Ich war jung und brauchte das Geld! Teil 6: Bäckerei

Nachdem das mit der Kellnerei nicht geklappt hatte, ging ich weiter auf die Suche und landete schließlich in einem Job, den ich abgesehen von meiner aktuellen Stelle am längsten hatte, obwohl ich ihn von all meinen bezahlten Tätigkeiten mit am meisten hasste.

Bäckereien. Es klingt besinnlich und so gemütlich bodenständig, war aber die Hölle auf Erden.

Dies war der erste Job, bei dem ich tatsächlich ein Bewerbungsgespräch führen musste, während dem ich schon einen guten Einblick in das Betriebsklima erhaschte, das dort Usus war. Es war eine große Bäckereikette, weshalb alles komplett durchorganisiert und standardisiert war. Die Hierarchien waren klar, mein Status als kleine Aushilfe ebenfalls. Dies spürte ich deutlich während jeder Schicht. Meine festangestellten Kolleginnen waren allesamt Frauen mittleren Alters, die, so muss ich leider mutmaßen, es genossen, wenigstens in diesem Bereich ihres Lebens mal jemanden zu haben, den sie rumkommandieren konnten.
So wurde ich eine Zeit lang in einer Filiale eingesetzt, in der ein schreckliches Weib arbeitete, das ich nach kurzer Zeit für Satans Großmutter hielt. Während sie für jeden Kunden ein strahlendes Lächeln übrig hatte, konnte sie mir gegenüber innerhalb von Sekunden zum Racheengel mutieren – wegen absoluten Lappalien.
Einmal während der vorlesungsfreien Zeit, in der ich immer so oft wie möglich arbeitete, musste ich vier Tage hintereinander bei dieser Frau antanzen. Danach war ich ein absolutes Nervenbündel. Die hatte Ansprüche, dass es einem die Schuhe auszog. Nur ein winziger Fehler und das Inferno brach los. So kam ich an einem Tag zur Schicht und begrüßte sie, bekam aber keine Antwort. Kaum hatte ich mich umgezogen und mich verunsichert zu ihr geschlichen, brüllte sie mich an, was ich mir eigentlich einbilde – erwarte ich etwa, dass sie MEINE Arbeit macht?!
Stein des Anstoßes war der nicht ausgeleerte Papierkorb gewesen. Ich hatte es am Abend davor einfach vergessen. Meine Güte, ey. Aber so lief es IMMER.

In anderen Filialen war es kaum besser. Ich habe in dieser Zeit wirklich ganz ausgesprochen interessante Furien kennen gelernt, von der eine bescheuerter war als die andere. Weder davor, noch danach habe ich so etwas jemals erlebt, falls jetzt jemand mit dem Spruch „Höhö, na klar, typische weibliche Stutenbissigkeit…“ ankommen will. Warum das ausgerechnet in diesem Job so war, kann ich nur mutmaßen. Vielleicht war es dieses durchstandardisierte Klima des Erfolgszwangs. Wurde zu wenig verkauft, gab es direkt eine Analyse des Standorts, infolgedessen die Festangestellten immer zittern mussten, ob sie nicht wenige Tage später plötzlich in einer anderen Filiale landen würden, die teils sehr viel weiter weg lag und in der sie sich nicht auskannten. Es herrschte ständiger Druck. So viel zum Thema „bodenständiges Handwerk“.

Was mich schon in meiner ersten Schicht völlig schockierte – und das war etwas, an das ich mich nach fast zwei Jahren in diesem Job NIE gewöhnen konnte – war der abendliche Umgang mit den Backwaren. Denn was nicht verkauft wurde, kam in den Müll.
Als ich zum ersten Mal die großen Rückgabebehälter sah, die überquollen vor Brot, Brötchen, Kuchen und Teilchen, ist mir richtig übel geworden. Das war westliche Dekadenz in Reinform. Nichts davon war schlecht, es war halt nur nicht verkauft worden. Davon hätten sich in anderen Ländern ganze Familien eine Woche ernähren können.

Ich sah es ja immer als besonderen Erfolg an, wenn ich abends wenig Retouren hatte – aber das wurde mir schnell ausgetrieben. Denn das musste ja heißen, dass ich nicht genug nachgebacken hatte. Ein Teil der Ware wurde nämlich geliefert, während der andere Teil frisch in der Filiale gebacken wurde. Das waren vor allem Teilchen und Brezeln, aber auch bestimmte Sorten Brötchen. Nun lag es, wenn ich wie meistens allein war, eigentlich im Laufe der Schicht in meinem Ermessen, die Menge zu schätzen, die ich noch brauchen werde, und nach dieser Schätzung zu backen. Ich lernte schnell, in welchen Filialen und an welchen Tagen ich noch damit rechnen konnte, dass kurz vor Schluss noch einiges über die Theke gehen würde, und wo und wann einfach nicht. Mein Fazit: Dann backe ich halt nach einer bestimmten Uhrzeit nicht mehr.
Aber das war falsch. Die Theke musste bis zum Schluss voll sein. Weil es schöner aussieht. Weil man ja vielleicht noch was verkaufen könnte. Und wenn dann das meiste weggeschmissen werden muss… hach Gott, sind ja halt nur Lebensmittel, ne?

Wie gesagt, alles davon war noch völlig okay und wäre es auch am nächsten Tag noch gewesen. Ich meine, jeder isst lieber frische Brötchen als welche, die schon einen Tag alt sind, aber was ist mit denen, die so gar nichts haben und froh drum wären?
Aber meine vorsichtige Frage, warum das Zeug nicht der nächsten Tafel überlassen wird, wurde abgewatscht. Lebensmittel, die nicht eingeschweißt oder sonstwas sind, dürfen nämlich nicht zur Tafel gebracht werden. Ich nehme an, das stimmt tatsächlich, aber das kam der Firma wohl auch sehr gelegen. Zudem ist es ein wunderbares Beispiel für ein wirklich beschissenes, lebensfremdes Gesetz.

Und nicht mal die Angestellten durften davon was nehmen. Mir war es erlaubt, ein bis zwei Teile auf der Arbeit zu essen, was ich minutiös in einem extra dafür vorgesehenen Formular festhalten musste, aber noch ein Brot mitnehmen, das eh auf dem Müll landen wird, ging nicht. Das hätten wir dann bezahlen müssen. Ein paar Mal hab ich es trotzdem gemacht und einfach darauf vertraut, dass die Retourscheine (noch eines der vielen, vielen Formulare) eh nicht so genau unter die Lupe genommen werden. Wer wühlt sich schon durch einen Berg Backwaren um zu kucken, ob das, was ich eingetragen habe, auch tatsächlich mit der retournierten Ware übereinstimmt?

Das war besonders ärgerlich, weil ich darüber hinaus auch noch richtig beschissen bezahlt worden bin. Der normale Stundenlohn betrug irgendwas zwischen 6 und 6,50 Euro, genau weiß ich es nicht mehr. Sonntags oder an Feiertagen bekam ich 7,20. Yay.
Das wäre noch irgendwie in Ordnung gewesen, wenn ich nicht JEDEN – VERDAMMTEN – TAG noch unbezahlt gearbeitet hätte. Es war Pflicht, eine Viertelstunde vor Schichtantritt zu kommen, damit die Frühschicht eine ordentliche Übergabe machen konnte. Das wurde NICHT bezahlt. Das Ende der Schicht war erreicht, sobald die Filiale geschlossen wurde, doch alles, was danach kam – Aufräumen, Formulare schreiben, Kasse machen – wurde ebenfalls nicht bezahlt. „Dann fängt man damit halt ne halbe Stunde früher an und ist Punkt 18 Uhr aus dem Laden raus, ne?“ könnte man jetzt denken. Aber nee, das durfte ich nicht. Die Theke musste bis Ladenschluss voll sein.
Egal, wie sehr ich mich beeilte und wie viel ich schon vorher vorbereitete, ich brauchte IMMER mindestens eine Viertelstunde für den ganzen Scheiß. Damit kam ich mindestens auf eine halbe Stunde pro Arbeitstag, die mir einfach nicht bezahlt worden ist. Wenn man jetzt noch die kurzen Schichten bedenkt – wochentags fünf bis sechs Stunden, sonn- und feiertags nur dreieinhalb – war das einfach nur zum Kotzen. Sonntags arbeitete ich also 12,5% der Zeit umsonst. Das darf doch einfach nicht sein!!

Aber das Schlimmste an diesem Job waren – tada! – die Kunden.

Ich hatte gedacht, nach McDonald’s könnte es nicht schlimmer werden. Wenn ich mir heute so ansehe, mit welchen Gestalten ich mich während meiner Kellnerei rumschlagen muss weiß ich, dass der Gedanke naiv war. Aber die Bäckereikunden waren tatsächlich NOCH schlimmer – wenn auch auf eine andere Art.

Nach einigen Monaten in diesem Job hatte ich mal wutschnaubend eine kleine Liste der doofsten Kundentypen in meinem Tagebuch zusammen gestellt, deshalb kann ich euch das heute präsentieren. Viel Spaß:

1. Die Unhöflichen
Diese Kunden haben mir das Gefühl gegeben, ein beschissener Verkaufsautomat zu sein. Kein Hallo, kein Danke, kein Tschüss. KEIN EINZIGES WORT. Nicht mal eine Bestellung. Man kann ja auch mit dem Finger drauf zeigen. So was abweisendes ist doch einfach unmöglich!

2. Die Verschwörungstheoretiker
Ähnlich wie bei McDonald’s war ich dazu angehalten, Leute auf Angebote etc. hinzuweisen, nur hat das in diesem Fall wirklich Sinn gemacht. 1. hatte ich die Ware anders als im McD’s ja schon vor mir und ich war froh, wenn ich alles verkaufte und 2. waren die Angebote tatsächlich ziemlich gut. Wenn also drei Teilchen im Angebot waren, jemand aber nur zwei bestellte, dann wies ich ihn auf das Angebot hin, weil ein drittes Teilchen wirklich nur 10-20 Cent mehr gekostet hätte.
Aber wird es einem gedankt? Natürlich nicht! Stattdessen wurde mir wütend unterstellt, ich wolle dem Kunden was „andrehen“. Weil ich ja Teil der internationalen Bäckereiverschwörung bin!
Manche machte das offensichtlich so wütend, dass sie daraufhin in stures Schweigen verfielen. Was blöd war, denn dann stand ich da abwartend mit der Tüte und wusste nicht, ob sie nun noch ein Teilchen mehr wollten oder nicht.

3. Die anderen Verschwörungstheoretiker
Diese wurden dagegen sauer, wenn ich mal VERGASS, auf ein Angebot hinzuweisen und sie es dann trotzdem noch selbst entdeckten. Das konnte ja nur bedeuten, dass ich aus irgendeiner perfiden Motivation heraus gar nicht WILL, dass sie von diesem supergeilen Angebot profitieren. Logisch, ne?!

4. Die Salzphobiker
Leute, die Brezeln bestellten, aber das Salz darauf nicht wollten. Okay, versteh ich. Aber warum zur Hölle muss ICH das machen?!
Tatsächlich gab es außergewöhnlich viele Kunden, die von mir verlangten, dass ICH das Salz abknibbeln sollte. Macht das mal, wenn ihr das Teil nur mit einer Zange anfassen dürft, was natürlich für jeden deutlich sichtbar war. Wo ist das verdammte Problem dabei, es einfach selbst zu machen?!

5. Die Kleinkinder
Keine echten Kleinkinder, sondern erwachsene Leute, die sich so benahmen. In den meisten Filialen gab es auch die Möglichkeit, sich hinzusetzen und Kaffee zu trinken. Die Kleinkinder nun haben dann regelmäßig eine Schweinerei verursacht, die ich eher im Kindergarten erwartet hätte. Und wer durfte das am Schluss dann wieder aufräumen? Ganz genau!

6. Die Schnäppchenjäger
Natürlich wollten diese Leute was kaufen, aber warum den vollen Preis bezahlen, wenn man auch ganz frech einen Nachlass verlangen konnte?

7. Die Hektiker
Die Hektiker hatten Zeit. Viel Zeit. Hauptsächlich zum Kaffee trinken. Stundenlang. Außer, wenn plötzlich fünf neue Kunden an der Theke standen. DANN mussten sie natürlich augenblicklich bezahlen. Und weil sie ja schon vorher da gewesen waren, wollten sie logischerweise zuerst abkassiert werden. Was die anderen Kunden wütend machte. Aber wenn ich sie NICHT vorließ, waren es natürlich die Hektiker, die wütend waren. Opfer war immer die Verkäuferin.

8. Die geizigen Legastheniker
Wenn die Legastheniker mit ihrem Einkauf fertig waren, waren sie ganz arg überrascht, wenn sie den Preis hörten, weil der Preis ja natürlich niemals nicht an der Ware dransteht und sie auch nicht auf die Idee kamen, mich einfach danach zu fragen. Stattdessen wurde sich dann wutschnaubend verpisst, während ich mit der bereits eingepackten Ware da stand und mir was einfallen lassen musste, um das Kassenminus wieder auszugleichen.

9. Die Beleidigten
Nachdem man nun schon so viele Jahre Kunde war, ist es natürlich ganz schröcklich beleidigend, dass man IHR Produkt, das sie IMMER kaufen, nicht mehr vorrätig hatte. Das musste schließlich immer da sein. Selbst, wenn sie erst fünf Minuten vor Schluss aufkreuzten. Selbst, wenn sie wussten, dass man auch Vorbestellungen machen kann. Ist ja logisch, ne.

10. Der Bescheißer
Das war eigentlich nur ein einziger Kunde. Der hatte behauptet, ich hätte ihm gesagt, dass sein Einkauf im Angebot sei. Was eine Lüge war. Aber natürlich bekam er seinen Scheiß trotzdem billiger und ICH einen Anschiss von meiner Kollegin, der sich gewaschen hatte.

11. Die Nuschler
Die Nuschler bekamen das Maul nicht auf beim Sprechen. Was okay ist. Nicht okay ist es, auszurasten, wenn ich nachfragte, was sie da gerade bestellt haben. Ich kann nämlich nicht Gedanken lesen.

12. Die Individualisten
Ein Berg Brötchen. Ein Fingerzeig: „Das da, bitte!“ Und das heißt: Dieses und kein anderes. Wehe, ich NÄHERTE mich auch nur einem anderen. Dann ist Pole offen.

13. Die „Was wäre wenn“s
Diese Kunden kamen genau wie die Beleidigten ganz am Schluss noch in den Laden gestürmt und regten sich ganz furchtbar darüber auf, dass die Auswahl nicht mehr so riesig war wie zu Schichtbeginn, kauften dann aber genau EIN Brötchen. Die Motivation dahinter ist sonnenklar: JETZT wollten sie ja eigentlich gar nichts, aber was wäre, wenn sie tatsächlich mal noch eine größere Menge kurz vor Feierabend bräuchten!? Also lieber schon mal vorsorglich beschweren, damit diese Katastrophe niemals eintreten möge!

14. Die beschissenen Eltern
Leute, die mild lächelnd zusahen, wie ihre kleinen Kinder, die natürlich nichts dafür können, den Laden in ein Schlachtfeld verwandelten, während die süßen Kleinen vermutlich für eine ähnliche Verhaltensweise zuhause eine gescheuert bekämen. Aber wen interessiert schon eine komplett vollgeschmierte Theke. Die dumme Verkäuferin kann es ja sauber machen.

5. Die „Schmeckt das?“
Tja, Leute. Was soll ich als Verkäuferin auf eine solche Frage antworten? Etwa „Nein“?

Ich hielt den Job wie gesagt knapp zwei Jahre aus, dann konnte ich einfach nicht mehr. Auch das ist eine Erfahrung, die ich nie wieder wiederholen will.

Advertisements

10 Gedanken zu “Ich war jung und brauchte das Geld! Teil 6: Bäckerei

  1. Mich regt es auch auf, wie teilweise mit den Lebensmitteln Verschwendung betrieben wird. Und ganz krank wird es dann, wenn das noch mit Formularen beeidigt werden muss. Okay, wenn die Tafeln das nicht nehmen (bin ich mir jetzt auch nicht ganz sicher), dann ist das so. Auch, dass die Mitarbeiter sich nicht einfach endlos bedienen dürfen, könnte ich nachvollziehen. Wenn denn ein Managerhirn auf die Idee verfallen könnte, dass Mitarbeiter extra noch mal nachbacken, um was zum mitnehmen zu haben. Aber wenn es von oben verordnete Strategie ist, die Auslage voll zu haben, dann ist es doch logisch, wenn Teile überbleiben. Und dann zieht auch das Argument mit dem Mopsen von Backwaren nicht …

    Nein, wie ich es auch drehe und wende, es ergibt keinen Sinn und ist einfach mies und unnötig. Man muss ja nicht gleich nach Afrika oder Indien schauen – auch so mancher örtlicher Obdachlose würde sich sicher über ein überzähliges Backwerk am Abend freuen.

    Aber gelernt habe ich auch etwas: ich wäre nie im Leben auf die Idee gekommen, um den Preis eines Brots mit meinem Bäcker zu feilschen. Was es nicht alles gibt!

    • Ich verstehe auch, dass man das irgendwie beschränken muss. Gerade im ländlichen Gebiet kann ich mir vorstellen, dass manche dann einfach genug Brote mitnehmen, um die gesamte Familie (für Omma und Oppa, Tante, Onkel, Schwester, Schwägerin etc. pp.) zu versorgen. Aber meine Güte. Wenn es wenigstens 5 Euro pro Schicht wären, die man am Schluss noch verbraten dürfte. Das kann man dann ja durchaus auf Backwaren beschränken, die nicht in der Filiale gebacken worden sind. Aber so gar nichts? Finde ich hart!

      Vielleicht rechnen sie damit, dass das trotzdem jeder macht. Wenn ich mir manchmal noch was mitgenommen habe (was sehr selten vorkam, das meiste Zeug dieser Kette mochte ich nicht mal :/ ), war das ja im Grunde Diebstahl, der allerdings wie gesagt nur sehr schwer nachzuweisen war. Vielleicht gehen die einfach davon aus, dass sowas Standard ist :/

  2. Hatte mal in meiner Zeit als Aushilfe in einem großen 2 stöckigen Supermarkt so etwas ähnliches wie Nummer 9 zu tun. Da war ein Wasserkocher im Angebot und eine Kundin wollte wissen ob wir den in weiß haben. Kurz beim Suchen geholfen leider nicht in der Farbe gefunden, dann dafür entschuldigt und mit der Arbeit weitergemacht. Zunächst schien die Sache auch geregelt bis sie dann doch irgendwo noch einen Weißen gefunden hat und wütend meinte „SOO GUT KENNEN SIE SICH ALSO IN IHREM LADEN AUS!“ bevor sie gegangen ist.

    Bei 100.000 Produkten ist es auch ein Skandal, wenn die Mitarbeiter nicht sagen können in welchen Farben diese vorhanden sind. ^^
    (Zur Verteidigung der Kunden muss ich bei mir aber auch sagen, dass es mehr Leute gab die Verständnis hatten, wenn man selbst bei anderen nachfragte oder es meistens zumindest geduldig genug akzeptierten.)

  3. Mir sind ja Nr. 8 und Nr. 13 besonders ins Auge gefallen.
    Nr. 8:
    Ich bin zwar nicht geizig, aber eben auch nicht besonders reich. Und in meinem Hirn fehlt der Matheknochen, ich müsste also einen Taschenrechner mitbringen, wenn ich den Preis meiner gesamten Bestellung vorher ermitteln wollte. Ich war so manches Mal überrascht, wenn mir der Preis genannt wurde.
    Aber: Das Personal in einer Bäckerei / an einem Marktstand / an der Fleischtheke kann weder was für meine finanzielle Situation, noch für meine Doofheit. Also lächle ich, bezahle den Preis, wünsche einen schönen Tag und gehe.
    Genauso Nr. 13:
    Ich bin leider einer von diesen Leuten, der oft erst kurz vor Ladenschluss angestürmt kommt. Manchmal habe ich selbst gerade erst Feierabend, manchmal liegt’s an Faulheit.
    Und ständig gibt’s dann an der Backtheke nicht mehr alles, was ich kaufen wollte. Dann lächle ich und sage strahlend: „Gut, dann nehm‘ ich eben 2 davon!“ und zeige auf was anderes.
    Sollte der/die Fachangestellte anfangen, sich für die mangelnde Auswahl zu entschuldigen, erwidere ich lächelnd, dass ich ja selbst schuld bin, dass das Sortiment nicht mehr komplett ist, wenn ich um diese Uhrzeit angewatschelt komme und das es ja verständlich ist, dass man sich nicht abends die Theke noch vollknallt, um am Ende das meiste wegzuwerfen.

    Man sollte meinen, dass es normalen Menschen möglich sein sollte, sich einigermaßen normal zu verhalten. Oder zumindest höflich. Aber in dem Moment, in dem sie Kunden sind, geht so manchen der Anstand leider völlig flöten.

    Was deine Kolleginnen angeht: Da kann man nur noch mit dem Kopf schütteln. Gerade wenn der Druck von der Geschäftsleitung so hoch ist, ist man doch schon fertig genug. Da macht es das Arbeiten doch angenehmer, wenn man wenigstens untereinander zusammenhält anstatt aufeinander herumzuhacken.

    • „Nr. 8:
      Ich bin zwar nicht geizig, aber eben auch nicht besonders reich. Und in meinem Hirn fehlt der Matheknochen, ich müsste also einen Taschenrechner mitbringen, wenn ich den Preis meiner gesamten Bestellung vorher ermitteln wollte. Ich war so manches Mal überrascht, wenn mir der Preis genannt wurde.
      Aber: Das Personal in einer Bäckerei / an einem Marktstand / an der Fleischtheke kann weder was für meine finanzielle Situation, noch für meine Doofheit. Also lächle ich, bezahle den Preis, wünsche einen schönen Tag und gehe.“

      Das kann ja jedem mal passieren. Vor Jahren, als ich wirklich extrem wenig Geld hatte, wollte ich mir mal eine Wassermelone kaufen, hatte aber übersehen, dass der angeschriebene Preis der Kilopreis war, nicht der Stückpreis. Ich stand da also plötzlich mit einer Wassermelone für 9 Euro, was schon mein halbes Wochenbudget für Lebensmittel gewesen war. Aber ich hab mich zu sehr geniert, was zu sagen, deshalb hab ich einfach nur verzerrt gelächelt und bezahlt.
      Es macht halt einfach der Ton die Musik. Wenn es einem doch zu teuer ist, kann man mit den Verkäufern reden. Selbst wenn es schon in der Kasse drin ist, ist es normalerweise nicht sooo schlimm. Aber es gab wirklich Leute, die sogar kleine Bestellungen (ein Brot + zwei Brötchen oder so) nicht selbst zusammen rechnen konnten und dann wirklich schimpfend abgezogen sind. Und die sahen meist NICHT so aus, als hätten sie kein Geld :/

      „Ich bin leider einer von diesen Leuten, der oft erst kurz vor Ladenschluss angestürmt kommt. Manchmal habe ich selbst gerade erst Feierabend, manchmal liegt’s an Faulheit.
      Und ständig gibt’s dann an der Backtheke nicht mehr alles, was ich kaufen wollte. Dann lächle ich und sage strahlend: “Gut, dann nehm’ ich eben 2 davon!” und zeige auf was anderes.
      Sollte der/die Fachangestellte anfangen, sich für die mangelnde Auswahl zu entschuldigen, erwidere ich lächelnd, dass ich ja selbst schuld bin, dass das Sortiment nicht mehr komplett ist, wenn ich um diese Uhrzeit angewatschelt komme und das es ja verständlich ist, dass man sich nicht abends die Theke noch vollknallt, um am Ende das meiste wegzuwerfen.“

      Ja, auch das passiert jedem mal. Mir auch oft genug 😀 Aber das spät kommen ist wirklich noch nicht so das Problem, sondern diese Anspruchshaltung an das Sortiment. Viele scheinen echt nicht zu checken, dass eine volle Theke kurz vor Feierabend bedeutet, viele, viele Lebensmittel wegwerfen zu müssen – das ist doch einfach nicht richtig.

      All die angesprochenen Punkte wären echt nicht schlimm, wenn die Leute dabei einfach ein bisschen freundlicher wären. Dann kann man über alles reden… außer Punkt 15, die Frage finde ich einfach richtig doof 😀

      • Ja eben, das meine ich. Man latscht durchs Leben, und es passieren einem die blödesten Sachen. Aber man kann sich dann ja vernünftig verhalten und muss nicht rumpöbeln.
        Leider kann man aber eben oft beobachten, dass Leute (selbst die, die man vorher für nett und normal hielt), zu Arschlöchern mutieren, wenn sie irgendwo Kunde sind.
        Oder wenn sie glauben, Macht zu haben.

  4. Ich hatte nicht gewusst, dass eine Bäckerei eine solche Hölle sein kann. Als Kunde, freundlich, hatte ich da wohl doch eine ziemlich eingeschränkte Sicht …

  5. Pingback: Themenwoche: Ich war jung und brauchte das Geld! | robins urban life stories

  6. Die „Bretzler“ find ich immer ganz besonders „lustig“. Also http://f2w.de/double ^^
    Deswegen hab ich dann bei meinem früheren Stammbäcker immer, wenn solche Leute noch im Raum waren, gesagt: „Also ich hätt auch gern a paar Laugenbrötchen, aber bitte mit Salz“, “ … bei mir brauchens nicht das Salz weg machen, mir san ja nimmer im Kindergarten, wie andere Leute *gartenzaunwink*“ o.ä.

    Laugengebäck ohne Salz. Also. Ja. Siehe oben. Wenn es Nürnberger Laugengebäck wäre, könnte ichs ja verstehen. Die Variante mit Streusalz find ich auch allzu geil. Aber dann kauf ichs halt auch nicht.

    .. Fazit: Der Deutsche muss halt immer was zu meckern ham, sonst ist das Leben nicht scheiße genug. Man könnte sich ja gut fühlen .. oh my .. 😀

    cu, w0lf.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s