Eine Woche ohne Internet – Bericht einer Überlebenden

Es war letzte Woche Montag, als sich unser Internet des Nachmittags still und leise verabschiedete. Und ich so:

wonderwomanNooo

Aber naja, man wird ja nicht gleich hysterisch werden! Netzschwankungen sind ja normal, zumindest bisher in jeder Wohnung, in der ICH je gewohnt habe, also doch mal Laptop zu, einkaufen gehen und danach geht’s vermutlich wieder.

Ging es nicht.

Die erste Nacht war lang und fiebrig, der nächste Morgen ernüchternd: Es tat sich immer noch nichts. Damit musste ich der Tatsache ins Auge sehen, dass hier ein echtes Problem vorliegt und keine zeitweise Schwankung!
Dieses Problem konnte aber immer noch an mir liegen. Also, an meinem Laptop. Ich wartete also gespannt darauf, dass Mitbewohner Dave von der Arbeit kam. Mitbewohner Nummer 2, David, war der Katastrophe schon im Vorfeld entronnen und montagmorgens auf Hauptstadtbesuch abgerauscht.
Dave kam, klickte und erbleichte. Auch bei ihm rührte sich nichts, womit es offiziell war. Es galt also, unseren Internetanbieter vollzujammern, damit er tätig wird.

Allein das ist ja schon mal schwieriger als gedacht. In solchen Situationen merkt man, wie aufgeschmissen man ohne Internet ist. Woher sollte ich die Nummer vom Servicetelefon bekommen?
Aber ich bin ja nicht ganz blöd und weiß, dass sowas nebst anderen wichtigen Informationen wie Kundennummer etc.pp. auf dem Vertrag steht. Ähm, und der ist wo…? Ich hatte ihn natürlich nicht, ich bin ja gerade erst eingezogen. Er musste auf Dave oder David laufen, wobei letzteres natürlich auch ungünstig wäre, denn der ist ja nicht da!

Mal sehen, ob Dave ihn hat und damit auch die Nummer.
Ich: „Weißt du die Nummer vom Kundendienst?“
Dave: „Das ist die 1&1-Servicenummer.“
Ich: „Äh… ja. Und die ist?“
Dave: „Oh, ach so! Oh Mann, man ist schon aufgeschmissen ohne Internet, gell?“
Ich: „Ist mir noch gar nicht aufgefallen…“
Dave: „Aber du kannst da doch eh nicht anrufen, das Telefon geht doch auch nicht.“
Ich: „Handy?!“
Dave: „ACH SO!!“

Leider stellte sich heraus, dass der Vertrag auf David läuft, den ich deshalb während seines Urlaubs stören musste, was ihn, glaube ich, dezent anpisste, aber das war mir selbstverständlich egal! Er erlaubte mir, sein Zimmer zu betreten, wo ich den Vertrag dann auch nach kurzer Suche fand.
In der Zwischenzeit war es zu spät geworden, um dienstags noch anzurufen, was zu einer weiteren grauenvollen Nacht ohne „Ich sehe mir noch eine Folge von dieser Serie ein zum Einschlafen“ führte.

Inzwischen war es Mittwoch und ein Kumpel von David und Dave war zu Besuch gekommen, dem ich die Misere natürlich sofort in den schwärzesten Farben schilderte. „Na, wenn das nicht daran liegt, dass David die Rechnung nicht bezahlt hat…“ meinte er feixend.
Das wäre natürlich ein Hammer. Bevor ich anrief, teilte ich Dave sonderbar gelassen (keine Ironie!) meine Ansicht mit, dass ich, falls dies zutrifft, David leider den Arsch aufreißen müsse.
„Warum jemanden den Arsch aufreißen, wenn er ne Rechnung nicht bezahlt hat? Das kann doch mal passieren!“
Dies alles im angepisstesten Ton. Eine kleine Demonstration von Daves Angewohnheit, völlig verständnislos auf absolute Selbstverständlichkeiten zu reagieren -.-

Der Typ vom Kundenservice fragte mich als allererstes, ob ich denn schon versucht hätte, das Ganze mal ein- und wieder auszuschalten. Als hätte ich dieses mein einziges Mittel gegen technische Probleme nicht schon längst eingesetzt!
Ansonsten war er aber sehr nett und versicherte, dass er meine Beschwerde an die Technik weiter reicht. Das könne aber schon 36 Stunden dauern, bis die sich darum kümmern können.

Letztendlich dauerte es aber bis Sonntag, bis ich nach täglichen „Wir arbeiten an dem Problem und entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten“-SMS die Meldung bekam, dass ein Techniker dienstags anrücken würde. Dienstag kam und kein Techniker tauchte auf!
Inzwischen hatten Dave und David sich die Klinke in die Hand gegeben: Mittwochs war Dave Richtung Heimat abgerauscht und montags darauf war David wieder da – der nach nur einem Tag ohne Internet schon sichtlich an Entzugserscheinungen litt! Wutentbrannt rief ER also beim Kundenservice an.

Dort stellten sich dann zwei Dinge heraus: Der nette Mann hatte unseren Auftrag NICHT an die Technik weiter geleitet („Ist im System hängen geblieben“ konstatierte Typ Nummer zwei leidenschaftslos) und die Meldung, dass ein Techniker aufkreuzen würde, kam überhaupt nicht von 1&1. Nachdem ich das nochmal gecheckt hatte, musste ich auch feststellen, dass sie mit „Ihr Kabel Deutschland“ unterzeichnet war. Das war ein Rätsel, das mich minutenlang völlig sprachlos machte, bis ich auf die Lösung kam: Meine lieben Ex-Mitbewohner hatten offensichtlich AUCH Probleme – und meine Nummer bzw. ich stand immer noch als Ansprechperson im alten Vertrag!

Ich hatte also völlig umsonst dienstags auf den netten Mann von der Technik gewartet. Der tauchte allerdings dann tags darauf auf, ohne sich überhaupt anzumelden. Inzwischen war mir zu Ohren gekommen, dass viele Internetanbieter momentan Probleme haben wegen Hochwasserschäden. Ich wusste nicht, ob ich das gut finden soll (wenigstens weiß man, woran es liegt) oder scheiße (wie lange wird das dann noch dauern, wenn das Internet weggespült worden ist?!).
Aber der Techniker fand die Lösung prompt. Nachdem unsere Nachbarin von unten drunter vor kurzem ausgezogen ist (97 Jahre alt und mopsfidel (!!!), trotzdem jetzt nach diversen Wehwehchen besser mal ins Seniorenheim gegangen), sind, nachdem ihr ganzer Scheiß, den sie nicht mitgenommen hat, auf der Straße gelandet ist (vorher durften wir allerdings rein, um uns auszusuchen, was wir wollten. Ich ergatterte einen echten Nerzmantel!! und ein urhässliches Ledertäschchen, das ich eigentlich verkaufen wollte, mir aber inzwischen leider irgendwie ans Herz gewachsen ist, obwohl ich es niemals benutzen werde -.-), Handwerker angerückt und haben ein Kabel, von dem sie nicht wussten, wofür es gut ist, einfach mal so abgeklemmt. Stört ja niemanden, ne. Leider war DAS unser Telefonkabel!

Ehrlich gesagt war das nach „David hat die Rechnung nicht bezahlt“ meine zweite Vermutung gewesen, nur dachte ich, sie hätten es vielleicht aus Versehen durchgesäbelt. Aber nee, war Absicht – die man glücklicherweise rückgängig machen konnte!

Wir haben also wieder Internet, auch wenn mich der Gedanke an unser Kabel, das offensichtlich durch die fremde Wohnung läuft, etwas nervös macht. Unsere Vermieterin ist nämlich eine unendlich blöde Kuh, der ich es zutrauen würde, das Kabel auf Dauer zu kappen, nur um uns auf den Sack zu gehen. Weiß nicht, ob die das darf. Aber DIE Frau ist so scheiße, der muss ich einen ganzen Beitrag widmen -.-

Wie also würde ich diese 9 Tage ohne Internet im Nachhinein beschreiben?

Ich dachte immer, meine Internetkonsum wandelt auf dem schmalen Grad zu einer netten, kleinen Sucht. Aber auch, wenn ich die erzwungene Internetabstinenz eingangs so hysterisch beschrieben habe… im Grunde war das eine richtig geile Woche. Wirklich wahr!

Normalerweise gammel ich jeden Tag stundenlang vorm Rechner rum und klicke mich durch unzählige Artikel, die mich nur mäßig interessieren, sehe mir Bilder an, die irgendwie nur so halb witzig sind und verplempere Zeit, die ich viel besser nutzen könnte. Was fange ich also ohne diese „Waste of Time“-Maschine an?

Ich bin endlich dazu gekommen, mit Supernatural anzufangen. Davon habe ich nämlich die erste Staffel auf DVD von einer Freundin geliehen… vor zwei Jahren oder so. Und ich bin nie über die ersten beiden Folgen hinaus gekommen, obwohl mir die Serie gefällt und ich weiß, dass die im Laufe der Zeit immer besser wird. Jetzt habe ich wenigstens die halbe Staffel hinter mir und werde definitiv dran bleiben!

Dann habe ich endlich God of War III zu Ende gespielt, bzw. wieder neu angefangen und Zeus endlich in den Arsch getreten. Der Endkampf war viel einfacher als beim ersten Versuch, als mein Depp von Ex noch mit mir spielte. Harhar! Fick dich, Zeus!!

Gelesen hab ich auch endlich wieder was. Ein Jahr lang habe ich auf das Taschenbuch zu Stephen Kings Der Anschlag gewartet und endlich konnte ich mich darin vertiefen. Die tausend Seiten waren natürlich viel zu schnell vorbei. Fa-bel-haft! Dazu gibt es selbstverständlich noch eine eine ausführlichere Kritik irgendwann.

Aber das Beste betrifft meine eigenen Schreibambitionen. Ich blogge ja nicht nur über Kneipenzeugs und anderen Scheiß, sondern betätige mich auch belletristisch, wobei mir leider nur allzu schmerzlich bewusst ist, dass ich einfach nicht besonders gut bin. Mir fehlt das Fenster im Kopf, das bei Mr. King zum Beispiel so breit ist wie eine ganze Schaufensterfassade. Ich kann mir manche Dinge einfach nicht vorstellen. Ich schreibe z.B. über zwei Typen, die sich in einem Zimmer unterhalten, aber ich sehe das Zimmer nicht vor mir. Das ist schade.

Trotzdem mag ich meine Geschichten, auch wenn es davon noch nicht sonderlich viele gibt. Das liegt an meiner Inspiration, die nur phasenweise auftritt. Manchmal liegen zwischen diesen Phasen viele Monate, in denen ich nicht ein einziges Wort zu Papier bringe.

Das ich nur schubweise schreiben kann, dachte ich zumindest bis letzte Woche. Diese Tage haben mir gezeigt: Es ist nur das Internet, das mich davon abhält, Storys, die ich schon fast komplett im Kopf habe, auch nieder zu schreiben. Wirklich wahr. Was natürlich nicht die Schuld des Internets ist, sondern einzig an mir und meiner Unfähigkeit liegt, die Kiste einfach mal aus zu lassen!
Diese Woche hat mir was wunderbares eröffnet: Die Inspiration ist IMMER da, nur ab und zu von anderen Scheiß überdeckt. Ich kann IMMER schreiben – ich muss mich nur manchmal ein bisschen mehr anstrengen. Vorher habe ich an einer sprachlich komplizierten Stelle einfach aufgegeben und habe im Internet gesurft, jetzt knabbere ich halt daran herum, bis mir eine passende Formulierung einfällt, die sich nicht gestelzt anhört. Und dabei zeigte sich etwas, was jeder erfolgreiche Autor jedem Möchtegernschriftsteller rät, was ich aber bisher einfach nicht glauben konnte: Auch Schreiben muss man üben wie ein Musikinstrument, und nur dadurch wird man besser.

Letzten Dienstag oder Mittwoch habe ich mich wieder an eine Story gesetzt, die mir seit Monaten im Kopf rumspukt, von der ich bisher (in eineinhalb Jahren, seitdem ich sie angefangen habe!! Das hat mich gerade absolut fertig gemacht.) aber nur wenig zu Papier gebracht habe. Jetzt, 10 Tage später, ist sie von knapp 3000 Wörtern auf 22440 angewachsen. Das entspricht bei meiner Schriftart und -größe (Times New Roman 12, Standard halt) einen Anwachsen von ca. 7 mickrigen Seiten auf 36. Im Schnitt knapp drei Seiten pro Tag… und ich habe wirklich JEDEN Tag geschrieben, teilweise, bis mir die Augen zufielen. Das ist der absolute Hammer. Richard Harris, der Autor von Schweigen der Lämmer und dem ganzen Rest schreibt angeblich nur eine Seite pro Woche. Und es wäre noch mehr gewesen, wenn ich nicht wie manisch Seiten von den Tagen zuvor immer und immer wieder lesen würde.

Das ist natürlich absolut kein Indikator für Qualität. Trotzdem bin ich völlig hingerissen von mir selbst. Das muss ja auch mal sein. Übung macht vielleicht nicht den Meister, aber es bringt Routine und hat jetzt schon dazu geführt, dass ich vor kleineren Formulierungsproblemen nicht mehr verzweifelt zusammen breche. Die Geschichte ist noch nicht fertig, aber ich mag sie sehr und beginne sogar zu glauben, dass sie nicht nur für meine bescheidenen Verhältnisse super ist, sondern auch insgesamt gar nicht mal so schlecht. Ich habe endlich das Gefühl, den Personalen Erzähler gemeistert zu haben. Vorher war es immer nur Robin, die da vor sich her sinniert hat, jetzt lese ich je nach Perspektive tatsächlich unterschiedliche Charaktere. Die erscheinen mir übrigens zum ersten Mal richtig glaubwürdig, sowohl die OCs (Original Charakter, also die Leutchen, die ich erfunden hab) als auch die anderen. Was ich (gerade) schreibe, könnte man nämlich im weitesten Sinne unter Superhelden-Fanfiction einordnen, etwas, mit dem ich mich schon zumindest gedanklich beschäftige, seitdem ich sechs Jahre alt bin. In ernsthafter (haha…) Weise, also schriftlich und eindeutig ins DC-Universum eingebunden, allerdings erst knapp seit, äh, dreizehn Jahren oder so. Das muss man sich mal reinziehen!

Jedenfalls freue ich mich darüber total, auch wenn das Endergebnis vielleicht höchstens von insgesamt fünf Leuten auf der Welt gelesen wird. Ich ärgere mich schon fast, dass ich sie selbst bei dem Tempo leider nicht mehr bis nächste Woche fertig kriegen werde, wenn ich nach Spanien abdüse. Meinen Laptop kann ich nicht mitnehmen und von Hand schreibe ich nicht gern. Trotzdem. Ich werde mir alle bisherigen Seiten ausgedruckt mitnehmen und habe auf dem Jakobsweg genügend Zeit, sie zu überarbeiten und über den Rest nachzudenken. Und das schreibe ich dann halt dennoch von Hand. Habe ja keine körperliche Behinderung oder so.

Was ich eigentlich sagen will: Die Zeit ohne Internet hat mir neue Dinge gezeigt und mich auch in dem Entschluss bestärkt, auch in Zukunft das Internet manchmal einfach aus zu lassen. Bloggen macht mir Spaß, ich diskutiere gerne mit Menschen über das Internet, aber das sollte nicht den Großteil meines Lebens und meiner Zeit fressen. Es gibt so viel mehr. Serien glotzen, PS3 zocken, Stephen King lesen und Fanfictions schreiben mag zwar jetzt auch nichts sein, womit ich die Welt retten werde, aber trotzdem ist es eine nette Abwechslung und zumindest im letzten Fall definitiv etwas, was mir auch über die schnöde Beschäftigung hinaus etwas bringt. Es ist nicht das schlechteste, in meinem eigenen bescheidenen Rahmen kreativ zu sein.

Und Recherchen zu Geschichten tragen manchmal seltsame Blüten. Ich weiß jetzt zum Beispiel, dass eine Katze ca. 350 ml Blut in sich hat. Was sagt man dazu. Das weiß auch nicht jeder. Wollen die meisten wahrscheinlich auch nicht wissen. Aber trotzdem.

Irgendwie mag ich mich grade selber leiden🙂

10 Gedanken zu “Eine Woche ohne Internet – Bericht einer Überlebenden

  1. Hast du denn irgendwo schon Werke von dir Online, wo man sie lesen könnte? Ich hätte bisher keine wirkliche Eigenwerbung in der Hinsicht gesehen, weswegen du dich dann ja auch nicht wundern bräuchtest wenns nur 5 Leute lesen würden😉

    350ml … ja hatte ich auch schonmal irgendwo gelesen, wobei ich das mit dem floureszierenden Urin auch interessant fand. Meine Güte,… ich lese einfach zuviel Mist im Internet. Vor allem bei Cracked die 100.tne komplett sinnlose Infos, welche sich teils in mein Hirn brennen -_-

    • Nein, es steht nichts online. Erst Recht nichts von meinen DC-Fanfictions. Dazu fehlt auch der rote Faden, ein konkreter Anfang sozusagen. Ich weiß darüber alles, aber dieses Gerüst zu Papier zu bringen, wäre unendlich aufwendig und vermutlich auch gar nicht besonders spannend zu lesen.

      Was ich schreibe, sind einzelne Storylines. Die Charaktere sind bereits eingeführt, haben schon einiges hinter sich. Bevor ich das jemanden zu lesen gebe, muss ich erst mal ziemlich viel an Erklärung voraus schicken. Das geht bei Leuten, die ich im RL gut kenne, aber online würde das einfach nicht funktionieren. Deshalb wird es vermutlich bei den fünf Leuten bleiben😉

      Ich bin auch eine Müllhalde für irgendwelche fun oder random facts😉

      • Mei.. erst hier ‚Scharf‘ machen und dann nichts zum lesen haben. Was ein schlechtes ‚Teasing‘ ey ;P
        Ist aber verständlich das es nichts im Netz gibt, wenn es ungeordneter ist, bzw. man da Vorwissen benötigt. Wpbei ich zugeben muss, dass ich bei DC-Fanfictions allgemein wahrscheinlich noch mehr von DC lesen müsste um mich da vernünftig einfinden zu können.

        Wie bist du eigentlich auf DC gekommen? Ich frag da ich persönlich mit DC nie soviel anfangen konnte, wie mit Marvel.
        Wobei Flash und Batman an sich ja schon cool sind.

      • Ja, sorry, damit musst du jetzt leider leben:mrgreen:

        Als ich klein war, war DC in Deutschland einfach viel präsenter als Marvel. Es gab die Wonder-Woman-Serie mit Lynda Carter, die Batman-Serie mit Adam West (beides als Wiederholungen, waren damals schon uralt), die Superman-Filme mit Christopher Reeve, dazu die tolle Superman-Serie mit Teri Hatcher, diverse Trickserien… bei Marvel dagegen nur ein bisschen „Spider-Man und seine Freunde“. War zwar auch okay, aber der Rest war wesentlich beeindruckender.

        Marvel hat mich nie heiß gemacht. Viele ihrer aktuellen Verfilmungen sind super, aber ich werde trotzdem mit dem Universum nicht warm. Ich hasse Stan Lee und mag die Idee der Mutanten nicht… das ist mir irgendwie zu Random.

        DC hat mehr klassische Helden, praktisch Stereotypen erschaffen (Superman und Batman sind vollendete, gegensätzliche Stereotypen) und hat einfach auch mehr Maßstäbe gesetzt: Den ersten Superhelden, den ersten Sidekick, das erste Superheldenteam… das ist heute Standard, damals halt revolutionär.

        Und jetzt kenne ich mich mit dem Universum aus oder kannte ich mich zumindest damals, als ich regelmäßig gelesen habe… da wechselt man nicht mehr😉

      • Also es ist nun schon verständlicher🙂

        „Als ich klein war, war DC in Deutschland einfach viel präsenter als Marvel. Es gab die Wonder-Woman-Serie mit Lynda Carter, die Batman-Serie mit Adam West (beides als Wiederholungen, waren damals schon uralt), die Superman-Filme mit Christopher Reeve, dazu die tolle Superman-Serie mit Teri Hatcher, diverse Trickserien… bei Marvel dagegen nur ein bisschen “Spider-Man und seine Freunde”. War zwar auch okay, aber der Rest war wesentlich beeindruckender.

        Hmm ich glaube die Wonder-Woman-Serie habe ich nie gesehen. Wobei ich mich an eine Serie über den Flash erinnere. Batman mit Adam West ist natürlich ein gewisser Kult, bzw. war er ja auch damals schon *G*.
        Ich konnte Superman irgendwie nie viel abgewinnern, der war mir immer zu perfekt. Andererseits muss ich sagen konnte ich der Idee der Avengers nicht viel abgewinnen, fand den neuen Film aber brilliant. Joss Whedon yay! *G*


        Marvel hat mich nie heiß gemacht. Viele ihrer aktuellen Verfilmungen sind super, aber ich werde trotzdem mit dem Universum nicht warm. Ich hasse Stan Lee und mag die Idee der Mutanten nicht… das ist mir irgendwie zu Random.

        Das mit dem Random kann ich nicht ganz nachvollziehen. Sind nicht die meisten Superhelden ein wenig ‚Random‘?


        DC hat mehr klassische Helden, praktisch Stereotypen erschaffen (Superman und Batman sind vollendete, gegensätzliche Stereotypen) und hat einfach auch mehr Maßstäbe gesetzt: Den ersten Superhelden, den ersten Sidekick, das erste Superheldenteam… das ist heute Standard, damals halt revolutionär.

        Hmm das finde ich ist nun eine ziemlich Schwierg. Okay die Justice League mag tatsächlich etwas wirklich neues gewesen sein. Aber ansonsten sehe ich die eigentliche Leistung weniger bei DC und in Superman als in den diversen ‚Pulp-Fiction‘ Veröffentlichungen zuvor wie the Phantom, Lone Ranger, Flash Gordon, The Green Ranger, oder auch John Carter of Mars.
        Welche im Grunde schon die klassischen Charakterzüge und Eigenschaften in sich trugen.

        Okay, macht natürlich Sinn das man relativ in einer Ecke bleibt, wenn man diese sehr lieb gewonnen hat.

      • Lynda Carter war damals Kult, aber so richtig gut finde ich die Serie heute auch nicht mehr. Habe auch nur noch ganz verschwommene Erinnerungen daran.

        Superman ist auch weit davon entfernt, mein Lieblingssuperheld zu sein… aber er ist halt SUPERMAN. Der Erste, der Beste, der Größte. Meine Meinung zu ihm ist ungefähr so wie zu Elvis. Er ist eine absolute Ikone und das muss man würdigen, aber ich mag seine Musik einfach nicht.
        Aber „Die Abenteuer von Lois und Clark“ war klasse. Dean Cain hat einen richtig sympathischen Superman abgeliefert zu einer Zeit, als Clark Kent auch in den Comics endlich mehr sein durfte als ein Trottel (das hat mich bei den Christopher Reeve Filmen immer so genervt). Die Wortgefechte zwischen ihm und Lois Lane sind episch. Überhaupt wurde ein viel größerer Fokus auf ihre Beziehung gelegt als auf das ganze Superheldending. Kann man sich durchaus heute auch noch ansehen.

        Avengers war toll. Der erste Iron Man auch. Alle X-Men-Filme, Wolverine. Sogar Thor ist noch besser als Green Lantern, der wirklich zum Kotzen war. Marvel macht wesentlich bessere Realfilme als DC, so schlimm es für mich ist, das zuzugeben (allerdings gibt es einige supergeile DC-Animationsfilme… ich empfehle einfach mal „Under the Red Hood“ und „Return of the Joker“, beide Batman, beide Hammer). Nolans Batman hat mir ja auch nicht gefallen, aber damit stehe ich recht allein auf weiter Flur.

        Was mich an Mutanten stört: Es ist mir irgendwie zu einfach zu sagen, dass die alle ihre Kräfte durch eine Mutation bekommen haben. Damit fällt dieses ganze Superhelden-Origin-Ding weg. Macht es für Autoren natürlich wesentlich einfacher, aber auch beliebiger.

        „Hmm das finde ich ist nun eine ziemlich Schwierg. Okay die Justice League mag tatsächlich etwas wirklich neues gewesen sein. Aber ansonsten sehe ich die eigentliche Leistung weniger bei DC und in Superman als in den diversen ‘Pulp-Fiction’ Veröffentlichungen zuvor wie the Phantom, Lone Ranger, Flash Gordon, The Green Ranger, oder auch John Carter of Mars.
        Welche im Grunde schon die klassischen Charakterzüge und Eigenschaften in sich trugen.“

        Nicht die Justice League war das erste Superheldenteam, sondern die Justice SOCIETY, das war nochmal 20 Jahre früher😉
        Kostümierte Helden gab es tatsächlich schon vor Superman, aber dennoch: Es hat ja schon einen Sinn, dass er als erster Superheld galt. Was völlig neues eben. Ein Alien, das die Welt nicht zerstören will, sondern beschützt.
        Vieles, was heute als Klischee gilt, wurde von DC erstmals erdacht. Batman, der grüblerische, dunkle Held. Das Alien mit Superkräften. Die erste Superheldin. Supertempo. Superkräfte durch eine kosmische Waffe etc.pp.

        Ich habe mir bei meinem Einzug in die neue WG „Super-Munchkin“ gekauft, weil jeder von uns eine Munchkin-Version hat. Meine Mitbewohner rieten mir ab, sie hatten die Version schon gespielt und fanden sie blöd. Aber das war nur, weil sie die Anspielungen als Nichtcomicleser nicht verstanden. Ich finde die Version supergeil. Dort findet man eben all diese Klischees en masse. Und darum ist es gut😉

      • Ahh habe die Lynda Carter gerade gegooglet und Mal ein Bild von ihr als Wonderwoman gefunden. Nun erinnere ich mich ganz dunkel Mal etwas von ihr gesehen zu haben, wobei ich mich daran weit dunkler erinnere als z.b. an Eine wundervolle Genie oder Mr. Ed, welche ich damals auch dann und wann sah *G*.

        Die Abenteuer von Luis und Clark fand ich auch besser als viele andere Superman Folgen, aber es war halt immer noch häufig sehr Supermanhaft. Aber natürlich erkenne ich an das er die Superkräfte wieder sehr modern machte.
        Green Hornet und Co. waren ja weniger übermenschlich. *gerade Lust bekommt Queen – Flash Gordon zu hören* *G*.

        Marvel hat es aber gut geschafft da sehr viele ihrer Comichelden zu vermarkten. Und jetzt wo sie Teil des großen teuflischen D’s sind wird sicherlich noch mehr kommen – gab da ja schon ein Paar Hinweise und so…
        Aber du darfst nicht vergessen das Marvel oder halt die Studios welche die Verfilmungen übernahmen teils auch schwache Filme geliefert haben, wie z.b. Elektra, diverse Hulk Versionen, Punisher Ansätze und möglicherweise noch andere eher schlechte, welche mir gerade nicht einfallen😉
        Green Lantern habe ich immer noch nicht geschaut, so schrecklich mutete er an. Obwohl ich Ryan Reynolds als scherzenden Superhelden an sich gut finde (in Blade und Wolverine war er gut).
        Auch sollte man ja nicht vergessen das sowas wie Watchmen auch DC ist.
        Nolans Batman… schwer zu werten. Ich fand ihn nicht schlecht, aber auch nicht großartig. Burtons Batmans fand ich im Grunde besser – also Batman + Batman Returns. Aber ich denke das kommt schlicht aus dem unterschiedlichen Fokus.
        Bei Nolan wirkt es häufig etwas ‚Montoner‘ – Batman zeigt wieso sich Batman ändert, featuring in Nebenrollen – die Bösewichter. Während bei Burton weniger über Batman erzählt wurde und weit mehr über die Nebencharaktere. So zumindest mein Gefühl.
        Wobei die größte Diskussion hatte ich als ich damals abstritt das Heath Ledger der perfekte Joker wäre. Meine Sicht ist. dass es nicht eine Version des Jokers gibt, sondern unterschiedliche. Und ich denke das Nolans Version schlicht den Leuten mehr gefällt, als jene von Burton.
        Aber was Filme angeht bin ich wohl ‚komisch‘.
        Ich bevorzuge sehr häufig die alten Versionen der Filme aus meiner Kindheit.

        Okay ja… die Herkunft bei Mutanten ist beliebiger. Dafür finde ich bietet dieser generische Ansatz mit der Schaffung einer ganzen neuen Gruppe von ‚Andersmenschen‘ auch einiges an Potential.
        Auch wenn Marvel das langsam zu Tode ausgereizt hat…

        „Kostümierte Helden gab es tatsächlich schon vor Superman, aber dennoch: Es hat ja schon einen Sinn, dass er als erster Superheld galt. “
        Naja was heißt es hat einen Sinn? *G*
        Ich sehe darin eine ähnliche Vereinfachung wie bei der Aussage das Charles Darwin der alleinige Begründer der Evolutionstheorie sei😉

        Was die ‚Neuerfindungen angeht‘ – nimms mir bitte nicht zu krumm, DC war sicher super für Comics und Marvel häufig einen Schritt vorraus, würde ich auch nie in Frage stellen, aber:
        Batman = Sherlock Holmes + Green Hornet oder eben The Phantom *G*
        Superman = John Carter of Mars + ‚kostümierter Held‘, nur das es eben nicht der Mensch auf dem Mars ist, sondern der Alien auf der Erde😉
        Die erste Superheldin = Sheena Herrscherin des Dschungles… ( http://en.wikipedia.org/wiki/Superheroines#History ) nennt zumindest ein Paar die meines Wissens nach nicht von DC stammen.

        Aber wie schon gesagt, DC war sicher führend und das einflussreichste Comic-Label. Wobei ich erneut leicht kritisch anmerken darf Marvel anscheinend mutiger war als DC bei der Einführung von Schwulen Helden…

        Aber Mal abseits von DC und Marvel, Dark Horse Comics und diverse andere haben ja auch viele nette Comics gebracht
        . Und im Grunde schaue ich schon eher nach einzelnen Charakteren und Stories, als nach dem Label und seit nun doch schon einiger Zeit nunmal allgemein weniger nach Comics..

        Ahh Super-munchkin🙂 Ja Munchkin lebt davon das man die Anspielugnen auch versteht, sonst zünden die Witze ja weniger. Ist wie bei den Simpsons mit den Stiltman-Double. Den kann man auch nur dann richtig funny finden, wenn man weiß das es damals solche Bösewichter gab *G*.

      • Ich habe jetzt leider keine Zeit mehr für eine ausführliche Antwort, hab noch einiges zu tun… außer: Sheena ist genauso wenig eine Superheldin, wie Tarzan ein Superheld ist, daher ist und bleibt Wonder Woman die erste Superheldin😉

        Ich mochte Heath Ledgers Joker übrigens auch nicht…

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