It’s called Menstruation and here’s what it means to me!

Reden wir doch mal über Menstruation!

Irgendwie verfolgt mich das Thema. Also, ich meine nicht so, wie es fast jede Frau Jahrzehnte ihres Lebens verfolgt, sondern ganz geballt in letzter Zeit.
Beispielsweise durch diese „Free Bleeding“-Ente, angeblich ne feministische Bewegung, eigentlich aber nur ein bisschen unlustige antifeministische Propaganda, die natürlich von ein paar hysterischen Vollidioten direkt ernst genommen wurde – was einfach nur krass peinlich ist 😀
Dagegen wirklich witzig: dieser Beitrag der Nessy, über den ich sehr gelacht habe (ernsthaft: Seht euch das Video an!). Eine Willkommensparty für die erste Menstruation – es klingt so schrecklich, aber verglichen mit meinen Erfahrungen hätte ich liebend gerne getauscht!

Ich überlegte, ob ich nen Artikel darüber schreiben soll. Ich war unschlüssig.

Dann bekam ich meine Tage. So sei es – das rote Orakel hat gesprochen!
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Ich habe meine Tage zum ersten Mal mit 11 bekommen und hasste es.

Bereits, seit ich zehn war, konnte ich kaum eine Hand auf meinen Bauch legen, ohne dass es zu Spekulationen darüber führte, ob es wohl bald „soweit“ ist. Gerade meine Tante fand das Thema offensichtlich hochinteressant – vielleicht, weil sie selber nur einen Sohn hat. Jedenfalls kommentierte sie jede meiner Klagen über Bauchweh direkt mit einem bedeutungsschwangeren Blick zu meiner Mutter und den Worten „Das müssen sie sein!“

„Sie“. Auch mal „es“. Dieses große Unbekannte, was da unaufhaltsam wie die Zeit auf mich zurollte. Diese biologische Bombe in meinem Unterleib, die nur darauf wartete, in einer Kaskade aus Blut und totem Gewebe zu explodieren.

Bevor es so weit war, hatte ich tatsächlich oft Bauchschmerzen. Keine Ahnung, ob sie wirklich alle meine Menstruation ankündigten, aber einmal waren sie so schlimm, dass meine Mutter mich zum ersten Frauenarztbesuch meines Lebens schleppte und ich Bekanntschaft mit „dem Stuhl“ schloss – dieses Horrormöbel, über das in der Umkleidekabine nach dem Sportunterricht verschreckt getuschelt wurde.
Ohne große Umstände pflanzte die Gynäkologin mich auf den Stuhl und fuhrwerkte bereits an mir rum, bevor ich überhaupt realisieren konnte, was da gerade passiert. Ich saß starr da und bekam erst den Spreizer zu spüren, bevor sie mir dann noch einen Finger in den Arsch steckte, um dort noch vorsorglich alles abzutasten.
Well. Glücklicherweise war ja meine Mutter da. Die genau vor mir saß und einen so guten Einblick in mein Innenleben hatte, dass sie auf diesem Wege praktisch schon mal ihren Enkeln winken konnte. Kinder und Pubertierende haben ja bekanntlich kein Schamgefühl, weshalb man die Patientin nicht fragen muss, ob sich während dieser Prozedur alle überflüssige Personen verpissen sollen.

Die gutgelaunte Ärztin beendete die Untersuchung, konstatierte, dass alles in Ordnung sei und dass ich das nächste Mal doch bitte mit gefüllter Blase kommen solle, denn die Probleme kämen wohl eher daher. Ich lächelte höflich, verließ mit meiner Mutter das Untersuchungszimmer und schwor mir, mich dieser Person nie wieder auch nur auf 10 Meter zu nähern.

Meine Mutter und ich, wir sprachen darüber nicht. Auch war der nächste Termin irgendwie kein Thema. Aber die Zeit schritt unbarmherzig voran und so kam der Tag, etwa drei Monate vor meinem 12. Geburtstag, als ich pinkeln wollte und beim Runterziehen meines Slips ein Massaker vorfand.

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Völlig verstört riss ich meine Hose wieder hoch und rannte in mein Zimmer. Sehr schnell wurde mir aber klar, dass ich das wohl so nicht lassen konnte. Ich zeigte die Bescherung also meiner Mutter, die kreidebleich wurde und mir eine ihrer Slipeinlagen gab. Ich glaube, sie hat auch noch irgendwas über meinen Slip gesagt – dass ich ihn wegschmeißen soll oder so. Ansonsten geschocktes Schweigen.

Ich benutzte die Slipeinlagen laut der Packungsbeilage und ging ins Bett. Und das war meine „Willkommensfeier“.

In der 5. Klasse hatten wir Sexualkundeunterricht gehabt. In meinem Schulbuch war auch eine „Geschichte“ eines Mädchens zu lesen, die zum ersten Mal ihre Tage bekam. Ihre Mutter besorgte ihr Hygieneartikel, redete mit ihr darüber und führte sie dann liebevoll zu einer kleinen Shoppingtour, um zu feiern, dass sie jetzt „eine Frau“ sei.

Der Text war im Unterricht nicht dran gekommen, aber ich hatte die Geschichte trotzdem aufgeregt gelesen. Nun schlug mir die Realität eiskalt in die Fresse.

Warum konnte das bei mir nicht auch so sein?

Meine ersten Erfahrungen mit dem Thema waren somit eine seltsame Mischung aus „Darüber redet man nicht“ und völliger Distanzlosigkeit. (Tatsächlich halte ich die Frauenärztin von damals immer noch für die beschissenste Ärztin, mit der ich je zu tun gehabt hatte.)

Wie reagiert man auf sowas? Natürlich: mit Scham.

Bei meinen Schulkameradinnen wurde dieses neue Kapitel natürlich oft thematisiert, aber irgendwie gingen die damit wesentlich cooler um als ich. Ein Mädel, das ein Jahr älter war als ich und für ihr Alter völlig abgebrüht, merkte schnell, wie gehemmt ich deswegen war und hatte damit etwas gefunden, auf dem sie mit genüsslicher Grausamkeit rumhacken konnte. Wenn sie mitbekam, dass es bei mir mal wieder so weit war, musste ich jederzeit damit rechnen, dass sie mir in der Klasse ein „Robin hat ihre Tah-ge!!“ entgegen kreischte, was mir vor allem vor den Jungs unglaublich peinlich war. Leider fiel mir dazu nie eine schlagfertige Antwort ein, aber ich hasste das Mädchen deswegen heiß und heftig und verewigte sie schließlich in einem schrecklich gezeichneten Comic in meinem Tagebuch, in dem ich ihr eine grauenhafte Zukunft mit miesen Job und ohne Freunde prophezeite. Aber nicht mal da konnte ich meine Hemmungen ganz ablegen – ihr Comic-Ich sagte „Regel“ statt Tage. Könnt ihr euch sowas blödes vorstellen? Man möchte meinem Vergangenheits-Ich ein paar Cupcakes backen!

Auch meine anderen Freundinnen waren abgeklärter. „Stopf dir halt nen Stöpsel rein!“ kommentierte eine trocken, als ich eine Einladung zum Schwimmen gehen ablehnte, weil ich meine Tage hatte.

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Das war auch so’n Ding. Mit zwölf ging ich fast jede Woche mit meinen Großeltern schwimmen. Weil die „Regel“ in der Anfangszeit ihrem Namen allerdings nicht gerecht wird, ging das für ein paar Monate überhaupt nicht. Schmierblutungen, Zwischenblutungen, eine Menstruation, die scheinbar nach fünf Tagen vorbei war und dann irgendwie doch nicht etc. pp. Ich weiß noch, dass ich irgendwann mal heulend im Bett lag und völlig überzeugt davon war, dass ich wegen dieser Scheiße nie, nie, NIE wieder werde schwimmen gehen können!

Überhaupt waren die Tage der Tage Horror pur. Ich traute mich kaum, mich zu bewegen. Was ist, wenn was daneben ging?! Und die Binden schienen bei jedem Schritt zu knistern und ekelhaft an mir zu kleben.

Also war ein „Stöpsel“ gar keine schlechte Idee. Aber mir die selber kaufen?! OMG!!

Es war also eines dieser typisch verkrampften Gespräche mit meiner Mutter fällig. Wenn meine Mutter über solche Themen spricht, dann klingt sie nicht weniger als welterschütterlich. „Robin,“ sagte sie damals, legte ihre Hände auf meine Schultern und sah mir eindringlich-besorgt in die Augen, „dein Körper ist noch nicht bereit dazu.“

Ich weiß bis heute nicht, woran sie das fest gemacht hat. Soweit ich weiß, wurden Tampons in ihrer Anfangszeit nur für Frauen empfohlen, die bereits Mutter geworden waren, vermutlich, weil man irgendeiner dämlichen Vorstellung anhing, das erste, was die reine Maid in sich aufzunehmen habe, sollte halt der Schwanz ihres ihr ordnungsgemäß angetrauten Ehemannes in der Hochzeitsnacht sein, aber ich nehme einfach mal nicht an, dass meine Mutter so drauf war.

Argumentativ kam ich gegen sie nicht an (ich bekam eh kaum einen Ton raus), aber mir wurde die Situation immer unerträglicher und schließlich bekam ich von irgendwoher doch OBs. Die ganz kleinen Minis. Die benutzen zu lernen war schwieriger als es aussieht und hat weh getan, aber ich biss die Zähne zusammen und bekam es schließlich hin. Learning by doing!

In dem oben verlinkten Text über dieses saudämliche „Free Bleeding“ heißt es, Tampons wären ein Produkt der Befreiung. Und, Halleluja, so war es auch!!! Plötzlich konnte ich schwimmen gehen, hatte nicht mehr das Gefühl, mich kaum bewegen zu dürfen und genoss ein zu tausend Prozent besseres Körpergefühl. Bis heute habe ich NIE wieder eine Binde oder Slipeinlage benutzt und verstehe auch nicht, wie sich irgendeine Frau das antun kann. Jeder das ihre, aber… für mich kommt das nicht in Frage.

Ein weiterer netter Nebeneffekt meiner neuen Weiblichkeit waren höllische Schmerzen jeden Monat. Die trafen leider zusammen mit einer Mutter, die absolut manisch gegen Schmerzmittel war.

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Wie scheiße ist es doch, minderjährig zu sein. Dürfen Kinder überhaupt Aspirin kaufen? Ich habe es leider nie ausprobiert. Dafür hatte ich schnell alles andere durch. Meine Mutter wälzte Naturheilkundebücher und schüttete mich mit Schafgarbentee zu, was bei der ein oder anderen Frau helfen mag, bei mir jedoch nicht. Mir blieb also nur, mich mit einer Wärmeflasche auf der Couch zusammen zu rollen und zu leiden. Möglichst still, damit ich meinen Stiefvater nicht zu einer abfälligen Bemerkung über diesen Weiberkram provozierte, den er niemals selbst erleben wird. Er schüttelte den Kopf, wenn ich mich wand, denn so schlimm konnte das ja nicht sein und diese Brandblasen, die ich mir einmal zuzog und die Narben hinterließen, welche man noch Jahre später sehen konnte, waren ja auch kein Beweis dafür, dass sowas etwa tatsächlich weh tut.

Die Schmerzen wurden weniger, als ich mit 16 anfing, die Pille zu nehmen, aber verschämt war ich deswegen immer noch. Bis dahin war es mir immer noch unangenehm, Hygieneartikel zu kaufen, doch deutete sich ein langsamer Wandel an. Ich denke, es ist ein Stück weit normal, in der Pubertät total gehemmt zu sein, wenn es bei mir auch eindeutig übertrieben war, aber mit den Jahren kam ich immer besser damit klar.

Woran vielleicht ein ganz spezieller junger Mann seinen Anteil hatte.

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Dieser Typ, ein kleiner Fascho mit lächerlich schütteren Schnauzbärtchen, auf den er wohl grandios stolz war, war der Freund einer Freundin von mir. Es ist mir heute immer noch unbegreiflich, was sie an dem Kerl gefunden hat. Zusätzlich zu einigen eindeutigen Charakterfails – der Idiot war tatsächlich ein Nazi! – hatte er beim Thema Menstruation einen eindeutigen Schuss weg. Ganz klar: Das war eklig und er wollte überhaupt nichts davon hören!!
Er selbst dagegen laberte immer wieder minutenlang davon – eben darüber, wie krass eklig das sei. Daswirdmanjawohlnochsagendürfen!
Und dieser Typ war Metzgerlehrling!!
Immer, wenn ich ihm zuhörte, merkte ich, dass mich das tierisch ankotzte. Klar, irgendwo stimmt es, menstruieren ist jetzt wirklich nicht gerade wie ein Bad in Rosenblüten, aber Herrgott, ICH habe ein Recht dazu, mich darüber zu beschweren, aber ER nicht, zumal er sonst immer den Macho rauskehrte, aber ausgerechnet bei dem Thema zum Mimöschen mutierte!
Als er eines Tages wieder damit anfing, kramte ich einen Tampon aus meiner Tasche und bewarf ihn damit. Er kreischte theatralisch und hörte schlagartig auf mit der Scheiße, wenn ich dabei war.

So lernte ich einerseits, dass Männer mit einer Sache nichts zu tun haben wollen, die einen essentiellen Bestandteil des Lebens einer Frau ausmacht, und andererseits, dass mir so ein Mimimi scheißegal war 😀

Klein-Robin ist inzwischen eine Frau, die stark auf die Dreißig zugeht und mit sich und ihren Körperfunktionen im Reinen ist. So nervig es manchmal auch ist, so froh bin ich, dieses Ereignis jeden Monat begrüßen zu können. Irgendwann möchte ich mal Kinder haben und bis es soweit ist, sagt mir dieser regelmäßige Blutschwall, dass mit mir alles in Ordnung ist. Aus diesem Grund habe ich auch eine neue Pille schnellstens wieder abgesetzt, die dazu führen sollte, dass ich meine Tage GAR NICHT mehr bekomme. Mein neuer Frauenarzt konnte überhaupt nicht verstehen, warum ich deshalb nicht jubelte, aber ich habe einfach mal darauf verzichtet, es ihm zu erklären und nahm die Pille nach drei Monaten nicht mehr.
Im Bad steht eine Maxipackung Tampons offen herum, ungeachtet der Tatsache, dass ich mit zwei Männern zusammen lebe – vor einigen Jahren wäre das undenkbar gewesen. Männer, die gefasst genug sind, auf die Frage „Geht’s dir nicht gut?“ ein „Nee, ich hab meine Tage bekommen“ als Antwort zu verkraften, ohne grün um die Nase zu werden.
Die Schmerzen sind kein Vergleich zu früher, zumal ich jetzt endlich schon groß bin und mir selbst Ibuprofen kaufen darf, was bei vielen Frauen nicht wirkt, bei mir aber schon. Jeden Monat nehme ich eine Tablette, denke an meine Mutter, während ich sie runter schlucke und kann nichts weiter tun als kichern.

Ich bin weit davon entfernt, dieses monatliche Massaker zu genießen und habe keine Ahnung, was zur Hölle mit Frauen los ist, die ihre Periode als „Erdbeertage“ bezeichnen, aber Scham – nein, die ist weg. Es mag ein Abfallprodukt des Körpers sein, aber es ist MEIN Abfall. Deshalb könnte ich seit meinem ersten Aufeinandertreffen mit solchen Typen immer noch aufplatzen, wenn Menschen diese natürliche Funktion abwerten oder saudumme Witze drüber machen. Zwar habe ich inzwischen die perfekte Antwort gefunden, wenn man mir mal wieder meine monatlichen Körperfunktionen vorwirft, nur weil ich völlig zurecht sauer oder schlecht drauf bin, aber trotzdem ist es einfach nur krass dämlich.

Denn Witze über die Periode oder PMS sind NIE lustig. Niemals.

Okay, manchmal.

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33 Gedanken zu “It’s called Menstruation and here’s what it means to me!

  1. Zum Glück konnte ich bei meiner ersten Periode ganz normal mit meiner Mutter darüber reden – auch wenn die kurzfristig ziemlich aufgeregt war 😉

    Für mich ist die Benutzung von dir Tampons das normalste auf der Welt, Binden und Co. kommen mur nicht ins Höschen…

    Außerdem mag ich jegliche merkwürdige Umschreibung nicht wie „die rote Pest“ etc. Ich hab meine Regel oder meine Tage, basta!

  2. wenn du die pille nimmst hast du keine periode. Das sind nur abbruchblutungen, die gar nichts mit der periode zu tun haben. Schliesslich hast du unter der pille keinen eisprung.

  3. Slipeinlagen, pffff. Meine Mutter hat auch gemeint, dass die erstmal reichen. Was dann dazu geführt hat, dass ich bei meiner 2. Regel einen entzückenden Blutflatschen auf der Couch hinterlassen habe. Hatte aber auch zum Glück keine Probleme mit Schmierblutungen etc., wie bei allen Entwicklungsstufen war es bei mir so, dass sich Mutter Natur gedacht hat: „Ist doch gut, kann man jetzt so lassen“. 😀

    Ich hatte „Das Gespräch“ übrigens mehrfach, weil bei mir mehrere Blinddarmreizungen mir meiner Menarche verwechselt wurden (Krämpfe und so) bis dann der Blinddarm kurz vorm Durchbruch war. Yay! Seitdem ist der Glaube an die Expertise meiner Mutter, was Frauenkram angeht, sagen wir, leicht erschüttert.

    Achja, witzig war auch, als ich meinen Stiefvater mal notfallmäßig in die Drogerie schicken musste, weil ich Besuch von meiner sozialistischen Tante (rot! get it??) bekommen habe und meine Mutter ins Mark erschüttert war, wie ich ihm denn diese unfassbare Peinlichkeit, als Mann Damenhygieneprodukte zu kaufen, antun könnte. Ich glaube für ihn war das aber nich so schlimm. 😀

    • Das mit dem Blinddarm klingt echt gruselig.

      Ich finds aber gut, dass dein Stiefvater da kein Problem mit gehabt hat, dir die Sachen zu kaufen. Ich meine, Standard sollte sein, dass sich da kein Mann drüber beschwert aber schön ist es trotzdem.

  4. Ich benutze eigentlich Tampons gerne zusammen mit Binden. Und wenn ich mal den ganzen Tag nur Zuhause verbringe oder mir das Einführen eines Tampons Schmerzen bereitet, benutze ich nur Binden.

    Was hälst du eigentlich von „Moon Cups“?

    • Moon cups finde ich persönlich (ich misch mich ma ein) ganz merkwürdig. Ich seh das ja ein mit dem weniger Müll produzieren und so, aber Tampons sind so verdammt praktisch. Schwappt das dann auch nicht irgendwann beim Laufen? 😀

      • Ob es schwappt, keine Ahnung, vielleicht nicht, wenn man ihn regelmäßig ausleert? 🙂

        Ich habe mich noch nicht ganz entschieden, was ich von Moon Cups halten soll, ich sehe zwar auch den Vorteil, nicht soviel Geld für Tampons ausgeben zu müssen, aber da ich manchmal Schwierigkeiten mit Tampons habe, gruselt mich dann doch der Gedanke, so nen Silikonstöpsel reinschieben zu müssen…

  5. Bei mir, mit 14, lief alles ganz harmlos, ich hatte nur allmählich Sorgen, weil es gefühlt so spät kam. Auch mein erster Ärztinnenbesuch war ok, aber ich hasse das jetzt noch. Was Schmerzen angeht habe ich Glück, selten merke ich überhaupt was ausßer leichtem Bauchgrummeln. Höchstens 2-3 Mal im Jahr kommen wirkliche Schmerzen vor, die länger als ein paar Sekunden anhalten. Mein Partner ist da zum Glück absolut cool. Ich kann ihm jedes Leid in Details klagen und er geht auch für mich nötiges Zeugs einkaufen.
    Allgemein kann ich die Witze über Menstruation, PMS etc. auch nicht ab. Aber meine Freunde machen sowas nicht oder würden brutal konditioniert.
    Gegen Fischgeruchwitze hilft sehr gut, zu betonen, dass der nur bei einer Pilzinfektion entsteht. Bin nicht mal sicher, ob das stimmt, aber es funktioniert super.

    Noch eine Empfehlung:
    Ich hab so vor pfff… zwei Jahren auf Cups statt Tampons gewechselt und finde sie viel besser. Ich hab für ein Paket mit 2 Stück + Silikontöpfchen zum Abkochen in der Microwelle so knapp 30€ bezahlt und die Dinger sollen ihre 10 Jahre halten. So viel zum Kostenpunkt.
    Der Vorteil gegenüber Tampons ist, dass sie mehr fassen (also weniger Beachtung brauchen), besser sitzen (wenn sie einmal sitzt, spüre ich sie nie) und nicht an der Scheidenwand kleben bleiben. Das Einsetzen ist auch schnell Routine. Also wer mit Tampons nicht so zufrieden ist, oder weniger Müll produzieren will: http://www.meluna.org/epages/63898218.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/63898218/Categories/MeLuna_Produkte/Monatshygiene/MeLuna_menstrual_cups
    Es gibt noch viele andere Anbieter, hab aber nur den getestet. Ich liebe die Dinger!

    • Das erste Mal, als ich von Moon Cups hörte, hat mein Bild davon irgendwie nachhaltig beschädigt: Ich stolperte darüber im Zusammenhang mit Leuten, die Menstruationsblut von Frauen kaufen 😀 oder auch benutzte Höschen, Socken, Fingernägel etc. pp.

      Ach, ich weiß auch nicht. Ich habe schlicht keinen Bock, mich jetzt umzugewöhnen. Tampons sind superpraktisch und ich will ehrlich gesagt nicht so viel Geld für etwas ausgeben, mit dem ich mich dann vielleicht nicht wohlfühle. Ich spüre Tampons nie, wenn ich sie benutze. Klar, man muss öfter wechseln, aber naja, die Zeit, die man durch Moon Cups spart, geht dann an anderer Stelle wieder drauf (wenn man sie sauber machen muss z.B.).

      Nee, ich brauch das wirklich nicht. Die Hälfte hab ich ja schon hinter mir… zu spät für neues 😀

      • Wenn du mit Tampons gut klar kommst, gibts ja keinen Grund was zu ändern. Ich hab immer nach dem Wechseln kurz schmerzen gehabt und sie haben sich auch ständig festgesaugt, wo sie es nicht sollten. So hat mir der Umstieg viel gebracht.

        Die Dinger sind übrigens seit 1937 patentiert und trotzdem in keiner Drogerie erhältlich. Sicher wieder Angst vor umgebundenem Blut.^^

  6. Ich war mit 13 dran, im August, hab’s erst gar nicht gemerkt bis mein Bruder rumgeschrien hat, mir liefe Blut am Bein hinab, „hahahaha du hast deine Tage!“
    Danach hatte ich elf Wochen Ruhe, bis die zweite Runde kurz vor nem Wochenendurlaub in nem Center Parcs losging. Zweite Regel und direkt Tampons, ich weiß noch, wie ich im Bad gehockt und geheult hab, weil das Teil partout nicht reingehen wollte und meine Mutter nur meinte, ich solle mich nicht so anstellen. Als ich dann irgendwann verheult aus dem Bad rauskam, fragte sie mich vor versammelter Familie & den Freunden, mit denen wir da waren „Na? Sitzt der Tampon jetzt endlich?“ Ich wär am liebsten im Boden versunken.
    Heute klappt’s natürlich, aber Binden benutze ich manchmal noch dazu, vor allem nachts, wenn die Tage mal heftiger ausfallen. Ich überlege allerdings auch, auf einen Moon Cup umzusteigen.
    Ansonsten: Hat jemand Tips, um Schmerzen zu bekämpfen? Klar, Schmerzmittel hab ich da, aber ich mag die nicht jeden Monat schmeißen …
    Bisher ausprobiert:
    Masturbation (hilft nichts. Macht Krämpfe nur noch stärker)
    Wärmflasche, Sport (hilft nichts. Verwandelt meine Vagina nur in einen Niagarafall aus Blut)

    • Mann, deine Mutter ist ja auch eher speziell :/

      Hach, meine besten Methoden, den Schmerz zu bekämpfen, habe ich ganz vergessen zu ergänzen! Bei mir hilft tatsächlich am besten Masturbation 😀 oder ein Bad. Bis mir ersteres aufgefallen ist, war ein Bad das einzige, was wirklich sehr zuverlässig geholfen hat. Es scheint aber so zu sein, dass durch die Wärme der Blutfluss stärker wird (andererseits muss das nicht negativ sein: Dann ist es nämlich schneller rum 🙂 ). Was anderes kann ich leider nicht liefern.

      Ähm, wobei, keine Ahnung ob du an sowas glaubst, aber wie stehst du zu Heilsteinen? Ein Hämatit (=Blutstein) sollte hier zuständig sein…
      Oder vielleicht hilft bei dir der Schafgarbentee?

    • Meine Mutter meite, ihre Schmerzen waren immer besonders schlimm, wenn sie Nüsse gegessen hat. Außerhalb der Periode hat sie aber keine Probleme damit. Vielleicht findest du auch sowas in der Richtung raus, wenn du dich beobachtest?
      Viel Erfolg auf jeden Fall, ich wünsch dir, dass du eine Linderung findest.

    • Hast du es schon mit magnesium probiert? Und zwar das teure aus der apotheke. Die brausedinger aus dem supermarkt nützen nichts.
      Du musst allerdings zwei bis drei tage vor deinen tagen mit dem magnesium anfangen.
      Bei mir hat es echt wunder gewirkt. Von schmerzen, so stark, dass ich maximale dosis der schmerzmitttel genommen habe bin ich zu „spüre nur ein leichtes ziehen im rücken“ gekommen.
      Ich war damals auch bei verschiedenen frauenärzten, weil die schmerzen so stark waren. Da hieß es immer, dass es bei mir einfach so sei und ich die wahl zwischen schmerzmitteln oder leiden habe. Ich bin, ehrlich gesagt, ziemlich entsetzt, dass keiner auf die idee kam, mir mal etwas krampflösendes, wie etwa magnesium, zu verschreiben.
      Ich hoffe, dass du etwas für dich passendes findst.
      Eine freundin hatte damals mit yoga recht guten erfolg, weil es bei ihr den körper wohl gut „entkrampft“ hat. Habe ich selbst aber nie ausprobiert…

  7. Ich oute mich mal hier als komplett unwissend und hinterwäldlerisch. Ich habe noch nie was von Mooncups gehört… o.O Wie lange gibts die denn schon?

    Liegt vielleicht daran, dass ich immer nur will, dass der Scheiß möglichst schmerzfrei und unauffällig und vor allem schnell wieder vorbei ist und ich mich daher mit neuen Alternativprodukten nicht wirklich beschäftige

  8. Herzlichen Dank für diesen sehr persönlichen Artikel!
    Ich glaube, wir Männer unterschätzen oft, welche Wirkung die Regel auf Frauen hat. Gerade, als ich in diesem Pubertätsalter war, haben die Mädels alle so wahnsinnig tough auf mich gewirkt. Inzwischen ist mir klar, dass jede und jeder so seine Kämpfe auszufechten hat… Aber das hat lange gedauert.

    Bemerkenswert finde ich auch, mal wieder zu sehen, wie sehr der Umgang der Eltern mit diesem Thema den eigenen Umgang prägt. Und dass einem das trotz aller Absichten, das unverkrampfter rationaler zu sehen, immer irgendwie nachhängt. Das geht mir auf andere Weise durchaus ähnlich.

    An einer Stelle musste ich schmunzeln:
    „Ich saß starr da und bekam erst den Spreizer zu spüren, bevor sie mir dann noch einen Finger in den Arsch steckte, um dort noch vorsorglich alles abzutasten.“
    – Das hat in mir Erinnerungen an meine Musterung geweckt… 😀

  9. Wie man Binden benutzen kann… Ganz einfach – wenn’s zeitweise so heftig blutet, dass man aussieht, als wenn man geschlachtet wurde, weil man es zehn Minuten zu spät auf die Toilette zum Tamponwechsel schafft, gewöhnt man sich schnell an die zusätzliche Sicherung 😉 (Bis jetzt isses mir nur zu Hause passiert – aber in der Öffentlichkeit muss ich es auch nicht unbedingt haben *hust*)

  10. Bei mir ist die Geschichte mit der ersten Menstruation auf der selben Weise gelaufen. Es war schwieriger, wenn mein Freund und ich, nach 6 Monate Beziehung, uns entschieden haben Geschlechtsverkehr zu haben. Ich war schon 16 und er war meiner erste. Leider hat sich das Kondom gerissen, vermutlich, weil wir es nicht richtig genutzt haben. So müsste ich das Gesprächt mit meiner Mutter führen, dass ich eine Pille danach brauche. Das konnte mir aber nicht vorstellen, es war mir genug als ich ihr gesagt habe, dass ich schon eine Frau bin. Ich habe einfach den Bus nach Wien genommen und von dort rezeptfrei die Vikela (http://www.vikela.info/) gekauft. Alles war in Ordnung danach und ich bin so froh, dass je älter ich werde, desto weniger so intime Sachen mitteilen muss.

  11. „In der 5. Klasse hatten wir Sexualkundeunterricht gehabt. In meinem Schulbuch war auch eine „Geschichte“ eines Mädchens zu lesen, die zum ersten Mal ihre Tage bekam. Ihre Mutter besorgte ihr Hygieneartikel, redete mit ihr darüber und führte sie dann liebevoll zu einer kleinen Shoppingtour, um zu feiern, dass sie jetzt „eine Frau“ sei.“

    Kann es sein, dass wir beide in der Schule das gleiche Biologiebuch hatten? Ich kann mich nämlich auch noch an genau diese Geschichte erinnern. Nur dass ich als Bub nicht direkt davon betroffen war. Das würde auch ganz gut vom Zeitraum her passen, denn ich bin Baujahr 1985.

    Ich konnte nie begreifen, wie man sich als Kerl dermaßen anstellen kann. Du scheinst ja einige besonders zartbesaitete Exemplare an Männern in deiner Umgebung zu haben. Ich hatte da auch in der Beziehung mit meiner damaligen Freundin nie irgendwelche Berührungsängste. Ist es sexistisch, wenn ich den (zugegeben doofen) Spruch bringe „Ein echter Ritter hat keine Angst vor Blut am Schwert“?

    Man(n) hat ja früher dem Menstruationsblut eine für den Mann schädliche Wirkung nachgesagt, und zwar in vielen Kulturen. Letztens hatte ich von Uta Ranke-Heinemann das Buch „Eunuchen für das Himmelreich – Katholische Kirche und Sexualität“ in der Hand, wo sich ein ganzes Kapitel mit dem „antiken Tabu des weiblichen Blutes und seinen christlichen Folgen“ befasst. Das ganze Buch ist übrigens sehr lesenswert. Ich hätte niemals gedacht, dass die katholischen Gelehrten ein dermaßen gestörtes Verhältnis zu Sexualität hatten und heute immer noch haben (ich sage nur „reservierte Umarmung“). Auf jeden Fall kann ich mir vorstellen, dass heutzutage bei Männern, die sich dermaßen extrem vor der Menstruation ekeln, noch diese alte Vorstellung vom schädlichen Blut, das den Männern die Kraft raubt, im Hinterkopf mitschwingt.

    • Ich bin ebenfalls Jahrgang ’85, also kann das gut passen mit dem Buch!

      Ich kann die Berührungsängste ein Stück weit nachvollziehen. Es ist halt ein Ausscheidungsprodukt und als solches ja nichts per se tolles. Unser Ekelempfinden kommt ja nicht aus dem Nichts, sondern basiert auf einer Vermeidung aller Dinge, die als unhygienisch, also potentiell ungesund angesehen werden können.

      Problem hierbei ist, dass Sex an sich eigentlich auch unhygienisch ist ^^

      Ich glaube nicht, dass sich die Typen, denen ich begegnet bin, tiefgreifende Gedanken um „schädliches Blut“ etc. gemacht haben. Eher ist es vielleicht eine diffuse Angst vor Dingen, die man einfach nicht versteht, weil man nicht betroffen ist. Die Frau, das ewige Mysterium… dabei sind wir meistens auch nur ganz normale Menschen 😉

      • Ein grundsätzlicher Ekel mit Körperausscheidungen ist vollkommen normal. Nur daraus eine Szene zu machen, als wäre es Schwefelsäure, ist schon ein wenig übertrieben. Ich würde mich mit dem Zeug jetzt auch nicht unbedingt einreiben. 😉 Und du hast Recht, wenn man mal wirklich drüber nachdenkt, dann ist Sex wirklich eine Riesensauerei.^^

        Ich finde es im Allgemeinen eine interessante Frage, inwiefern ein solcher Ekel kulturell bedingt ist. Für die einen ist unser Verhalten eine Folge unserer natürlichen Instinkte, für die einen erklärt sich alles aus der Gesellschaft heraus. Keine einfache Frage, wie ich finde. Ich denke, die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Ich als halbgebildeter soziologischer Laie glaube schon, dass die kulturelle Überlieferung einen gewissen Einfluss auf unser Verhalten hat, auch wenn wir das oft nicht so wahrnehmen. Ich habe besonders in letzter Zeit angefangen, bestimmte Verhaltensweisen, die in unserer Gesellschaft als selbstverständlich betrachtet werden, kritisch zu hinterfragen (und damit meine ich nicht, dass ich sie infrage stelle!). Es ist schon erstaunlich, was wir alles als normal betrachten, was bei näherem Hinsehen nicht wirklich Sinn ergibt.

        Auch den Einfluss des Christentums auf die moralische und sittliche Einstellung in unserer Gesellschaft würde ich nicht unterschätzen. Es gibt da ein Zitat von Nietzsche: „Das Christentum gab dem Eros Gift zu trinken. Er starb zwar nicht daran, aber entartete. Zum Laster.“ Was jetzt aber nicht heißen soll, dass ich sämtliche Moral über den Haufen werfen will. 😉

        Zum Schluss noch eine Geschichte, die mir zufällig wieder eingefallen ist. Als Jugendlicher (ich glaub, das war im Biounterricht in der Mittelstufe) las ich ein Szenario, wie unsere Gesellschaft wohl aussähe, wenn die Männer und nicht die Frauen menstruierten. Das lief darauf hinaus, dass die gesamte Männerheit sich daran total hochzieht und sich mächtig was drauf einbildet. Und die privilegierten Frauen mit Vorwürfen überhäuft, dass sie nicht Monat für Monat einen solchen Blutzoll zu zahlen haben. Du kannst dir sicher vorstellen, wie sich manche Kerle daran aufhängen würden, vor allem die Maskus, für die Männer ja sowieso die ärmsten Säue sind, die von den fiesen Frauen kleingehalten werden. Jetzt stelle dir mal vor, die würden jeden Monat aus dem Unterleib bluten, da wäre das Geheule sicher groß.^^

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