Herzliste 2015

Mina hatte letztes Jahr die extrem schöne Idee einer Herzliste zum Jahresanfang. Schön ist das deshalb, weil es sich dabei nicht um normale Neujahrsorsätze handelt, mit denen wir uns selbst unter Druck setzen (und wegen denen wir uns hassen, wenn wir sie nicht einhalten), sondern um lauter tolle positive Sachen, die wir machen wollen, weil sie guttun und Spaß machen!

Der Unterschied ist viel größer, als er auf den ersten Blick scheint. Hätte die Liste vom letzten Jahr aus Vorsätzen bestanden, würde ich sie ganz sicher nicht jetzt so locker-flockig nochmal posten, weil ich mich zumindest vor mir selbst ein bisschen schämen würde! Das natürlich, weil ich das meiste nicht umsetzen konnte. Aber das ist nicht schlimm, denn die Herzliste kann man einfach mit ins neue Jahr nehmen und ergänzen, ohne sich doof vorzukommen!

Ihr merkt, ich bin ein riesen Fan der Herzliste! Herzliste for the win! Jedem seine eigene Herzliste! Und bis wir das geschafft haben, lest halt meine:

Herzliste 2015
Bevor wir zu den neusten tollen Ideen kommen, sehen wir uns erstmal meine Herzsachen 2014 an und was daraus geworden ist:

– Eine Paella selbst machen. So richtig mit allem drum und dran. Muscheln puhlen, Safran, das volle Programm. Wollte ich schon ewig mal ausprobieren und dieses Jahr soll es soweit sein.
Tja, hab ich nicht gemacht. Was mich bei all den berühmten Gerichten aus aller Welt, die ich gerne nachkochen würde, immer so stört ist, dass ich gerne alles so Original wie möglich machen will, nur um dann festzustellen, dass es „das“ Paella-Rezept nicht gibt. Und das verunsichert mich und meinen Perfektionismus dann irgendwie so sehr, dass ich letztendlich kapituliere.
Naja – dieses Jahr will ich es doch mal probieren. Eine Paella de Marisco, also mit Meeresfrüchten. Wofür es mit Sicherheit auch achttausend Rezepte gibt. Aber was soll’s, Hauptsache der Reis ist gelb.

– Ebenfalls kulinarisch: selbstgemachtes Pesto. Hab bisher nur Pesto aus dem Glas gegessen, was natürlich geil ist. Aber frisches Pesto soll ja so viel besser sein. Ich bin gespannt!
Tja, das HABE ich gemacht. Und was soll ich sagen: Es war nicht besonders gut. Es schmeckte seltsam und war mit den ganzen Zutaten ultrakrass teuer!
Mal sehen, ob ich das nochmal probiere. Ansonsten, auch wenn ich ein großer Fan von Selbstgemacht in der Küche bin, muss man manchmal einfach einsehen, dass Zeit+Geld+Aufwand sich nicht lohnen, wenn man für ein Bruchteil desselben was besseres kaufen kann.

– Meine DINO-Batman-Serie komplettieren.
Ich tat es nicht und weiß nicht mal warum! Shame on me!

– Dasselbe mit meiner Transmetropolitan-Serie tun. Mir fehlen nur drei Ausgaben und das kann doch wirklich nicht sein!
Und das erst!! Es sind DREI Ausgaben!! Da kann ich mich nicht mal mit Geld rausreden!

– Anschließend: Reread, wie es auf neudeutsch heißt, und aus den coolsten Panels eine Collage in Postergröße für mein Zimmer basteln. Das Ergebnis an Warren Ellis twittern und mir dafür meinen Keks abholen :mrgreen:
Und das konnte ich deshalb natürlich auch nicht machen. Ich dürfte die Serie nun an die sechs, sieben Mal gelesen haben – aber noch mal ohne das Ende? Darauf hab ich keinen Bock.
Auf die Collage dagegen immer noch. Also dringend die fehlenden Hefte bestellen, dann kann ich damit endlich loslegen!

– Überhaupt mal mehr mit Collagen machen. Ich kann weder zeichnen noch gut fotographieren, aber bei Collagen bin ich der Hit. Dieses kleine Talent sollte mehr Beachtung finden – gerade auch bei mir selbst.
Sag ich doch -.-

– Zur professionellen Make-Up-Beratung gehen.
Bisher war leider immer alles ausgebucht, wenn ich dort angetanzt bin. Fraglich auch, ob dieser spezielle Laden so meinem Stil entspricht. Aber naja, meine Mama ist besessen von dieser Idee, seitdem ich ihr das erste Mal davon erzählt habe und deshalb wird sie mich über kurz oder lang dort hin schleppen und vermutlich finde ich es dann sogar gut.

– Endlich diese Sache mit meinen Fingernägeln in den Griff kriegen, die ich schon seit der Grundschule habe und die mich leider erfolgreich davon abhält, schönen Nagellack zu tragen.
Ich bin auf einen guten Weg, aber eine zwanzig Jahre alte Erkrankung des Nagelbetts wird man nicht so schnell los :/ Sie müssen wohl noch 2-3 Mal rauswachsen, bis man endlich nichts mehr sieht.

– Einen Halbmarathon mitmachen. Einfach so. Weil ich das auf dem Jakobsweg fast täglich gemacht habe. Denn ja, ein Marathon zählt auch, wenn man ihn geht. Einmal ohne Rucksack in der Gruppe… das wär’s doch. Egal, wie langsam ich letztendlich dabei bin. Hauptsache ins Ziel kommen. Natürlich kann ich das!
Das habe ich nicht gemacht, aber das tut mir auch gar nicht besonders weh. Warum? Siehe weiter unten.

– Meinen musikalischen Horizont erweitern. Seitdem ich nicht mehr viel mit Musikern zu tun habe, stagniert die Größe meiner Sammlung. Dabei gibt es sicher massig gute Musik, die in den letzten Jahren rausgekommen ist!
Daran arbeite ich fleißig! Meine neuste Entdeckung (die im Jahr 2002 rauskam und damit ziemlich alt ist – aber ich kenne das Album halt erst jetzt):

Trotzdem geht da noch was. Ich bleibe dran.

– Meine Anlage von zuhause in neues Heim schaffen und sehen, ob ich mit zwei ein-Meter-Boxen mit unseren Nachbarn mithalten kann. Ich schätze ja. Chrchrchr.
Die Anlage steht nun tatsächlich in meinem Zimmer. Yay!
Leider ist sie kaputt. Nay!
Ich weiß, dass sie noch zu reparieren ist, aber dafür müsste ich sie erst mal zu einem Händler bringen. Ohne Auto leider ein ziemlicher Act. Da sie so aber nur unnötig Platz wegnimmt und ich wirklich gerne mal wieder richtig laut wäre, steht das ganz oben auf meiner Agenda.

– Mehr Tanzen, auch zuhause. Weil es ein super Workout ist. Und weil es mich glücklich macht.
Ohne laute Musik tanzt es sich leider schlecht. Darum musste ich das verschieben auf die Zeit nach der Reparatur.
Dann geht’s aber ab.

– Zum 2. Mal in meinem Leben Paintball spielen gehen. Weil gewaltverherrlichende Real-Life-Kriegsspiele einfach unheimlich Spaß machen und ich verdammt gut darin bin :mrgreen:
Das ist in Planung. Muhahaha 😀

– Wieder wandern gehen. Es müssen ja nicht immer tausend Kilometer sein. Eine Woche reicht ja auch mal. Oder vielleicht auch nicht. Mal sehen. Höhö.
Was soll ich sagen… es waren dieses Mal sogar bedeutend mehr als tausend Kilometer. An einem Tag habe ich einen persönlichen Rekord gesetzt und bin FÜNFZIG Kilometer gelaufen.
Und genau deshalb trauere ich dem verpassten Halbmarathon überhaupt nicht hinterher. Ich bin in dieser Hinsicht auch so schon super-awesome 😀

Damit zu den diesjährigen Ergänzungen:

– Täglich „Tagebuch“ führen. Ich habe mir nämlich ein ultracooles Perpetual Disappointment Diary zugelegt. Da soll kein täglicher Roman seinen Platz finden, zumal es nur ein lustiger Taschenkalender ist – aber ich will wenigstens notieren, wie viel Geld ich ausgegeben habe, was für Filme ich gesehen habe, wann ich gearbeitet habe etc. pp. Wenn ich das das ganze Jahr durchhalte, offenbaren mir sich bestimmt viele Dinge!

– DJ werden. Richtig gelesen! Kürzlich habe ich mehr zufällig raus gefunden, dass es wesentlich günstiger ist einen entsprechenden Veranstaltungsraum für eine öffentliche Party zu mieten als ich dachte. Seitdem spukt die Idee in meinem Kopf rum, dahingehend was zu starten und die Musik zu machen. Und tatsächlich steht das nun schon so gut wie fest!!
Wenn das so klappt, wie ich mir das vorstelle, könnte das zu einer gewaltigen finanziellen Chance für mich werden. Deshalb möchte ich dran bleiben!

– Allgemein weniger Zeit verplempern und dafür mehr gehaltvolles tun! Beispielsweise Kommentare beantworten… shame on me…

– Endlich was fertig schreiben. Irgendwas der vielen Projekte, die ich gestartet habe. Irgendeines. Nur, damit ich mal sehe, wie das ist.

– Endlich nach fast 9 Jahren seit meiner letzten Behandlung einen Therapieplatz finden. Denn, liebe Leute, 2014 war gegen Ende die schlimmste Zeit meines Lebens. Ich möchte das nicht mehr – und darum soll sich hier endlich etwas ändern.

Denn wenn das nicht passiert, kann ich zukünftige Herzlisten halt vergessen, ne. Und dem ist nichts mehr hinzu zu fügen.

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24 Gedanken zu “Herzliste 2015

  1. also zu grünem pesto kann ich nicht viel sagen. aber rotes pesto ist super simpel und es dauert nicht länger als die nudeln zu kochen. vorrausgesetzt man hat einen pürierstab oder ähnliches. getrocknete tomaten, pinienkerne und parmesan als hauptzutaten kann man auch ganz gut bevorraten und kann somit immer mal eben frisches pesto zaubern, wenn einem danach ist.

    am therapieplatz werd ich dieses jahr wohl auch arbeiten…

  2. „Denn, liebe Leute, 2014 war gegen Ende die schlimmste Zeit meines Lebens.“

    Das hat man auf Twitter gemerkt. Ich hatte mir schon Sorgen gemacht, dass du dir was antust 😦 Viel Glück und Erfolg bei der Suche nach einem Therapieplatz.

    Ich muss mich auch mal bei meinem Psychologen bzw. Neurologen melden, aber ich habs in letzter Zeit vor mich hergeschoben.

      • Wenn es ganz arg ist, (ich bin nicht bei twitter und weiß daher von nix), ist oft ein mehrwöchiger Klinikaufenthalt besser und wesentlich effektiver als „nur“ eine ambulante Therapie. Ich habe das bei einer Freundin beobachtet, die jahrelang mit Therapie 1 x die Woche „herumkrebste“ und in der Klinik blühte sie dann innerhalb weniger Wochen auf. Ist halt wie bei jeder Krankheit: Bei einer heftigen Erkältung reichen meist ein paar Besuche beim Hausarzt, aber wenn sie sich zu einer Lungenentzündung entwickelt hat, ist Klinik die bessere Lösung.

      • „So schnell werdet ihr mich nicht los ;)“
        Hoffentlich. Denn das wäre echt Scheiße.

      • Bekommt man in einer Klinik eigentlich schneller einen Platz als irgendwo bei einer ambulanten Therapie?

  3. Zuerst einmal ein fettes ‚Respekt‘ für Deine Latschleistungen, das war echt krass. Übrigens fand ich auch Dein Tagebuch ziemlich interessant; schade nur, daß es mittendrin abbrach. Oder hast Du da später noch was geschrieben? In dem Fall ignoriere bitte meine letzte Aussage.

    Das mit der Musik kann ich übrigens gut nachvollziehen, seit ich nach Köln gezogen bin und mir einen komplett neuen Freundeskreis aufgebaut habe bin *ich* plötzlich der Freak, der ‚Ahnung‘ von Musik hat und ernsthaft glaubt, man könne sie noch anders als im Radio oder als Soundtrack von irgendwas hören, entsprechend habe ich bis vor 1-2 Jahren locker 6 Jahre lang praktisch keine neue Musik gehört. Irgendwie verliert man da echt schnell den Anschluß.

    Weil ich nun den Abschnitt mit der Musik als Hilferuf lese (zugegebenerweise habe ich gerade meine Lesebrille verlegt) und ich den Wunsch zu tanzen für unbedingt förderungswürdig halte (und, ok, weil ich auch etwas missionarisch veranlagt bin) möchte ich Dir hier einige Tips geben. Ich war zwar schon immer eher was poppiger veranlagt, und inzwischen hat sich das sogar noch verschärft, aber das hier könnte in etwa auf Deiner Linie liegen:

    Von Pitchshifters grandioser http://www.pitchshifter.com:

    Please Sir

    Genius

    W.Y.S.I.W.Y.G.

    Nur so als Anspieltips, imo ist die ganze CD ein Meilenstein.

    Von Urban Dance Squads Persona non grata:

    Good Grief

    Candy Strip exp.

    (Bessere Versionen gibt es im deutschen Youtube nicht bzw. nur mit Proxy)

    Vor allem wegen eher melodischerer (‚kommerzieller‘) Musik bekannt und deshalb bei einigen mMn zu unrecht verschrien:

    Skunk Anansie ~ Paranoid & Sunburnt (Full Album)

    Ich konnte mich nie entscheiden, ob das deren beste ist, oder ob Stoosh. Für mich sind beide genial.

    Alles alte Kamellen? Ha, jetzt kommen die richtig alten Schätzchen:

    NoMeansNo – Wrong (Full Album Remastered)

    Das war mW ihre erfolgreichste LP, zwei – auch stilistisch – andere fand ich aber immer besser:

    Nomeansno – Small Parts Isolated and Destroyed (Full Album)

    NoMeansNo – 0 + 2 = 1 (FULL ALBUM)

    Naja, Geschmackssache.

    Vielleicht kennst Du das schon, vielleicht stehst Du der Musik sogar so gegenüber wie ich den Rolling Stones oder The Who, (‚Yo, nich‘ übel, aber schon was gestrig, oder?‘) aber wenigstens kann keiner behaupten, ich hätte es nicht versucht.

    PS: Ich bin mir übrigens der Tatsache bewußt, daß ich hier immer Riesenmegaendlosbeiträge reinhaue, aber sieh’s mal von der positiven Seite: bei meiner bisherigen Frequenz steht mein nächster frühestens im Spätsommer an.

    • Aus Versehen. Wollte kucken, ob er das auch selbst gelikt hat (ich halte das übrigens für sowas ähnliches wie öffentliches Wichsen), bin dann selbst auf den Button gekommen und konnte, übermüdet wie ich war, nicht mehr rausfinden, wie ich das rückgängig machen kann.

      Netreaper ist ein EinsA-Vollsoziopath und ich finde es so bezeichnend, wer seine erste Aussage da gelikt hat. Allen voran eine gewisse Dame.

      • Ah so, da bin ich ja beruhigt. Hättest Du gar nicht hier beantworten müssen, hatte dir auch eine Mail geschrieben, passt ja gar nicht in die Kommentare hier, sorry!

      • Lustig. Da bin ich ja neugierig geworden und schaute mal nach. Und las meinen Namen! Mir ist es jetzt schon ein paar Mal passiert, dass ich offensichtlich beim Srollen auf dem Iphone mit meinem Bund Wurzeln (Fingern) da drauf geraten bin, ohne es zu merken. Brauch dringend das neue 6er mit dem großen Display, denn wenn das kein Grund ist 🙂
        Einfach noch mal auf den Stern klicken und das Like verschwindet.
        Halte zwar auch nichts vom Feminismus, aber so würde ich es nicht ausdrücken.

  4. Ich will dich jetzt nicht neidisch machen, aber die Batman-Serien aus dem DINO-Verlag habe ich vollständig. 🙂 Diese Geschichten mag ich besonders gern. Damals war noch Oracle und Cassandra Cain als Batgirl am Start. Ganz wunderbar!

    Dafür bin ich etwas neidisch auf deine beinah vollständige Transmetropolitan Serie. Transmetropolitan ist der Hammer in jedem Detail. Ärgert mich jetzt richtig, dass ich irgendwann aufgehört habe die Serie zu lesen (weiß gar nicht mehr, warum).

    • Das musst du unbedingt nachholen – ich LIEBE Transmetropolitan 🙂

      Und ja, ich bin ein bisschen neidisch. Die DINO-Zeiten waren die besten Zeiten!

  5. Hey,
    dir mal nen lieben Gruß hierlass, würde mich riesig freuen, wenn wir mal wieder quatschen könnten, auf welchen Weg auch immer!

    Dark

  6. Klingt alles gut und ich wünsche viel Spaß beim Umsetzen – aber über das Pesto bin ich auch gestolpert. Eigentlich ist „normales“ Pesto verde ziemlich simpel und auch nicht exorbitant teuer – schon gar nicht im Verhältnis zum selbstgekauften… Trau dich ruhig nochmal 😉

    • Ich glaube, ich hätte das einfach nicht im Winter machen sollen. Im Sommer gibt es so schönen und günstigen Basilikum, aber im Winter…

      • Schmeckt im Sommer auch viel besser 😉 und da es DAS Rezept nicht gibt – ich nehme statt den schweineteuren Pinienkernen immer ne Nussmischung mit Haselnüssen, Walnüssen, Cashewkernen und Mandelkernen 🙂

  7. Ich bin ein Geizknopf mach‘ grünes Pesto immer mit Mandeln. Einfach Mandeln, Basilikum, Olivenöl, Parmesan und Salz nach Gusto zusammenmixen. Schmeckt super, imho.

  8. Es ist immer wieder schön, wie man an Menschen wie dir ihre Herkunft erkennen kann.
    Proletariat lässt grüßen. Du solltest echt nicht versuchen, einen auf Akademiker zu machen…

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