Ein Jahr danach: #Aufschrei, Nachhallen

Stellt euch vor, ihr latscht in eine Musikschule rein und bucht Stunden bei Herman Li. Ihr würdet ihn ankucken und fragen: „Was kann Gitarre denn so?“ Und Herman Li würde grinsen und euch ein zwölfminütiges Solo an den Kopf knallen.

So ähnlich fühlte ich mich bei #aufschrei.

Im Dezember 2012 startete ich diesen Blog und kündigte auch gleich an, im Netzfeminismus mitmischen zu wollen. Einen Monat später kam der #aufschrei. Es war tatsächlich so gewesen, als hätte ich arglos lächelnd die Arme ausgebreitet und gerufen: „Na, was ist? Komm doch her und zeig mir, was du kannst!“ Und die lakonische Antwort aus den Tiefen des Internets war: „Das, Robin. Das.“

In den Tagen, in denen #aufschrei am wirkungsmächtigsten war und im Sekundentakt Tweets abgesendet wurden, machte ich ein richtiges Wechselbad der Gefühle durch. Was aber überwog: pure Euphorie. Ja, das mag bescheuert klingen, wenn wir uns das Thema zurück ins Gedächtnis rufen, aber die reine Wahrheit. Natürlich, während ich Beiträge wie diesen hier schrieb und meine Erinnerungen nach sexistischen Erlebnissen durchforstete, die ich twittern konnte, war ich selbstverständlich in anderer Stimmung. Scham über alte Verletzungen, Wut über saublöde Sprüche, kopfschüttelndes Entsetzen über Dinge, die einfach nicht richtig sind und die ich trotzdem hinnehmen musste, weil ich zu jung oder zu ängstlich war, um mich zu wehren.
Doch danach – Befreiung. Das gute Gefühl, Teil eines Kollektivs zu sein, das endlich die Schnauze voll hat und es jedem ins Gesicht brüllt, der immer noch der Meinung ist, das sei doch alles nicht schlimm.

Jahrelang waren meine Erfahrungen immer nur abgewertet worden. „Reg dich nicht so auf“ „Boah, du hast echt keinen Humor“ „Naja, ist ja nichts schlimmes passiert“ – nur einige der Sprüche, die ich mir anhören musste. Einmal löste ich mit meiner Erzählung über diese saublöde Gynäkologin, die es nicht geschafft hatte, mir als Kind auch nur die rudimentärste Intimsphäre zuzugestehen, einen krassen Streit aus, in dem ich mir von einer Freundin maschinengewehrartig immer wieder anhören musste, was für eine hysterische Kuh ich sei, die ich fortan der Meinung gewesen bin, diese Frau sei eine schlechte Ärztin. Ob guter oder schlechter Doktor, das hinge ja nicht vom Einfühlungsvermögen ab (ähä. Doch. Auch.).

Und plötzlich war alles anders. Ich merkte, ich bin nicht allein, nie gewesen. Viele hatten ähnliches erlebt, viele favorisierten meine Erlebnisse, weil sie fanden, dass sie relevant waren. Es war wie eine nachträgliche Legitimation für die ganzen Scheißgefühle, ausgelöst durch Scheißerlebnisse, die in mir gebrodelt hatten und die ich nur sehr selten rausgelassen hatte, weil ich ja doch nicht auf Verständnis hoffen konnte.

#aufschrei war für mich die reinste Kartharsis.

Und DANN kamen die Hater und Trolle.

Ein Jahr nach #aufschrei hat es sich in gewissen Kreisen etabliert, von „#Aufschreihälsen“ etc. zu reden und dafür johlenden Beifall zu kassieren. Denn #aufschrei, wisst ihr, war männerfeindlich, und alles, was unter diesem Hashtag getwittert worden ist, war die pure Jammerei. Natürlich. Weisse Bescheid.

Für einige scheint es wirklich zu reichen, beim #aufschrei mitgemacht zu haben, um als „radikalfeministisch“ eingestuft zu werden. Was haben diese Leute bitte für eine Definition von radikal? Warum darf ich nicht erzählen, was mir passiert ist, warum muss ich die Täter schützen?

Natürlich deswegen: Weil es um Männer geht. Und weil ich von EIN PAAR Männern berichte, die im Laufe meines Lebens meine Grenzen überschritten haben, MUSS das ja heißen, dass ich allgemein Männer hasse. Selbst wenn einige Täter Frauen gewesen waren. Was dann wohl heißt, dass ich komplett alles und jeden hasse, oder so.

Mich ärgert diese Einschätzung so dermaßen – nicht nur, weil ich selbst betroffen bin. Es ist einfach nur krass selektiv und undifferenziert, denn diese Art Hater machen mehrere schwerwiegende Fehler:

1. Sehen sie den Ursprung nicht. Dieser war NICHT „Sammeln wir jetzt mal böse Storys über die bösen Männer“, sondern „Sammeln wir mal unschöne, sexistische Erlebnisse“. Wer sind die, die uns das verbieten wollen? Was haben die, die sich von „Typ X hat mich in der Straßenbahn angegrabscht“ angesprochen und beleidigt fühlen, für ein Scheißproblem? Und warum ist das MEIN Problem?

2. Darauf aufbauend: Sie sehen nur, was sie sehen wollen. Ja, dann hat halt irgendeine Tussi tatsächlich in einem Tweet Männer kollektiv unter Generalverdacht gestellt oder wirklich mal was peinlich-überempfindliches getwittert, was man auch unter den wohlwollendsten Umständen nicht als irgendeine Form des Sexismus einordnen kann. Das ist kein Beweis für die inhärente Männerfeindlichkeit oder Irrelevanz des #aufschreis, sondern Resultat unserer demokratischen Gesellschaft. Ich vergleiche das gerne mit Sozialleistungen: Diese sind, wie mir wohl jeder zustimmen wird, für Menschen, die sie brauchen, die unverschuldet in Not geraten sind, gut und richtig. Nun würde aber vermutlich nicht mal der am weitesten linke Politiker bestreiten, dass damit auch Schindluder getrieben wird, dass das Phänomen „Sozialschmarotzer“ (so sehr ich das Wort auch hasse) tatsächlich existiert, wenn auch sehr, sehr viel weniger verbreitet als vom rechten Rand gerne angenommen. Aber das finde ich okay. Anders geht es nämlich nicht. Erfinde irgendwas tolles und irgendjemand wird es missbrauchen. So war es, so ist es und so wird es auch immer sein, solange wir nicht auf Totalüberwachung umstellen. Aber so wie eine ungenannte Zahl Sozialschmarotzer nicht Sozialleistungen per se in etwas böses verwandeln, so wurde durch ein paar blöde Tweets auch nicht direkt der gesamte #aufschrei zerstört. Die Intention war nämlich eine andere.

Wer sind die, die alle Teilnehmerinnen des #aufschreis pauschal abwerten müssen, sich dann aber nicht erblöden, immer wieder individuelle Ausnahmen zu machen, statt die Sache einfach umgekehrt anzugehen, so wie es sein sollte? Was erwarten solche Leute von mir für die gönnerhafte Feststellung, MEIN Erlebnis X wäre ja tatsächlich uncool gewesen? Ne Parade oder was? Brauche ich eine solche Legitimation etwa – und dann auch noch von Typen und Tussis, die mit der gleichen lässigen Nonchalance alle anderen „Aufschreihälse“ beleidigen?
Es scheint ein großes Opfer zu sein, in Einzelfällen eingestehen zu müssen, dass Sexismus und sexualisierte Gewalt tatsächlich existiert. Und sobald dieses Opfer erbracht wurde, wird erwartet, dass man sich total lieb und sachlich mit diesen opferbereiten Personen und all ihren wunderbaren Theorien auseinander setzt. Diese Leute, die Hashtags wie #aufschrei, #schauhin, #isjairre und #nudelnmitketchup missbrauchen und das megamäßig lustig finden. Tja – nee. Dazu fällt mir eigentlich nur eines ein:

you suck

Sogar von feministischen Verschwörungen ist teils die Rede, denn diese Hashtagerfindung kann ja kein Zufall gewesen sein und überhaupt wurden die vielen zehntausend Tweets ja nur von ungefähr sieben Radikalfemis produziert und bla. Manche gehen von einer „realen“ Zahl von „echten“ Tweets aus, die mich immer wieder zum Kichern bringt, denn das hieße, ich hätte mit meinen Tweets je nach Interpretation 10-100% des #aufschreis allein abgedeckt. Hihihi und so – aber nö ^^

Was bleibt ein Jahr nach #aufschrei? Uns wurde ein Label gegeben, dass ich sehr gerne benutze, wenn mir mal wieder was blödes passiert. Wenn ich über so etwas schreibe, tagge ich es mit dem Hashtag, benutze ihn weiterhin bei Twitter, egal wie viele Trolle darunter bereits twittern etc.pp. Ich weiß, ich werde damit eher gefunden, ich weiß, ich werde so besser gehört. Und das gefällt mir. Denn laut sein ist gut. Auch ohne Gitarre.

Am Schluss noch ein paar Links von vor einem Jahr:
Mein Aufschrei (dort am Ende auch eine umfangreiche, aber mit Sicherheit unvollständige Liste mit weiteren #Aufschrei-Beiträgen von anderen Bloggerinnen)
Mein Aufschrei II (Kellnerinnenedition)
Meine Antwort an Meike Lobo und ihren Anti-Aufschrei-Artikel
Der Aufschrei im Generationenkonflikt – ein Gespräch mit meiner Mutter

Und auf Kleinerdrei findet sich ein schöner „Ein Jahr danach“-Artikel, der weitere Links zu diesem Thema sammelt!

58 Gedanken zu “Ein Jahr danach: #Aufschrei, Nachhallen

  1. Genau „Weil es um Männer geht“, kann ich durchaus nachvollziehen, daß mancher Mann angepißt ist, mal wieder nur als Zielscheibe zu dienen. Auch ich hätte manches zum Aufschrei beizutragen, aber es geht um Männer. Das war von Anfang an klar. Man drängt sich ja auch nicht auf eine Hochzeit, zu der man nicht willkommen ist oder als Türke in die Spielwiesen von Pro Köln.

    • Zielscheibe waren aber nicht Männer, Zielscheibe waren Sexisten und/oder Gewalttäter. Sich von so etwas angesprochen und beleidigt zu fühlen, nur weil man ein körperliches Merkmal mit den Tätern teilt, ist das individuelle Problem der jeweiligen Beleidigten, aber hat mit mir und den anderen #aufschrei-Mitmacherinnen erst mal recht wenig zu tun.

      • „nur weil man ein körperliches Merkmal mit den Tätern teilt,“ Was heißt „mit den Tätern“? Meine Sexismuserfahrungen habe ich mit Frauen erlebt. Wenn es also „Um Männer“ geht, wie Du eingangs schriebst, ist auch klar, welche Beiträge erwünscht und welche unerwünscht sind. Da braucht sich niemand zu wundern, wenn es vereinzelt auch Unmutsäußerungen gibt.

  2. Was du als Befreiung erlebt hast kam eben bei vielen als sehr undifferenzierte Anklage rüber. Auch wenn jede Frau auf dieser Welt schon mal sexistische Erlebnisse hatte bedeutet das eben nicht, dass die Welt durch und durch sexistisch ist, sondern nur, dass es genug Sexisten gibt, auf die dann jede Frau mal trifft.

    Dazu kommt, dass da eben auch viele Kleinigkeiten dargestellt worden sind, von einem Blick bis hin zu anderen Banalitäten, die alle in diesem Kontext einbezogen worden sind.

    • Interessant. Erzähl mir doch bitte noch mehr Sachen, die ich bereits im Artikel erwähnt habe, und lasse es so klingen, als würdest du mir etwas unglaublich wichtiges erklären.

      • Es ist ja auch eine Frage, wie es dann kommunziert wurde. Aus der Sicht von Anne Wizorek klang das Fazit dann eher so:
        http://allesevolution.wordpress.com/2013/02/12/aufschrei-bei-zdflogin-mit-laura-dornheim-anne-wizorek-und-maximilian-putz/

        „Viele Frauen wehren sich schon allein dadurch, dass sie jeden Tag trotzdem noch auf die Straße gehen anstatt sich zuhause zu verbuddeln. Für ganz viele Frauen ist es extrem schlimm einfach schon auf die Straße zu gehen.“

        Und in diesem Sinne wurde auch die Aufschrei-Kampagne instrumentalisiert. Was Gegenbewegungen verständlich macht.

      • Sie beschreibt die Gefühlslage offensichtlich traumatisierter Frauen. Wo genau in diesem Statement liest du eine allgemeine Verurteilung von Männern heraus?

      • Sie sgat nicht, dass einige wenige Frauen durch besondere Ereignisse stark traumatisiert sind und diese Ausnahmen sich deswegen nicht aus dem Haus trauen, sondern das viele Frauen sich wegen der Belästigungen im Alltag nicht mehr aus dem Haus trauen.

        Darin siehst du keine Übertreibung?

      • Ja, es ist eine Übertreibung, wie sie in einem verbalen Gespräch und eben auch einer Talkshow schnell mal passiert, vor allem als Antwort auf die saublöden Äußerungen von Frau Eberling. Ich sehe trotzdem nicht, inwiefern sie #aufschrei damit instrumentalisiert, was ja deine vorherige Aussage war.

      • „Interessant. Erzähl mir doch bitte noch mehr Sachen, die ich bereits im Artikel erwähnt habe, und lasse es so klingen, als würdest du mir etwas unglaublich wichtiges erklären.“

        Wieso gibt es keine „Daumen-Hoch“ Funtion für Kommentare? =D

      • Ja, es ist eine Übertreibung, wie sie in einem verbalen Gespräch und eben auch einer Talkshow schnell mal passiert,[..]

        Ich würde sagen: Das ist ganz klar kein Ausrutscher, sondern ein zentrales Kernelement des Wizorek’schen Weltbildes. Das ist keine einmalige Äußerung, sondern wird bei fast jeder Gelegenheit ins Feld geführt.

        Sexuelle Belästigung/-Gewalt hat demzufolge die Funktion, das hierarchische Geschlechterverhältnis aufrecht zu erhalten. Sie ist demzufolge also kein individuelles Fehlverhalten, sondern Teil eines systematisch ausgeübten Masterplanes zur Aufrechterhaltung männlicher Privilegien. Anders kriegt man auch wohl kaum eine Verbindung zwischen sexueller Belästigung und weiblicher Unterrepräsentanz in DAX-Vorstandsetagen hin.

        Brownmiller hat’s erfunden, und das hat nun mal den US-Feminismus sehr stark geprägt. Via Wizoreks großes und offensichtlich völlig unkritisch rezipierten Vorbildes Jacklyn Friedman kommt das dann (erneut, Schwarzer war der erste Import) über den Atlantik. Einschließlich der ganzen eingebauten Implikationen des dort in der Geschlechterfrage historisch sehr prägenden und kaum überwundenen Viktorianismus.

        Dein Engagement und deine Betroffenheit in allen Ehren, aber sry: So wird eben genau ein regelrechtes Dämonenkollektiv „Männer“ konstruiert.

        Wäre es nicht vernünftiger, davon auszugehen dass die große Mehrheit der Männer kaum Wert darauf legen kann, dass ihre Frauen, Schwestern, Mütter und Töchter sich permanent unwohl fühlen? Unter der Perspektive wäre das Janze wohl kein Machtkampf, sondern ein Aushandlungsprozess darüber, wie man es schafft dass alle gut leben können.

        Mag ja sein, dass du das auch so meintest und bereits geschrieben hast. Auf der anderen Seite bestreitest du aber vehement, dass es o.g. Sichtweise im nennenswerten Maße gibt, und stellst dich voll hinter diejenigen, die sie ziemlich offen vertreten.

    • „Was du als Befreiung erlebt hast kam eben bei vielen als sehr undifferenzierte Anklage rüber. “ Zumal es allein um Sexismus von Männern gegen Frauen ging.

      • Najaaaaa, wie Robin schon beschreibt, es geht im Endeffekt um Grenzüberschreitungen. Egal ob Mann gegenüber Frau, Frau gegenüber Mann oder Mann gegenüber Mann oder Frau gegenüber Frau.
        Aber ja, ich habe auch nichts beigesteuert, einfach weil ich nicht das Gefühl hatte, dass meine Erlebnisse dort ihren richtigen Platz haben, auch wenn in der Theorie es kein Problem dargestellt hätte. Die Hemmschwelle sich als Mann zu sowas zu äußern ist – vor allem bei einem weiblich und feministisch geprägtem #Hashtag – sehr hoch.
        Mindert das meine Erlebnisse und Erfahrungen in ihrem „Wert“ ab? Nein, ich weiß was passiert ist und ich weiß wie ich es wahrgenommen habe.
        Mindern die (nicht radikalen männerfeindlichen tweets, sondern nur „neutralen“ Erlebnisberichte, sorry mir fällt gerade keine bessere Beschreibung ein) mich auf Grund meines Lebens als Mann ab? Nein.
        Dass der Hashtag von manchem Radfem/bescheuertem Idioten als Beweis, dass alle Männer das pure Böse™ sind, instrumentalisiert wird, ist eine andere Geschichte. Aber da ist der Hashtag genauso wenig daran Schuld wie alles andere was für diese bescheurten Verallgemeinerungen verwendet wird.

  3. Danke für den Artikel. Ich hab mich damals nicht getraut selber den einen oder anderen Tweet anzuschicken. Einerseits, weil ich mir nicht sicher war, ob meine Erfahrungen legitim waren ( so ein Blödsinn), andererseits, weils soch sehr persönliche Erlebnisse waren.
    Ich finde die Aktion immer noch enorm wichtig und erfolgreich, weil das Gefühl allein zu sein verschwunden ist.
    Ich fände es schön, wenn Männer ernsthaft ihre Erlebnisse mit Sexismus tweeten würden.
    Generalverdacht ist so eine dummer Hexenjagt. Sicher gibts die eine oder andere Posterin, die so denkt, aber der Großteil eben nicht. Es sind einzelne Arschlöcher, die immer wieder Grenzen übertreten und nicht alle Männer. Und natürlich gibt auch grenzübertretende Frauen. Erzählt davon, wenn sie euch weh tun, wenn ihr wollt und könnt.
    Aber die Erfahrungen anderer runter zu spielen bringt niemanden weiter.

    • „Aber die Erfahrungen anderer runter zu spielen bringt niemanden weiter.“

      Dochdochdoch. Es ist ganz wichtig, die Menschheit darüber aufzuklären, dass die Aufschreihälse sicher alles nur falsch verstanden haben und sich nur anstellen, weil wegen „nicht mehr flirten dürfen“ und so. Das ist total gewinnbringend und förderlich für die Diskussion, weißte. Ist doch ganz klar, dass die das alles viel besser beurteilen können aus ihrer sachlichen Distanz.^^

    • „Ich fände es schön, wenn Männer ernsthaft ihre Erlebnisse mit Sexismus tweeten würden.“
      Ich wurde belästigt, es war scheiße. Statt leise zu protestieren, man will ja kein Aufsehen erregen, und damit zum Befummeln noch dumme Sprüche zu bekommen, hätte ich ihr kurzerhand eine scheuern sollen. Worte tun nämlich nicht weh. Aber Ohrfeigen.

      • @ Michel
        „Worte tun nämlich nicht weh. Aber Ohrfeigen.“

        Ist das dein Ernst? Das kann eigentlich nur jemand sagen, der keine Ahnung davon hat, wie verletzend Worte sein können, weil er diese Erfahrung selbst nicht hat. Das ist ja prima.

        Aber warum dann deine Bedenken davor, deine eigenen sexistischen Erlebnisse zu schildern? So empfindlich, dass du sogar Angst vor Dingen hast, die gar nicht weh tun?

      • „Das kann eigentlich nur jemand sagen, der keine Ahnung davon hat, wie verletzend Worte sein können, weil er diese Erfahrung selbst nicht hat.“

        Ergänzung: Oder der die Empathie einer Dampfwalze hat.

  4. Ui, Robin. Ich fasse es nicht. Ich hätte von Dir etwas Differenzierteres erwartet, Für mich eigentlich Grund genug, Deinen Blog zu verlassen und nicht mehr mit Dir zu diskutieren. Ich überlege noch. Verständnis für Deine Aufschreibegeisterung weckst Du bei mir so jedenfalls nicht.

    Aber eines würde ich doch noch gerne wissen. Das mit dem besonderen Schutz von Twitter-Hashtags. Wenn man nicht hinter #aufschrei steht, so darf man den Hashtag nicht benutzen? Ich halte einen Hashtag viel mehr für einen Sammelpunkt von Diskussionen und finde Deine Aufforderung hier sehr irritierend. Gilt das jetzt nur für besondere Hashtags? Hast Du Dir schon mal verkniffen, einen bestimmten Hashtag zu nutzen weil Du „ihn“ kritisieren würdest?

    • „Ui, Robin. Ich fasse es nicht. Ich hätte von Dir etwas Differenzierteres erwartet, Für mich eigentlich Grund genug, Deinen Blog zu verlassen und nicht mehr mit Dir zu diskutieren.“

      Ach. Heut ein bisschen empfindlich? Ich kann dir leider nicht antworten, wenn du dir nicht die Mühe machst und mir sagst, was genau dir jetzt so sauer aufstößt.

      „Ich überlege noch. Verständnis für Deine Aufschreibegeisterung weckst Du bei mir so jedenfalls nicht.“

      Dann solltest du es noch mal lesen. Gerne auch meine anderen #aufschrei-Artikel. Die geschilderten Erlebnisse scheinen mir erschöpfend darzulegen, weshalb ich über eine solche Plattform sehr erleichtert war.

      „Aber eines würde ich doch noch gerne wissen. Das mit dem besonderen Schutz von Twitter-Hashtags. Wenn man nicht hinter #aufschrei steht, so darf man den Hashtag nicht benutzen? Ich halte einen Hashtag viel mehr für einen Sammelpunkt von Diskussionen und finde Deine Aufforderung hier sehr irritierend.“

      Weißt du eigentlich, von was ich spreche? Welchen Äußerungen? Dem scheint mir nicht so. Leute verhöhnen diesen Hashtag und damit alle Sexismusopfer und Opfer sexualisierter Gewalt und bieten eben KEINE Diskussionen dazu an. Thomas Meyer, den du ja mal als armes Opferlein der bösen Twitterfeministinnen dargestellt hast, hat sich da zum Beispiel SEHR hervor getan. Als ich mit ihm darüber diskutieren wollte, hat er mich nicht mal meinen Satz zu Ende schreiben lassen. Dieser Kerl ist einfach nur ein Troll und leider nicht der Einzige.
      Übrigens dachte ich, du wärst gar nicht bei Twitter? Warum redest du über Dinge, die du maximal aus zweiter Hand weißt?

      • Robin, „Ach. Heut ein bisschen empfindlich? Ich kann dir leider nicht antworten, wenn du dir nicht die Mühe machst und mir sagst, was genau dir jetzt so sauer aufstößt.“

        Ich habe da einfach keinen Bock drauf, weil das Internet voll mit Kritiken am Aufschrei ist. ENMs Maskublockstöckchen hat so einige Männerrechtler sagen lassen, daß für sie der Aufschrei Initialzündung war. Wir sind da einfach deutlich zu sehr auseinander, als daß ich nach Lesen Deines Blogeintrages auch nur eine Annäherung vorstellen kann. Und ja, ich finde #Aufschrei einfach grottig. Ich schätze an Dir weniger deine Meinung, sondern Deine Diskussionsbereitschaft. Sie ist anscheinend gerade im Urlaub gewesen als Du obiges schriebst. Hoffe ich. Ist mir auch gerade egal.

        „Leute verhöhnen diesen Hashtag und damit alle Sexismusopfer und Opfer sexualisierter Gewalt und bieten eben KEINE Diskussionen dazu an.“

        Sorry, ich weiß nicht mehr wer Thomas Meyer ist und ja, ich habe kein Twitterkonto. Aber ich habe einiges über Aufschrei gelesen. Auch auf Twitter. Eine der Kritiken, die Du oben geflissentlich ignorierst, war daß Vergewaltigungen neben Belanglosigkeiten standen und nicht nur Männer wiesen darauf hin, daß solche Dinge den Opfern schade. Aber ich wollte gar nicht in diese Diskussion einsteigen. Verhöhnt man Sexismusopfer wenn man einen Hashtag verhöhnt? Die Frage war nur rhetorisch.

        Nochmal meine Frage, die ich Dir stelle weil es mich wirklich interessiert und weil Du im Gegensatz zu mir auf Twitter aktiv bist. Darf man Deiner Meinung nach mit dem Hashtag #Aufschrei Kritik (auch in satirischer Form) gegen ihn üben? Ist das prinzipiell bei Hashtags Deiner Meinung nach so? Danke.

      • „Ich habe da einfach keinen Bock drauf, weil das Internet voll mit Kritiken am Aufschrei ist.“

        Ja, und mein Beitrag ist größtenteils eine Antwort auf diese Kritik. Jetzt musst du die natürlich nicht teilen (dann würden mich allerdings Argumente interessieren), aber zu behaupten, ich hätte mich damit überhaupt nicht auseinander gesetzt, ist unglaublich billig.

        “ Ich schätze an Dir weniger deine Meinung, sondern Deine Diskussionsbereitschaft. Sie ist anscheinend gerade im Urlaub gewesen als Du obiges schriebst. Hoffe ich. Ist mir auch gerade egal.“

        Das ist ja auch sehr nett: Solange ich mich für Themen einsetze, die den Maskulismus berühren, werde ich gefeiert. Bin ich anderer Meinung, fehlt auf einmal die Diskussionsbereitschaft. Alles klar.
        Es ist ein Blogbeitrag, ein Artikel, ein Kommentar, geschrieben von mir auf meinem Blog. Wie man bei sowas auf (fehlende) Diskussionsbereitschaft schließen kann, ist mir ehrlich gesagt schleierhaft, zumal ich mich ja auf die Argumente der Gegner beziehe.

        „Eine der Kritiken, die Du oben geflissentlich ignorierst, war daß Vergewaltigungen neben Belanglosigkeiten standen und nicht nur Männer wiesen darauf hin, daß solche Dinge den Opfern schade.“

        Ich ignoriere sie nicht, ich hatte nur keine Lust, mich nochmal zu wiederholen. Genau auf diesen Vorwurf bin ich nämlich detailliert in meiner Antwort auf Meike Lobos Rant eingegangen.

        „Nochmal meine Frage, die ich Dir stelle weil es mich wirklich interessiert und weil Du im Gegensatz zu mir auf Twitter aktiv bist. Darf man Deiner Meinung nach mit dem Hashtag #Aufschrei Kritik (auch in satirischer Form) gegen ihn üben? Ist das prinzipiell bei Hashtags Deiner Meinung nach so? Danke.“

        Ich bin ja allgemein recht schmerzfrei bei Humor. Ich finde, man darf über alles Witze machen. Problem ist nur, dass gerade Antifeministen wirklich einen beschissenen Humor haben, der sich gerne in einer Aneinanderreihung von idiotischen Beleidigungen gegen Frauen erschöpft, von denen „Fotzen“ noch am harmlosesten ist. Außerdem muss man nicht überall zu jeder Zeit den Leuten seine „Satire“ an den Kopf knallen, am allerwenigsten der Gruppe, die darin veralbert wird.
        Ein Hashtag ist kein heiliges Sakrament. Natürlich darf man diese kritisieren, zumal auch immer wieder sexistische/rassistische/sonstwie beleidigende Hashtags auftauchen. Aber nicht jede Kritik hat Hand und Fuß und nicht jeder, der kritisiert, muss dafür gefeiert werden. Wenn man nur Scheißkritik hat, muss man sich nicht wundern, darauf aufmerksam gemacht zu werden.

      • Robin: „Ja, und mein Beitrag ist größtenteils eine Antwort auf diese Kritik.“

        Äh, nein. Ich habe ihm mir Deinen Beitrag jetzt nochmal durchgelesen und ich vermisse immer noch jedwede Differenziertheit.

        Eines ist mir aufgefallen, die Stichworte „Gynäkologin“ und „Imtimsphäre“ erinnern mich an ein Erlebnis vor kurzem. Ich denke, wir müssen nicht öffentlich diskutieren was Dir passiert ist, aber mir hat mein Erlebnis auch nicht gefallen. Aufschrei? Wohl kaum, ich bin ja ein Mann.

        “ Wie man bei sowas auf (fehlende) Diskussionsbereitschaft schließen kann, ist mir ehrlich gesagt schleierhaft, zumal ich mich ja auf die Argumente der Gegner beziehe.“

        Nochmal: Es ist nicht Deine Meinung, die mich stört, sondern Deine obige Undifferenziertheit. Daß Du Dich als /Frau/ mit Männerthemen auseinandersetzt ist natürlich spannend, aber mein Interesse weckst Du als /Person/ durch abweichende Meinung und Diskussionsbereitschaft. Deine Einlassungen diesbezüglich sind also imho unzutreffend. Ich nehme zur Kenntnis, daß Du in einem anderen Deiner Blogeinträge Deiner Meinung nach auf Kritiken eingegangen bist. Ein Argument, daß meinen ursprünglichen Vorwurf mindestens abschwächt.

        Egal, danke für die Antwort auf meine eigentliche Frage. Ich „darf“ also meine Kritik am Verkehrsschild für Fußgängerweg mit #aufschrei garnieren und verstehe, daß Du *otze nicht als ernstzunehmende Kritik verstehst. Ich auch nicht.

        Ich kann es gerade nicht lassen, meinen Kommentar mit folgender Quasiwiederholung zu schließen. Aufschrei ist positiv für Dich. Er ist positiv für mich, weil er ziemlich vielen Menschen gezeigt hat, was am Feminismus alles falsch und verlogen ist. Feiern wir ihn beide.

      • „Äh, nein. Ich habe ihm mir Deinen Beitrag jetzt nochmal durchgelesen und ich vermisse immer noch jedwede Differenziertheit.“

        Kann es sein, dass du eine sehr exklusive Definition von „Differenziertheit“ hast? Ich hätte diesen Beitrag auch schreiben können, ohne Kritik am #aufschrei auch nur zu erwähnen. Stattdessen habe ich sie erwähnt und auch geschrieben (mit Begründung), was ich von ihr halte. Nämlich nichts. Wenn dir das nicht gefällt, dann ist es nicht die fehlende Differenziertheit, die dir aufstößt, sondern meine Meinung, auch wenn du dem unten widersprichst.

        „Eines ist mir aufgefallen, die Stichworte “Gynäkologin” und “Imtimsphäre” erinnern mich an ein Erlebnis vor kurzem. Ich denke, wir müssen nicht öffentlich diskutieren was Dir passiert ist, aber mir hat mein Erlebnis auch nicht gefallen. Aufschrei? Wohl kaum, ich bin ja ein Mann.“

        Wäre ich damals schwanger gewesen, wäre das Kind inzwischen fast volljährig. Ich habe die Geschichte in meinem ersten #aufschrei-Artikel berichtet. Sie verletzt mich ganz sicher nicht mehr. Aber warum zur Hölle sollte ich darüber diskutieren? Die Frau hat scheiße gebaut, basta, da gibt es nichts zu diskutieren.
        Wenn du beim Urologen auch was ekelhaftes erlebt hast, ist es dein gutes Recht, dich darüber zu beschweren.

        „Egal, danke für die Antwort auf meine eigentliche Frage. Ich “darf” also meine Kritik am Verkehrsschild für Fußgängerweg mit #aufschrei garnieren“

        Wenn du dir nicht ein bisschen lächerlich dabei vorkommst, das möglicherweise einzige piktographische Schild als Sexismus zu labeln, bei dem „Mensch“ nicht als „Mann“ dargestellt wird, während Frauen immer zu hören kriegen, dass sie ja „mitgemeint“ sind, bitte.

        „Ich kann es gerade nicht lassen, meinen Kommentar mit folgender Quasiwiederholung zu schließen. Aufschrei ist positiv für Dich. Er ist positiv für mich, weil er ziemlich vielen Menschen gezeigt hat, was am Feminismus alles falsch und verlogen ist. Feiern wir ihn beide.“

        Wenn es dich glücklich macht, ebenfalls – bitte.

      • Diskussionsbereitschaft (anscheinend) aka. Differenzieren = Die gleiche Meinung wie man selbst haben.

        Ist doch immer der gleiche Quark. Wenn man vernünftig begründete Kritik am Aufschrei hat, die noch nicht abgefrühstückt wurde, kann man sie ja definitiv hier bringen. Dann wird auch inhaltlich darauf eingegangen. Das ist quasi die Definition von Diskussionbereitschaft.

        Wenn man natürlich keine vernünftig begründete Kritik hat, dann fängt man an auf die Meta-Ebene zu springen und redet nur noch über die Person, statt über das Thema.

  5. @Psychohörnchen: „Die Hemmschwelle sich als Mann zu sowas zu äußern ist – vor allem bei einem weiblich und feministisch geprägtem #Hashtag – sehr hoch.“
    Mit gutem Grund. Das Letzte, was man als Betroffener brauchen kann, ist ein „Siehste mal, wie es ist“. Und genau deshalb war es eben NICHT „Egal ob Mann gegenüber Frau, Frau gegenüber Mann oder Mann gegenüber Mann oder Frau gegenüber Frau.“.

    .@kinch: „Wenn du etwas ähnliches für Männer willst, starte doch ne eigene Kampagne?“ Ach, und da bleiben „Male-Tears“-Sprüche und „Jetzt heulen die Kerle wieder“ dann aus?

      • Doch, weil die Aktion von Anfang an einseitig auf weibliche Erfahrungen durch Männer ausgerichtet war. Ist doch klar. Wie findest du es, wenn etwa in irgendeinem Forum die Teilnehmer sich einzig und allein zusammenfinden, um sich darüber auszuschimpfen, wie böse Frauen zu ihnen schon waren? Wer würde da mit Herzblut und Verve sich unterstützend reinwerfen?

      • Ich fände es natürlich scheiße (bzw. finde. Sowas gibt’s nämlich zuhauf.). Aber das wäre ja auch kein Äquivalent zum #aufschrei.
        „1. Sehen sie den Ursprung nicht. Dieser war NICHT “Sammeln wir jetzt mal böse Storys über die bösen Männer”, sondern “Sammeln wir mal unschöne, sexistische Erlebnisse”.“

    • „Ach, und da bleiben “Male-Tears”-Sprüche und “Jetzt heulen die Kerle wieder” dann aus?”

      Nö, wieso auch? Wieso sollte für ne männliche Kampagne andere Regeln gelten als für eine weibliche?

      Und das ist jetzt der einzige Grund, der dich davon abhält ne eigene Kampagne zu machen? Dass es ein paar Haterinnen potentiell geben könnte? Wenn ja, wäre das schon ziemlich schlimm.

      • Der Hauptgrund. Die Proteste gegen den Aufschrei lagen vor allem in dessen Einseitigkeit. Es ging ausschließlich um Männer. So war es vorgesehen. Ein Gegenstück, Männer sollen nun über Frauen jammern, wäre dasselbe in Grün.
        Von diesem Sexismus mal abgesehen gehst du davon aus, daß die Ausgangslage in beiden Fällen dieselbe wäre, genau gesagt, daß Männern dasselbe Recht auf Solidarität zugesprochen würde wie Frauen. Der Effekt einer männlichen Aufschrei-Kampagne wäre aber nicht ein Medienhype und irgendwelche Preise, sondern durch die Bank weg Spott und Häme, nicht nur von irgendwelchen Haterinnen, sondern von den Medien und der gesamten Öffentlichkeit. Wer braucht das?
        Es wäre falsch zu glauben, Männer könnten mit Twitter-Kampagnen Punkte gegen Sexismus landen. Männer sollten sich gegen sexuelle Belästigungen so wehren, wie es den Frauen immer schon geraten wurde: Mit einer saftigen Ohrfeige.

      • Der Hauptgrund. Die Proteste gegen den Aufschrei lagen vor allem in dessen Einseitigkeit.

        Beweis durch Behauptung?

        Es ging ausschließlich um Männer. So war es vorgesehen. Ein Gegenstück, Männer sollen nun über Frauen jammern, wäre dasselbe in Grün.

        Wenn du es schlecht findest — warum auch immer, ich sehe da kein Problem—, dass eine Personengruppe Kampagnen für sich selbst schafft, kannst du auch gerne eine geschlechtsneutrale Aufschrei-Kampagne fahren.

        Wer braucht das?

        Man nennt die Einstellung, glaube ich, Defätismus. Selbst, wenn du Recht hast — was ich nicht glaube —, würdest das eine Faktenbasis für eine konstruktive Diskussion schaffen. Statt immer nur zu behaupten, zu glauben, zu meinen, zu fühlen, könnte man Sexismus den Männer (angeblich) erfahren transparent machen und auch die Negation des Sexismus den Männer erfahren.

        Wer das braucht: Eine ernstzunehmende Männerbewergung. Denkst du der Feminimus wäre da, wo er heute ist, wenn die Frauen in den Anfängen gesagt hätten: „Wozu uns artikulieren? Die nehmen uns eh nicht ernst, also machen lieber gar nix und sitzen schmollend in der Ecke”.

    • „.@kinch: “Wenn du etwas ähnliches für Männer willst, starte doch ne eigene Kampagne?” Ach, und da bleiben “Male-Tears”-Sprüche und “Jetzt heulen die Kerle wieder” dann aus?“

      Hast du Angst dass man sich dir gegenüber genau so verhält, wie sich viele „Kritiker“ den #Aufschrei-Twitterinnen gegenüber verhalten?

      • Ich gehe davon aus, daß die Gesellschaft sich einer solchen Aktion gegenüber so verhält wie auch sonst, wenn Männer Schwäche zeigen. Wieso sollte es gerade in dem Moment anders sein?

      • Nachtrag: Und wie du ja selbst gezeigt hast, ist auch sonst nicht mehr zu zu erwarten als Empörung über einen aller Wahrscheinlichkeit nach absichtlich mißverstandenen Satz, der zur Sache selbst gar nichts tut.

  6. “1. Sehen sie den Ursprung nicht. Dieser war NICHT “Sammeln wir jetzt mal böse Storys über die bösen Männer”, sondern “Sammeln wir mal unschöne, sexistische Erlebnisse”.”

    Du hast selbst geschrieben: „Es geht um Männer“, und diese Einschätzung teile ich vollständig mit Dir. Es ging Um das Sammeln von unschönen, sexistischen Erlebnissen DURCH MÄNNER. Es war also von Anfang an als einseitige Kampagne gedacht, Es ist damit das, dessen Äquivalent ich heute Mittag angedacht hatte

    • Du liest auch nur die Hälfte, was? Ich denke schon, dass sich geschätzt 90% mit sexistischen Erlebnissen durch Männer befassten, aber nun mal nicht alle. Weil das schlicht nicht das Thema war!

      Die KRITIK dagegen wurde vor allem deswegen laut, weil sich vornehmlich Männer (aber längst nicht nur) davon beleidigt fühlten.

      • „Weil das schlicht nicht das Thema war!“
        Also: Männliche Sexismus-Erlebnisse waren nicht das Thema, sondern „unschöne, sexistische Erlebnisse“. Hast Du jedenfalls um den 7.2. noch geschrieben. Wie soll ich das jetzt verstehen, wenn meine Aussage, „Von Männern gemachte Sexismus-Erfahrungen waren nicht gefragt“ Deiner Meinung nach doch nicht zutrifft? Um männliche Sexismus-Erfahrungen geht es nicht, sondern ganz allgemein um „unschöne, sexistische Erlebnisse“, aber um männliche dann doch nicht?

        „Die KRITIK dagegen wurde vor allem deswegen laut, weil sich vornehmlich Männer (aber längst nicht nur) davon beleidigt fühlten.“ Natürlich! „Es ging um Männer“. Wenn es um Frauen geht, und zwar im ausschließlich negativen Sinne, kann ich doch auch keiner Frau verdenken, sich angepißt zu fühlen.

      • „Ich denke schon, dass sich geschätzt 90% mit sexistischen Erlebnissen durch Männer befassten, aber nun mal nicht alle.“
        In einem solch feindseligen Klima finde ich 10 % ein Zeichen von geradezu rittlerlicher Tapferkeit und soldatischer Tugend.

  7. @ Onyx
    „“Worte tun nämlich nicht weh. Aber Ohrfeigen.”

    Ist das dein Ernst? Das kann eigentlich nur jemand sagen, der keine Ahnung davon hat, wie verletzend Worte sein können, weil er diese Erfahrung selbst nicht hat. Das ist ja prima.“

    Ist das jetzt Absicht, oder bist du wirklich unfähig, einfachste Aussagen im Kontext zu verstehen? Es sollte doch jedem, der fünf, sechs Jahre in der schule war, klar sein, daß ich dies auf meienn Protest gegen die sexuelle Belästigung bezog, der der Täterin nicht weh tat. Die Aussage, daß Beleidigungen nicht weht täten, kann man doch eigentlich nur mit bösem Willen hineininterpretieren.

    „Aber warum dann deine Bedenken davor, deine eigenen sexistischen Erlebnisse zu schildern? So empfindlich, dass du sogar Angst vor Dingen hast, die gar nicht weh tun?“
    Das erspare ich dir, bevor ich in Versuchung gerate, an dir zu prüfen, wie sehr Worte weh tun wollen.

  8. @Kinch
    „Beweis durch Behauptung?“
    Es wäre ein absolutes Novum.

    „Statt immer nur zu behaupten, zu glauben, zu meinen, zu fühlen, könnte man Sexismus den Männer (angeblich) erfahren transparent machen und auch die Negation des Sexismus den Männer erfahren.“
    Das „angeblich“ spricht bereits Bände. Aber ich will jetzt nicht ad personam gehen. Du gehst allerdings auch von einer gleichen Ausgangslage aus. Da männliche und weibliche Betroffene von Sexismus nicht die gleiche Ausgangslage haben, bspw. völlig unterschiedlichen gesellschaftlichen Solidaritätsanspruch, müssen sie auch unterschiedlich damit umgehen. Von Männern gestartete Aufschreikampagnen helfen da nicht.

    “ Eine ernstzunehmende Männerbewergung. Denkst du der Feminimus wäre da, wo er heute ist, wenn die Frauen in den Anfängen gesagt hätten: „Wozu uns artikulieren? Die nehmen uns eh nicht ernst, also machen lieber gar nix und sitzen schmollend in der Ecke”.

    Auch da gehst du von gleichen Ausgangsbedingungen aus. Allein schon die Tatsache, daß Männer in der Regel keine Alleinverdienerinnen hinter sich haben, ist dem nicht so (Bascha Mika, bestimmt nicht im Entferntesten als Männerfreundin verrucht beschreibt dieses Phänomen in ihrer inoffiziellen Schwarzer-Biographie ausführlich.)

    • Da männliche und weibliche Betroffene von Sexismus nicht die gleiche Ausgangslage haben, bspw. völlig unterschiedlichen gesellschaftlichen Solidaritätsanspruch, müssen sie auch unterschiedlich damit umgehen. Von Männern gestartete Aufschreikampagnen helfen da nicht.

      Also: Du wirfst der Aufschrei-Kampagne Einseitigkeit vor und veruchst gleichzeitig dafür zu argumentieren, warum eine Aufschrei-Kampagne für Männer nichts bringt? Die Aufschrei-Kampagne kann deiner Meinung nach nur einseitig sein, darf aber nicht einseitig sein? Schön.

      Und was genau schlägst du dann als Alternative vor? Bis jetzt gibt es ja keine Männerbewegung die irgendwas tun würde, außer sich natürlich perpetuierend am Feminismus abzuschimpfen, was letztendlich auch nix bringt.

      Ich bin ja der Ansicht, eine Männerbewegung die der Prämisse folgt, dass Männer sich nicht solidarisieren können und ihre Sexismus-Erfahrungen nicht ins öffentliche Bewusstsein tragen können, ist reine Zeitverschwendung. Aber vielleicht hast du ja einen genialen Einfall?

      Allein schon die Tatsache, daß Männer in der Regel keine Alleinverdienerinnen hinter sich haben, ist dem nicht so

      So? Wieviele Feministinnen kennst du denn so, die Alleinverdiener hinter sich haben?

      Robin? Alice Schwarzer? Maren? Anne Wizorek? Nadine Lantsch? Simone de Beauvoir?

      Wie schafft Robin das eigentlich, 60h pro Woche zu arbeiten und gleichzeitig am Aufschrei teilzunehmen und Blogs und Diskussionen zu führen?

      • Ohne dir in deine ansonsten ausgezeichnete Argumention reingrätschen zu wollen: Ich arbeite im Schnitt 60 Stunden im MONAT, nicht in der Woche, um auf 400 Euro zu kommen🙂 Irgendwie muss ich nebenbei ja noch studieren ^^ und ich glaube, so viele Arbeitsstunden neben der Uni sind gar nicht erlaubt.

      • Au, ah, uh *Klinge aus Rücken zieh*😛

        Okay, bin jedenfalls beruhigt. Dachte die ganze Zeit, du wärst eine mega Workaholic^^.

      • „Die Aufschrei-Kampagne kann deiner Meinung nach nur einseitig sein, darf aber nicht einseitig sein? Schön.“
        Falsch. Lies nochmal.

        „Bis jetzt gibt es ja keine Männerbewegung die irgendwas tun würde, außer sich natürlich perpetuierend am Feminismus abzuschimpfen“
        Falsch. Informiere dich.

        „Ich bin ja der Ansicht, eine Männerbewegung die der Prämisse folgt, dass Männer sich nicht solidarisieren können und ihre Sexismus-Erfahrungen nicht ins öffentliche Bewusstsein tragen können, ist reine Zeitverschwendung.“
        Ich bin der Ansicht, daß Männer sich solidarisieren sollen, von der Gesellschaft aber nur Spott erwarten können, wenn sie ihre Sexismus-Erfahrungen öffentlich machen. Die bestehenden Projekte und Vereinigungen zeigen andere und zielführendere Wege als sich zum Spottfänger zu machen.

        „So? Wieviele Feministinnen kennst du denn so, die Alleinverdiener hinter sich haben?“ Ich habe dir die Quelle doch genannt. Nicht gelesen oder schon vergessen? Darüber hinaus habe ich nie behauptet, alle Feministinnen hätten Alleinverdiener im Rücken.

      • als studi darf man 20h/woche in der vorlesungszeit arbeiten, ohne sozialversicherung zahlen zu müssen. dann gibt’s noch ein kohle limit, um das kindergeld nicht zu verlieren (existenzminimum+werbungskostenpauschale, irgendwelche 9000euro/jahr iirc)

      • Wenn er da fragen hat, erklär ich ihm das gerne😉 Ich hab so ca. 20 Studis hier. 400 Euromensch (seit ner weile gehen übrigens 450) kann jeder sein, bei den studis geht da mehr. Ich könnte nu erzaehlen, dass du auch anspruch auf urlaub und lohnfortzahlung bei krankheit hast, aber das weisst du bestimmt schon, oder?

  9. Pingback: Aufschrei II | Mein Senf

  10. Du fragst unter 1.: „Und warum ist das MEIN Problem?“

    Genauso sehe ich das bei #aufschrei auch.
    Warum ist es MEIN Problem, was Frauen Unschönes passiert ist?

  11. Pingback: Awareness: Ein Nachtrag an meine Kritiker | robins urban life stories

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