Too much information, oder: Die vielleicht einzig richtige Antwort auf eine sehr alte Frage

Draußen: Strahlender Sonnenschein und T-Shirt-Wetter, Drinnen: Klein-Robin, vor einem Berg Literatur für ihre Examensarbeit sitzend, völlig mit den Nerven runter.

Mitbewohner David hört sich mein Rumgeflenne an und schickt mich schließlich rigoros zu einem Spaziergang, um „den Kopf frei zu bekommen“. Ich beuge mich schicksalsergeben und ziehe mich an.

Während ich, fertig zum Ausgang, da stehe und noch das Kabel zu meinem Ipod entwirre, entfährt es mir, als Fortsetzung meines vorherigen Gejammers: „…und außerdem höre ich seit Tagen nur das Weihnachtsalbum von Bad Religion! Was ist nur los mit mir?!“

Mitbewohner David, mild lächelnd: „Hast du vielleicht deine Tage?“

Ich, ohne darüber nachzudenken: „Nein, ich bin eigentlich gerade so ziemlich in der Mitte von meinem Zyklus!“

Mitbewohner David: „…okay.“

Es folgte ein stummer, leicht irritierter Blickwechsel zwischen uns.

Dann bin ich halt spazieren gegangen.

A (hi)story that I already know…

Wenn mich etwas so sauer macht, dass ich nicht richtig denken kann beim Examensarbeitschreiben, muss ich sie wohl leider kurz unterbrechen, damit es raus kann.

Mitbewohner und ich essen und unterhalten uns. Dabei kommen wir irgendwie auf die Asterix-Filme. Ich enthülle, dass ich die Filme nie besonders mochte („Das hast du nicht wirklich gerade laut gesagt!“), die beiden tauschen Erinnerungen aus, die Filme erhalten ein Ranking. Es herrscht eigentlich eine stinknormale, angenehme Atmosphäre, auch wenn ich da nicht viel mitreden kann, weil ich die Filme wie gesagt nicht mag.

Sie sind gerade bei „Asterix bei den Briten“, als ich frage: „Kommt eigentlich auch in einem Film Karthago vor?“ – denn Mitbewohner David schreibt darüber gerade völlig enthusiastisch eine Hausarbeit. Eine Sekunde später winke ich ab. „Ach nee, ist ja die falsche Zeit…“ (nicht, dass das sonderlich wichtig wäre, wenn Asterix ja sogar pfefferminzsoßefressende Briten besucht)

Mitbewohner David: „Nein, das geht wohl nicht… Asterix spielt ja in der Zeit Caesars, im ersten Jahrhundert vor Christus, noch während der Republik. Man unterscheidet nämlich zwischen römischer Republik und römischer Kaiserzeit. Caesar, nachdem er zum dictator wurde, zeigt sich für letzteres maßgeblich verantwortlich, indem er Octavian als seinen Erben einsetzte… der war sein, äh…“

Ich mache den Mund auf und will „Neffe“ sagen, da kommt es von Mitbewohner Dave: „Stiefsohn!“ (ist beides richtig, meins ist aber besser *grmpf*)

Mitbewohner David: „Genau… dieser wurde Kaiser, etwa 40 vor, und diese Tradition der Adoptivkaiser wurde dann auch weiter geführt…“

Weiter dozierend spazierte Mitbewohner David auf und ab, mich dabei leicht beifallsheischend anblickend, während meine Gesichtszüge immer weiter entgleisten. Ich war aber schlicht zu sprachlos, um dazu was zu sagen, bis er über ein Detail mit Mitbewohner Dave in Disput geriet. Sie lösten es, indem sie schnell das Lexikon schnappten, danach sah Mitbewohner David wieder vom Buch auf und sagte: „Jedenfalls, in diese Zeit fielen nun…“

„Entschuldigung, warum siehst du MICH die ganze Zeit dabei an?“ brach es endlich aus mir raus. Antwort war ein befremdetes Brauenhochziehen von beiden. „Ich studiere ebenfalls Geschichte – du musst mir das nicht erzählen!“

„Ach, das heißt doch nichts,“ meinte Mitbewohner David wegwerfend.
Ich blähte die Backen. „Natürlich! Wie könnte ich schon so lange studieren, ohne CAESAR zu kennen!“
„Na, wenn das so ist, dann erzähl mir doch mal was von der mittelalterlichen Merowingerzeit!“ schaltete sich Mitbewohner Dave mit herablassenden Grinsen ein.

Die Merowinger! Wie langweilig!

„Willst du das jetzt wirklich vergleichen? Darüber weiß ich nicht mehr viel, aber im Vergleich dazu sind sowas wie das Thema Caesar, Kaiserzeit etc. absolute Basics!“

Beide widersprachen mir – aus Prinzip, wie mir schien. Es ging eine Weile hin und her, bis Mitbewohner Dave wieder meinte, Geschichte zu studieren hieße ja nicht, dass ich darüber Bescheid wisse.

„Natürlich heißt es das – ihr braucht mir wirklich nicht mit so Begriffen wie Caesar, Octavian und Augustus zu kommen!“

Woraufhin er noch herablassender kuckte und sagte: „Octavian und Augustus sind die selbe Person.“

Ich knirschte mit den Zähnen. „Das – weiß – ich!“

Er schien es mir nicht zu glauben. Beide nicht. Aber es sind solche kleinen Streitereien mit völlig unwichtigem Thema, die dazu führen, dass ich beide wirklich gerne an die nächste Wand klatschen würde. Beziehungsweise jeden anderen, der mir so kommt. Es ist ja eine Sache, wenn jemand, der mich nicht kennt, mir so einen Vortrag hält, aber meine Mitbewohner, die genau wissen, was ich studiere?

Der Begriff „mansplaining“ ist eine Zusammensetzung aus „man“ und „explain“, erklären, und bezeichnet eine Art Belehrung von oben herab in der stummen, arroganten Annahme, der Gegenüber hätte sowieso keine Ahnung, womit man mal eben so als Depp abgestempelt wird. Der Begriff impliziert außerdem, dass dies für ein typisch männliches Phänomen gehalten wird.
Ich weiß nicht, ob das stimmt. Ich weiß nur, dass ich mir Klugscheißereien dieser Art bisher eher von Männern als von Frauen anhören musste. Und was ich außerdem weiß ist, dass es mir zum Kotzen auf den Sack geht, egal von wem es kommt. Vermutlich, weil ich sowas meine halbe Kindheit ertragen musste, nur war das, mit dem ich da so immer ultra-gönnerhaft genervt wurde, zusätzlich auch noch falsch.

Damit zurück zu meiner Examensarbeit, die ein Spezialthema behandelt, von dem kaum keine Sau etwas weiß, damit ich darüber auch so richtig schön klugscheißen kann!

(Ich hab Mitbewohner David später übrigens gesagt, dass ich das scheiße fand. Er hat’s nicht so ganz verstanden. Grmpf.)

Media Monday #142

Ich sollte nicht. Ich habe zu tun. Wollte mit dem Media Monday erst nach meiner Examensarbeit weiter machen. Aber ich kann nicht widerstehen. Es geht um den St. Patrick’s Day. Und wenn ich mich da schon nicht hemmungslos besaufen darf…! 😦

1. Der irische Schauspieler Michael Fassbender ist mir der liebste, weil jeder meint, der wäre Deutscher oder zumindest Österreicher (tatsächlich hat er nen deutschen Vater und ist in Deutschland geboren, aber seine Mutter ist Irin). Und das ist der einzige Grund!
Nein, natürlich nicht. Ich habe kürzlich wieder X-Men: First Class gesehen und war wieder mal völlig hin und weg von ihm. Ich finde ihn da einfach großartig und freue mich schon total auf die Fortsetzung. Wünschen würde ich mir nur, dass er mal noch ein paar gute Filme macht.

2. Die irische Schauspielerin… äh… ist mir der liebste, weil ich selbst beim Stöbern in Wiki keine einzige irische Schauspielerin gefunden habe, deren Name mir was sagt bzw. die ich mag. Was soll man machen…

3. Der Nationalfeiertag der Iren: Welcher Film oder welche Serienepisode, der/die in irgendeiner Form den St. Patrick’s Day behandelt, ist euch der/die liebste und warum?
Die entsprechende Episode bei How I met your Mother, in der Ted den gelben Schirm kriegt und Barney einen Anzug in einem absolut grässlichen Grün trägt (dabei gibt es so viel schöne Grüns).

4. Das Glück der Iren: Welche/r ProtagonistIn aus Film oder Fernsehen hat so viel mehr Glück als Verstand, dass es kaum noch glaubwürdig wirkt?
Definitiv Batman in The Dark Knight Rises. Der ganze Film ist ein so grauenhaftes Desaster, aber wie er es geschafft hat, eine Atombombenexplosion zu überleben, hat mich doch, ich sag mal… besonders fasziniert.
(Und mir antworte jetzt bitte kein Witzbold mit „‚Cause he’s Batman!“)

5. Die Trinkfestigkeit der Iren: Alkohol ist ein essentieller Bestandteil des Films Superbad, der mir ganz gut gefallen hat, weil er zumindest für mich eine neue Generation junger Schauspieler einführte, die inzwischen recht etabliert sind (so zum Beispiel Michael Cena und Jonah Hill). Zwar hat mir da definitiv die Leichtigkeit (man könnte auch sagen: pure Doofheit) von Teenagerkomödien gefehlt, die liefen, als ICH noch Teenager war, aber wenn man bedenkt, dass der gesamte Film eigentlich nur davon handelt, wie ein paar minderjährige Typen versuchen, an Alkohol zu kommen und es damit bis auf eine Party zu schaffen, hat er sich als Lückenfüller für dieses Statement ganz eindeutig qualifiziert!

6. Die Literatur der Iren: Die/Der irsche SchriftstellerIn William Butler Yeats hat das wunderbare Gedicht „The Second Coming“ mit folgender tiefdüsterer Passage geschrieben:
And what rough beast, its hour come round at last,
Slouches towards Bethlehem to be born?

Krasser Scheiß, oder? Da kommt man sich doch voll tiefgründig vor. Also schnell auswendig lernen und ihr könnt genau wie ich ganz leicht so tun, als hättet ihr mehr von ihm gelesen als nur dieses eine Gedicht!
Ernsthaft: Bram Stoker. Zwar fand ich Dracula doch stellenweise extrem unfreiwillig komisch (vor allem dieses Ende, das sich liest, als hätte es eine Disney-Prinzessin mit Glitzerstift auf ein Einhorn geschrieben), aber der Einfluss des Herren auf das Genre und auf meine vielleicht liebste Kreatur der Nacht kann gar nicht genug gewürdigt werden.
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7. Zuletzt gesehen oder gelesen, was irgendetwas mit der grünen Insel zu tun hatte, habe ich auf einer Geburtstagsparty und das war, weil ich irgendwann die Herrschaft über des nebenbei über Fernseher laufende Youtube an mich riss und (da wir gerade irgendwie bei Folk angekommen waren und es somit leidlich passte) schnell Lord of the Dance reinfeuerte. Weil es einfach so geil ist. Ich hab die Show bisher zweimal live gesehen und würde sie jederzeit wieder besuchen!

(Und jetzt gehe ich schlafen und erwarte ganz resigniert die Rache der Götter.)

Lebenszeichen – Kurzimpressionen

Internet wieder da. Ich dennoch fleißig. So irgendwie. Für euch ein paar Kurzimpressionen:

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Mitbewohner David: „Wolltest du nicht was arbeiten?“

Ich: „Aaaach, und wolltest du nicht, äh… mir nen gottverdammten Kuchen backen!?“

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Uni-Bibliothekarin: „Überfällig ist jetzt noch dieses Buch.“

Ich (den PC-Monitor anstarr): „Das hab ich doch gerade zurück gegeben.“

Uni-Bibliothekarin: „Oh! Dann ist es nicht rausgebucht worden…“

Sie durchsucht den Rückgabestapel nach dem Titel, ich eile zur Hilfe.

Uni-Bibliothekarin: „Also es war irgendwas mit „Comic“!“

Ich: „…“

Hinweis: Allein in meiner Literaturliste taucht in den Titeln 43 Mal „irgendwas mit Comic“ auf…

——

Uni-Bibliothekarin (entgeistert): „Ich… ich verstehe das nicht! Sie haben jetzt so viele Bücher zurück gegeben, aber laut Computer haben sie trotzdem noch siebzehn ausgeliehen!“

Ja, wie kann denn sowas sein. Denk mal scharf nach, Alter!! O.O

——

Ich (zu meinem Dozenten): „Legman sah das völlig anders als andere Kritiker. Er war der Meinung, dass die der amerikanischen Gesellschaft inhärente Gewalt nur Ausdruck unterdrückter Sexualität ist… Er hätte also gerne weniger Gewalt in Comics gesehen, dafür aber mehr Sex.“

Dozent: *kichert wie ein kleines Mädchen*

Ich: o.O

——

Mitbewohner Dave: „Du willst also gar keinen Alkohol mehr trinken, bis du fertig bist?“

Ich: „Ja.“

Mitbewohner Dave: „Okay. Find ich gut.“

Ich: Für nur einen Tropfen köstlichen kalten Bieres könnte ich jeden in diesem Zimmer umbringen.

——

Danke an alle, die mir die Daumen drücken. Uuuund weiter geht’s!

Man stellt sich nicht gegen das Schicksal – Blogpause!

Ich hätte es früher erkennen müssen, doch nur weil ich ein wenig langsam bin, bin ich noch längst nicht komplett verblödet – die Götter haben gesprochen und ich habe es nun verstanden!

Ich sag nur: Examensarbeit. Die Deadline ist nahe, passiert ist noch nicht viel. Dazu wird es allerdings höchste Zeit, wenn nur nicht diese ganzen Ablenkungen wären…

Aber irgendjemand – vielleicht irgendetwas – will, dass ich das noch in time hinkriege. Ich meine: Erst geht mein Zweitlaptop kaputt, dieses Mal offensichtlich endgültig. Dann die Scheiße mit meinem Ladekabel für mein Uralt-Netbook. Und jetzt, nachdem ich für das Kabel Ersatz bekommen habe, ist das Internet weg. Einfach weg. Heute morgen. Der absolute Burner. Vor allem, da es nur bei mir so ist. Die Mitbewohner können fröhlich surfen, aber bei mir passiert überhaupt nichts.

Und das ist es nun also. Ich hab’s gecheckt, du Schicksal, du. Man muss mich offensichtlich von solcherlei Ablenkungen trennen, damit ich den Arsch hoch kriege. Aus dem gleichen Grund sind jetzt wohl auch die Kopfhörer für meinen mp3-Player im Arsch. Deshalb werde ich auch gar nicht versuchen, das zu reparieren, bevor ich nicht mit meiner Arbeit fertig bin. Schon okay, ihr himmlischen Kräfte. OKAY!!!

Ansonsten habe ich nicht die schlechtesten Voraussetzungen. Ich muss diesen Monat nur noch einmal arbeiten gehen und Essen hab ich tatsächlich für die nächsten vier Wochen vorrätig. Man höre und staune. Ich muss also im Grunde bis Ende März nur einmal die Wohnung verlassen und will einfach mal sehen, ob das auch machbar ist. Ich vergrabe mich, abgeschottet von der Welt, und bin GANZ WISSENSCHAFTLERIN, die WISSENSCHAFTLICHE DINGE schreibt, weil sie an einer GOTTVERDAMMTEN UNIVERSITÄT studiert und irgendwann auch mal FERTIG WERDEN will.

Und deshalb nehme ich diese erzwungene Internetpause an. Das hier schreibe ich übrigens gerade mit dem Laptop meines Mitbewohners, der so langsam ist, dass er beim Surfen fast rückwärts durch die Zeit reist. Also der Laptop, nicht der Mitbewohner. Eine Lösung nur für diese kleine Meldung, nicht mehr.

Bis dahin euch alles Gute und bis April. Vielleicht melde ich mich zwischendurch und schalte wenigstens Kommentare frei, aber vielleicht lasse ich es auch. Den Göttern stellt man sich nicht in den Weg.

Jetzt hoffe ich nur, dass sie mir nicht auch noch meine Playstation kaputt machen. Damit will ich nämlich jetzt zum Einschlafen einen Film sehen. Aber das mach ich wirklich nur zum Einschlafen. Den ganzen Tag Filme kucken tue ich schon lange nicht mehr, also keine Panik. Es ist nur zum Schlafen.

Ich hoffe, sie haben Erbarmen. Das Ding war scheißteuer.

Ich hätte es besser wissen müssen!

Ich präsentiere: Das laut meinem Mitbewohner Dümmste, was ich je von mir gegeben habe, vom letzten Mittwochabend:

Ich: „Heeey, Jungs, ich hab grad schon Sachen für meine Geburtstagsparty gekauft, auch nen Kasten Bier, der steht in der Küche… äh… und ich wollt nur sagen: Es wär geil, wenn der Sonntag auch noch da wäre, ne.“

Mitbewohner Dave (kuckt verdattert, fängt dann an zu grinsen): „Nein.“

Ich: „Nein?“

Mitbewohner Dave: „Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass in diesem Haushalt ein Kasten Bier eine halbe Woche stehen bleibt! Ich versichere dir, am Sonntag steht da ein voller Kasten, eher sogar zwei oder drei, aber erwarte bitte nicht, dass es der selbe ist!“

Ich (piepsig): „Oh… okay.“

Mitbewohner Dave: „Mittwoch bis Sonntag einen Kasten Bier unberührt lassen… ich bitte dich!“

Ich: „Okay, war blöd.“

Mitbewohner Dave: „JA!“

Ich zog mich zurück unter dem dröhnenden Gelächter des Mitbewohners und ein paar seiner Freunde, die zum Kartenspielen gekommen waren. Als Mitbewohner David von einer kleinen Reise wieder kam, war das fast die erste Geschichte, die ihm erzählt wurde. Damit habe ich definitiv den Award für den Facepalm der Woche überreicht bekommen und, wie ich inzwischen einsehe, auch sehr verdient 😉