Der Hobbit 2 – die Verheerung des Peter Jackson*

Spoilerwarnung, sowohl für den Film an sich als auch für das, was da noch kommen mag, denn ich habe das Buch gelesen und ich werde dieses Wissen benutzen.

Bree. Ein zotteliger Peter Jackson latscht karottefressend durchs Bild. Schon wieder. Und damit Willkommen in Mittelerde.

peter jackson

Wie jeder Film über diese schöne Tolkien-Welt beginnt auch dieser mit einer Rückblende. Wir sehen Thorin, der sich im „Tänzelnden Pony“ Brot und Käse gönnt, bevor Gandalf auftaucht und ihm erzählt, dass er dringend was gegen diesen bösen Drachen, der in Thorins alter Bude sitzt, tun muss. Sonst ist er nämlich niemals sicher, denn nachdem er jahrzehntelang unbehelligt durch die Städte der Menschen gelatscht ist, will man ihn jetzt plötzlich tot sehen. WEIL.
Dafür braucht er aber sämtliche Zwergenheere wo gibt und die kann er nur mit dem Arkenstein zusammen trommeln, weil legitimierendes Herrschaftssymbol und so. Leider sitzt da der Drache drauf, wie wir wissen. Was für ein Paradoxon. Aber Gandalf hat die Lösung: Man braucht nur halt einen so richtig guten Meisterdieb, ne?

Damit wird nonchalant übergeblendet in die Gegenwart und zu unserem liebsten Hobbit. Und mich beschleicht zum ersten Mal das diffuse Gefühl, dass hier möglicherweise etwas schief läuft, denn von den vier vorherigen Flashbacks bin ich doch einiges mehr an Epicness gewöhnt.

Hm…

buffy popcorn
Aber das ist jetzt nicht wichtig. Es herrscht nämlich Bedrohung deluxe. Nahtlos geht die Jagd auf die Zwerge aus dem letzten Teil weiter und weil die netten Riesenadler natürlich nicht noch ein bisschen weiter fliegen konnten, schmilzt der Vorsprung unserer Helden dahin.

Bilbo weiß von einem kleinen Spähausflug noch mehr zu berichten: Was über ein anderes Wesen, das auch noch rumschleicht. Gandalf macht ein „Stimmt, DEN hätte ich fast vergessen!“-Gesicht.

Ich so: „DAS soll Beorn sein? Das ist aber kein Bär.“

Doch, isser. Höhö. Also, wird zumindest gesagt. Nicht, dass dieses animierte Etwas wie ein Bär aussieht.
Also geht’s auf zu Beorns Hütte. Da sind auch schon die Orks. Wahlweise direkt hinter den Zwergen als auch noch ewig weit weg, aber in Sichtweite. Trotzdem Panik, klar, als durch Beorns Garten gehetzt wird. Derweil klatschen mir ein paar Monsterbienen ins Gesicht und schreien stumm: „3D, Bitch! DREI-DEE!!!“

loki annoyed
Die Orks schrecken zurück. Sie kennen Beorn wohl. Der taucht dann auch bald in seiner menschlichen Gestalt auf und sieht überhaupt nicht so aus, wie ich ihn mir vorgestellt habe, nämlich so ähnlich wie Hagrid, nur nicht so trottelig.
Beorn erzählt, warum er Orks nicht mag. Die haben nämlich all die anderen Hautwechsler umgebracht oder versklavt. Bedeutungsvolles Closeup auf ne Metallmanschette an seinem Handgelenk. Also nix mit unglaublich mächtigen zauberhaften Wesen, das Orks eindeutig über ist. Womit sich die Frage stellt, warum die Orks Schiss davor haben, Beorns Hütte anzugreifen. Aber ach. Die haben besseres zu tun. Azog wird nämlich zurück nach Dol Guldur beordet, was ihm nicht passt, aber wenn der Nekromant ruft, gehorcht man natürlich. Seine Orkhorde ist erstmals deutlich zu sehen.

Ich so: „Was waren das noch schöne Zeiten, als Orks noch geschminkte Menschen waren.“

Beorn konstatiert derweil, dass Zwerge scheiße sind, Orks aber halt noch beschissener. Deshalb kriegen die Jungs Ponys, um bis zum Rand des Düsterwaldes zu kommen, der inzwischen so korrumpiert ist, dass nur noch der alte Elbenweg eine sichere Möglichkeit für die Durchquerung darstellt.

Abgang Beorn. Öhm, okay. Das ging ja schnell.

Am Düsterwald angekommen zieht Galadriel ihre abgespacte Telepathienummer ab und Gandalf muss ganz plötzlich weg. Er hat gerade noch Zeit, der Crew einzuschärfen, dass sie auf gar keinen Fall den Weg verlassen dürfen, sonst sind sie auf ewig verloren.

Die Zwerge sagen also Tschüss, rennen in den Wald und verlaufen sich augenblicklich.
rudy clapping

Es wird ein bisschen durch den Wald gestolpert wie durch einen Drogentrip. Das zerrt an den Nerven und fördert Aggression. Bilbo kommt schließlich auf die Idee, mal oben zu kucken, ob die Sonne noch da ist, und klettert auf einen Baum. Hübsche blaue Schmetterlinge schreien stumm: „DREI-DEE!!!“

Es trampelt was durch den Wald und auf die Jungs zu. Kaum wieder unten, wird Bilbo eingespinnt. Aber hallo. Die Zwerge sind es schon und werden von den Riesenspinnen getriezt. Aber nur Bilbo schafft es, sich rauszuwühlen und rammt einer Spinne seinen Brieföffner zwischen die Augen.

Er zieht den Ring an und wird nicht nur unsichtbar, sondern kann auch plötzlich die Spinnen verstehen. Woah – das ist ja mal ziemlich cool.

Mitbewohner: „Ja, cool. Aber dann zog er den Ring wieder aus und er konnte sie IMMER NOCH verstehen.“

lost smile

Oh.

Naja. Bilbo bringt ein paar Spinnen um, erhält Inspiration zur Benennung seines Schwerts und schneidet die Zwerge frei. Die kämpfen nun auch, aber immer mehr Spinnen fallen über sie her. Mitten im Kampf verliert Bilbo dann auch noch den Ring und statt weiter zu kämpfen, sucht er ihn erst mal.

Auftritt: Badass Tauriel in einem Robin-Hood-Outfit. Supercute. Tauriel ist übrigens elbisch für „Generisches Maskulinum, Bitches!! NIRGENDWO im „Hobbit“ steht, dass bei den Waldelben KEINE Frauen dabei sind!!“
Noch mehr Elben kommen angestürmt, darunter: Goldlöckchen Legolas, der definitiv da sein darf, weil er dort verdammt noch mal wohnt. Yaaaay. Er ist speckig geworden und hat ganz arg psychopathische Augen. Naaaay.

Die Elben schlachten die Spinnen ab, sind aber ansonsten nicht nett. Wir erfahren, dass Legolas Zwerge hässlich findet. Und Kili sieht Tauriel und ist augenblicklich deeply in love. Aber das war er auch schon ganz kurz in der Extended Edition vom letzten Teil, also scheint das so ein Spleen zu sein.

Während die Zwerge von den Elben abgeführt werden, sucht Bilbo immer noch den Ring. Er muss zwei Viecher abschlachten, um ranzukommen, und tut dies mit offensichtlichen Genuss. Kurz darauf findet er sich aber selber scheiße. Ob der Ring was damit zu tun hat?
Leider die beste Szene im ganzen Film.

Bilbo schleicht den Elben unsichtbar nach, die die Zwerge in ihre Waldfestung bringen. Dort residiert Thranduil, schlechtgelaunter Waldreichkönig mit einer lächerlichen Schwäche für richtig große Hirsche.
Die Zwerge werden gefilzt und in den Kerker geworfen. Kili macht einen sehr intelligenten „Ich hab da was in der Hose“-Witz und fühlt sich dabei ziemlich.
davegrohl

Tauriel findet das offensichtlich keck. Ja, eine starke, wunderschöne Elbin, die sich augenblicklich in den ersten geilen hübschen Zwerg verliebt, der durch den Wald gestolpert kommt – DAS ist doch mal ein Rolemodel, wie ich es mir immer gewünscht habe.

Wir erfahren, dass Legolas Zwerge hässlich findet.

Thranduil verhört derweil Thorin und macht ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann. Aber haha, kann er doch. Thorin dreht so richtig auf und Thranduil macht den empörtesten „How dare you?!“-Gesichtsausdruck, den ich je gesehen habe. Man möchte Taschentücher reichen. Aber dann wird er sauer, drückt Thorin die Visage ins Gesicht und löst irgendwie kurz nen Illusionszauber auf oder beschwört ne Erinnerung oder so was. Well, that’s weird.

confused2

Thorin wird zum Verrotten in den Kerker geworfen.

Bilbo schleicht unsichtbar im Schloss und um Thranduil rum und bemerkt dabei nicht Tauriel, die auch rumschleicht, hinter ihm. Die sieht ihn aber nicht. Thranduil auch nicht. Der labert Tauriel extrem storyrelevant damit voll, dass sein Sohn Legolas auf sie steht (vermutlich deshalb, damit sie aufhört, so penetrant Furchen in den Boden zu latschen).
Tauriel is waaay to shocked darüber. Sichtliches Schlucken, aufgerissene Augen. Mal sehen, wer da KEINEN Oscar kriegt. „Aber ich bin doch nur ein armes katholisches Mädel vom Lande – Ihr würdet doch ohnehin nicht erlauben, dass Euer Sohn den Bund mit mir schließt?“
Thranduil: „Stimmt. Harhar.“ Boah, Troll ey. Ungefähr achttausend Jahre alt und immer noch ein royalistischer Bonze. Und die weibliche Form von „Elb“ ist offensichtlich „Elbe“ und nicht „Elbin“. I dislike.

Tauriel rennt directamente zu Kili, der mit seinem unglaublich interessanten Lieblingsstein spielt. Tauriel ist fasziniert. Zusammen singen sie „Wir alle sind aus Sternenstaub“ und es ist ziemlich grausam.
Ich höre nicht zu

Legolas ist eifersüchtig. Hach.

Bilbo findet derweil viel zu schnell raus, wie er die Zwerge befreien kann und tut dies auch fix. Er steckt sie in Fässer, während ein paar Wächter unelbenmäßig schnarchen (unangenehm berührtes Flüstern zwischen den Kinobesuchern, die das Buch nicht gelesen haben), und schickt sie den Fluss runter. Er hinterher.

Und jetzt BIG Actionszene. Die Elben rennen ihren Gefangenen nach und haben sie fast schon, aber die Orks sind auch plötzlich da – unter der Führerschaft des neuen Oberbösewichts Bolg. Warum zur Hölle haben sie den ausgetauscht?

Mitbewohner: „Vielleicht war Azog ihnen nicht hässlich genug.“

Elben und Orks kämpfen miteinander. Derweil stecken die Zwerge in den Fässern fest und können weder vor, noch zurück. Da jumpt Kili – natürlich der! – aus seinem Fass und schafft es, das Tor zu öffnen, das den Fluss versperrt, wird dabei aber von einem Pfeil ins Bein getroffen. Autsch. Aber weiter geht die wilde Wasserfahrt, während über und neben und um die Zwerge herum ein Kampf der CGI-Männchen tobt.
Nein, das ist nicht schön.

Legolas benutzt mal wieder Sachen und Leute als Surfbrett und seinen Bogen als Nahkampfwaffe. Man sieht mehr als überdeutlich, dass Tauriel nicht schießen kann.

Kurze Zwischensequenz mit Gandalf und Radagast, bei dem man natürlich alle nochmal dran erinnern muss, was der für nen Vogel hat. Sie turnen in den Gräbern der Neun rum und finden raus, dass die nicht mehr da sind. Beide haben Schiss in der Buxe.

Zurück zu den Zwergen. Die haben Elben und Orks abgehängt und sind jetzt am Langen See angekommen, der zwischen ihnen und dem Einsamen Berg liegt. Drumrum laufen würde allerdings zu viel Zeit kosten, also müssen sie irgendwie drüber und am besten noch zuerst in Esgaroth, der Stadt auf dem See, Zeug und so besorgen.
Gut, dass in dem Moment Bard auftaucht, ein Kahnfahrer mit Boot. Der beballert sie zwar erst mal aus unbekannten Gründen, aber Balin wirft sich voll diplomatisch dazwischen.
Er winkt mit ein paar Geldscheinen, damit Bard sie rüber nach Esgaroth bringt, und weist ihn darauf hin, dass man Geld gegen Waren und Dienstleistungen eintauschen kann. „Ihr habt doch bestimmt auch ein teures Frauenzimmer?“
Bard: „Nein… nicht… mehr…“
Uff.

annoying

Naja. Kurz: Bard fährt sie halt doch rüber.

Währenddessen verhört Thranduil einen Ork, den Legolas und Tauriel gefangen haben. Es wird gefragt, warum sie den 13 Zwergen nachgerannt sind.
Ork zu Tauriel: „Ha, 13, nicht mehr lange! Hey, Elbentussi, der Typ, den du angeschmachtet hast, der ist bald sowas von hin! Hab doch direkt gesehen, dass du auf den stehst! Ich hab nen Blick für sowas! Hahaha! Da kuckst du blöd! Morgulpfeilspitzen, Bitch, das kennen wir doch schon aus Episode 4! Scheiße, ne?! Hahaha!“
Tauriel ist tief erschüttert und Thranduil schickt sie auf die stille Treppe. Dann killt er den Ork, gerade als das Plappermaul etwas über Sauron und so erzählen will.

Mitbewohner: „Oh mein Gott!!! Wie scheiße!!! Das sieht so aus, als würde der mit denen unter einer Decke stecken!!! Oh mein Gott!!!“

Auf Anweisung des Königs lässt Legolas alle Tore schließen. „Niemand kommt hier rein oder raus!“
Torwache: „Und was ist mit Tauriel, treue Freundin seit Hunderten von Jahren, also, wenn die wieder kommt, die darf dann aber schon rein, ne?“
Legolas: „Ja, nee. Also… Neeee.“

Derweil schippert Bard die Zwerge über den See, der aus unerfindlichen Gründen im Spätsommer voller Eis ist, und auf eine Stadt zu, die wie eine postapokalyptische Symbiose aus „Oliver Twist“ und „1984“ aus dem Nebel auftaucht. Anachronismus galore!

Bard muss sie am hässlichen Sidekick des bösen Bürgermeisters vorbei in die Stadt schmuggeln. Beide sehen wie zwei richtig lächerliche Gestalten aus einen Harry-Potter-Film aus. Der Bürgermeister sinniert mit Blick über Esgaroth darüber, wer wohl so blöd sein könnte, seine Herrschaft stürzen zu wollen. Die Lösung ist denkbar einfach: Das muss der einzige Bewohner sein, den die Zuschauer bis jetzt mit Namen kennen gelernt haben! NATÜRLICH!!!

Bard muss sich derweil heimlich durch die Stadt schlängeln. Überall lauern Feinde in diesem faschistischen Mini-Überwachungsstaat.

Ich vergewissere mich, noch im richtigen Kino und in Mittelerde zu sein.

Bard schmuggelt die Gang schließlich durch die Toilette in sein Haus.
Seine Tochter: „Vater, warum kriechen da Zwerge aus unserem Klosett? Und warum klinge ich mit 13 Jahren schon wie Fräulein Rottenmeier?“

Thorin kuckt aus dem Fenster, sieht auf nen Turm so ne Art Pfeilschleuder und macht große Augen. Balin springt narrativ ein: Laut der Legende kann nur ein Pfeil, von so einem Ding abgefeuert, den Drachen töten. Ein richtiger Langbogen würde dabei ja viel zu cool aussehen. UND!!! DER PFEIL MUSS SCHWARZ SEIN!!! Das ist GANZ WICHTIG!!! WEIL!!!

carrie whaaaat

Tauriel hat sich derweil entschlossen, ihre Karriere zu opfern und dem Befehl ihres Königs den Mittelfinger zu zeigen für einen Typen, den sie erst fünf Minuten kennt, und ist auf dem Weg nach Esgaroth. Legolas stürmt ihr nach, in Liebe entflammt oder so eine Scheiße. Sie labern am Ufer miteinander und springen dabei munter zwischen deutsch englisch Westron und Elbisch hin und her, weil das ja bei zwei Personen, deren Muttersprache dieselbe ist, so wahnsinnig viel Sinn macht.

In Esgaroth hat es sich währenddessen trotz aller Sicherheitsvorkehrungen rumgesprochen, dass die Zwerge zu Besuch sind, was die meisten cool finden, denn es gibt eine Prophezeiung, laut der irgendwann Zwerge zurückkehren zum Erebor, es Gold regnet und dann die ganze Stadt in Schutt und Asche gelegt wird. Well. Leider erinnert sich nur Bard an diese letzte Zeile. Natürlich. Er rennt nach Hause, aber die Zwerge sind schon weg – in die Waffenkammer einbrechen.

Selbstverständlich werden sie geschnappt, aber vor dem Bürgermeister zieht Thorin eine Riesenshow ab und alle jubeln, weil sie sich so auf das Gold freuen. Der Bürgermeister, gar nicht blöd, heißt die Zwerge Willkommen und mobbt Bard, der zur Vorsicht rät. Hat ja schon Bards Vorfahr, der Stadtherr von Thal, es nicht geschafft, den Drachen mit dieser blöden Schleuder vom Himmel zu schießen. „Und jetzt zeigt alle auf Bard und lacht!“ So sei es. Gemein!

Am nächsten Morgen sollen die Zwerge in Ehren zum Erebor schippern, aber Thorin will nicht, dass Kili mitfährt, weil es dem mit seiner Wunde inzwischen ziemlich dreckig geht, einerseits natürlich wegen der Morgulpfeilspitze, andererseits vielleicht auch ein bisschen deswegen, weil bisher alle nur ein bisschen auf der Wunde rumgetupft haben, statt mal das Stück Pfeil rauszuholen, das noch drin steckt.
Fili findet es scheiße, dass sein Bruder zurück bleiben soll.
Fili: „Nein, Thorin, das ist so wichtig für ihn!“
Thorin: „Nö!“
Fili: „Gut, dann bleib ich auch hier!“
Thorin: „Nein, Fili, das ist so wichtig für dich!“
Fili: „Nö!“
Thorin: „Fili! Du bist mein Neffe, was ich hiermit erstmals den Zuschauern verrate, und Thronerbe, weil ich offensichtlich doch vorhabe, in dieser Trilogie zu sterben, obwohl das schon im Buch dramaturgisch keinen Sinn gemacht hat, und du eine wesentlich bessere Wahl bist als dieser Typ aus den Eisenbergen, von dem man bis ungefähr fünf Minuten vor Ende des Buches nichts erfährt – natürlich Gesetz dem Fall, dass du deinem literarisch vorbestimmten Tode entgehst!“
Fili: „Whatever! Ich bleib bei meinem Bro!“

Insgesamt bleiben vier Zwerge in Esgaroth. Oh mein Gott, wie falsch.

I'm unhappy

In der Zwischenzeit rennt Gandalf völlig allein in Dol Guldur rum. Was irgendwie wesentlich uninteressanter ist, als es sein sollte.

Die Zwerge sind am Berg und suchen den Eingang, der auf der Karte eingezeichnet ist. Die Geheimtür ist schließlich überoffensichtlich genau dort, wo sie sein soll und Bilbo entdeckt sie. Thorin ejakuliert spontan vor Begeisterung.

Bei der Tür angekommen ist es höchste Zeit und niemand denkt auch nur eine Sekunde über das Sprüchlein nach. Stattdessen wird auf die Tür eingehackt, obwohl wir alle schon in HDR 1 erfahren haben, dass Zwergentüren praktisch unzerstörbar sind. Sonne geht unter, Zwerge heulen und rennen weg, Bilbo erinnert sich an seinen Astronomieunterricht und daran, dass der Mond ja von der Sonne bestrahlt wird, weshalb man „der letzte Strahl der Sonne“ als Mondlicht interpretieren kann und das… fast… irgendwie… Sinn macht… also… irgendwie.

stupid people reaction

Die Zwerge ziehen tränenreich in den Berg ein und augenblicklich wird Bilbo Richtung Schatzkammer geschubst, damit er Smaug den Arkenstein unterm Hintern weg klaut.

Gandalf findet Sauron. Scheiße.

Bilbo schleicht sich in die Schatzkammer wie ein dem Tode geweihter Mensch aus einem 80er-Jahre-Horrorfilm: Indem er erstmal hinein ruft, ob denn jemand da ist. Ohne Worte.

Während er etwas uninspiriert den Schatz durchwühlt, weckt er dabei natürlich den Drachen und es dauert geradezu lächerlich lange, bis er auf die Idee kommt, sich unsichtbar zu machen. Das bleibt er aber nur gefühlt zwei Sekunden, weil Smaug ihn mit dem Signalwort „Schatz“ triggert und schon stehen sich die beiden Angesicht zu Angesicht gegenüber.

what community

Smaug sieht ja mal so richtig geil aus. Aber jetzt wird erst mal viel gelabert. Die Cumberbitches wollen das so.

Zurück zu Bard und seiner Familie. Das Haus wackelt kurz.
Tochter: „Werden wir alle sterben?“
Als Antwort nimmt Bard sein Gewürzregal auseinander. Es ist der letzte Pfeil für die blöde Schleuder. NATÜRLICH SCHWARZ. Bevor er aber damit irgendwas nützliches anstellen kann, wird er von der Esgaroth-Gestapo in den Knast geworfen. Mit ohne Grund.

Draußen vor der Tür findet es Balin plötzlich blöd, dass sie Bilbo allein da reingeschickt haben. Er konfrontiert Thorin hart. „Du bist nicht mehr der Zwerg, den ich einst kannte! Der Zwerg von damals wäre völlig hirn- und planlos in den Berg und den sicheren Tod gestürmt!“
Thorin: „Potzblitz, bei meinem Barte! Wie recht du hast, alter Freund!“

In Esgaroth, wo sich Kili in Bards Heim in Schmerzen windet, tauchen plötzlich Orks auf. Die sind… dort hin geschwommen oder so. Krasser Überfall auf die Zwerge, die davon total überrumpelt sind. Bards Bälger schreien.
Und dann – Tauriel to the rescue! Natürlich! Die ist vermutlich auf einer Sternschnuppe rüber geflogen! Und da! Legolas will auch mitspielen! Schön!!! Lauter Leute in Esgaroth, die da jetzt nicht sein sollten!!! Geil!!! Nicht!!!

Die Orks flüchten. Legolas will hinterher. Tauriel nicht – ist doch die Liebe ihres Lebens in Gefahr! Legolas ist tierisch angepisst und läuft den Orks allein nach.

Kili ist kurz vorm Exitus, aber dann kommt Bofur mit der Lösung angerannt: Königskraut! Yay! Gegen verfluchte Morgulwunden! Das hat ja auch schon bei HDR 1 so gut geklappt!!!

facepalm

Am Erebor rennt Thorin hirn- und planlos in den Berg rein und macht erstmal Bilbo blöd an, weil es ja wohl üüüberhaupt nicht sein kann, dass der in diesem ganzen Gebirge aus Gold und Geschmeide diesen Arkenstein, von dem er keine Ahnung hat, wie er eigentlich aussieht, noch nicht gefunden hat. Aber haha, Bilbo hat ihn wohl gefunden! Aber ob er ihn auch eingesteckt hat? Vielleicht ja, vielleicht nein? Wissen wir’s mit Sicherheit oder hab ich vielleicht nach 2 Stunden Film nicht mehr so wirklich aufgepasst und keine Ahnung?

Ja. Ja, ich hab keine Ahnung. Verklagt mich doch!

Thorin wundert sich dann extrem darüber, dass Smaug genau dort ist, wo jeder dachte, dass er ist, und der ist ultrasauer, als er Thorin erschnüffelt, aber in dem Moment kommt auch schon der Rest der Gang in die Schatzkammer gestürmt und brüllt ein bisschen rum.

Äh, Mooooment!

reading

Oh, warum nur. Warum, warum, warum!

Natürlich bringt Schreien gar nix, deshalb flüchten die Zwerge erstmal.

Zurück zu den anderen, die jetzt den stöhnenden Kili für seine Behandlung vorbereiten, ohne auch nur mal auf die Idee zu kommen, ihm seine Hose auszuziehen, damit man besser an die Wunde drankommt. Wie außerordentlich schade.
Tauriel reibt mit großer Geste das Königskraut klein und labert dabei irgendwas auf elbisch. Kili verpasst ihr in seinem Fieberwahn völlig hingerissen nen Heiligenschein. Ich kotze in meine leere Popcorntüte.

Im Erebor haben es die Zwerge WIE AUCH IMMER geschafft, Smaug abzuhängen, und irren jetzt in den Gängen rum, gerne auch mal direkt unter Smaugs Nase durch, ohne dass er sie sieht oder riecht.

Kilis Wunde wird verbunden (leider trägt er immer noch Hosen). Sein Kopf liegt dabei in einer Schüssel voller Walnüsse. Ich bin darüber aufrichtig verwirrt. Und dann hält er mit Tauriel Händchen. Seufz.

Die anderen Zwerge haben derweil realisiert, dass sie nicht mehr rauskommen, aber wollen nicht aufgeben. Sie trennen sich und wollen nun zu den Schmieden. Niemand weiß warum.

Aaaber vor dem Showdown noch einmal zu Legolas, der gerade in den Straßen von Esgaroth Bolg gegenüber steht. Etwa 15 Meter trennen die beiden voneinander. Und weil sein Bogen wie gesagt eine Nahkampfwaffe ist, zieht er sein Schwert.

barney kills himself

Er kämpft und killt ein paar Orks, kriegt aber von Bolg so richtig ein paar aufs Maul, bevor der flüchten kann. Er starrt sein eigenes Blut an wie Superman und scheint erstmals das Konzept der „relativen Unsterblichkeit“ zu kapieren. Hat ja nur geschätzt tausend Jahre gedauert. Dann reitet er Bolg nach und aus diesem Film raus.

Erebor. Der große, schreckliche Smaug schafft es nicht, auch nur einen einzigen Zwerg zu erwischen, und lässt sich dann auch noch übertölpeln, als die Jungs die Schmiede entzünden wollen. Er gibt Starthilfe und immer noch hat niemand im Kino eine Ahnung, was Thorin eigentlich vorhat.

Die Zwerge halten Smaug beschäftigt, bis die Schmiede so richtig heiß läuft. Man sieht schlecht animiertes geschmolzenes Gold in den Schmelztiegeln und…

Moment. Sekunde. Nein. Nein. Thorin will das irgendwie über Smaug auskippen? EINEN FEUERDRACHEN BESIEGEN, INDEM MAN WAS HEISSES AUF IHN DRAUFSCHÜTTET!?!?

OMG

Ja, und beim nächsten Angelausflug ertränkt Thorin dann ein paar Fische oder was!!! Oh mein Gott!!! Oh mein Gott!!! Wir sind hier nicht bei James Bond!!! Das funktioniert nicht!!!

Thorin schippert auf dem Goldstrom in einer Schubkarre, die natürlich überhaupt nicht heiß wird oder so (!!!) in den anliegenden Thronsaal, wo das Gold in eine Gussform fließt. Nach einer krassen Rede von Thorin öffnen die Zwerge die Gussform und Smaug sieht sich einem mächtigen Standbild von König Thror gegenüber. Und das Gold, also… ist fest und… irgendwie dann doch nicht und… das Standbild platzt irgendwie auseinander und… Gold ergießt sich über Smaug und… etwas stirbt in mir…

this is too much

Das Gold bringt gar nichts. Es macht Smaug nur wütend. Und weil er glaubt, dass Bilbo aus Esgaroth stammt, ist er so angepisst, dass er sich sofort auf den Weg dorthin macht, um Chaos und Zerstörung zu bringen.

Bilbo: „Was haben wir getan?“

Ich: „Was hat Peter Jackson getan?“

Fertig. Aber sowas von.

…..

Es gab mal eine Frau, die hat bei dieser ganzen „Warum macht dieser Typ aus einem so dünnen Buch drei Filme?!“-Diskussion nur milde gelächelt und gesagt: „Ich würde Peter Jackson mein Leben anvertrauen.“

Dieses Vertrauen wurde durch diesen Film brutal ermordet.

hobbit

*Ich halte „Verheerung“ für „desolation“ für die wesentlich bessere Übersetzung und präferiere in Fantasyfilmtiteln Genitivkonstruktionen. Der Film hätte also „Die Verheerung des Smaug“ heißen sollen, wenn es nach mir gegangen wäre.
Aber wenn es nach mir gegangen wäre, wäre er ja auch gut gewesen ;(

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23 Gedanken zu “Der Hobbit 2 – die Verheerung des Peter Jackson*

  1. *Smaug sieht ja mal so richtig geil aus. Aber jetzt wird erst mal viel gelabert. Die Cumberbitches wollen das so.*

    Damn right!

    Dieser ganze Teil in den Schmieden hat mich auch unheimlich rausgebracht, ich hab wohl die ganze Zeit in mein Popcorn gemurmelt: „Das klappt so nicht!“

    Und der feiste Legolas!!! Aaaaaargh. Diese fiesen Augen, wie zombifiziert!
    Und gephotoshopped bis zum geht nicht mehr, aber dunklen Bartschatten am Kinn. Ne Leute, so mal nu nich!

    Tauriel steh ich so meh gegenüber, sie hat mich nicht gestört, war aber auch keine Bereicherung.

    Aber was mich richtig sauer gemacht hat, war das verdammte, ständige, fucking comic relief!!!! Ständig haste die kleinen Leute rumkullern sehen, ständig kamen irgendwelche Witzchen (Nein Bilbo, es ist nicht nötig, solche Gesten zu machen, wenn du vor einem Feuerdrachen stehst!!)
    Bitte, können nur Leute über 1,70m und/oder mit königlichem Blut mal ernst sein? Die sind doch nicht zum Vergnügen da!! Aaaaaaaargh

    Aber ich hab ein paarmal laut lachen müssen, danke dafür 🙂

    • Ich musste auch an ein paar Stellen lachen – wohl aber nicht an denen, an denen es beabsichtigt war.
      sondern an denen, die unfreiwillig komisch waren, wie beim Kampf auf dem Wasser, wenn Legolas erst in Terence Hill-Manier auf den Köpfen der Zwerge surft, um dann wie in einem billigen Kung-Fu-Film mit einem Tritt mehrere Orks auszuschalten…

    • „Dieser ganze Teil in den Schmieden hat mich auch unheimlich rausgebracht, ich hab wohl die ganze Zeit in mein Popcorn gemurmelt: “Das klappt so nicht!”“

      Du hattest zu dem Zeitpunkt wirklich noch Popcorn?

      „Und der feiste Legolas!!! Aaaaaargh. Diese fiesen Augen, wie zombifiziert!
      Und gephotoshopped bis zum geht nicht mehr, aber dunklen Bartschatten am Kinn. Ne Leute, so mal nu nich!“

      Das mit den Augen hab ich echt noch am wenigsten verstanden! Ich meine, offensichtlich hatte er bei HDR auch Kontaktlinsen, aber wenn das schon einmal super geklappt hat, warum nimmt man dann 10 Jahre später neue und schlechtere?
      Orlando Bloom mit Originalaugen (braun)
      Legolas mit perfekten Kontaktlinsen
      Legolas mit Horroraugen
      Das sieht doch einfach furchtbar aus!

      „Tauriel steh ich so meh gegenüber, sie hat mich nicht gestört, war aber auch keine Bereicherung.“

      Um die Geschichte auf das andere Medium zu übertragen, war es meiner Meinung nach nötig, weitere wichtige Nebenfiguren einzuführen (wenn man überlegt, dass im „Hobbit“ Thranduil noch nicht mal namentlich erwähnt wird!). Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen, dafür eine Frau zu nehmen, im Gegenteil, ein Film ohne eine einzige Frau (bis auf den 5sekündigen Auftritt von Galadriel und ein paar Bürgerinnen von Esgaroth) ist doch einfach lächerlich. Aber wenn diese einzige Frau dann nur so ein verhuscheltes Mary-Sue-Girlie ist, das nur als love interest eingeführt wird, boah, nee!

      „Aber was mich richtig sauer gemacht hat, war das verdammte, ständige, fucking comic relief!!!! Ständig haste die kleinen Leute rumkullern sehen, ständig kamen irgendwelche Witzchen (Nein Bilbo, es ist nicht nötig, solche Gesten zu machen, wenn du vor einem Feuerdrachen stehst!!)“

      Das ist mir grade in diesem Teil jetzt eigentlich gar nicht aufgefallen, zumindest nicht von Zwergenseite. Aber Bilbo, ja, da übertreibt Martin Freeman oft total. Im letzten Teil fand ich das ganz krass, während er vor Gollum mit gezückten Schwert stand und dabei rumfuchtelte wie Louis de Funes!

      „Aber ich hab ein paarmal laut lachen müssen, danke dafür“

      Bitte bitte 🙂

  2. Ich hab ja vom lotr nur den ersten film im kino gesehen und hatte dann genug (ich glaub, das buch hab ich so um die 8x gelesen und das bbc hörspiel mindestens genauso oft gehört). Herr der ringe ist nicht die bibel, da kann man nicht drin ruminterpretieren wie man lustig ist. Den hobbit habe ich nur einmal vor so 20 jahren gelesen, deswegen fallen mir die fehler nicht so auf. kein glorreicher film, aber ich habe schon schlimmere gesehen.

    • Der Hobbit ist ein relativ kurzes Kinderbuch. Daraus mit der heißen Nadel einen 9h-Epos zu stricken kann man offensichtlich machen, wenn man sich nach dem LotR-Epos eine vergoldete Kamera leisten kann.
      Aber wieso das Ding dann noch „Hobbit“ heißt und nicht schlicht „inspired by some random snippets from Tolkien’s stories“ druntersteht, entzieht sich irgendwie meinem Verständnis. Wäre ich Erbe von Tolkien, ich hätte ihm das so nicht erlaubt.

      • Obschon in den Film enttäuschend fand, sehe ich definitiv, warum man aus dem Buch 3 Filme machen kann und vielleicht sogar sollte. Die Schwerpunkte waren nur völlig falsch gesetzt. Die Anfangsszene bei Beorn hätte ich mir buchgetreuer gewünscht, dann wäre sie wesentlich lustiger gewesen, aber auch um einiges länger. Als Einstieg hätte ich das nicht schlecht gefunden. Diese sofortige Fortsetzung des Bedrohungsszenarios gefiel mir nicht, das wirkt einfach nicht rund.
        Dafür kam die Bedrohlichkeit des Düsterwald ebenfalls viel zu kurz. Statt das mit ein paar seltsam wirkenden Halluzinationen abzuhandeln (die nicht so wirklich Sinn machen – sind Elben und Orks davon etwa nicht betroffen?), hätte man die Beklemmung langsam aufbauen müssen. Das hätte auch länger gedauert.

        Dafür hätte man eben an anderen Stellen kürzen können, aber dennoch hätte niemals alles in zwei Filme gepasst.

        Christopher Tolkien hat da wohl nichts mehr zu melden.

  3. „verheer…“ ist etymologisch, wenn ein Heer drübergewalzt ist und alles kaputtgemacht hat. Kann man von einer Landschaft oder Stadt sagen, aber von einem Menschen (oder sowas Ähnliches)?
    So wie du den Film beschreibst, würde ich das Ganze eher „armer alter Smaug *tätschel*“ nennen.

    • Ganz im Gegenteil. Eine Stadt oder Landschaft kann verheert sein, aber die Verheerung anrichten kann halt nur eine Person (oder halt ein Heer). „Smaug hat diese Landschaft verheert – die Verheerung des Smaug“. Es ist halt eher hochsprachlich. Wobei der Plural besser klingt – „Verheerungen“.

      Im Buch war damit die Fläche vor den Toren des Erebors gemeint, die durch die ständigen Ausfälle des Drachen verbrannt und öde war. Eine verheerte Landschaft eben. Im Film waren damit eigentlich nur die Ruinen der Stadt Thal gemeint und da passt es mMn nicht so richtig. Allerdings passt „Einöde“ da noch weniger. Die Ruinen einer Stadt können keine Einöde sein.

  4. Vielen Dank für dein Review! Ich habe ziemlich gelacht und gemerkt, dass ich viele Stellen nur ertragen kann, indem ich meinen Sinn für Logik ausschalte. Wenn ich das getan habe, machen die Kampfszenen aber Spaß. Und an ein paar anderen Stellen bin ich auch nur deswegen nicht enttäuscht worden, weil meine Erwartungen von vornherein sehr niedrig waren: Subtilität ist nicht Peter Jacksons Stärke, und was er auch nicht kann, ist Zeitdauer darzustellen. (Außer durch Schnee, über den man sich dann wundert, weil man denkt, es sei noch Sommer.) Dass die Zwerge wochenlang im Düsterwald unterwegs sind, dass der Hunger ein größeres Problem darstellt als die Spinnen, dass sie sich mehr oder weniger freiwillig gefangennehmen lassen, um nicht zu verhungern – all das kommt nicht vor (eine meiner Lieblingsstellen im Buch.)
    Es gab aber auch ein paar schöne Szenen.

  5. Ach ja, und noch eine weitere Frage: Warum fandest du, dass Thorins Tod im Buch dramaturgisch keinen Sinn macht? Ich habe das Buch mit zwölf gelesen, also in einem Alter, wo man akzeptiert, was einem vorgesetzt wird, und damals hätte ich es besser gefunden, wenn er überlebt hätte, vor allem, weil ich ihn mochte. Jetzt habe ich keine Meinung mehr, was dramaturgisch sinnvoll oder nicht sinnvoll sein kann, sondern sehe da eher Vorstellungen von „Buße“ (Thorin bezahlt mit seinem Leben für die Sünde „Habgier“), die ich nicht teile.

    • Hi,

      bezüglich der Dramaturgie: Im Buch wird einiges dafür aufgewendet, Thorin als einzig legitimen Thronerben darzustellen – nur damit er dann am Ende stirbt und sein Verwandter Dáin, der mit seinem Heer aus den Eisenbergen zum Erebor marschiert ist, König unter dem Berg wird. Von dem erfährt man halt wirklich überhaupt nix! Als Kind mag man das hinnehmen, aber ich hab das Buch erst als junge Erwachsene gelesen und fand diese Wendung ziemlich krass.

      Bis vor diesem Film hat es auf der Leinwand noch viel weniger Sinn gemacht, denn hier wird wirklich ALLES aufgefahren, um Thorin als König in spe zu etablieren (manche sprechen ja von einem „Ersatz-Aragorn“). Nach „Eine unerwartete Reise“ war ich deshalb zu der Meinung gelangt, dass Thorin unmöglich sterben kann.
      Nach „Smaugs Einöde“ und der Extended Edition des 1. Teils, die ich kurz vorher gesehen habe, denke ich das nicht mehr. In der EE gibt es eine Szene, in der Elrond Gandalf zu Bedenken gibt, dass Thorin der Wahnsinn praktisch im Blut steckt, weil sein Vater und sein Großvater ja beide durchgedreht sind. Dieser Ansatz ist mMn dann im 2. Teil weiter verfolgt worden, nur wurde hier eben der Arkenstein indirekt dafür verantwortlich gemacht. Auch hat mir diese kleine Rede an Fili zu denken gegeben (er spricht dieses „du bist mein Thronerbe“ ja auch so völlig überzeugt aus – hat er nicht vor, vielleicht noch Nachkommen zu zeugen, wenn er erst mal König ist? Für einen Zwerg ist er ja noch sehr jung).
      Deshalb glaube ich, dass er tatsächlich stirbt, aber jemand anderes König unter dem Berg wird. Dáin jedoch bestimmt nicht. Fili? Mal sehen. Dafür müsste er mal ein bisschen mehr in den Fokus gerückt werden (und natürlich müsste er halt überleben). Oder er stirbt und Kili wird’s? Nachdem dieser Film sich so auf ihn konzentriert hat, wäre es möglich, aber cool fände ich es, glaube ich, nicht.
      Dafür aber, dass entweder er ODER Tauriel sterben 🙂 Vermutlich Tauriel, damit sich Legolas emotional von ihr lösen kann oder sowas *augenroll*

      • Ich habe mir ein paar Interviews mit Richard Armitage angesehen, der ist durch und durch Tolkienfan, mit dem ist es nicht zu machen, dass Thorin nicht stirbt. Kilis und Filis Tod sind dem Buch nur einen einzigen Satz wert, aber auch sie erfüllen einen Zweck: Junge Krieger, die für ihren Anführer sterben. (Hat es nicht nur bei den Samurai gegeben…) Übrig bleiben die nicht so adligen Zwerge.
        Ich finde es gerade das Beeindruckende am Hobbit, dass nicht alles so kommt, wie man denkt: Sie haben zwar den Berg erreicht, und der Drache ist getötet worden, weil es wider alle Erwartungen (siehe Kapitel eins) doch noch Helden gibt, die das können, aber es kommt eben nicht zu einer freudigen Besitznahme des Berges, sondern jetzt fangen die Probleme erst richtig an. Die Zwerge haben sehr viel erreicht, aber Thorin, Fili und Kili können die Früchte nicht ernten. Stattdessen tauch ein Zwerg auf, der in den ganzen Hader um den Berg noch nicht verstrickt ist.

        Ich finde, es deutet sich schon in der Kinoversion an, dass Thorin eine problematische Figur ist, etwa mit seinem Hass gegen die Elben oder weil er nicht immer tut, was Gandalf sagt. (Mich stört das nicht, aber es ist gegen den Wertekanon des Buches.) Und von der Lust nach Gold, die den Charakter schädigt, war schon oft genug die Rede, so stark, dass es im Vergleich zum Buch sehr aufdringlich war. Aber vielleicht sah ich das nur so, weil ich das Ende kannte. Eine junge Frau, mit der ich im Kino war und die das Buch nicht kannte, fühlte sich von Thorin auch an Aragorn erinnert.

        Andererseits hätte es mich als Kind auch befriedigt, wenn er überlebt hätte, nachdem er durch seine Mitwirkung in der Schlacht gezeigt hätte, dass er wieder zu „den Guten“ gehört. (Als Erwachsene würde ich jetzt am liebsten den ganzen Orkangriff weglassen. Mir wäre es am liebsten, wenn die Figuren von selbst zu einer vernünftigen Lösung kämen, ohne dass Thorin als der Schuldige an dem ganzen Konflikt identifiziert würde.)

  6. So. Nach dem bereits bei Twitter erwähnten Spoiler-Unfall antworte ich mal, ohne jedoch alles bis zum Ende gelesen zu haben.
    1. Die Rückblende fand ich auch scheiße. Irgendwie zusammenhangslos und uncharmant. Peter Jackson fällt mir nie auf. Außerdem kapier ich nach wie vor nicht, warum die Leute seinen Kopf wollen. Aber ist wohl eh irrelevant.
    2. Ich finde Legolas auch psycho und aufgeschwemmt. Drogenproblem?
    3. Legolas‘ Papi mag ich. Ich hab eine schwäche für diese peinlichen, starren Despoten.
    4. Ich mag Tauriel. Ich finde es irgendwie okay, dass sie sich in Kili verguckt, immerhin sperrt der irre Elbe sie ein und die Zwerge sind für sie ein Anker, um da raus zu kommen. Vielleicht nicht der beste und ein fadenscheiniger Grund, aber immerhin genug Motivation um Thranduil aufn Tisch zu kacken. Dass Legolas ihr folgt und ach so in psychedelic love ist, ist peinlich. Ich mag Legolas nicht. Die Anspielung auf Gimli war aber süß.
    5. Diese Oliver-Twist-1984-Stadt, deren Namen ich zu faul bin, nachzuschlagen, hat für mich das komplette Mittelerde-Feeling zerstört. Sicher, warum sollte in Mittelerde alles tutti sein, aber die Kulisse ist zum kotzen. Bard ist zum kotzen. Der Bürgermeister ist zum kotzen. Die monobrauige Version von Schlangenzunge ist zum kotzen. Der ganze Plot ist zum kotzen. Pfui!
    6. Smaug war doof. Der hätte so leicht alle verbrennen können – hats aber nicht.
    7. Oh super, da ist der dumme Zwergenprinz schon vom Arkenstein besessen – booya.
    8. Die Gold-Sache war witzig. Bisschen protzig, aber witzig. Witziger wäre es, wenn Benedict äääh Smaug erstarrt wäre – das hätte ich mir gern ins Zimmer gestellt. Aber nun brennt er die Stadt nieder und Bard oder Bards Brut wird das Vieh erdolchen. Oder so. Lame. Mich nervt diese Bard-Sache. Sehr.
    9. Ich hasse die komischen Elemente. Und dass alles lacht, wenn der dicke Zwerg rennt.
    10. Man sieht schlecht animiertes geschmolzenes Gold in den Schmelztiegeln und…<- word!
    11. Ich hab beim ersten Hobbit vor Freude geweint, weil ich wieder in Mittelerde war – nun hab ich eher Angst, dass er mein Zuhause im dritten Teil komplett niederbrennt.
    12. Ich mochte die Darstellung von Sauron. Das war wohl das, was ich ma meisten mochte. Und Gollums Cameo in Form eines ausrastenden Bilbo. Was mir in Anbetracht der Zeit, die Frodo den Ring trug, ehe er irre wurde, ein wenig fix ging.
    13. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass alle Charakere ein wenig dümmer geworden sind. Alle sind laut, alle sind unlogisch oder verheligenscheinen fremde Elben – das war panne. Ebenso die Walnüsse. Aber seit dem will ich auf einer Schüssel mit Walnüssen schlagen. Frag nicht xP
    14. Die Verheerung des Smaug war publikumswirksam, jedoch eine Morgul-Klinge im Herzen eines jeden Fans. Denn auch ohne das Buch zu kennen war vieles unlogisch und…zusammenhangslos…und im Falle von Escargot einfach nur hässlich. Unnötig. Und überhaupt. DISLIKE!
    15. Für mich hat Bilbo den Arkenstein nicht eingesteckt. Aber wahrscheinlich hat ers, sonst müsste er ja nochmal ohne Smaug das Ding suchen und das wird sicher nicht passieren.
    16. Ende. Enttäuschtes Ende. Weil die schöne Stimmung aus Teil 1 komplett weg ist. Und Ende mit einer kleinen Verehrung für Thranduil (vlt liegt das auch an meinem Fetisch für lange blonde Haare – da bin ich nicht ganz bei mir.)

    • Ich muss eine Lanze für den Bürgermeister brechen, ich fand ihn großartig. Allerdings hätte er besser nach Ankh Morpork gepasst.
      Aber ich mag ja die Scheibenwelt.

      BTW, Effekte. Ich hab den Film ja in 2D gesehen, weil ich von 3D Kopfweh krieg. Das sah alles so unfassbar billig aus, besonders das Wasser bei der fröhliche Fassreise, ich HASSE es, dass man sich nur noch auf doofe Gimmicks wie 3D verlässt.
      HDR war großartig und beeindruckend ohne 3D, das muss doch alles nich sein!!

  7. Danke für deine Zusammenfassung. Hab herrlich gelacht dabei. – Ich hab das Buch nicht gelesen, fand die Adaptierung aber auch an den besagten Stellen ziemlich fragwürdig (Orks und Elben auf einmal übern Seen gekommen, wie weiß keine/r, oberschmalziges Liebesgedöns, die Schmieden, usw.). Aber auch der Zwergen Slapstick hat mich total genervt bei den Fässern und – ich hab ihn mir im Originalton angesehen – irgendwo zwischen Zwerge in Fässern den Fluss runter schippern und dem wo Bard sie dann mitnimmt, will Kili irgendwas und Thorin sagt: „Ok, 2 minutes!“ WTF? – Ich mein wir sind hier bei Druinsday und Sonnenauf- und Untergängen als Zeitrechnung und dann plötzlich „zwei Minuten“. So ein Käse.

  8. Was noch fehlte, ist die Sache mit der Fassanzahl. Zu Beginn der Wildwasserkampfszene (comedy pur, ich konnte nur noch herzhaft lachen, double headshot und so) hatte der Hobbit nicht mal eins, sondern hing nur draußen so dran an einem, eins ist zu Bruch gegangen, aber beim Reinschmuggeln in die Stadt hatte dann jeder Zwerg und der Hobbit wieder ein Fass, mit Fischen auf dem Kopp. Das nur der Vollständigkeit halber.

    • Mit Logik kann man jeden Film zerpflücken. Vielleicht waren ja gar nicht alle Fässer belegt und ein paar zusätzliche sind die ganze Zeit mitgetrieben, mit der Öffnung nach oben, ohne vollzulaufen und ohne in einem Fluß mit Stromschnellen und Wasserfällen, der als Transportweg unsicher erscheint, zu zerschellen. Ist doch möglich… nicht wahrscheinlich, aber möglich.

      Ich muss aber sagen, dass mir der 2. Teil besser gefiel, als der 1. mit Lord Voldemort und dem fetten, singenden Disney-Ork-Bösewicht. Die Darstellung von Sauron als körperlose Dunkelheit hat mir gut gefallen.

  9. Pingback: Media Monday #150 | robins urban life stories

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