Well, I don’t think this is a blogparade…!

Tja, ne. Komm ich mittwochs (ja, MITTWOCHS!!! Verklagt mich doch!) leicht angetrunken von einem Besuch von der Arbeit und will mich einfach nur noch ein bisschen durchs Internet klicken.

Und was seh ich da, mal wieder? Auf irgend so ner Maskulistenseite? Oder etwas, was sich dafür hält?

Klar: „Feminismus, Feminismus, Feminismus“. Oder wahlweise auch: „Frauen, Frauen, Frauen“. Und ich so: Meh, meh, meh.

Ich weiß nicht, warum mich das gerade so nervt. Eigentlich geht’s mir total gut. Super Abend gehabt, jetzt war der Plan eigentlich: noch was cooles lesen und dann schlafen gehen. Mir könnte das grad sowas von am Arsch vorbei gehen. Aber naja. Tut es nicht. Also muss es raus.

Ich habe ja schon mehrmals kritisiert, dass sich der Maskulismus meiner Meinung nach zu sehr am Feminismus abarbeitet, statt sich mal um existentielle Fragen rund um Männlichkeit zu kümmern. Nun könnte man einwenden, dass ich die Sache vielleicht zu, hm, feminin angehe. Zu emotional. Aber ich frage mich echt, ob es nicht Dinge, Fragen, Erfahrungen gibt, über die Männer sich gerne austauschen würden, über die ich aber trotzdem noch nie was auf maskulistischen Seiten (oder die, die sich dafür halten) gelesen habe?

Ich habe das schon so oft in meinem Leben erlebt: Da sitzt frau mit ein paar anderen Frauen zusammen und plötzlich dreht sich das Gespräch um die erste Menstruation. Oder überhaupt um Menstruation. Ein sehr, SEHR ergiebiges Thema. Und wenn ich so darüber nachdenke, was für ein Einschnitt meine erste Periode in meinem Leben dargestellt hat, wie sehr ich mir darüber einen Kopf gemacht habe, wie oft ich darüber in der BRAVO las – geht es Männern/Jungs nicht genau so? Klar, die menstruieren nicht – aber auch bei denen ist der Übergang zur Geschlechtsreife mit einem unverhofften Verlust an Körpersäften markiert. Stichwort: erster Samenerguss.

Vielleicht verdrehen jetzt einige die Augen. Vielleicht findet ihr es saublöd, dass ich mich frage, wie sich ein Junge wohl so fühlt, wenn er plötzlich morgens aufwacht und die Bettdecke an ihm klebt. Oder wie es ist, darauf zu warten, man sich vielleicht nicht normal fühlt, weil alle anderen in der Klasse schon „können“, nur man selber nicht – oder umgekehrt.

Der Feminismus beschäftigt sich ja nicht nur mit Sexismus. Nein, es geht ja auch um Weiblichkeit oder das, was darunter verstanden wird. Den weiblichen Körper, seine Funktionen etc.pp. Und da gibt es nun halt einige Baustellen. Die erste Periode (oder halt die Menstruation überhaupt) habe ich ja schon genannt. Was noch? Tja, Mutterschaft. Ist natürlich nur Müttern vergönnt (aber trotzdem – sind wir nicht alle dem Druck unterworfen, uns fortzupflanzen?). Dann diese vielen Fragen, die in der Pubertät erstmals auftauchen (und sich leider oft darüber hinaus retten). Das erste Mal und die Angst davor. Sind meine Brüste zu klein/zu groß/zu seltsam etc.? Findet er meinen Geruch/Geschmack eklig? Rasur, ja oder nein? Masturbation und die Scham, die damit einher geht? etc.etc.

Ja, vielleicht denke ich da grade zu „weibisch“. Aber sind das nicht alles tiefemotionale, da hochintime Fragen, die auch ein männliches Äquivalent haben? Und warum redet darüber keineR?

Was hindert X anonyme maskulistische Blogger daran, sich mal mit diesen durchaus persönlichen Themen rund um Männlichkeit zu beschäftigen? Sich auszutauschen? Ohne blöde Flapsigkeiten? Wo Frauen das doch auch so gut hinkriegen? Warum dieses Schweigen… oder diese Scham? Findet ihr das etwa alle völlig unwichtig? Übertrage ich hier meine ach so hysterisch-feminine Gefühlswelt auf Männer, die das gar nicht wollen oder was?

Ich will mich sicher nicht lustig machen. Aber folgende Fragen würden mich wirklich interessieren:

– Wie hast du deinen ersten Samenerguss erlebt? Wie waren deine Gefühle/Gedanken davor und danach?

– Wie hast du, gerade als Junge, Masturbation erfahren? Wie ist es heute? Hattest du Schuldgefühle etc.?

– Wie sind deine Eltern mit dem Einsetzen deiner Pubertät umgegangen? Wie hat sich das Verhältnis geändert?

– Was fühltest/dachtest du bei deinem ersten Mal?

– Hast du jemals mit deinem Körper gehadert bzw. dich unzulänglich gefühlt? Speziell auf intime Stellen bezogen? (hach, wie sie das Wort „Penis“ vermeidet… höhö.)

Hattest du, obschon (heute) heterosexuell, jemals erotische Gefühle zu einem männlichen Freund/Bekannten/Lehrer etc.? Wie war das für dich?

– Gibt es Dinge, die du dich nicht traust, gegenüber deiner Frau/Freundin/Sexualpartnerin anzusprechen?

Das sind alles Fragen, direkt abgeleitet und umgepolt aus meiner weiblichen Erfahrungswelt heraus und von Dingen, die ich erlebt/diskutiert/mit anderen Frauen thematisiert habe. Ja, vielleicht findet ihr das alle blöd. Vielleicht denkt ihr: FU mit dieser Gefühlsduselei. Aber naja – wenn bei solchen Themen immer so getan wird, als wärt ihr alles beinharte Kerle, die niemals auch nur über irgendwas in Bezug auf eure Männlichkeit nachgedacht habt, dann erwartet bitte keine Taschentücherschlacht, wenn ihr dann doch mal eine sensible Seite zeigt.

Mich würde es extrem beeindrucken, ein paar dieser Fragen beantwortet zu sehen. Gerade, weil sie völlig ohne irgendeinem Bezug zum Feminismus auskommen. Einen Maskulismus zu erleben, der sich tatsächlich mal nur mit Maskulinität auseinander setzt, wäre ja so wahnsinnig erfrischend. Aber naja. Es ist 8 Uhr morgens, ich war noch nicht im Bett, bin angetüdelt und daher ist das auch vielleicht ne Schnapsidee. Oder ein Schapspost. Hihi. Wie auch immer.

Absenden und kucken, was passiert. Ich vermute: nix :mrgreen:

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142 Gedanken zu “Well, I don’t think this is a blogparade…!

  1. Robin, du fragst, warum sich Maskulisten immer an Frauen abarbeiten. Man könne doch auch mal über die Mann-Sein an sich sprechen. Das ist in der Tat eine gute Frage. Ich stimme auch zu, dass, was sich als Maskulist bezeichnet, für gewöhnlich einfach nur reaktionär ist und regelmäßig arschig erscheint.
    Zunächst muss ich aber feststellen, dass ich folgende Aussagen ungemein überraschend finde:

    „Ich habe das schon so oft in meinem Leben erlebt: Da sitzt frau mit ein paar anderen Frauen zusammen und plötzlich dreht sich das Gespräch um die erste Menstruation. Oder überhaupt um Menstruation. Ein sehr, SEHR ergiebiges Thema. […]
    Der Feminismus beschäftigt sich ja nicht nur mit Sexismus. Nein, es geht ja auch um Weiblichkeit oder das, was darunter verstanden wird.“

    Vielleicht liegt es an meiner Filterblase, dass ich nie Blogbeiträge über Menstruation bekomme. Vielleicht wird das auch einfach nicht verbloggt, sondern eben von Angesicht zu Angesicht besprochen. Wenn ich aber feministische Beiträge lese, so handelt es sich immer um Fälle von Diskriminierung oder Analysen diskriminierender Strukturen. Das passt auch zu dem, was Tante Wiki meint: Dort wird Feminismus als eine Bewegung beschrieben, die sich gegen Sexismus einsetzt.
    Man könnte sich also die Frage stellen, inwiefern Sprechen über Menstruation eine feministische Handlung ist. Sprechen Feministinnen mehr über Menstruation? Falls ja, sprechen sie darüber mehr, weil sie es als feministischen Akt betrachten oder gibt es Dispositionen, die sowohl zum Sprechen über Menstruation o.ä. als auch zu feministischer Aktion führen? Ich weiß das alles nicht, aber vielleicht mag mich jemand aufklären. Beiträge über Menstruation nehm ich entsprechend auch und will meine Filterblase gern erweitern.

    Es stimmt jedenfalls, dass Männer sich eigentlich nie über ihr biologisches Inventar unterhalten. Deine Frage Robin will ich aber gern beantworten:
    Mein erster Samenerguss war reichlich unspektakulär. Dass Streicheln, der Geschlechtsteile sich gut anfühlt, war irgendwie längst klar. Dass da jetzt auch ws bei rauskommt, irgendwie nicht überraschend. Einizig interessant: Ich hatte mir vorher nie Gedanken darüber gemacht, dass Sperma weiß ist. Klar, in Aufklärungsbilderbüchern sind die Spermien immer weiß, aber Blut in Venen ist ja auch nicht blau. Ich fragte den Tag, dann auch meine Mutter, um sicher zu gehen, ob Sperma weiß sei. Hätte ja auch irgendwas anderes sein können. Sie antwortete mit Ja, danach war der Fall für mich gegessen.

    Mit meinem Körper habe ich gehadert, ich fand mich häufig zu dick und zu unsportlich. Das aber auch schon vor der Pubertät. Mit meinem Penis hatte ich nie Probleme. Diese Haare dagegen, die sich überall breit machten, waren störend. Dass es verschiedene Arten gibt, die wieder wegzumachen, wurde mir erst deutlich später klar. Gesprochen habe ich darüber nie mit jemandem.

      • Das magst Du nicht verstehen, aber ich sehe keinen Sinn darin, derartige Fragen in eine Gruppe von Männern zu erörtern. Wenn mich jemand fragt, okay, aber mich interessieren solche Fragen, und die Antworten, ehrlich gesagt, nicht sonderlich.

      • Nein, aber auf die meisten. Wenn es anders wäre, würden sich Männer darüber austauschen. Ich sehe da keine Scham, eher gepflegtes Desinteresse.

      • „Adrian: Das magst Du nicht verstehen“

        Das ist der Kernsatz. Solche Posts wie dieser haben bei mir das Verständnis, warum Frauen den Begriff benevolent sexism erfunden haben, stark erhöht. Ich finde inzwischen die Haltung völlig plausibel, daß sich die Frauen nicht hineinreden lassen wollen, wie und worüber sie reden und was sie am Geschlechterverhältnis gut oder schlecht oder diskussionsbedürftig finden (http://maninthmiddle.blogspot.de/p/antifeminismus.html#benevolentsexism) und ich halte mich da auch völlig heraus.

        Das gilt natürlich auch umgekehrt mit vertauschten Rollen. Eigentlich reproduzierst du gerade den Klassiker unter den Ehekonflikten: „Er“ redet nicht. Yep. Ist sein gutes Recht. Das IST ja gerade maskulin (zumindest eine Facette davon).
        Also: der Post war sicher gut gemeint, aber … s.o.

      • Naja. Wenn jetzt an anderer Stelle Diskussionen darüber entstehen, was die Pubertät und die Jugendjahre nun für männliche Heranwachsende bedeuten, natürlich nicht ohne sich vorher zu versichern, das MEINE Überlegungen dazu scheiße sind und somit jeder Bezug zu mir gekappt wird, bin ich darüber ehrlich gesagt gar nicht so unfroh 😉

      • Bin zwar etwas spät, aber ehrlich gesagt kann ich mich da Adrain 100% anschließen, alles nichts über das man ständig sprechen müsste aber ich versuch mal die Fragen zu beantworten.

        „- Wie hast du deinen ersten Samenerguss erlebt? Wie waren deine Gefühle/Gedanken davor und danach?“
        Keine Ahnung, da kann ich mich nicht mehr drann erinnern, ist halt unspektakulär.

        „- Wie hast du, gerade als Junge, Masturbation erfahren? Wie ist es heute? Hattest du Schuldgefühle etc.?“
        Das sich ein Orgasmus gut anfühlt,
        fühlt sich immer noch gut an.
        Warum schuld gefühle?

        „- Wie sind deine Eltern mit dem Einsetzen deiner Pubertät umgegangen? Wie hat sich das Verhältnis geändert?“
        Ich denk mal wie bei jedem Teenager, abgrenzen von den Eltern wiederworte usw.

        „- Was fühltest/dachtest du bei deinem ersten Mal?“
        1. aha, als so fühlt sich das an.
        2. mach ich das auch richtig?

        „- Hast du jemals mit deinem Körper gehadert bzw. dich unzulänglich gefühlt? Speziell auf intime Stellen bezogen? (hach, wie sie das Wort “Penis” vermeidet… höhö.)“
        Ja, aber wer hat das nicht? / Nein

        „Hattest du, obschon (heute) heterosexuell, jemals erotische Gefühle zu einem männlichen Freund/Bekannten/Lehrer etc.?“
        Nein

        „- Gibt es Dinge, die du dich nicht traust, gegenüber deiner Frau/Freundin/Sexualpartnerin anzusprechen?“
        Fällt mir auf anhieb nichts ein.

        Also wie gesagt das sind alles dinge die nicht der rede wert sind,

      • „Warum Schuldgefühle?“

        Naja, heutzutage läuft das zwar in vielen Familien recht entspannt, aber beim Masturbieren erwischt werden will man ja immer noch nicht, oder? Ich ging auch davon aus, dass für viele meiner Leser das alles schon Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, in der Vergangenheit liegt, da tickten die Uhren noch anders… galt Onanie vielleicht sogar als krankhaft… natürlich erzeugt das Schuldgefühle, nicht?

        „Keine Ahnung, da kann ich mich nicht mehr drann erinnern, ist halt unspektakulär.“

        Ich gebe jetzt einfach mal zu, dass ich beim Schreiben an das „Kleine Arschloch“ dachte :mrgreen: Für den scheint das Thema ja doch schon ein Ding zu sein! Und die Comics sind ja nicht von einer Frau geschrieben. Ich hielt das an der Stelle für einigermaßen authentisch, aber gut ^^

    • @adrian

      Die Frage habe ich mir auch gestellt. Wie ich meinen ersten Samenerguss erlebt habe, ist zwar ganz nett, bringt aber außer einem gewissen Bonding-Effekt, wenn man die Geschichten austauscht, gar nichts.
      Es sind in gewisser Weise Selbsterfahrungsfragen, die die meisten Männer denke ich recht schnell abhaken und aus denen sich nicht viel ergibt. Wenig davon hat Einfluss auf mein weiteres Leben.
      Das mag für Frauen anders sein, für die Menstruations und Menstruationsbeschwerden monatliche Erlebnisse sind, aber auch da ist der Geschlechterbezug gering.
      Ich sehe auch nicht, dass über die umgekehrten Fragen im Feminismus viel geredet wird und Robin selbst hat dazu auch noch nichts geschrieben.
      Vielleicht ist „wie war das damals und was hast du dabei gefühlt“ einfach eher eine weibliche Form der Kommunikation, die bestimmte Gefühlsebenen eher anspricht.

      • „Wenig davon hat Einfluss auf mein weiteres Leben.“

        Eben. Es bringt einen nicht allzu viel, zu wissen, dass Arbeitskollege Marko seinen ersten Sex nicht so toll fand. Und was würde es mir bringen, mich über meinen ersten Samenerguss asuzutauschen? Das ist schließlich alles Schnee von gestern.

      • Hmm ich wüsste gar nicht was ich lange vom ersten Samenerguss erzählen sollte, zumal er mir nichtmals mehr so präsent ist. Also von daher wag ich Mal Christian Gedanken zu bestätigen das es für uns bei weitem nicht so ein einschneidendes Erlebnis ist.

        Und wenns um sonstige Erfahrungen geht, erinnere ich mich wage an Schulerzählungen die auf der Gefühlsebene ungefähr so abliefen:
        „Und wie wars?“ – „Geil“ – „Ahh cool“.

      • Männer und Frauen sind halt unterschiedlich 🙂
        Und ganz ehrlich: Wenn Männer jetzt auch noch anfangen, in derart „weiblicher“ Art und Weise über ihre Intimitäten und Ihre Gefühle zu reden, dann wander ich aus…

      • Ich wüsste jetzt nicht was es da klar zu kommen gäbe. Samenerguss = ganz normal. Hat jeder Mann.
        Erster Sex = spannend, aber man hofft halt, das es nicht nur bei dem einen Mal bleibt.

      • @ Neutron
        „“Und wie wars?” – “Geil” – “Ahh cool”.“

        Und mehr muss man auch nicht wissen. Das schätze ich so an Gesprächen unter Männern: der pragmatische, lösungsorientierte Ansatz.

      • Aber Robin, das ist doch „UNMÄNNLICH!!“
        Kein Wunder, wenn Jungs und junge Männer irgendwann in eine Identitätskrise kommen, von Pornos abhängig und übermäßig aggressiv werden, wenn ihnen von allen Seiten eingeredet wird, dass das Reden über das natürlichste der Welt, nämlich ihre Gefühle, unmännlich sei. Für keinen Menschen der Welt ist das auf Dauer gesund.

        Allerdings ist die Aussage, dass Männer keine Lust haben, sich über Gefühle und Intimitäten auszutauschen, auch lustig, wenn man bedenkt, wie gern sie sich über Intimitäten ANDERER reden…

      • @onyx:
        Soweit ich gesehen habe geht es hier nicht um Gefühle allgemein sondern Gefühle in bestimmten Situationen. Und der vorherrschende Gedanke scheint nicht zu sein, dass man nicht darüber reden darf, sondern einfach das Bedürfnis dafür nicht existiert.

        Es soll ja Menschen geben die sich begeistert über ihren Stuhlgang unterhalten können, sind jetzt alle die das nicht tun Emotional verkrüppelt?

        „Allerdings ist die Aussage, dass Männer keine Lust haben, sich über Gefühle und Intimitäten auszutauschen, auch lustig, wenn man bedenkt, wie gern sie sich über Intimitäten ANDERER reden…“
        Welcher der Anwesenden macht das den? Du scheinst pauschal etwas vorzuwerfen von dem du bei den meisten hier nicht mal sagen kannst ob es stimmt.

      • @ Loughing Man

        „Soweit ich gesehen habe geht es hier nicht um Gefühle allgemein sondern Gefühle in bestimmten Situationen.“

        Soweit ich verstanden habe, sind das lediglich Beispiele.

        „Und der vorherrschende Gedanke scheint nicht zu sein, dass man nicht darüber reden darf, sondern einfach das Bedürfnis dafür nicht existiert.“

        Von „nicht dürfen“ reden zumindest indirekt diejenigen, die das Thema mit Unmännlichkeit und Weibischkeit verbinden. Das sind übrigens dann auch meist die, die das Thema „Männer als Opfer“ nicht ernst nehmen. Wenn ein Mann seine Emotionen nicht verbalisieren darf, ohne dass ihm Unmännlichkeit vorgeworfen wird, wird er das auch nicht tun, wenn er mal in eine Opfersituation gerät.

        „Du scheinst pauschal etwas vorzuwerfen von dem du bei den meisten hier nicht mal sagen kannst ob es stimmt.“

        Ähm, doch. Was ich schon an Fernanalysen von selbsternannten Experten zu meiner Gefühlswelt und meiner Person allgemein erfahren durfte, damit könnte ich ein Buch füllen. Manche Männer reden in der Tat gern über Gefühle. Nur eben nicht über ihre eigenen.

      • „Von “nicht dürfen” reden zumindest indirekt diejenigen, die das Thema mit Unmännlichkeit und Weibischkeit verbinden. Das sind übrigens dann auch meist die, die das Thema “Männer als Opfer” nicht ernst nehmen. Wenn ein Mann seine Emotionen nicht verbalisieren darf, ohne dass ihm Unmännlichkeit vorgeworfen wird, wird er das auch nicht tun, wenn er mal in eine Opfersituation gerät.“

        Frage mich wie du dir die Welt aus Sicht der Männer vorstellst. Wirkt ein wenig so als ob man sich in deiner Vorstellung untereinander direkt fertig macht, wenn jemand es wagt über Emotionen zu sprechen. Mit solchen Verhalten hatte ich aber bisher nicht zu tun bis auf einen gewissen Arschlochanteil den es immer gibt und die genauso gut jemanden verspotten, nur weil sie die Interessen nicht teilen.

        Außerdem hängen die meisten Aussagen welche ich erlebt habe, die Männer in irgendeiner Form als Opfer nicht zulassen oder diese am stärksten verspotten mit „Mimimi“ und „What about teh menz“ zusammen.

        „Ähm, doch. Was ich schon an Fernanalysen von selbsternannten Experten zu meiner Gefühlswelt und meiner Person allgemein erfahren durfte, damit könnte ich ein Buch füllen. Manche Männer reden in der Tat gern über Gefühle. Nur eben nicht über ihre eigenen.“

        Ach wirklich? Gut das Frauen dies niemals tun würde. Also abgesehen von den Fällen wo sie es eben doch machen. ^^
        Habe nicht den Eindruck, dass da ein Geschlecht besser als das andere ist (Siehe deine „Ferndiagnose“ wie solches Verhalten zur Pornsucht etc. führt). Aber es ist trotzdem keine Eigenschaft die ich allgemein allen zuschreiben würde. Manche Menschen sind halt so und manche so und es gibt sicher auch Männer die gerne all ihre Gefühle mitteilen. Dies bedeutet aber nicht, dass alle dies genauso empfinden müssen.

      • „Frage mich wie du dir die Welt aus Sicht der Männer vorstellst. Wirkt ein wenig so als ob man sich in deiner Vorstellung untereinander direkt fertig macht, wenn jemand es wagt über Emotionen zu sprechen.“

        Ich rede nicht von fertig machen, sondern von Unmännlichkeit vorwerfen. Dass dies dauernd passiert, wirst du kaum abstreiten können.

        „Ach wirklich?“

        Ja wirklich

        „Gut das Frauen dies niemals tun würde.“

        Um Frauen gehts hier aber grad nicht. Warum wird jedesmal abgelenkt, wenn man konkrete Dinge anspricht?

      • „Ich rede nicht von fertig machen, sondern von Unmännlichkeit vorwerfen. Dass dies dauernd passiert, wirst du kaum abstreiten können.“

        Ja genauso wie mir ständig vorgeworfen wurde, dass ich so ein Nerd bin, dass ich zu schüchtern bin, dass ich zu viel Esse, dass mich Autos nicht intressieren, dass mir Fussball so ziemlich am Arsch vorbei geht und, und, und…

        Merkwürdigerweise hat dies nichts an den Dingen geändert. Meinst du die ganzen Bronies reden deutlich mehr über ihre Gefühle? Vermute eher nicht und das obwohl sie offen etwas mögen welches kaum „unmännlicher“ wirken könnte. ^^

        Es ist ja auch nicht so, dass Männer gar keine Gefühle zeigen sondern dies nur seltener und anders tun. Das Problem scheint zu sein, dass scheinbar die meisten Leute glauben gar ncht oder in etwa (ich sag mal der einfachheit halber) so wie die durschschnittliche Frau. Weswegen man leicht zwischen Beide Fronten gerät.

        Und ich glaube das Maskus sich damit allgemein nicht beschäftigen hat zwei Gründe:
        1. Sie sind einfach dagegen, weil sich da Feministen relativ stark für einsetzten und die fast schon Instiktiv gegen alles aus dieser Richtung sind. Oft ohne darüber nachzudenken.
        2. Es da auch sehr bekannte Feministen gibt welche das zwar nach außen hin „für die Männer“ tun es ihnen offensichtlich, aber nur darum geht diese für sie „angenehmer“ bzw. erst dadurch zu „Menschen“ machen. Stichwort: Gail Dines

        „Um Frauen gehts hier aber grad nicht. Warum wird jedesmal abgelenkt, wenn man konkrete Dinge anspricht?“

        Das soll nicht ablenken sonder zeigen, dass es sich dabei um eine menschliche Eigenart handelt und nicht um eine geschlechtsspezifische. Von daher sollte es dich bei allen stören und nicht nur bei Männern ansonsten hat es schon eine gewisse Doppelmoral. ^^

      • @ Onyx

        Man sucht sich ja den Freundes und Bekanntenkreis aus, da wird Mann sich sicherlich nicht mit Menschen umgeben die ihn Anfeinden und Verspotten.

        Und mit den Jungs kann Mann offen und direkt reden, dafür hat Mann ja seine Jungs, da werden dann auch im kleinen Kries oder unter 4 Augen bei nem Bier/Wein/Whiskey die heiklen und emotionalen Themen angesprochen wenn sie den gerade aktuell sind.

  2. Feministinnen haben über solche Themen wohl gesprochen, weil sie ein Bedürfnis danach hatten. Bei Maskulisten ist dieses Bedürfnis offenbar nicht vorhanden.

    Mit ein Grund dafür kann sein, dass Feminismus in den sechziger Jahren aufkam, als weibliche Sexualität noch ein neues, zuvor weitgehend tabuisiertes Thema war. Der Maskulismus hingegen entsteht gerade in einer Gesellschaft, die mit dem Thema Sexualität eher übersättigt ist. Mein eigenes Bedürfnis zum Beispiel, dazu jenseits meiner Bücher, wo ich das ohnehin schon oft thematisiere, auch noch zu bloggen, ist minimal.

  3. Als Mann redet mal einfach nicht so gern über solche Dinge. Im männlichen Wettstreit verliert man beim Ausbreiten von Schwächen oder Problemen leider schnell Stellenwert und Anerkennung. Da muss schon eine sehr vertrauensvolles Verhältnis zwischen den Personen herrschen, dass man sich da drübertraut.

    Wahrscheinlich trägt auch der Feminismus einen Teil dazu bei, dass man männliche Sexualität besser gar nicht mehr anspricht. Wenn Frauen in der Nähe sind sowieso nicht, weil alleine das Thema zu einem #aufschrei führen könnte wenn jemand mithört und sich sexuell belästigt fühlt. Auch gesellschaftlich rückt männliche Sexualität, Vorlieben, Bedürfnisse immer mehr in Richtung pfui.

    So gesehen könnte es helfen, wenn mehr Frauen sich offen und ehrlich für Männer und männliche Sexualität interessieren würden und männliche Sexualität inklusive aller sonderbaren oder fraglichen Aspekte als solche akzeptieren. Das Problem ist aus meiner Sicht nämlich jenes: Alle Männer, die sich (im Gegensatz zu anderen Männern) über ihre Rolle, ihre Sexualität, ihr Leben in der Gesellschaft Gedanken machen, müssen heutzutage einiges aushalten.

    Da passt man natürlich auf, wem gegenüber man sich öffnet – wenn überhaupt.

  4. „Ich habe ja schon mehrmals kritisiert, dass sich der Maskulismus meiner Meinung nach zu sehr am Feminismus abarbeitet, statt sich mal um existentielle Fragen rund um Männlichkeit zu kümmern.“

    Ironischerweise decken bestimmte Feministinnen das Thema der Männlichkeit ebenso ab. Leider meist nur sehr negativ. Das liegt wohl daran, dass oft die eigene Sicht auf die Dinge versucht wird in eine männliche Form zu pressen anstatt wirklich den Blickwinkel zu ändern.

    „Findet ihr das etwa alle völlig unwichtig? Übertrage ich hier meine ach so hysterisch-feminine Gefühlswelt auf Männer, die das gar nicht wollen oder was?“

    Du in diesem konkreten Fall wohl nicht, zumindest denke ich, dass du die Sache wirklich offen angehst. Ein paar andere schon eher aber ich würde es selbst da nicht „hysterisch-feminine Gefühlswelt“ nennen sondern halt wie bereits gesagt „eigene Sicht“.

    Ansonsten haben meine Vorkommentatoren denke ich schon das Wichtigste schon gesagt. ^^

    Was deine Fragen angeht sollen das nur Vorschläge für Unterhaltungen „Unter Männern“ sein oder hättest du hier jetzt wirklich gerne antworten darauf?

  5. Hm, ich finde, du hast völlig Recht damit, dass sich Maskulismus eigentlich ausschließlich mit Frauen bzw. Feminismus befassen und nicht mit Maskulinität.

    Aber die Themenwahl: Ich weiß nicht. Ich hab‘ jetzt auch kein gesteigertes Bedürfnis über Ejakulationen zu reden oder mir Ejakulation-Erfahrungen von anderen Typen anzuhören. Da hör‘ ich mir lieber deine heterosexuelle Dildo-Phantasien an 😛

    „Was fühltest/dachtest du bei deinem ersten Mal?“

    Finde persönlich die Frage eher interessant. Denn mein Erstes mal war nicht so gut, aus mehreren Gründen heraus. Leider waren die Nachfolgenden Male auch keine wesentliche Steigerung und ich hatte lange Zeit Probleme damit, die Diskrepanz zwischen Erwartung und Realität einzuordnen.

    Obschon unzweifelhaft nicht asexuell und dem weiblichen Körper zugeneigt, habe ich letztendlich nur akzeptieren müssen, dass ich viele Dinge am Sex nicht sonderlich mag: Das Nackt sein, das Nahe sein, die Gerüche, die menschlichen Genitalien, die meisten Sekrete und einige Aspekte der Ausführung.

    Ich denke, ich bin bei weitem nicht der einzige Kerl, der eher ein distanziertes Verhältnis zur Sexualität hat. Deshalb fänd‘ ich es auch schön, wenn die männliche Sexualität nicht derartig überbetont und – teilweise – dämonisiert wird. Hier sind aber gerade Maskulinisten überhaupt keine Hilfe, weil sie den Mythos des evolutionär prädestinierten Superstecher gerne pflegen.

    Ich finds nämlich teilweise wirklich schade, dass ein darüber Sprechen, für Männer echt schwer ist.

    Vor ein paar Tagen, war ich in einer etwas größere (weiblich dominierten) Gesprächsrunde und unter anderem war das Thema auch „Kuscheln“. Ich hab‘ eingeworfen, dass ich bei meinem ersten Kuscheln eine stundenlange Erektion hatte, was sehr schmerzhaft war. Die Reaktionen waren hauptsächlich (dezentes) Entsetzen. Eine Anwesende brachte das Problem auf dem Punkt: Sie mag an Männer nicht, dass sie einen (= Frauen) immer das Gefühl geben, dass sie sie nur ficken wollen.

    Aber für mich (ich denke, ich bin da nicht alleine) ist ein Ständer nur ein Ständer. Das kann vieles und nichts bedeuten und geht nicht automatisch mit dem Wunsch nach Penetration einher.

    Ich denke, da lässt sich vieles daraus generalisieren. Männliche Sexualität, wird sehr stark auf den Aspekt der Penetration und Ejakulation reduziert und zwar sowohl von Männer als auch von Frauen. Und ich denke, dass wird der Realität nicht gerecht. Aber ich kann da auch nur für mich sprechen, weil ich noch nie mit einem Mann über Sexualität gesprochen habe 😛

    • „Die Reaktionen waren hauptsächlich (dezentes) Entsetzen. Eine Anwesende brachte das Problem auf dem Punkt: Sie mag an Männer nicht, dass sie einen (= Frauen) immer das Gefühl geben, dass sie sie nur ficken wollen.“
      Das war zu erwarten. Deshalb hätte ich es für mich behalten.

      • Nachdem man lange unbefangen über Dildos und Periode sprach, hätte ich halt nicht gedacht, dass eine Erektion solche Reaktionen hervorrufen.

      • Mein Gott Mann kann auch wegen einer ungünstigen Sitzposition nen Ständer bekommen, oder die klassische Morgenlatte.

        Klar beim Kuscheln ists die nähe der Partnerin normalerweise die ursache für den Ständer aber heißt doch nicht das Mann jetzt GV haben will.

    • @kinch

      “ Eine Anwesende brachte das Problem auf dem Punkt: Sie mag an Männer nicht, dass sie einen (= Frauen) immer das Gefühl geben, dass sie sie nur ficken wollen.“

      Ich habe dazu mal unter „Nichtsexuelle Zärtlichkeiten und unveranlasster Sex“ gebloggt
      http://allesevolution.wordpress.com/2013/05/20/nichtsexuelle-zartlichkeiten-und-unveranlasster-sex/

      Robins Ansatz anlässlich dieses Thema ohne Feminismusbezug war:

      „Ich könnte jetzt schreiben: “Typisch für den Mann ist die Stumpfheit des Gefühlslebens”, aber dann wär ich ja wie Roslin.“ (1 Kommentar)

  6. – Wie hast du deinen ersten Samenerguss erlebt? Wie waren deine Gefühle/Gedanken davor und danach?

    Ehrlich gesagt: Daran kann ich mich gar nicht so erinnern. Ich schätze, ich war 13. Hatte ich dabei Gefühl? Nicht, dass ich wüsste. War halt irgendwann soweit, meine Reaktion war eher so: „Aha, jetzt ist es also so weit.“ Abgehakt.

    – Wie hast du, gerade als Junge, Masturbation erfahren? Wie ist es heute? Hattest du Schuldgefühle etc.?

    Hm. Schuldgefühle gab es, klar. GIbt’s auch immer noch in dem Sinne, dass ich nur mit wenigen Leuten darüber spreche. Vor meiner Mitbewohnerin z.B. verstecke ich, dass ich masturbiere. Aber ich denke, das ist normal. Wer sein Sexualleben jedem x-beliebigen Menschen auf die Nase bindet, hat wohl eher Probleme.

    – Wie sind deine Eltern mit dem Einsetzen deiner Pubertät umgegangen? Wie hat sich das Verhältnis geändert?

    Mein Vater hat nichts davon mitbekommen. Wie auch.
    An die Reaktion meiner Mutter kann ich mich nicht erinnern. Hat sie überhaupt reagiert? Sexualität wurde in unserem Haushalt totgeschwiegen, also habe ich auch nicht darüber geredet. Das einzige, woran ich mich erinnern kann, ist, dass meine Mutter mich mal als jähzornig bezeichnet hat in jener Zeit.

    – Was fühltest/dachtest du bei deinem ersten Mal?

    Leistungsdruck. Und Enttäuschung. Aber so ist das halt.

    – Hast du jemals mit deinem Körper gehadert bzw. dich unzulänglich gefühlt? Speziell auf intime Stellen bezogen? (hach, wie sie das Wort “Penis” vermeidet… höhö.)

    Klar. Zu dünn, zu wenig muskulös. In der Pubertät natürlich Akne. Kleinigkeiten. Aber irgendwann wurde mir dann klar, wie scheißegal das ist und dass es auf andere Sachen ankommt.

    Hattest du, obschon (heute) heterosexuell, jemals erotische Gefühle zu einem männlichen Freund/Bekannten/Lehrer etc.? Wie war das für dich?

    Gab mal so eine Situation auf einer Klassenfahrt. Ich schätze mal, das hing mit Übernächtigung und Alkohol zusammen. War irgendwie befremdlich. Ist jetzt aber auch schon zehn Jahre her, seitdem nie wieder.

    – Gibt es Dinge, die du dich nicht traust, gegenüber deiner Frau/Freundin/Sexualpartnerin anzusprechen?

    Sicher. Und das werde ich sicherlich auch nicht auf einem Blog ansprechen. 😉

  7. Ich würde gar nicht auf die sexuelle Übersättigung tippen, ich denke es liegt eher daran, dass es in der (Pop)kultur meist Männer waren, die über ihre Befindlichkeiten sprachen, schrieben, etc.

    Da wurden so spezifisch weibliche Dinge wie Menstruation einfach nicht angesprochen. Oder könnt ihr euch vorstellen, wie Holde Caulfield über die Regel seiner Angebeteten philosophiert? Daher kommt es sicherlich auch, dass die Menstruation immer noch ein Tabuthema ist, dass man tunlichst vor der Hälfte der Menschheit zu verbergen sucht.
    Männer reagieren auch teilweise sehr merkwürdig auf sowas, da halten sich die Gerüchte, dass Frauen irgendwie komisch seien, wegen PMS oder so. Und überhaupt, traue niemanden der 3 Tage lang blutet ohne zu sterben!! Viele finden es auch eklig (Nasenbluten wird als weit weniger eklig empfunden)

    Diese ständigen Sprüche über sowas superstinknormales können schon sehr abwertend werden, weswegen ich mir denke, dass es für Frauenrunden befreiend sein kann, endlich mal drüber reden zu können.

    Und ich denke ernsthaft nicht, dass Männer die Erfahrung haben, dass ihre normalsten Körperfunktionen solchen Restriktionen unterworfen sind, wie es bei Frauen der Fall ist. Frauen haben ja auch keine Verdauung zu haben.
    Von daher ist da das Bedürfnis wohl nicht so groß.

    • Ich hätte ja gedacht, dass vielleicht wenigstens die Scham vor der eigenen Mutter größer ist, die ja die Bettwäsche waschen muss. Aber vielleicht geht das den meisten doch am Arsch vorbei?

      • @Robin
        HUNDERTE coming of age- Filme erklären einem als männlicher Jugendlicher doch, wie es gemacht wird. Taschentuch und so. Oder ein warmer Apfelkuchen.

      • Das mit der Scham und Bettwächewaschen verstehe ich nicht. Gehts hier um nächtlichen Samenerguss? Der ist relativ selten. Davon abgesehen vernichtet sich Sperma an der Luft fast selbst^^^

      • Natürlich gibt es Scham vor der eigenen Mutter. Aber wieso sollte da was in der Bettwäsche landen? Gerade, wenn Scham da ist, dann versucht man doch, das ganze so spurlos wie möglich zu verrichten. Und das ist auch nicht schwierig. Höchstens landet da mal was im Pyjama oder in den Shorts. Und die kann man auch selber mal schnell am Waschbecken auswaschen…

    • „Ich würde gar nicht auf die sexuelle Übersättigung tippen, ich denke es liegt eher daran, dass es in der (Pop)kultur meist Männer waren, die über ihre Befindlichkeiten sprachen, schrieben, etc. “ Wie paßt das ins Rollenbild des harten Mackers, den diese Weichheiten nichts angehen?

  8. Interessant, die Diskussion bleibt hauptsächlich auf der Metaebene, obwohl Du doch konkrete Fragen gestellt hast. Ich schließe mich inhaltlich Christian und Adrian an.

    Aber weil Du so nett gefragt hast…

    Ich hatte eigentlich immer gedacht, mein Dödel ist eher auf der kleinen Seite. Tatsächlich brauche ich Kondome in Übergröße, wie ich dann irgendwann mal rausgefunden habe. Ich mein, woher soll man wissen, daß es nicht normal ist, daß man die Dinger kaum drüberbekommt und einem das Blut rausgepreßt wird?

    Hört sich ganz witzig an, aber das ist natürlich eine Quelle von vielen peinlichen Ereignissen, von verpaßten Chancen und dem Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit. Mittlerweile habe ich fast immer Kondome dabei, weil es die Dinger nicht am Automaten, nicht im Supermarkt, sondern nur im gut sortierten Drogeriemarkt gibt.

    Kondome in S würde ich mir aus Scham niemals kaufen. Und auch ansonsten ist das medial vermittelte Männerbild natürlich durchaus problematisch. Waschbrettbäuche und in Pornos Riesenpimmel die immer(!) und in jeder Stellung können. Austauschbar, männliche Pornostars sind so häufig wie männliche Prostitierte. Beim Sex herrscht jedenfalls kein Patriarchat. Egal wie man es wendet.

  9. Ich fände darüber hinaus eigentlich noch ein paar andere Fragen interessant, die sich nicht explizit auf männliche Sexualität beziehen. Männer sind ja erstaunlicherweise auch soziale Wesen, die auch mal Gefühle haben, die jetzt nicht nur oder nicht direkt oder auch gar nichts mit Sexualität zu tun haben. Z.B. verliebt sein, romantische Gefühle oder Trauer, Schmerzbewältigung, etc

    • Schon mal auf die Idee gekommen die Fragen direkt auszusprechen? 😉
      Im RL ist es vielleicht schwieriger den richtigen Moment dafür zu finden, aber im Internet finden sich bestimmt immer ein paar Leute die darauf antworten werden. ^^

      • „Schon mal auf die Idee gekommen die Fragen direkt auszusprechen?“

        Waren ja auch nur Vorschläge. Ist nicht mein Blog hier.

    • Das sind in der Tat relevantere Fragen, die einen wirklich weiterbringen können. In einem geschützten Raum, wo man vor „Male-Tears“-Hackfressen sicher ist und unter Leuten, die Geheimnisse für sich behalten können.

  10. Ich habe nochmal drüber nachgedacht. Warum liest man über sowas nicht im Internet?
    Ich schätze, es liegt daran, dass es einfach vollkommen irrelevant ist. Wen interessiert denn schon, wann ich meine erste Ejakulation hatte? Mein Gott, irgendwann in meiner Jugend halt, so wie jeder andere Mann auch. Ist doch nun wirklich nichts, worüber man sprechen müsste. Das war auch nichts emotionales. Und ich kann mich nicht wirklich dran erinnern. Gibt es irgendeinen Mann, der damit besondere Emotionen verknüpft hat?
    Genauso gut könnte ich darüber schreiben, wie ich meinen ersten Milchzahn verloren hab. Das war wahrscheinlich auch eindrücklicher, weil es weh tat. Insofern kann ich verstehen, warum Frauen über ihre erste Menstruation reden, weil es wahrscheinlich sehr schmerzhaft war.
    Das ist es für uns in der Regel nicht, soweit ich weiß. Da ist dann halt plötzlich was los in der Hose. So what?

    Und warum liest man darüber nichts bei den Maskulisten? Abgesehen von oben genanntem, dass es uns nämlich selbst nicht interessiert, würde es auch sonst niemanden interessieren. Und vor allem: Es ist für das Geschlechterverhältnis und überhaupt vollkommen Banane, wann meine Banane zum ersten Mal Dividende gebracht hat. Das sind persönliche Geschichten, die keinerlei gesellschaftliche Relevanz in sich tragen.

    Ich könnte mir vorstellen, dass ich über dieses Thema gerne reden würde, wenn es bei mir nicht normal gelaufen wäre. Wenn ich z.B. nie eine Ejakulation gehabt hätte. Dann hätte ich damit sicherlich meine Schwierigkeiten (gehabt). Und dann würde ich mir vielleicht inzwischen auch jemanden gesucht haben, mit dem ich mich darüber austausche. Wahrscheinlich einen Arzt.

    Also, warum reden wir nicht darüber? Weil es zurecht niemanden interessiert.

    Nein, da gibt es viel wichtigere Sachen im Leben eines jungen Mannes.Woran ich mich erinnern kann, ist, als ich meinen Vater zum ersten (und vorletzten) Mal gesehen habe (da war ich zehn). Oder als ich das erste Mal im Orchester ein Konzert gespielt habe. Oder meine Abi-Entlassung. Diverse Treffen mit Freunden und Familie. Ja selbst an mein erstes Mal Anno 1602 kann ich mich genauer erinnern als an meinen ersten Samenerguss.
    Vielleicht machen wir Männer auch einfach nicht so viel Aufhebens um uns selbst sondern sind eher sachorientiert. Das würde ja auch zu einigen Studien passen, die schon für frisch entbundene Babies einen Geschlechtsunterschied dergestalt feststellen, dass Mädchen stärker auf Gesichter, Jungen stärker auf Werkzeuge reagieren.

      • Naja, einige Sachen sind einfach auch unangenehm. Und über unangenehmes redet man halt nicht gern. Das vergisst man lieber.
        Beispiel erstes Mal: Ich geb’s zu. Ich habe keine Erektion bekommen. Scheiße, war mir das unangenehm! Ich bin daraufhin in eine monatelange Depression gestürzt. Die Beziehung, die damals gerade am beginnen war, ist darüber natürlich auch den Bach runter gegangen. Übrigens war ich damals auch schon 24.

        Und ja, es gibt eine erlesene Auswahl an Freunden, mit denen ich über sowas rede. Aber das Thema ist dermaßen unangenehm und greift dermaßen alles an, was als „männlich“ gilt, dass es mich viele Jahre gekostet hat, den Mut zu entwickeln, über sowas zu reden. Männlich ist man, wenn man immer kann und immer will. Und natürlich hat ein guter Mann schon mit dreizehn alle Mädels aus seinem Jahrgang flachgelegt. So ist doch das Männerbild, das wir haben und haben wollen. Auf mich trifft das alles nicht zu. Wenn ich darüber mit jemandem gesprochen hätte, hätte ich mir genauso gut die Kugel geben können. Männer sollen stark sein. Ich bin es nicht. Ergo: Versager. Und wer möchte sich schon gern als Versager outen?

        Und deswegen sprechen so wenig Männer darüber. Weil so gut wie niemand dieses Idealbild erfüllt. Weil es gar nicht erfüllbar ist. Trotzdem ist es da und hat enorme Auswirkungen.
        Diese Erkenntnis habe ich dadurch gewonnen, dass ich mit anderen Männern darüber gesprochen habe. Aber auch nur mit sehr guten Freunden, denen ich vertraue, und denen ich mich mit diesem Thema sehr langsam und vorsichtig angenähert habe.
        Übrigens würde ich jedem davon abraten, mit Frauen darüber zu reden! Denn die tragen dieses Idealbild von Männlichkeit noch viel stärker mit sich rum. Da ist man ganz schnell unten durch, wenn man mal dezent Schwäche zeigt. Es gibt zwar diejenigen, die Verständnis haben (oder zumindest so tun), aber als Mann hast du dann bei denen trotzdem verspielt.

      • Ich sende mal solidarische Grüße von einem Absoluten Beginner zum anderen 🙂 Und mir ist bei meinem ersten Mal genau das selbe passiert wie dir… nur halt umgekehrt 😉
        Wenn dir das nicht zu intim ist, würde mich interessieren, ob du davor mit deiner Freundin drüber geredet hast, dass du noch Jungfrau bist?

      • Das ist eine lange Geschichte. In vertrauterer Atmosphäre würde ich da auch gerne mal mit dir drüber srpechen, da du das Problem ja aus einer etwas anderen Perspektive auch kennst. Das wäre sicher interessant, sich darüber mal auszutauschen.
        Hier jetzt nur so viel: Ja, ich hatte es ihr gegenüber angesprochen. Aber die Tragweite, die dieses „Problem“ für mich hatte, hat sie nicht verstanden.

      • Ätzend… so viele Leute haben mich deshalb schon ausgelacht… aber verstehen, warum das ein Problem ist, wollen sie trotzdem nicht…
        Mein damaliger Freund war wenigstens verständnisvoll. Alles andere hätte auch einfach nicht funktioniert.

        Ich wollte schon vor Ewigkeiten mal einen Beitrag darüber schreiben, denn es ist mir zwar immer noch peinlich, aber inzwischen denke ich, dass Leute, die darüber tatsächlich lachen, wesentlich peinlicher sind als alles andere 😉

      • „Beispiel erstes Mal: Ich geb’s zu. Ich habe keine Erektion bekommen.“

        Ich denke, das passiert wesentlich mehr Männern, als man meint. Gibt halt keiner zu, weil, ja, weils unangenehm ist und dem Erwartungsdruck des geilen Stechers nicht gerecht wird. Nervosität tut ihr übriges dazu und schon geht gar nix mehr.

        „Männlich ist man, wenn man immer kann und immer will. Und natürlich hat ein guter Mann schon mit dreizehn alle Mädels aus seinem Jahrgang flachgelegt. So ist doch das Männerbild, das wir haben und haben wollen.“

        Du sagst es.

        „Übrigens würde ich jedem davon abraten, mit Frauen darüber zu reden! Denn die tragen dieses Idealbild von Männlichkeit noch viel stärker mit sich rum. Da ist man ganz schnell unten durch, wenn man mal dezent Schwäche zeigt. Es gibt zwar diejenigen, die Verständnis haben (oder zumindest so tun), aber als Mann hast du dann bei denen trotzdem verspielt.“

        Nö, nicht unbedingt. Einem meiner Ex-Partner ist das auch passiert und wir waren danach noch sehr lange glücklich zusammen.

      • @ onyx
        Ich weiß, dass das vielen Männern schon passiert ist. Wahrscheinlich sogar fast jedem. Ich habe mit genügend Männern und Frauen darüber gesprochen, damit mir das klar ist. Aber was ändert das an meinem persönlichen Problem? Nichts.
        Bei mir ist es auch mehr als nur Erwartungsdruck und Nervosität. Aber das würde hier zu weit führen.

        Dein Beitrag zeigt mir, dass du den Kern des Problems gar nicht gesehen hast. Das eigentliche Problem ist nicht, dass man nicht immer eine Erektion kriegt. Das ist nichts besonderes. Darüber kann man reden, in der Tat, und dann ist das auch kein großes Ding (im doppelten Sinne).
        Glaube mir, ich habe schon bei genügend Frauen versucht, Verständnis für meine spezielle Lage zu finden. Und auch, wenn du dich gerne anders sehen würdest: Dein Beitrag zeigt schon, dass wir nicht einmal annähernd die gleiche Sprache sprechen.

        Das Problem ist, dass es bei mir, obwohl seit dem 13. Lebensjahr sexuell aktiv, nie soweit gegangen ist, dass ich mit einer Frau intim geworden wäre. Ich wusste gar nicht, wie es zu so etwas kommt. Und es gab auch nie eine Frau, die bei mir die Initiative ergriffen hätte. Deswegen machte sich in mir irgendwann der Gedanke breit, dass es wohl irgendetwas an mir gibt, ein unsichtbares Zeichen quasi, das mich für Frauen abstoßend machen würde.
        Erst als ich im Studium war, wurde mir klar, dass Frauen ohnehin nicht die Initiative ergreifen. Also musste ich lernen, das selbst zu machen. Ich kam dann mit Pick-Up in Kontakt und lernte es. Dann kam ich auch immer mal wieder mit Frauen in Kontakt. Aber es scheiterte trotzdem immer wieder ziemlich schnell. Es dauerte dann noch über zwei Jahre, bis ich das erste Mal in der Lage war, mich mit einer Frau auszuziehen. Gute Gelegenheiten gab es auch schon vorher, aber ich war nicht in der Lage, sie wahrzunehmen. Damit habe ich sicherlich einige Frauen enttäuscht, aber ich kam einfach nicht aus meiner Haut raus.
        Und dann kam dieses keine-Erektion-Ding noch als Sahnehäubchen oben drauf. Da wurde mir dann erst langsam klar, dass ich tieferliegende psychische Probleme habe, die sich nun den Weg an die körperliche Oberfläche bahnten.
        Und diese Probleme sind so eng mit der Tatsache verbunden, dass ich ein Mann bin, dass ich inzwischen aufgegeben habe, dafür bei Frauen um Verständnis zu werben.

        Und das ist auch der Grund, warum ich mich dem Maskulismus zurechne. Weil ich einfach die Erfahrung gemacht habe, dass es spezifisch männliche Problemlagen gibt, denen die weibliche Deutungshoheit einfach nicht gerecht werden kann.

      • @ nachdenklicher Mann

        Du, es geht mir sonstwo vorbei, ob wir die gleiche Sprache sprechen. Ich finde einige Punkte sehr interessant

    • * Das würde ja auch zu einigen Studien passen, die schon für frisch entbundene Babies einen Geschlechtsunterschied dergestalt feststellen, dass Mädchen stärker auf Gesichter, Jungen stärker auf Werkzeuge reagieren.*

      Quelle? Also kann man die Bezugspersonen durch eine Werkzeugtasche ersetzen? Faszinierend.

      • Ich beziehe mich auf die Studien des Cambridge-Psychologen Simon Baron-Cohen, veröffentlicht in The Essential Difference: Men, Women and the Extreme Male Brain. Penguin/Basic Books. 2003. Werkzeuge war überigens unpräzise, genau genommen sind es Mobiles, auf die Jungen stärker reagieren.
        Man darf das aber natürlich nicht falsch interpretieren. Natürlich kann man die Bezugspersonen nicht durch eine Werkzeugtasche ersetzen, das ist offensichtlich Humbug. Die Studie legt nur nahe, dass Jungen und Mädchen von Geburt an einen unterschiedlichen Fokus setzen. Der Zusammenhang ist auch nicht perfekt (perfekte Zusammenhänge kommen in der Wissenschaft praktisch nicht vor), aber durchaus signifikant. Das belegt, dass beide, Jungen und Mädchen, sowohl auf Gesichter als auch auf Mobiles reagieren, aber eben nicht beide im selben Maße.

      • *Werkzeuge war überigens unpräzise, genau genommen sind es Mobiles, auf die Jungen stärker reagieren.*

        Unpräzise, das würd ich wohl auch sagen. Sind Mobiles nicht normalerweise mit so niedlichen Tierfigürchen für Babies?

      • Stimmt. Und um Babys ging es ja auch, siehe oben.
        Weibliche Babys reagieren etwas stärker als männliche auf Gesichter, diese wiederum etwas stärker auf plastische Gegenstände.

        Aber worauf genau wolltest du mit deiner Nachfrage eigentlich hinaus? Das war ja nur ein Nebensatz zu meiner eigentlichen Aussage. Wenn es dir lieber ist, kann ich den auch zurücknehmen, meine Kernaussage bliebe davon schließlich unberührt. Will hier ja keine Scharmützel um jedes Wort führen.

      • Naja… du musst schon zugeben, dass es einen völlig falschen Eindruck vermittelt, hier von „Werkzeugen“ zu sprechen, obwohl eigentlich „plastische Gegenstände“ gemeint sind…

      • Ok, geschenkt. Ich hatte den exakten Aufbau der Studie jetzt nicht mehr im Kopf, also habe ich einfach mal Werkzeuge gesagt, in der Annahme, dass alle mein weit gefasstes Verständnis des Wortes teilen. Also nein, Werkzeuge heißt in diesem Falle nicht Hammer, Schraubenzieher, Zange etc, sondern plastische Gegenstände. Werkzeuge sind ja auch plastische Gegenstände.
        Wie auch immer, für meine Aussage macht das keinen Unterschied. Mädchen scheinen durchschnittlich etwas mehr auf Menschen fokussiert zu sein, Jungs etwas mehr auf Gegenstände. Was jedem natürlich klar sein muss, ist, dass es auf beiden Seiten auch anders gelagerte Einzelfälle gibt und dass die Unterschiede nur etwa 10 – 20% betragen. Doch da diese Unterschiede sich bestätigt haben, kann wohl davon ausgegangen werden, dass sie auch Konsequenzen haben.

        Meine These nochmal mit anderen Worten: Jungs und Männer haben ein eher funktionales Verhältnis zu ihrem Körper. Wenn was damit nicht stimmt, geht Mann zum Arzt, sowie man sein Auto in die Werkstatt bringt, wenn der Scheibenwischer nicht funktioniert, und hofft, dass der das wieder in Ordnung bringt. Ansonsten gibt es kein besonderes Bedürfnis, das zu thematisieren. Man könnte natürlich einwenden: „Und was ist mit den Kraftprotzen in unseren Muckibuden? Die betreiben ja den Körperkult schlechthin!“ Stimmt. Aber auch da ist das Verhältnis ein funktionales. Es geht nicht um körperliches Wohlbefinden, sondern quasi um Tuning, um damit etwas zu erreichen, um damit prahlen zu können. Dafür werden in Sachen körperlichen Wohlbefindens sogar mitunter massive Abstriche gemacht. Das gibt es zwar bei Frauen auch, kommt aber deutlich seltener vor.

        Der Bezug zum Grundthema dürfte ja klar sein, oder? Die unterschiedliche Herangehensweise führt dazu, dass viele Frauen ein selbstverständliches Bedürfnis haben, sich mit anderen über ihre körperlichen Phänomene auszutauschen, während Männer dieses eher nicht haben.
        Dass es EInzelfälle gibt, die anders liegen, ist natürlich vollkommen in Ordnung.

  11. Eine Feministin hofft, auf Maskulistenblogs etwas für sie Erfrischendes zu finden. Mit Verlaub, Du bist ein Phänomen! Du bist nicht leicht angetrunken, sondern wohl eher voll bis unter den Giebel :-p Deinen Mordskater möchte ich bei aller männlichen Aufopferungsbereitschaft nicht ertragen müssen!

    „… und plötzlich dreht sich das Gespräch um die erste Menstruation. … Ein sehr, SEHR ergiebiges Thema. … geht es Männern/Jungs nicht genau so?“ Natürlich kann ich nur für mich definitiv sprechen und bin überrascht, daß doch einige darauf antworten: Nein. Auf gar keinen Fall. Gleichzeitig bin ich auch ehrlich überrascht, daß sich eine Frau für männliche Sexualität interessiert. Trotzdem, die einzigen Männer, mit denen ich über solche Dinge rede, sind mein Arzt und mein bester Freund. Der Arzt ist nämlich der einzige Mann, den es etwas angeht, der beste Freund der einzige, mit dem ich darüber privat rede. Das reicht auch.

    „Vielleicht findet ihr es saublöd, dass ich mich frage, wie sich ein Junge wohl so fühlt, wenn er plötzlich morgens aufwacht und die Bettdecke an ihm klebt.“ Wieso sollte ich es blöd finden? Es geht Dich halt einfach nichts an.

    „Der Feminismus beschäftigt sich ja nicht nur mit Sexismus.“ Das mag sein, wenn man Beschäftigen als Bekämpfen versteht. (Nein, ich verkneife es mir. Keine Flapsigkeiten gegen Sakrales.) Der Maskulismus hat sich erst mal darum zu kümmern, daß Männer gleichberechtigt leben können. Derzeit ist das nämlich noch nicht mal in den Gesetzen der Fall. Weißte, wir haben keine Brigaden von Beauftragten und Heere öffentlich bezahlter Adjutanten für uns kämpfen. Wir haben das privat nach dem Feierabend in unserer Freizeit zu erledigen. Da ist die Beschäftigung mit Gesetzen deutlich wichtiger als die mit dem Penis.

    – Wie hast du deinen ersten Samenerguss erlebt? Wie waren deine Gefühle/Gedanken davor und danach?
    Wieso willst Du das wissen? Du kennst mich nicht, ich kenne Dich nicht. Bevor mich umgekehrt an Dir solche Intimitäten interessierten, wüßte ich doch lieber, wie Du so tickst, was deine Hobbies sind, wie Du aussiehst, was Du studierst, was Du nach dem Studium dir wünschst, ob Deine Reise auf dem Jakobsweg in Dir spirituell was ausgelöst hat. Ich las mal, das komme oft vor. Bei Dir auch? Tausend Fragen, aber der erste Samenerguß, bzw. in Deinem Falle die erste Menstruation gehört ja wohl zum Uninteressantesten, was ich Dich nun fragen könnte.

    – Wie hast du, gerade als Junge, Masturbation erfahren? Wie ist es heute? Hattest du Schuldgefühle etc.?
    Ich kann Dir privat ein paar Infos über meine Hobbies, meinen Musikgeschmack, meine politischen Ansichten und Interessen schreiben. Später vielleicht auch über meine Zukunftswünsche. Meine Mailadresse hast Du ja.

    – Wie sind deine Eltern mit dem Einsetzen deiner Pubertät umgegangen? Wie hat sich das Verhältnis geändert?
    Erzähle ich Dir in zehn Jahren vielleicht. In einem Internetblog hat das schonmal gar nichts verloren.

    – Was fühltest/dachtest du bei deinem ersten Mal?
    „Ich sollte die Decke mal wieder streichen, und in der Ecke hängen Spinnweben.“

    – Hast du jemals mit deinem Körper gehadert bzw. dich unzulänglich gefühlt? Speziell auf intime Stellen bezogen? (hach, wie sie das Wort “Penis” vermeidet… höhö.)
    Das bespreche ich unter vier Augen mit meinen engsten Freunden, und noch nicht mal mit meinem Vater.

    Hattest du, obschon (heute) heterosexuell, jemals erotische Gefühle zu einem männlichen Freund/Bekannten/Lehrer etc.? Wie war das für dich?
    Beschreibst Du solche Intimitäten in einem für jeden, sogar Deine Intimfeindinnen, lesbaren Blog?

    – Gibt es Dinge, die du dich nicht traust, gegenüber deiner Frau/Freundin/Sexualpartnerin anzusprechen?
    Wer so etwas verneint, lügt. Ich bspw. würde ihr nie beichten, mit der Zweitstimme mal SPD gewählt zu haben.

    „Ja, vielleicht findet ihr das alle blöd.“ Blöd nicht. Blöd ist die FDP. Gegenfrage: Wieso findest Du das alles interessant? Es hat auch nichts mit „hysterisch-feminin“ zu tun, sondern Du hast ganz einen anderen Zugang zu Deiner Sexualität als ich zu meiner. Ich bin da auch immer wieder leicht angenervt, wenn eine Freundin von mir ständig über Pimmel reden will, die Pimmel ihrer Exfreunde, die mich kein Stückweit interessieren. Ihr zuliebe höre ich halt zu, gebe meinen Senf dazu und hoffe, daß da noch ein Thema mit Tiefgang kommt, etwa die Frage, wie ich diese oder jene Verhaltensweise einschätzen soll. Was geht es mich an, wenn eine Frau, mit der ich zudem nie im Bett war und es auch nicht will, mir erzählt, wie lang und dick sie ihn am liebsten hat?

    „Aber naja – wenn bei solchen Themen immer so getan wird, als wärt ihr alles beinharte Kerle, die niemals auch nur über irgendwas in Bezug auf eure Männlichkeit nachgedacht habt, dann erwartet bitte keine Taschentücherschlacht, wenn ihr dann doch mal eine sensible Seite zeigt.“ Mitgefühl haben wir auch sonst nicht zu erwarten. Und wieso sollte ein Mann bei irgendwas Mitgefühl erwarten, wenn er sein Privatestes zur Schaut trägt? Wir sind keine beinharten Kerle. Ich wäre froh, wir müssten es nicht sein. Wir denken auch über unsere Männlichkeit nach. Aber wir hängen sie nicht an die große Glocke. Und was soll daran sensibel sein, wenn man sein Intimstes nach außen kehrt? Sensibel bedeutet, Gefühle zuzulassen, nicht sein Privatestes auf eine Plakatwand zu schreiben.
    Das sind auch keine existentiellen Fragen, sondern ganz einfach intimste Privatangelegenheiten, die man mit seinem Arzt oder besten Freund bespricht. Oder vielleicht noch mit seinem Hund, je nachdem, wie nahe man ihm steht. Allenfalls noch mit seiner Frau. Vorausgesetzt, sie kann die Ihren Freundinnen gegenüber die Klappe halten und ist fair genug, nach einer eventuellen Trennung im Streit verantwortungsbewußt mit diesem Wissen umzugehen.

    Über Männlichkeit wird in maskulistischen Blogs durchaus geschrieben: Darüber etwa, daß Schwulen ihre Rechte noch immer nicht vollständig gewährt werden und für die bestimmte Kreise noch immer festlegen möchten, daß ein Mann gefälligst hetero zu sein hat. Es wird auch immer wieder über Penisverstümmelung geschrieben, auch ein Männerthema. Najem Wali, zwar kein Männerrechtler aber ein muslimischer Verstümmelungsgegner hat auch beschrieben, wie es für ihn war. Es wird über häusliche Gewalt geschrieben, ein Thema das, genauso wie Männerzwangsdienste und „Male-Tears“-Hohn aus der F-Ecke indirekt die Rolle des harten Kerls betrifft. Es wird über die Modediagnose ADHS geschrieben, also über die inflationäre Pathologisierung völlig normalen Verhaltens. (Was nicht heißen soll, daß es ADHS überhaupt nicht gäbe.) Es wird über die neun mal höhrere Suizidrate männlicher Jugendlicher in Relation zu Mädchen geschrieben, also die Folge dessen, wenn von Jungs erwartet wird, mit ihren Problemen gefälligst selbst klarzukommen, ergo, das Schwächeverbot. Das sind essentielle Männlichkeitsthemen. Der Pippimann ist nur dann eins, wenn ihm die Vorhaut fehlt.

    Wenn Du also der Meinung bist, Männerblogs arbeiten sich nur an Frauen ab, liest Du ganz einfach in den falschen oder blendest es unbewußt aus, daß dem gar nicht so ist.
    Zugegeben, dem Fe-Thema wird in der Tat in Männerblogs zu viel Raum gewährt. Der sollte uns ganz allein aus dem Grund interessieren, daß aus dieser Ecke die ganzen Knüppel kommen, die uns dauernd von hinten in die Beine fliegen. Aber der Hauptgegner ist derzeit der Gesetzgeber und danach die femizentrierte Gesellschaft als solche. Pimmel sind Luxusthemen.

    • „Deinen Mordskater möchte ich bei aller männlichen Aufopferungsbereitschaft nicht ertragen müssen!“

      Hm. Vielleicht bin ich da einfach härter als du?

      „Auf gar keinen Fall. Gleichzeitig bin ich auch ehrlich überrascht, daß sich eine Frau für männliche Sexualität interessiert.“

      Naja, ich bin heterosexuell, das heißt, ich habe Sex mit Männern. Es wäre furchtbar, wenn mich das nicht interessieren würde. Aber ich lese da raus, dass dir weibliche Sexualität umgekehrt am Arsch vorbei geht?

      „Wieso sollte ich es blöd finden? Es geht Dich halt einfach nichts an.“

      Ist es so verwerflich, das Gefühlsleben seiner Mitmenschen verstehen zu wollen?

      „Wir denken auch über unsere Männlichkeit nach. Aber wir hängen sie nicht an die große Glocke.“

      Jaa, das scheint mir das Problem zu sein… (und vielleicht auch mit ein Grund für die so hohe Selbstmordrate unter Jugendlichen?)
      Schon komisch… die eine Hälfte erzählt mir jetzt hier, dass all diese Fragen völlig irrelevant sind und jetzt kommst du und flippst ein bisschen, weil dir das viiiiiel zu intim ist. Aber wenn es so irrelevant ist, warum kann man dann nicht drüber reden?

      • „Jaa, das scheint mir das Problem zu sein… (und vielleicht auch mit ein Grund für die so hohe Selbstmordrate unter Jugendlichen?)“

        Yep. Genau das ist auch meine Vermutung (s.Kommentar weiter oben).
        Ich find die Reaktonen auch lustig. Überall wird sich beklagt, weil sich angeblich niemand für Männerbelange interessiert, aber wenn es konkret wird, will keiner drüber reden, weils zu intim, zu gefühlsduselig und zu sonstwas ist.

      • „Hm. Vielleicht bin ich da einfach härter als du?“ Bestimmt nicht. Ich habe Dich einfach besoffener eingeschätzt als Du letztlich warst :-p

        „Aber ich lese da raus, dass dir weibliche Sexualität umgekehrt am Arsch vorbei geht?“ Durchaus eine Interpretationsmöglichkeit. Allgemein gibt es interessantere Themen. Wenn aber eine Freundin mich um Rat oder eine Meinung fragt, bin ich ehrlich offen. Wenn sie mir einfach erzählen möchte, wie lang ihr Traumpimmel sein muß, trifft Deine Interpretation völlig zu. Wenn sie mir erzählt, wie kurz der Pimmel des Ex ist und wie schlecht er im Bett war, weiß ich, warum ich bei meiner Frauenwahl darauf achte, wie sie über ihren Ex reden.

        „Ist es so verwerflich, das Gefühlsleben seiner Mitmenschen verstehen zu wollen?“ Es ist überhaupt nicht verwerflich, sich für Dinge zu interessieren, die einen nichts angehen.

        „Schon komisch… die eine Hälfte erzählt mir jetzt hier, dass all diese Fragen völlig irrelevant sind“ Überhaupt nicht komisch. Diese Hälfte hat einfach eine andere Meinung als ich.

        „flippst ein bisschen,“ Du überinterpretierst meine Wortwahl. Ich bin einfach ein schlechter Diplomat, der nur sagt was er meint,wenn er glaubt, daß das Gegenüber es ertragen kann. Nimm es als Kompliment: Ich halte dich für eine starke Frau.

        „weil dir das viiiiiel zu intim ist.“ ja, MIR ist es zu intim.

        „Aber wenn es so irrelevant ist, warum kann man dann nicht drüber reden?“ Ich kann schon, aber will nicht mit wildfremden Leuten darüber reden, und schon gar nicht in aller Öffentlichkeit, wo jeder Hanswurst es mitkriegen kann. Wenn ich darüber reden wollte täte ich es. Deshalb:
        „Jaa, das scheint mir das Problem zu sein… (und vielleicht auch mit ein Grund für die so hohe Selbstmordrate unter Jugendlichen?)“
        Die hohe Selbstmordrate kommt nicht daher, daß sich keiner für die Sexualität der Jungs interessiert, sondern für ihre Sorgen. Die sich das Leben nehmen, töten sich nicht, weil sie keiner fragt, sondern weil ihnen keiner zuhört. Und die Sorgen haben sie bestimmt nicht wegen ihres ersten Samenergusses.

      • Ihnen hört keiner zu, weil sie von klein auf lernen, dass sie ihre Probleme nicht nach außen tragen dürfen. Sie hört niemand, weil sie nicht reden. Und in der Pubertät ist Sexualität das am meisten verbreitete Problem. Es gibt tausend Sachen, die daran in dieser Phase unangenehm/erschreckend/schmerzhaft sind. Ist ja z.B. auch so, dass die Selbstmordrate schwuler Jungs höher ist. Warum? Weil das immer noch ein Problem darstellt. Weil gerade eine Petition mit 200.000 Stimmen beendet wurde, größtenteils unterzeichnet von Arschlöchern, die nicht wollen, dass ihre Kinder mit so einem „Schmuddelkram“ in Berührung kommen. Weil Gott dagegen ist, weil es eklig und unmännlich ist. Blablabla.

        Mir geht es so dermaßen auf den Sack, immer dieses Thema „Selbstmordrate von Jungs“ aufs Brot geschmiert zu kriegen. Ich empfinde es erstens als beleidigend – als wolle man mir unterstellen, mir wäre das vollkommen egal. Suizidgefährdete Jugendliche sind mir NICHT egal. Ich war selber eine. Und zweitens werden alle Vorschläge und Theorien, die man dazu hat, ja sowieso immer einfach so abgewatscht. Es muss halt irgendein unsichtbares Feminazi-Konglomerat daran Schuld sein, nicht etwa die Unsitte, schon kleinen Buben beizubringen, nicht zu heulen und alles, was darauf aufbaut. Und WENN das so anerkannt wird, sind es immer die Frauen, die das verursachen. Die Mütter, die ihre kleinen Jungs in den Arm nehmen und trösten, wenn sie weinen, während die Väter wutschnaubend daneben stehen und ihre Söhne anbrüllen, ein Mann zu sein. Übertrieben? Nee, selbst in meiner Familie erlebt. Ernsthaft?
        Und da habe ich wirklich keine Lust mehr, darüber zu diskutieren. Das Feindbild steht ja schon fest. Ich versuche lieber, später aktiv was daran zu verbessern, wenn ich als Lehrerin vor genau diesen Schülern stehe. Und mir dann auch noch anhören darf, das Bildungssystem wäre femifaschistisch unterwandert. Lame, ey. Lame.

        Du bist hier anonym unterwegs, also reg dich verdammt noch mal ab. Es war ne Frage, ne Aufforderung an Leute, die freiwillig mitmachen wollen. Du willst nicht? Schön. Aber beschwer dich doch nicht gleich zehnmal drüber, wie unverschämt ist, dass ich gefragt habe. Ich hätte halt ein bisschen mehr Mut erwartet. Sooo schlimm fand ich die Fragen nämlich nicht. Irgendjemand muss halt mal anfangen, aktiv an dem Bild zu arbeiten, dass Männer auch Gefühle haben. ICH kann das leider nicht, man sieht ja, wie man belächelt wird, wenn man annimmt, dass gewisse Sachen für Männer ähnlich verunsichernd sind wie für Frauen.
        Und bisher habe ich auch niemanden gesehen, der über die Beantwortung gelacht hätte.

      • @Onyx
        Wie eine Frage beantwortet wird, hängt immer davon ab wer, wie und wo fragt. Und während hier imho ja schon einige Robin signalisieren, dass sie sich durchaus mitteilen würden, scheint es also schlicht nicht der gewollte Ort zu sein.
        Sexualität ist für mich sicherlich was intimes, wo ich mich auch verletzlich fühle. Aber in den meisten Gesprächen, an die ich mich entsinne, waren die Diskussionen um die Gefühle beim körperlichen weniger wichtig. Das sind aber eben nur meine persönliche Erfahrungen und wichtiger in denen war das gegenseitige aufmuntern weil es irgendwo nicht klappte mit einer Freundin bzw. bei jemanden zu landen und derlei.

        Ich finde deine Reaktion übrigens traurig und nicht lustig, denn sie klingt stark danach das du den Äußerungen hier absolut nicht trauen willst (wieso sollten wir dir also überhaupt antworten?) und nicht bereit bist das geringste Verständnis dafür aufzubringen das vielen Leuten der Rahmen hier nicht so zusagt.

        @Robin
        Auch wenns vielleicht voll am Thema vorbei ist…:

        Ein Verbot von Gefühlsäußerung finde ich hochgegriffen. Persönlich wahrgenommen habe ich eher ein gewisses Desinteresse um meine Gefühle. Wobei ich persönlich eben auch in der Situation war eine jüngere, körperlich schwerbehinderte Schwester zu haben. So das es eben wohl nicht der ganz normalen Situation entsprochen haben mag.
        Und das hat mit Sicherheit einen großen Einfluß auf meine gesamte Wahrnehmung (meiner Gesprächsoptionen) in der Zeit meiner Pubertät gehabt. Dennoch wüsste ich nicht das ich in der Zeit über was eher körperliches hätte sprechen wollen. Sicherlich hätte ich gerne irgendwie mehr Hilfe erfahren als ich Ablehnung erfuhr, aber da hab ich mir auch Ansprechpartner gesucht. Wobei ich ganz ehrlich sagen muss, ich denke die Erfahrung der Ablehnung beim Ansprechen einer Frau ist durchaus eine überaus kritische Sache…
        Als „Omega“ kam mir das teils so vor als ob man mich da psychisch eher vollkommen fertig machen wollte, als nur ablehnen wollte. Zum einem kann ich dies nachvollziehen, zum anderem fand ich es halt recht verletzend. Und ich weiß heute noch nicht wie ich mit der Aussicht auf so eine Ablehnung und sowas allgemein vernünftig umgehen sollte und habe mich da sicherlich was zurückgezogen.
        So und da ich nun gerade was deprimiert werde, ertränk ich meine Gedanken lieber Mal in sinnlosen Wissen über irgendwelche Tiere oder so.

      • Ich versteh schon, dass mein Blog da nicht unbedingt der beste Platz dafür ist. Deshalb aber ja auch der Titel: Es hätte ja sein können, dass ein mitlesender Blogger das vielleicht auf SEINEM Blog beantworten will. Derjenige hätte dann ja auch blöde Kommentare rausfiltern können…

      • Onyx: „Ich find die Reaktonen auch lustig. Überall wird sich beklagt, weil sich angeblich niemand für Männerbelange interessiert, aber wenn es konkret wird, will keiner drüber reden, weils zu intim, zu gefühlsduselig und zu sonstwas ist.“

        Mir scheint, die Lösung für Männer ist eher Pickup. Das meine ich übrigens ernst, wer das lächerlich findet, hat eine korrigierenswerte Sichtweise zu Pickup.

        (den anderen Eintrag in der Moderationsschleife kannst Du bitte löschen, da habe ich zu schnell Return gedrückt, sorry)

      • @ Neutron
        „Ich finde deine Reaktion übrigens traurig und nicht lustig, denn sie klingt stark danach das du den Äußerungen hier absolut nicht trauen willst“

        Wie kommst du darauf?

        „(wieso sollten wir dir also überhaupt antworten?)“

        MIR muß hier keiner antworten, denn ICH habe keine Fragen gestellt. Dennoch sei es mir ja wohl gestattet, trotzdem Interesse an ernst gemeinten Antworten zu haben.

        „und nicht bereit bist das geringste Verständnis dafür aufzubringen das vielen Leuten der Rahmen hier nicht so zusagt.“

        Es geht nicht um den passenden oder nicht passenden Rahmen. Dafür habe ich sehr wohl Verständnis. Ich finde eine andere Reaktion hier viel bedenklicher.

      • @ Onyx
        „Wie kommst du darauf?“

        Weil ich schlichtweg das Gefühl bekomme das du oben aus den wenigen Antworten direkt herauszulesen scheinst das wir sagen das man da als Mann nicht drüber sprechen darf.
        Es wird nach meiner Meinung oben aus der persönlichen Erfahrung berichtet das wir es nicht gebraucht hätten und auch allgemein nicht für allzu wichtig finden über Sexualität im speziellen zu reden.
        Und es war für mich oben rein die direkte Sexualität und eben nicht allgemein Gefühle.

        „MIR muß hier keiner antworten, denn ICH habe keine Fragen gestellt. Dennoch sei es mir ja wohl gestattet, trotzdem Interesse an ernst gemeinten Antworten zu haben.“

        Und genau hier frag ich nun gerne nach ob du meinst meine Antwort das die Gespräche im Bereich direkter Sexualität eher einsilbige Gespräche waren sei nicht ernst gewesen?
        Ich erkenn gerne zu das meine Erinnerungen an die Zeit nun nicht so extrem gut mehr sind, aber ich könnte mich eben nicht an Gespräche entsinnen die länger als wenige Minuten waren.

        „Es geht nicht um den passenden oder nicht passenden Rahmen. Dafür habe ich sehr wohl Verständnis. Ich finde eine andere Reaktion hier viel bedenklicher.“

        Und genau hier trennt sich imho ein wenig die Wahrnehmung. Ja es klang bei ein, zwei Antworten an, dass man meinte Männer sollten sich nicht wie Frauen unterhalten. Aber das war in meiner Wahrnehmung nur ein kleiner Teil der Posts, während es für dich anscheinend extrem hervorgestochen ist.

        @Robin
        Die Idee das Männerrechtler auch eine positive Neigung entwickeln müssen finde ich auch vollkommen super. Ist bloß imho nicht der beste Aufhänger den du da gewählt hattest.
        Und mir ist schon klar gewesen das es eine Anregung war. Nur kamen dann eben Posts die für mich so anklangen das man sich darüber beschwert das die Antworten die hier kamen nicht wie gewünscht ausfielen.

      • @ Neutron
        „Weil ich schlichtweg das Gefühl bekomme das du oben aus den wenigen Antworten direkt herauszulesen scheinst das wir sagen das man da als Mann nicht drüber sprechen darf.“

        Auch für dich noch mal. Von „nicht dürfen“ hat hier niemand gesprochen.

        „Es wird nach meiner Meinung oben aus der persönlichen Erfahrung berichtet das wir es nicht gebraucht hätten und auch allgemein nicht für allzu wichtig finden über Sexualität im speziellen zu reden.“

        Es wurde allgemein gesagt, dass es unmännlich wäre. Da wird irgendwas von „weiblicher Form der Kommunikaton“ gelabert. Es wurde sinngemäß gesagt „Männer interessiert das eben nicht“. Das ist in meinen Augen gelinde gesagt, großer pauschalisierter Unsinn.

        “Und genau hier frag ich nun gerne nach ob du meinst meine Antwort das die Gespräche im Bereich direkter Sexualität eher einsilbige Gespräche waren sei nicht ernst gewesen?“

        Auf dich habe ich mich gar nicht bezogen. Wenn du sagst, dass deine Gespräche in der Richtung nicht ergiebig oder sonstwie sinnbringend waren, dann glaub ich dir das eben einfach mal. Was sollte ich denn dagegen sagen?

        “Und genau hier trennt sich imho ein wenig die Wahrnehmung. Ja es klang bei ein, zwei Antworten an, dass man meinte Männer sollten sich nicht wie Frauen unterhalten. Aber das war in meiner Wahrnehmung nur ein kleiner Teil der Posts, während es für dich anscheinend extrem hervorgestochen ist.“

        Ja, mag sein. Es würde mich ja freuen, wenn diese Haltung endlich der Vergangenheit angehört bzw lediglich Ausnahmen darstellt

      • @Onyx
        “Auch für dich noch mal. Von “nicht dürfen” hat hier niemand gesprochen.“

        Du hast einen Post gebracht wo du die feststellung vieler das man da weniger drüber redet als ‚über Gefühle reden ist unmännlich‘ siehst und das später ausbaust das Leute damit implizierten Männer dürften nicht darüber reden.
        Und genau dieses „Unmännlich bedeutet Männer können/dürfen nicht drüber reden“ ist etwas was ich nicht unterzeichnen könnte.

        “Es wurde allgemein gesagt, dass es unmännlich wäre. Da wird irgendwas von “weiblicher Form der Kommunikaton” gelabert. Es wurde sinngemäß gesagt “Männer interessiert das eben nicht”. Das ist in meinen Augen gelinde gesagt, großer pauschalisierter Unsinn.“

        Ja es wurde davon gesprochen das wir anders über Dinge sprechen, dass ist richtig. Und ja es wurde mehrfach gesagt das manche Themen anscheinend nicht so von Interesse sind für Männer. Sicher klingt auch an, dass wir nicht glauben das wir als Männer so darüber reden wollen.
        Bloß all dies wurde aus persönlichen Erfahrungen was einem als Mann besonders interessiert oder eben auch nicht interessiert hat heraus geäußert. Ferner sind all diese Äußerungen sicherlich auch Bilder transportierend, nur sind wir hier nicht Kindern am erzählen was sie männlich finden sollten oder nicht, sondern aus der eigenen Gefühlswelt am berichten. Und die daraus gezogene Wahrnehmung der Welt tust du hier erneut als Unsinn ab.
        Gefühle interessieren uns Männer genau wie alle anderen, dazu hat hier imho niemand was anderes gschrieben. Es ging für viele wirklich sehr um Sexualität bzw. Eingangs den ersten Samenerguß.

        „Auf dich habe ich mich gar nicht bezogen. Wenn du sagst, dass deine Gespräche in der Richtung nicht ergiebig oder sonstwie sinnbringend waren, dann glaub ich dir das eben einfach mal. Was sollte ich denn dagegen sagen?“

        Ja ich weiß es nicht. Zum Zeitpunkt deines ersten Kommentars gab es nur nicht allzu viele Posts.

        „Ja, mag sein. Es würde mich ja freuen, wenn diese Haltung endlich der Vergangenheit angehört bzw lediglich Ausnahmen darstellt“

        Der Vergangenheit wird sowas wohl nie angehört, denn es wird immer Leute geben die was nicht mögen an einer Kommunikation und meinen das es daher nicht vorkommen sollte. Aber Mal wegkommen von dem Gedanken das persönlich nicht mögen gelichbedeutend ist mit Gedanken das es andere nicht dürfen, wäre wichtig.

      • @ Neutron
        „Du hast einen Post gebracht wo du die feststellung vieler das man da weniger drüber redet als ‘über Gefühle reden ist unmännlich’ siehst und das später ausbaust das Leute damit implizierten Männer dürften nicht darüber reden.“

        Ähm nein, ausgebaut habe ich da nichts. Meine Aussage war die, dass diejenigen, die es unmännlich finden, INDIREKT selbst sagen, dass Männer nicht darüber reden dürfen. Natürlich wird das keinem verboten. Aber wenn dir gesagt wird, dass es was „typisch weibliches“ ist, also dir damit die Männlichkeit abgesprochen wird, kann das auch als „ich darf nicht drüber reden, sonst bin ich kein richtiger Mann mehr“ wahrgenommen werden.

        „Und genau dieses “Unmännlich bedeutet Männer können/dürfen nicht drüber reden” ist etwas was ich nicht unterzeichnen könnte.“

        Ich würde schon den Begriff der Unmännlichkeit in diesem Zusammenhang nicht unterschreiben. Es ist einfach eine Abwertung der Männer, die es anders sehen. Mit anderen Worten, männerfeindlich.

        “Ja es wurde davon gesprochen das wir anders über Dinge sprechen, dass ist richtig. Und ja es wurde mehrfach gesagt das manche Themen anscheinend nicht so von Interesse sind für Männer. Sicher klingt auch an, dass wir nicht glauben das wir als Männer so darüber reden wollen.“

        So ist es.

        „Bloß all dies wurde aus persönlichen Erfahrungen was einem als Mann besonders interessiert oder eben auch nicht interessiert hat heraus geäußert. Ferner sind all diese Äußerungen sicherlich auch Bilder transportierend, nur sind wir hier nicht Kindern am erzählen was sie männlich finden sollten oder nicht, sondern aus der eigenen Gefühlswelt am berichten.“

        Du würdest also auch sagen, dass das alles lediglich höchst subjektive Einzeldarstellungen sind, die keineswegs für die Masse sprechen? Da bin ich ganz bei dir.

        „Und die daraus gezogene Wahrnehmung der Welt tust du hier erneut als Unsinn ab.“

        Ja, weil es so, wie es dargestellt wurde, einfach Unsinn ist. „Männlich ist SO und unmännlich ist SO“ ist halt Kindergarten- bestenfalls Stammtischniveau.

        „Gefühle interessieren uns Männer genau wie alle anderen, dazu hat hier imho niemand was anderes gschrieben. Es ging für viele wirklich sehr um Sexualität bzw. Eingangs den ersten Samenerguß.“

        Abgesehen davon, dass ich das Thema für mich weitreichender als nur bis zur ersten Ejakulation verstanden habe, ist es durchaus möglich, es so zu formulieren, dass man selbst kein Interesse an einem öffentlichen Austausch intimer Details auf einem Blog hat, ohne auf die männlich/unmännlich-Schiene zu kommen oder gar wild herumzufuchteln, dass das ja gefälligst keinen was anzugehen habe.

        “Ja ich weiß es nicht. Zum Zeitpunkt deines ersten Kommentars gab es nur nicht allzu viele Posts.“

        Es gab einige Posts, die genau das gezeigt haben, was ich auch kritisiert habe. Erst danach kamen noch ein paar andere.

        “Der Vergangenheit wird sowas wohl nie angehört, denn es wird immer Leute geben die was nicht mögen an einer Kommunikation und meinen das es daher nicht vorkommen sollte.“

        Stimmt. Hat man ja auch an der idpet-Diskussion gesehen… Anderes Thema. Aber gleiches Problem. „Ich will darüber nicht reden, ich find das blöd, also behaften wir diejenigen die es dennoch tun, mit einem Attribut, das sie abwertet“

        „Aber Mal wegkommen von dem Gedanken das persönlich nicht mögen gelichbedeutend ist mit Gedanken das es andere nicht dürfen, wäre wichtig.“

        Absolut

  12. Die Antwort könnte sein, daß all das schlicht keinem Jungen/Mann so nahe geht wie einer Frau die erste Periode/der ganze Hormonkram danach. Keine Schwankungen, keine großen körperlichen Beeinträchtigungen.

    Das erste Mal dürfte aus meiner Erfahrung heraus als Herausforderung gesehen werden (wie kriege ich sie in’s Bett), weniger als persönlicher Meilenstein.

    Aber da Du so nett gefragt hast:

    – Wie hast du deinen ersten Samenerguss erlebt? Wie waren deine Gefühle/Gedanken davor und danach?
    Nachts, vor dem Fernseher, bei irgendeinem Softporno auf Kabel 1 oder VOX. War von der Intensität überrascht, sonst keine weiteren Gedanken. Außer „Titten, Titten, Titten”.

    – Wie hast du, gerade als Junge, Masturbation erfahren? Wie ist es heute? Hattest du Schuldgefühle etc.?
    Häufig 😀
    Ich halte das für normal, also habe ich keine Schuldgefühle. Dank Fernbeziehung findet das auch heute noch statt, auch hier kein Problem.

    – Wie sind deine Eltern mit dem Einsetzen deiner Pubertät umgegangen? Wie hat sich das Verhältnis geändert?
    DIese Frage kann ich wirklich nicht beantworten, weil es keine Milestones gab sondern einen kontinuierlichen Übergang. Insgesamt recht entspannt alles.

    – Was fühltest/dachtest du bei deinem ersten Mal?
    Etwas in der Richtung: „Noch ein bisschen Zunge hier, Finger da, wie atmet sie?, Brüste nicht vergessen, ihr sagen, daß ich sie liebe, Kitzlerkitzlerkitzler, hab ich was vergessen?, Küssen!, …“ Das erste Mal war reine Arbeit, damit sie auf ihre Kosten kommt und hatte mit Spaß nicht so viel zu tun.

    – Hast du jemals mit deinem Körper gehadert bzw. dich unzulänglich gefühlt? Speziell auf intime Stellen bezogen? (hach, wie sie das Wort “Penis” vermeidet… höhö.)
    Nie. Wobei, so zwei Jahre nach der Bundeswehr war schon erschreckend wenig Fitness über. Da war ich ne Weile unzufrieden.

    Was den Penis angeht, bin ich heute ebenso selbstsicher – nach jeder mir verfügbaren Datenbasis liege ich mindestens 2 σ über dem Durchschnitt, also besteht da auch rein objektiv kaum Grund zur Klage, wenn man mal von „größer ist besser“ ausgeht. Was übrigens nicht stimmt, ich hatte schon einige Partnerinnen, mit denen es nur so weit ging, daß ich nicht auf meine Kosten kam.

    (In der Mittel-/Oberstufe (?) allerdings war ich tatsächlich das bescheuertste Mobbingopfer aller Zeiten: in der Sportumkleide hatte ich mal eine recht eng geschnittene Unterhose an, was einen der Anwesenden dazu brachte, mich „Horse“ zu nennen – und das blieb haften. Statt nun offensiv mit dem Spitznamen umzugehen wie ich das heute machen würde, schaltete ich auf verschämt und blockte sogar Mädels ab, die mich aufgrund der Gerüchte ansprachen -.-)

    – Hattest du, obschon (heute) heterosexuell, jemals erotische Gefühle zu einem männlichen Freund/Bekannten/Lehrer etc.? Wie war das für dich?
    Nein, niemals. Ich habe schon einen Mann geküßt, aus Prinzip, aber empfinde Männer einfach als völlig unsexuell.

    – Gibt es Dinge, die du dich nicht traust, gegenüber deiner Frau/Freundin/Sexualpartnerin anzusprechen?
    Nein. (Zumindest auf körperliche/seelische Gedanken/Wünsche/Bedürfnisse bezogen).

    Nochmal: ich glaube, die meisten Männer machen sich über all diese Dinge keine Gedanken. Ändern kann man sie sowieso nicht und da sie bei uns wie erwähnt nicht soo großen direkten Einfluß haben wie bei euch, akzeptieren wir sie einfach und gehen zur Tagesordnung über. These Ende 😉

    • So können mit lautem Rumpeln Welten von Vorurteilen zusammenbrechen, wenn man sie einfach mal hinterfragt 🙂

  13. „Ihnen hört keiner zu, weil sie von klein auf lernen, dass sie ihre Probleme nicht nach außen tragen dürfen. Sie hört niemand, weil sie nicht reden.“
    Richtig. Und wenn ihnen geholfen werden soll, brauchen sie geschützte Räume, wo ihnen jemand zuhört, der bereit ist, ihnen zu helfen und wo sie sicher sein können, daß das Privateste privat bleibt. Aber auch allgemein finde ich, daß Sexualität der innerste Kern der Privatsphäre ist. Natürlich soll man danach fragen dürfen, völlig in Ordnung. Aber ich finde es auch ganz normal, daß es manchen wie mir zu privat ist, um sich in aller Öffentlichkeit wildfremden Leuten gegenüber dazu zu äußern.

    „Weil gerade eine Petition mit 200.000 Stimmen beendet wurde, größtenteils unterzeichnet von Arschlöchern, die nicht wollen, dass ihre Kinder mit so einem “Schmuddelkram” in Berührung kommen. Weil Gott dagegen ist, weil es eklig und unmännlich ist.“
    Schüler über sexuelle Vielfalt aufzuklären ist was anderes, als Erwachsene zu bitten, sich im Internet seelisch auszuziehen. Du sollst danach fragen dürfen.Andere sollen es tun dürfen. Ich habe Dir nur erklärt, daß ich es nicht mache und Dich gefragt, warum es Dich interessiert. Abgesehen vom prinzipiell mir zu Privaten: Wenn jemand im Internet seine Schwächen rauskehrt, muß er damit rechnen, daß er von Anderen gemobbt wird. Ich brauche das nicht nochmal.

    „Ich empfinde es erstens als beleidigend – als wolle man mir unterstellen, mir wäre das vollkommen egal. Suizidgefährdete Jugendliche sind mir NICHT egal. Ich war selber eine.“
    Ich jedenfalls habe NIEMALS behauptet, Dir wären Suizidgefährdete egal und finde es schlimm, daß es auch Dir so ging. Da verwechselst Du mich wohl. Aber der Reihe nach: Ich fing mit diesem Teilthema an, weil ich es als Beispiel nannte für ein relevantes Männerthema in Abgrenzung zu meiner Meinung nach (!) nebensächliche(re)n Sexualthemen (dazu später). Dann hast Du geschrieben, daß der fehlende Wille, darüber zu reden, ein Grund für die hohe Suizidrate sein könnte. Ich wiederum sehe das gesellschaftliche Desinteresse als Grund für das Schweigen. Jetzt siehst Du eine Schuldzuweisung darin, daß ich dieses Faß aufmachte. Wenn Du Dich beruhigt hast, magst Du mir das bitte nochmal genau erklären?

    Aber ja, Männer und gerade Jugendliche müssen mehr über ihre Sorgen reden. Aber dazu brauchen Sie Bedingungen, in denen ihre Privatspähre gewahrt bleibt. Ein konstruktiver Gedanke: Männer könnten sich solidarischer zeigen, statt in jedem Mann einen Sexkurrenten zu wittern. Konkret: Wenn jemand blöd kommt, sei es mit „Memme“ oder „Männertränen“: Übers Maul fahren, Meinung geigen und den Schwachen schützen. Gesellschaftlich ändern wird sich damit zwar 0,0 und garnix, aber dem Schwachen ist wenigstens geholfen.

    Zu Nebensächliche Sexualthemen: Ein relevantes Sexualthema wäre sexuelle Gewalterfahrung. Auch das soll man natürlich auch in Blogs auf der individuellen Ebene erfragen dürfen, und andere sollen auch draüber schreiben dürfen. Ich würde nur niemandem dazu raten, weil der Betroffene seinen Hintern darauf wetten kann, daß andere ihn dafür fertigmachen. In einem geschützten Raum ist er vor solchen Angriffen sicher.

    „Es muss halt irgendein unsichtbares Feminazi-Konglomerat daran Schuld sein, nicht etwa die Unsitte, schon kleinen Buben beizubringen, nicht zu heulen und alles, was darauf aufbaut.“ In einer Hinsicht ist es die Erziehung und eine Gesellschaft, die Männer als Funktionsträger statt Menschen sieht. Wenn es aber eine bestimmte politische Strömung gibt, in der über schwache Männer gehöhnt wird, muß man das aber auch so nennen dürfen. Und man muß sagen dürfen, wem sie angehören. Ich muß als Kommunist auch damit klarkommen, daß es Kommunisten waren, die an der zwischendeutschen Grenze Wehrlose umbringen ließen. Beschweren wir uns bei jeweils denen, die es tun oder taten. Die Anderen sprechen nur die Dinge so aus wie sie sind. Wer nicht dazugehört, braucht sich nicht angegriffen zu fühlen.

    „Und WENN das so anerkannt wird, sind es immer die Frauen, die das verursachen. Die Mütter, die ihre kleinen Jungs in den Arm nehmen und trösten, wenn sie weinen, während die Väter wutschnaubend daneben stehen und ihre Söhne anbrüllen, ein Mann zu sein. Übertrieben? Nee, selbst in meiner Familie erlebt. Ernsthaft?“ Ich weiß, daß es Eltern gibt, die ihren Söhnen das Weinen verbieten. Manche verbieten es sogar ihren Töchtern. Kenne ich. Gut, das mit dem Trösten gab es eher selten, und zum Wutschnauben hatte mein Vater kaum Gelegenheit.Wie auch immer, ich will auch gar nicht in die Details. Aber ist es unverständlich, wenn man dann lieber hinter verschlossenen Türen mit Vertrauenspersonen darüber spricht? Ist noch immer gefährlich genug. Denn ob jemand wirklich vertrauenswürdig ist, weiß man erst bei dessen Begräbnis mit letzter Sicherheit.
    „Du bist hier anonym unterwegs, also reg dich verdammt noch mal ab. “ Wie sollte ich? Ich rege mich doch nicht mal auf.
    „wie unverschämt ist, dass ich gefragt habe.“ Sag mal, hast Du überhaupt alles gelesen??? Ich schrieb doch letzte Nacht ausdrücklich: „Wieso sollte ich es blöd finden?“ sowie heute: „Es ist überhaupt nicht verwerflich, sich für Dinge zu interessieren, die einen nichts angehen.“ Wo bitteschön ist da auch nur eine leise Andeutung von „Unverschämt“? Oder hälst Du es für Ironie? Wo ist da eine Beschwerde über die angebliche „Unverschämtheit“? Du stellst Fragen, und ich erkläre Dir, daß sie mir zu privat sind, um sie in aller Öffentlichkeit und Dir, die ich gar nicht kenne, zu erörtern. Macht doch nichts, oder? Andere haben ja ausgepackt. Die müssen dann aber auch die möglichen Folgen tragen.

    „Ich hätte halt ein bisschen mehr Mut erwartet.“ Für mutig hielt ich mich früher. Dann stellte er sich als Leichtsinn heraus. Mut habe ich heute, indem ich Erwartungen ablehne, statt sie aus Feigheit zu erfüllen, nur um Reibereien zu vermeiden. Verstehste?

    „Sooo schlimm fand ich die Fragen nämlich nicht.“ Sie sind nicht schlimm, sie sind privat. Du wolltest sie stellen, sollst Du dürfen. Ich wundere mich, daß du meine Nichtantworten als Angriff mißverstanden hast. Ich kenne Dich nicht, und für solche Fragen braucht man Vertrauen. Mein Vertrauen wurde schon von so vielen Leuten gebrochen, schon so oft hintergangen, verarscht, verraten und betrogen, denen ich das niemals zugetraut hätte. Nimms nicht persönlich, aber ich kenne Dich einfach viel zu wenig, um mir ein solches Vertrauen zu gönnen.

    „Irgendjemand muss halt mal anfangen, aktiv an dem Bild zu arbeiten, dass Männer auch Gefühle haben.“ Ich danke Dir ehrlich für dieses Engagement. Ich scheine wohl ein übergroßes Schamgefühl und Bedürfnis nach Privatssphäre und Sicherheit zu haben. Ich bin überhaupt nicht irgendwie böse oder sowas auf Dich. Ich unterstelle Dir kein Eindringen in meine Privatssphäsre. Du hast ja nur angeklopft, und ich habe Dir erklärt, warum ich zu diesem Thema die Tür zulasse. Das ist alles. In Ordnung?

    „ICH kann das leider nicht, man sieht ja, wie man belächelt wird, wenn man annimmt, dass gewisse Sachen für Männer ähnlich verunsichernd sind wie für Frauen.“ Ich kapiere den Satz nicht ganz, weil ich niemanden über diese Annahme lächeln sehe. Falls du mich meinst: ich lächle nicht.

    „Und bisher habe ich auch niemanden gesehen, der über die Beantwortung gelacht hätte.“ Ich HIER auch nicht. Aber früher woanders. Nimms nicht persönlich, aber ich brauche das nicht nochmal. Das liegt daran, daß ich je nach Perspektive Gefühle habe oder ein Jammerlappen bin.

    • „Richtig. Und wenn ihnen geholfen werden soll, brauchen sie geschützte Räume, wo ihnen jemand zuhört, der bereit ist, ihnen zu helfen und wo sie sicher sein können, daß das Privateste privat bleibt. Aber auch allgemein finde ich, daß Sexualität der innerste Kern der Privatsphäre ist. Natürlich soll man danach fragen dürfen, völlig in Ordnung. Aber ich finde es auch ganz normal, daß es manchen wie mir zu privat ist, um sich in aller Öffentlichkeit wildfremden Leuten gegenüber dazu zu äußern.“

      Ich habe ja nicht explizit DICH angesprochen. Wie gesagt, wenn du nicht willst, ist das okay. Aber diese geschützten Räume, von denen du redest, werden niemals in Anspruch genommen werden, wenn es nicht Männer gibt, die den Jungs vorleben, dass dies in Ordnung sei. Solche Männer haben eine Vorbildfunktion. Eben danach hab ich gefragt. Dass diese Männer keine großen Probleme mit solchen intimen Bekenntnissen haben sollten, gefestigt und selbstbewusst genug dazu sind, versteht sich eigentlich von selbst.

      „Ich fing mit diesem Teilthema an, weil ich es als Beispiel nannte für ein relevantes Männerthema in Abgrenzung zu meiner Meinung nach (!) nebensächliche(re)n Sexualthemen“

      Du blendest hier schlicht und ergreifend Ursache und Wirkung aus. Wenn das Thema zu einem tatsächlichen Thema in Politik etc. werden sollte, wird man um die Ursachenforschung nicht herum kommen. Und dazu gehört meiner Meinung nach eben AUCH in jungen Jahren Sexualthemen bzw. in noch stärkeren Maße einfach der Umstand des sich-nicht-öffnen-könnens-aufgrund-schädlicher-Geschlechtervorstellungen.

      “ Sie sind nicht schlimm, sie sind privat. Du wolltest sie stellen, sollst Du dürfen. Ich wundere mich, daß du meine Nichtantworten als Angriff mißverstanden hast.“

      Ich verstehe nicht das Nichtantworten als Angriff, sondern deine Art und Weise. Wenn du gesagt hättest „Nein, das ist mir zu intim, sorry“, wäre das ja völlig ok gewesen. Aber nee: Du sagst mehrmals, dass mich das nichts anginge und kopierst dann noch jede einzelne Frage, um dann, statt einer Antwort, auch da wieder zu sagen, dass es mich nichts anginge. Ja, das wirkte schon leicht aggressiv, zumindest auf mich.

      Aber wir können das hier jetzt auch einfach beenden. Ich finde diese Metadiskussion etwas anstrengend und auch nicht zielführend. Ich verstehe, dass du darauf nicht antworten willst und damit ist der Käse für mich eigentlich gegessen.

      • „Aber diese geschützten Räume, von denen du redest, werden niemals in Anspruch genommen werden, wenn es nicht Männer gibt, die den Jungs vorleben, dass dies in Ordnung sei.“
        Also die wenigen, die es gibt, haben auf Monate ausgebuchte Wartelisten. Wenn die öffentlichen Träger keine Erweiterung bewilligen, fehlt es weder an Nachfrage noch an der Erkenntnis, daß auch Männer schwach sind, sondern an politischem Willen dazu.

        „Du blendest hier schlicht und ergreifend Ursache und Wirkung aus. Wenn das Thema zu einem tatsächlichen Thema in Politik etc. werden sollte, wird man um die Ursachenforschung nicht herum kommen…“
        Die Ursachen sind in der Wissenschaft bis ins letzte Detail bekannt. Was fehlt ist der politische Wille, dem Problem Abhilfe zu verschaffen. Da hilft es nicht, sich in der Öffentlichkeit als Opfer zu outen. Das bringt nur „Male-Tears“ und „Jetzt heulense wieder“. Gebraucht wird massiver Druck. Nur frag‘ mich jetzt nicht, wie das konkret gehen soll. Attentate sind wahrscheinlich auch kein Weg.

        „Ich verstehe nicht das Nichtantworten als Angriff, sondern deine Art und Weise.“ In Ordnung. Entschuldige.

  14. Zitat Onyx:
    „Yep. Genau das ist auch meine Vermutung (s.Kommentar weiter oben).
    Ich find die Reaktonen auch lustig. Überall wird sich beklagt, weil sich angeblich niemand für Männerbelange interessiert, aber wenn es konkret wird, will keiner drüber reden, weils zu intim, zu gefühlsduselig und zu sonstwas ist.“

    Von Gefühlsduselei hast du jetzt hier angefangen. Was soll außerdem daran lustig sein? Spar dir deinen Spott für Andere. Zudem, was mir intim ist und was nicht, entscheide ich, und sonst gar niemand. Auch du nicht. Wenn du im Internet einen Seelenstriptease machen willst, bitteschön. Aber spar dir deine Kommentare über die Entscheidungen, die dich nichts angehen. Ich zerreiße mir ja auch nicht das Maul über dich.

    So, zum Thema: Wenn Jugendliche sicher sein können, daß ihr Öffnen sich nicht hinterher rächt, sprechen sie auch. Welche Folge erwartest Du eigentlich, wenn Jungen und Männer sich in aller Öffentlichkeit nacht machen? Mehr Respekt? Woher soll der kommen? Daß man ihnen künftig erlaubt schwach zu sein? Wie das denn? Daß man den psychisch Labilen künftig mehr Aufmerksamkeit schenkt? Wie soll das vonstatten gehen? Daß die Gesellschaft ihnen künftig erlaubt schwach zu sein? Sie verlangt es doch tagtäglich: Männer steht zu euren Schwächen. Aber die Forderung zieht doch nicht automatisch nach sich, daß die Schwachen auch Hilfe bekommen. Kommt die, wenn die Männer sich quasi im Internet seelisch ausziehen?
    Nenn mir also doch mal einen Grund, warum jemand ausgerechnet im Internet, wo jedes Arschloch mitlesen und hinterher in jedem muffigen Drecksforum ihn verhöhnen kann, irgendwas preisgeben sollte. Erwartest du von mir, daß ich meine Handynummer ins Netz stelle? Bestimmt nicht. Warum also sogar mein Innerstes?
    Könntest Du mir garantieren, daß mit meinen Erklärungen kein Mißbrauch getrieben wird, würde ich vielleicht die eine oder andere Frage beantworten. Kannst du aber nicht. Kann niemand. Also halte ich die Klappe.

    • „Von Gefühlsduselei hast du jetzt hier angefangen. Was soll außerdem daran lustig sein? Spar dir deinen Spott für Andere. Zudem, was mir intim ist und was nicht, entscheide ich, und sonst gar niemand. Auch du nicht. Wenn du im Internet einen Seelenstriptease machen willst, bitteschön. Aber spar dir deine Kommentare über die Entscheidungen, die dich nichts angehen. Ich zerreiße mir ja auch nicht das Maul über dich.“

      Komm wieder runter. Ich verspotte niemanden und schreibe keinem vor, für wen was zu intim sein soll. Deine Kritik geht grad echt an die falsche Adresse. Wenn du dich nicht weiter dazu äußern willst, dann ist das so und keiner sagt was dagegen. Schutz der eigenen Intimsphäre finde ich sehr nachvollziehbar. Hier gings aber um andere Äußerungen. Hab ich aber schon genug zu gesagt und Robin auch und darum erkläre ich jetzt nicht alles noch mal.

  15. Ich hab Zeit und Lust, also bekommst du deine Antworten auf deine Fragen. Erstmal das konkrete:

    „Wie hast du deinen ersten Samenerguss erlebt? Wie waren deine Gefühle/Gedanken davor und danach?“
    Garnicht…? Ich hab mastubiert bevor ich wusste was Masturbation ist oder zumindest konrekt einen Begriff dafür hatte – hat sich halt gut angefühlt. Da war noch nichts mit Samenerguss, der kam dann über die Jahre allmählich und zu der Zeit wusste ich auch, dass das kommen wird… irgendwann. War also eher so ein „joa, okay, haben wir das auch erlebt“
    Ich entsinne mich jedoch an einige Situation, in denen ich nicht für mich alleine war und mich gerne unbeobachtet zum Orgasmus gebracht hätte (so unter der Kleidung, recht unauffällig) und mit der Zeit feststellen muss, dass das einfach unschön ist, danach mit dem Geschmadder in der Hose rumzurennen. Das ging auch schon mal ohne ^^ die Zeiten sind aber vorbei 😄

    „Wie hast du, gerade als Junge, Masturbation erfahren? Wie ist es heute? Hattest du Schuldgefühle etc ?“
    Ka was „gerade als Junge“ für dich bedeutet. Masturbation habe ich mit Freunden geteilt. Mit meinem besten Freund hab mich darüber offen unterhalten, wir haben gemeinsam onaniert und uns dazu ausgetauscht wann und wie wir das tun. Auch an Gelegenheiten wo wir nach der Schule oder versteckt während des Horts in größerer Gruppe gemeinsam masturbiert haben, kann ich mich erinnern. Das war gar nicht mal das gigantische Geheimnis nur etwas zurückgezogen durfte es schon sein. Ich glaube Mädchen haben daran nicht teilgenommen und ob sie davon wussten, weiß ich nicht mehr. Unwohlsein hat mir das alles nicht bereitet. Nur die Aufforderung von besagtem bestem Freund, ich könne seinen Penis anfassen hat mir nicht gefallen. War mir nichts, war auch okay, ich glaube Gedanken wegen Homosexualität hatte ich da nicht, ich war nur eher nur an meinem Körper interessiert..

    – Was fühltest/dachtest du bei deinem ersten Mal?
    Gabs noch nicht, hier kann ich dir also nichts sagen 😉

    „Wie sind deine Eltern mit dem Einsetzen deiner Pubertät umgegangen? Wie hat sich das Verhältnis geändert?“
    Sexualität war in der Familie für mich nicht präsent. Ich wusste aus der Zeit vor meiner Pubertät, dass meine Eltern an uns keine „Anforderungen“ hatten. Auch Aufklärung und dergleichen, hatten wir eigentlich schon geklärt.
    Ich hab nie eine Freundin in den Jahren gehabt, in denen ich noch nicht wirklich ausgewachsen war, so dass meine Eltern auch keinen Anlass hatten, da nochmal drüber zu reden. Außerhalb der Sexualität hat meine Pubertät sicher auch neue Verhaltensweisen mit sich gebracht, aber da sticht jetzt nichts heraus, und mein komplettes Leben will ich hier nicht ausbreiten :p

    „Hast du jemals mit deinem Körper gehadert bzw. dich unzulänglich gefühlt? Speziell auf intime Stellen bezogen? (hach, wie sie das Wort “Penis” vermeidet… höhö.)“
    Ich hatte als Kind und in den frühen Jahren der Pubertät eine Vorhautverengung. Die hat sich dann mit dem natürlichen Peniswachstum irgendwann gegeben, da die Vorhaut gedehnt wurde und sich leichter zurückziehen lies. Das hat mir immer etwas Sorgen bereitet, solange wie es ungewiss war, wie ich in Zukunft damit klar komme.
    Ansonsten habe ich zwei Begriffe für dich, die du auf Wiki nachschlagen kannst: „Hirsuties papillaris penis“ und „Fordyce-Drüse“. Hab ich, kannte ich nicht, bis ich es im Internet recherchiert habe und seit dem lebe ich damit. Bis zu diesem Zeitpunkt fand ich das seltsam und unschön, inzwischen ist es mir egal.
    Meine Penisgröße fand ich immer okay. Klar, wenn man viel pornografisches Material im Netz anguckt kommt man nicht drum rum, mal einen unrealistischen Vergleich anzustellen und etwas traurig zu sein, dass man nicht nach freiem Willen die größe des eigenen Gliedes anpassen kann. Denn ganz ehrlich, immer ein riesen Teil ist auch scheiße, ich finde das manchmal recht unangenehm irgendwas zurecht rücken zu müssen, weil mir meine hübsche Jeans etwas zu wenig Platz lässt.

    „Hattest du, obschon (heute) heterosexuell, jemals erotische Gefühle zu einem männlichen Freund/Bekannten/Lehrer etc.? Wie war das für dich?“
    Seltener. Da gibts bei mir nen großen Unterschied zwischen erotischer und emotionaler Intimität. Mit den Jahren habe ich meine Scheu vor männlichen Körpern abgelegt und bin durchaus sehr zugänglich für Erotik die Männer darstellt. Ob jetzt „Machoman“, Bodybuilder, Androgyn oder Feminin, ich kann Männerkörpern genausoviel abgewinnen, wie denen von Frauen (und ebenso Menschen, die sich anders einordnen). Aber deine Frage bezieht sich ja auf Bekannte. Im Gegensatz zu Frauen fallen mir bei Männern im Alltag attraktive Körpermerkmale eher nicht au, zumindest nicht so intuitiv und spontan wie bei Frauen. Und das nicht, weil ich mir weniger Gedanken darum gemacht hätte oder wie gesagt kein Interesse hätte, weder noch. Ich muss aktiv mal den Gedanken durchspielen „finde ich diese Person attraktiv?“ und „finde ich diese Person liebenswert“. Und dann kommt da auch einiges zusammen, was ich nur im Vorbeigehen nicht bedacht hätte. Bei Frauen geschieht das eher automatisch. Vielleicht ändert sich das noch stärker, wenn ich es in etwa so lange aktiv bedacht habe, wie ich inzwischen seit meiner Pubertät Frauen attraktiv finde und vielleicht ist meine Wahrnehmung auch einfach asymmetrisch, keine Ahnung.
    Ah ja und die Frage, wie das für mich war, muss ich halt in den Kontext stellen, dass es mir erst seit einigen wenigen Jahren so ergeht, dass ich das mitdenke und in der Zeit hab ich halt auch meine Gedanken zur Heterosexualität überdacht, so dass ich das in der Regel ganz okay fand.

    – Gibt es Dinge, die du dich nicht traust, gegenüber deiner Frau/Freundin/Sexualpartnerin anzusprechen?
    Da ich alles drei noch nicht hatte, kann ich mich nur auf Freundinnen beziehen, die mit mir in keiner besonders gestellten Beziehung sind. Und ich hege eigentlich Freundschaften, die ich besonders dafür schätze, dass ich die meisten Themen offen ansprechen kann, wenn ich möchte, mal mit der mal mit einer anderen Person. Sexualität ist da kein Tabu. Dinge die ich generell nicht besprechen möchte, sind Themen die mir noch peinlich sind, primär, weil ich noch zu keinem Schluss gekommen bin, ob ich das was ich da bedenke wirklich gut finde oder evtl. Reue oder Zweifel habe. Das gilt dann aber eher für alle Menschen in meinem Umfeld.

    Das erstmal zu den Fragen, vielleicht kommt noch ein Folgebeitrag ganz allgemein zu deinem Text.

    • Ich bin eigentlich sehr daran interessiert intime Fragen zu stellen und mir anzuhören, was mein Gegenüber mir zu erzählen hat. Ich vermisse es jedoch auch nicht, wenn es mit im Alltag nicht möglich ist, das bei 90% der Menschen mit denen ich zu tun habe, nicht umzusetzen. Kolleg_innen, Komiliton_innen, Bekannte, nicht unmittelbare Familie… joa da komm ich gut mit klar, wenn ich nicht zu dem inneren Zirkel an Leuten gehöre, mit denen sie über Sexualität und Emotionen reden. Wenn jedoch meine mir sehr lieben engen Freunde von mir irgendwie soweit distanziert sind, dass ich das Gefühl habe, keine intime Frage stellen zu können, dann fehlt mir was. Und dieses Gefühl kann ich nur herstellen, wenn ich eben solche Gespräche anstoße und mich drauf einlasse, was dann kommt. Denn nur wenn ich eine Person gut kenne und einschätzen kann, das ich mich nicht verstellen muss, um nicht anzuecken, kann ich in deren Gegenwart echt entspannt sein.
      Und wenn ich dann nach langjähriger Bekanntschaft/Freundschaft von Person X sowas höre wie „boah wie Schwul!“, „was ne Schlampe“, „-oberflächliches über Ausländer herziehen hier einfügen-“ dann kommt von mir innerlich nur so ein „wtf wie kam es eigentlich nochmal dass wir befreundet sind?“

      Ich glaube mein Leitmotiv ist samantha jones. Ich habe Sex and the City nie wirklich verfolgt, aber ich erinnere mich an wiederkehrende Situationen in denen die vier Frauen in nem Cafe sitzen und eine (meist Samantha in meiner Vorstellung) mit einem intimen Thema kommt und alle eigentlich okay damit sind, darüber zu reden, auch wenn manche evtl. ein wenig gehemmt sind. Und zwar durchaus auch offen und nicht mit blumiger Sprache und viel gekicher. Irgendwie will ich das und ich glaube viel gehört nicht dazu, außer etwas anfänglichem Mut.

      Ist das etwas, was ich auch nur im entferntesten mit dem mir bekannten Maskulinismus(Maskulismus?) in Verbindung bringe? HMmmeehIdontknow? Maskulismus ist nichts was ich von mir aus aufsuche. Wenn es mir unterkommt dann immer in der sehr aufdringlichen Form die sich ziemlich stumpf am Feminismus und Frauen aufhängt. Ob das Maskulismus an sich widerspiegelt, kann ich nicht sagen, immer wenn ich versucht habe mehr herauszufinden, hab ich es auf diversen Webseiten nicht über die virtuelle Türschwelle geschafft, da der Mief von den alten oben genannten Diskussionen so stark und allgegenwärtig ist, dass ich es dort nicht lange aushalte UND offen für weitere Gedanken bleibe (ich verfalle dann in eine Abwehrhaltung weil mich alles so ankotzt, dass jede weitere Minute nur meine und evtl. deren Zeit verschwendet, sollte ich mich dazu entscheiden zu kommentieren.)

      Ich kann also nicht für Maskulismus sprechen, aber ich glaube, dass die meisten Männer die ich kennen gelernt habe, ähnlich denken wie ich. Eine Lust an intimen Austausch, der nicht auf körperlicher Ebene stattfindet ist glaube ziemlich menschlich.

      Tun das viele Männer? Ist eine Frage die dann noch gestellt werden muss. Ich glaube nicht so sehr wie Frauen. Warum? Meine Vermutung ist, weil es nicht ins Leitbild des stoischen Helden gehört oder what the fuck auch immer. Ich sehe zumindest nur wenige männliche Rollen und Charaktere in den Medien, die mich dazu motivieren, so zu sein, wie ich gerne bin. Ich gucke gerade ein paar Anime, die das einigermaßen gut umsetzen, also jetzt auch nicht unbedingt Massenmedien hierzulande.
      Fettes Brot! Die haben ein paar richtig gute Lieder zu dem Thema… dem gegenüber steht die breite Masse des deutschen Raps, der mich idR ziemlich anekelt (das nur mal so als Beispiel). Also ja, wenn da etwas dran ist an der Sache mit dem „an Vorbildern orientieren“ sehe ich schon einen Zusammenhang.

      Sollte einer Bewegung, in der es darum geht, Menschen von einengenden und zwanghaften Umständen und Handlungsweisen zu bewahren, daran liegen, etwas an der Leitkultur für junge Menschen, die sich am Bild des „Mannes“ orientieren wollen, zu ändern, um eine freie Entfaltung zu ermöglichen? Ja, klingt plausibel, nennt sich Feminismus, oder?
      Ach wir reden ja vom Maskulismus, ob der das macht weiß ich nicht. Ich kenn wie gesagt nur eine Geschmacksrichtung und die definiert sich quasi als Kehrwert zum Feminismus oder so.

      • „Eine Lust an intimen Austausch, der nicht auf körperlicher Ebene stattfindet ist glaube ziemlich menschlich.“

        Das wollte ich noch gesondert rauspicken und meine zutiefst überzeugte Zustimmung bekunden.

      • „Und wenn ich dann nach langjähriger Bekanntschaft/Freundschaft von Person X sowas höre wie ‚boah wie Schwul!‘, ‚was ne Schlampe‘, ‚-oberflächliches über Ausländer herziehen hier einfügen-‘ dann kommt von mir innerlich nur so ein ‚wtf wie kam es eigentlich nochmal dass wir befreundet sind?‘“
        Kann ich gut nachvollziehen. Bei mir kämen noch Zweifel dazu, ob dieser Mensch wirklich mit meinen anvertrauten Geheimnissen umgehen kann, oder womöglich schon längst rumgeschwätzt hat.

        „Ich sehe zumindest nur wenige männliche Rollen und Charaktere in den Medien, die mich dazu motivieren, so zu sein, wie ich gerne bin.“
        Das ist ja auch meistens der Volltrottel, der Gewalttäter oder der volltrottelige Gewalttäter. Darauf hätte ich auch keine Lust. Ich bin ganz bei Dir.

      • „Sollte einer Bewegung, in der es darum geht, Menschen von einengenden und zwanghaften Umständen und Handlungsweisen zu bewahren, daran liegen, etwas an der Leitkultur für junge Menschen, die sich am Bild des “Mannes” orientieren wollen, zu ändern, um eine freie Entfaltung zu ermöglichen? Ja, klingt plausibel, nennt sich Feminismus, oder?“
        Das trifft aber nur im Bezug auf Frauen zu. Tut mir leid, aber ich finde weder im klassischen Rollenbild des Mannes so was wie echte Freiheit, und beim Feminismus kann ich für Männer gar keine Freiheitlichkeit erkennen. Erkennst du irgendwelche brauchbaren Konzepte zu einer Befreiung für Männer im Feminismus? Da ist mir sogar das „Patriarchat“ lieber. Das bietet mir wenigstens einen gewissen Gegenwert für zwanghaften Umstände und Handlungsweisen. Nein, eine Emanzipation des Mannes ist mit einem liberalen und aufklärerischen Maskulismus vielleicht möglich, zusammen mit vielleicht einigen gesprächsbereiten und -fähigen Feministinnen, oder halt nicht, aber ganz bestimmt nicht mit den hierzulande vorherrschenden Strömungen des Feminismus.

      • (ich hoffe mal, das geht in die richtige Ecke, so ganz klar ist mir das Kommentarsystem hier noch nicht)

        @Michel D.
        „ich finde weder im klassischen Rollenbild des Mannes so was wie echte Freiheit […]“

        Bei dem Teilsatz stimme ich dir zu und will das mal als Ansatz verwenden, um die folgende Frage zu beantworten:

        „Erkennst du irgendwelche brauchbaren Konzepte zu einer Befreiung für Männer im Feminismus?“

        Ja, doch, sicher. Vielleicht liegen mir diese Konzepte aber auch einfach besser als anderen, so dass andere Menschen anders dazu stehen, schlicht weil sie sich eher verstellen müssten, als sich selbst ehrlich auszuleben. Meine klassisches Rollenbild vom Mann und meine Erfahrungen damit sehen in etwa so aus (und ich hab mal mit einem + markiert, was auf mich zutrifft davon):

        [Generell]
        -stark
        -hat einen entsprechenden Körperbau (stabil und nicht klein)
        -kann Erschöpfung, Schmerz, Leid und jegliche negative Erfahrung ertragen und für unbestimmte Zeit aushalten ohne sich davon beeinfluss zu lassen.
        -willig zu körperlicher Arbeit
        -ist gut in körperlichen Arbeiten
        -laut
        -hat ein Interesse daran sich in körperlichen Dingen zu messen und besser als andere abzuschneiden
        -neigt dazu diese Vergleiche mit gesteigerter Lautsärke, Aggressivität und Gewaltbereitschaft im Vergleich zum Alltag durchzuführen
        -„bereit sich zu raufen/schlagen“
        -hat eine Vorliebe für Sport gegenüber anderen Zeitvertreiben
        +hat technisches Interesse und Verständnis
        -kann diese technische Affinität gut ausdrücken, anwenden und praktischen Nutzen daraus ziehen
        -heterosexuell
        +hat ein Interesse daran Sex mit Frauen zu haben
        -verfolgt dieses Ziel

        [Konkret]
        +Beruf: Anzugträger/Bürojob/irgendwas technisches
        +meiste Zeit des Tages auf Arbeit bzw. auf dem Weg
        -Fußballfan
        -Hatte vor dem Erwachsenensein (gibts da ein besseres Wort? ^^) mal Sex und eine Beziehung/Freundin
        -trinkt Alkohol zum Spaß und zum entspannen, gerade zum Feierabend
        -mag Autos, fährt diese gerne, kennt sich gut damit aus
        + (bisschen moderner:) spielt gerne Videospiele
        -tendentiell beruflich erfolgreich, bzw. strebt dies an
        -wenn das nicht zutrifft, wird mit mehr Sport, Autos, Sex, Spielen und Alkohol kompensiert

        Und GANZ wichtig, Dinge die ins klassische Bild der Frau passen, sind ausdrücklich ausgeschlossen. (bsp: feine Handwerksarbeiten+, alles was Küche ist, Kleidung+, Schmuck+, Interesse am eigene Aussehen+, Tanz+, Kunst+ …) Je mehr Punkte von der Männerliste zutreffen und je weniger von der Frauenliste, desto „männlicher“ ist eine Person. Weitere Interessen die nicht auf einer der beiden Listen stehen, haben keinen besonderen Einfluss auf die Bewertung. Einzelne Abstriche auf beiden Listen sind okay, darüber muss man ja nicht reden oder kann halt mal drüber scherzen und lachen. Viele Abstriche machen eine Person seltsam und Opfer von Mobbing. Gehen die Interessen einer Person komplett quer zur Norm, wird das mit Unverständniss und Aggression geahndet.
        Ich gehe recht querbet durch diese ja doch eher willkürlichen Listen und bin dem Status „seltsam“ und daraus resultierendem Mobbing nie ganz entgangen. Als Reaktion hab ich mich immer wieder etwas verstellt und falsche Interessen geheuchelt bzw. echte Interessen verleugnet.

        Kommen wir zum Punkt. Was Feminismus mir Gutes getan hat, war mir zu sagen, dass ich mögen und lieben und hassen und egal finden und lustig finden und langweilig finden kann, was ich will. Das hab ich sicher auch schon vorher mal gehört und plausibel gefunden. Aber erst der Feminismus hat mir gezeigt, warum das Erlernen von willkürlich platzierten Eigenschaften auf einer Männlich–Weiblich Skala vollkommen absurd ist, erst dort habe ich Leute gefunden, die mir plausibel erklären konnten, warum ich so großen Frust wegen meiner Unfähigkeit in meine Umwelt zu passen, hatte, erst dort hab ich Leute gefunden, die mir zu spüren gegeben haben, dass ich in Ordnung bin und erst dort hab ich Leute gefunden, die Größtenteils verdammt gute Gesellschaft sind unabhängig davon ob sie meine Interessen teilen, weil ich im Feminismus das Gefühl habe akzeptiert zu werden, solange ich andere Menschen akzeptiere und respektiere. Es fällt evtl. auf, dass das alles nichts mit Frauen zu tun hat. Das liegt daran, dass der Großteil der Dinge die der Feminismus mit und über und zu Frauen zu sagen hat, für mich zwar durchaus interessant, aber deutlich weniger relevant ist, da sich vieles davon auf Situationen und Erlebnisse bezieht, die ich zwar verstehen lernen kann, aber nicht selbst erlebt habe. Ich finde der Feminismus hat Frauen eine Menge Gutes getan und indem er ihnen ein Sprachrohr in die Hand gibt. Für mich direkt ist und war aber immer wichtiger, dass der Groteil des Feminismus den ich online und irl erlebt habe offener für Menschen ist, als so ziemlich jede andere Gemeinschaft die ich bisher erlebt habe und mir sowie vielen anderen Kindern und Jugendlichen (und zwar nicht nur Mädchen sondern eben auch Jungen und Kindern, die sich da nicht so sicher sind) eine Möglichkeit bietet, zu sagen, „ich bin okay, so wie ich bin“ und mir beibringt ein verantwortungsvoller, respektvoller, aufrichtiger Mensch zu werden.

        Darüber hinaus habe ich durch den Feminismus und dessen lautstarke Betonung der Dinge, die zwischenmenschlich ja mal gar nicht klar gehen, eines über den Umgang mit meinen Mitmenschen gelernt, was mich wahrscheinlich zu einem deutlich angenehmeren Menschen gemacht hat (so eindeutig ist das nicht, da das in etwa mit dem Ende der Pubertät bei mir geschah und was jetzt woran Schuld war, ist schwer zu sagen.)
        Den Mangel an Freiheit den du beim Feminismus beklagst, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Woran fehlt es dir, bzw. was wird dir verwehrt?

        Langer Text, mal gucken ob es leserlich geblieben ist.

      • @ruolbu

        „Kommen wir zum Punkt. Was Feminismus mir Gutes getan hat, war mir zu sagen, dass ich mögen und lieben und hassen und egal finden und lustig finden und langweilig finden kann, was ich will“

        Ich möchte darauf hinweisen, dass es auch andere Theorien gibt, die diesen Gedanken genauso vertreten, beispielsweise das „integrated model“ in der Biologie, dass auch nur von unterschieden im Schnitt ausgeht und damit keine essentialistischen zuweisungen verteilt im Sinne von „alle Männer oder alle Frauen müssen so oder so sein“, sondern eine breite Verteilung von Fähigkeiten und Vorlieben kennt. Es handelt sich insoweit eher um Normalverteilungen mit sich überlappenden Trägern, aber verschiedenen Mittelwerten.

        Das hat gegenüber dem „Standard social science model“ welches im Feminismus vertreten wird, den Vorteil, dass es besser zu dem modernen biologischen und medizinischen Forschungen passt. Und den weiteren Vorteil, dass die im radikalen Genderfeminismus vorhandene Männerfeindlichkeit, die letztendlich Männer zu den Bösen erklärt und diesen teliweise allenfalls einen Ally-Status zuweist wegfällt.

      • @Christian
        „Ich möchte darauf hinweisen, dass es auch andere Theorien gibt, die diesen Gedanken genauso vertreten, beispielsweise das “integrated model” in der Biologie“

        „Das hat gegenüber dem “Standard social science model” welches im Feminismus vertreten wird“

        Dau bewegst dich damit auf einer Ebene, auf der ich mich mit der Materie nicht beschäftige und dazu derzeit auch kein Interesse habe. Daher habe ich keinen wirklichen Maßstab oder Kontext um deine Ausführung einzuordnen oder einzuschätzen.

        Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich alles Gute, was ich persönlich am Feminismus sehe nicht ausschließlich dem Feminismus zuschreiben kann. Ich kann nur für mich behaupten, dass ich dort eine größere Dichte an Personen festgestellt habe, die solche – für mich positiven – Dinge vertreten als in anderen Gemeinschaften und Bewegungen, die ich bisher erlebt habe.

        Zum akademisch geführten Feminismus kann ich nicht wirklich viel sagen, da ich damit eher wenig Kontakt hatte. Was an Lehrstühlen und in Hörsälen dazu gelehrt wird, welche Theorien entwickelt und verworfen werden, hatte sicherlich über diverse Ecken einen Einfluss auf mich, war jedoch nie direkt ausschlaggebend. Ich bin immer eher davon ausgegangen, was ich an meiner eigenen Person und Menschen die ich direkt und gut kenne nachvollziehen konnte. Insofern kann es durchaus sein, dass der Feminismus den du beschreibst ein andere Ast oder eine andere Geschmacksrichtung ist, als das was ich für mich entdeckt habe (davon gibt es ja durchaus reichlich). Und deswegen wage ich zu bezweifeln, dass deine Annahme, der Feminismus vertrete geschlossen eine Theorie, welches – so interpretiere ich deine Wortwahl -veraltet ist und daher zwangsläufig eine Männerfeindlichkeit inne hat, wirklich so allgemein gültig ist.

        Das ist zumindest keine Haltung, die mir bisher im direkten Kontakt mit Feministinnen entgegengeschlagen wäre, noch hatten gesellschaftliche Entwicklungen, die ich auf den stärker werdenden Feminismus zurückführen würde, bisher einen negativen Einfluss auf mein Leben.

    • „Ka was “gerade als Junge” für dich bedeutet.“

      Damit meinte ich eigentlich nur das Alter… also der Vergleich „Erwachsener – Jugendlicher“, nicht der „Junge – Mädchen“ 🙂

      Ansonsten lasse ich das jetzt alles einfach mal so stehen und bedanke mich recht herzlich für deine Offenheit!!! ❤

  16. Robin, ich glaube, Männer haben alle möglichen Probleme mit sich und der Sexualität. Aber irgendwann sind sie dann damit durch, und dann haben sie auch kein Interesse mehr darüber zu reden.

    Wozu noch reden, wenn man endlich mit sich ins Reine und damit klar gekommen ist dass man sich sexuelle Präferenzen und körperliche Ausstattung nicht aussuchen kann, und dass die eigenen sexuellen Vorlieben unveränderbar sind. Nichts an sexuellen Präferenzen ist logisch oder begründbar, kleine oder große Brüste, Brustwarzen, Schwänze, Personen. Lange oder kurze oder keine Haare, blond oder braun oder schwarz, gelockt oder glatt. Nackte Füße, Boots, oder High Heels. Nackte Haut oder Unterwäsche. Jeans, Leggings, Röcke oder Kleider.Strapse, Lack und Leder, Latex, Uniformen, Rollenspiele, Dirty Talking, Bondage, es ergibt keinen Sinn warum irgendetwas davon überhaupt erregend sein sollten. Das ist natürlich erstmal ein Problem für werdende Männer, bis sie sich dann mit ihrem Trieb und der relativen Sinnlosigkeit ihrer sexuellen Wünsche arrangiert haben.

    Ich glaube, dass Frauen massiv unterschätzen in welchem Maß Männer sich ihrer sexuellen Präferenzen und deren Macht bewusst sind. Ich glauben kein Mann glaubt wirklich dass er anderen Menschen völlig ohne Beeinflussung durch seine eigenen sexuellen Wünsche gegenübertritt; und Männern ist das egal, solange sie keine Angst haben dass man sie gezielt manipulieren will. Die sehen das eher pragmatisch. Wenn es was schönes zu sehen gibt: umso besser, wenn nicht: auch egal.
    Wegen dieses männlichen Bewusstseins für die eigene Steuerung durch irrationale unterbewusste Impulse glaubt wahrscheinlich auch kaum ein Mann dass es jemals möglich sein könnte geschlechts-unspezifisch zu handeln.
    Darum – und hier schlage ich mal den Bogen zum Feminismus – glauben die meisten Männer wohl auch dass der Gleichheitsfeminismus völliger Blödsinn ist. Denn wenn ein Geschlecht garantiert niemals hinbekommen wird geschlechts-unspezifisch zu handeln, dann wird es auch niemals Geschlechter-Gleichheit oder Gleichheit der Geschlechterrollen geben können.

  17. Zuerst einmal finde ich den Vorwurf an die Männer, daß sie schlechter als Frauen öffentlich über ihre Gefühle reden können ungefähr so qualifiziert wie den an die Frauen, daß es unter ihnen so wenige Entdeckerinnen und Erfinderinnen gibt.
    Selbst wenn man die Biologie einmal völlig außer Acht läßt sollte doch direkt auffallen, daß die gesellschaftlichen Bedingungen einem vernünftigen Umgang damit viel zu lange entgegen standen, als daß von jetzt auf gleich plötzlich alles ganz anders laufen könnte, und streng genommen stehen die Bedingungen für einen wirklich offenen Umgang mit männlichen Gefühlen nach wie vor noch aus. Und das liegt nicht nur an den Männern selbst.
    Das sieht man schon allein daran, daß auch Du hier schon wieder gleich mit Taschentüchern kommst. Dabei würde es manchen Männern schon völlig reichen, wenn nicht gleich alles mit ‚Eiti-eiti, armes Tuck-Tuck‘ beantwortet würde. Oder mit „Gähn, ganz toll, Macker, check mal Deine Privilegien“.
    Dein Fragekatalog ist übrigens wirklich sehr weiblich. solche Sachen interessieren Frauen, und zwar mMn weil sie regelmäßig menstruieren, weil sie schwanger werden können, weil sie von jungen Jahren an regelmäßig zu einem speziell für sie existierenden Arzt gehen (müssen), weil die Hormonspiegel über den Monat verteilt regelmäßiger schwanken, weil die primären weiblichen Geschlechtsorgane komplizierter aufgebaut sind und entsprechend zu höherer Störanfälligkeit neigen,… was alles schon fast automatisch zu einem bewußteren Umgang mit dem Thema führt. Bei Männern ist das eben nicht so.
    Relevant sind da bei Männern höchstens Erektionsstörungen, meinetwegen aus Nervosität oder aus Übererregung, bei denen man sich aber mindestens so genau überlegt, mit wem man darüber redet, wie Frauen, wem sie von einem Scheidenpilz erzählen. Prostata- und Hodenkrebs kommen eh erst viel später.
    Ach ja, und dann gibt’s noch den SÜD. Von dem hört man öfter mal. Je nach Umfeld sogar sehr viel häufiger als einem lieb ist.
    Selbstbefriedigung. Da könnte man höchstens vergleichen, wer häufiger befriedigendere Orgasmen dabei hat als beim Sex mit einer echten Frau.
    Bei mir rangiert das je nach Frau von ca. 10% (echter Glücksfall, meist ziemlich vergänglich) bis 100% (gar nicht so selten wie ich mir wünschen würde), und wenn Du jetzt sagst „Watt!? Du mußt unbedingt mal mit Deiner Partnerin reden!“ kann ich nur sagen, daß das wirklich konstruktiv nur mit denen funktioniert bei denen der zweisame Sex zu mindestens 50% befriedigendere Orgasmen bringt, bei dem Rest bringt das fast gar nichts.
    Erschreckend viele Frauen, die im Kreis ihrer Freundinnen und Freunde, und sogar noch während der Findungsphase, wahnsinnig lebenslustig und interessant wirken mutieren in der Beziehung plötzlich zu eisigen Keuschheitsgöttinnen, die einen quasi gezwungenermaßen einmal die Woche *ranlassen* und lieber mehr oder weniger gut einen Orgasmus vorspielen als mal ihren Mund aufzumachen und konkret Wünsche zu äußern oder auch nur wahrheitsgemäß auf konkrete Fragen zu antworten. Hierüber reden Männer natürlich, auch ziemlich offen.
    Nicht ganz selten ist auch folgender Satz: „Verdammt, wir hatten jetzt bestimmt schon seit 1 Monat keinen Sex mehr, und als die mich neulich beim Wedeln erwischt tickt die doch völlig aus!“

    Wirklich wichtig sind für Männer nach meiner Erfahrung außerdem folgende emotionalen Erfahrungen:

    – die ewige konfrontation mit gewalttätigen Schwachmaten, in der Regel bis man 20, 25 wird, und wie man selbst und die Umwelt damit umgeht. (letztere übrigens völlig beschissen, fast ausnahmslos)
    – Angst vor und Erfahrung mit Zurückweisung. (viele, beiweitem natürlich nicht alle, Frauen zwischen 12 und 25 sind übrigens echt miese Gewinnerinnen)
    – Erfolge und Niederlagen ganz allgemein
    – Freundschaft mit anderen Männern
    – Kinder (je nach Mann und/oder Lebensstadium „Yay, immer her damit“ oder „Argh, nix wie weg hier“), bei manchen Männern auch die erzwungene Trennung von diesen
    – Angst vor Versagen und Unzulänglichkeit
    – simple, ungetrübte Freude am Augenblick, am besten ohne viel Gelaber. (Fußball, Musik, Angeltrip, Camping, Coop auf XBox oder PS3…)
    – mit den Kumpels Witze reißen und/oder rumphilosophieren
    -Frauen ganz allgemein

    Die Liste ist bestimmt nicht komplett, und garantiert wird sich auch nicht jeder Mann voll darin wiederfinden, aber das sind genau die Sachen, über die ich bisher noch mit jedem (heterosexuellen) Mann offen sprechen konnte, dem ich auch nur ein bißchen nahe gekommen bin.

    • Jou, DAS sind Männerfragen!

      Wirklich wichtig sind für Männer nach meiner Erfahrung außerdem folgende emotionalen Erfahrungen:

      – die ewige konfrontation mit gewalttätigen Schwachmaten, in der Regel bis man 20, 25 wird, und wie man selbst und die Umwelt damit umgeht. (letztere übrigens völlig beschissen, fast ausnahmslos)
      Ich ging ihnen möglichst aus dem Weg. Ich bin zwar ein Weichei, aber dafür habe ich noch alle Zähne in der Gosch‘ 🙂

      – Angst vor und Erfahrung mit Zurückweisung. (viele, beiweitem natürlich nicht alle, Frauen zwischen 12 und 25 sind übrigens echt miese Gewinnerinnen)
      Ist beschissen und voller Frust. Noch beschissener sind nur die verzweifelten und gut gemeinten Aufmunterungen: „Ach, andere Mütter haben auch nette Töchter“ oder „Dabei bist du doch so süß. Ich versteh gar nicht, daß du solo bist.“ (Kann man einen Mann mehr kränken als ihn süß zu nennen??)

      – Erfolge und Niederlagen ganz allgemein
      Tut weh. Aber da muß ein Mann halt durch. Wer liegenbleibt, bleibt auf der Strecke. Der barmherzige Samariter ist schon lange tot.

      – Freundschaft mit anderen Männern
      Ganz wichtig. Wer kann mich besser verstehen?

      – Kinder (je nach Mann und/oder Lebensstadium “Yay, immer her damit” oder “Argh, nix wie weg hier”), bei manchen Männern auch die erzwungene Trennung von diesen
      Solange es nicht die eigenen sind, nur mal her damit 🙂

      – Angst vor Versagen und Unzulänglichkeit
      Die Ansprüche sind hoch, die Konkurrenz groß, die Welt gnadenlos. Noch Fragen?

      – simple, ungetrübte Freude am Augenblick, am besten ohne viel Gelaber. (Fußball, Musik, Angeltrip, Camping, Coop auf XBox oder PS3…)
      Das ist pure Lebensqualität. Zelten, Lagerfeuer mit einem Kumpel (oder netten Mädel), der die Klappe zu halten weiß, wenn ich die Feuermdeditation mache (und nur SCHEINBAR hohl in die Glut glotze).

      – mit den Kumpels Witze reißen und/oder rumphilosophieren
      Muß einfach sein.

      -Frauen ganz allgemein
      Ohne sie ist’s auch nicht recht 🙂

  18. Bei so vielen Kommentaren scheint das Thema wirklich einen wunden Punkte getroffen zu haben. Mich hat es auf jeden Fall zum Nachdenken angeregt. Danke dafür, liebe Robin!

    Vielleicht werde ich das mal auf meinem Blog aufgreifen.

  19. Pingback: Robin Urban und die Frage, ob im Maskulismus nicht mehr über Männer geredet werden sollte | Alles Evolution

  20. Sie hat recht. Robin hat recht!
    Eure Focussierung auf Frauen, Feminismus und die Gesellschaft ist genau so gestrig und vor allem: „frauenzentriert“, wie der Macho- Blick auf Titten, Ärsche und Flachlegen.
    „Wenn Du die Welt verbessern willst, ändere Dich selbst!“ (Sinngemäß ähnlich: Mark Twain und L. Wittgenstein)
    Der Blick auf „die Frauen“ ist dabei nicht nur nicht hilfreich, sondern lenkt ab vom Wesentlichen: der Entwicklung einer persönlichen, individuellen maskulinen Identität. Für alles andere gibts „mimimimi!“ – zu recht.
    Danke, Robin.

    • Eure Focussierung auf Frauen, Feminismus und die Gesellschaft ist genau so gestrig und vor allem: “frauenzentriert”, wie der Macho- Blick auf Titten, Ärsche und Flachlegen.

      Frage: Wie ist damit umzugehen, wenn namhafte dezidiert feministische Institutionen wie bestimmte politische Stiftungen männerrechtliche Anliegen absichtlich als rechtsradikal und ihren Vertretern öffentlich unterstellen im neonazistischen Dunstkreis zu agieren? Darf man das dann nicht ansprechen, weil es als „Focussierung [sic] auf Feminismus“ verstanden werden kann?
      Wenn aus explizit feministischen Kehlen „Mimimi“ gehöhnt wird, weil Männer ihre Gewalterfahrungen öffentlich machen, so finde ich, darf man das auch ansprechen.
      Wenn jemandem aus einer bestimmten Ecke Knüppel zwischen die Beine geworfen werden, dann darf man sich auch wehren und auch sagen, wer sie warf.

  21. Pingback: Robin’s Fragen | Mein Senf

  22. onyx scheint wirklich der Meinung zu sein, Männer seien defekt und müssten repariert werden. Und das nur, weil sie in der Mehrheit nicht so sind, wie sie selbst ist.

    Traurig.

  23. @ Robin

    Weil gerade eine Petition mit 200.000 Stimmen beendet wurde, größtenteils unterzeichnet von Arschlöchern, die nicht wollen, dass ihre Kinder mit so einem “Schmuddelkram” in Berührung kommen. Weil Gott dagegen ist, weil es eklig und unmännlich ist. Blablabla

    Lese hier eigentlich nur mit aber da ich nun in der Arschlochecke stehe ein kurzes Statement.
    Es geht mir nicht darum das meine Kinder nicht mit solchem „Schmuddelkram“ in Berührung kommt sondern darum das ich nicht will das meine Kinder bereits im Kiga und der Grundschule Fächerübergreifend mit LSBTTI zwangskonfrontiert werden.

    Ich kläre meine Kinder (im Gegensatz zu Dir habe ich welche) auf und habe die Erfahrung gemacht das sie dies im KiGa und Grundschulalter NULL interessiert.
    (außerdem wäre es in Religion/Ethik oder Bio besser angesiedelt als Fächerübergreifend.

    Zudem ließt sich der ganze Bildungsplan als stamme er direkt aus der Genderecke und davon halte ich schon zweimal nix.

    Außerdem bin ich nicht gegen Toleranz gegenüber diesen LSBTTI aber möchte nicht dass dies als Gleichwertig gelehrt wird.

    By the Way:
    Wieviel von die dafür sind haben noch vor Jahren „We don´t need no education – we don´t need no thought control“ mitgesungen.

    • „Außerdem bin ich nicht gegen Toleranz gegenüber diesen LSBTTI aber möchte nicht dass dies als Gleichwertig gelehrt wird.“

      Weist, bis zu diesem Satz hätte ich dir sogar noch in Abstrichen zugestimmt. Ich schrieb ja auch „größtenteils unterschrieben von Arschlöchern, die etc.“. Das ist leider etwas, was sich nicht leugnen lässt, wenn man die Kommentare zur Petition liest: Manche mögen durchaus gute, nicht-homophobe Gründe gegen den Bildungsplan haben (für mich ist das trotzdem alles Hysterie), aber die meisten waren halt tatsächlich homophob.

      Aber dieser Satz, wie soll man den verstehen? Ich darf in Bio oder Ethik nun schon über Homosexualität reden, aber nicht, ohne deutlich zu machen, dass diese im Vergleich zu Heterosexualität minderwertig ist oder was?

      • Nein, Minderwertig hört sich zu hart an.
        Dieses LSBTTI ist nicht Minderwertig aber eben auch nicht gleich.
        Es ist eine Spielart menschlicher Sexualität aber eben „nur“ eine Spielart.

        Du findest das alles Hysterisch und ich finde die täglichen Berichte über Homosexualität als hysterisch und nervend.

        Ich denke die ganze Berichterstattung geht so vielen auf den Sender das sie immer kritischer reagieren.
        Nicht aus Homophobie sondern weil sie bemerken das da eine Art Gehirnwäsche betrieben wird.

        Meiner Meinung nach übernimmt „die Linke“ immer gesellschaftliche Überzeugung die bereits bestehen (niemand soll wegen seiner Sexualität diskriminiert werden) und übersteigert sie ins lächerliche um dann Diskriminierung zu schreien.

        Diese Vorgehensweise kann man_in überall beobachten sei es bei Tierschutz, Gleichberechtigung oder Umweltschutz.

      • Ich vergleiche den Umgang damit immer gerne mit dem Umgang mit Behinderten. In der frühen Neuzeit war es noch gang und gäbe, Menschen verschiedenster Behinderungen zu Showzwecken zu missbrauchen, zu diffamieren, zu beleidigen. Heute weiß man: Behinderte sind Menschen wie alle anderen auch und wer sich erdreistet, einen dummen Spruch über einen Blinden abzulassen, kann sich der Verachtung der Umstehenden sicher sein.

        Homophobie ist immer noch ein krasses Problem. Das mag in manchen Umfeldern nicht der Fall sein, aber im Grunde schimmert es immer und überall noch durch. Ich glaube ganz fest daran, dass in 50 Jahren ein Spruch über Homosexuelle ebenso verurteilt wird wie heute eine blöde Bemerkung über Behinderte. „Damals“ hat man sicher auch geglaubt, das wäre ja alles voll übertrieben und political correctness und so (natürlich nannte man es noch nicht so). Heute weiß man: Nö, war’s nicht.

        Homosexualität ist eine Spielart, genau wie es Heterosexualität auch ist. Nichts davon ist besser oder schlechter.

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  26. Was hat das mit Maskulismus-Seiten zu tun? Auch Allies wie Anatol Stefanowitsch und Quantenwelt-Joachim, die ja ebenfalls über Geschlechterthemen bloggen, interessieren sich nicht dafür.

    Aber mal ne andere Frage: Was findest du cool auf Maskulisten-Seiten?

  27. – Wie hast du deinen ersten Samenerguss erlebt? Wie waren deine Gefühle/Gedanken davor und danach?

    >> keine Erinnerung.

    – Wie hast du, gerade als Junge, Masturbation erfahren? Wie ist es heute? Hattest du Schuldgefühle etc.?

    >> Das lief natürlich immer im stillen Kämmerlein, wenn man mit sich allein war. Heute auch noch. Schuldgefühle hatte ich deswegen nie. Wenn ich allerdings dabei erwischt wurde (Mutter kommt ins Zimmer…) war es mir peinlich. Tip an die Eltern: Einfach ignorieren und bitte bitte nicht ein Grundsatzgespräch führen, wonach „das“ „ja vollkommen in Ordnung“ sei. Bei sowas will man einfach nur noch ein Loch graben, um darin versinken zu können.

    – Wie sind deine Eltern mit dem Einsetzen deiner Pubertät umgegangen? Wie hat sich das Verhältnis geändert?

    >> Meine Pubertät verlief unproblematisch. Ich war immer ein „pflegeleichter“ Sohn.

    – Was fühltest/dachtest du bei deinem ersten Mal?

    >> Das war einfach nur noch peinlich (vorzeitige Ejakulation). Schwamm drüber.

    – Hast du jemals mit deinem Körper gehadert bzw. dich unzulänglich gefühlt? Speziell auf intime Stellen bezogen? (hach, wie sie das Wort “Penis” vermeidet… höhö.)

    >> Ja.

    Hattest du, obschon (heute) heterosexuell, jemals erotische Gefühle zu einem männlichen Freund/Bekannten/Lehrer etc.? Wie war das für dich?

    >> Nein.

    – Gibt es Dinge, die du dich nicht traust, gegenüber deiner Frau/Freundin/Sexualpartnerin anzusprechen?

    >> Ich habe eine ganz „normale“ Sexualität, keine ausgefallenen Wünsche oder so. Insofern Nein. Aber wenn ich den Wunsch -etwa- nach Analsex hätte, doch ich denke schon das ich Probleme damit hätte es meiner Freundin zu kommunizieren.

  28. – Wie hast du deinen ersten Samenerguss erlebt? Wie waren deine Gefühle/Gedanken davor und danach?

    >> Masturbiert hatte ich vorher schon und nur weil auch was raus kommt hat sich nicht viel geändert, außer dass man ein Taschentuch braucht. Ich denke, weil Männer sich nach einer Minute schon wieder so fühlen als wäre nichts gewesen, hinterlässt der erste Erguss einfach keine großen emotionalen Spuren.

    – Wie hast du, gerade als Junge, Masturbation erfahren? Wie ist es heute? Hattest du Schuldgefühle etc.?

    >> In der Schule standen wir Jungs alle offen dazu und nachdem es jeder macht gabs auch keine Schuldgefühle.
    Unangenehm war allerdings, dass ich ohne eigenen Computer relativ große Risiken eingegangen bin um mir Material zu besorgen. Und dass ich jeden Tag mindestens einmal für Triebabfuhr sorgen musste, hatte etwas zwanghaftes.

    – Wie sind deine Eltern mit dem Einsetzen deiner Pubertät umgegangen? Wie hat sich das Verhältnis geändert?

    >> In unserer Familie wurde umschifft, dass Menschen aus sexuellen Gründen fühlen und handeln von daher hat sich aus meiner Perspektive nichts geändert.

    – Was fühltest/dachtest du bei deinem ersten Mal?

    >> Mit 20 stand es eigentlich bevor, aber warum auch immer konnte ich nicht in sie eindringen. Danach war die Scham so groß, dass es zwischen uns aus war.
    Wahrscheinlich hat das bei mir Ängste erzeugt. Später ist es dann zweimal passiert, dass sobald es an die Penetration ging, bei mir die Erektion weg war.
    Mein erstes mal hatte ich dann mit 25. Zum Glück war ich sehr betrunken und hab sie erst seit 2 Stunden gekannt, so dass der Erwartungsdruck sehr klein war und es endlich geklappt hat.
    Gesprochen hab ich nie mit jemanden darüber. Ich hatte das Gefühl, wenn ich das Thema auf den Tisch bringe würde ich meine Männlichkeit aufgeben.

    – Hast du jemals mit deinem Körper gehadert bzw. dich unzulänglich gefühlt? Speziell auf intime Stellen bezogen? (hach, wie sie das Wort “Penis” vermeidet… höhö.)

    >> Ja.

    Hattest du, obschon (heute) heterosexuell, jemals erotische Gefühle zu einem männlichen Freund/Bekannten/Lehrer etc.? Wie war das für dich?

    >> eher nicht.

    – Gibt es Dinge, die du dich nicht traust, gegenüber deiner Frau/Freundin/Sexualpartnerin anzusprechen?

    >> Viele wissen, dass ich erst sehr spät meine erste Freundin hatte(mit 25). Aber keine hat wirklich verstanden wie unfreiwillig und belastend das war.

    – Ganz allgemein zu dem Post:
    Ich gebe den obigen Kommentatoren recht, dass Männer wahrscheinlich weniger Interesse haben, sich aus reinem Selbstzweck über Befindlichkeiten zu unterhalten.
    Aber es ist offensichtlich ein großer Nachteil der Männerrolle, dass Männer Probleme oft totschweigen, wenn Sie mit dem Bild des starken Mannes in Konflikt stehen. Gerade die ersten sexuellen Schritte sind in diesem Sinne ein Brennpunkt und sollten ein maskulistisches Thema sein.

  29. Pingback: Männer-Selbstfindung Teil 2: Weitere Vorschläge für emotionale Themen | Alles Evolution

  30. wenn ich das alles so lese, bin ich froh, nicht mehr „auf der jagd“ sondern eher „auf der flucht“ zu sein.

    woher diese aufgeregten debatten kommen, hat gestern im dlf allerdings wolfgang benz

    [audio src="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2014/02/04/dlf_20140204_0813_13a2fde8.mp3" /]

    ganz gut und vor allem für mich abschliessend erklärt: es ist die frühere gesellschaftsmehrheit, die mit ihren (gefühlten) minderheiten (in diesem fall „frauen“) umspringen konnte, wie sie wollte und nun die herrschaft verliert, ergo hysterisch ihre eigenen verhaltensweisen auf die, die eigentlich nur gleichberechtiging (emanzipation) fordern, projeziert.

    die „maskulisten“ sind in eine vorstellung von herrschaft geboren und sozialisiert worden, sie spüren den machtverlust und reagieren halt genau so: sie unterstellen ihrem gegenüber genau die schweinereien, zu denen sie selbst früher, da in herrschaft, problemlos greifen konnten.

    alles nur projektion. jedenfalls nichts, was mich dazu brächte, da weiter gedanken daran zu verschwenden.

    ach ja, scheint dich ja zu interessieren: als klosteinternatszögling haben wir jungs solche sachen früher im busch unter uns ausgemacht. habe ich ich damals nicht für geniert, warum sollte ich es heute?

    und der ewigen frage, wie man das mit der bettdecke hält: mal über socken nachgedacht?

  31. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe nicht alle Kommentare gelesen. Ich möchte nur meinen ersten Gedanken dazu los werden: Ich konnte nie verstehen was Frauen so an den Körperfunktionen fasziniert. Mittlerweile versteh ich, dass die Periode wohl ein sehr einschneidendes Erlebnis ist (ich habe keine, ich kann das nicht nachvollziehen) und man versucht Erfahrungen und hinweise zu sammeln, das ganze so zu ertragen. Aber dein Fragenkatalog erinnert mich ein wenig an meine Mutter als ich in der Pubertät war, hat sie mich auch immer sowas gefragt. Ich war irgendwann angepisst ohne Ende bei den Fragen, weil ich nie verstanden habe, was es darüber so viel zu reden gibt. Für mich war die Sache mit „alles funktionstüchtig und ich hoffe Mal er wächst noch’n bisschen“ eigentlich gegessen. Trotzdem betrachte ich den Verlauf der öffentlichen Betrachtung gegenüber männlicher Sexualität als kritisch, auch wenn die Möglichkeit selten genutzt wird, sollte der Rahmen, darüber offen und öffentlich zu Reden, vorhanden sein.

    Aber in einem Punkt muss ich dir widersprechen: Männer reden über sowas. Verhältnismäßig lange sogar, sollte sie es Mal tuen. Wenn was schief läuft wird der Kreis der vertrauten informiert und um Rat gefragt – aber i. d. R. nicht in großen Gruppen im Café sondern zu zweit beim Bierchen (so richtig filmisch wird es bei einem Angelausflug *hüstel*) und das kann dann auch über Stunden gehen. Und wenn man schwul ist stellt auch fast immer ein Kerl die Frage nach dem ersten Mal usw. – Frauen sind da erfahrungsgemäß doch diskreter, wenn es geschlechterübergreifend ist. Wenn aber alles normal ist, reden die wenigsten darüber und vergangenes wird noch seltener beharkt.
    Bei den Themen für einen intensivieren Small Talk sind das Wetter, Sport und das Auto doch weiter vorne als die Errektionsprobleme und die Gründe warum das erste Mal scheiße war.

    – Wie hast du deinen ersten Samenerguss erlebt? Wie waren deine Gefühle/Gedanken davor und danach?

    „Scheiße, jetzt muss ich das Bettlaken wechseln!“ (Dass das irgendwann passieren würde war mir dann doch klar.)

    – Wie hast du, gerade als Junge, Masturbation erfahren? Wie ist es heute? Hattest du Schuldgefühle etc.?

    So wie wohl die meisten (wenn sogar ein Sigismund Schlomo Freud das schon so beobachten konnte): Das spielen mit den Genitalien hatte doch einen gewissen Kitzel und mit dem Alter nahm er dann doch zu.

    – Wie sind deine Eltern mit dem Einsetzen deiner Pubertät umgegangen? Wie hat sich das Verhältnis geändert?

    Meine Mutter sehr offen, das Verhältnis ist mit der Zeit erwachsener geworden, weil ich meine privatsphäre deutlicher abstecken musste.

    – Was fühltest/dachtest du bei deinem ersten Mal?

    Weiß ich gar nicht mehr so richtig, ich hatte eigentlich nur schiss, dass man uns erwischt. Ansonsten war es – was ich so gehört habe – für ein erstes Mal nicht schlecht^^

    – Hast du jemals mit deinem Körper gehadert bzw. dich unzulänglich gefühlt? Speziell auf intime Stellen bezogen? (hach, wie sie das Wort “Penis” vermeidet… höhö.)

    Das Problem das viele Männer haben: Gegen ein paar mehr Zentimeter hätte ich nix. Größer könnt‘ ich auch sein, und abnehmen müsste ich auch. Sport könnte ich mehr treiben – aber sonst nichts was nicht irgendwie ungewöhnlich wäre.

    Hattest du, obschon (heute) heterosexuell, jemals erotische Gefühle zu einem männlichen Freund/Bekannten/Lehrer etc.? Wie war das für dich?

    Zwei Jahre lang versucht den Kerl rumzukriegen, aber ich war so offensichtlich wie ein Chamäleon und so waren meine Versuche nicht von Erfolg gekrönt. Die Angst vor ’nem Korb war doch zu groß.

    – Gibt es Dinge, die du dich nicht traust, gegenüber deiner Frau/Freundin/Sexualpartnerin anzusprechen?

    Käme darauf an wie lange ich ihn kenne und das Verhältnis, aber Sex ist doch auch eine Sache der Kommunikation. Wenn jeder sagt was er will und was seine Grenzen sind, dann ist das meistens doch eine ganz angenehme Sache.

  32. Pingback: Geschlechterrollen: Häufungen wird es immer geben, dies sollte aber keinen Konformitätszwang erzeugen | Alles Evolution

  33. Ich habe nicht alles gelesen – sorry, wenn etwas in der Richtung schon mal war.

    Ich verkaufe Branchensoftware (IT-Zeug: hauptsächlich Männer unterwegs) an Maschinenbauunternehmen (Konstruktionsleiter und Geschäftsführer: hauptsächlich Männer). Bestes Small Talk Thema: die eigenen Kinder (sofern auf beiden Seiten vorhanden, natürlich).

    In der Regel kann man kaum über die eigenen Kinder reden, ohne das als emotionales Thema zu begreifen. Wildfremde Männer sprechen über gefühlsduseliges Zeug, einfach so und keiner hält den anderen deshalb für unmännlich. Es braucht dafür weder einen speziellen Rahmen (you can do it with just anybody, anywhere) noch eine spezielle Legitimation („das ist jetzt maskulinistischer Aktivismus, weil wir sprechen darüber, wie sich das Leben mit Kindern ANFÜHLT, statt nur darüber, wie viel ein durchschnittlicher Siebenjähriger wiegen sollte).

    Im Small Talk mag das seine Grenze in der emotionales Tiefe haben, mit einem Freund kann man das noch breiter erörtern – genau wie die Katastrophe mit der Ex-Frau und die Unruhe, die durch das letzte versägte Projekt ins Berufsleben eingezogen ist. Das Männer sich sofort mit nassen Handtüchern schlagen und dabei „Schwuuuuuuuuuuuul!“ und „Weibisch! Weibisch!“ schreien, ist ein merkwürdiger Mythos.

    Männer sprechen dauernd mit anderen Männern über emotionale, vielleicht-vielleicht-auch-nicht spezifisch männliche Themen. Sie würden das wahrscheinlich aber nicht so abgrenzen. „Das ist ein -maskulinistisches- Thema weil es betrifft mich explizit in meiner Eigenschaft als Mann“.

    Mann sein ist alles, was ich kenne – ich gehe deshalb davon aus, dass ALLES, was mich umtreibt ein „männliches“ Thema ist. Egal ob ich vor der Frage stehe, ob ich gerade meine Ehe vor die Wand fahre oder ob da Coriander ans Murgh Kari gehört (was es natürlich tut).

    Wann jemand seinen ersten Samenerguss hatte und wie der sich angefühlt hat (von letzterem habe ich ohnehin eine recht gute Vorstellung) ist aber nichts was mich umtreibt. Das ist pupertärer Pillepalle. Abgehakt.

    Frauen dürfen natürlich trotzdem gerne über Menstruation sprechen – die Annahme, für Männer muss deshalb auch eine bestimmte Körperlichkeit das Äquivalent sein, ist aber wahrscheinlich falsch. Ich kann da ja auch nur von mir und meiner Wahrnehmung ausgehen.

  34. Der Blogpost ist zwar schon etwas älter, aber ich wollte dennoch meinen Senf dazu geben. Bin leider bisher nicht dazu gekommen, weil ich gerade in der Abschlussprüfungsphase stecke und keine Muße hatte, einen ausführlicheren Text zu verfassen. Beziehungsweise, ich hab meinen Arsch nicht hochgekriegt 😉

    Ich war bisher nur stiller Mitleser, aber da deine Blogs in den letzten Monaten immer wieder ne Quelle der Prokrastination für mich waren und du zum Teil ja recht persönliche Dinge preisgibst, dachte ich mir dass es nur fair wäre, im Gegenzug mal dasselbe zu tun.

    Eins vorweg: Ich würde mich keinesfalls als Maskulisten bezeichnen (tatsächlich habe ich erst durch deinen Blog erfahren, dass es sowas wie Maskulisten gibt); die Mehrzahl der maskulistischen Texte die ich interessehalber mal gelesen habe wirkten auf mich am ehesten wie reaktionäres Gegreine. Und sowas brauch ich wirklich nicht.

    Naja, soviel zur Einleitung, eigentlich wollte ich mich ja auf deine Fragen konzentrieren; einiges, was der Poster ruolbu weiter oben bereits geschrieben hat, trifft dabei in gewisser Weise auch auf mich zu.

    – Wie hast du deinen ersten Samenerguss erlebt? Wie waren deine Gefühle/Gedanken davor und danach?

    Die Siutation an sich ist mir zwar noch sehr deutlich im Gedächtnis, aber wie alt ich damals war, weiß ich nicht mehr genau, jedenfalls jünger als 13. Ich war alleine zu Hause und hab mir irgend so einen 08/15-Thriller/Actionstreifen angesehen, der auch eine wirklich harmlose Sexszene beinhaltete. Analog dazu hab ich dann eben etwas an mir rumgespielt bis ich einen Orgasmus hatte, was natürlich eine gigantische Entdeckung war. 😉 Aber großartige Gedanken hab ich mir in der Folge nicht darüber gemacht.
    Was mir etwas Sorgen machte war, dass meine Vorhaut danach einen ganzen Tag lang ziemlich angeschwollen war – keine Ahnung, wie ich das damals hingekriegt habe, ist jedenfalls seither nie mehr vorgekommen. 😉

    – Wie hast du, gerade als Junge, Masturbation erfahren? Wie ist es heute? Hattest du Schuldgefühle etc.?

    In der späten Pubertät hatte ich tatsächlich eine Phase, in der ich mich nach dem Onanieren häufig irgendwie schuldig gefühlt bzw. geschämt habe. Was ich im Nachhinein sehr seltsam finde, da weder in meiner Familie jemals negativ über sexuelle Themen gesprochen wurde, noch von anderer Seite sowas an mich herangetragen worden wäre. Interessanterweise bin ich im Gespräch mit meinem besten Freund mal auf dieses Thema gekommen – er hatte ähnliches erlebt.

    – Wie sind deine Eltern mit dem Einsetzen deiner Pubertät umgegangen? Wie hat sich das Verhältnis geändert?

    Das war tatsächlich zeitweise etwas krass. Meine ältere Schwester war kurz zuvor zwecks Studium von zu Hause ausgezogen, weshalb ich dann alleine mit meiner Mutter zusammengelebt habe. Als Kind war ich ziemlich auf meine Mutter fixiert, dass hat sich in der Pubertät allerdings schlagartig geändert. Als Kind hatte ich ziemlich regelmäßig heftige Wutausbrüche, mit der Pubertät hat sich diese Aggression dann größtenteils nach innen verlagert. Wenn es dann mal zu nem – passiv-aggressiven – emotionalen Ausbruch kam hat meine Mutter alles abgekriegt. Dafür schäme ich mich z.T. heute noch und würde meinem jüngeren Ich auch mit Genuß dafür in den Hintern treten. Nach der Pubertät hat sich das Verhältnis zu meiner Mutter dann wieder größtenteils normalisiert.
    Die Beziehung zu meinem Vater hat sich im Grunde nicht großartig geändert – wir hatten nie ein besonders enges Verhältnis, schon allein deshalb weil ich ihn nur alle 2 Wochen gesehen habe.
    Ach ja, und was Aggressionen angeht: Die sind mit dem Ende der Pubertät auch praktisch komplett verschwunden. Heutzutage bin ich meist die Gelassenheit in Person.

    – Was fühltest/dachtest du bei deinem ersten Mal?

    Tja, das ist so einer meiner wunden Punkte, deshalb wird dieser Abschnitt etwas länger: Vor ein paar Monaten habe ich die 30 überschritten und bisher ist es nicht dazu gekommen. Rein an der Optik kann es eigentlich nicht liegen, bin zwar kein Model, aber ein buckliger Höhlentroll bin ich nun auch nicht. Durchschnitt würde ich sagen (aber zum Thema Aussehen folgt weiter unten sowieso noch mehr). Total uncharismatisch bin ich trotz einer gewissen sozialen Unbeholfenheit jetzt auch nicht. Es gab durchaus auch nicht wenige Frauen, die an mir interessiert gewesen wären, wenn ich es überschlage etwa ein Dutzend (sowohl rein sexuell als auch in Hinblick auf eine Beziehung) – dummerweise waren fast alle diese Frauen total uninteressant für mich.
    Bei zwei dieser Frauen war es sogar sonnenklar, dass sie mit mir schlafen wollten, und auch nur das.

    Bei der ersten „Gelegenheit“ muss ich etwa 24 gewesen sein. Hatte in einem Club ein Mädel kennengelernt und bin in der selben Nacht noch mit ihr im selben Bett gelandet. Wie gesagt, es war glasklar, dass sie nur auf der Suche nach einem One-Night-Stand war, (die Initiative ging damals rein von ihr aus, ich habe im Grunde nur reagiert) aber ich war in dem Moment mit dieser völlig unerwarteten Situation derart überfordert, dass wir nicht miteinander geschlafen haben. Nicht, dass ich keine Erektion bekommen hätte, aber ich hatte einfach Schiss. Immerhin hatte ich bis dato noch nicht mal eine Frau geküsst. Hab sie dann noch zweimal getroffen und – um ihr die ganze Sache zu erklären – auch „gebeichtet“, dass ich noch Jungfrau bin. Hatte den starkenn Eindruck, dass ich in dieser Sekunde bei ihr igendwie „unten durch“ war – ob das jetzt Einbildung meinerseits gewesen ist oder nicht, keine Ahnung.

    Die zweite „Gelegenheit“ ist etwa anderthalb Jahre her, auf ner Rockparty auf dem Campus. Kurz vor Schluss lungerte ich am Tresen rum, trank mein letztes Bier und dachte mir nichts Böses als mich ein Mädel von der Seite ziemlich offensiv angebaggerte (O-Ton unter anderem: „Warum schleppst du mich nicht ab?“). Wenn sie mein Typ gewesen wäre, wäre ich vielleicht sogar drauf eingestiegen. Aber wie singen Tocotronic doch so schön: „So will ichs doch nicht haben“ ^^

    Gesprochen hab ich über dieses Thema bisher nur mit meinem besten Freund und meiner besten Freundin. Mit meinem besten Freund (kennen uns seit der Grundschule) hab ich auch nur darüber geredet, weil ich vermutete, dass er zu dem Zeitpunkt (wir waren beide Ende 20) auch noch keinen Sex hatte – womit ich auch richtig lag. Deshalb dürfte es nicht überraschen dass er weder einen blöden Spruch brachte noch sonstwie negativ reagierte, sondern ziemlich verständnisvoll war.
    Bei meiner besten Freundin sah es etwas anders aus: Als ich mal mit ihr beim Bier zusammen saß, hab ich ihr aus einer spontanen Laune (okay: Bier-Laune) heraus davon erzählt. Das Ende vom Lied war, dass sie glaubte (wie sie mir allerdings erst viel später erzählte), ich wolle sie irgendwie vertreiben…vermutlich wegen dem Umstand, den ich weiter unten noch ausführe.
    Seither hab ich nie wieder mit jemandem darüber gesprochen, aus Angst, wie mein Gegenüber reagiert. Habe nämlich weder großartige Lust auf blöde Sprüche noch auf Mitleidsbekundungen – und ich vermute einfach der Großteil der Reaktionen würde in eine dieser Kategorien fallen.

    Zum Thema Beziehungen allgemein: Ich glaube, dass ich noch nie eine hatte, dürfte mehrere Ursachen haben, aber die wichtigsten sind wohl:

    1. Ich verliebe mich nur sehr schwer – bisher war ichs nur 3 mal in meinem Leben. Dummerweise immer in Frauen, die entweder schon vergeben oder nicht an mir interessiert waren:

    Die erste (noch zu Schulzeiten) wusste gar nicht, dass ich in sie verliebt war. Wir waren ganz gut befreundet, und irgendwann hatte ich mir ein Herz gefasst und wollte es ihr sagen. Wir hatten uns kurz nach den Sommerferien zum Kino verabredet, und während der Werbung fragte ich beiläufig, was es denn so neues gebe. Antwort: Ja, ich bin jetzt mit xyz zusammen. *Zonk!*
    Nach der Schulzeit haben wir uns dann aus den Augen verloren (sie ist ins Ausland gezogen); sonst hätte ichs vielleicht nochmal versucht.

    Die Zweite war meine beste Freundin während des Studiums (dieselbe, der ich dann später mal von meiner Jungfräulichkeit erzählte). Heute ist unser Verhältnis klar Freundschaftlich, aber es gab so eine etwa 2 Jahre andauernde Phase, in der es doch irgendwie knisterte. Erst hatte sie sich für mich interessiert, ich mich aber nicht für sie. Später war es dann genau anders herum. Als sie dann mal auf einer Party in meinem Beisein mit irgend einem Schmock flirtete, brachte mich das dezent aus der Fassung und ich kam auf die grandiose Idee, stante pede den Stand unserer Beziehung diskutieren zu wollen. Die Folge: ein halbes Jahr Funkstille. *Zonk!*

    Die Dritte lernte ich im Zuge eines meiner Studi-Nebenjobs kennen; sie war dort Volontärin. Dummerweise schon vergeben. Wir haben uns etwa anderthalb Jahre immer mal wieder gesehen und uns dann zum Teil auch nur zu zweit stundenlang unterhalten, quasi selbe Wellenlänge; ihr ist definitiv klar gewesen, dass ich mehr für sie empfinde als bloße Freundschaft. Auf ihrer Geburtstagsparty, alle Gäste außer mir waren schon weg, kam es dann auch zu ziemlich heftigem Küssen (Initiative ging auch hier von ihr aus), das war dann aber auch schon alles. Liebesbekundungen meinerseits wurden abgebürstet. *Zonk!*
    Als sie sich ein paar Monate später von ihrem Freund getrennt hatte, versuchte ich es noch einmal. Selbes Ergebnis *Doppelzonk!*

    Diese Erfahrungen haben mich nicht unbedingt selbstsicherer werden lassen. Die meisten würden wahrscheinlich sagen: mimimi, von sowas lässt du dich verunsichern? Waschlappen! Tja, aber so bin ich nun mal.

    2. Ich kann einfach nicht flirten. Punkt. Ich habs zwar immer mal wieder versucht, aber es hat immer ein hochnotpeinliches Ende genommen. Weshalb es bei mir schonmal flach fällt, eine mir vollkommen fremde Frau in einer Bar, einem Club oder sonstwo einfach so anzusprechen. Im Rückgriff auf Punkt 1 muss ich dabei noch anfügen, dass ich sowieso erst dann – halbwegs – aktiv werde, wenn ich mich schon verliebt habe. Was bei Frauen die ich gerade erst getroffen habe eher unwahrscheinlich ist, immerhin heiße ich nicht Ted Mosby ^^

    3. Ich bin im Grunde ständig mit meinem Körper unzufrieden, was bei mir zu einer gewissen Befangenheit führt, die ich vermutlich auch ausstrahle. Der Klassiker „mangelnde Selbstsicherheit“ ist das Stichwort.

    – Hast du jemals mit deinem Körper gehadert bzw. dich unzulänglich gefühlt? Speziell auf intime Stellen bezogen? (hach, wie sie das Wort “Penis” vermeidet… höhö.)

    Wie schon ziemlich am Anfang gesagt bin ich „objektiv“ betrachtet (sofern das bei diesem Thema überhaupt möglich ist) nicht unbedingt häßlich, das Folgende sind also meine höchst subjektiven Empfindungen.
    Seit ich in der Pubertät war hadere ich in schöner Regelmäßigkeit mit meinem Körper.
    Rein gewichtstechnisch gabs da in den letzten 15 Jahren ein ständiges auf-und-ab, ohne dass ich jemals stark übergewichtig gewesen wäre. Selbst leichtes Übergewicht führt bei mir allerdings schnell dazu, dass ich mich selbst nicht so recht leiden mag, fühle mich dann einfach unwohl.
    Andere Dinge die mich an meinem Körper immer wieder mal stören sind: mein für einen Mann recht breit gebautes Becken und die eher weibliche Fettverteilung in dieser Region; die für meinen Geschmack zu zahlreichen Leberflecke (generell mag ich meine Haut nicht besonders); die Form meiner Nase; sowie einige unschöne Geweberisse aka Schwangerschaftsstreifen an den Oberschenkeln – ist also genug Potenzial vorhanden, sich selber fertig zu machen 😉
    Lustigerweise stören mich diese Dinge bei Anderen wenig bis gar nicht.
    Aber wenn du schon explizit nach dem Penis fragst: das ist tatsächlich der Teil meines Körpers, mit dem ich insgesamt am zufriedensten bin. Habe zwar auch diese Hornzipfel, von denen der Poster ruolbu bereits geschrieben hat, die stören mich allerdings nicht (mehr). Gedanken mache ich mir eher darüber, was meine erste Sexualpartnerin davon halten wird – wenn sie sowas vorher noch nie gesehen hat (da statistisch gesehen höchstens jeder 5. Mann sowas hat immmerhin im Bereich des Möglichen), könnte das immerhin zu Irritationen führen.

    – Hattest du, obschon (heute) heterosexuell, jemals erotische Gefühle zu einem männlichen Freund/Bekannten/Lehrer etc.? Wie war das für dich?

    Kann ich nicht behaupten. Ich habe zwar schon in der Vergangenheit andere Männer für ihr gutes Aussehen bewundert (aber auch sehr selten, da müssen sie schon vom Schlage eines Jensen Ackles sein), erotische/sexuelle Gefühle hatte ich dabei allerdings nicht.

    – Gibt es Dinge, die du dich nicht traust, gegenüber deiner Frau/Freundin/Sexualpartnerin anzusprechen?

    Da ich wie gesagt bisher keines der drei hatte war das bislang kein Thema. Aber hypothetisch gesprochen: nein. Eines der Dinge, die ich mir in einer Beziehung wünschen würde, wäre eben, dass ich mit meiner Partnerin über alles sprechen kann. Meine Wunschvorstellung ist also sozusagen Partnerin = Beste Freundin mit Bonusleistungen 😉

    • Hi Latour,

      vielen, vielen Dank für deinen Kommentar! Es macht mich glücklich, dass wenigstens der ein oder andere die Fragen nicht komplett sinnlos findet 🙂

      Und da will ich dir gerade mal die Hand reichen: Ich war auch eine Absolute Beginnerin! Ich hatte mein erstes Mal mit 23. Ich weiß GENAU, wie scheiße man sich damit fühlt. Nochmal, vielen Dank, dass du das geteilt hast!!
      Ich plane schon ewig, darüber mal einen Artikel zu schreiben, aber alles, was du zu diesem Thema berichtest, kenne ich nur zu gut. Leider hab ich keinen wirklichen Tipp für dich, wie das „Problem“ zu beseitigen wäre… bei mir war es letztendlich auch nur Zufall. Wie es, glaube ich, neben dem niedrigen Selbstbewusstsein, sowieso größtenteils Zufall ist, warum manche Leute schon seit ihrer Pubertät mit schlafwandlerischer Sicherheit von einer Beziehung/Sex zur nächsten taumeln und andere eben nicht. Das ist scheiße!! Aber hat bei den meisten wirklich weder was mit Hässlichkeit, noch mit völliger Unfähigkeit im zwischenmenschlichen Bereich zu tun.

      Ein sehr guter erster Schritt ist allerdings, sich deswegen nicht mehr selbst zu zerfleischen und gar so zu schämen, dass man sich niemanden anvertraut. Finde ich toll, dass du dich das traust!!

      Mehr (bzw. was intelligentes) fällt mir dazu leider nicht ein. Ich wollte dich nur wissen lassen, dass du mit diesem Problem wirklich nicht allein bist und ich das alles so sehr nachfühlen kann. Danke für deinen Kommentar!

      • „vielen, vielen Dank für deinen Kommentar! Es macht mich glücklich, dass wenigstens der ein oder andere die Fragen nicht komplett sinnlos findet :)“

        Habe beim Lesen dieses Strangs auch nicht ganz kapiert, warum viele deine Fragen als sinnlos/abwegig betrachten. Ich meine, immerhin schleppt doch jeder Mensch ein anderes Bündel an Erfahrungen mit sich herum – möglicherweise ähnlich, aber eben doch nicht gleich. Und ich persönlich finds eben auch immer mal wieder spannend/faszinierend von Erfahrungen zu lesen, die so gar nichts mit meiner eigenen Lebenswelt zu tun haben. Ohne deinen Blogpost nochmal gelesen zu haben unterstelle ich dir da einfach mal eine ähnliche Motivation ^^

        „Und da will ich dir gerade mal die Hand reichen: Ich war auch eine Absolute Beginnerin! Ich hatte mein erstes Mal mit 23. Ich weiß GENAU, wie scheiße man sich damit fühlt. Nochmal, vielen Dank, dass du das geteilt hast!!
        Ich plane schon ewig, darüber mal einen Artikel zu schreiben, aber alles, was du zu diesem Thema berichtest, kenne ich nur zu gut. “

        Der Artikel würde mich auf jeden Fall interessieren! Ich habe den Eindruck, dass dieses Thema im Bewusstsein der meisten Leute praktisch inexistent ist; man hört und liest fast nichts darüber (gut, ich muss gestehen ich habe auch nicht wirklich intensiv danach gesucht).

        „Leider hab ich keinen wirklichen Tipp für dich, wie das “Problem” zu beseitigen wäre… bei mir war es letztendlich auch nur Zufall. Wie es, glaube ich, neben dem niedrigen Selbstbewusstsein, sowieso größtenteils Zufall ist, warum manche Leute schon seit ihrer Pubertät mit schlafwandlerischer Sicherheit von einer Beziehung/Sex zur nächsten taumeln und andere eben nicht. Das ist scheiße!! Aber hat bei den meisten wirklich weder was mit Hässlichkeit, noch mit völliger Unfähigkeit im zwischenmenschlichen Bereich zu tun.“

        Tja, man versucht eben, sich eine Erklärung zusammenzuschustern, wenn einem etwas verwehrt bleibt, das für die Mehrheit der Menschen mehr oder weniger selbstverständlich zum Leben dazugehört. Ob diese Erklärung mit der Realität deckungsgleich ist, ist natürlich – wie so oft – die entscheidende Frage ^^
        Aber diese „Sex-Beziehungs-Schlafwandler“ haben mich auch schon immer gewurmt…

        „Ein sehr guter erster Schritt ist allerdings, sich deswegen nicht mehr selbst zu zerfleischen und gar so zu schämen, dass man sich niemanden anvertraut.

        Tatsächlich hab ich diesen Schritt des nicht-mehr-zerfleischens mittlerweile hinter mir, glaube ich zumindest. Als es auf die 30 zuging hatte ich einige zeitlang so eine Art „Torschlusspanik“ (mir fällt grad keine bessere Umschreibung ein). Aber seit ich die Schwelle überschritten habe denke ich mir bloß noch „Meh, war doch im Grunde auch nur ne willkürlich gezogene Grenze meinerseits, was solls. Es passiert wenn es eben passiert“.

        „Danke für deinen Kommentar!“

        Gern geschehen!

      • „Habe beim Lesen dieses Strangs auch nicht ganz kapiert, warum viele deine Fragen als sinnlos/abwegig betrachten.“

        Maskulisten halt 😀

        „Tja, man versucht eben, sich eine Erklärung zusammenzuschustern, wenn einem etwas verwehrt bleibt, das für die Mehrheit der Menschen mehr oder weniger selbstverständlich zum Leben dazugehört. Ob diese Erklärung mit der Realität deckungsgleich ist, ist natürlich – wie so oft – die entscheidende Frage ^^“

        Ich habe wirklich lange darüber nachgedacht, woran das bei mir wohl liegen könnte. Natürlich hatte ich auch eine „Klar, ich bin einfach zu hässlich und fett“-Phase, bis ich dann bemerkt habe, dass wesentlich hässlichere und fettere Frauen trotzdem Beziehungen führen. Inzwischen bin ich mir sehr wohl bewusst, dass ich in einiger Hinsicht nicht dem Schönheitsideal entspreche, aber ich bin auch weit davon entfernt, hässlich zu sein.
        Das Problem ist nicht monokausal und bei jedem etwas anders geartet. „Zufall“ ist sicher nicht der einzige Faktor. Aber ich bin inzwischen wirklich überzeugt, dass es sehr wohl EIN Faktor ist. Aber um das in Gänze auszubreiten, muss ich wirklich diesen Artikel erst schreiben 🙂

        „Es passiert wenn es eben passiert”.“

        So isses 🙂

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