Meine Top 7 Alben aller Zeiten – Teil 2: The Offspring „Americana“

Erst bei Teil 2 angekommen, doch hier ist es, das Album, auf das ich von all meinen Alben am wenigsten verzichten wollte!

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Tracklist
1. Intro
2. Have you ever
3. Staring at the Sun
4. Pretty Fly (for a white Guy)
5. The Kids aren’t alright
6. Feelings
7. She got issues
8. Walla Walla
9. End of the Line
10. No Brakes
11. Why don’t you get a Job?
12. Americana
13. Pay the Man

Erstbegegnung
Keine 90er-Party ohne Pretty Fly, oder? Es war die Zeit des ersten zaghaften Hip Hop in Deutschland, der Basecaps und Baggypants, und mein älterer Cousin spielte Basketball und war Fan der Phoenix Suns. Da ich ihn cool fand: Ich auch!
Das Musikvideo von Pretty Fly war voll mit all diesen Klischees. Natürlich lustig gemeint. Und daher fand ich es auch lustig!
Der poppige Song war indes gut dazu geeignet, die geneigte junge Zuhörerin auf behutsame, nicht zu krasse Art an die mehr punkigen Richtungen der Musik heran zu führen. Und spätestens, als ich dann das phänomenale Musikvideo zu The kids aren’t alright bei Bravo TV sah (sic…), das heute übrigens immer noch zu einem meiner Lieblingsvideos zählt, war es um mich geschehen. Das Album musste ich haben! Gesagt, getan.

Highlights
Americana ist definitiv das Album, das bei mir am meisten rauf und runter lief. Und läuft, immer noch. Neben The kids aren’t alright, meinem All-Time-Offspring-Favorite, ist schon der Anfang mit Have you ever einfach wahnsinnig grandios. Mit schönen Speed schließt Staring at the sun daran nahtlos an und liefert einfach nur ein bisschen wildes Gekloppe auf den Drums. Dazu Dexter Holland als „Wooo-hooo-Boy“, wie so oft – fucking amazing.
In eine ähnliche Kerbe schlägt Walla Walla, wobei hier noch ein wenig Punkchor dazu kommt, was eigentlich niemals falsch ist.
Depressiv wird es dann bei End of the line, ein Song, der beweist, dass die Themen Trauer und Tod überhaupt nicht lahm umgesetzt werden müssen. Voller Power, dunklem Bass, ein bisschen Wah-Wah und einem tollen Text.
Kurz vor dem Ende gehts dann noch einmal mit Americana so richtig ab. Nach einem hammerharten Intro gibts bei dem Lied einfach nur so richtig eins aufs Maul! Und das ist GUT SO!!

Tiefpunkte
Diese hat The Offspring leider auf jeder CD, aber hier hält es sich voll in Grenzen. Gar nicht okay geht leider Pay the man, ein über achtminütiges Stück, welches irgendwie indisch daher kommt und schlicht und ergreifend nervt wie Sau. Keine Ahnung, was sie sich dabei gedacht haben!
Dann mochte ich Issues einfach noch nie. Der Song ist so lahm und kommt Dexter Holland leider gar nicht entgegen. Der ist tragischerweise kein wahnsinnig guter Sänger, doch kann man diese Tatsache natürlich etwas ausgleichen… was dieses Lied nicht tut.
Ebenfalls einfach nur höllenlangweilig finde ich Why don’t you get a job?. Und sorry, so schön es ist, auf 90er Partys darauf zu tanzen: Pretty Fly fällt gegen den großen Rest des Albums deutlich ab. Es ist halt diese eine typische Single, die sie auf jedem Album haben und mit der sie in die Charts wollen. Legitim, muss ich aber nicht mögen.

Biographisches
Es begab sich in der 9. Klasse, als ich mein dreiwöchiges Betriebspraktikum absolvierte, dass ich erstmals ein Gefühl für den Begriff Boreout bekommen sollte, dieser Fachausdruck für das Gegenteil von Burnout, der damals, glaube ich, noch überhaupt nicht benutzt offspring2worden ist. Mit anderen Worten: Das Praktikum war schrecklich, denn keine Sau kümmerte sich um mich oder darum, dass ich was zu tun hatte. Trotzdem musste ich jeden Tag antanzen. Drei Wochen lang, acht Stunden täglich tödliche Langeweile, die irgendwie gefüllt werden mussten. Und weil ich so verzweifelt war, nutzte ich tatsächlich einen ganzen verdammten Tag dafür, sämtliche Songtexte der Americana auswendig zu lernen. Heimlich natürlich, das Booklet unter meiner Praktikumsmappe versteckt, während ich im Geiste die Songs mitsummte.
Und in der 10. Klasse tat ich dann ein gutes Werk, indem ich eine Lehrerin (ne andere Englischlehrerin als die von gestern), die eine Lyrics-Übersetzungs-AG anbot (sowas bräuchte man heute dank Internet auch nicht mehr…) davon überzeugte, The Offspring zu behandeln. Sie hielt die Band für niveaulosen Müll, aber als ich ihr ein paar Texte anschleppte, war sie von The kids aren’t alright völlig hingerissen. Wir hörten uns den Song also an und übersetzten ihn, allerdings frage ich mich heute noch, was passiert wäre, wenn sie sich stattdessen für Americana entschieden hätte. Der Text, den ich ihr gab, enthielt nämlich die ganzen vielen „Fuck you“s nicht ^^

Konzerterfahrung
Es dauerte lange, SEHR lange, bis ich mir diesen Traum erfüllen konnte. 2008 war es endlich so weit: Rock am Ring gab The Offspring bekannt. Und ich so: „AAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHH!!!!“
Was war ich geil auf diesen Auftritt. Und nichts in der Welt sollte mich davon abhalten, mir meine Lieblingsband anzusehen! Das Ganze musste also minutiös geplant werden. Wir wollten an diesem Tag schon sehr früh hoch zur Centerstage, weil eine gute Band nach der anderen spielte. Um zu gewährleisten, auch wirklich bei The Offspring noch fit zu sein und nicht wegen sowas blöden wie einer Pinkelpause nicht mehr in den A-Block reinzukommen, beschloss ich, an diesem Tag einfach nichts zu trinken (auch kein Wasser! Maximal den Mund wollte ich mir ausspülen…). 1. halt, um nicht pinkeln gehen zu müssen, und 2. um nicht noch vorher abzuscheißen.
Tja, das ging grandios daneben:mrgreen: Schon auf dem Zeltplatz gut angetrunken, füllte ich mir meinen Tetrapak mit einer selbstmörderischen Mischung aus Schwarzbeerwodka und Energydrink (Tetrapaks sind auf dem Festivalgelände erlaubt, dürfen aber eigentlich nicht offen sein beim Einlass. Pro-Tipp: Unten aufklappen, kleine Stelle einritzen, Inhalt rausquetschen, neuen gepimpten Inhalt mit einer dieser großen Spritzen einfüllen, Pappe wieder zuklappen, mit Gaffatape verschließen. So einfach!) und trank alles noch vor dem Konzert.
Ich war sowas von dicht. Aber dennoch ging alles gut. Ich musste zwar zweimal aufs Klo, kam aber beide Male wieder rein (hier ein erneutes „Yeah!“ für meine knapp unter 1,60!! Hab mich einfach unter den Armen von irgendwelchen 2-Meter-Typen durchgequetscht) und erlebte einfach nur das absolut geilste Konzert meines Lebens.
Im selben Jahr durfte ich die Jungs mit meiner besten Freundin dann auch nochmal auf einem eigenständigen Konzert erleben, da sie zusätzlich durch Deutschland tourten.
Tja, und dann waren sie letztes Jahr tatsächlich wieder am Ring… und failten einfach nur komplett. Denn, so geil die beiden ersten Konzerte waren… The Offspring spielen eigentlich keine guten Konzerte. Sie reden zwischendurch nicht, reißen ihr Set runter und spielen auch die Zugaben eher unambitioniert. Ich weiß nicht, ob sie das schon immer so gemacht haben oder dies einfach eine Folge des Alters ist. Sie sind seit fast 30 Jahren im Geschäft, was darf man da noch erwarten? Deshalb werden die Alben wohl leider auch immer schlechter.


(Wir standen direkt vor diesem Megamoshpit ^^)

Was das Album mich lehrte
„When the truth walks away
everybody stay
‚cause the truth about the world is
that crime does pay“
– Have you ever

Trivia
Die Band an sich, also die einzelnen Personen, haben mich irgendwie ja nie interessiert. So von wegen, Frauen hören ja nur Musik, wenn die Bandmitglieder heiß sind. Ähähähä – nein.
Darum hab ich hier leider nix. Nur das vielleicht: Es gibt ne The-Offspring-Chilisoße namens „Gringo Bandito“. Und Dexter Holland ist gar kein Holländer.
Ich weiß… schockierend.

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10 Gedanken zu “Meine Top 7 Alben aller Zeiten – Teil 2: The Offspring „Americana“

  1. Offpsring hat sicherlich einige recht coole Songs. Einige davon sind sicherlich auch auf dem Album. Finde das ganze ist solide gute Musik, aber sie bringt sozusagen nicht meine ‚innere Disharmonie‘ zum schwingen😉

    Ich bleibe gespannt wie es weitergeht🙂

    • Deine innere Disharmonie? Wie äußert die sich?

      Es hängt viel auch echt mit dem zusammen, was man mit der Musik verbindet. Wenn ich allein das berücksichtige, kann es kein Album in Zukunft geben, was die Americana toppen kann!

      • Es äußert sich darin, dass ich in einzelnen Musikstücken Widersätze sehr mag. Sein es ruhige Passagen mit normalen Gesang, welche vom ‚Growling‘ und harten Passagen durchbrochen werden (bspw. Zero Signal von Fear Factory oder Return to the Times of Splendor von Disillusion – was nen ganzes Album wär). Sei es Musik welche allgemein ungewöhnlichere Instrumente/Elemente nutzt (Apocalyptica, Folk-Metal/Punk wie Eluvitie oder Dropkick Murphys, TechnoParts + Metal wie bei Machinae Supremacy). Oder welche halt gesanglich/musikalisch eine extreme Tonbreite besitzt (Toccata und Fuge von Bach oder halt viele Dinge von Knorkator).

        Das ganze natürlich immer in einem gewissen Rahmen. Bedeutet natürlich nicht, dass ich nicht auch ’normalere‘ Dinge mag – wie ich ja schrieb war ich aufm Meat Loaf Konzert und bin bis heute großer Meat Loaf Fan.

        Aber vielleicht liegts auch in was anderem, ist teils schwer zu sagen woran es genau liegt😉

  2. Bei uns fing die Offspring-Phase mit Self Esteem an.
    Und The kids aren’t alright find ich heut noch sehr geil. Vom Text mal abgesehen, ist es ganz prima auch zum Mitgrölen unter Alkoholeinfluss!

    • Die Smash ist auch in Ordnung. Ich hab ja jedes Offspring-Album *angeb* Aber keines davon toppt die Americana! Und wie es aussieht, wird auch keins mehr kommen, die sie toppen kann…

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