Media Monday #154

Es ist mal wieder Media Monday!

1. Filme werden für das Kino gemacht – sagt man ja so schön. Doch dann gibt es da ja auch noch Fernsehfilme. Die zeichnen sich für mich zuvorderst dadurch aus, dass man ihnen ihr wesentlich geringeres Budget auch ansieht. Seien es nun Spezialeffekte oder die teilnehmenden Schauspieler – viele Stars lassen sich ja zu solchen Produktionen gar nicht mehr herab.
Das Gute ist: Solchen Filmen verzeiht man das aber auch. Bei manchen Effekten würde ich im Kino aufkreischen und mein Geld zurück verlangen, aber bei Fernsehfilmen ist das schon okay.

2. Als Literatur kann man ja vieles bezeichnen. Für mich ist das eine Frage, die ich schon über ein Jahrzehnt bewegt. Von einer Germanistik-Studentin könnte man ja verlangen, eine richtige Definition zu kennen, aber die Wahrheit ist, dass es sowas nicht gibt. Es gibt nur Annäherungen, die mal mehr, mal weniger gelungen sind. Ich erinnere mich an mein allererstes Literaturwissenschaftsseminar, in dem ein Kriterium für Literarizität genannt wurde – es war „Was in einem Buch veröffentlicht wurde, ist auch Literatur“. Well… hell no!
Ich erinnere mich ferner an eine Essay in der 12. oder 13. Klasse für meine Englischlehrerin, ein furchtbares Weib, die mein Referatsthema nicht annehmen wollte (während im Parallelkurs die Leute wirklich machen durften, was sie wollten!). „Batman“ hätte ja keinen literarischen Wert. Dem widersprach ich, was mir besagte Essay mit dem Titel „Besitzt Batman literarischen Wert?“ einbrachte. So falsch vieles von dem, was ich damals darin ausbreitete auch war aus meiner heutigen Sicht, so mag ich den Text trotzdem noch ^^ Aber das Referat zum Thema „Batman“ durfte ich trotzdem nicht halten. Hätte in der Essay nicht Shakespeare ein bisschen verunglimpfen sollen, was zufällig ihr Lieblingsautor war *hust*

3. Übermächtige Helden, die nicht sterben zu können scheinen ziemlich langweilig zu sein… außer, man lässt den richtigen Autoren ran. Grant Morrison ist ein Gigantomane nie gekannten Ausmaßes und von daher perfekt dafür geeignet, selbst dem desillusionierten 21. Jahrhundert noch Helden zu liefern, deren pure Epicness einem den Atem rauben. Sein Superman ist kein langweiliger Pfadfinder, sondern schlichtweg ein gottähnliches Wesen, vor dem man auf die Knie sinken will vor Ehrfurcht. Und sein Batman steht dem kaum nach. Es ist geradezu ekelhaft übertrieben (bei „All-Star Superman“ war es dann auch MIR zu viel), aber irgendwie kann ich nicht anders, als mit offenen Mund vor seinen Comics zu sitzen und sie zu lieben.

4. Nicht, dass man den Namen des Kameramannes kennen müsste, aber gerade der Typ, die Tussi oder wer auch immer bei Matrix für die Kamera verantwortlich war ist mir im Gedächtnis geblieben ob der ungewöhnlichen Blickwinkel und des einzigartigen Looks, denn es ist halt Matrix! Muss ich da noch mehr sagen? Bullet Time eben! Die ist halt cool, solange man sie nicht überstrapaziert!

5. Animes sind scheiße. Sorry. Aber ich kann damit null anfangen. Genauso wenig wie mit Mangas. Ich mag den Zeichenstil nicht, ich mag die Bildsprache nicht, ich mag die japanischen Symbolik nicht, ich mag die meisten Plots nicht. Serien gehen noch, gerade die Serien meiner Kindheit, die oft nur Literaturadaptionen waren (Heidi beispielsweise oder Eine fröhliche Familie – saublöder Titel, tolle Serie) aber ich hab tatsächlich noch keinen Animefilm ganz zu Ende geschafft, weil ich einfach keinerlei Bedürfnis danach verspüre, überhaupt einen anzufangen. Nochmal sorry. Aber so ist es halt. Man kann mich damit jagen.

6. Mobile Games – sprich Apps – zu aktuellen Kinofilmen gehen an mir komplett vorbei. Ich habe kein Smartphone und demnach auch keine Apps. Ich weiß noch nicht mal so richtig, was das überhaupt ist. Aber bisher komme ich auch gut ohne klar.

7. Zuletzt gesehen habe ich die erste Viertelstunde von Staffel 4, Folge 9 von Game of Thrones und das war irgendwie lame, weil ich finde, das Großereignis dieser Folge (und damit auch der Staffel) ist schlecht vorbereitet worden und schien zu urplötzlich zu kommen. Man weiß es zwar schon die gesamte Staffel lang (bzw. kann es sich denken), aber trotzdem. Und das, an das ich mich erinnern kann – ich bin nämlich eingeschlafen, was auch nicht gerade für die Folge spricht – schien auch nicht gerade großartig zu sein. Bis ich wegdriftete, war noch keine Massenszene zu sehen, was echt mies wäre, denn ohne käme die ach so riesige Bedrohung echt null rüber. Mittlerweile sollte die Serie sich sowas leisten können. Aber vielleicht kam das noch später. Ich sehe sie mir jedenfalls heute Abend nochmal ganz an.
So, und habe ich das nicht wunderbar spoilerfrei gehalten?!

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15 Gedanken zu “Media Monday #154

  1. 5. Glaube die meisten die das sagen haben nur nicht den richtigen Anime/Manga gefunden. Die Unterschiede in Darstellungen, Handlungen etc. sind genauso groß wie bei jedem anderen Medium. Wobei ich natürlich nachvollziehen kann, dass es da Dinge im Mainstreambereich gibt welche vielen nicht gefallen.

    Cowboy Bebop schon mal gesehen? Der gefällt recht vielen und ist von der Art ganz anders als das was sich viele unter dem Begriff Anime vorstellen. So fern noch nicht bekannt würde ich dem zumindest mal eine Chance geben. ^^

    • Kam mal ne Zeitlang auf Viva, glaub ich – hat mir nicht gefallen 😉

      Es gibt sicher Ausnahmen. Das so zu verallgemeinern, ist schon scheiße. Aber bisher hab ich einfach noch nichts gefunden. Und selbst, wenn die Story super ist – die Zeichnungen sind halt in 99% der Fälle definitiv „Anime“ und das gefällt mir einfach nicht.

      • Ah ich ahnte, dass irgendjemand auf diesen Punkt eingehen wird. Ich persönlich finde mich auch immer angeregt, konstruktive Vorschläge zu unterbreiten, wenn ich höre, jemand der/die ich mag kann mit einem meiner lieblings Medien nichts anfangen.

        Wenn du speziell den typischen optischen Stil doof findest, könntest du es bei Bedarf und aufschäumenden Interesse mit ein paar Serien / Filmen versuchen, die damit mehr oder minder brechen. Mir fallen gerade „Aku no Hana“, „Ping Pong the Animation“, „Mushishi“ und „Samurai Champloo“ ein.

        Ne Reaktion die du garantiert schon bekommen hast: Was ist mit den Ghibli Filmen? (Chihiro, Mononoke…) Die sind ja auch in Deutsch erhältlich und eigentlich sehr massentauglich, hast du damit Erfahrung gemacht? Der Zeichenstil ist halt eher konventionell, egal wie anerkannt und aufwändig.

        Wenn du mir dahingehend entgegenkommen möchtest, hätte ich noch eine Frage. Wennder Zeichenstil mal außen vorgelassen wäre, was für ein Genre und Story/Welt/Charakter-Konzept würdest du denn als eher interessant bezeichnen? Schwer zu sagen, da sich die szenetypischen Konventionen ja durchaus von anderen Medien unterscheiden. Aber vielleicht gibt es ja Überschneidungen zu Dingen, die du woanders magst.

      • Ich kann dir nicht genau sagen, welches Genre ich gut finde, weil ich eigentlich alles mag, sofern es nur gut ist 🙂 An sich bin ich aber mit Sciene Fiction, Fantasy, Action etc. schon gut bedient.

        Chihiro und Mononoke hab ich noch nicht gesehen, wollte ich aber mal. Ich hab ja immer noch den Auftrag vor mir, die 100 besten Filme auf imdb zu kucken und da sind die beiden, glaube ich, dabei.

        Ich finde den Zeichenstil schon wichtig bei Zeichentrickserien. Es tut mir auch richtig weh, wenn ich nen Film sehe, der mich wegen der Handlung sehr interessiert, aber der Zeichenstil Mist ist (das letzte Beispiel dazu, das ich gesehen habe: „JLA – The Flashpoint Paradox“. Die Männer sehen furchtbar aus mit diesen übertrieben vielen Muskeln, gerade Flash, der ja als Läufer eher sehnig ist als muskulös).

        Ich hab so viel anderes, das für mich Priorität hat, dass ich eigentlich kaum Motivation habe, mich bei Animes einzuarbeiten… sorry 🙂

    • 😀

      Ich lese grade wieder die alte JLA-Serie und bin momentan beim OneMillion-Crossover. Und zum ersten Mal überhaupt ist mir aufgefallen, dass das 853. Jahrhundert das Jahr 85.2xx bedeutet und nicht 853.000. Das war mir vor mir selbst so übelst peinlich 😀

    • Ja, die andere Klasse hat über die coolsten Sachen halten dürfen – ein Kumpel von mir z.B. über Skateboarden. Es ging ja im Grunde nur drum, ein flüssiges Referat in englischer Sprache zu halten… da ist das Thema doch völlig nebensächlich. Aber die blöde Kuh hat uns dazu gezwungen, ihre Themen zu wählen und hat dann noch völlig idiotische Fragen gestellt :/
      Ich hatte dann „Planet der Affen“ (das Buch), dafür musste ich aber auch ziemlich kämpfen. Ist nämlich im Original französisch…

  2. Ich mag Batman nicht *duck* Hier trifft einer ganz gut, was ich schon eine Weile über Batman denke. Er ist ein Gary Stu *fg* Mehr, als seine mit richtigen Superkräften ausgestatteten Kollegen.
    Deine Lehrerin ist trotzdem eine doofe Spinatwachtel.

    Und was die japanischen Comics betrifft … auch wenn ich manchen Anime/Manga mag, kann ich dir diese Einstellung nicht übel nehmen. Den japanischen, ehm, Humor muss man wirklich mögen (ich habe auch meine Schwierigkeiten damit). Ich könnte noch am ehesten die Miyazaki-Filme empfehlen. Sie sind zwar teils (!) ein bisschen kindisch, und der Zeichenstil ist gewöhnungsbedürftig (aber süß), aber ich finde sie schön. Also es sind schöne Geschichten.

    • Wah, Gary Stu? Hart, richtig hart! 😀

      Ich finde, das passt so gar nicht. Gary Stus (und Mary Sues) sind doch eher so ohne Grund totale Alleskönner, aber er hat sich alles hart erarbeitet. Und tot war er ja auch erst EINMAL. Also… das geht doch noch 😀

  3. Ich mag auch keine Animes, aber Chihiro ist wundervoll! Einer der großartigsten Filme in diesem Genre, behaupte ich mal (und ich bin nicht allein).

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