Die Demontage eines Idols: „Arrow“ (Teil 2: Kritik)

Achtung: Folgender kleiner Rant Folgende kleine Rezension ist voller Spoiler und bezieht sich auf die erste Staffel. Lest also nur weiter, wenn ihr die Staffel schon kennt oder euch Spoiler in diesem Fall egal sind!

Nach dem ersten Teil, in dem ich über die Comicvorlage berichtet habe und warum ich diese so liebe, könnt ihr euch also gut vorstellen, warum ich auf diese Serie gespannt war.
Und leider muss ich sagen: Ich mag sie nicht.

Prämisse

Bereits die Prämisse der gesamten Serie, die Basis von Olivers Motivation, ist so dermaßen an den Haaren herbei gezogen, dass man nur den Kopf schütteln kann: Wir sehen ihn mit seinem Vater und dem einzigen anderen Überlebenden des Yachtunglücks in einem Rettungsboot treiben (wie lange, wird nicht erläutert – es scheinen aber schon ein paar Tage zu sein). Die Vorräte sind knapp, Rettung offensichtlich noch nicht in Sicht. Daher beschließt Mr. Queen, die Überlebenschancen seines Sohnes zu erhöhen, indem er erst den (völlig unschuldigen) dritten Kerl erschießt und dann schließlich auch sich selbst, nicht ohne Oliver vorher zu beschwören, auch nur ja zu überleben, damit er nach Hause zurück kehren und das Unrecht, an dem er Anteil hatte, wieder gut machen kann.

Ähm, ja. Muss ich ausführen, wie löchrig dieser „Plan“ ist? Mr. Queen hatte nicht die geringste Ahnung, wie diese Sache ausgehen wird. Er wusste weder von der nahen Insel (die zu dem Zeitpunkt noch nicht zu sehen ist), noch von den vielen Jahren Folter, Entbehrungen und Training, die Oliver dort erwarteten. Wie kommt man auf die Idee, in einer solchen Situation – sein entkräftetes Kind schutzlos in einer Nussschale auf dem Pazifik treibend – sich selbst abzuknallen, nur damit es vielleicht nen Schluck Wasser mehr aus der Notration kriegt? Wäre es nicht wesentlich intelligenter gewesen, einfach, naja, AM LEBEN ZU BLEIBEN und damit auch für alle Eventualitäten gewappnet zu sein? Seinen Sohn vielleicht verteidigen zu können, wenn es nötig wäre? Gemeinsam an ein rettendes Ufer zu paddeln, wenn Oliver allein dazu zu schwach gewesen wäre? Sein Hirn anzustrengen und nach Lösungen zu suchen, statt es sich einfach wegzuballern?

Desweiteren ist Oliver zu diesem Zeitpunkt ein gedankenloser, arroganter Partyhengst, dem jegliches Interesse für andere Menschen oder das Geschäft seines Vaters völlig abgeht und der nicht im Geringsten zu dem befähigt ist, was sein Vater von ihm verlangt. Erst die Insel formte ihn zu einem „echten Mann“, wenn man das so nennen will. Wie hätte sein Vater das vorhersehen sollen?

Von diesen groben Logiklücken abgesehen bereitet mir der unbeteiligte dritte Mann allerdings noch mehr Kopfschmerzen. Oliver kehrt am Ende ja tatsächlich zurück, um als grüngewandeter Rächer den Kampf gegen das Böse aufzunehmen, ein Kampf, der ihm sein offensichtlich geläuteter Vater kurz vor seinem Tod aufträgt. Aber wie viel ist dieser Kampf wert, wie viel ist Oliver als verkörperte Gerechtigkeit wert, wenn all dies auf einem kaltblütigen Mord basiert? Und wie ernst mag seinem Vater die Wiedergutmachung wohl gewesen sein, wenn er völlig skrupellos in der Lage ist, einfach einen Unschuldigen zu erschießen? Zumal eine Reflexion über diese Tat völlig fehlt. Als Oliver die letzten Momente seines Vaters seiner Mutter schildert, wird dieser Mann nicht mal erwähnt, als gäbe es ihn gar nicht!! Dies grenzt schon extrem hart an Narzissmus – und ist eines Helden nicht würdig!

Die Dialoge

Eigentlich könnte ich diesen Punkt abkürzen und einfach nur sagen: Sie sind gotterbärmlich schlecht. Aber sie verursachen mir wirklich solche Schmerzen, dass ich es dabei nicht belassen kann.

Es gibt eigentlich nur drei Gesprächsthemen in der gesamten Serie:

– Sinnieren über Olivers Vigilantentum. Hauptakteure: Oliver und Dig.

– Emotionalisiertes Herumschwurbeln über seine Ex-Beziehung mit Laurel und darüber, wie ganz doll verstört alle Beteiligten sind und waren. Hauptakteure: Oliver, Laurel, Tommy.

– Allgemeines Rumheulen. Hauptakteure: Eigentlich alle. Aber vor allem die Queen-Familie.

Den letzten Punkt möchte ich gerne weiter ausführen. Mir scheint es wirklich so, als würde so ziemlich jedes Gespräch innerhalb der Familie so ablaufen:

Thea: „Ich war eben mit ein paar Freundinnen Eis essen. Du weißt schon, am Gesellschaftsleben teilnehmen, funktionieren. Aber ich konnte das Eis nicht genießen. Denn weißt du, wem das Eis auch gut geschmeckt hätte? Dad.“
Oliver: „Ach Dad.“
Thea: „Ja. Ich vermisse ihn so. Jetzt kann ich ihm nicht erzählen, dass ich mit Freundinnen Eis essen war.“
Oliver: „Das muss sehr hart für dich sein. Ich vermisse Dad auch.“
Thea: „Ja. Ich bin froh, dass du mir das erzählst. Seitdem du von dieser Insel zurück gekehrt bist, bist du nicht mehr der Bruder, den ich mal kannte. Du bist so verschlossen.“
Oliver: „Thea, ich kann dir nicht erzählen, warum ich so verschlossen bin. Es tut mir sehr leid.“
Thea: „WENN DAD DOCH NUR HIER WÄRE!!!“ *türenknall*

Und nein, das ist KEINE Übertreibung!
Meine Fresse, geht’s vielleicht noch ein bisschen unsubtiler auf die Tränendrüse?! Ich verstehe vollkommen, wie traumatisch es für eine Familie ist, ein Mitglied zu verlieren, und Olivers unerhoffte Rückkehr wird diese Wunden sicher wieder aufgerissen haben, aber Herrgott, irgendwann ist es auch mal gut! Immerhin ist ja jetzt nur einer tot statt wie vorher angenommen zwei. Das sollte doch zumindest ein bisschen tröstlich sein!
Außerdem ist es fünf Jahre her. Eigentlich genug Zeit, Trauerarbeit zu leisten und damit zumindest halbwegs abzuschließen. Natürlich hinterlässt so etwas für den Rest des Lebens Spuren und kann nie ganz abgeschlossen sein, aber naja, man muss auch nicht in jedem Gespräch wieder auf das Thema zurück kommen! DAS IST NICHT HILFREICH!

…und leider auch nicht authentisch. Alle Beteiligten wirken dadurch wie kleine, zarte Pflänzchen, die ununterbrochen nur jammern und offensichtlich seit 5 Jahren kaum ihr Leben im Griff haben. Und das ist einfach too much. Diese Laberei! Das war zwar schon in Dawson’s Creek erfolgreich (ernsthaft, ich habe die Serie kaum je gesehen, weil sie so genervt hat, aber gab es da auch nur EIN authentisches Gespräch, wie es auch zwischen echten Teenagern stattfinden könnte?) und auch Smallville hat sich da SEHR hervorgetan.
Offensichtlich ist dieses überemotionalisierte Herumschwurbeln IN. Ich finde es aber trotzdem scheiße!

Dieses viele Rumtöten…!

Aber kommen wir zu Oliver, der, kaum wieder Zuhause, natürlich direkt weiß, was zu tun ist und als verkleideter Schütze loslegt. Dabei erschießt er direkt in der ersten Folge schon mehrere Typen.

Und das, liebe Freunde der verehrten Comickunst, geht EIGENTLICH gar nicht, denn Green Arrow tötet NIE.

Nun entwickeln sich Comics ja auch weiter, ähnlich wie die menschliche Moral. Die Anfänge, als in Comics noch wahre Lichtgestalten unterwegs waren, sind längst Vergangenheit. Die Akzeptanz für gewisse Inhalte nahm immer weiter zu, so wie auch das Alter des Zielpublikums. Spätestens seit den Siebzigern trauten sich Comics auch Themen anzusprechen, die für Kinder nur bedingt geeignet sind (und erst da fing auch das große Massensterben diverser Charaktere an…).

green arrow first kill

Green Arrow verwackelt den Schuss. The Flash (erste Serie) #217, 1972

Was ich sagen will: Ich habe zwar immer noch lieber diesen Green Arrow im Kopf, der direkt ins Kloster rannte, als er mal jemanden aus Versehen erschossen hat, aber naja – mit einem Killer komme ich irgendwie auch klar. Solange nicht auch noch Batman so anfängt (Niemals. Bitte!!!).

Allerdings nur, wenn das alles noch hübsch den Regeln der Logik gehorcht und nachvollziehbar bleibt, was zugegebenermaßen bei der Rolle, in der ICH ihn gerne sehen würde, fast unmöglich ist (mir fällt jedenfalls nicht ein, wie man einen Charakter gleichzeitig frohgemut, links und dem Töten seiner Gegner nicht abgeneigt anlegen könnte…) – aber leider schafft es die Serie auch nicht. Aber sowas von nicht.

huntress

In mehreren Folgen taucht Helena Bertinelli auf, die Tochter eines Mafiabosses, die mit den kriminellen Machenschaften nichts zu tun haben will und dann, als sie im Geheimen versucht, Beweise gegen ihren Vater zu sammeln, ihren Verlobten durch ein Attentat verliert – angeordnet von ihrem Vater. Deswegen ist sie verständlicherweise sauer und möchte sich rächen.

Sowas nennt sich Motivation und ist zumindest im fiktiven Kontext absolut nachvollziehbar – aber nicht für Mr. Oliver Queen! Dessen Feldzug ist ja, äh, was völlig anderes.

Huntress (Helena Bertinelli) - das Original.

Huntress (Helena Bertinelli) – das Original.

Deswegen ist es ja auch okay, wenn er die bösen Typen, die auf seine Liste stehen, abknallt (und deren Freunde… und die Bodyguards… und noch so ein paar andere Leute, die halt irgendwie noch gerade da sind…!), aber Helena, die ihren mordenden Mafiadaddy um die Ecke bringen will, also nein, das ist ja bäh, das geht gar nicht!

Aber das muss man eben verstehen… der Kerl steht ja nicht auf der Liste. ER STEHT NICHT AUF DER LISTE!!!einself

Wenn man der Meinung ist, böse Menschen umbringen zu dürfen sei okay, begibt man sich auf SEHR dünnes Eis. Oliver Queen ist allerdings schon längst eingebrochen – und präsentiert sich damit als ein Typ, dessen Einschätzung offensichtlich das Maß aller Dinge ist, obwohl er sich nur auf eine saublöde Liste rekurriert und er ansonsten nicht im Geringsten über sein Handeln reflektiert!

Was mich zum nächsten Punkt führt:

Der Charakter „Oliver“/Olivers Charakter

Tja, was lässt sich dazu sagen? Außer dem vielen Rumheulen, dem halbgaren Moralkodex und dem fremdgesteuerten Rachefeldzug ist da ja nicht viel, oder?

Das nervt mich eigentlich am meisten. Denn Oliver Queen ist witzig. Er ist polternd, tönend, absolut überzeugt von sich, ein polemisches Großmaul, der Polizisten „blaue Faschisten“ nennt und „Bonzen“ hasst und dessen Ansichten ebenso unerschütterlich sind wie seine Neigung, ab und zu seine Meinung einfach mal so um 180 Grad zu ändern. Ein Charakter, den man, wenn er über’s Ziel hinaus schießt (höhö) gleichzeitig hassen als auch dafür lieben kann, dass er sich dabei so verdammt lustig aufregt. Er ist ein Mann mit Idealen, der für eben diese bereit ist zu kämpfen, der nur WEGEN diesen Idealen kämpft.

So ist der Comic-Ollie. Und Arrow-Oliver?

Wir erfahren nach und nach in Flashbacks, wie er auf der Insel zu der starken Kampfmaschine wurde, die ihren Bogen meisterlich beherrscht. Doch wie wurde er zu einem Menschen, der Böses verdammt? Wie wurde er zu einer Persönlichkeit, die sich für Schwache und Entrechtete einsetzt?
Die Antwort ist: gar nicht. In jedem gottverdammten Intro labert er davon, den letzten Wunsch seines Vaters in die Tat umzusetzen. Dabei ist er genauso humorbefreit wie der Rest dieser Serie. Aber darüber hinaus? Ein großes, schwarzes Loch, wo eigentlich so etwas wie eine Motivation sein müsste.

„Now I will fulfill my father’s dying wish“ klingt so großartig, ist aber nur eine nett verpackte Umschreibung für „Ich habe nicht die geringste Ahnung, was ich hier eigentlich mache“. Und das NERVT.

Womit wir bei den Themen der Serie angekommen wären.

Die Themen

Wie gesagt ist Green Arrow eigentlich ein sozialkritischer Held, der sich für die Belange der unteren Klassen einsetzt und gegen Diskriminierungen kämpft. Zumindest in Ansätzen ist das auch in der Serie vorhanden, denn Oliver ist auch dort (obschon Mitglied der Upper Class) auf einem Feldzug gegen Bösewichte, die Schwächere ausgenommen haben, die sich nicht wehren können.

Solange sie halt auf seiner blöden Liste stehen.

Während vor allem die Hard Travelling Heroes Saga bemüht war, auch mal die Perspektive der Opfer zu zeigen (selbst wenn diese vermeintliche „Täter“ waren – beispielsweise Menschen, die nur stahlen, weil sie sonst verhungern würden), geschieht das in der Serie NIE. Eine Behandlung der sozialen Problemlagen findet praktisch nicht statt.
Was aber noch viel schlimmer ist: Es spielt kein Thema in der Serie, behauptet wird aber was anderes!

So gibt es eine Folge, in der eine Familie einen Bankraub nach dem anderen begeht. Dig meint daraufhin zu Oliver, dass sowas doch durchaus auch mal ein Job für „The Hood“ sein könnte. „Ich kümmere mich nicht um Straßenkriminalität“, wehrt Oliver diesen Vorschlag brüsk ab (am Ende tut er das Verlangte jedoch natürlich trotzdem).
Jo, ne. Banküberfälle haben ja so wahnsinnig viel mit Straßenkriminalität zu tun. Passiert ja täglich, so ein Bankraub, gell.

Tatsache ist: Straßenkriminalität ist wohl zu proll und bäh, um in der Serie eine größere Rolle zu spielen. Dann müsste man sich ja mit diesen ganzen Losern auseinander setzen, die klauen und überfallen und dealen, weil sie nie etwas anderes gelernt haben, da ihr Land sie schon von Anfang an abgestempelt und ihnen keine Chance gelassen hat, jemals etwas zu erreichen. Das ist ja zu differenziert, da kriegt man ja Kopfweh von. Lieber heult man noch ein bisschen über den toten Papi rum, der ja auch nicht so wirklich der gute Kerl war, für den man ihn gehalten hat, um sich nicht mit echten Problemen auseinander setzen zu müssen.

Auch hier gilt: Wäre das irgendeine Serie und irgendein Charakter, dann könnte ich das ja noch ignorieren. Aber hier geht es nun mal um Green Arrow, den Sozialaktivisten unter den Superhelden. Das ist ein ERBE. Und es ist ja nicht so, als ob in Zeiten von Bankenkrisen, die ganze Familien an den Rande des Ruins treiben, Rassismusdebatten, grassierender Homophobie, Überwachung etc.pp. ein solcher Held nicht mehr benötigt würde. Im Gegenteil!

Eine Serie mit solchen Inhalten hätte ich geliebt. Allerdings hätte sowas von den Programmmachern ja Mut erfordert – den Mut eines Denny O’Neill und Neal Adams. Aber der ist offensichtlich ausgestorben.

Was bleibt, ist ein absolut unpolitischer Held, den man scheut, auf reale Missstände loszulassen. Das treibt mitunter seltsame Blüten. Warum um alles in der Welt muss man in der heutigen Zeit für eine solche Serie eine Droge erfinden, gegen die Oliver dann kämpfen kann? Ich meine, gibt es nicht genug echte Drogen?

Vertigo – Dreh- und Angelpunkt der vielleicht blödesten Storyline der ersten Staffel. Wirkung? Weiß man nicht. Bestandteile? Oh nein, sowas kann man ja nicht in einem Familienprogramm erörtern. Auswirkungen? Ein paar blöde Upper-Class-Gören, die zugedröhnt Unfälle bauen (Olivers süße kleine Sis) oder auf der Straße tanzen, wo sie dann überfahren werden. Suchtpotential? Äh, da war doch dieser Typ, der total krass nervös war und, äh…!
Und das Zeug kommt in PILLENFORM. Oh my fucking God. Und so eine Kinderdroge soll diese ganze Stadt im Würgegriff haben?

Die Drogenproblematik ist eng mit Green Arrows Figurenhistorie verbunden. Als Denny O’Neill sich traute, das Thema in den Siebzigern anzuschneiden (er leitete die Story ein mit den Worten: „Viele werden sagen, die folgende Geschichte dürfe man nicht erzählen…“ *dramatische Musik einblend*), wagte er etwas zu zeigen, was zu dieser Zeit absolut neu und schockierend war:

Green Lantern (2. Serie) #85, 1971. Noch so  ein voll berühmtes Cover.

Green Lantern (2. Serie) #85, 1971. Noch so ein voll berühmtes Cover.

einen drogensüchtigen Superhelden. Green Arrow musste lernen, dass Drogensucht etwas ist, das nicht nur Schwächlinge und Feiglinge heimsucht, sondern jeden treffen kann – auch seinen eigenen Sidekick. Das war gleich aus zwei Gründen bemerkenswert: Erstens kratzte es an der Vorstellung des „perfekten Helden“ (war damit aber auf der Höhe der Zeit) und zweitens an dem Klischee, mit dem sich Politik und Eltern gerne beruhrigten – nämlich, dass nur Asoziale Drogen nehmen.
Seitdem kann das Thema bei Green Arrow nicht mehr unvoreingenommen behandelt werden. Schicksalsschläge, Baby. Und daher war es eigentlich auch nur logisch, dass Drogen auch in sämtlichen Adaptionen des Stoffes (höhö) auftauchen werden. Das war schon bei dem Green Arrow der Fall, der bei Smallville zeitweise rumturnte (leider kein Witz – allerdings war diese Figur und vor allem ihre krasse Beliebheit bei den Fans wohl mit ein Grund, warum Arrow überhaupt in Produktion gegangen ist) und nun eben auch in dieser Serie.

Aber warum so scheiße und oberflächlich?

Irgendwie schafft die Serie es, das Thema gleichzeitig zu diabolisieren als auch zu verharmlosen. So scheint sich seine (übrigens im Comic nicht-existente) Schwester zu Anfang so ziemlich alles einzuwerfen, was sie in die Finger bekommen kann – nur um dann von einem auf den anderen Tag damit aufzuhören. Leidensdruck, Suchtpotential? Irgendwie gar nicht. Gleichzeitig erfährt man über diese Pseudodroge Vertigo absolut nichts, außer eben, dass es eine Droge ist – und damit ja grundsätzlich eeeevil. Mehr Infos braucht man ja nicht, ne.

Ich kann mir nicht helfen – aber jedes Mal, wenn in einem Medium eine erfundene Droge auftaucht (und das ist leider schon öfter passiert), ist es bei mir irgendwie vorbei. Weil es so lame ist. Als müsste man die Zuschauer vor der harten Realität schützen.

Realitätsnähe?

Und damit wäre ich dann am letzten Punkt, der sicher nicht der schlimmste ist, aber nun mal trotzdem hier steht und mir unglaublich auf den Sack geht.

Seit Christopher Nolan für seine Batman-Trilogie so viel Fame abgegrast hat, wird versucht, sein Konzept der „Pseudorealität“ auf andere Projekte zu übertragen. Arrow ist Opfer davon geworden.

Ich bin absolut kein Fan von Pseudorealität (sowie ebenso kein Fan von Nolan allgemein), weil Superhelden nun mal nicht realistisch sind. Boom, harte Wahrheiten. Selbst bei theoretisch möglichen Helden wie Batman passt mir dieser Ansatz absolut nicht, weil damit schlicht und ergreifend ein Haufen Spaß auf der Strecke bleibt. Bei Nolans Batman äußerte sich das z.B. in ultralahmen Kampfszenen, weil sich Christian Bale in diesem Ganzkörperpanzer (warum genau hat er nochmal so viel für die Rolle trainiert?) kaum rühren konnte. Dabei ist Batman ein gottverdammter Ninja!

Bei Arrow ist das ein bisschen subtiler, aber einen großen Kritikpunkt hätte ich dann doch. Vielleicht einen, der für jeden, der noch nie einen Bogen in der Hand gehabt hatte, absolut uninteressant ist. Aber leider BIN ich nun mal selbst Bogenschützin (woran Green Arrow wohl mit einen Anteil hatte) und als solche kann ich das leider nicht ignorieren.

Zuerst war ich ja sogar sehr erfreut über die Änderung, Oliver ganze fünf Jahre auf dieser Insel versauern zu lassen statt nur ein paar Monate, denn fünf Jahre sind vor allem in einer solchen Extremsituation eine ausreichende Zeit, um ein solcher Ausnahmeschütze zu werden.
Natürlich tut er trotzdem mit seinem Bogen ständig Dinge, die ich unter „eigentlich absolut unmöglich“ einordnen würde. Aber hier greift nun die „Superhelden-Realität“: Das muss man eben einfach hinnehmen oder sich halt eine verdammte Doku ansehen. Wer nicht mal bereit ist, für einen Horrorfilm grundsätzlich die Prämisse zu akzeptieren, dass Geister existieren, hat ja auch keinen Spaß an dem Streifen. So auch hier: Da ist also dieser Typ, der eine ziemlich schwierig zu handhabende Waffe, für die man in nicht unerheblichen Maß auch schlicht Talent haben muss, perfekt beherrscht. Alles klar, ist einzusehen!

Doch nun kommen einige technische Details dazu – und ich aus dem Facepalmen nicht mehr raus.
In einer Folge sieht man in einem Flashback, wie Shado Oliver trainiert, indem sie ihn auf Wasser schlagen lässt, damit er stark genug wird, den Bogen zu spannen. Dieser Bogen habe, so wird erklärt, ein Zuggewicht von 150 lbs (englischen Pfund).

„Was mache ich hier eigentlich“ sagt dieser Blick!

Freunde und Nachbarn: HUNDERTFÜNFZIG PFUND. Hat irgendjemand der Schreiberlinge, die das verbrochen haben, schon mal einen Bogen in der Hand gehalten?! Warum haben die Bogenlehrer, die für die Serie sicher engagiert worden sind, nicht mal das Maul aufgemacht?! Hundertfünfzig Pfund!! Wisst ihr, wie VIEL das ist?! Wie gottverdammt UNMÖGLICH es ist, sowas zu spannen – und damit dann auch noch richtig zu zielen?!
Englische Langbogen, so ziemlich die stärksten Bogen, die jemals im größeren Maße auch wirklich verwendet worden sind, kamen im Mittelalter als rüstungsdurchschlagende Waffen zum Einsatz – und hatten sogar WENIGER Pfund! Allgemein geht man von einem Zuggewicht zwischen 100 und ca. 140 Pfund aus, und selbst DAS ist schon unglaublich viel!! Zusammen mit den völlig übertrieben scharfen Pfeilspitzen, die Oliver verwendet, sollte jeder Pfeil jedes Opfer, auf das er jemals geschossen hat, schlicht und ergreifend durchballern. Das ist auf so vielen Ebenen so unendlich übertrieben!!

… und leider nichts weiter als dummes Rumgepose. Denn nein, ein Oliver Queen würde einen solchen Bogen nicht spannen können, auch wenn er fünf Jahre lang nichts anderes getan hätte als Wasser zu verprügeln. Überhaupt, wie lange hat er das gemacht? Ein, zwei Tage? Und schon ging es? UND DANN AUCH NOCH SO LEICHT!?

Wisst ihr, warum mich das am meisten nervt? Weil es so grandios unnötig ist. Keinem Mensch fällt so ein Bullshit auf (außer Schützen wie mir), also hätte man es doch auch einfach weglassen können. Oder, krasser Gedanke: es einfach richtig darstellen können. Auch 70 oder 80 lbs sind für einen Anfänger je nach Fitness extrem schwer zu spannen und reichen für das, was er damit macht, vollkommen aus. Nehmen wir noch den Superhelden-Bonus mit rein: 100 lbs. Schön runde Zahl.
Aber nee – hauen wir doch noch 50% drauf! Ich wünschte, ihr wüsstet, wie dämlich das ist!!

Und das in einem Serienuniversum, das in der gesamten 1. Staffel ansonsten als „reale Welt“ gelabelt worden ist. Womit es laut Gerüchten demnächst vorbei sein wird (Achtung, Spoiler auf Staffel 2): The Flash wird aufkreuzen, erlebt wohlmöglich sogar in der Serie seine „Verwandlung“ von dem etwas lahmen Wissenschaftler Barry Allen zum schnellsten Mann der Welt, der sich mal locker mit vielfacher Schallgeschwindigkeit bewegen kann. Ich habe bisher nur die 1. Folge der 2. Staffel gesehen, aber die unglaublich unsubtil eingeworfene Nachrichtenmeldung über einen „neuen Teilchenbeschleuniger in Central City“ lässt schon eine grauenhafte Ahnung aufkommen (denn nein, ein Teilchenbeschleuniger hatte mit Barry Allens Superkräften im Comic nicht das Geringste zu tun).
Ich bin mir sicher: Die meisten Zuschauer, von denen viele offensichtlich nicht wissen, dass die Serie auf einem Superheldencomic basiert, werden hier unangenehme Gedanken in Richtung nuking the fridge haben – denn man kann nicht erst eine pseudorealistische Welt erschaffen, um sie dann mit sowas zusammen prallen zu lassen. Kein einziges fantastisches, mystisches oder sciencefictionhaftes Element in der gesamten ersten Staffel und dann DAS in Staffel 2? Ooooh jeeee…

Und sonst so?

Ich könnte ja noch ewig ranten. Zum Beispiel darüber, wie unglaublich dämlich die meisten Folgen sind, die oft auf dem Umstand basieren, dass Felicity offensichtlich nur noch ein Update davon entfernt ist, aus ihrem Computer eine Zeitmaschine oder eine Rakete zum Mars zu bauen. Man stelle sich die gesamte Serie mal ohne dieses unrealistische Wunderwesen vor. Klappt nicht, ne.
Oder darüber, wie sehr ich Roy Harper hasse. Der Junge ist verdammt noch mal mitsamt der gesamten Arrow-Familie einer meiner Lieblingssuperhelden, nicht nur deswegen, weil ich eine Schwäche für Charaktere mit Drogenproblemen habe, aber hier schaffen sie es, ihn aber sowas von vollständig komplett zu versauen. Allein diese Frisur!! Und es hat ja nicht gereicht, Clark Kent in Smallville immer in roter Weste und blauem Shirt rumrennen zu lassen – ohne rotem Hoodie kann dieser Typ hier offensichtlich auch nicht aus dem Haus! Er könnte auch ein Schild tragen mit „Seht mich an, ich werde demnächst Sidekick!“
Und Thea! Was für eine Schnepfe! Oder „Laurel“ (warum nicht Dinah!?)! Wie lame! Und diese völlig storyirrelevanten „Workouts“ von Oliver (ist euch aufgefallen, dass in jedem Vorspann eine andere Trainingseinheit gezeigt wird?!), nur um ihn oben ohne zu zeigen, als wäre er dieser hässliche Typ aus Twilight!! Und überhaupt: StarLING City?! Was war denn verkehrt an „Star City“?!

Aber es muss doch auch was gutes geben…?

Es fällt mir schwer, es zuzugeben, aber: Ja.

Stephen Amell ist zwar als Besetzung eigentlich viel zu jung, ist aber – man verzeihe mir mein Gelechze – ein absolutes Schneckchen, auch wenn er mir viel zu übertrainiert ist und ich deshalb auf seine halbnackten Fitnessstündchen verzichten kann. Auch sind die Kampfszenen größtenteils grandios choreographiert und lassen mein Fangirlherz höher schlagen. Das (und noch viel mehr) hätte ich mir für die Batman-Trilogie gewünscht. Und Paul Blackthorne spielt Malcolm Merlyn wirklich erstklassig und schafft es damit, dem einzigen interessanten Charakter in der gesamten Serie Leben einzuhauchen. Angeblich isser ja tot, aber so blöd werden die Macher ja nicht sein!

Fazit

Dennoch reichen diese paar Pünktchen nicht, um die Serie für mich zu retten. Zwar muss ich zugeben, dass ich mit ihr jetzt durch Hassliebe verbunden bin (wohl, weil ich mir ja tatsächlich die gesamte erste Staffel reingequält habe), heißt: Ich werde sie weiter verfolgen, aber leider ist da dennoch der Gedanke, dass hier wieder Mal ein DC-Charakter nicht die Behandlung bekommt, die er verdient, und unglaublich viel Potential verschenkt worden ist.

Ich bin gespannt, wie schlimm es noch werden wird, wundere mich in der Zwischenzeit ein bisschen, warum die Serie in der Internet Movie Data Base ein Rating von 8,1 bekommt und versuche weiterhin, mir beim Facepalmen kein Schädelhirntrauma zuzuziehen…

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15 Gedanken zu “Die Demontage eines Idols: „Arrow“ (Teil 2: Kritik)

  1. Danke für diese Kritik, zeigt mir das dieses komische ‚Beverly Hills 90210‘ Gedusel welches am Rande der Folge vorkam welche ich sah anschienend Hauptbestandteil zu sein scheint. Schade eigentlich..
    Aber nicht allzu überraschend irgendwie.

    Wobei es mir ja lieber ist keine komplizierten Themen zu beackern, als wie beim letzten Batman die Themen anzugehen und beispielsweise ‚totale Überwachung‘ als schlecht zu verschreien, aber im Grund nur zeigen das sie ein ’super‘ Mittel wäre.

    • Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich die Handlung (also „Handlung“) von TDKR völlig verdrängt habe :mrgreen: Ich weiß nur noch, dass unser Rumdissen über diesen blöden Film nach dem Kino fast so lange gedauert hat wie der Film selbst!

  2. Ich kann es auch überhaupt nicht leiden, wenn eine Comicverfilmung dem Geist des Comics und der Persönlichkeit der Hauptfigur so wenig gerecht wird. Daher habe ich nach Lesen dieses Artikels beschlossen, mir die Fernsehserie „Arrow“ nicht anzugucken.

      • Soviel zu 180° Wendungen, meiner Meinung nach lässt dein Artikel die Serie in einem fast unverdient guten Licht da stehen. Wobei ich das Meiste was du geschrieben hast schon so unterschreiben würde. Mir fallen nur einfach noch viel mehr Dinge auf die man Moralisch betrachtet und seiner Würde zur liebe einfach verabscheuen muss 🙂

        Beste Grüße

  3. Kann vieles nachvollziehen, aber bei ein paar Punkten fällt es mir schwer zu erkennen was das Problem ist. So klingt es als ob der Vater irgendwie das mit der Insel ahnen muss um so zuhandeln, dabei kann er ja genauso einfach hoffen, dass wenn der Sohn ein paar Tage länger lebt, er auf jeden Fall gefunden wird. Zwar ist diese Lösung immer noch irgendwie dämlich, doch nicht völlig unlogisch.

    Was den Mord angeht macht es auch durchaus Sinn diesen der Mutter zuverschweigen um zuverhinden, dass ihr Bild von seinem Vater aös Held am Ende zerstört wird (wobei es auch nur ein Nebeneffekt der Faulheit der Autoren sein kann, um sich mit diesen moralischen Problem nicht auseinandersetzen zu müssen, wie es scheinbar mit den anderen Morden geschieht die er selbst begeht).

    Erfundene Drogen halte ich zumindest pauschal nicht für negativ. Schließlich können so die Eigenschaften festlegt werden und muss sich nicht die Kritik anhören, dass es in der Realität ganz anders wirkt. Sobald man es aber wie es hier der Fall zu sein scheint, als Ausrede benutzt um sich gar keine Gedanken zu machen, ist es wieder nur Faulheit der Autoren. (Erinnert mich ein wenig an das Kryptonit bei Smallville womit man dann alles tun konnte wozu die Autoren gerade Lust hatten mir weniger extrem).

    Was den Bogen angeht handelt es sich um den Fluch des Wissens. Das gleiche Problem hatte ich bei Pazific Rim mit dem Öltanker als Knüppel wo ich einfach nicht ignorieren konnte, dass dieser schon durch sein Eigengewicht beim festhalten auseinanderbrechen würde. Oder das man kein reines Eisen zu den denkbar schlechtesten Stoffen gehört aus den man einen Kampfmech baut der regelmäßig durch das Meer läuft. Man kann sich nur einreden dies sei nun mal einfach in dem Film möglich, weil irgendetwas dort anders ist als in unserer Realität. Was genau es ist weiß man nur nicht. Hilft zwar nur wenig, ist trotzdem immer noch besser als sich darüber aufzuregen.^^

    Prometheus hat dort 7,1 und dabei kann ich nichts gutes über den Film sagen…
    …jupp selbst nach dem ich nochmal darüber nachgedacht habe nichts!

    Die ganze Serie scheint mir deiner Beschreibung nach einfach nur ein Versuch zu sein Konzepte die erfolgreich sind nachzuahmen ohne dabei zuwissen was sie wirklich ausmacht. Nebenbei füllt man sie dann noch mit Dingen auf die „nach Hollywood“ auf jeden Fall dazu müssen damit „alle“ zufrieden sind. Ähnlich wie es bei den neuen Star Trek Filmen etwas besser der Fall war.

    • „So klingt es als ob der Vater irgendwie das mit der Insel ahnen muss um so zuhandeln, dabei kann er ja genauso einfach hoffen, dass wenn der Sohn ein paar Tage länger lebt, er auf jeden Fall gefunden wird. Zwar ist diese Lösung immer noch irgendwie dämlich, doch nicht völlig unlogisch.“

      Neeee, da lass ich nicht mit mir reden ^^ Oliver war völlig entkräftet und statt ihm zu helfen, erschießt er sich einfach. Ob Insel oder nicht in der Nähe, das ist einfach höllendämlich! Er hätte ja auch einfach nichts mehr von der Notration essen und trinken können.

      „Was den Mord angeht macht es auch durchaus Sinn diesen der Mutter zuverschweigen um zuverhinden, dass ihr Bild von seinem Vater aös Held am Ende zerstört wird (wobei es auch nur ein Nebeneffekt der Faulheit der Autoren sein kann, um sich mit diesen moralischen Problem nicht auseinandersetzen zu müssen, wie es scheinbar mit den anderen Morden geschieht die er selbst begeht).“

      Ich denke, es ist Faulheit.

      „Erfundene Drogen halte ich zumindest pauschal nicht für negativ. Schließlich können so die Eigenschaften festlegt werden und muss sich nicht die Kritik anhören, dass es in der Realität ganz anders wirkt. Sobald man es aber wie es hier der Fall zu sein scheint, als Ausrede benutzt um sich gar keine Gedanken zu machen, ist es wieder nur Faulheit der Autoren. (Erinnert mich ein wenig an das Kryptonit bei Smallville womit man dann alles tun konnte wozu die Autoren gerade Lust hatten mir weniger extrem).“

      Es wurde halt GAR NICHT gesagt, wie es wirkt. Nur, dass es ganz furchtbar böse ist und viele Leute sterben mussten, bis es fertig entwickelt war.
      Das Kryptonit bei Smallville rekurriert auf die vielen unterschiedlichen Kryptonitsorten, die eigentlich mit „Crisis on Infinite Earth“ im Limbus verschwunden waren. Ab da gab es nur noch grünes Kryptonit mit der bekannten Wirkung. Ich fand es auch scheiße – das ist Storytelling auf 60er-Jahre-Niveau.

      „Was den Bogen angeht handelt es sich um den Fluch des Wissens. Das gleiche Problem hatte ich bei Pazific Rim mit dem Öltanker als Knüppel wo ich einfach nicht ignorieren konnte, dass dieser schon durch sein Eigengewicht beim festhalten auseinanderbrechen würde. Oder das man kein reines Eisen zu den denkbar schlechtesten Stoffen gehört aus den man einen Kampfmech baut der regelmäßig durch das Meer läuft. Man kann sich nur einreden dies sei nun mal einfach in dem Film möglich, weil irgendetwas dort anders ist als in unserer Realität. Was genau es ist weiß man nur nicht. Hilft zwar nur wenig, ist trotzdem immer noch besser als sich darüber aufzuregen.^^“

      Wobei dieser als Knüppel benutzte Öltanker vielleicht wirklich wichtig für die Story war (habe den Film nicht gesehen) – oder vielleicht einfach cool aussehen sollte. Aber das mit dem Bogen macht halt überhaupt keinen Sinn. Das nervt mich wirklich am meisten!

      „Prometheus hat dort 7,1 und dabei kann ich nichts gutes über den Film sagen…
      …jupp selbst nach dem ich nochmal darüber nachgedacht habe nichts!“

      Filme mit einem Rating über 8 kann man sich normalerweise schon mit gutem Gewissen ansehen. Und wenn sie mir trotzdem nicht gefallen, dann sehe ich aber normalerweise schon, was die Leute daran gut fanden. Ich selbst muss es dann ja noch lange nicht gut finden. Aber bei Arrow… keine Ahnung!

      „Die ganze Serie scheint mir deiner Beschreibung nach einfach nur ein Versuch zu sein Konzepte die erfolgreich sind nachzuahmen ohne dabei zuwissen was sie wirklich ausmacht. Nebenbei füllt man sie dann noch mit Dingen auf die “nach Hollywood” auf jeden Fall dazu müssen damit “alle” zufrieden sind. Ähnlich wie es bei den neuen Star Trek Filmen etwas besser der Fall war.“

      Ja. Die Serie mag vieles sein, aber originell ist sie nicht.

  4. Was für eine innovative, sozialrelevante, interessante und harte Serie
    hätte dies werden können! Kommt vielleicht noch – in 10,15 Jahren!
    Und nicht aus Hollywood!

    P.S.: An Pseudorealität muß man behutsam herangeführt werden, dann
    geht´s auch! Jedenfalls nicht so (überliefertes Beispiel):
    Reporter, George Lucas befragend: „Wissen Sie, ihre Raumschiffe
    machen ja so viel Lärm!“
    George: „Ja, und?“
    Reporter: „Im Weltraum gibt es keine Geräusche!“
    George (erregt): „Bei mir schon!!“

    Man muß sich schon entscheiden – hart/realistisch oder Fantasy-stile,
    beides gemischt/überlappend gilt meines Erachtens als exzentrisch.
    Funktioniert auch nicht, siehe neuen Spiderman …

  5. Puuuh…Ok da wir ja schon auf twitter gesprochen hatten und mir ein persönlches gespräch besser gefallen hätte, ich aber dennoch denke ich sollte dich auf ein paar sachen hinweisen, versuche ich das hier jetzt so Respektvoll und akzeptabel wie möglich zu machen.

    Erstens mal musst du von 2 Gedanken wegkommen.

    1.Oliver Queen ist Green Arrow
    2. Die Leute wissen wer Green Arrow ist

    Ok ich weiß jetzt schon das du den kopf schüttelst aber die Sache ist die:
    Arrow behandelt nicht die geschichten von Green Arrow. Sie behandelt Wie Oliver Green arrow wird. Zugebener Maßen nicht im gleichen Rahmen wie es oliver in den Comics tat, aber wir müssen hier auch bedenken das wir uns ein einem Komplett anderem Medium bewegen. Es ist eine sache ein wöchtenliches/monatliches Heft herauszubringen wenn ich eine lange backstory habe…Oder ob ich absoluten Neulingen eine Serie vorsetzten muss die

    A. Interessant
    und
    B. Einfach verständlich ist.

    Wir sind weit davon entfernt den Oliver zu sehen den wir in den Comics erleben. Was nur natürlich ist da wir z.b Auf Jahrzehnte an historie zurückblicken können, die show aber maximal 1 Jahr. Desweiteren haben wir gerade erst Season 2 erreicht. Und ohne groß zu Spoilern. Hier sehen wir deutlich mehr vom „Comic Oliver“ als vom „Serien Oliver“.So ist er z.b nahe dran seine Firma zu verlieren.Er tötet nicht mehr. Er fängt auch an langsam von seinem „Kreuzzug“ abzuweichen. Das größere bild zu sehen. Wir sehen das er beginnt die Insel zu verlassen. Metaphorisch gesprochen. Am anfang sahen wir Oliver nur in der Vigilanten Rolle. Das war sein Leben seine aufgabe. Jetzt beginnt Oliver zu sehen das es mehr gibt. Und Mehr arten von unheil die er bekämpfen kann als nur die, die er in einem Buch findet.

    Was mich auch zu meinem 2ten Punkt Bringt:
    Ich bin Kein Green Arrow experte wie du (bei weitem nicht) Aber ich habe eine idee wer er ist und weiß deutlich mehr als der Durchschnittliche Mensch. Und hier musst du ansetzten. Diese Show ist nicht für uns. Sie ist nicht für Experten. Sie ist für den, der noch nicht mal weiß das Arrow auf Green Arrow basiert.Twitter ist hier ein extrem gutes beispiel.

    Es finden sich ständig Tweets die offenlegen, das leute keine Ahnung haben das Arrow eine Vorlage hat!Oder wer Brother Blood ist. Oder Bronze Tiger. Oder Black Canary. Etc. Das zeigt sich vorallem in Deutschland. Heute erst habe ich wieder vielen Leuten eben genau diese Sachen erklärt.
    Und genau deswgeen ist diese Serie langsam. Deswegen sind manche Charactere Binär gekleidet. Deswegen sind manche Stories und Motivationen Vereinfacht. Ich verstehe total das dich das aufregt. Aber versuch es mehr als Einstiegspunkt zu sehen. Stan Lee sagte mal: „Every comic is Someones First“ Wäre es also eine schlechte sache wenn jemand sich so sehr für die Serie interesiert das er anfängt die Comics zu lesen (ABER BEI GOTT NICHT DIE NEW 52)? Auch mich hat am anfang viel bei Arrow gestört. Aber ich begann es eben aus dem Blickwinkel eine nicht fans zu sehen. Und da wurde mir sehr viel klar.

    Die „Vater-Basis“
    Hier denke ich machst du einen fehler.
    Olivers vater hatte einen plan. Vor dem sinken der Queens Gambit. Im laufe der serie wird immer Deutlicher das er aussteigen wollte.Er wollte sich von Malcom Merlyn entfernen. Wenn mich nicht irre war er sogar schon dabei vorbereitungen zu treffen. Genau deswegen wurde Die Queens gambit versenkt.Olivers Vater war zur Gefahr geworden. Und nun zurück zur „Dritter Mann Scene“
    Sie müssen für wochen unterwegs gewesen sein. Sie sind dehydriert. Oliver ist da noch am besten in Form. Salzwasser trinken ist keine option. 3 Männer. Nur einer in relativ Guter Verfassung. Und Jetzt wird es interessant:
    Olivers vater hatte wirklich keinen Plan als er den Mann erschoss. Er hat alles riskiert und gehofft. Es gab hier keinen Plan, keine heroische heldentaten. Sondern pure verzweiflung. Hast du bemerkt das der Mann den er erschoss schon das messer in der Hand hielt? Wir können vll nie genau sagen was Olivers vater sich dabei gedacht hat. Aber ich denke er hat einfach nur diese eine möglichkeit gesehen. Knappe vorräte..nicht genug für alle..und sein sohn mit ihm in dieser Situation..Ich denke bis einem gewissen punkt kann jeder verstehen welche Entscheidung er hier traf. Ob sie falsch war möchte ich nciht bemessen. Aber sie ist verständlich.

    Auch das er Oliver diesen auftrag mitgibt. Mit keinem wort sagt er „Werde zum Vigilant“ was wenn er einfach wllte das Oliver alles aufdeckt? Malcom Merlyn den behörden übergibt? Was wenn einer einfach wollte das Oliver seine Famile in sicherheit bringt?
    In diesem punkt ist die Motivation Olivers zum Vigilant zu werden vll wirklich etwas Dürftig. Jedoch wissen wir noch nicht was alles auf der insels Passiert ist. Vll gab es einen gewissen auslöser dafür? Dafür müssen wir die serie weiter beobachten und ihre Story abwarten. Da kann ich leider für, noch gegen dich sprechen.

    Nun kommen wir zu dingen wie Realität, Drogen etc.

    Erstmal drogen,gewalt Rassimuss etc. Ich versteh dich. Und gebe dir auch recht. Jedoch muss ich dem etwas beifügen. Wir sind in Season 1. Vll 2 wenn du soweit bist wie ich. Wir dealen hier hauptsächlich mit Oliver und den Menschem um ihn Herum. Wir bauen das Fundament. Nehmen wir mal ein Beispiel aus der Comic welt:

    Dir wird der aufrag Erteilt einem Alten Comic character für eine eigene Comicreihe ein Makeover zu verpassen. Du musst nun stoff (höhö) für eine Wöchentlich erscheinende Serie zu produzieren, jedoch wird dir nicht gesagt wie lange deine Serie andauern wird oder ob du sie Überhaupt Richtig beenden kannst. Du hast also den aufrag für ein dir Unbekanntes Publikum ein Produkt zu entwickeln das Neue Fans begeistert und Alte nicht im Regen stehen lässt.

    Das ist eine Mamut Aufgabe wie wir es Drehen und Wenden. Ausserm Hast du bei Comics etwas was du bei Serien weniger hast:

    Du hast mehr oder weniger Absolute Kontrolle. Natürlich gibt es Editor etc. aber im kern kannst du alles bestimmen. Aussehen, Verhalten, Mimik, Gestik, Dialoge, Kostüme,etc etc.

    Bei einer TvSerie wird das ganze etwas komplizierter. Hier kannst du nur eingrenzen welche „art“ schauspieler du haben kannst. Du kannst nicht bis ins letzte detail ihre schauspielerische leistung beeinflussen. In gewissem maße musst du oft damit arbeiten was du hast. Ich hoffe du verstehst was ich meine.

    Und hier liegt auch der hund begraben: Für uns deutsche wäre das nennen einer Echten droge kein problem. Sowie auch freizügigkeit kein Problem wäre. In den USA sieht die sache da aber ganz anders aus. Hier kann man für sowas schonmal massive beschwerde briefe besorgter eltern erhalten. Da verstehe ich das die Schreiberlinge in der ersten Staffel (der „Beweis dich mal“-Staffel) Nur kurz den Großen Zeh ins wasser tunken und die Reaktion abwarten. Welche durchaus Postivi war. Ich bin mir sehr sicher das dass Thema Drogen, Politik etc wieder aufgegriffen wird. Am ende ist es ein Geschäft bei dem man sehr sehr vorsichtig agieren muss. Daraus resultiert auch die schwankende Realität. Wir befinden uns im Year one. Keiner hat nen plan gerade. Es muss alles mal angetackelt und die Reaktion abgewartet werden. Wenn wir von anfang an zu Realistisch sind geht das Superhelden feeling verloren. Wenn wir zu Comichaft vorgehen verlieren wir vll Glaubwürdigkeit. Es ist ein Balance akt der z.b Smallville nicht gelungen ist. Ich gebe „Arrow“ deswegen zeit. Es sollte das recht haben sich zu entwickeln

    Kommen wir zu den Trainingseinheiten und Dem Bogen.
    Hast recht..Das mit dem bogen..Ich wills jetzt mal als „Well we just wanted to do something“ abstempeln. Wie selbst du es gesagt hast den „superhelden Bonus“ einbringen. Hats geklappt? Wohl eher nicht. Aber im großen und ganzen hat das auch keinen einfluss auf die serie oder?

    Und die „Shirtless-Oliver“ szenen wie ich sie gerne nenne? Tja da werde ich wohl mehr oder weniger mein maul halten müssen. In den comics werden Frauen seit Jahrzehnten sexuell ausgebeutet und dargestellt. Und auch wenn ich das vehement verurteile und es kaum tage gibt an denen ich mich nicht drüber aufrege, wäre es doch etwas doppelzünging von mir Frauen den selben Luxus, Sprich: Was nettes zum ansehen, zu verweigern. Sexismuss ist zwar keine Einbahnstraße aber naja. What can you say right? Nochmal. Ist die erste Season. Schon in der zweiten hat das massiv abgenommen.

    Ich habe bestimmt was übersehen..und vll kommen wir ja doch noch zu der skype session..Aber ich denke ich habe hier das gröbste und meiste abgedeckt. Wenn du die serie nicht magst: Is ok. Jeder hat das Recht auf eine Meinung. Und das ist gut so. Aber vll siehst du ja das die Sendung nicht ganz so schlecht ist wie du denkst.

    Mit respektvollen und Freundlichen Grüßen:

    Killua

  6. Faszinierend! Dein Verhältnis zu „Arrow“ ist in etwa dasselbe wie meins zu „Star Wars: The Clone Wars“: Die Adaption eines geliebten Stoffes, die einem massiv gegen den Strich geht, die man aber trotzdem weiter anschaut. Ich glaube, wir Fans regen uns einfach gerne auf. Da Green Arrow bei mir nicht einen so hohen Stellenwert hat wie bei dir, sehe ich „Arrow“ auch nicht ganz so negativ, kann aber die meisten Kritikpunkte gut nachvollziehen, vor allem was die Dialoge und den Nervfaktor mancher Figuren angeht.
    Auch für meinen Geschmack steckt da zu viel Nolan-Batman drin, und ich sage das als Fan der Dark-Knight-Trilogie (oder zumindest als Fan der ersten beiden Teile). Merkt man zum Beispiel auch schon an der Musik, die wieder nach dem selben RCP/Zimmer-Minimalismus gestrickt ist – da sind mir Brian Tylers aktuelle Marvel-Scores weitaus lieber, auch wenn er einige ähnliche Stilmittel verwendet. Aber ich schweife ab, wenn ich mit dem Thema anfange, hör ich nicht mehr auf… :mrgreen:
    Letztendlich ist „Arrow“ in meinen Augen eine recht durchschnittliche Action-Serie, die man einmal anschauen kann – allerdings kein Kandidat für den Kauf von Staffelboxen o.ä. Wie einer der Vorkommentatoren gesagt hat: Eher für Uneingeweihte denn für Fans der Figur gemacht – bei denen kommt die Serie, glaube ich, auch weitaus besser an als bei den Wissenden.
    Ganz interessant finde ich allerdings die subtilen (oder nicht so subtilen) Hinweise aufs DC-Universum, die dann doch wieder vor allem von Fans verstanden werden, etwa das Auftauchen von Deadshot, Deathstroke oder der (Pseudo-) Royal Flush Gang.

  7. Pingback: Media Monday #151 | robins urban life stories

  8. Ich schaue gerade die Serie und bei jedem Satz muss ich denken, man sind die Dialoge dumm und oberflächlich, man könnte sagen völlig Sinnfrei, ich frage mich ehrlich wie sich jemand Trauen kann so etwas zu veröffentlichen.
    Jede Person ist absolut unrealistisch, für abgeschlossene Episoden wäre das eventuell akzeptabel, aber in einer zusammenhängenden Storyline ist das einfach so unangenehm Unrealistisch. Man hat einfach das Gefühl als würde die Dummheit der Autoren und Produzenten durch jede Pore seines Körpers zu einem eindringen wollen und man fragt sich wie es möglich ist, dass niemand verhindert hat das so etwas veröffentlicht wird. Dann wird es noch schlimmer und man fragt sich, ob es genau das ist was sie gerne Senden wollten, weil es Menschen die tatsächlich nicht merken wie schlecht das einfach ist.
    Weiter ist diese total fehlgeleitete Theatralik und Gefühlsdusellei wirklich eine Frechheit, alle Charaktere in der Serie scheinen dümmer zu sein, als die Personen die man in Talkshows im Nachmittags-fernsehen beobachten kann.
    Auch wenn es zu meinem Leidwesen, bei weiten nicht mal die schlechteste Serie ist die zurzeit läuft, ist es wirklich ein echtes Armutszeugnis, dass es für eine solche Serie eine Ziel Gruppe gibt.

    Vielen Dank für dein Blog Eintrag, bin froh das mal losgeworden zu sein!

    Beste Grüße

  9. Also es nervt mich, dass du hier alles kritisierst. Wenn du die serie so schlecht fandest, hättest du sie dir nicht anschauen müssen. Ich weiß, es ist nur deine eigene meinung, aber ich muss das jetzt mal loswerden: es nervt mich dermaßen dass jeder den letzten dreck kritisieren muss.

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