Noch was über Maskulismus – ein Blogstöckchen

Erzählmirnix warf ein Blogstöckchen mit maskulistischen Fragen und weil ich vor kurzem darüber jammerte, nie mit Blogstöckchen bedacht zu werden, muss ich darauf nun reagieren, wenn ich persönlich aufgefordert werde.

(So sieht’s aus. In einem Kampf gegen mich selbst kann ich leider nur verlieren ;( )

1. DEN Maskulismus gibts ja eigentlich gar nicht – oder? Wie würdest du (deinen) Maskulismus definieren?

„Den“ Maskulismus gibt es ebenso wenig wie „den“ Feminismus. Ich bin keine Maskulistin, aber einen Maskulismus, den ich für potentiell für unterstützenswert halte, ist politisch links und humanistisch. Er reflektiert die maskuline Rolle im Geschlechterdiskurs, spürt soziale Unbalancen zu Ungunsten des männlichen Geschlechts auf und versucht sie zu beseitigen, ohne sich dabei wie ein ekelhaft frauenverachtender Macker oder ein verdammter Nazi aufzuführen.
Leider würde ich maximal drei mir bekannte Maskulisten so einordnen.

2. Was war dein erster Berührungspunkt mit Maskulismus? Wann hast du zum ersten Mal was davon gehört und wann und warum hast du dich evtl. zum ersten mal selbst so bezeichnet?

Auf antifeministischen Websites, auf denen ich mich aus einem masochistischen Hang heraus irgendwann anfing, regelmäßig rumzutreiben, ist mir der Begriff irgendwann über den Weg gelaufen – allerdings hat das verdammt lange gedauert. Ich begriff den Terminus schnell als Bezeichnung einer sozialen/politischen Bewegung, die zumindest in Deutschland eigentlich gar nicht existiert bzw. so wenig Einfluss hat, dass sie genauso gut inexistent sein könnte. Stattdessen herrschen Strömungen vor, die ich aus reiner Gutmütigkeit ggü. ernsthaften Maskulisten „Maskulinismus“ und „Antifeminismus“ nenne und die ich als antidemokratisch, menschenverachtend, misogyn und meist auch mit einen ungesunden Hang zum rechten Rand der Politik ansehe.

3. Gibt es maskulistische/männerrechtliche Bereiche, von denen du persönlich besonders betroffen bist?

Da ich eine Frau bin, betreffen mich maskulistische Bereiche eigentlich nicht direkt, aber wie auch beim Missständen, die mein Feminismus beseitigen will, denke ich, dass einige gesellschaftliche Umstände beide Geschlechter gleichermaßen diskriminieren und daher bei gewissen Themen sowohl Maskulismus als auch Feminismus Überschneidungen zeigen.
Beispiel: Ein Typ, der von allen Seiten Druck kriegt, weil er einen ordentlichen handwerklichen Beruf lernen soll, damit er später seine Familie ernähren kann, obwohl er lieber in Galicien sitzen und Lieder über das Meer dichten will – das Männerbild, das sich hierin offenbart, spiegelt gleichzeitig das mittransportierte Frauenbild, denn jemand, der so eine Einstellung hat, glaubt vermutlich auch, dass die Fähigkeiten von Frauen über „Brutpflege“ und Apfelkuchenbacken nicht weit hinaus gehen. Find ich scheiße, also unterstütze ich mit einem Feminismus, der dafür eintritt, dass Frauen jeden Beruf ergreifen können, den sie wollen, indirekt auch das gleiche Ziel für die Männer.
Alles andere wär ja auch hirnlos.

4. Rein hypothetisch: Der Maskulismus wird plötzlich unglaublich einflussreich und Deutschland wird ein komplett maskulistischer Staat. Was würde sich aus deiner Sicht geändert haben?

Die Frage mag ich nicht, weil sie irgendwie impliziert, dass wir momentan in einem feministischen Staat leben – und das klingt mir viel zu sehr nach antifeministischer Jammerlappen-Verschwörungstheorie.
Hätten wir einen maskulistischen Staat, der sich nach dem richtet, was im maskulistischen Diskurs momentan vorherrschend ist, wäre wohl der einzig legale Scheidungsgrund der Alterungsprozess der Ehefrau, würden Pornos im Mittagsprogramm laufen, gälte ein Arschklaps als freundliches Kompliment, wären die einzig akzeptablen Berufe für Frauen „Krankenschwester“, „Sekretärin“ und „Kindergärtnerin“, würde eine Nummer im Puff 10 Euro kosten und vor dem Reichstag stünde zur Feier des großartigen männlichen Pioniergeistes ein exorbitanter Phallus aus purem Gold, in dem die Namen sämtlicher Männer eingraviert wären, die es jemals geschafft haben, allein ein Nutellaglas aufzukriegen, flankiert von barbusigen Schönheiten, die 24/7 jauchzend Rosenblätter schmeißen.

Oder so.

5. What about the Womenz? Ist für Frauen die Welt schon rosarot (haha, Wortspiel) oder gibt es aus deiner Sicht noch Dinge, die sich für Frauen verbessern sollten. Was für eine Rolle spielt da aus deiner Sicht der Maskulismus?

Ich wäre wohl keine Feministin, wenn hier nichts stehen würde. Nachfolgend eine unvollständige Liste in Stichworten mit Dingen, die ich anprangere:
Die permanente Herabwürdigung von Frauen in der Gesellschaft/Werbung/im familiären Umfeld, die Reduzierung von Frauen als schmuckes Beiwerk ohne eigene Meinung und/oder Sexobjekt, das Victimblaming bei allen Formen sexueller Gewalt, das ständige Kleinhalten und die Fokussierung auf eine extrem limitierte Geschlechterrolle, dem bereits kleine Mädchen ausgesetzt sind, die Rezeptpflicht für die Pille danach, das Abtreibungsverbot in Deutschland, das ausgesetzt ist, faktisch aber noch existiert, Alltagssexismus, gläserne Decken etc.pp.

Der vorherrschende Maskulismus, der ja eigentlich nur ein Antifeminismus ist, wertet all diese Punkte als unwichtig und macht sich darüber lustig, dass Frauen drauf bestehen, wie normale Menschen behandelt zu werden.

6. Was stört dich am Maskulismus? Welche Themen, Meinungen oder Maskulisten gehen dir auf die Nerven, bzw. mit wem möchtest du nicht in einen Topf geworfen werden?

Tja… viel!
Mich stören vor allem diejenigen Maskulisten, die überhaupt gar keine sind (auch nach eigener Aussage nicht), aber den maskulistischen Diskurs mit ihrem Antifeminismus bestimmen. Typen, die nur rumjaulen, aber keinerlei gesellschaftlich anschlussfähigen Verbesserungsvorschläge vorbringen können. Kerle, die minutiös darlegen können, warum Männer von Natur aus aggressiver (gleich „stärker“) sein müssen als Frauen, sich dann aber gleichzeitig auf jedes von einer Frau begangene Verbrechen stürzen und genüsslich zerflücken, obwohl das auf so viele Arten überhaupt keinen Sinn macht.
Überhaupt – diese grassierende, unglaubliche Unlogik, die Inkohärenz diverser Forderungen und/oder Standpunkte. Es gibt eigentlich kein einziges Thema, bei dem der Maskulismus sich einig ist. Oft existieren komplett konträre Ansichten nebeneinander, ohne dass dies kommentiert, ja, anscheinend sogar, ohne dass es bemerkt wird. Vermutlich wird jetzt jemand hastig nach einer Ausrede suchen und das als „Diskursbereitschaft“ verbrämen, aber das ist es nicht. Wie auch, wenn absolut widersprüchliche Meinungen gar nicht registriert werden!
Es ist anstrengend, den Maskulismus zu diskutieren, denn anders als im Feminismus gibt es einfach keine klar zuordbaren Strömungen, und dass, obwohl meiner Beobachtung nach das Spektrum weitaus breiter gestreut ist. Es fehlt jegliche Struktur. Und so kommt es, dass sich einerseits ein antisexistischer, antiklassistischer Humanist als Maskulist bezeichnet und ein homophobes, frauenhassendes, sich die familäre Struktur des 3. Reiches zurückwünschendes Arschloch steht daneben und nennt sich genauso. Ja, scheiße, ne. Da fällt es leider verdammt schwer, diese Bewegung zu verteidigen.

Der Maskulismus muss aufhören, sich thematisch am Feminismus zu orientieren, wenn er jemals gesellschaftsfähig sein will. Es wirkt doch leicht erbärmlich, wenn 90% aller Themen mit einem „Und da hat diese Feministin gesagt…!“ beginnen oder mit einem „Und gestern hat jene Frau folgendes gar schröcklich Ungemach verursacht…!“ eingeleitet werden. Als gäbe es darüber hinaus nichts zu sagen.

Ein Thema, das mir besonders am Herzen liegt, ist sexuelle Gewalt. Nun ist das halt nichts, was nur ein Geschlecht betrifft. Aber wie wird sich im Maskulismus um dieses Thema gekümmert? Eigentlich nur, indem man Feministinnen trollt. Jegliche Erfahrung mit sexueller Gewalt wird abgewertet – weil!
Ja, warum? Weil es ungefähr 5% Frauen oder Feministinnen gibt, die tatsächlich einen Männerhass haben? Weil diese Minderheitenmeinung, die absolut nicht gesellschaftsfähig ist (als ich mich das letzte Mal umsah, träumte noch jede heterosexuelle Frau, die ich kenne, von einem Mann, mit dem sie auf ewig glücklich sein kann), das männliche Ego so grundlegend erschüttert, dass man kollektiv asoziale oder auch ganz schlicht gewaltvolle Erlebnisse abwatschen muss, nur um durch die Erkenntnis, dass es Männer gibt, die sadistische Arschlöcher sind, nicht in seinem Selbstwert tangiert zu werden, wobei sich auch hier die Frage stellt „wieso?“?
Wenn sich mit sexueller Gewalt beschäftigt wird, dann nur mit zwei Szenarien, auf die immer gleich reagiert wird:
1. ein weibliches Opfer, ein männlicher, mutmaßlicher Täter – das Opfer wird abgewertet und sich auf die Seite des Täters gestellt (ist der Fall klar und der Täter eindeutig schuldig, herrscht dagegen Grillenzirpen – aber selbst dann werden oft trotzdem Ausflüchte gesucht und auf unseren femizentrischen Staat geschimpft, der es (zumindest ab und an) wagt, Vergewaltigung oder sexuelle Gewalt auch zu bestrafen, so wie es das Gesetz vorsieht)
2. ein männliches Opfer (gerne minderjährig), eine weibliche Täterin – and all hell breaks loose.
Was ist mit den vielen Jungs und Männern, die Opfer von männlichen Tätern werden? Was ist mit den ganzen Messdienern, den Söhnen missbrauchender Väter, den Gefängnisinsassen, die sich nicht gegen Vergewaltigungen wehren können? Oh, klar, die werden auch hin und wieder mal erwähnt – aber nur so: „Ja, das ist schon schlimm, das, ABER DIESE BESCHISSENEN FEMINAZIS INTERESSIEREN SICH DAFÜR JA NATÜRLICH NICHT!!!“

Abarbeiten am Feminismus, gegen jede Vernunft, gegen jede Verhältnismäßigkeit, ohne Sinn und Verstand, Hauptsache anti. DAS stört mich am Maskulismus.

7. Welche Erfahrungen hast du allgemein gemacht, wenn du über das Thema Maskulismus diskutiert hast?

Unwissen im echten Leben, weil sowohl der Begriff als auch relevante männerrechtliche Themen noch keine große Verbreitung gefunden haben (da die Herren ja halt anderweitig beschäftigt sind) und online oft abwehrendes, biestiges Verhalten, wenn man es wagt, antifeministische Auswüchse zu kritisieren.

8. Wenn du die Möglichkeit (Zeit, finanzielle Mittel, Reichweite, Unterstützung) hättest eine maskulistische Aktion zu organisieren, wie würde diese aussehen?

Ich würde eine Kampagne gegen dieses verfassungswidrige Beschneidungsgesetz starten mit allem, was dazu gehört: Werbespots, Infobroschüren für Eltern, Erzieher und Politiker, Demos etc.pp. Die Berichterstattung während der heißesten Phase dieser Debatte hat mir gezeigt, dass dieses Problem einfach keine Lobby hat, also muss man selbst die Lobby sein.

Normalerweise wirft man Blogstöckchen weiter. Konkrete Personen möchte ich dieses Mal nicht benennen, würde mich aber freuen, wenn noch die ein oder andere Feministin das Thema aufgreift.

Alle Jahre wieder: Fröhliche Scheiss-Weihnacht!

Eine Momentaufnahme der mir typischen Laune an Weihnachten, wie sie beispielhafter nicht sein könnte:

Ich: „Schmecken die Plätzchen?“

Mitbewohner David: „Hm.“

Ich: „Jaaa, ich weiß, die sind nicht so gut wie die deiner Oma. Aber ich hab ja noch 50 Jahre Zeit zum Üben.“

Mitbewohner David: „…“

Ich: „Mann… 50 Jahre nur noch! Mit Glück.“

Mitbewohner David: „…“

Ich: „Oder Pech.“

Ich wünsche allen Leuten, die in stetig wachsender Zahl in den letzten Tagen und Wochen bei mir mit Suchbegriffen wie zynisch weihnachten, fuck christmas, weihnachten sucks, weihnachten wird scheiße, weihnachten ist so scheiße für mich, scheiß weihnachten und weihnachten ist scheiße/scheisse/scheise/schieße gelandet sind und das hier gefunden haben, erträgliche Feiertage – und möchte betonen: Ihr seid absolut nicht allein.

Um mal Community, eine großartige, aber vielfach unterschätzte Serie zu zitieren: „Die Bedeutung von Weihnachten ist – der Gedanke, dass Weihnachten Bedeutung hat. Und jeder bestimmt sie für sich.“

Falls ihr die Serie noch nicht kennt, solltet ihr sie euch unbedingt ansehen. Es gibt sogar ein ganz herziges Weihnachtsspecial in Stop-Motion-Knetgummi. Stop-Motion-Knetgummi! Ist das nicht abgefahren?!
Betrachtet diesen heißen Tipp als mein Weihnachtsgeschenk. Sonst habe ich nämlich nichts für euch ❤

Na gut, noch ein bisschen musikalische Untermalung. Aber dann reicht es. Es geht hier schließlich um die Saturnalien den Weihnachtsmann Christi Geburt und nicht um Konsum!

(Witz. Natürlich geht es um Konsum. Bekäme ich nichts geschenkt, würde ich mit dem Arsch morgen zuhause bleiben.)

Damit alles Gute und solidarische Grüße an all die armen Seelen da draußen. Macht es euch gemütlich, esst was feines und seht euch einen geilen Film an. Hauptsache, euch geht es gut.

Aber Finger weg von den Rasierklingen. Ernsthaft.

Es geht vorbei, Leute. Irgendwie geht es immer vorbei.

weihnachten2

Der Hobbit 2 – die Verheerung des Peter Jackson*

Spoilerwarnung, sowohl für den Film an sich als auch für das, was da noch kommen mag, denn ich habe das Buch gelesen und ich werde dieses Wissen benutzen.

Bree. Ein zotteliger Peter Jackson latscht karottefressend durchs Bild. Schon wieder. Und damit Willkommen in Mittelerde.

peter jackson

Wie jeder Film über diese schöne Tolkien-Welt beginnt auch dieser mit einer Rückblende. Wir sehen Thorin, der sich im „Tänzelnden Pony“ Brot und Käse gönnt, bevor Gandalf auftaucht und ihm erzählt, dass er dringend was gegen diesen bösen Drachen, der in Thorins alter Bude sitzt, tun muss. Sonst ist er nämlich niemals sicher, denn nachdem er jahrzehntelang unbehelligt durch die Städte der Menschen gelatscht ist, will man ihn jetzt plötzlich tot sehen. WEIL.
Dafür braucht er aber sämtliche Zwergenheere wo gibt und die kann er nur mit dem Arkenstein zusammen trommeln, weil legitimierendes Herrschaftssymbol und so. Leider sitzt da der Drache drauf, wie wir wissen. Was für ein Paradoxon. Aber Gandalf hat die Lösung: Man braucht nur halt einen so richtig guten Meisterdieb, ne?

Damit wird nonchalant übergeblendet in die Gegenwart und zu unserem liebsten Hobbit. Und mich beschleicht zum ersten Mal das diffuse Gefühl, dass hier möglicherweise etwas schief läuft, denn von den vier vorherigen Flashbacks bin ich doch einiges mehr an Epicness gewöhnt.

Hm…

buffy popcorn
Aber das ist jetzt nicht wichtig. Es herrscht nämlich Bedrohung deluxe. Nahtlos geht die Jagd auf die Zwerge aus dem letzten Teil weiter und weil die netten Riesenadler natürlich nicht noch ein bisschen weiter fliegen konnten, schmilzt der Vorsprung unserer Helden dahin.

Bilbo weiß von einem kleinen Spähausflug noch mehr zu berichten: Was über ein anderes Wesen, das auch noch rumschleicht. Gandalf macht ein „Stimmt, DEN hätte ich fast vergessen!“-Gesicht.

Ich so: „DAS soll Beorn sein? Das ist aber kein Bär.“

Doch, isser. Höhö. Also, wird zumindest gesagt. Nicht, dass dieses animierte Etwas wie ein Bär aussieht.
Also geht’s auf zu Beorns Hütte. Da sind auch schon die Orks. Wahlweise direkt hinter den Zwergen als auch noch ewig weit weg, aber in Sichtweite. Trotzdem Panik, klar, als durch Beorns Garten gehetzt wird. Derweil klatschen mir ein paar Monsterbienen ins Gesicht und schreien stumm: „3D, Bitch! DREI-DEE!!!“

loki annoyed
Die Orks schrecken zurück. Sie kennen Beorn wohl. Der taucht dann auch bald in seiner menschlichen Gestalt auf und sieht überhaupt nicht so aus, wie ich ihn mir vorgestellt habe, nämlich so ähnlich wie Hagrid, nur nicht so trottelig.
Beorn erzählt, warum er Orks nicht mag. Die haben nämlich all die anderen Hautwechsler umgebracht oder versklavt. Bedeutungsvolles Closeup auf ne Metallmanschette an seinem Handgelenk. Also nix mit unglaublich mächtigen zauberhaften Wesen, das Orks eindeutig über ist. Womit sich die Frage stellt, warum die Orks Schiss davor haben, Beorns Hütte anzugreifen. Aber ach. Die haben besseres zu tun. Azog wird nämlich zurück nach Dol Guldur beordet, was ihm nicht passt, aber wenn der Nekromant ruft, gehorcht man natürlich. Seine Orkhorde ist erstmals deutlich zu sehen.

Ich so: „Was waren das noch schöne Zeiten, als Orks noch geschminkte Menschen waren.“

Beorn konstatiert derweil, dass Zwerge scheiße sind, Orks aber halt noch beschissener. Deshalb kriegen die Jungs Ponys, um bis zum Rand des Düsterwaldes zu kommen, der inzwischen so korrumpiert ist, dass nur noch der alte Elbenweg eine sichere Möglichkeit für die Durchquerung darstellt.

Abgang Beorn. Öhm, okay. Das ging ja schnell.

Am Düsterwald angekommen zieht Galadriel ihre abgespacte Telepathienummer ab und Gandalf muss ganz plötzlich weg. Er hat gerade noch Zeit, der Crew einzuschärfen, dass sie auf gar keinen Fall den Weg verlassen dürfen, sonst sind sie auf ewig verloren.

Die Zwerge sagen also Tschüss, rennen in den Wald und verlaufen sich augenblicklich.
rudy clapping

Es wird ein bisschen durch den Wald gestolpert wie durch einen Drogentrip. Das zerrt an den Nerven und fördert Aggression. Bilbo kommt schließlich auf die Idee, mal oben zu kucken, ob die Sonne noch da ist, und klettert auf einen Baum. Hübsche blaue Schmetterlinge schreien stumm: „DREI-DEE!!!“

Es trampelt was durch den Wald und auf die Jungs zu. Kaum wieder unten, wird Bilbo eingespinnt. Aber hallo. Die Zwerge sind es schon und werden von den Riesenspinnen getriezt. Aber nur Bilbo schafft es, sich rauszuwühlen und rammt einer Spinne seinen Brieföffner zwischen die Augen.

Er zieht den Ring an und wird nicht nur unsichtbar, sondern kann auch plötzlich die Spinnen verstehen. Woah – das ist ja mal ziemlich cool.

Mitbewohner: „Ja, cool. Aber dann zog er den Ring wieder aus und er konnte sie IMMER NOCH verstehen.“

lost smile

Oh.

Naja. Bilbo bringt ein paar Spinnen um, erhält Inspiration zur Benennung seines Schwerts und schneidet die Zwerge frei. Die kämpfen nun auch, aber immer mehr Spinnen fallen über sie her. Mitten im Kampf verliert Bilbo dann auch noch den Ring und statt weiter zu kämpfen, sucht er ihn erst mal.

Auftritt: Badass Tauriel in einem Robin-Hood-Outfit. Supercute. Tauriel ist übrigens elbisch für „Generisches Maskulinum, Bitches!! NIRGENDWO im „Hobbit“ steht, dass bei den Waldelben KEINE Frauen dabei sind!!“
Noch mehr Elben kommen angestürmt, darunter: Goldlöckchen Legolas, der definitiv da sein darf, weil er dort verdammt noch mal wohnt. Yaaaay. Er ist speckig geworden und hat ganz arg psychopathische Augen. Naaaay.

Die Elben schlachten die Spinnen ab, sind aber ansonsten nicht nett. Wir erfahren, dass Legolas Zwerge hässlich findet. Und Kili sieht Tauriel und ist augenblicklich deeply in love. Aber das war er auch schon ganz kurz in der Extended Edition vom letzten Teil, also scheint das so ein Spleen zu sein.

Während die Zwerge von den Elben abgeführt werden, sucht Bilbo immer noch den Ring. Er muss zwei Viecher abschlachten, um ranzukommen, und tut dies mit offensichtlichen Genuss. Kurz darauf findet er sich aber selber scheiße. Ob der Ring was damit zu tun hat?
Leider die beste Szene im ganzen Film.

Bilbo schleicht den Elben unsichtbar nach, die die Zwerge in ihre Waldfestung bringen. Dort residiert Thranduil, schlechtgelaunter Waldreichkönig mit einer lächerlichen Schwäche für richtig große Hirsche.
Die Zwerge werden gefilzt und in den Kerker geworfen. Kili macht einen sehr intelligenten „Ich hab da was in der Hose“-Witz und fühlt sich dabei ziemlich.
davegrohl

Tauriel findet das offensichtlich keck. Ja, eine starke, wunderschöne Elbin, die sich augenblicklich in den ersten geilen hübschen Zwerg verliebt, der durch den Wald gestolpert kommt – DAS ist doch mal ein Rolemodel, wie ich es mir immer gewünscht habe.

Wir erfahren, dass Legolas Zwerge hässlich findet.

Thranduil verhört derweil Thorin und macht ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann. Aber haha, kann er doch. Thorin dreht so richtig auf und Thranduil macht den empörtesten „How dare you?!“-Gesichtsausdruck, den ich je gesehen habe. Man möchte Taschentücher reichen. Aber dann wird er sauer, drückt Thorin die Visage ins Gesicht und löst irgendwie kurz nen Illusionszauber auf oder beschwört ne Erinnerung oder so was. Well, that’s weird.

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Thorin wird zum Verrotten in den Kerker geworfen.

Bilbo schleicht unsichtbar im Schloss und um Thranduil rum und bemerkt dabei nicht Tauriel, die auch rumschleicht, hinter ihm. Die sieht ihn aber nicht. Thranduil auch nicht. Der labert Tauriel extrem storyrelevant damit voll, dass sein Sohn Legolas auf sie steht (vermutlich deshalb, damit sie aufhört, so penetrant Furchen in den Boden zu latschen).
Tauriel is waaay to shocked darüber. Sichtliches Schlucken, aufgerissene Augen. Mal sehen, wer da KEINEN Oscar kriegt. „Aber ich bin doch nur ein armes katholisches Mädel vom Lande – Ihr würdet doch ohnehin nicht erlauben, dass Euer Sohn den Bund mit mir schließt?“
Thranduil: „Stimmt. Harhar.“ Boah, Troll ey. Ungefähr achttausend Jahre alt und immer noch ein royalistischer Bonze. Und die weibliche Form von „Elb“ ist offensichtlich „Elbe“ und nicht „Elbin“. I dislike.

Tauriel rennt directamente zu Kili, der mit seinem unglaublich interessanten Lieblingsstein spielt. Tauriel ist fasziniert. Zusammen singen sie „Wir alle sind aus Sternenstaub“ und es ist ziemlich grausam.
Ich höre nicht zu

Legolas ist eifersüchtig. Hach.

Bilbo findet derweil viel zu schnell raus, wie er die Zwerge befreien kann und tut dies auch fix. Er steckt sie in Fässer, während ein paar Wächter unelbenmäßig schnarchen (unangenehm berührtes Flüstern zwischen den Kinobesuchern, die das Buch nicht gelesen haben), und schickt sie den Fluss runter. Er hinterher.

Und jetzt BIG Actionszene. Die Elben rennen ihren Gefangenen nach und haben sie fast schon, aber die Orks sind auch plötzlich da – unter der Führerschaft des neuen Oberbösewichts Bolg. Warum zur Hölle haben sie den ausgetauscht?

Mitbewohner: „Vielleicht war Azog ihnen nicht hässlich genug.“

Elben und Orks kämpfen miteinander. Derweil stecken die Zwerge in den Fässern fest und können weder vor, noch zurück. Da jumpt Kili – natürlich der! – aus seinem Fass und schafft es, das Tor zu öffnen, das den Fluss versperrt, wird dabei aber von einem Pfeil ins Bein getroffen. Autsch. Aber weiter geht die wilde Wasserfahrt, während über und neben und um die Zwerge herum ein Kampf der CGI-Männchen tobt.
Nein, das ist nicht schön.

Legolas benutzt mal wieder Sachen und Leute als Surfbrett und seinen Bogen als Nahkampfwaffe. Man sieht mehr als überdeutlich, dass Tauriel nicht schießen kann.

Kurze Zwischensequenz mit Gandalf und Radagast, bei dem man natürlich alle nochmal dran erinnern muss, was der für nen Vogel hat. Sie turnen in den Gräbern der Neun rum und finden raus, dass die nicht mehr da sind. Beide haben Schiss in der Buxe.

Zurück zu den Zwergen. Die haben Elben und Orks abgehängt und sind jetzt am Langen See angekommen, der zwischen ihnen und dem Einsamen Berg liegt. Drumrum laufen würde allerdings zu viel Zeit kosten, also müssen sie irgendwie drüber und am besten noch zuerst in Esgaroth, der Stadt auf dem See, Zeug und so besorgen.
Gut, dass in dem Moment Bard auftaucht, ein Kahnfahrer mit Boot. Der beballert sie zwar erst mal aus unbekannten Gründen, aber Balin wirft sich voll diplomatisch dazwischen.
Er winkt mit ein paar Geldscheinen, damit Bard sie rüber nach Esgaroth bringt, und weist ihn darauf hin, dass man Geld gegen Waren und Dienstleistungen eintauschen kann. „Ihr habt doch bestimmt auch ein teures Frauenzimmer?“
Bard: „Nein… nicht… mehr…“
Uff.

annoying

Naja. Kurz: Bard fährt sie halt doch rüber.

Währenddessen verhört Thranduil einen Ork, den Legolas und Tauriel gefangen haben. Es wird gefragt, warum sie den 13 Zwergen nachgerannt sind.
Ork zu Tauriel: „Ha, 13, nicht mehr lange! Hey, Elbentussi, der Typ, den du angeschmachtet hast, der ist bald sowas von hin! Hab doch direkt gesehen, dass du auf den stehst! Ich hab nen Blick für sowas! Hahaha! Da kuckst du blöd! Morgulpfeilspitzen, Bitch, das kennen wir doch schon aus Episode 4! Scheiße, ne?! Hahaha!“
Tauriel ist tief erschüttert und Thranduil schickt sie auf die stille Treppe. Dann killt er den Ork, gerade als das Plappermaul etwas über Sauron und so erzählen will.

Mitbewohner: „Oh mein Gott!!! Wie scheiße!!! Das sieht so aus, als würde der mit denen unter einer Decke stecken!!! Oh mein Gott!!!“

Auf Anweisung des Königs lässt Legolas alle Tore schließen. „Niemand kommt hier rein oder raus!“
Torwache: „Und was ist mit Tauriel, treue Freundin seit Hunderten von Jahren, also, wenn die wieder kommt, die darf dann aber schon rein, ne?“
Legolas: „Ja, nee. Also… Neeee.“

Derweil schippert Bard die Zwerge über den See, der aus unerfindlichen Gründen im Spätsommer voller Eis ist, und auf eine Stadt zu, die wie eine postapokalyptische Symbiose aus „Oliver Twist“ und „1984“ aus dem Nebel auftaucht. Anachronismus galore!

Bard muss sie am hässlichen Sidekick des bösen Bürgermeisters vorbei in die Stadt schmuggeln. Beide sehen wie zwei richtig lächerliche Gestalten aus einen Harry-Potter-Film aus. Der Bürgermeister sinniert mit Blick über Esgaroth darüber, wer wohl so blöd sein könnte, seine Herrschaft stürzen zu wollen. Die Lösung ist denkbar einfach: Das muss der einzige Bewohner sein, den die Zuschauer bis jetzt mit Namen kennen gelernt haben! NATÜRLICH!!!

Bard muss sich derweil heimlich durch die Stadt schlängeln. Überall lauern Feinde in diesem faschistischen Mini-Überwachungsstaat.

Ich vergewissere mich, noch im richtigen Kino und in Mittelerde zu sein.

Bard schmuggelt die Gang schließlich durch die Toilette in sein Haus.
Seine Tochter: „Vater, warum kriechen da Zwerge aus unserem Klosett? Und warum klinge ich mit 13 Jahren schon wie Fräulein Rottenmeier?“

Thorin kuckt aus dem Fenster, sieht auf nen Turm so ne Art Pfeilschleuder und macht große Augen. Balin springt narrativ ein: Laut der Legende kann nur ein Pfeil, von so einem Ding abgefeuert, den Drachen töten. Ein richtiger Langbogen würde dabei ja viel zu cool aussehen. UND!!! DER PFEIL MUSS SCHWARZ SEIN!!! Das ist GANZ WICHTIG!!! WEIL!!!

carrie whaaaat

Tauriel hat sich derweil entschlossen, ihre Karriere zu opfern und dem Befehl ihres Königs den Mittelfinger zu zeigen für einen Typen, den sie erst fünf Minuten kennt, und ist auf dem Weg nach Esgaroth. Legolas stürmt ihr nach, in Liebe entflammt oder so eine Scheiße. Sie labern am Ufer miteinander und springen dabei munter zwischen deutsch englisch Westron und Elbisch hin und her, weil das ja bei zwei Personen, deren Muttersprache dieselbe ist, so wahnsinnig viel Sinn macht.

In Esgaroth hat es sich währenddessen trotz aller Sicherheitsvorkehrungen rumgesprochen, dass die Zwerge zu Besuch sind, was die meisten cool finden, denn es gibt eine Prophezeiung, laut der irgendwann Zwerge zurückkehren zum Erebor, es Gold regnet und dann die ganze Stadt in Schutt und Asche gelegt wird. Well. Leider erinnert sich nur Bard an diese letzte Zeile. Natürlich. Er rennt nach Hause, aber die Zwerge sind schon weg – in die Waffenkammer einbrechen.

Selbstverständlich werden sie geschnappt, aber vor dem Bürgermeister zieht Thorin eine Riesenshow ab und alle jubeln, weil sie sich so auf das Gold freuen. Der Bürgermeister, gar nicht blöd, heißt die Zwerge Willkommen und mobbt Bard, der zur Vorsicht rät. Hat ja schon Bards Vorfahr, der Stadtherr von Thal, es nicht geschafft, den Drachen mit dieser blöden Schleuder vom Himmel zu schießen. „Und jetzt zeigt alle auf Bard und lacht!“ So sei es. Gemein!

Am nächsten Morgen sollen die Zwerge in Ehren zum Erebor schippern, aber Thorin will nicht, dass Kili mitfährt, weil es dem mit seiner Wunde inzwischen ziemlich dreckig geht, einerseits natürlich wegen der Morgulpfeilspitze, andererseits vielleicht auch ein bisschen deswegen, weil bisher alle nur ein bisschen auf der Wunde rumgetupft haben, statt mal das Stück Pfeil rauszuholen, das noch drin steckt.
Fili findet es scheiße, dass sein Bruder zurück bleiben soll.
Fili: „Nein, Thorin, das ist so wichtig für ihn!“
Thorin: „Nö!“
Fili: „Gut, dann bleib ich auch hier!“
Thorin: „Nein, Fili, das ist so wichtig für dich!“
Fili: „Nö!“
Thorin: „Fili! Du bist mein Neffe, was ich hiermit erstmals den Zuschauern verrate, und Thronerbe, weil ich offensichtlich doch vorhabe, in dieser Trilogie zu sterben, obwohl das schon im Buch dramaturgisch keinen Sinn gemacht hat, und du eine wesentlich bessere Wahl bist als dieser Typ aus den Eisenbergen, von dem man bis ungefähr fünf Minuten vor Ende des Buches nichts erfährt – natürlich Gesetz dem Fall, dass du deinem literarisch vorbestimmten Tode entgehst!“
Fili: „Whatever! Ich bleib bei meinem Bro!“

Insgesamt bleiben vier Zwerge in Esgaroth. Oh mein Gott, wie falsch.

I'm unhappy

In der Zwischenzeit rennt Gandalf völlig allein in Dol Guldur rum. Was irgendwie wesentlich uninteressanter ist, als es sein sollte.

Die Zwerge sind am Berg und suchen den Eingang, der auf der Karte eingezeichnet ist. Die Geheimtür ist schließlich überoffensichtlich genau dort, wo sie sein soll und Bilbo entdeckt sie. Thorin ejakuliert spontan vor Begeisterung.

Bei der Tür angekommen ist es höchste Zeit und niemand denkt auch nur eine Sekunde über das Sprüchlein nach. Stattdessen wird auf die Tür eingehackt, obwohl wir alle schon in HDR 1 erfahren haben, dass Zwergentüren praktisch unzerstörbar sind. Sonne geht unter, Zwerge heulen und rennen weg, Bilbo erinnert sich an seinen Astronomieunterricht und daran, dass der Mond ja von der Sonne bestrahlt wird, weshalb man „der letzte Strahl der Sonne“ als Mondlicht interpretieren kann und das… fast… irgendwie… Sinn macht… also… irgendwie.

stupid people reaction

Die Zwerge ziehen tränenreich in den Berg ein und augenblicklich wird Bilbo Richtung Schatzkammer geschubst, damit er Smaug den Arkenstein unterm Hintern weg klaut.

Gandalf findet Sauron. Scheiße.

Bilbo schleicht sich in die Schatzkammer wie ein dem Tode geweihter Mensch aus einem 80er-Jahre-Horrorfilm: Indem er erstmal hinein ruft, ob denn jemand da ist. Ohne Worte.

Während er etwas uninspiriert den Schatz durchwühlt, weckt er dabei natürlich den Drachen und es dauert geradezu lächerlich lange, bis er auf die Idee kommt, sich unsichtbar zu machen. Das bleibt er aber nur gefühlt zwei Sekunden, weil Smaug ihn mit dem Signalwort „Schatz“ triggert und schon stehen sich die beiden Angesicht zu Angesicht gegenüber.

what community

Smaug sieht ja mal so richtig geil aus. Aber jetzt wird erst mal viel gelabert. Die Cumberbitches wollen das so.

Zurück zu Bard und seiner Familie. Das Haus wackelt kurz.
Tochter: „Werden wir alle sterben?“
Als Antwort nimmt Bard sein Gewürzregal auseinander. Es ist der letzte Pfeil für die blöde Schleuder. NATÜRLICH SCHWARZ. Bevor er aber damit irgendwas nützliches anstellen kann, wird er von der Esgaroth-Gestapo in den Knast geworfen. Mit ohne Grund.

Draußen vor der Tür findet es Balin plötzlich blöd, dass sie Bilbo allein da reingeschickt haben. Er konfrontiert Thorin hart. „Du bist nicht mehr der Zwerg, den ich einst kannte! Der Zwerg von damals wäre völlig hirn- und planlos in den Berg und den sicheren Tod gestürmt!“
Thorin: „Potzblitz, bei meinem Barte! Wie recht du hast, alter Freund!“

In Esgaroth, wo sich Kili in Bards Heim in Schmerzen windet, tauchen plötzlich Orks auf. Die sind… dort hin geschwommen oder so. Krasser Überfall auf die Zwerge, die davon total überrumpelt sind. Bards Bälger schreien.
Und dann – Tauriel to the rescue! Natürlich! Die ist vermutlich auf einer Sternschnuppe rüber geflogen! Und da! Legolas will auch mitspielen! Schön!!! Lauter Leute in Esgaroth, die da jetzt nicht sein sollten!!! Geil!!! Nicht!!!

Die Orks flüchten. Legolas will hinterher. Tauriel nicht – ist doch die Liebe ihres Lebens in Gefahr! Legolas ist tierisch angepisst und läuft den Orks allein nach.

Kili ist kurz vorm Exitus, aber dann kommt Bofur mit der Lösung angerannt: Königskraut! Yay! Gegen verfluchte Morgulwunden! Das hat ja auch schon bei HDR 1 so gut geklappt!!!

facepalm

Am Erebor rennt Thorin hirn- und planlos in den Berg rein und macht erstmal Bilbo blöd an, weil es ja wohl üüüberhaupt nicht sein kann, dass der in diesem ganzen Gebirge aus Gold und Geschmeide diesen Arkenstein, von dem er keine Ahnung hat, wie er eigentlich aussieht, noch nicht gefunden hat. Aber haha, Bilbo hat ihn wohl gefunden! Aber ob er ihn auch eingesteckt hat? Vielleicht ja, vielleicht nein? Wissen wir’s mit Sicherheit oder hab ich vielleicht nach 2 Stunden Film nicht mehr so wirklich aufgepasst und keine Ahnung?

Ja. Ja, ich hab keine Ahnung. Verklagt mich doch!

Thorin wundert sich dann extrem darüber, dass Smaug genau dort ist, wo jeder dachte, dass er ist, und der ist ultrasauer, als er Thorin erschnüffelt, aber in dem Moment kommt auch schon der Rest der Gang in die Schatzkammer gestürmt und brüllt ein bisschen rum.

Äh, Mooooment!

reading

Oh, warum nur. Warum, warum, warum!

Natürlich bringt Schreien gar nix, deshalb flüchten die Zwerge erstmal.

Zurück zu den anderen, die jetzt den stöhnenden Kili für seine Behandlung vorbereiten, ohne auch nur mal auf die Idee zu kommen, ihm seine Hose auszuziehen, damit man besser an die Wunde drankommt. Wie außerordentlich schade.
Tauriel reibt mit großer Geste das Königskraut klein und labert dabei irgendwas auf elbisch. Kili verpasst ihr in seinem Fieberwahn völlig hingerissen nen Heiligenschein. Ich kotze in meine leere Popcorntüte.

Im Erebor haben es die Zwerge WIE AUCH IMMER geschafft, Smaug abzuhängen, und irren jetzt in den Gängen rum, gerne auch mal direkt unter Smaugs Nase durch, ohne dass er sie sieht oder riecht.

Kilis Wunde wird verbunden (leider trägt er immer noch Hosen). Sein Kopf liegt dabei in einer Schüssel voller Walnüsse. Ich bin darüber aufrichtig verwirrt. Und dann hält er mit Tauriel Händchen. Seufz.

Die anderen Zwerge haben derweil realisiert, dass sie nicht mehr rauskommen, aber wollen nicht aufgeben. Sie trennen sich und wollen nun zu den Schmieden. Niemand weiß warum.

Aaaber vor dem Showdown noch einmal zu Legolas, der gerade in den Straßen von Esgaroth Bolg gegenüber steht. Etwa 15 Meter trennen die beiden voneinander. Und weil sein Bogen wie gesagt eine Nahkampfwaffe ist, zieht er sein Schwert.

barney kills himself

Er kämpft und killt ein paar Orks, kriegt aber von Bolg so richtig ein paar aufs Maul, bevor der flüchten kann. Er starrt sein eigenes Blut an wie Superman und scheint erstmals das Konzept der „relativen Unsterblichkeit“ zu kapieren. Hat ja nur geschätzt tausend Jahre gedauert. Dann reitet er Bolg nach und aus diesem Film raus.

Erebor. Der große, schreckliche Smaug schafft es nicht, auch nur einen einzigen Zwerg zu erwischen, und lässt sich dann auch noch übertölpeln, als die Jungs die Schmiede entzünden wollen. Er gibt Starthilfe und immer noch hat niemand im Kino eine Ahnung, was Thorin eigentlich vorhat.

Die Zwerge halten Smaug beschäftigt, bis die Schmiede so richtig heiß läuft. Man sieht schlecht animiertes geschmolzenes Gold in den Schmelztiegeln und…

Moment. Sekunde. Nein. Nein. Thorin will das irgendwie über Smaug auskippen? EINEN FEUERDRACHEN BESIEGEN, INDEM MAN WAS HEISSES AUF IHN DRAUFSCHÜTTET!?!?

OMG

Ja, und beim nächsten Angelausflug ertränkt Thorin dann ein paar Fische oder was!!! Oh mein Gott!!! Oh mein Gott!!! Wir sind hier nicht bei James Bond!!! Das funktioniert nicht!!!

Thorin schippert auf dem Goldstrom in einer Schubkarre, die natürlich überhaupt nicht heiß wird oder so (!!!) in den anliegenden Thronsaal, wo das Gold in eine Gussform fließt. Nach einer krassen Rede von Thorin öffnen die Zwerge die Gussform und Smaug sieht sich einem mächtigen Standbild von König Thror gegenüber. Und das Gold, also… ist fest und… irgendwie dann doch nicht und… das Standbild platzt irgendwie auseinander und… Gold ergießt sich über Smaug und… etwas stirbt in mir…

this is too much

Das Gold bringt gar nichts. Es macht Smaug nur wütend. Und weil er glaubt, dass Bilbo aus Esgaroth stammt, ist er so angepisst, dass er sich sofort auf den Weg dorthin macht, um Chaos und Zerstörung zu bringen.

Bilbo: „Was haben wir getan?“

Ich: „Was hat Peter Jackson getan?“

Fertig. Aber sowas von.

…..

Es gab mal eine Frau, die hat bei dieser ganzen „Warum macht dieser Typ aus einem so dünnen Buch drei Filme?!“-Diskussion nur milde gelächelt und gesagt: „Ich würde Peter Jackson mein Leben anvertrauen.“

Dieses Vertrauen wurde durch diesen Film brutal ermordet.

hobbit

*Ich halte „Verheerung“ für „desolation“ für die wesentlich bessere Übersetzung und präferiere in Fantasyfilmtiteln Genitivkonstruktionen. Der Film hätte also „Die Verheerung des Smaug“ heißen sollen, wenn es nach mir gegangen wäre.
Aber wenn es nach mir gegangen wäre, wäre er ja auch gut gewesen ;(

Beschneidungsgesetz, ein Jahr danach. Unendliche Diskussionen und mein Nachtrag.

Dieses Mal drei Tage zu spät. Shame on me.

„Die Beschneidungsdebatte ist im Prinzip einer der Hauptgründe, warum ich dieses Blog eröffnet habe“ lautete der erste Satz meines Artikels Beschneidungsdebatte, ein Jahr danach. Beschissene Argumente und meine Antworten, den ich im Mai diesen Jahres schrieb.

Vor diesem Hintergrund ist es vermutlich irgendwie schicksalsträchtig und/oder ironisch, dass er bis heute der mit Abstand meistgelesene Beitrag auf diesem meinem Blog ist.

Das ist aus meiner Sicht aus mehreren Gründen gerechtfertigt: Erstens habe ich an keinem anderen Artikel so lange gearbeitet (allein, die ganzen Bilder zusammen zu klauen!), zweitens ist mir in der Zeit zwischen dem Artikel und heute immer noch kein Thema unter gekommen, das mich mehr aufgeregt hat und drittens ist die gesamte „Debatte“ sowie ihr Ergebnis nun mal so ziemlich die dämlichste Unlogischkeit, die sich unser Staat geleistet hat, seit ich denken kann.
Warum das so ist, habe ich ja im betreffenden Artikel schon ausführlich dargelegt, aber damit war das Thema für mich noch nicht erledigt. Im Gegenteil. Zwar hat mir die schriftliche Reflexion über saudumme Argumente dabei geholfen, meine Gegenargumente in Diskussionen nicht mehr ständig neu formulieren zu müssen, sondern stand praktisch als geistige Kopie parat, wann immer ich in die Verlegenheit kam, aber auch darüber hinaus stolperte mir die Beschneidung immer wieder vor die Füße.

In den vergangenen Monaten habe ich noch mehr dazu gelesen, Diskussionen geführt und weiter nachgedacht. Dabei habe ich – und das ist immerhin ein positiver Punkt – kein dämliches Argument mehr gehört, das mir neu gewesen wäre (ich war also wenigstens einmal in meinem Leben gründlich!). Aber dennoch taten sich neue Problemfelder auf, die es wert sind, beackert zu werden.

Dieser Beitrag kann also als Ergänzung oder Fortsetzung zu meinem ersten Artikel verstanden werden. Teils führt er alte Überlegungen weiter, teils thematisiert er neue Blickwinkel, die sich mir eröffnet haben.

beschneidung4

Die juristische Beurteilung ist eigentlich eindeutig…!

Die gesamte Debatte und damit auch das daraus entstandene Gesetz lässt sich eigentlich auf eine einzige Fragestellung reduzieren: Was ist wichtiger – Religionsfreiheit oder das Recht auf körperliche Unversehrtheit?
Für frömmelnde religiöse Menschen war diese Frage ziemlich einfach zu beantworten. Womit mal wieder bewiesen wäre, dass Religionen ganz wunderbar vorm Denken bewahren.
Ja, genau diesen Punkt hatte ich eigentlich schon mal, aber inzwischen habe ich einen ganz ausgezeichneten Artikel zur juristischen Bewertung gelesen, den ich allerdings – natürlich! – nicht mehr finde. Der kippte auf die Argumentation pro körperliche Unversehrtheit noch mal eine Schippe drauf mit einigen juristischen und verfassungsrechtlichen Details, die mich ehrlich gesagt einfach nur baff machten. Deshalb versuche ich mal, die Punkte nachzuliefern, die mir am meisten im Gedächtnis geblieben sind.

Punkt 1: Religionsfreiheit ist ein individuelles Recht. Wesentlich ausschweifender habe ich das schon in meinen ersten Beitrag versucht zu sagen, aber all die vielen Worte, die ich verschwendet habe, lassen sich auf eines reduzieren: individuell.
Es ist meine eigene Entscheidung, mich unter Regeln und Vorschriften zu beugen, die meine Religion mir auferlegt, auch wenn diese Regeln platt gesagt nicht mit einigen sonstigen Menschenrechten übereinstimmen. Die sagen ja im Grunde nur, dass ich machen kann was ich will, solange ich niemanden dabei schade. Niemand kann mich also dazu zwingen, am Sonntag in die Kirche zu rennen, am Ramadan zu fasten oder am Sabbat zu ruhen. Das entscheide allein ICH. Wenn ich es will. Das ist MEINE Religionsfreiheit.

Wenn es jetzt um andere Personen geht, greift Punkt 2, und der ist besonders interessant.
Wenn es zu diesen Diskussionen kam, wurde immer Art. 4 des Grundgesetzes zitiert:

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

Für Leute, die nicht kapiert haben, dass dieses Recht individuell ist, war die Sache damit klar. Aber, Freunde und Nachbarn, das ist nicht alles, was unser Grundgesetz dazu zu sagen hat! Und darauf musste zumindest ich auch erst gestoßen werden.
Es ist ein sehr altes Gesetz, eines, das schon 1919 in der Weimarer Verfassung stand, aber wohl als sinnvoll genug erachtet wurde, um auch ins Grundgesetz Eingang zu finden. Es findet sich ganz unschuldig ziemlich am Schluss im Art. 140 und lautet:

(1) Die bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten werden durch die Ausübung der Religionsfreiheit weder bedingt noch beschränkt.

Nun bin ich keine Juristin. Aber das ist für mich nicht anders interpretierbar als so: „Mach mit deiner Religion was du willst, solange es sich in Einklang mit den deutschen Gesetzen bewegt.“

Und das fand ich hammerhart. In diesen ganzen dummen Diskussionen verfielen die Verteidiger der religiösen Beschneidung immer in regelrechte Schwärmerei, wenn es um die Religionsfreiheit ging. Ganze Epen wurden darüber gedichtet, was für eine hochmoderne Errungenschaft es sei, ungestört seine Religion ausüben zu dürfen. Sie haben ja recht! Aber leider wurde damit häufig der Einwand, dass damit kein anderes Recht eingeschränkt werden dürfe, vom Tisch gewischt. Religionsfreiheit steht im Grundgesetz, Punkt aus!
Jetzt kann ich dazu sagen: Stimmt! Aber nicht ohne Einschränkungen! Und das macht mich sehr, sehr glücklich!
Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass es noch eine Ausnahme von der Ausnahme gibt, und die steht in Art. 4 als dritter Absatz:

(3) Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.

Das ist natürlich mit dem Aussetzen der Wehrpflicht nicht mehr wichtig. Aber es zeigt, dass sich die Religionsfreiheit schon seit dem Bestehen des Grundgesetzes unter dieses zu beugen hatte, sofern es keine expliziten Ausnahmen gab.

Gottes Grausamkeit kennt Grenzen

Bleiben wir bei Gesetzen.
Ich hatte erschöpfend dargelegt, dass für wahrlich gläubige Juden alle Argumente contra Beschneidung obsolet sind, wenn es darum geht, den Bund mit Gott zu schließen. Auch hatte ich über „diesen einen jüdischen Typen“ erzählt, der sich nicht vorstellen konnte, dass man gegen Beschneidung sein kann, ohne antisemitisch zu sein.

Der gleiche Kerl meinte auch, dass noch niiiie ein Jude in der Geschichte des Judentums ein Problem mit der Beschneidung gehabt hätte. Leider ist das nachweislich falsch, genau wie die Vorstellung, dass nur eine Beschneidung den echten Juden ausmacht. Vielfach wurde eine Ausnahme zitiert, laut der eine Familie ihre Sohn nicht beschneiden lassen muss, wenn dieser bereits zwei ältere Brüder durch diese Prozedur verloren hat.

Leider konnte ich nirgendwo den Originaltext in einer Sprache finden, die ich auch verstehen kann (und, um Lisa Simpson zu zitieren: Ich werde jetzt bestimmt nicht auch noch Hebräisch lernen!), weshalb ich mit dieser Info sehr vorsichtig umgehen will. Fakt scheint dennoch zu sein, dass der Talmud diese Sonderregel kennt und das betreffende Kind von der Beschneidung freistellt – allerdings nur, wenn eine Bluterkrankheit vorliegt.

Diese Regelung, die bei mir Assoziationen mit der Sole Survivor Policy bei den amerikanischen Streitkräften sowie deren deutsches Äquivalent in Bezug auf Befreiung der Wehrpflicht weckt, zeigt nun eindeutig, dass eine Beschneidung nicht den Juden macht. Nein, dazu reicht es nun mal völlig, eine jüdische Mutter zu haben. Knifflig wird es erst, wenn man konvertieren will. Dazu fand ich folgendes schöne Zitat eines Rabbis:

P.S. Needless to say, the above only applies to a non-Jew who wishes to convert. However, a Jewish child who cannot be circumcised due to medical reasons does not lose his Jewish status or identity.

Quelle

Zwar ist das nun keine offizielle Stellungnahme des jüdischen Oberhaupts (so etwas gibt’s ja auch nicht), aber wenn es etwas gibt, in dem das Judentum dem Christentum schon immer eindeutig überlegen war, dann ist es die Diskursbereitschaft. Während (nicht nur) im Mittelalter die Kirche eine „Glaub halt daran und halt die Schnauze“-Politik bei ihren Gläubigen fuhr, galt eine breite theologische Ausbildung bei gläubigen Juden als allerhöchstes Gut. Allein deswegen war die Alphabetisierungsrate unter Juden stets sehr hoch, denn zur Feier ihrer Bar Mitzwa mussten die jüdischen Jungs aus der Tora lesen. Aber auch darüber hinaus genoss ein Jude (zumindest ein männlicher) allerhöchsten Respekt unabhängig von seiner Herkunft, wenn er dazu in der Lage war, scharfsinnige und rhetorisch ausgefeilte Bemerkungen zu theologischen Diskussionen beizutragen.  Begabte Kinder wurden dahingehend ermuntert und aktiv gefördert.

Man könnte also sagen, dass dem Judentum als Religion eine beispiellose Reflexionsbereitschaft inhärent ist. Warum also nicht bei diesem Thema? Warum nicht die „medizinischen Gründe“ auch auf Nicht-Bluter ausweiten? Wenn ein Jude ein Jude ist, auch wenn er nicht beschnitten ist, was gibt es dann noch für Argumente für aufgeklärte, gebildete Juden, daran unbedingt festhalten zu müssen? Zeigt die Sonderregel nicht, dass Gott gütig ist und niemanden abweist, der im Geiste beschnitten ist (wie es Jesus ein berühmter Jude mal ausdrückte), auch wenn sein Körper aus jüdischer Sicht unvollkommen ist?
Ist es nicht an der Zeit, sich dem durch die Geschichte ziehenden, großartigen jüdischen Hang zur Bildung zuzuwenden, der so viele hervorragende jüdische Wissenschaftler hervorgebracht hat, und einfach mit Blick auf die vielen medizinischen Fakten anzuerkennen, dass die Beschneidung abgeschafft gehört?

Das Problem mit der HIV-Prävention

Nun ist das Beharren auf der medizinischen Nutzlosigkeit der Beschneidung (sofern keine medizinische Indikation vorliegt) sehr schwer, wenn selbst Organisationen wie die WHO weiter fleißig daran arbeiten, den Mythos „Beschneidung als HIV-Prävention“ unters Volk zu bringen.
Interessant ist dabei, welches Volk sie damit beglücken.
Tante Jay, der Beschneidung auch ein Herzensthema ist (und die, nebenbei bemerkt, vermutlich mehr Original-Artikel zur Beschneidung geschrieben hat als alle deutschen Männerrechtler zusammen), engagiert sich sehr gegen diesen Mythos und hat hier (ausnahmsweise englisch) ein wichtiges Argument geliefert – vielleicht das wichtigste überhaupt.

Dieses lautet: JA, wenn man kein Kondom benutzt, wird das Risiko, sich mit HIV anzustecken, durch eine Beschneidung um 60% gesenkt – allerdings pro Verkehr.
Das ist ein wunderschönes Beispiel dafür, wie selbst eine harte Wissenschaft wie Mathematik falsch interpretiert werden kann, wenn man diese blöden Statistiken einfach nicht richtig liest. Wenn jemand eh kein Kondom verwendet (aus welchem Grund auch immer), dann ist ein 60%iger Schutz vor HIV schon eine beeindruckende Zahl, die aber völlig in die Bedeutungslosigkeit abrutscht, wenn man sie mit jedem einzigen Mal Sex in Verbindung bringt. Leider denken daran wohl die Wenigsten, wenn sie solche Zahlen lesen!

Das muss die WHO auch wissen (wenn es schon Bill Gates nicht weiß). Damit stellt sich die Frage, warum auf Grundlage solcher Zahlen dennoch weiterhin die Beschneidung in besonderen HIV-Risikogebieten, sprich, vor allen afrikanischen Staaten, so hartnäckig voran getrieben wird.

Ich neige eigentlich nicht sehr zu Verschwörungstheorien, aber mir fällt dazu keine einzige Erklärung ein, die nicht eindeutig rassistisch motiviert wäre. Fungieren hier Menschen, die bewusst dumm gehalten werden und die sich nicht so ohne Weiteres Gegenpositionen zu dieser Praxis beschaffen können, als Versuchskaninchen? Oder ist das gar ein bewusster Versuch, einfach mal auf diese Weise etwas gegen die Überbevölkerung zu tun?

Ich wiederhole es nochmal: Das einzige, was gegen eine HIV-Ansteckung hilft, ist ein Kondom. Und da die Sensibilität der Eichel durch eine Beschneidung herab gesetzt wird, führt dies zu einem erhöhten Risiko einer Verbreitung des HI-Virus, denn beschnittene Männer können oder wollen teilweise keine Kondome mehr benutzen.

Wie oft denn eigentlich noch?!

Das Problem mit dem Gebärmutterhalskrebs

Ursprünglich hatte ich diesen Punkt gar nicht in meinem ersten Artikel drin, weil er mir so absurd erschien, ihn dann aber ergänzt, als immer mehr Kommentare dazu geschrieben wurden. Ich hatte mich aber dabei auf ein reine ethische Argumentation gestützt, weil ich dachte, das reicht.

Es reicht offensichtlich nicht.

Vor kurzem erreichte mich eine Email, in der ich zu einer Stellungnahme zu „Beschneidung als Mittel gegen HPV-Infektion“ gebeten wurde. HPV sind die Erreger, die u.a. Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Und ehrlich gesagt hat mich der Inhalt der Mail so sprachlos gemacht, dass ich nach längerem Nachdenken fast geneigt war zu glauben, hier wolle mich jemand testen, der mir mein feministisches Engagement gegen Beschneidung nicht abnimmt.

Inzwischen denke ich das nicht mehr. Aber der Vorschlag, es mir auf mein feministisches Banner zu schreiben, Beschneidungen flächendeckend bei allen Jungs schon im Babyalter zu begrüßen, weil damit Frauen vor Gebärmutterhalskrebs geschützt werden, wird dadurch leider nicht besser.

Wie gesagt: Die ethische Argumentation hat nichts gebracht. Also wollte ich das dieses Mal rein rational und mittels harter Wissenschaft angehen. Mathematisch, wirtschaftlich. Ich fand folgende Zahlen:

– jährlich erkranken in Deutschland ca. 4700 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, ca. 1500-1600 sterben daran
– im Jahr 2011 wurden ca. 660.000 Kinder in Deutschland geboren – natürlich ist davon ca. die Hälfte (330.000) männlich
– eine Beschneidung kostet zwischen 200 und 700 Euro

Auf Grundlage dieser Zahlen startete ich ein kleines Gedankenexperiment. Nehmen wir mal an, der Plan einer flächendeckenden Beschneidung würde in die Tat umgesetzt und die Beschneidung würde tatsächlich nur 200 Euro kosten. Damit ergäbe sich für ein Jahr folgende Rechnung:
330.000 * 200 = 66.000.000
Die Beschneidung eines einzigen Jahrgangs nützt natürlich überhaupt nichts, deshalb muss man das weiter führen. Ein Effekt dürfte erst dann spürbar sein, wenn die ersten Jungs sexuell aktiv werden. Sagen wir, mit 15 Jahren. Nehmen wir der Einfachheit halber mal an, die Geburten würden bis dahin stabil bleiben. Das ergibt dann folgendes:
66.000.000 * 15 = 990.000.000

Es würde also FAST EINE MILLARDE EURO kosten, über 15 Jahre hinweg flächendeckend alle deutschen Jungs beschneiden zu lassen! Und da stellt sich mir die Frage: Ist so eine riesige Menge Geld nicht vielleicht besser in der Krebsforschung aufgehoben? Ich bin keine Ärztin, aber damit lässt sich doch sicher was mit anfangen, oder?!
Wobei da ja noch einiges fehlt. Nicht mit eingerechnet sind die Kosten für die dafür nötige Bürokratie und für etwatige Strafverfahren, denn meine Fresse, wäre so ein Gesetz wirklich in Deutschland möglich, dann könnt ihr aber Gift drauf nehmen, dass ich am Tage der Geburt meines Sohnes vom Wochenbett springen und ins nächste Gericht rennen würde, denn MEINEN Sohn wird ohne Grund NIEMAND beschneiden!! Damit bin ich sicher nicht die Einzige. Ach ja, und die Kosten für eventuelle Nachbehandlungen bei Komplikationen sind sicher auch ein gewaltiger Faktor. Ein einziger Tag im Krankenhaus kostet ja auch schon über 100 Euro! Ich könnte mir vorstellen, dass diese Posten zusammen genommen die Kosten für eine flächendeckende Beschneidung über die nächsten 15 Jahre leicht verdoppeln könnten!
(Der Vollständigkeit halber muss gesagt werden, dass Jungs, die tatsächlich unter einer Phimose leiden, hier heraus gerechnet werden müssten, aber ich halte die Zahl derer, die eine Beschneidung wirklich brauchen, inzwischen für verschwindend gering.)

Nun sollten solche wirtschaftlichen Überlegungen natürlich hinten an stehen, wenn es darum geht, Menschenleben zu retten – das gebietet die Ethik. Nur ist eine Beschneidung nun mal keine Maßnahme, die keinerlei negativen Konsequenzen nach sich zieht, außer, dass sie viel kostet. Das sah auch meine Mailpartnerin ein und schrieb, dass ja „maximal“ 5-15% aller Jungen nach einer Beschneidung unter Komplikationen leiden würden.

Nehmen wir das mal als Grundlage (obwohl ich die Zahlen anzweifle!), dann ergibt sich ausgehend von der oben genannten Geburtenzahl über 15 Jahre, dass demnach 247.000 bis 742.500 Jungs von Komplikationen betroffen wären. Dieser gewaltigen Menge stehen in diesem Zeitraum 70.500 gebärmutterhalskrebserkrankte Frauen gegenüber bzw. ca. 23.250 Frauen, die daran sterben.

Und da muss man sich doch fragen: So tragisch eine Krebserkrankung ist – rechtfertigt eine solche Präventivmaßnahme die Verletzung einer Menschengruppe, die bis zu zehnmal so groß ist (wenn man wirklich nur die beschnittenen Männer mit Komplikationen rechnet)?

Und auch diese Zahl ist ja nur eine unzulässige Annäherung. In den letzten 30 Jahren hat sich beispielsweise die Zahl derer, die an Gebärmutterhalskrebs sterben, mehr als halbiert. Es ist wohl nicht allzu verwegen zu vermuten, dass dieser Trend erfreulicherweise weiter gehen wird. Darüber hinaus wird die Gebärmutterhalskrebsimpfung erst seit 2007 in Deutschland für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren empfohlen. Da Gebärmutterhalskrebs oft erst Jahrzehnte nach einer HPV-Infektion auftritt, ist auch bei den Erkrankungen in Zukunft mit einem dramatischen Rückgang zu rechnen.

Hieran sieht man, dass eine solche Maßnahme gegen jede Verhältnismäßigkeit gehen würde – vor allem, wenn man bedenkt, dass überhaupt nicht gesichert ist, ob eine Beschneidung tatsächlich eine Ansteckung mit HPV unwahrscheinlicher macht. Ehrlich gesagt bin ich zu faul, mich dahingehend auch noch durch das halbe Internet zu wühlen, weil es mir wirklich zu blöd ist, aber ich lehne mich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass die Behauptung einer 100%igen Sicherheit absoluter Bullshit ist. Die Mädchen der Jahrgänge, die nun männlicherseits flächendeckend beschnitten würden, können sich immer noch bei älteren Männern (oder Frauen) anstecken, das gleiche gilt für die Jungs, ob nun beschnitten oder nicht. Dazu kommen eventuelle Ansteckungen im Ausland oder durch Ausländer!

Ich bin, wie gesagt, keine Ärztin. Aber wenn mein beschränktes medizinisches Wissen mich nicht trügt, kann man Viren nur durch eine Art ausrotten. Man kann dutzende Verhaltensmaßnahmen für die unterschiedlichsten Viren propagieren, um eine Ansteckung unwahrscheinlicher zu machen, aber gänzlich aus einer Population verschwindet ein Virus nur durch eine wirksame Impfung.
Eben eine solche gibt es bereits für Gebärmutterhalskrebs, wobei diese weder fehlerlos, noch gänzlich ohne Kritiker ist. Aber das ist zumindest mal ein Ansatz, der eine wirkliche Lösung greifbar macht – nicht die Beschneidung!!

Daher: Nein, ich werde mir dieses dumme, unethische Projekt sicher nicht auf mein feministisches Banner schreiben – und hoffe ganz stark, dass eine solche Idee niemals im Feminismus trendet. Es ist schlimm genug, wenn Alice Schwarzer sich zu solchem Schwachsinn hinreißen lässt, aber da bisher von ihr keine wirkliche Forderung dahingehend kam, nehme ich an, dass sie wohl selber weiß, wie dämlich das ist.

Feminismus und Beschneidung

Und damit leite ich über zu einem Thema, das mich persönlich betrifft und ganz besonders aufregt.
Ich schrieb ja bereits, dass mich der Feminismus bei diesem Thema krass enttäuscht hat. Leider habe ich seitdem kaum etwas gelesen, was mein Eindruck dahingehend hätte ändern können.
Es ist eine Sache, sich nicht für ein bestimmtes Thema zu interessieren, aber eine völlig andere, dieses aktiv zu torpedieren. Auch wenn ich nicht verstehe, warum viele Feministinnen nicht sehen, dass ein Engagement gegen männliche Beschneidung dennoch ein feministisches Anliegen sein kann, könnte ich bei solchen Fällen wahrhaft kotzen.

So schrieb Antje Schrupp einen scheinheiligen Tweet, in dem sie süffisant fragte, ob sich die selben, die sich gegen männliche Beschneidung positionieren, ebenfalls so engagiert gegen geschlechtsangleichende Operationen bei intersexuellen Kindern argumentieren würden. In diesem kurzen Tweet war so viel falsch, dass ich meinen Kopf am liebsten mit Volldampf gegen die nächste Wand gerammt hätte. Meine extrem naheliegende Gegenfrage, warum sich denn die Leute, die sich gegen geschlechtsangleichende Operationen bei intersexuellen Kindern engagieren, nicht ebenso gegen männliche Beschneidung positionieren, wurde nonchalant ignoriert (führte aber zu einer weiteren fruchtlosen Diskussion mit einem beschnittenen Mann – dazu weiter unten).
Noch schlimmer als Frau Schrupps logische Glanzleistung traf mich ein gedankenlos eingestreuter Nebensatz auf einem feministischen Blog, der implizierte, dass man es bei einem Engagement gegen Beschneidung mit male tears zu tun hätte. Die kurz darauf stattfindende Diskussion, die entbrannte, weil ich das so einfach nicht stehen lassen konnte, zeigte mir, dass die Autorin nicht die geringste Ahnung von dem Thema hat.

Gleichzeitig muss ich mir immer wieder ein Ohr darüber volljaulen lassen, dass es keine Diskriminierung von Männern gibt, weil Diskriminierung sei ja strukturell bla – bla – BLA. Ja, keine Ahnung, vielleicht ist ein verfassungswidriges Gesetz, das sich nur gegen Jungs richtet, wirklich keine Diskriminierung, keine Ahnung wie man das laut Duden definiert, aber dieses Gesetz zu verteidigen oder sich drüber lustig zu machen, ist halt trotzdem ein unglaubliches Arschlochverhalten, nech?

Und da kommt mir etwas in den Sinn, was ich oft in Bezug auf die Abtreibungsdebatten denke, aber auch hier passt: „Wenn du nicht dazu beitragen willst, das für dich ach so irrelevante Problem zu lösen, dann halt einfach die Fresse.“

Das einzig positive, was ich zur feministischen Beteiligung (oder Nicht-Beteiligung) zur Beschneidungsdebatte bieten kann, ist dieser Text:
Warum Knabenbeschneidung gerade Feministinnen etwas angeht
Darüber hinaus ist mir nichts dezidiert feministisches dazu bekannt, was ich nicht selbst geschrieben habe. Und das finde ich immer noch sehr, sehr scheiße.

Männliche Diskussionsunwilligkeit

Nach dieser angebrachten Feminismuskritik ist aber dennoch eine Erfahrung, die ich in den letzten Monaten machen musste, wesentlich schwerwiegender. Es gibt nämlich genau eine Gruppe, mit der man aus meiner Sicht am schlechtesten über dieses Thema diskutieren kann.

Beschnittene Männer.

Natürlich gibt es Foren, in denen Betroffene ihre Erfahrungen austauschen und sich stark gegen dieses Gesetz engagieren, aber die Mehrheit aller Männer, sie sich mir als beschnitten offenbarten, kann für dieses Thema absolut keine Energie aufbringen. Interessanterweise sogar in mindestens einen Fall, in dem mein Gegenüber unter gewaltigen sexuellen Einbußen aufgrund seiner Beschneidung zu leiden hatte. Warum das Beschneidungsgesetz ein Problem ist, sah er trotzdem nicht.

Eine spezielle Diskussion ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Sie fand offline statt, in meinen eigenen vier Wänden. Drei Männer, die ich alle mag, mit denen ich eng verbunden bin, die alle beschnitten sind, und die eine Scheiße von sich gaben, dass es mir die Schuhe auszog.

So lachten sie schon, als ich das Thema auch nur auspackte. Was für ein Mimimi, dachten sie. SIE haben ja immerhin überhaupt keine Probleme, also GIBT es keine Probleme. Eine besondere Perle:
Ich: „Man schnippelt nicht an Genitalien rum. Das tut man doch nicht!“
Typ: „Das sind keine Genitalien.“
Ich: „Ähm, doch?“
Typ: „Nein!“
Ich: „Es ist der PENIS. Was ist daran für dich denn kein Genital?!“
Typ: „Es ist nicht der Penis, es ist HAUT!“

(Hatte ich eben nicht behauptet, ich hätte nun alle dummen Argumente schon mal gehört? Wie ihr seht, war das gelogen…)

Diese Diskussion ging stundenlang und war leider sehr heftig. Besonders von meiner Seite, denn 1. habe ich es wirklich satt, die ewig gleichen Argumente ständig erneut zu wiederlegen und bin deshalb inzwischen etwas empfindlich und 2. konnte ich einfach echt nicht fassen, wie drei so intelligente Männer so idiotisch und unlogisch diskutieren können.
Der größte Kritikpunkt von ihrer Seite aus war die ganze Zeit über, dass ich ja was gegen medizinische indizierte Beschneidung hätte. Es half überhaupt nichts, dass ich diese Fälle mehrmals explizit ausklammerte (wobei ich immer noch der Meinung bin, dass dies selbstverständlich ist!). Immer wieder kamen sie darauf zurück – vermutlich, weil bei allen dreien diese medizinischen Gründe vorgeschoben worden gegeben waren.

Und letztendlich kam nach langer, langer Diskussion ein sehr entlarvender Satz – ein Satz von einem Menschen, den ich noch nie wütend gesehen habe. Aber hier kochte er regelrecht. Der Satz lautete: „Was du machst, ist im Grunde MICH abwerten, indem du sowas sagst!!“

Ich denke, da liegt der entscheidende Punkt – und das ist auch der Grund, weshalb ich wieder davon abgekommen bin, männliche Beschneidung als „Genitalverstümmelung“ zu bezeichnen. Dieser Begriff ist so maximal negativ besetzt (völlig zurecht), dass spontane Ablehnungshaltungen einfach nur vorprogrammiert sind. Wer möchte schon hören, dass er verstümmelt wurde, obwohl er sich völlig okay fühlt? Das ist definitiv ein Angriff auf den Selbstwert, der mit geradezu manischer Überkompensation gekontert wird.

Was man dagegen tun könnte… da bin ich ehrlich gesagt ratlos. Es dürfte feststehen, dass dieses Gesetz nicht ohne die Unterstützung von beschnittenen Männern gekippt werden kann. Damit bin ich dann leider raus, denn ich bin weder Mann, noch beschnitten. Möglicherweise ist das ja auch ein Problem: Möchten beschnittene Männer von einer Frau hören, dass man sie vielleicht völlig ohne Grund in Gefahr und um die Möglichkeit gebracht hat, Sex mit allen intakten Nervenzellen zu genießen?

Hier muss von männlicher Seite weiterhin wesentlich mehr Aufklärung betrieben werden.

Aber das ist etwas, was ich nach all meinen langen Diskussionen zumindest im Real Life immer noch nicht sehe.

10 + 10 Fragen! Yay!

In den letzten Wochen kam bei mir mal wieder ein Problem auf, dass ihr, sofern ihr bloggt, bestimmt alle irgendwo kennt: „Warum kriegt jeder ein Blogstöckchen, nur ICH nicht? Schluchz.“

So etwas kann Seelen töten. Aber das ist nun vorbei, denn siehe da, es kamen derer direkt zwei! Yay! Ich bin ja so beliebt!!! Nimm das, Nena aus der 9. Klasse, die mich nie zum Saufen eingeladen hat!!!

Ich bedanke mich recht herzlich bei 0x0d und Karo und fange diese Blogstöckchen natürlich mit Freuden. Beide stellten jeweils 10 Fragen, die ich schonungslos offen und ehrlich beantworten werde, bevor ich mir dann ebenfalls einige knallharte investigative Fragen ausdenken werde, denen den wiederum andere Blogger Rede und Antwort (vor allem aber Antwort. Höhö.) stehen müssen!

Fangen wir mit 0x0d’s Fragen an:

1. Welches Buch/welchen Film hast du noch nicht gelesen/gesehen, obwohl du das schon längst mal wolltest?
Ich pflege ja ein Selbstbild als kleine Filmkennerin, deswegen bereue ich es schon lange, noch nie Pulp Fiction gesehen zu haben. Das ist eigentlich eine Schande. Aber immer, wenn ich die Gelegenheit dazu hätte, habe ich einfach keine Lust. Zumal ich Tarantino für überschätzt halte.
Bei Büchern stellt euch bitte folgendes vor: Es existiert für mein Studienfach Germanistik eine sogenannte Leseliste mit einen Kanon mit viel… VIEL klassischer deutscher Literatur. Ich muss mich leider darauf einstellen, zu einer gewaltigen Anzahl dazu bei meinen Abschlussprüfungen befragt zu werden, deshalb bereue ich vom ganzen Herzen, bisher so wenig davon gelesen zu haben.

2. Bist du Mitglied in irgendwelchen Vereinen? Wo, und warum?
Ich bin Mitglied im Schützenverein, Abteilung Bogenschießen. Warum? Weil man diesen Sport ohne Unterstützung von erfahrenen Schützen unmöglich lernen kann. Und weil Schützenvereine längst nicht so scheiße sind wie ihr Ruf!

3. Was tust du, wenn du nicht einschlafen kannst?
Uuuh, dazu habe ich einen exklusiven Trick ^^ den ich in der psychosomatischen Klinik gelernt habe: Den Kopf auf ein Buch mit harten Einband legen, so, dass der „Knubbel“ aufliegt, also der Teil, wo die Wirbelsäule in den Schädel übergeht. Die Therapeutin meinte, dahinter läge ein Gehirnareal, das irgendwie für Beruhigung und so zuständig ist und durch diesen Druck irgendwelche Stoffe ausschüttet. Und auch wenn ich den Mechanismus nicht verstehe und nicht die Hand dafür ins Feuer lege, dass es stimmt: Klappen tut’s!

4. “Alkohol, du böser Geist…” – Hast du dich im Suff mal verplappert und deinem Gegenüber etwas gesagt, was er/sie (noch) gar nicht wissen sollte?
Explizit Geheimnisse ausgeplaudert? Daran erinnere ich mich nicht (Gott sei Dank). Ich hab allerdings mal in der Disco zu einer Freundin, die ihren Geldbeutel verloren hatte und fragte, ob ich ihr vielleicht einen ausgeben könnte, „Nö. Pech gehabt“ gesagt. Da war aber Pole offen. Huiuiui. Aber auch ansonsten plappere ich leider viel zu viel Scheiße, wenn ich was getrunken habe -.-

5. Leben in einem kleinen Dorf, wo praktisch jeder jeden kennt: Fluch oder Segen?
Ich bin in einem solchen Dorf aufgewachsen. Es hat definitiv Vor- und Nachteile.
Vorteil: Man kennt jeden.
Nachteil: Man kennt jeden.
Ernsthaft. Ich würde später gerne wieder aufm Dorf leben. Ich hasse die Stadt. Es stinkt, es ist laut, die Leute sind unglaublich unfreundlich. Mit ein paar Naseweisen und Besserwissern komm ich schon klar, das musste ich ja über 20 Jahre meines Lebens. Die Leute mögen „einfacher“ sein, aber was ihnen an Vielschichtigkeit fehlt, machen sie mit einem Mangel an penetranter Dekadenz wieder wett!

6. Hattest du bzw. deine Familie früher ein Haustier? Und heute?
Ich hatte nie ein Haustier. Ich durfte nie 😦 Aber sobald ich wieder aufm Dorf lebe, werde ich mir auf jeden Fall eine Katze anschaffen. Ich liebe Katzen wahnsinnig – so sehr, dass ich sie auf gar keinen Fall in eine Wohnung in der Stadt sperren würde, auch wenn ich ein Haustier wirklich sehr vermisse.

7. Mein Arbeitskollege mag keine Pilze. Er findet sie “so fies wabbelig”. Gibt es etwas, was du nicht gerne isst?
Ich esse unglaublich viel nicht gerne. Früher hatte ich mehr Sachen, die ich hasste, als Sachen, die ich mochte, aber inzwischen bin ich immerhin so weit, fast alles essen zu KÖNNEN, auch wenn ich es immer noch nicht mag. Vor allem die meisten Gemüsesorten sind einfach nicht meins. Oder fettiges Fleisch. Oder matschiges Obst, auch im Kuchen – wenn Obst, dann doch bitte roh, aber nicht verarbeitet oder in Zucker ertränkt!
Das einzige, was wirklich absolut nicht geht, ist Kaffee in egal welcher Form. Ob nun Cappucchino, Latte, Espresso, als Aroma in Gebäck oder in Kuchen – ich kann das einfach nicht essen oder trinken. Mir wird davon augenblicklich schlecht. Ich werde nie verstehen, warum die Hälfte der Menschheit kaffeesüchtig ist.

8. Kölsch, Alt, Pils, Hefeweizen? Oder ganz was anderes?
Wenn Bier, dann auf jeden Fall Pils, aber viel lieber trinke ich Whiskey oder Longdrinks!

9. Eine “bodenständige” Frage: Welche Schuhgröße hast du?
38 bis 38einhalb.

10. Gibt es eine Frage, die du einmal gestellt bekommen möchtest, die dich aber noch niemand gefragt hat? Und was wäre die Antwort?
Die Frage wäre: „Liebe Robin, darf ich dir diese eine Million Euro schenken?“ Und meine Antwort wäre: „Mjoah, okee.“
Fühlt sich jemand angesprochen? Das wäre sehr fein.

Damit zu Karos Fragen!

1. Katze oder Hund?
Katze! Hunde sind scheiße! Außer Welpen. Aber von denen auch nur die hübschen!

2. Wenn dein Leben verfilmt würde, welcher Song dürfte nicht auf dem Soundtrack fehlen?
Diese kleine Perle, für jetzt und für immer:

3. Was war der erste Film, den du im Kino gesehen hast?
Das müsste ziemlich sicher „Arielle – die Meerjungfrau“ gewesen sein. Da war ich vier. Ich wollte aber viel lieber in „Turtles“ gehen. Meine Mama hat nein gesagt ;(

4. Wovon warst du als Kind fest überzeugt, das sich leider als unwahr erwiesen hat?
Ich weiß, das müssen Dutzende Sachen gewesen sein, aber trotz hartem Überlegen erinnere ich mich grade einfach nicht was. Nur eines ist mir noch im Gedächtnis (weil ich noch lebhaft meine Cousine vor mir sehe, wie sie mich deswegen ausgelacht hat): Mit fünf oder sechs glaubte ich, um ein Baby zu machen, müsste der Mann seinen Penis in die Brust der Frau stecken. Also, nicht ins Dekolleté, sondern richtig in die Brust. Ich hab keine Ahnung, wie ich darauf gekommen bin und wie ich mir das genau vorgestellt hab. Vielleicht dachte ich, Frauen könnten ihre Brüste nach innen stülpen oder so.

5. Wie kamst du zum Bloggen?
Durch meinen Job, das Kellnern. Mir sind innerhalb von kurzer Zeit so viele unglaublich haarsträubende Sachen passiert, dass ich deswegen einfach einen Blog einrichten MUSSTE, um nicht wahnsinnig zu werden. All meine Freunde hatten nämlich schon die Schnauze voll von meinen Stories :mrgreen:
Dadurch entstand mein erster Blog, der auch immer noch läuft. Nach einigen Monaten wurde mir dann klar, wie geil es eigentlich ist, wehrlose Menschen im Internet mit meiner Meinung und meinen Lebensgeschichten zu penetrieren. Aber weil die Thematik meines ersten Blogs so sehr festgelegt war, musste ein zweiter ran – dieser!

6. Hand auf’s Herz: Wer war dein Teenieschwarm?
Ich glaube, der erste Mann, für den ich wirklich krass schwärmte, war Ville Valo ♥ Davor gab es auch schon andere Musiker, aber so richtig warm bin ich mit denen nie geworden. Es war halt irgendwie üblich, wenn man eine Boyband oder so gut fand, auch einen Favoriten unter den Bandmitgliedern zu haben, oder? Meine Favoriten waren deshalb Eloy von Caught in the Act (das ist der, der sich später outete), aber wohl wirklich nur wegen des Namens, glaube ich, dann Paddy von der Kelly Family und Brian von den Backstreet Boys. Aber wie gesagt, keiner von denen hat mein Herz richtig in Flammen gesetzt.
Und mit 15 war ich dann rettungslos in Kurt Cobain verknallt. Er war halt einfach der schönste Mann der Welt, was soll man machen?
Ach ja, und mein Chemielehrer in der Neunten – den ich still und heimlich anhimmelte und für den ich eine Eins nach der anderen schrieb. Hach!

7. Wann hast du das letzte Mal so sehr gelacht, dass dir der Bauch wehgetan hat?
Es ist jetzt ziemlich traurig, dass ich das nicht mehr weiß :/ Es kann unmöglich ein halbes Jahr her sein, aber damals kuckten wir uns Mystery Sciene Theater 3000 und das ist das letzte Mal, an das ich mich bewusst erinnern kann. In dem Film geht es im Grunde nur darum, dass ein paar Leute sich einen echt schlechten SF-Film aus den 50ern oder so ansehen und ihn entsprechend kommentieren (klingt saublöd, ist aber Trash vom Allerfeinsten und sei hiermit empfohlen!). Eine Szene hat es geschafft, bei uns zum Running Gag zu werden: Ein Typ fragt einen Wissenschaftler: „Wann wird das Automatenzeitalter denn kommen?“ – und einer der Zuschauer kommentiert wüstentrocken: „Mittwoch!“
Wir lagen auf dem Boden. Genau mein Humor ♥

8. Was war das letzte Konzert, das du besucht hast?
Das war die Band des Freundes meiner Kollegin Johanna, die erstaunlich gut war (wer hätte es gedacht… ich nicht!). Davor, uh, das war schon letztes Jahr aufm Ring und die letzte Band, die ich dort gesehen hab, waren Die Toten Hosen. Allerdings bin ich da sehr früh gegangen, weil ich kein großer Fan bin. Vor ihnen spielten The Offspring, aber der Auftritt war leider im Vergleich zu 2008 eher enttäuschend.

9. Hast du schon Vorsätze für das neue Jahr? Wenn ja, welche?
Ach, das selbe wie jedes Jahr: Abnehmen, fabulous werden, gesund werden, die Weltherrschaft und so.

10. Wovor fürchtest du dich am meisten?
Atomkraft und BSE.

………..

Damit liegt es an mir, neue Fragen zu finden und dieses Blogstöckchen weiter zu schmeißen! Wer sind die Glücklichen?
Eines sollte auf jeden Fall die Nerdbarbie bekommen, weil sie dringend wieder mehr bloggen sollte :mrgreen: Vielleicht ist das die nötige Motivation! Dann hat zwar Erzählmirnix schon eins bekommen, wenn ich das richtig sehe, und noch NICHT reagiert (buh!), aber zwei kann sie ja unmöglich ignorieren! Die Frau Hilde dürfte zwar im schulischen Vorweihnachtsstress stecken, aber vielleicht findet sie trotzdem die Zeit?!
Und schließlich kriegen Maren, Onyx, die liebe DUDBI und Ninia noch eins hingeschmissen, auch wenn ich nicht weiß, ob sie Bock drauf haben *liebkuck*

Und natürlich kann auch sonst mitmachen, wer Bock hat!

Meine Fragen:
1. Lavalampen – yay oder nay?
2. Hebe jetzt den Kopf und drehe ihn nach links. Was zeigt das erste Poster/Bild, das dir vor die Linse gerät? (Wenn du nur ein einziges Poster/Bild im Zimmer hast und das rechts von dir hängt, drehst du dich natürlich so weit rum, bis du es sehen kannst!)
3. Wenn dir eine gute Fee ein unglaubliches Gesangstalent ODER die perfekte Beherrschung eines Musikinstrumentes geben könnte, was würdest du wählen?
4. Wann hast du das erste Mal Alkohol getrunken und wie war das für dich?
5. Welchen Autor, der mit seinen Romanen regelmäßig die Bestsellerlisten stürmt, hältst du für gnadenlos überschätzt?
6. Wer gewinnt in einem Kampf Superman vs. Batman? Und wo wäre der angemessene Platz, um Supermans Leichnam zu bestatten?
7. Was war dein persönliches Kindheitsmonster?
8. Was war deine erste „Maxi-CD“, falls du noch weißt, was das ist :mrgreen: ?
9. Wenn du eine begnadete Schauspielerin wärst, welche Rolle würdest du am liebsten spielen?
10. Findest den Begriff „Blogstöckchen“ für Blogstöckchen nicht auch unglaublich doof (aber Blogstöckchen an sich cool)?

PS: Noch offene Fragen aus Kommentaren zu meinem letzten Post werden noch beantwortet, sobald ich wieder richtig auf der Höhe bin *hust* *röchel*

Stellt euch vor, es ist eine maskulistische Aktion und keiner erwähnt es.

Movember

Der Movember ist vorbei.

Wait, Movember? Kein Tippfehler, sondern eine ernsthafte, nichtsdestotrotz ganz witzige Aktion, die sich vor allem im englischsprachigen Raum immer größerer Beachtung erfreut.

Es geht vor allem um Krebs, das alte Arschloch. Genauer gesagt, um rein männliche Krankheitsbilder wie Prostata- und Hodenkrebs (nebst einigen anderen Baustellen medizinischer Art, die nichts mit dem großen K zu tun haben). Denn, während in feministischen Kreisen und auch in solchen, die sich mit Frauenheilkunde allgemein befassen, wenn auch nur am Rande und ohne auch nur im Ansatz feministisch zu sein (ich denke da an diverse Frauenzeitschriften), Aktionen zu Brustkrebs und/oder Gebärmutter(hals)krebs schon lange Standard sind, hinkt da das männliche Pendant immer noch hinterher.

Worum geht es eigentlich überhaupt? Das ist leicht zusammen gefasst. Ursprünglich eine australische Aktion, die aber, wie gesagt, in den letzten Jahren immer größer geworden ist, sind interessierte männliche Teilnehmer dazu aufgefordert, sich Anfang November glatt zu rasieren und sich infolgedessen den ganzen Monat gilettefrei einen schicken, topmodernen und hoffentlich beeindruckenden Schnurrbart wachsen zu lassen. Dieser Aktivismus soll nun vom belustigten Umfeld (egal ob männlich oder weiblich) wahrgenommen und auch honoriert werden: Für die Teilnehmer, die sich auf der Website registrieren, kann man an selber Stelle spenden, was eben vor allem der Krebsforschung zugute kommt. Beendet wird der Movember (eine Verschmelzung von November und moustache, also Schnurrbart) mit einem kollektiven Rasurevent, während dem man sich dem vielleicht peinlichen Oberlippenbärtchen entledigen kann.

Auf diese Weise sind durch diese wiederkehrende Aktion in den letzten Jahren schon viele Million australische Dollar für die Männergesundheit gesammelt worden.

Ich wurde darauf aufmerksam, als vor einem Monat der Freund von Kellnerkollegin Johanna, normalerweise ein stolzer 7-Tage-Bart-Träger, plötzlich als Inkarnation des jüngeren Bruders von Justin Bieber vor mir an der Theke stand. „Oh, äh… rasiert?“ fragte ich beherrscht. Der Junge sah aus wie ein zwölfjähriger Chorknabe, zum Leidwesen von Kollegin Johanna. Es fehlten wirklich nur noch die mit Wasser gekämmten Haare! Aber er erzählte mir begeistert vom Movember und schien diesem doch ziemlich ernsten Thema, wie von den Initiatoren wohl auch gewünscht, eine Menge Spaß abzugewinnen.

Fazit könnte also sein: Gelungene Aktion, die unverkrampft und finanziell erfolgreich auf ein männliches Anliegen aufmerksam macht und daher von Maskulisten all over the world doch zumindest mal wohlwollende Erwähnung finden könnte.

Warum packe ich also damit aus? Dies ist ja nicht my business. Und nicht nur das, ich finde es auch darüber hinaus auch nicht gerade megaspannend, jedenfalls nicht im Vergleich zu vielen anderen Sachen, mit denen ich mich lieber beschäftige.

Mich trieb eine für mich wesentlich interessantere Frage um. Als Kolllegin Johannas Freund so babyglatt vor mir stand und mir vom Movember erzählte, konnte ich es gar nicht erwarten, die Schicht zu beenden und an meinen Laptop zu eilen. Ich fragte mich nämlich, warum ich, die ich mich doch durchaus mit Geschlechterthemen auseinander setze und oft genug mit Antifeministen, die sich für Männerrechtler halten, zusammen knalle, davon noch nie gehört hatte?

Die Antwort schien einfach: Wo soll ich davon was hören, wenn halt niemand drüber labert? Offensichtlich, weil niemand davon weiß? Dem musste doch Abhilfe geschaffen werden:

(Was es mit #DeinEx auf sich hatte, könnt ihr bei teariffic nachlesen. Darüber hinaus ist mir mein Tippfehler („man“ statt „mal“) schon längst selbst aufgefallen und wer über das „Arschloch“ in Tränen ausbrechen will, kann sich dazu vertrauensvoll an das Schmusekissen seiner Wahl wenden.)

Reaktionen auf diesen Tweet: einen Fav. Wow. Da erfindet eine Feministin einen harmlosen Hashtag und es dauerte, keine Ahnung, fünf Minuten? – bis dieser von antifeministischen Spacken getrollt wurde, aber wenn es um sinnvolle maskulistische Aktionen geht, herrscht plötzlich Schweigen im Twitterwald? Obwohl sonst bei allen möglichen uninteressanten Tweets wahllos Antifeministen bei mir anklopfen? Wenigstens eine Unterstellung, wie sehr ich angeblich Männer hasse, wäre doch wirklich drin gewesen!!

Dies war vor fast genau einem Monat. Gestern habe ich mich wieder daran erinnert – und dachte, dass ich meiner kleinen Vermutung doch mal auf die Spur gehen sollte. Wie sehr werden solche Aktionen für den guten Zweck durch angeblich maskulistische Blogs dem interessierten Leser nahe gebracht?

Ich mache es kurz: Ich habe bei über 20 deutschsprachigen Blogs eine Suche nach „Movember“ gestartet (es wären noch ein paar mehr gewesen, aber offensichtlich kriegen nicht alle Mitglieder des angeblich technisch wesentlich versierteren Geschlechts es hin, eine Suchfunktion in ihre Blogs einzubauen).
Gefunden habe ich DREI Einträge.

Auf Genderama widmete sich Arne Hoffmann vor drei Tagen der Aktion, allerdings nicht etwa, um dafür zu werben oder sie auch nur vorzustellen, sondern allein aus dem Grund, um ein paar verwirrte Trottel zu zitieren, für die diese Aktion angeblich irgendwas-istisch ist. Man-Tau verlinkte diesen Artikel, schenkte der dahinter stehenden Aktion allerdings nicht mal einen Halbsatz zur Erklärung. Nur bei MANNdat findet sich ein etwas ausführlicherer Artikel, ebenfalls vom 28. November, und hier gab es dann immerhin noch die subtile, ziemlich unterwältigte Aufforderung an den Leser, doch vielleicht mitzumachen. Schön, ne? Halt nur vier Wochen zu spät.

Der Artikel ist noch aus einem weiteren Grund interessant, wird hier immerhin doch auf das Ursprungsthema – Männergesundheit – eingegangen. Allerdings wird das Spenden extrem kritisch gesehen:
Wer also will, mag sich einen Schnurrbart wachsen lassen und für Movember Spenden sammeln. Er sollte nur nicht glauben, damit etwas für Männerrechte getan zu haben. Im Gegenteil:

Uh, im Gegenteil? Was soll das denn heißen? Dass man durch Spenden sogar GEGEN Männerrechte agiert? Das wäre ja hammerhart, aber nee – der Rest ergeht sich in Klagen darüber, dass man Gelder für rein männliche Krankheitsbilder privat sammeln muss, statt dass sich die Politik darum kümmert. Am Ende wird dann auf die dadurch fehlende „Geschlechtergerechtigkeit“ Bezug genommen, womit natürlich der unterschwellige Vorwurf in Richtung Regierung geschickt wird, sich nur um die medizinischen Belange von Frauen zu kümmern.

Und dies alles, sowohl dieser Artikel als auch die ganzen Beiträge und News, die zum Thema Movember NICHT geschrieben worden sind, zeigt für mich eindeutig, woran es im Maskulismus krankt: einem Fokus auf Männer.

Was glaubt MANNdat, warum öffentliche Gelder für die Erforschung z.B. von Brustkrebs etc. ausgegeben werden? Etwa, weil sich irgendein Politiker mal hingestellt und gerufen hat: „Hey, spontane Idee – pumpen wir doch mal ein paar Million Steuergelder in die Frauengesundheit! Veranlassen wir Studien! Zwingen wir die Krankenkassen, wichtige Vorsorgeuntersuchungen zu übernehmen! Drucken wir ein paar Sticker!“ Und alle so „Yay!“ oder was?

Nein! Gelder werden für diese Problemfelder heutzutage zur Verfügung gestellt, weil verdammt noch mal viele Frauen, vermutlich längst nicht alles Feministinnen, der Politik jahrelang damit auf den Sack gegangen sind! Es mussten erst unzählige private Spenden fließen, Aktionen geplant und Zeit investiert werden, bis die Politik gemerkt hat, dass
a) das Thema wichtig ist und
b) die, die das schon früher erkannt haben, nicht aufhören würden zu nerven, bis die richtigen Schritte eingeleitet werden!

Denn Politiker hassen nichts mehr, als Geld auszugeben! Das selbe gilt für die Krankenkassen. Glaubt irgendjemand ernsthaft, das wäre irgendwann aus dem Nichts entstanden, nur um uns Frauen zu pampern?

Natürlich sollten auch Krebsarten, die nur Männer befallen können, mit Geld und Forschung von Seiten des Staates bekämpft werden – aber wie will man das erreichen? Ich sag es euch: Mit privaten, öffentlichkeitswirksamen Aktionen wie dem Movember! Genau die Aktion, der keine maskulistische Blogpräsenz rechtzeitig einen Artikel gewidmet hat! Und das ist so, weil 99% des Maskulismus nichts weiter tut, als sich an Frauen und/oder dem Feminismus abzuarbeiten!

Solange die meisten Maskulisten einfach nur Antifeministen sind, die nichts besseres zu tun haben, als innerhalb von Minuten einen feministischen Hashtag zu okkupieren, sich von Erfahrungsberichten von belästigten Frauen persönlich beleidigt zu fühlen, darüber jammern, dass nur Frauen Kinder kriegen können, ein halbes Leben darauf verwenden, sich pubertäre, pseudowissenschaftliche Pickup-Konzepte auszudenken, nur damit Mann schneller zum nächsten Fick kommt, minutiös sämtliche biologischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern auflisten, als hätte das für den oder die Einzelne irgendeinen Belang außer, um sich geiler und überlegener zu fühlen, sich wie die Geier auf jedes von einer Frau begangene Verbrechen zu stürzen, das es in die Nachrichten schafft, sich über jeden noch so belanglosen Artikel einer Feministin zu euchauffieren unter hämischer Aufwendung sämtlicher Klischees – solange bleibt der Maskulismus ein Rohrkrepierer, der überhaupt nichts erreicht!

Natürlich hat das Thema Krebs längst nicht so viel Glamour wie, keine Ahnung, sich über eine Frau lustig zu machen, die nicht richtig eingeparkt hat, aber Herrgott, wie soll man eine Bewegung Ernst nehmen, die ihre Existenzberechtigung offensichtlich einzig daraus zieht, die Anderen mit Hass zu übergießen, statt mal was konstruktives zu tun?
Oh, natürlich gibt es auch Feministinnen, die ähnliche, nennen wir es mal „Inhalte“ haben, aber rechtfertigt diese Tatsache, es genauso beschissen zu machen?

Kürzlich lamentierte jemand mir gegenüber darüber, dass Frauen so viele Möglichkeiten der Nachwuchsplanung haben, während Männer das ja, da ohne Gebärmutter, nicht können. Tja, so ein Pech aber auch! Geht’s vielleicht noch unnötiger? Gibt es irgendeine Möglichkeit, diesen Umstand zu umgehen, ohne Sciene Fiction oder dem Aussetzen der Menschenrechte für Frauen? Nö, ne? Also warum überhaupt damit anfangen?

Es gibt so viele Baustellen, die der Maskulismus angehen könnte, ohne ständig auf dem Feminismus herum zu hacken und jedes noch so abwegige Thema als Schlacht im Kampf der Geschlechter zu inszenieren, und viele davon würden sicher auch breite gesellschaftliche Unterstützung finden, wenn dem eben nicht so wäre. Ich habe schon häufig Texte gelesen, die sich mit relevanten männerrechtlichen Problemen auseinander setzten, nur um mich dann am Schluss angewidert abzuwenden, weil 99% dieser Texte nicht ohne idiotisches „Feminazi!“-Gebrülle oder allgemeine Frauenabwertung auskamen. Ist es der Neid auf den wesentlich besser organisierten Feminismus oder schlicht Hass, der versucht, im Gewand des Maskulismus halbwegs gesellschaftsfähig daher zu kommen? Man weiß es nicht, man ahnt es nur!

Der Maskulismus bräuchte dringend eine Struktur, am besten eine, die Interessenten auf den ersten Blick zeigt, wo man mit halbwegs seriösen, relevanten Themen rechnen kann und wo mit dümmlicher Selbstdarstellung von irgendwelchen Neanderthalern, die sich täglich auf die Vorstellung, zu dem Geschlecht zu gehören, das das Rad, das Auto und die Atombombe erfunden hat, einen runterholen, während sie selbst nicht mal ein gottverdammtes Ikea-Regal aufbauen können. Dazu gehört auch eine klare Abgrenzung vom Antifeminismus (dessen stolzeste Vertreter ohnehin in seltsamer Häufigkeit von sich geben, überhaupt keine Maskulisten zu sein – sie wollen halt nur hassen, da stören Inhalte nur!). Desweiteren frage ich mich schon lange, warum es im Maskulismus kein Blogkollektiv gibt, an dem ähnlich wie bei der Mädchenmannschaft mehrere Autoren mitarbeiten, das als erste Anlaufstelle für Interessierte dienen kann und breit genug aufgestellt ist, auch vergleichsweise dröge Themen wie eben Krebsvorsorge zu behandeln. Jedenfalls ist mir keines bekannt! Und letztendlich kommt es natürlich auf die Inhalte an: männliche Beschneidung, die Verächtlichmachung von Vätern oder auch mal konstruktive Diskussionen darüber, was es eigentlich heutzutage bedeutet, ein Mann zu sein – alles Themen, denen sich der Maskulismus widmen könnte, ohne sich in kindisches Feministinnenbashing zu verlieren und täglich den Untergang des Abendlandes daher zu faseln, nur weil Frauen jetzt arbeiten gehen dürfen!

Dies nur als winziger Denkanstoß in Richtung der Maskulisten, weil offensichtlich von denen niemand auf so etwas naheliegendes kommt!

Was dagegen definitiv kommt, ist der nächste Movember, in elf Monaten. Ich bin gespannt, ob es dann endlich jemand schafft, darüber zu berichten, oder ob ich auch dann von gewohnter Stelle wieder nur belanglose, latent oder offen frauenverachtende Scheiße oder ein Gejaule darüber, was die bösen Feminazis jetzt schon wieder angestellt haben, lesen muss.