Media Monday #148

Es ist mal wieder Media Monday!

1. Die beste Film-Szene, die in Berlin spielt ist irgendwas aus „Sonnenallee“, weil mir grade sonst kein Film einfällt, der in Berlin spielt, aber ich mich jetzt aber auch nicht so spontan entscheiden kann, was die beste Szene des Films ist.

2. Mit meinem Kumpel Tim und zwei Flaschen Wein irgendeinen unglaublich schlechten Film zu kucken – das letzte „großartige“ Machwerk war „Helden – Wenn dein Land dich braucht“ – das ist für mich der perfekte Filmeabend.

3. Eskapismus macht einen nicht unbeträchtlichen Teil der Faszination von Superheldencomics aus, weil jeder Mensch davon träumt, so viel Macht zu haben, und gleichzeitig jeder Mensch gerne ein Held wäre. Leider gab und gibt es genug Gestalten, die genau das anprangern – als wäre es etwas schlimmes, sich zu wünschen, ein Kämpfer für das Gute zu sein.

4. Wie ich Filme schaue und erlebe, hat sich durch das Internet/die sozialen Netze vor allem dahingehend verändert, dass ich nicht mehr auf einen Fernseher angewiesen bin, um Filme kucken zu können, oder darauf warten muss, dass eine neue Serie auch in Deutschland ausgestrahlt wird. Auch wenn das Fernsehen ebenfalls seine Vorteile hat und ich gerne wieder einen Fernsehanschluss hätte, bietet das Internet doch die Möglichkeit, neues Zeug zeitnah anzutesten oder mal in einen Film reinkucken zu können, den ich mir nie im Leben in der Videothek ausleihen würde. Damit ist also die Vielfalt für mich wesentlich größer geworden.

5. Wenn ich die Chance hätte, in einem guten Film entweder eine Superheldin oder einen drogensüchtigen Junkie zu spielen, ginge damit ein Traum für mich in Erfüllung.

6. Game of Thrones scheint die besten Tage hinter sich zu haben, weil mich die letzte Folge unglaublich enttäuscht hat.

7. Zuletzt gesehen habe ich The Lego Movie und das war super-awesome, weil er schlicht und ergreifend echt saumäßig witzig ist! Normalerweise wäre ich für so einen Film niemals ins Kino gegangen, aber die überschwänglichen Kritiken hatten mich neugierig gemacht, deshalb war das Pflichtprogramm! Und auch, wenn er gegen Ende doch etwas arg sentimental wird, fand ich sowohl Idee, als auch Gags und Umsetzung einfach nur voll genial. Außerdem: Batman!!! Leider kriege ich seit Mittwoch dieses Titellied nicht mehr aus dem Kopf, aber ich bin inzwischen immerhin schon hier angekommen:

Advertisements

Game of Thrones – [positive Kritik not found]

Spoilerwarnung bis zur aktuellen Folge (Season 4, Episode 3). Leichte Spoilerwarnung für Nichtbuchleser, aber ich versuche mich auf ein Minimum zu beschränken.

Leute, ich bin megamäßig angepisst. Das hat in diesem Fall zwar etwas gedauert, aber nun hätte ich nicht übel Lust, zu den Drehorten von Game of Thrones zu fahren und und dort die gottverdammten Sets abzufackeln.

Wisst ihr, bis letzte Woche hatte ich fest geplant, endlich (der Plan steht schon seit der dritten Staffel im letzten Jahr) die feministische Kritik an dieser Ausnahmeserie in einem langen Artikel so richtig auseinander zu nehmen, denn ich mag die Serie und teilte die Kritik nicht. Ich wollte auf den völlig hanebüchenen Vorwurf eingehen, die Serie würde – wieder mal – keine starken weiblichen Charaktere bieten. Ich wollte darlegen, wie dämlich es ist, der Serie Homophobie vorzuwerfen, nur weil George R. R. Martin sich entschlossen hat, kein Gleichberechtigungs-Winterwunderland zu erschaffen, welches die gesellschaftlichen Umstände, Sitten und Gebräuche von Westeros völlig ignorieren würde. Und ich wollte versuchen zu erklären, warum die Darstellung von Vergewaltigung, wie sie z.B. Daenerys in der ersten Staffel immer wieder erleiden muss, nicht notgedrungen zu verurteilen und voyeuristisch ist, nur weil es halt IMMER einen Wichser geben wird, der sowas geil findet, statt verdammt noch mal etwas Mitgefühl aufzubringen.

Dann kam die letzte Folge. Und mein ganzes schönes Konzept krachte völlig zusammen.

In Folge 3 wird Cersei von ihrem Bruder und (ehemaligen) Geliebten Jaime vergewaltigt. Ich konnte erst nicht glauben, dass dies wirklich passiert. Fassungslos wartete ich während der ca. zweiminütigen Szene auf irgendetwas, was diese Grässlichkeit stoppen würde. Aber es passierte nichts. Und kaum wurde abgeblendet, schlug ich die Hände über den Kopf zusammen und stöhnte: „Das wird SO VIELE Diskussionen geben!!!“

Dem war so, obwohl ich mich ein paar Tage lang stur und absichtlich nicht damit befasst habe. Doch jetzt ist Schluss. Ein einziger Artikel, über den ich gestolpert bin, hat einen regelrechten Damm gebrochen und nun könnte ich wirklich platzen vor Wut.

Es gibt zwei große, GROSSE Probleme mit dieser Szene. Das erste, das offensichtlichste Problem besteht darin, dass Regisseur Alex Graves behauptet, es wäre keine Vergewaltigung. Well… dann ist ja alles in Ordnung. NICHT!!!
Wenn er darüber labert, dass der Sex „gegen Ende einvernehmlich wird“, beschreibt er eine recht verbreitete Art der, nun, nennen wir es „sexuelle Eroberung“, im filmischen Kontext (und ich bin überzeugt davon, dass so etwas schon öfter in Filmen dargestellt wurde, als es in der Realität überhaupt vorkommt). Er hatte wohl sowas im Sinn:

Pussy Galore (ach… no comment) erwidert den Kuss am Ende und das, was danach kommt (man geht davon aus, dass sie danach Sex hatten, aber es wird dann wohl abgeblendet, so dass man es nicht mit Sicherheit wissen kann) offensichtlich. Verbalisiert käme wohl sowas unglaublich dämliches raus wie „Nein, James, nicht, nein, nein… oh… oh, ja! JA!“ Ich kann zwar ein Stück weit nachvollziehen, warum manche auch mit solchen Szenen Probleme haben – man kann ja nicht wissen, ob der gute James aufgehört hätte, wäre sie NICHT plötzlich dahin geschmolzen – aber für mich ist das keine Vergewaltigung.

Es wäre demnach auch bei Cersei und Jaime für mich keine Vergewaltigung gewesen, hätte sie so reagiert. Genau darauf wartete ich dann auch die ganze Zeit. Selbst kleine Anzeichen hätten mir ja schon genügt. Man ist ja anspruchslos. Aber die gibt es nicht. Die Szene ist von hinten bis vorne eine Vergewaltigung.
Nach einem (einvernehmlichen) Kuss, den Cersei abbricht, zischt Jaime was von Liebe, packt Cersei, reißt ihr Kleid (oder ihren Unterrock) kaputt, drängt sie schließlich zu Boden. Cersei wehrt sich mit Taten und Worten („stop it, stop it“, „it’s not right“, „no“), fängt an zu weinen und zu schluchzen, verzieht das Gesicht vor Schmerz, dreht es (mit geschlossenen Augen) weg. An einer einzigen Stelle, als beide noch stehen, scheint sie kurzzeitig ein wenig, äh, zugeneigter, aber das erwähne ich nur der Vollständigkeit halber, weil sie danach offensichtlich weiterhin keinen Sex will. Jaime interessiert ihr Geschluchze nicht („I don’t care“).
EINE – VERGEWALTIGUNG. Ganz klar. Genauso klar ist die darauf folgende feministische Kritik. Aber nicht nur Feministinnen sehen das so. Und selbst Idioten, die nicht kapieren, warum die Szene scheiße ist, sehen die Vergewaltigung. Wie um alles in der Welt kann Graves behaupten, es sei keine?!

Nehmen wir mal an, Graves lügt nicht, weil er jetzt so viel Kritik aushalten muss (armes Hascherl!), wenn er sagt, dass die Szene einvernehmlich geplant gewesen war. Dann hätte ich da eine Frage: Mr. Graves, warum sind Sie so ein unglaublicher Loser?! Wie kann man seine Intention als erfahrener Künstler so grandios verfehlen?! Denn ein Regisseur ist IMMER die letzte Instanz – in diesem Fall nach der Vorlage von George R. R. Martin, den Drehbuchschreibern und den Schauspielern. ER IST DER VERANTWORTLICHE. Und als solcher hat er einfach nur himmelschreiend versagt. Er ist ein Versager. Und offensichtlich ein blödes Arschloch, das nicht den Unterschied zwischen einer wenig hübschen, aber nicht vollends verwerflichen „Sie mag erst nicht und dann ja doch“-Sexszene und einer offensichtlichen Vergewaltigung kapiert!!!

Das ist eine Problematik, die erst durch sein dämliches Kommentar so schlimm geworden ist – aber es sieht noch wesentlich beschissener aus, wenn man die Bücher kennt.

Offensichtlich kann sich das verlinkte Basler Provinzblatt keinen Autoren leisten, der die gottverdammten Bücher gelesen hat. Angeblich sei die Szene nur deshalb kritisiert worden, weil sie sich so nicht in der Vorlage findet und darum sei das alles ja wieder mal nur feministische Hysterie und #aufschrei und höhöhö, kuck dir mal die frustrierten Emanzen an.

Tja, DIESE frustrierte Emanze hier HAT die Bücher gelesen. Auch dort ist die Sexszene an Joffreys aufgebahrter Leiche nicht gerade ein Ausbund an Romantik. Im Buch kehrt Jaime erst an dieser Stelle aus seiner Gefangenschaft zurück und fällt, kaum wird er Cersei ansichtig, von Lust übermannt über sie her. Auch hier fragt er nicht erst nett, ob sie mit ihm schlafen will, aber sie öffnet sich für ihn und empfängt ihn willig. Ja, nicht gerade supi, aber keine Vergewaltigung.

Aber das ist nicht das Problem. Es geht nicht darum, dass ein einvernehmlicher Verkehr für die Serie zu einer Vergewaltigung umgeschrieben worden ist (obwohl, wie ich finde, die Frage danach, warum die Macher glauben, so etwas sei nötig, durchaus legitim ist). Es geht auch nicht darum, dass die Serie von der Vorlage abweicht. Das ist ja schon öfter passiert und interessiert außer ein paar Puristen keine Sau. Einige der Änderungen fand ich sogar extrem gelungen, so dass die entsprechenden Szenen in meinen Augen sogar besser waren als in den Büchern. So bin ich auch sehr damit einverstanden, dass in Daenerys‘ Hochzeitsnacht ebenfalls eine Vergewaltigung stattfindet (dies ist offensichtlich, es sei denn, man gehört zu den armseligen Gestalten, für die es keine Vergewaltigung ist, wenn eine völlig verzweifelte Frau in Angesicht ihres Riesen von Ehemannes bemerkt, dass sie komplett chancenlos ist und sich daher nicht wehrt), obwohl der Verkehr im Buch als einvernehmlich geschildert wird. Im Buch wird Daenerys genau wie in der Serie nicht gefragt, ob sie Khal Drogo heiraten will, ist aber dort erst 13 Jahre alt – lächerliche Vorstellung, sie würde dem Sex in ihrer Hochzeitsnacht freudestrahlend zustimmen, zumal die folgenden Zusammenkünfte dann wieder als nicht-einvernehmlich beschrieben werden. Das hat im Buch schlichtweg keinen Sinn gemacht, daher ist es gut, dass sie das geändert und eine wirklich starke, sehr gut gespielte Szene daraus gemacht haben, in der die ganze Ausweglosigkeit von Daenerys‘ Situation eindrücklich deutlich wird.
Es geht auch nicht einfach nur darum, dass eine Vergewaltigung dargestellt wird. Das war nicht das erste Mal in der Serie und wird wohl auch nicht das letzte Mal gewesen sein. Die gesamte Serie ist ausgesprochen brutal – dämlich, ausgerechnet Vergewaltigungsszenen anzuprangern, solange sie nicht voyeuristisch ausgeschlachtet werden.

Nein, die Szene ist deshalb zum Kotzen, weil sie damit mal so eben nebenbei Jaimes Charakter vollständig zerstört.

Jaime ist am Anfang der Serie ein Arschloch. Ein arroganter Wichser, so ein echter Lannister halt, der nicht nur Ned Stark angreift, sondern sogar vor seiner eigenen Familie nicht halt macht, wenn er, um zu fliehen, den Verwandten, der zu ihm in seinen Käfig gesperrt wird, mal eben umbringt (das hat sowieso keinen Sinn gemacht, denn dieser altbekannte „kranker Mitgefangener“-Trick hätte auch funktioniert, hätte er seinen Cousin oder wer der Typ war einfach darum gebeten, sich tot zu stellen). Erst der Verlust seiner Hand, aber vor allem seine Wanderschaft mit Brienne läutet einen Wandel ein.
Überhaupt – Brienne. In der 3. Staffel unterhält er sich mit ihr noch darüber, wie ekelhaft Vergewaltigung ist und rettet sie dann auch noch vor einer eben solchen, und jetzt vergewaltigt er mal so eben die Liebe seines Lebens?! Aber nee, ich vergaß: Es war ja alles total einvernehmlich *kotz*

Wer die Bücher nicht gelesen hat und vielleicht nicht mal weiß, dass die Szene im Buch anders ist, der wird nicht verstehen, warum das so unglaublich schrecklich ist. Es sah dann halt eben zwar so aus, als hätte Jaime sich gebessert, aber tja, alte Gewohnheiten, ne? Ist er wohl doch ein Arschloch, Lannister halt.
Genau das ist er eben nicht. Hier muss ich leider ein bisschen spoilern, also nicht weiter lesen, wenn ihr minimale Ausblicke auf das Kommende nicht lesen wollt. Fakt ist, dass so ziemlich alle Charaktere der Reihe nicht eindeutig gut oder eindeutig schlecht sind, sondern jeder gute und schlechten Anteile hat. Jaime war am Anfang ziemlich eindeutig schlecht (davon abgesehen, dass er mal eben so ganz King’s Landing gerettet hat, wofür ihm nie gedankt wurde), ein Charakter, den ich mit Vergnügen gehasst habe, entwickelt sich aber stark. Bis dato (die Reihe ist ja noch nicht beendet) hat sich das noch nicht sehr in konkreten Taten ausgedrückt, aber als Point-of-View-Charakter, also ein Charakter, aus dessen Sicht Teile der Handlung geschildert werden, wird ein Einblick in seine Innenwelt gewährt und die ist eindeutig.
Besonders beeindruckend ist hierbei sein Verhältnis zu Cersei. Nachdem er sich so nach ihr gesehnt hat und seine Sehnsucht sich in ihrem einvernehmlichen Sex entladen hat, wird ihm im Folgenden immer mehr bewusst, was für ein schrecklicher Mensch Cersei eigentlich ist – liebt sie aber immer noch. Das ist ein schmerzvolles Dilemma und eine vielschichtige Charakterzeichnung, die einfach großartig ist. Allerdings typisch für die Reihe – ein Grund, weshalb ich sie so liebe und warum sie so erfolgreich ist.

Die Macher der Serie nun haben das alles ab Jaimes Rückkehr sehr zuverlässig versaut. Keine Ahnung, warum sie die Sexszene direkt bei seiner Ankunft gestrichen haben – ich hatte die (wie ich jetzt weiß idiotische) Hoffnung gehegt, sie wollten vielleicht einfach den Titten- und Sexcontent ein bisschen zurück schrauben. Das allein wäre jedoch noch vertretbar gewesen. Schlimm wurde es erst, als Jaime sich im Folgenden – WOCHEN nach seiner Rückkehr – versucht, an Cersei ranzumachen und sie dies beständig abblockt. Sie knallt ihm sogar an den Kopf, dass er sich nicht genug Mühe gegeben habe, schneller zu ihr zurück zu kehren, wohlgemerkt aus seiner GEFANGENSCHAFT. Das findet sich so zwar auch im Buch, allerdings nur als verbitterte und typisch egozentrische Gedanken Cerseis in den Teilen, die aus ihrer Sicht geschildert worden sind.
Mir hat das überhaupt nicht gefallen, wird doch damit Jaimes intrinsische Motivation aus den Büchern zu einer extrinsischen. Er ändert sich nicht langsam, weil er selbstständig merkt, dass Cersei eine saublöde Kuh ist, sondern weil sie so asozial mit ihm umgeht. Damit wird diese wunderbar beschriebene Charakterentwicklung zu einer reinen Trotzreaktion auf Cerseis Arschigkeit. Und das ist unglaublich scheiße!!

Dennoch wird diese Entwicklung zum Guten wohl auch in der Serie so beschrieben werden – und genau deshalb ist die Vergewaltigung so schlimm. Die einzige Möglichkeit, das wieder hinzubiegen, wäre wirkliche, ehrliche Reue; wenn die Vergewaltigung ein letztmaliges Zurückfallen in alte, böse Verhaltensmuster gewesen wäre und der letzte Anstoß, den Jaime braucht, um sich vollends in Richtung „gut“ zu entwickeln. Zwar wäre das immer noch eine selten schreckliche und beschissene Art, seine Wandlung zu initiieren, aber es hätte wenigstens noch leidlich funktioniert.

Tja, ratet mal, warum das so nicht kommen wird?! Ganz genau: Weil der Sex ja EINVERNEHMLICH gewesen war! Und weil Arschloch-Regisseur Graves ja so dermaßen davon überzeugt ist, KANN Jaime seine Gewaltanwendung ja gar nicht bereuen. Warum auch, wenn es einvernehmlich war?!

Ist damit klar, warum die Szene so unendlich beschissen ist? Die Szene wird im Folgenden vermutlich ignoriert werden, eine wirkliche Auseinandersetzung wird nicht statt finden. Und Jaime wird sich von seiner schrecklichen Schwester abwenden, weil er ja so viel besser ist als sie, und zum Sympathieträger. Ein Vergewaltiger. Bravo. Einfach nur toll gemacht, ihr Vollidioten. This is how you ruin a character.

Gleichzeitig ist damit auch Cerseis Charakter total kaputt. Sie ist eine furchtbare Frau, eine arrogante Zicke, ein intrigantes Miststück, eine schreckliche Diplomatin und ein grausamer Mensch. Aber jetzt kann ich sie nicht mehr hassen. Auch DAS haben die Macher versaut.
Natürlich kommen schon die Assis angekrochen, die meinen, Cersei hätte es halt verdient, eben weil sie so scheiße ist. So wie auch im echten Leben immer Rechtfertigungen gesucht werden, warum ein Vergewaltigungsopfer ja doch irgendwie selbst Schuld ist. Yay, victim blaming galore. Mal was ganz neues!!

Man mag argumentieren, dass dies ja auch Vielschichtigkeit sei – wenn man bösen Charakteren böse Dinge zustoßen lässt. Aber wisst ihr, das ist schwer. Offensichtlich ja ZU schwer für die Verantwortlichen. Zumal es vermutlich keine großartigen Auswirkungen auf Cersei haben wird, denn mit ihren vielen Hör-aufs hat sie ja zugestimmt. Meine Fresse, ist das einfach nur so schlecht!!

Somit wird des billigen Schockeffekts wegen mal eben so ein Bild dem Zuschauer implementiert, das für das fortgesetzte Leid vieler Vergewaltigungsopfer verantwortlich ist. Und MIR hat es den Spaß an einer meiner Lieblingsserien versaut. Das ist natürlich im Vergleich keine Tragödie, aber es kotzt mich trotzdem an. Und nun habe ich, obschon ich so lange geplant hatte, die Serie vor Vorwürfen zu verteidigen, das dringende Gefühl, die ganze Zeit im Hinblick auf die für die Handlung völlig unnötigen Nacktszenen, die vielen so bemüht expliziten Gespräche und dieses ganze Setting um Littlefingers Puff erstens etwas blauäugig und zweitens zu nachsichtig gewesen zu sein. Ich meine, wenn man sich als Mädchen in Jungsdomänen herum treibt (zumindest halten die Macher dieser Serie Fantasy offensichtlich für ein Jungsgenre), wie ich es schon mein ganzes Leben lang tue, dann muss man einiges hinnehmen. Man stumpft ab, verdreht nur die Augen, wenn Wonder Womans Titten mal wieder völlig überdimensioniert und unrealistisch gezeichnet werden oder Steel Panther von Schlampen und Nutten singen. Man akzeptiert den Fanboyservice in einer solchen Serie, auch wenn HBO das eigentlich nicht nötig hat und ganz klar ist, dass ein solcher Erfolg gar nicht möglich wäre, hätte die Serie nicht auch viele weibliche Fans.

Aber offensichtlich sind HBO seine weiblichen Fans egal, wenn sie es zu Anfang jeder Staffel gerade mal 13 Minuten (3. Staffel) bzw. 11 Minuten (4. Staffel) aushalten, bis die erste von Littlefingers Nutten ihre nackten Titten durchs Bild schwingt.

Und jetzt das. Eine für den Handlungsverlauf und die Charakterentwicklung völlig kontraproduktive Gewalttat, die angeblich keine ist, und darum auch nicht als solche behandelt werden wird, mit keinerlei Auswirkungen auf die Beteiligten. Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte.

Ich bin ehrlich: Ich werde mir die Serie weiter ansehen, weil der Rest einfach immer noch viel zu gut ist. Noch habe ich auch einen winzigen Rest Hoffnung, dass es anders weitergehen wird, als ich es hier vorhergesagt habe. Die neue Folge kommt schließlich schon heute Nacht und eine Frau hat Regie geführt. Ob das irgendwas ändern wird, bezweifle ich, zumal ich nicht weiß, wie die Serie gedreht wird (chronologisch oder parallel) und ob sie die Endfassung der letzten Folge überhaupt sehen konnte, bevor die 4. Folge gedreht worden ist. Möglicherweise hat sie sich auf die reine Beschreibung verlassen (müssen) und dachte auch, das alles wär ja so super einvernehmlich abgelaufen.

Aber ein Stück weit ist die Serie für mich nun wirklich ruiniert – und das finde ich so unglaublich scheiße.

Meine fünf Buchvorsätze 2014

Da läuft grade noch meine Buchverlosung (Eigenwerbung Galore!) und da wirft mir die Naekubi doch ein Blogstöckchen, das thematisch perfekt passt – und kurz darauf kommt dasselbe von Ti Leo. Yay \o/

Gefragt sind fünf Bücher, die ich dieses Jahr noch vorhabe zu lesen. Nicht erlaubt sind Fortsetzungen einer Reihe, deren voraus gegangenen Teile ich schon gelesen habe.
Fünf Bücher… klingt machbar, oder? Tatsächlich gab es mal eine Zeit, in der ich mir alle Bücher, die ich gelesen habe, aufschrieb und somit weiß, dass ich damals im Jahr ca. 50 Bücher schaffte. Diese Zeit ist leider vorbei. Das ist schade. Aber die folgenden fünf literarischen Ergüsse müssen definitiv sein:

Matt Ruff – Mirage
Uuuund noch ein bisschen Werbung, da ich ja in meinem Gewinnspiel Matt Ruffs Erstlingswerk verlose. Bei diesem handelt es sich nun um seinen neusten Roman, womit ich sein Gesamtwerk komplett verschlungen hätte. Da er aber allerdings ziemlich langsam schreibt (fünf Romane in 24 Jahren – im Hintergrund kichert ein Mr. Stephen King spöttisch), ist das gar nicht sooo beeindruckend, wie es klingt.
Mirage geht von der Prämisse aus, dass sich die gesamte Weltgeschichte ab einem gewissen Zeitpunkt dramatisch anders entwickelt hat – so dass am 11. September 2001 nicht das World Trade Center in New York einem Terroranschlag radikaler Islamisten zum Opfer gefallen ist, sondern stattdessen die „Euphrat und Tigris“-Türme in Bagdad, einer Großstadt in den Vereinigten Arabischen Staaten, von christlichen Fundamentalisten aus dem eher rückständigen, unbedeutenden Land Amerika angegriffen worden sind. Aber ist diese Welt, die sich so grundlegend von unserer unterscheidet, wirklich so echt, wie alle Beteiligten glauben?
Das Buch erschien am 1. März auf Deutsch. Einen Tag später bekam ich es von den besten Mitbewohnern der Welt zum Geburtstag – und habe es ihnen zähneknirschend zur Aufbewahrung überlassen, weil ich mich sofort drauf stürzen wollte, zum Lesen aber wegen meiner Examensarbeit keine Zeit hatte. Am Abgabetag lag es unaufgefordert auf dem Wohnzimmertisch, aber ihr kennt das: Man will immer das am meisten, was man nicht haben kann. Vor acht Wochen, als ich nicht durfte, hätte ich es in wenigen Tagen verschlungen, nun liegt es hier unangetastet und bettelt um meine Aufmerksamkeit. Tja, die wird es auch sehr bald bekommen.
Bei dem Thema mögen unzählige rassistische oder antimuslimische Fallstricke lauern, aber ich vertraue Matt Ruff da voll und ganz 🙂 Er hat bereits in all seinen anderen Romanen großes Einfühlungsvermögen gerade in Bezug auf Opfer von Diskriminierungen oder soziale Außenseiter bewiesen. Und weil er auch ansonsten so toll ist, habe ich dementsprechend hohe Erwartungen.

David Hajdu – The Ten-Cent Plague: The Great Comic Book Scare and How It Changed America
Ja, das is’n Sachbuch. Man stelle es sich vor!
Dieses Buch gehörte zur Literatur für meine Examensarbeit, bei der es ja um Zensur bei Comics in den 40er und 50er Jahren ging. Davon werde ich ja noch ausführlich berichten. Nur soviel: Die Leute sind damals völlig ausgerastet. Was wir heute bei der Debatte um sogenannte Killerspiele etc. erleben, ist Kindergarten dagegen. Hajdu hat nun ein Buch darüber geschrieben, das sich der Thematik eher anekdotisch mithilfe vieler Interviews nähert, so dass eher die beteiligten Menschen im Vordergrund stehen. Leider konnte ich für meine Arbeit nur ein paar Auszüge lesen, weil ich keine Zeit mehr hatte (und ich diverse andere Bücher hier rumliegen hatte, die das alles mehr trocken-wissenschaftlich vermittelten, was sich für meine Arbeit besser eignete), aber ich fand den Schreibstil unterhaltsam und das Thema sowieso. Deshalb möchte ich es noch ganz lesen, zumal ich es das einzige Buch meiner Literaturliste ist, das ich mir nicht ausgeliehen, sondern gekauft habe.

David Wong – John dies at the end
Stellt euch vor, ihr trefft auf einen Nazi und ihr hackt ihm mit einer Axt den Kopf ab (davon haben wir ja alle schon mal geträumt). Beim letzten Schlag bricht der Stiel, also geht ihr los und kauft euch einen neuen. Wochen später zerbröselt es den Axtkopf, als ihr damit eine Monsterkrabbe platt macht, was erneut einen Gang zum Baumarkt nötig macht. Und kurz darauf wankt der Nazi, der nun ein Zombie mit dekorativer Rundum-Naht am Hals ist, in eure Küche, zeigt auf eure Axt, die ihr natürlich hastig zur Hand genommen habt, und röchelt: „Dies ist die Axt, die mich tötete!“ Und jetzt stellt euch die alles entscheidende Frage: Hat er Recht?
So unglaublich bescheuert fängt John dies at the end an und das war nur der Auftakt zu einem der ausgeflipptesten Filme, den ich je gesehen habe. Das einzige Problem: Der Film kann nicht mal ansatzweise die gesamte Story des Buches liefern, weshalb völlig klar ist, dass ich das Buch lesen muss, auch wenn es bisher leider nur auf englisch erschienen ist.

Stephen King – Dr. Sleep
Okay, äh… keine Teile einer Reihe, ne? Strenggenommen ist das hier eigentlich einer. Bzw. ist strenggenommen Stephen Kings gesamtes Werk eine einzige große Reihe, deren einzelne Teile immer wieder aufeinander Bezug nehmen. Ich denke aber, hier kann ich eine Ausnahme machen.
35 Jahre nach Shining taucht der telepathisch begabte kleine Danny Torrance, eben der Junge mit dem „Shining“, erneut in einem King-Roman auf, nur ist er inzwischen erwachsen. Viel mehr weiß ich darüber nicht, weil ich gar nicht mehr wissen wollte. Wenn „King“ draufsteht, lese ich es ja sowieso ^^
Ich hatte mir immer vorgestellt, dass Stephen King Danny Torrance und das kleine Mädchen aus Friedhof der Kuscheltiere, das als einzige das gesamte Gemetzel überlebt hat, zusammen in einen Nachfolgeroman packen könnte, aber ich wette, er hat inzwischen selbst schon wieder total vergessen, dass er bei dem Mädel ebenfalls ein Shining andeutete. Tja. Das wär mal richtig cool gewesen. Aber ich denke, ich werde auch so zufrieden sein!

Neil Gaiman – Die Bücher der Magie
Wenn mir die wissenschaftliche Beschäftigung der letzten Wochen mit dem Thema eines gezeigt hat, dann, dass ich unbedingt mehr Comics lesen muss \o/ Ich will definitiv meine Dino-Batman-Sammlung komplettieren, außerdem die letzten paar Bände von Transmetropolitan, die mir leider noch fehlen besorgen, aber das zu erwähnen wäre ja gegen die Regeln. Nun muss ich mich unter den vielen Comics, die ich noch lesen will, für eines entscheiden, weil es ja nur fünf Bücher sein sollen, also fällt meine Wahl auf dieses.
Neil Gaiman hat mit seiner Sandman-Reihe geholfen, das Medium für das Feuilleton zu öffnen, aber auch seine Romane haben mir bisher sehr gut gefallen. Die Bücher der Magie ist eine Serie, die unter seiner Autorenschaft gestartet ist, weshalb Band 1 definitiv gelesen werden muss.

So, ein Blogstöckchen muss weiter geschmissen werden! Ich gebe die Aufgabe also an Karo, Hemator, Nerdbarbie, EMN, Maren, Onyx, Sarah, Juna und Mina weiter. Okay, das sind jetzt neun und es sollten acht sein, aber egal 🙂

Welttag des Buches – die Robin schenkt Lesefreude!

Ja, richtig gelesen. Nachdem ich mich letztes Jahr ein kleines bisschen viel in Gewinnspiele gestürzt habe, und das sogar mit Erfolg, dachte ich, dass ich bei dieser tollen Aktion doch auch mal mitmachen könnte – nur umgekehrt. Die nächsten Tage könnt ihr also bei mir ein Buch gewinnen 🙂 *tusch*

Blogger_Lesefreude_2014_Banner

„Blogger schenken Lesefreude“ ist eine Aktion, die rund um den Welttag des Buches (HEUTE!!) Verlosungen auf alle möglichen Blogs organisiert. In der Teilnehmerliste könnt ihr sehen, dass fast tausend Blogs dem Ruf gefolgt sind. Ich MUSSTE einfach mitmachen!

Erstmal das Wichtigste: Was könnt ihr gewinnen? Darüber musste ich ein bisschen grübeln. Am liebsten hätte ich ja einen Comic verlost, um etwas für den guten Ruf des Mediums zu tun, aber letztendlich habe ich mich für Matt Ruff – Fool on the Hill entschieden. Warum? Weil es das erste und einzige Buch war, das ich beim Lesen tatsächlich mit dem Daumen zwischen den Seiten zuklappte, während ich bedeutungsvoll sinnierend an die Decke starrte und den zuletzt gelesenen Satz im Stillen wiederholte – und so bei mir dachte: „DAFÜR wurde Literatur erfunden!“

Matt Ruff ist in Deutschland viel zu unbekannt, dabei hat dieser Mann noch nie was schlechtes geschrieben. Im Gegenteil. Gerade „Fool on the Hill“, sein Erstlingswerk, ist eine Atombombe an wunderschöner Sprache und skurriler Einfälle. Letztere sind sogar so phantastisch, dass es mir unmöglich ist, eine ordentliche Inhaltsangabe zu liefern. Nur soviel: Es ist ein Popkulturmärchen, das moderne Sagen wie beispielsweise Tolkiens Welt und Disneyelemente mit christlicher, germanischer und griechischer Mythologie mischt und in einem epischen Kampf zwischen dem ultimativen Bösen und den Mächten des Guten gipfeln lässt und ja, wer da denkt „Wow!“ oder auch „What the fuck?“, der sollte es unbedingt lesen!
matt ruff

Aber bevor ihr losrennt und das Buch oder gleich am Besten Matt Ruffs Gesamtwerk kauft, könnt ihr ja erst mal versuchen, bei mir die Taschenbuchausgabe zu gewinnen.

Eckdaten
Das Gewinnspiel startet ab jetzt und endet am 30. April um 23.59 – ihr habt also eine ganze Woche Zeit zum Mitmachen. Danach werde ich den Gewinner auslosen (wie, weiß ich noch nicht, weil ich random.org nicht so ganz checke – es wird aber fair ablaufen :)) und in einem gesonderten Blogpost tags darauf unter dem hier hinterlassenen Pseudonym bekannt geben. Um ihn zu benachrichtigen, brauche ich eine gültige Emailadresse, die ihr beim Kommentieren im entsprechenden Feld hinterlassen könnt. Tragt ihr sie dort ein, wird sie nicht veröffentlicht und nur ich sehe sie. Nach der Benachrichtigung brauche ich zudem einen Namen und eine Adresse, an die das Buch gehen soll. Ohne geht es nicht, aber alle Daten werden natürlich vertraulich behandelt 🙂 Mitmachen darf jeder aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz, sofern er auch in den genannten Ländern wohnt bzw. will, dass das Buch in eines dieser Länder verschickt wird 😉 Der Rechtsweg ist ausgeschlossen blabla ^^

Was müsst ihr tun?
Es gibt mehrere Lose zu ergattern. Je mehr Lose, desto größer eure Chance. Ich habe mitbekommen, dass es wohl Leute gibt, die tatsächlich alle „Blogger schenken Lesefreude“-Gewinnspiele abgrasen und auf jeden Blog einfach schnell ein Kommentar hinterlassen, um mitzumachen. An sich ist dagegen nicht viel einzuwenden, aber ich verlange trotzdem ein bisschen mehr 😀

1 Los gibt es also für ein Kommentar unter diesem Beitrag, in dem ihr mir kurz folgende Fragen beantwortet:
1. Wer ist euer Lieblingssuperheld?
2. Gibt es einen Film, der besser ist als das Buch, auf dem er basiert?
3. Bei einem epischen Kampf Gut gegen Böse – welche Waffe würdest du wählen?

Machbar, oder? Aber aufgepasst: Alle weiteren Lose sind fakultativ, aber ihr kriegt sie nur, wenn ihr diese erste Aufgabe erfüllt, also einen Kommentar plus Antworten hinterlassen habt.

Weitere Lose:
1 Los, wenn ihr das Gewinnspiel auf Twitter teilt
1 Los, wenn ihr das Gewinnspiel auf Facebook teilt
2 Lose, wenn ihr das Gewinnspiel auf eurem Blog erwähnt und verlinkt
Zum Beweis hinterlasst bitte die entsprechenden Links in eurem Kommentar (das kann auch in einem zweiten Kommentar nachgereicht werden).

Es gibt also insgesamt 5 Lose. Ich erlaube mir außerdem, Menschen, die mir aus diesem Internet bereits bekannt sind und die gerne mitmachen würden, ein Extralos zu schenken. Ich denke, das ist nur fair 🙂

Tja, ich hoffe, ich habe an alles gedacht. Falls irgendetwas unklar ist, könnt ihr gerne nachfragen – das ist mein erstes Gewinnspiel und ich hab mit Sicherheit was vergessen 🙂

Media Monday 147

Nachdem meine Examensarbeit nun fertig ist, hoffe ich, tatsächlich regelmäßig mitmachen zu können, auch wenn ich osternbedingt heute etwas spät dran bin 🙂

1. Hollywood ergeht sich immer noch fleißig an Reboots, Remakes, Fortsetzungen etc. und schießt sich damit oft ins eigene Knie. Der letzte originäre, überzeugende, für sich allein stehende Film, den ich gesehen habe ist Crazy, Stupid, Love. Ich hab von dem Film NICHTS erwartet und hab ihn mir nur wegen Steve Carell ausgesucht, dessen speziellen Humor ich unglaublich lustig finde, aber er hat nicht nur mich begeistert, sondern auch meinen Mitbewohner, der romantische Komödien HASST. Als solche war die Handlung allerdings wesentlich durchdachter als üblich. Ich bin echt schwer zu überraschen, aber die Wendung gegen Schluss hat mich wirklich kalt erwischt. Ich werde sie nicht verraten, denn ihr solltet den Film euch unbedingt ansehen, auch wenn ihr ansonsten andere Genres bevorzugt. Möglicherweise der beste Vertreter des Genres, den ich je gesehen habe 🙂

2. Wir alle wurden schon einmal fies gespoilert. Bei Game of Thrones allerdings hat es mich richtig gestört, weil es so dermaßen unnötig war. Ich hatte die erste Staffel gesehen und dann in der Pause zur zweiten Staffel die Bücher gekauft. Nun versuche ich bei Büchern und Filmen, die zeitweise offene Fragen lassen, immer mit zu raten und wollte von meinem damaligen Freund wissen, ob ich richtig lag mit meiner Annahme, dass Bran und Rickon von Theon gar nicht getötet worden waren, sondern Winterfell nicht verlassen haben (ich lag sogar richtig mit meiner Vermutung, dass sie sich in der Gruft versteckt hielten!). Ich meine, ihr kennt das: Ihr wollt bei sowas höchstens ein Ja oder Nein, aber NICHT mehr, aber mein Ex hat es IMMER geschafft, mich bei solchen Fragen total zu spoilern. So war dann auch seine Antwort auf diese Frage: „Nee, sie verlassen Winterfell erst, nachdem es zerstört wurde.“ Keine sonderlich wichtige Information, aber trotzdem total unnötig! Ich hätte ihm mit einem Breitschwert den Kopf abhacken können!

3. Am 23. April ist wieder Welttag des Buches. Wie steht ihr zu solchen Aktionstagen?
Ich habe mich nach dem letzten Media Monday spontan entschlossen, doch bei „Blogger schenken Lesefreude“ am Welttag des Buches mitzumachen und ein Buch zu verlosen! Mehr dazu am Mittwoch 🙂

4. Selten hat mich ein Schauspieler mehr beeindruckt als Sir Ben Kingsley in seiner Rolle in Gandhi, denn ohne Scheiß, Ben Kingsley IST einfach Gandhi. Ich habe noch nie einen Film über eine historische Persönlichkeit gesehen, in der der Schauspieler dieser Person SO ähnlich sieht. Aber auch davon abgesehen hat er den Mann einfach hervorragend verkörpert. Ohne den Film hätte ich jetzt vermutlich kein Gandhi-Poster hinter mir hängen 😀

5. Manche Filme kann man sich ja immer wieder ansehen, nicht einmal unbedingt, weil sie so gut sind, sondern schlichtweg unterhaltsam. Wie zum Beispiel Road Trip, denn das ist eigentlich nur eine dämliche College-Kömodie, aber als solche funktioniert er einfach perfekt. Ein Film zum Hirn abschalten und lachen – das bietet er auf vollkommene Weise und mehr will er gar nicht sein. Deswegen ist er wohl doch gut 😀

6. Liebling, vergiss die Socken nicht hätte ich besser nie gelesen, denn auch wenn ich durchaus manchmal gerne leichte Kost lese und daran auch überhaupt nichts schlimmes finden kann, eignet sich dieses Buch nicht mal als lustiger sogenannter „Frauenroman“. Ich bin bis heute fest davon überzeugt, dass dieses Machwerk das vielleicht schlechteste Buch ist, das ich jemals gelesen habe und selbst jetzt, also Jahre später, wallt unendlicher Hass in mir hoch, wenn ich auch nur daran denke, dass dieses Scheißbuch mal ein Bestseller war. Allerdings einer, der inzwischen fast vergessen ist. Aber ICH kann leider nicht vergessen… und niemals vergeben!!!

7. Zuletzt gesehen habe ich Saving Mr. Banks und das war leider ziemlich grottig, weil ich wohl noch nie einen Film gesehen habe, der so tief in die Küchenpsychologieschublade gegriffen hat. Ich mag historische Filme, die in der Neuzeit spielen und auch ein bisschen lustig sein wollen, aber das war ein echter Griff ins Klo. Dabei fand ich die Story vielversprechend, aber dass am Ende nicht nur zweifelsfrei klar ist, dass die Autorin von „Mary Poppins“ mit dem Buch nur den frühen Verlust ihres alkoholkranken Vaters verarbeiten wollte, sondern Walt Disney ihr das sogar direkt ins Gesicht sagt, war einfach too much. Wäre es subtil angedeutet worden – okay. Aber so? Außerdem war die Darstellung von Walt Disney (auch wenn Tom Hanks einen guten Job gemacht hat) mir ein bisschen zu sehr märchenonkelhaft-idealistisch, aber was erwartet man von einem Disneyfilm :/

Studieren am Limit – die Höhepunkte!

Wenn mir meine Examensarbeit wieder eins gezeigt hat, dann: Computer und ich, wir werden niemals gute Freunde.

Und JA, ich bin mir der Ironie bewusst, dieses Statement über einen COMPUTER in die Welt zu posaunen.

Ich brauchte STUNDEN, um am Schluss die Bilder einzufügen und verstehe immer noch nicht, warum OpenOffice daraus so ein verdammtes Problem macht. Beispielsweise habe ich immer noch nicht rausgefunden, wie man bereits eingefügte und beschriftete Bilder wieder löschen kann. Das scheint ein Riesendrama zu sein. Genauso wie die richtige Platzierung. OpenOffice scheint nicht zu checken, warum es irgendwie uncool ist, wenn Bilder Text und Fußnoten überdecken!

Irgendwie hab ich es aber hingekriegt. Und wenn ich „irgendwie“ schreibe, dann meine ich: Ich habe keine Ahnung, wie ich das letztendlich geschafft habe. Wie ich ein Bild, das einfach hartnäckig am unteren Rand hängen bleiben wollte, obwohl das ein totales Desaster war (wie gesagt, die Fußnoten…!), trotzdem nach dem achtzigsten panischen Versuch in die Mitte platziert bekam. Kein Plan, was ich gemacht habe. Beziehungsweise warum eine Maßnahme, die dreizehn Mal nicht funktioniert hat, beim vierzehnten Mal plötzlich doch funktionierte. Ich verstehe die ganzen Funktionen schlicht und ergreifend nicht, glaube aber, dass das in dem Fall nicht unbedingt nur an mir hängt!

Und dann das ewige Drama: das Einfügen der Seitenzahlen. Es gibt nämlich keine einfache Methode, in einem Dokument die Seitenzahlen mit Nummer 1 erst ab Seite X beginnen zu lassen. Das ganz locker in einem Menü einstellen zu können wäre ja auch viel zu einfach. Deshalb versuchte ich gar nicht erst rauszufinden, welche Atomphysik man betreiben muss, um das bei OpenOffice hinzupfriemeln. Wenn ich mich recht erinnere, denn ich benutze das Programm nicht mehr, geht das bei Word sogar ÜBERHAUPT NICHT.
Konsequenz: Ich speichere Deckblatt und Gliederung immer separat in einem zweiten Dokument, was an sich keinen unerträglichen Mehraufwand bedeutet – wenn es nicht so UNNÖTIG wäre! Ich meine, wie schwer kann es sein, in einem Schreibprogamm so eine Funktion verfügbar und leicht bedienbar zu machen? Bin ich etwa der einzige Mensch auf der Welt, der gerne eine Arbeit für die Uni in einem einzigen Dokument speichern und die Seitenzahlen erst ab Seite 3 mit Nummer 1 beginnen lassen würde?! Das kann doch wohl nicht sein!

Jedenfalls entschloss ich mich für meine Standardlösung, speicherte zwei Dokumente und fügte die Seitenzahlen ein. Halleluja! Damit war die äußere Form komplett. Ich blätterte zufrieden durch meine Arbeit, nur um zu sehen, dass plötzlich wieder alle Bilder verschoben waren.
An der Stelle hatte ich einen kleinen nervous breakdown, auch weil ich mir zuerst gar nicht erklären konnte, was der Grund dafür war. Die Bilder taten anscheinend völlig random mal wieder nur das, was sie wollten. Deshalb dauerte es ewig, bis ich darauf kam, dass tatsächlich die Seitenzahlen dafür verantwortlich waren. Denn: Die MÜSSEN ja unbedingt in eine Extrazeile. WEIL. Und das verschob mal eben so den kompletten Text und die Bilder.

Ich probierte, den Schaden an den Bildern wieder grade zu rücken, aber wieder mal hingen sie bombenfest an Stellen, wo sie nicht hingehörten. Und weil mir die Zeit davon lief, entschied ich mich zähneknirschend für die manuelle Methode. Sprich: Ich löschte die Seitenzahlen wieder und entschied, sie handschriftlich nachzutragen, sobald alles gedruckt war. Was mir einen richtigen Stich versetzt hat. Die Arbeit sah nach dem Druck (der für zwei Exemplare über 50 Euro gekostet hat, gottverdammt) so unheimlich professionell aus, die Bilder knallten so richtig schön und alles, und darunter von Hand geschriebene Seitenzahlen. Ich hätte gleich einmal quer drüber kotzen können, war mein erster Gedanke, nachdem ich die Blätter, verbissen um eine wenigstens lesbare Schrift bemüht, nummeriert hatte. Aber ach. Ich werde einfach lernen müssen, damit zu leben. Jeden Tag, Stück für Stück -.-

Jetzt weiß ich wenigstens, dass ich die Seitenzahlen in Zukunft von Anfang an einfügen werde. Denn nachdem ich die letzten 19 Seiten in einer finalen Nachtsitzung runtergeschrieben hatte und dabei die ganze Zeit die Worte „80 Seiten! 80 Seiten! 80 Seiten!“ in meinem Kopf widerhallten wie ein enervierendes Mantra, habe ich am Schluss tatsächlich eine Punktlandung geschafft und war auf genau 80 Seiten gekommen. Nur, um zu sehen, dass es Dank der Extrazeile nach Einfügen der Seitenzahlen eigentlich 84 Seiten waren. Well.

rudy cries

Interessant war auch das Desaster mit meiner Literaturliste. Ich hatte eine ellenlange Liste zusammen gestellt, von der ich letztendlich vielleicht die Hälfte wirklich verwendet habe (zusätzlich habe ich natürlich Zeugs benutzt, das nicht draufstand – ist ja immer so), deshalb habe ich jeden Titel, sobald ich ihn wirklich zitiert hatte, aus der entsprechenden Fußnote in meine endgültige Literaturliste kopiert. Mit dem Ergebnis, dass OpenOffice dort in der Zeile, in der die Fußnote gewesen war, eine andere Seitenrandeinstellung verwendete als bei den restlichen Zeilen.

Das sah so unglaublich beschissen aus, ließ sich aber nicht ändern. Jedenfalls nicht mit OpenOffice, nicht mit meiner nichtvorhandenen Expertise. Und ich war wirklich völlig hilflos. Normalerweise kriege ich fast jedes technische Problem mit viel Flucherei und exzessiven googeln irgendwann gebacken, aber hier wusste ich nicht mal, nach was ich suchen sollte!!
„Lass es halt so, du hast keine Zeit mehr!“ war der Ratschlag von Mitbewohner Dave, den ich zur Hilfe gerufen hatte und der mit dieser Art Problem auch total überfordert war. Aber das ging einfach gar nicht klar! ES SAH SO BLÖD AUS!!!

Nachdem auch das manuelle Verschieben der Seitenränder nicht so wirklich funktionierte und außerdem viel zu lange gedauert hätte, kam mir die rettende Idee. Ich kopierte die gesamte Liste, fügte sie hier bei WordPress ein (als Email hätte es vermutlich auch geklappt), kopierte diese neue Liste wieder zurück in mein Dokument und voilá – Seitenränder alle gerade und auf einer Linie. Manchmal reicht ein bisschen Bauernschläue, wo die technische Unfähigkeit offensichtlich wird 😀
Deshalb bin ich auch furchtbar stolz darauf, ganz allein herausgefunden zu haben, wie ich die Liste alphabetisch sortieren kann. Dafür gibt’s eine Funktion, aber die nützt nichts, wenn die Buch- und Aufsatztitel so lang sind, dass sie über mehr als eine Zeile hinaus gehen. Alles passt jedoch in eine Zeile, wenn man die Schriftgröße gaaaaanz ganz klein macht – und dass ich darauf ohne Hilfe gekommen bin, macht mich völlig übertrieben froh 😀 Man muss schon über Kleinigkeiten dankbar sein!

Diese ganzen großen und kleinen Katastrophen haben mich so viel Zeit gekostet, dass ein letztes Korrekturlesen nicht mehr drin war. Ich muss nun damit leben, eine wissenschaftliche Arbeit mit Tippfehlern abgegeben zu haben. Die Rechtschreibprüfung hat nämlich irgendwann auch nicht mehr funktioniert. Keine Ahnung wieso. Sie ließ sich jedenfalls nicht einschalten. Manchmal ging sie jedoch von selbst an. Und auch wieder aus. Aber natürlich nie dann, wenn ich sie gebraucht hätte. Und solche Sachen sind der Grund, weshalb ich mit Computern nicht klar komme: Sie sind einfach nicht logisch :/

Jedenfalls kratzt eine fehlergespickte Arbeit an meinem akademischen Ego. Deshalb muss ich mir immer wieder an den Schluss meiner Arbeit ins Gedächtnis rufen. Da habe ich Umberto Eco so richtig den Mittelfinger in die Fresse gestreckt. Dieser elitäre, überkultivierte Intelligenzler findet Comics nämlich scheiße. Außer Peanuts. Kein Witz. Aber weil das gegen SEIN akademisches Ego geht, hat er einfach beschlossen, dass Peanuts kein Comicstrip ist. Nein, das ist nämlich Kunst. Auf die Weise darf er weiterhin Charlie Brown beim täglichen Scheitern am Leben zukucken, ohne sich dem gar schröcklichen Vorwurf auszusetzen, proletarischen Schund wie Comics zu konsumieren. Ist das Leben nicht wunderbar einfach, wenn man auf Logik scheißt. Vielleicht sollte Charlie Brown das mal probieren.
Jedenfalls habe ich seiner, nennen wir es mal Argumentation, ein Zitat von Da Vinci entgegen gestellt. Man möge es sich auf der Zunge zergehen lassen: Ein – Zitat – von – Leonardo Da Vinci. Das ist vermutlich das Abgehobenste, was ich in meinem ganzen Leben jemals fabrizieren werde, und ich bin auf gehässige Weise so dermaßen stolz drauf, dass es schon echt peinlich ist. Aber ich gönne mir diese kleinen Erfolge und deswegen solltet ihr das auch 😀

Was hat dieser akademische Bonze eigentlich gegen Comics? Das, sowie vieles andere, mit dem ich mich beschäftigt habe, werde ich euch in einer Serie präsentieren, sobald ich meine Note habe. Das nur als Hinweis, weil schon so viele danach gefragt haben 🙂

Mitbewohner sind asexuell!

Mitbewohner David und ich kommen vom Einkaufen, als ein hübsches Mädel vorbei läuft. Er starrt ihr auffällig hinterher und ich lache ihn deswegen ein bisschen aus.

Mitbewohner David: „Was ist? Ich bin ein alleinstehender Mann.“

Ich: „Jahaha.“

Mitbewohner David: „Hat sie zurück gekuckt?“

Ich: „Nee.“

Mitbewohner David: „Ach, schade.“

Ich: „Mach dir nichts draus. Wir gehen nebeneinander, ich trage das meiste Zeug – die dachte, wir sind zusammen!“

Mitbewohner David: „Ja, das hat meine Ex ja auch mal gedacht.“

Ich: „Hä?“

Mitbewohner David: „Die war eifersüchtig auf dich.“

Ich: „Eifersüchtig? Auf MICH!? Warum?“

Mitbewohner David: „Keine Ahnung!“

Ich: „Alles klar… du Arschloch.“

😀