Jakobsweg: Update 3

Oje… schon zwei Wochen seit dem letzten Beitrag! Allerhoechste Zeit fuer ein Update!

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Kathedrale von Astorga

Erst zu der gesundheitlichen Situation: Ich musste tatsaechlich 3 volle Tage in Villar de Mazarife bleiben, um mich auszukurieren, danach wollte ich aber langsam wieder anfangen. Ich bewaeltigte die Strecke Villar de Mazarife – Astorga in 2 Tagen statt wie letztes Jahr in einem, lief also einmal 15 km und einmal 18.
In Astorga angekommen war mein Fuss wieder dick, dabei bin ich echt langsam gegangen! Fuer mich war es voellig unverstaendlich. Aber es war leider nicht zu leugnen: Mein linker Fuss tat beim Auftreten einfach unheimlich weh. Unvermeidlicherweise musste ich noch einen Tag Pause machen.

Danach war es viel besser, da ich auch den ganzen Tag kuehlte, aber eben noch nicht weg. Also noch einen Tag Pause. Keine Verbesserung. Also NOCH einen Tag… aber auch hier, der Schmerz wurde nicht weniger.
An der Stelle wurde es mir dann zu bloed. Das kann doch unmoeglich eine Sehnenentzuendung sein, dachte ich, denn die bessert sich zwar langsam, aber sie TUT es! Und vor allem wird der Schmerz nicht WAEHREND des Gehens weniger, was er tat.

Ich beschloss: Ich gehe weiter, ob ich Schmerzen habe oder nicht. Und das war genau richtig. Denn was auch immer ich im Fuss hatte, zumindest waehrend der letzten grossen Pause war es keine Sehnenentzuendung mehr gewesen. Ich tippe ganz profan auf Muskelkater! Da ich sowas sehr selten im Fuss habe (besser gesagt: NIE), hatte ich keine Ahnung, wie sich das anfuehlte. Seitdem tut es zwar jedes Mal, wenn ich neu zu gehen anfange, etwas weh, aber schon sehr viel weniger als noch in Astorga.

Ja, momentan kommt es mir vor, als schrubbe ich Kilometer wie sonst was!! Endlich habe ich diesem Punkt erreicht, an dem ich wirklich sagen kann: Der Weg ist das Ziel. Klar freue ich mich auf die Herberge abends, aber schmerzfrei gehen zu koennen, ist einfach nur wahnsinnig schoen – und so kommt Santiago und auch Fisterra immer naeher.
Tatsaechlich werde ich in drei Tagen vor der Kathedrale stehen, sollte es (ich, hoehoe) so weiter gehen. Ich kann kaum glauben, dass es schon so bald so weit ist. Aber meine Rechnung offenbart mir die Wahrheit… ich bin jetzt tatsaechlich schon bei fast 850 km. Weder bei meinem ersten Camino und erst recht nicht bei meinem zweiten bin ich so viel gegangen. Ich muss ab jetzt jeden Meter gehen, um mein Ziel – 1000 km – noch zu erreichen. Und darueber freue ich mich wie ein Schnitzel :mrgreen:

Sogar das Wetter scheint mitzuspielen. Momentan weht naemlich hier in Galicien ein eiskalter Wind (soviel zu meinem Mitbewohner, der Null Ahnung hat, aber trotzdem lachte, als ich mit einer langaermeligen Weste nach Spanien abflog…!). Wenn ich nach Fisterra komme, soll dort allerdings ueber 30 Grad herrschen, womit BEACHTIME angesagt ist!!! :mrgreen:

Ueberhaupt freue ich mich so auf das Meer und Schwimmen. Ich werde mir einen richtig schicken Bikini leisten uuuund massenhaft Unterwaesche. Es gibt in Spanien so coole Unterwaesche, viel tolleres Zeug als in Deutschland! Und mit meinem nun gestaehlten Body kann ich jetzt sowieso alles tragen :mrgreen:

Tja, mehr gibts gerade nicht zu sagen, ausser: Danke an alle, die mir wegen meiner geschundenen Fuesse die Daumen gedrueckt haben! Es hat gewirkt! 🙂

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8 Gedanken zu “Jakobsweg: Update 3

  1. Der menschliche Fuß (also beide) ist ein komplexes Wunderwerk aus Knochen, Sehnen, Bändern und Muskeln, darauf stehen, gehen und drehen wir – wenn Du zurück bist, dann googel es mal. Es ist wirklich faszinierend. Feinmechanik vom feinsten. So vor ca. zwei Jahren hatte ich auch einmal Bänderprobleme im Fußgelenk links (mit einer Art „Patschfuß“ [Abrollen ging nicht mehr, darum diese Schonbewegung] über fast ein halbes Jahr.)
    Weiterhin alles Gute an Dich !

    • Lustig, genau das hat mir eine andere Pilgerin auch gesagt 😉

      Momentan ist er ein wenig dick, tut aber eigentlich nicht weh. Ich bin guter Hoffnung und fast traurig, dass es nur noch ca. 100 km sind!

  2. Wie cool. Toll, dass Du Dich durchgebissen hast. Von der Erfahrung kannst Du noch lange zehren.

    Bzgl. Deinem gestählten Body. Ich kann mich noch erinnern, dass ich mich bei vielen Leuten je näher wir nach Santiago kamen immer wieder fragte, warum die ihre Klamotten nicht in ihrer Größe gekauft haben. Bis ich dann irgendwann verstanden habe, dass sie sehr wohl in der passenden Größe losgelaufen sind, aber soviel Gewicht verloren haben.

    Buon Camino

    • Ich kann dazu nur sagen:
      1. Camino: ca. 800 km –> -6 Kilo (Schilddruesenunterfunktion noch nicht erkannt)
      2. Camino: ca. 400 km –> -5 bis 6 Kilo (mit Tabletten gegen SUF)
      3. Camino: 1000 km –> ???

      Ich bin sehr gespannt! Auf die spanischen Waagen steige ich nicht mehr, weil es einfach NIE stimmt und dann zu demotivierend ist. Ich schaetze aber ebenfalls wieder so um die 6 Kilo. Hab leider vergessen, meine Masse zu nehmen :/

  3. Hm, liebe Robin, ich kann Deine Begeisterung für Chucks ja durchaus verstehen… aber wenn Du in denen auch die Strecke läufst (letzter Beitrag), dann kann ich verstehen, daß Dein Fuß kaputt ist.

    Ordentliche Stiefel zum Laufen/Wander/Marschieren/Kilometerreißen/Pilgern gibt es auch schon für wenig Geld, bspw. die (Leder-)Kampfstiefel „Modell 2000“ von der Bundeswehr. Es ist ein Vergleich wie Tag und Nacht, glaub mir. In denen habe ich ohne Fußschmerzen schon Tagestouren von 80 km hingelegt – bei Chucks geht’s nach 10 schon nicht mehr richtig.

    Naja, aber Du hast es nun ja schon (fast?) geschafft. Den Rest kriegst Du auch noch hin – so oder so 🙂 Genieße die Tage!

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