

Der Schmerz, den richtig fette Menschen empfinden müssen, wenn sie angepöbelt oder ausgelacht werden, wird nicht im Geringsten geschmälert, wenn eine, die in einen H&M reingehen kann und dort sogar auch ohne Übergrößenabteilung was passendes findet, davon berichtet, wie an ihrem Aussehen rumgemäkelt wurde. Und es ist nur logisch, dass eine solche Frau sich mit solchen, die von diesen Attacken noch viel mehr betroffen sind, praktisch automatisch solidarisiert!

Deshalb ist es gar nicht schlecht, dass sich hier Frauen zu Wort gemeldet haben, die nach Interpretation der fat-acceptance-Membern ne völlig normale Figur haben. Ganz im Gegenteil! DAS beweist doch erst, was für ein Problem wir heutzutage mit abweichenden Körperformen haben!

Deshalb finde ich die Kritik an der Aktion völlig überzogen, vor allem, wenn man das weiter denkt. Wenn jetzt Frauen, die mehr wiegen als die Initiatorinnen meinen, dass nur so richtig fette Frauen sich dazu wirklich äußern dürfen, was passiert dann, wenn NOCH dickere Frauen auftauchen? Gibts ne Grenze, ab der man sich äußern darf? Oder heißt es: Je mehr BMI, desto mehr Gewicht haben auch die Worte?

Manchmal sollte man einfach mal überlegen, was sich Leute bei bestimmten Dingen gedacht haben. Und die #waagnis-Mädels haben bestimmt nicht gedacht: Höhö, trollen wir mal ein bisschen rum. Sie haben reflektiert, wofür dieses Scheißding Waage eigentlich steht und beschlossen, sich daraus zu befreien, während sie gleichzeitig anderen Frauen damit Mut machen wollen.

Dass dabei viele fatpositive oder fatacceptance Bloggerinnen „unsichtbar“ gemacht wurden… also meine Güte. Manchmal glaube ich, manche Leute stecken so tief in ihrer Filterbubble drin, dass sie gar nicht merken, dass ihnen außerhalb dieser keine Sau zuhört. Ich habe mich beispielsweise schon seit ich denken kann mit Diäten, Gewicht etc. beschäftigt, aber fat acceptance ist mir erst über den Weg gelaufen, als ich anfing zu bloggen. Das ist wieder mal keine besonders verbreitete Bewegung, die daher doch über jeden neuen Impuls froh sein kann. Wenn dieser jetzt von Ninia, Kathrin, Johanna und Maike kommt, warum nicht? Sie mögen einen anderen Ansatz haben, sind auch wahrscheinlich nicht fat positive. Aber sie sind Frauen und haben eine Leidensgeschichte. Frauen mit einer kleinen Idee. #waagnis eben. Und der Vorstellung, dass man ausgehend von seiner Blogger-Fangemeinde damit vielleicht für das ein oder andere Mädchen etwas besser macht.

Ich mache bei #waagnis nicht mit. Aber ich hoffe, viele andere tun es. Und Ninia, Kathrin, Johanna und Maike wünsche ich alles Gute. Sie haben sich absolut nichts vorzuwerfen.

Meine Top 7 Alben aller Zeiten: Teil 6&7: Various Artists „To Be Announced“

Ach Leute, es tut mir furchtbar leid, aber ich kann einfach nicht!

Ich habe gerade (und schon seit Stunden) versucht, meinen Beitrag zu Teil 6 fertig zu schreiben, doch es geht nicht! Lasst es mich erklären:

Dieser High-Fidelity-Spruch in diesem Beitrag, also, das war eigentlich gar kein Spruch. Eine lange Zeit habe ich alles, was geht, in eine Top 5 Hitliste gesammelt. Meine Top 5 Musikvideos. Meine Top 5 der geilsten Musiker. Meine Top 5 Songs. etc.pp.
So hatte ich auch sehr, sehr lange nur meine Top 5 Musikalben aller Zeiten. Allerdings hat mich vor kurzem ein schon etwas älteres Album so dermaßen geflasht, dass ich erwägte, diese Liste zu erweitern. Aber ein Album aus meiner Topliste rauswerfen – das ging gar nicht klar! Deshalb musste es einfach „angehängt“ werden.

Dann wollte ich diese Reihe hier starten und dachte: „Ne Reihe mit sechs Artikeln? Was soll denn das bitte sein?! Fünf, okay. Zehn, fast noch besser. Aber sechs? Nee. SIEBEN wäre noch vertretbar. Ne Woche halt. Aber sechs, nein. NIEMALS!“
Das kann man jetzt ein bisschen monkisch finden, aber so funktioniert mein Hirn nunmal ^^

So dachte ich drüber nach, welches Album mich ähnlich geflasht hat, um eines der nun sieben Topalben zu werden und glaubte, eins gefunden zu haben. Also: Beitrag geschrieben, Top 7 angekündigt, alles klar.

Und jetzt? Meine ursprünglichen Top 5 kennt ihr nun schon. Während des Schreibens der Beiträge habe ich mir alle Alben nochmal (und mehrmals) angehört, habe sie auf mich wirken lassen, bin den Pfad der Erinnerung zurück geschlendert (hach, wie lyrisch *kotz*).
Und gerade, als ich beim Beitrag zu Teil 6 saß, wurde mir klar, dass das einfach nicht geht. Kein Album abgesehen der fünf, die ich schon vorgestellt habe, hat mich jemals so geflasht wie die bereits genannten. Kein Album, egal wie geil, hat es verdient, mit ihnen in einer Reihe genannt zu werden. Jedenfalls NOCH nicht. Das mag sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch ändern, aber auf diesem Stand bin ich hier und heute. Es wird weiterhin gute Musik und saucoole Alben geben, aber das liegt eben in der Zukunft!

So wurde aus den Top 7 wieder eine Top 5. Sorry. Und so wird es bleiben, bis nicht ein neues Album kommt, das eine solche Leichtigkeit mit sich bringt wie die Americana, so ambitioniert durchgestylt wie Nevermind, so pink und glitzerig aussieht wie die Razorblade Romance, so kompromisslos draufhaut wie die Mezmerize und so treibend ist wie die Our darkest days. MINDESTENS!

Betrachtet es als irreführende Werbung: Sieben angekündigt, fünf sind gekommen. Das kommt beim besten Festival vor. Genauso wie vorzeitiger Abbruch. Tja. Passiert.

Am Ende seien wenigstens noch einige Alben erwähnt, die es nicht in die Liste geschafft haben, aber halt trotzdem sehr empfehlenswert linkinparksind, wie Linkin Parks Hybrid Theory zum Beispiel. Jahrelang lief Linkin Park halt immer so mit, aber ihr letztjähriger grandioser Auftritt auf Rock am Ring haben meine Begeisterung für sie auf ein neues Level gehievt.

riseagainstDann muss Rise Against erwähnt werden. Ich kann mich einfach nicht entscheiden, ob ich die Appeal to Reason oder

riseagainst2

doch The Sufferer and the Witness besser finden soll. Es sind auf beiden Albem so einmalig geile Songs drauf (aber auch der ein oder andere Filler…), daher sind sie einfach BEIDE empfohlen.

paparoachUm mal wieder etwas in die Vergangenheit zu schweifen: Als Papa Roach noch cool waren, war ihr Song Last Resort für mich einfach nur eine Offenbarung und das dazu gehörige Album Infest eines meiner ersten ernsthaften Alben.

tenaciousDDoch warum immer ernsthaft? Tenacious D beehren uns seit Jahren mit ihrer absoluten Liebe zum Rock und genialen Songs. The Pick of Destiny hat einige davon, die von keiner Metalparty mehr wegzudenken sind. Wer einmal kollektiv und pathetisch auf Beelzeboss getanzt hat, will es immer wieder tun!

steelpantherIn die gleiche Kerbe haut Steel Panther mit Feel the Steel. Absolut überrissen, idiotisch, saugut.

 

bloodhoundgangUnd wo wir bei Idioten sind: Ohne die Bloodhound Gang und ihr Album Hooray for Boobies geht bei dem Thema gar nichts!

 

alterbridge

Alter Bridge dagegen haben mit One day remains ebenfalls einfach nur Rock vom Allerfeinsten abgeliefert.
avengedsevenfoldAvenged Sevenfold haben nicht nur mit ihrem selbstbetitelten Album Maßstäbe gesetzt.
metallicaAuch wenn ich mit vielen seit Jahrzehnten im Geschäft befindlichen Metallern nichts viel am Hut habe, gebührt Metallica ewiger Ruhm für ihr Black Album.
badreligionBad Religion hatte mich das erste Mal mit The Process of Believe und mich dann nie mehr los gelassen.
dieärztePunkig sind ja auch die Ärzte mit vielen, vielen Alben, aber am besten gefällt mir doch ihre 13.

 
bulletformyvalentineBullet for my Valentine’s bestes Album ist das The Poison.
mychemicalromanceMy Chemical Romance sind wesentlich jünger, was sie nicht davon abgehalten hat, mit The Black Parade ein Konzeptalbum über den Tod abzuliefern.

 

dragonforcePowermetal der besten Sorte liefern Dragonforce auf Ultra Beatdown ab.
disturbedcoverDisturbed werden ein bisschen rebellisch mit Ten Thousand Fists.

 

serjtankian

Und Serj Tankian war auch allein auf seiner Platte Elect the dead ziemlich geil.

 

 

Und die bereits vorgestellten Bands hatten natürlich auch nicht nur EIN gutes Album. Im Gegenteil.

Boah, was ne Arbeit, die Bilder alle mit Beispielen bei Youtube zu verlinken. Jetzt müsst ihr wenigstens auch klicken ^^

Und ich werde mir jetzt Alkohol in irgendeiner Form genehmigen, womit dann morgen mit einem finalen Kater endlich die Feierlichkeiten zu Rock „Dieses Mal bin ich nicht dabei“ am Ring beendet sind. Ich wollte alle vier Tage betrunken und so sein und das habe ich geschafft \o/

Ich bin also immer noch voll Rock’n Roll.