Meine Top 7 Alben aller Zeiten – Teil 3: Nirvana „Nevermind“

Irgendein ernsthaftes Music-Best-of ohne dieses Schätzchen? Irgend…eines?

Nirvana

Tracklist
1. Smells like Teen Spirit
2. In Bloom
3. Come as you are
4. Breed
5. Lithium
6. Polly
7. Territorial Pissings
8. Drain you
9. Lounge Act
10. Stay away
11. On a Plain
13. Something in the way (+Endless Nameless)

Erstkontakt
Und so begab es sich, dass zwei verwirrte, unglückliche Mädchen mit gekreuzten Beinen vor der Anlage des einen Mädchens saßen und Musik hörten. Dieses Mädchen – meine beste Freundin – spielte dem anderen Mädchen – mir – etwas neues vor. Es war die Live-Version von Smells like Teen Spirit, die auf der From the muddy banks of the Wiskah zu finden ist.
„Wie findeste?“
„Hm, joah… wer isn das?“
„Nirvana. Der Sänger, Kurt Cobain, war ein Junkie und hat sich umgebracht.“
„Cool,“ sagte ich. Und sie nickte verstehend.

Highlights
Smells like Teen Spirit
In Bloom
Come as you are
Breed
Lithium
Polly
Territorial Pissings
Drain you
Lounge Act
Stay away
On a Plain
Something in the way

Tiefpunkte
Bitch, please.

Biographisches
Ich sitze hier und kann kaum in Worte fassen, wie sehr Nirvana mich beeinflusst hat. Als ich Kurt Cobains sanfte Stimme zum ersten Mal hörte, war ich praktisch innerlich abgestorben. Er hat mich ins Leben zurück geholt. Und seitdem weiß ich: Es ist immer noch besser, sich schlecht zu fühlen, als gar nichts zu fühlen.
Ich erinnere mich an meine Abschlussfeier zur Mittleren Reife. Was habe ich geweint. Dabei hatte ich wirklich keinen Grund dazu. Die Realschule war scheiße gewesen. Freunde hatte ich keine. Aber, naja, wenigstens wurde ich nicht allzu sehr gemobbt. Eher übersehen. Es könnte doch SEHR viel schlimmer sein, oder? – dachte ich damals. Deshalb die vielen unnötigen Tränen.
nirvana3Aber ich hatte ja Nirvana. Und kurz vorm Eintritt in die Oberstufe meiner neuen Schule stand fest: Ab jetzt könnt ihr mich alle aber mal sowas von am Arsch lecken. Anpassung, Anerkennung, verzweifelt versuchen, wenigstens nicht in allem so dermaßen hinterher zu hinken? Nä, das gibts jetzt nicht mehr. Nehmt mich so wie ich bin oder fickt euch!

still in my room, still in my heart

still in my room, still in my heart

Ich stiefelte also am ersten Schultag mit Chucks, zerrissenen Levis 501 und einem viel zu großen unlizensierten (und deshalb saucoolen) Kurt-Cobain-Shirt aus Italien in die Klasse – und wurde sofort akzeptiert. Mehr noch, man fand mich cool!!
Meine Familie hasste mich für mein neues Auftreten. Auch verging kein einziger verdammter Tag, an dem ich nicht auf der Straße wegen meiner kaputten Jeans angepöbelt wurde.
Aber ich fühlte mich zum ersten Mal wohl und ging fast jede Woche tanzen. Rückblickend war das vielleicht die beste Zeit meines Lebens.

Konzerterfahrung
Nirvana-Konzerte? Wie, zur Hölle, wie? Kurt Cobain brachte sich um wurde ermordet, als ich gerade neun Jahre alt war. Ich glaube, sollte ich je eine Zeitmaschine erfinden, wäre ein Nirvana-Konzert irgendwann Anfang der Neunziger meine erste Zieladdresse.
Wenigstens gibt es das legendäre Unplugged-Konzert. Ich weiß noch, wie der erste Todestag von Kurt nahte, nachdem ich ihn entdeckt hatte. Traditionell zeigte MTV dann immer das schon erwähnte Konzert, irgendwann spät abends.
Ich saß also an diesem Tag aufgeregt wie ein kleines Mädchen vor dem Fernseher und inhalierte die Musik und die Bilder. Es war so dermaßen traumhaft. Und mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
Kurt sah nie besser aus.

(Is nur der Soundcheck. Hat auch was.)

Was mich das Album lehrte
„It’s okay to eat fish
cause they don’t have any feelings“
– Something in the way

Trivia
Wo soll ich da nur anfangen? Ich tät sagen: Gar nicht. Nächstes Jahr jährt sich Kurts Todestag zum 20. Mal. Da könnt ihr euch jetzt schon auf einen entsprechenden Artikel einstellen, falls es mich dann noch gibt. Da werdet ihr aber sowas von zugeschmissen mit irgendwelchen random facts.
Vielleicht schaffe ich es bis dahin, meine Abneigung gegen Leichenfledderei zu überwinden und endlich seine Tagebücher zu lesen. Doch halt, lasst mich überlegen… nee!

nirvana2

4 Gedanken zu “Meine Top 7 Alben aller Zeiten – Teil 3: Nirvana „Nevermind“

  1. Obwohl Nevermind natürlich großartig ist, mag ich am allerliebsten das Unplugged Album. Ich finde es so dermaßen gefühlsbeladen, das geht immer ganz tief rein. Man hört einfach wie unglücklich Kurt war.

    • Das stimmt. Aber seine wilde Seite mochte ich halt auch und die fehlt bei Unplugged in New York leider. Überhaupt bin ich absolut kein Fan von Unplugged-Zeug… die Nirvana-Unplugged ist neben den Ärzten Unplugged die einzige Unplugged-CD, die ich mir anhören kann!

  2. Pingback: Zum 20. Todestag von Kurt Cobain: 20 maximalpersönliche Facts | robins urban life stories

  3. Pingback: Themenwoche: Meine Top 7 Alben aller Zeiten | robins urban life stories

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