Media Monday #156

Es ist mal wieder Media Monday!

1. Der perfekte Film für einen Männerabend/Mädelsabend gibt’s nicht! Ich halte es ohnehin für Blödsinn anzunehmen, Männer und Frauen hätten komplett unterschiedliche Sehgewohnheiten. Mit einer Ausnahme: Frauen können sich restlos alles reinziehen, über Horror, Action, Abenteuer, Fantasy bis hin zu Komödien, aber sobald ein Film das Stigma „Weiberfilm“ hat, würden viele Männer den Teufel tun und sich das ansehen.
Dabei entgeht ihnen was! Mein Stiefvater war immer ein Riesenfan von Sex and the City, mit dem Mitbewohner habe ich mir letztens noch Sinn und Sinnlichkeit reingezogen. Ersteres war halt einfach immer wirklich witzig, letzteres lebt von der genialen Sprache und dem subtilen Humor. Warum sollten Männer das nicht mögen?
Daher lautet meine Antwort: Alles geht, Hauptsache ein bisschen seicht – denn an solchen Abenden will man Spaß haben und was trinken, da passt Lars von Trier oder irgendein Melodram nicht so gut.

2. Edge of Tomorrow soll ja ein toller Film sein, aber allein, dass Tom Cruise mitspielt, hält mich schon davon ab, ihn eines Blickes zu würdigen, weil ich den Kerl einfach nicht ausstehen kann! Mit seiner Sektiererei, dem Umgang mit seiner Frau (jetzt Ex) und seiner Tochter, seiner komischen Nase, dann nicht zuletzt die Tatsache, dass der Kerl einfach überhaupt kein guter Schauspieler ist und ständig den Mund offen stehen hat – da hab ich keinen Bock drauf, auch wenn der Film sich interessant anhört (obwohl der Trailer seltsam ist) und viele offensichtlich davon schwärmen.

3. Die WM ist im vollen Gange. Steht der Film- oder allgemeine Medienkonsum nun hinten an oder flieht ihr ganz bewusst in fremde Welten, um dem Fussball-Trubel zu entgehen?
Na, ich kucke mir die Deutschlandspiele an und noch das ein oder andere weitere Spiel, aber ich bin ja keine Fanatikerin. Alle paar Tage zwei Stunden Fußball sind jetzt wirklich nicht dazu geeignet, um meinen Medienkonsum ansonsten vollständig zu beschneiden. Alles wie gehabt, ich kucke halt nur zusätzlich noch Fußball.
Mit einer Ausnahme: Als Kellnerin muss ich etwas mehr arbeiten gehen als sonst, z.B. allein diese Woche vier Mal und in der Kneipe auch Fußball zeigen. Während der Spiele kann ich leider keine Musik laufen lassen, was ja nun auch unter Medienkonsum fällt 😉

4. Wenn schon historische Geschichte, dann aber bitte am liebsten aus der Epoche der Zeitgeschichte! Das bedeutet, so ca. ab dem 2. Weltkrieg, denn „Zeitgeschichte“ wird definiert als Epoche, zu der es noch lebende Zeitzeugen gibt (was da so langsam schwierig wird).
Ich finde es unheimlich interessant, wie krass schnell sich unsere Welt in den letzten ca. 70 Jahren verändert hat. Filme, die in den 50ern und 60ern spielen, scheinen fast von einem anderen Planeten zu kommen. Deshalb sind sie immer für Überraschungen und oft auch für den ein oder anderen Lacher gut.
Andere Epochen der Neuzeit sind auch okay. Vor allem das Viktorianische Zeitalter hat auch ne Menge zu bieten – wenn auch vielleicht nicht wirklich historisch, aber literarisch. Einzig die Antike gefällt mir nicht so. Wenn ich noch eine einzige weiße Götterstatue sehen muss, fange ich an zu schreien. Aber im Grunde geht alles!

5. Found-Footage-Filme nebst obligatorischem Kameragewackel sind doch cool! Einigen scheint von dem Gewackel schlecht zu werden, aber mir macht das nichts aus. Ich komme auch mit Logikfragen wie „Warum lässt der die Kamera nicht fallen, wenn sie angegriffen werden?!“ gut klar.
Hier gilt dasselbe wie bei jedem Genre: Es gibt gute und schlechte Vertreter. Erst vor wenigen Monaten habe ich Paranormal Activity gesehen und der war einfach nur fabelhaft. Davor The Bay, selbes Genre, unglaublich dämlicher Film. Das lag an der blöden Story, dem unbefriedigenden Schluss und den schrecklichen Schauspielern, die sich gegenseitig im Overacting überboten. Aber dafür kann man die Methode des Found Footage nun wirklich nicht verantwortlich machen.

6. Die Ablehnung von gifs im Kontext von Internetdiskussionen oder Blogbeiträgen ist so dermaßen an den Haaren herbeigezogen, dass sich mir jedes Mal der Vergleich mit der unendlich blöden Kritik Intellektueller an Comics aufdrängt.
Intellektuelle glaubten nämlich – und tun das teils heute noch – Comics wären in irgendeiner Weise ein minderwertiges Medium, bei dem durch die „unheilige Allianz“ aus Wort und Bild eine Hybridform entsteht, welche die REINEN Medien – nämlich besagte „Wort und Bild“ – pervertiert und beschmutzt. Das ist so dämlich, dass es mir fast noch lieber wäre, sie würden einfach auch wie hysterische Eltern oder nervige alte Säcke glauben, Comics seien gewaltverherrlichend oder zumindest verdummend. Die guten elitären Herren übersehen dabei nämlich, dass Filme und sogar Theaterstücke im Grunde auch nichts anderes sind als eine Verschmelzung von Wort und Bild!
Bei gifs scheint der Widerstand nun ähnlich geartet zu sein. Dabei sind gifs so toll. Aus medienwissenschaftlicher Perspektive müssten sie wohl tatsächlich dem Comic nahe stehen, da auch hier eine Bildabfolge vorliegt, die jedoch nicht gelesen, sondern halt gesehen wird.
Lustig wird’s, wenn dies von Leuten abgelehnt wird, die selber Comics zeichnen.
Und ja, Martin, damit meine ich dich 😀

7. Zuletzt gelesen habe ich Robert Lewis Stevensons Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde und das war lange überfällig, weil ich klassische Sciene Fiction und Horror aus dieser Zeit sehr mag, denn sie hat die ikonischen Gestalten und die Horrormotivik hervor gebracht, die heute jeder kennt!
Geschichten aus dieser Zeit sind oft ein bisschen lame (damals waren die Leute halt noch leichter zu erschrecken!), aber ich erfreue mich immer sehr an diesem Etepetete-Gehabe des Viktorianischen Zeitalters und natürlich auch an der Sprache, wobei der gute Mr. Stevenson hier wesentlich mehr reißt als der deutlich berühmtere H. G. Wells, bei dem ich immer das Gefühl habe, dass er seine vielen grandiosen und wegweisenden Ideen für das Genre einfach nur beschissen umsetzen konnte.

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16 Gedanken zu “Media Monday #156

  1. 1. Also ich habe es mit Sex and the City versucht und fand es extrem unintressant. Die Charaktere und die Handlung waren mir so unglaublich egal wie in keiner anderen Sendung mit der ich es versucht habe.

    6. Also vielleicht habe ich einfach nur die falschen Diskussionen und Beiträge gesehen, aber habe bisher gifs meist nur gesehen wenn es darum ging etwas oder jemanden zuverspotten. Praktisch als coolere Alternative zum direkten lustig machen. Aus dem Grund kann ich die Ablehnung schon verstehen vorallem, wenn die Anwender nur dies anstatt von Argumenten bringen. Dabei ist es relativ unabhängig davon aus welcher Richtung es nun eigentlich kommt.

      • Nö das habe ich nicht gesagt, kann ja gerechtfertig sein und ich benutze auch hin und wieder mal eines oder einen Youtubeclip. Doch wenn man vernüftig diskutieren will ist es meist nicht sehr hilfreich und ab einer gewissen Menge wird dann halt auch klar es gibt gar kein Interesse daran sondern es geht nur um Spott. Da liegt auch der Unterschied zu Comics. Die mögen auch oft diesen Zweck erfüllen, aber im Vergleich dazu habe ich da öfter welche gesehen die Denkanstöße liefern und sich eben nicht nur von oben herab ausschließlich über etwas lustig machen. ^^

  2. Männer- und Mädelsabende sind doch allgemein schon blöd. Ich war vielleicht 14 als ich das letzte Mal sowas wie einen Mädelsabend hatte, seitdem immer gemischte Gruppen.
    Ich kann auch mit romantischen Komödien überhaupt nichts anfangen. Liebesgeschichten können schön sein, aber sie müssen nicht um jeden Preis in Handlungen reingequetscht werden. Seid doch einfach mal Freunde und fertig.
    Zu den Serienvorlieben kann ich sagen, dass mein männlicher Gegenpart mehr Freude an Sex and the City oder Desperate Housewifes hatte. Und im Gegensatz zu mir mag er sogar Musicals (oder findet sie zumindest nicht total nervtötend).
    Ich für meinen Teil tausche bei diesen Mann-Frau DVD-Aufstellern, die es ab und zu in Läden gibt gern wild herum. Diese Stereotype gehen mir wirklich auf den Zeiger.

    • Desperate Housewifes fanden viele meiner männlichen Kollegen und ich selbst im Gegensatz zu Sex and the City nicht schlecht. Haben das sogar über mehrere Staffeln verfolgt. ^^

    • Sehe ich auch so. Ich finde Ladies-Nights im Kino übrigens richtig besch*ssen! Ich HASSE sie! Es ist einfach so unfair! Wenn in den Men’s-Nights dafür wenigstens nur Schrott, in dem Jason Statham mitspielt oder Fast and Furious-Fortsetzungen gespielt würden. Da wäre es mir dann noch egal, denn die sind meiner Meinung nach ein angemessenes „männliches“ Gegenstück zu „Sex and the City“-Schrott. Aber NEIN! Filme wie „Prometheus“, „Star Trek“ etc. werden da gezeigt. Also praktisch eh alles, was keinen „Ladies“-Stempel hat. Ich könnte kotzen.

      @Edge of Tomorrow:
      Hm, Tom Cruise ist als Mensch unsympathisch, aber das hält mich persönlich nicht von seinen Filmen ab (da gibt es Schlimmere, deren Filme ich trotzdem gucke, wie z.B. Mel Gibson). Ich finde seine Schauspielerei relativ durchschnittlich. Es liegt auch oft an den Rollen, die er bekommt. In „Collateral“ ist er z.B. wirklich gut.
      Und Edge of Tomorrow ist wirklich ein empfehlenswerter Film. Sehr spannend, sehr gut durchdacht. Ich würde ihn gucken 😉

      • Du findest also Prometheus und Star Trek sind kein Schrott? ^^
        OK der 1. Teil der neuen Star Trek Filme ging noch, aber bei dem 2. und Prometheus hätte finde ich genauso gut Jason Statham mitspielen können (als der Urgroßvater von Picard oder so) und es hätte ihnen nur wenig geschadet. xD

      • Nun, über Geschmack lässt sich nicht streiten.
        Dass die oben von mir erwähnten Filme keine hochphilosophischen, cineastischen Highlights wie „2001“ oder „Doktor Schiwago“ sind, ist schon klar (einen Unterschied zu „Fast & Furious“ vermag ich trotzdem zu erkennen).
        Und dass es heutzutage in gewissen Kreisen als verpönt gilt, etwas, das nicht mindestens 40 Jahre alt ist oder zumindest von Scorsese oder Woody Allen gemacht wurde, gut zu finden, ist auch klar. *fg*

      • „Einen Unterschied zu “Fast & Furious” vermag ich trotzdem zu erkennen.“ Die haben einfach nur mehr Geld und nehmen sich einfach viel ernster. Pacific Rim hat im Grunde genauso viele Logiklöcher wie der letzte Star Trek Film nur sind beim Zweiteren die Charaktere etwas besser. Prometheus mag zwar professioneller und ernster wirken, dadurch erscheinen allerdings die Fehler nur noch schlimmer.

        Und meine Ansprüche sind auch nicht so überzogen, fand die meisten Marvel Filme eigentlich ziemlich gut und Dredd wäre auch so ein „Männerfilm“ den ich richtig gut finde. 😀

      • Das dachte ich bisher auch immer! Nur lahme Comedys oder so Problemfilme, nie mal richtig Äkschn! Auch Thriller werden eher beim „Männerabend“ eingeordnet. Das ist einfach so dermaßen unnötig. Und selbst, wenn ich den Film zum „Frauenabend“ gerne sehen wollte, hätte ich viel lieber ein Bier als diesen blöden Prosecco! Überhaupt, wo sind die ganzen Frauen, die angeblich so gerne Prosecco trinken? Sehe ich bei MIR auf der Arbeit jedenfalls nicht o.O

        @Edge of Tomorrow: Vermutlich werde ich ihn mir trotzdem irgendwann ansehen 🙂 Aber irgendwas musste halt bei dieser Frage hin 😀

  3. Ich liebe die Gilmore Girls.

    Dein Punkt 1 inspirierte mich irgendwie, das endlich mal los zu werden!

    Als ich einst 2 Wochen durch Lungenentzündung ans Bett gefesselt war, habe ich die Serie am Stück gesehen. Und mich beim ersten mal, als ich danach das Haus verlies stark gewundert, wo ich eigentlich bin, wieso Stars Hollow so seltsam aussieht und ob ich vielleicht träume.
    Seit dem: wenns mir schlecht geht, die beiden Frauen bauen mich wieder auf 🙂

    • Gilmore Girls gingen für mich wirklich gar nicht, weil ich diese Mutter (Loreley?) so unglaublich nervig fand 😀 Allerdings habe ich auch nie versucht, es von Anfang an zu sehen.

      Aber Sex and the City oder auch Desperate Housewives hab ich soooo geliebt! Auch wenn der Schluss jeweils ziemlich lahm war (und ich hasse es, was sie mit Mike angestellt haben *schnüff*). Beide Serien waren total überrissen, aber kreativ und schön bescheuert 🙂

      • Jap, größtenteils war sie echt nervig. Es hat sich für mich sowieso jede Staffel geändert, wen ich lesen kann und wen nicht. Zeitweise hasste ich sogar Luke 🙂
        Aber das ist meiner Meinung nach kein Kriterium, die ganze Serie auszuschließen.
        Ähnlich ist es zum Beispiel mit der Schauspielerin Helena Bonham Carter. In jeden Film, indem sie mitspielt, hasse ich sie. Also ihre Figur. Die Frau ist so grauenhaft. Was sie in meinen Augen zu einer grandiosen Schauspielerin macht und so ziemlich jeder Film, indem sie mitwirkt, von ihr und ihrer Leistung profitiert.

        SatC mochte ich auch, habe es allerdings nicht kontinuierlich gesehen. Am meisten gefiel mir immer Carries gesprochene Texte, aus ihren Kolumnen. So schön formuliert 🙂

        Bei den Housewifes konnte ich nie nen Einstieg finden, Figuren interessierten mich genauso wenig wie die Geschichten.

        Ich bin übrigens gerade bei Nashville hängen geblieben. Wollt ich nicht. Immer die Trailer gesehen und keinen Bock gehabt. Irgendwann kam ich nach meiner Lieblingssitcom Rules of Engagement nicht zum umschalten, da wars passiert. Spannend, intrigant und irgendwie trotz Country Musik doch ganz cool!

      • Uh, Helena Bonham Carter, so ein Thema für sich. Ich hasse ihre Belletrix Lestrange, aber da ich eigentlich alle Harry-Potter-Filme hasse (die Bücher aber liebe) ist das nicht so wirklich ihre Schuld ^^

        Nashville kenne ich auch nicht… muss mich mal wirklich durch die neueren Serien wühlen… aber jetzt erstmal auf das Staffelfinale von Penny Dreadful freuen 🙂

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