Mansplaining

Ich hab mich über nervige Kerls geärgert, also habe ich ein bisschen (um)gedichtet.

macker dont preach

Mansplaining: Die ekelhafte Attitüde mancher Männer, erwachsene Frauen wie Kleinkinder zu behandeln, die von nichts ne Ahnung haben können, weil Frauen ja generell nie von irgendetwas ne Ahnung haben oder gar ihre eigenen Entscheidungen treffen können. Wisster Bescheid.

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7 Gedanken zu “Mansplaining

  1. Nachdem ich in meinem Leben einige solcher Exemplare kennengelernt hatte, und mich gefragt habe, wieso die sich eigentlich so verhalten, wie sie sich verhalten, kam ich auf die Hypothese, dass es wahrscheinlich wohl etwas damit zu tun hat, dass sie eine unbewusste Angst haben, nicht wahrgenommen zu werden.
    Die logische Reaktion auf diese Angst, wäre dann, sich wahrnehmbarer zu machen. Einige gehen dann in die Politik, andere zum Stammtisch, die nächsten zu Twitter, die übernächsten in die Kommentarspalten von Zeitungen, wieder andere schreiben Blogs und einige fangen an, ungefragt jedem x-beliebigen ihr halbes Dreiviertelwissen an die Backe zu quatschen.

    Ich glaube, mit dem Geschlecht hat das zwar in der Art und Weise, nicht aber im Resultat etwas zu tun, will heißen: Männer und Frauen machen das unterschiedlich, und was Frauen nervt, ist für Männer normal, während was Männer nervt, für Frauen normal ist.

    Das war jetzt vielleicht selbst ein bisschen Mansplaining, keine Ahnung, empfindet ja auch jede/r unterschiedlich – aber so gesehen dürfte man sich dann ja überhaupt nicht äußern. Und das ist ja auch nicht Sinn der Sache.

    • Nee, sich überhaupt nicht äußern ist tatsächlich nicht Sinn der Sache. Ich hoffe, das kam auch nicht so rüber.

      Ich weiß nicht, ob dahinter wirklich Angst steckt. Das klingt jetzt wie etwas, was meine Mutter sagen würde, damit ich aufhöre mich so aufzuregen ^^ Wenn ich solche Situationen erlebe, drängt sich mir wirklich immer der Eindruck auf, dass da jemand vor Selbstbewusstsein übersprudelt, was eben leider nervig werden kann, wenn andere drunter leiden. Eine „Ich weiß es besser als ALLE ANDEREN“-Attitüde – jedenfalls besser als alle Frauen.

      Vorgestern dann auch so ne Situation auf der Arbeit. Ich fliege ja demnächst in die USA, genau wie eine Freundin von mir. Die kam mich besuchen und ich fragte sie, ob sie schon eine Auslandskrankenversicherung hat. Sie verneinte, da sie dachte, dass man das nicht mehr bräuchte. Ich sagte ihr, dass meine Mutter, die bei einer Krankenkasse arbeitet, meinte, dass man sie eben doch noch bräuchte. Sie meinte sofort, dass sie sich dann eine besorgen werde. Gleichzeitig winkte mich ein Stammgast zu sich (den ich wirklich wegen genau dieser Attitüde hasse wie die Pest), der das alles mitbekommen hatte, und sagt zu mir: „Du, Robin, deine Mutter hat übrigens Recht!“
      Und ich stand nur da und dachte „OH, WIRKLICH!?“ Ich brauche wirklich absolut keinen Mann, der mir nochmal extra bestätigt, dass etwas, was eine Frau (die seit über 40 Jahren in dieser Branche arbeitet!) gesagt hat, tatsächlich wahr ist (erst recht nicht, wenn’s um meine Mutter geht).

      Schön ist es auch, wenn man ein solches Verhalten zurecht kritisiert, als krankhaft unsicher bezeichnet zu werden, denn wäre man das nicht, würde einen so ein übergriffiges, nerviges, unverschämtes Verhalten ja gar nicht stören. Die Logik ist auch einfach Gold.

      Hast du mal ein Beispiel für etwas, was Männer nervt, aber für Frauen normal ist?

      • Naja, ich habe da auch so einen Freund, der beim ersten, zweiten und dritten EIndruck total selbstbewusst rüberkommt. Genau so ein Typ, der eigentlich von nix wirklich ne Ahnung hat, aber in jeder Runde mal locker 80% der Gesprächsanteile an sich reißt. Aber irgendwann habe ich mal versucht, ein PERSÖNLICHES Gespräch mit ihm zu führen – über seine Kindheit, seine Erfahrungen, seine Gefühle – und da merkte ich an seiner Reaktion, an der Art, wie er darüber sprach und eigentlich nicht darüber sprechen wollte, dass da eine Menge im Argen liegt.
        Die Erfahrung habe ich immer wieder mit Leuten – egal welchen Geschlechts – gemacht, dass Arroganz meistens nur ein schwaches Selbstwertgefühl überdeckt.

        Dein Typ aus der Kneipe (hattest du nicht mal geschrieben, du hättest den Job gekündigt?) ist auch ein schönes Beispiel. Im Freundeskreis meiner Mutter gibt es auch so jemanden. Am schlimmsten wird das mit Alkohol (wobei ich bei Leuten, die viel trinken auch schon immer einen tiefer liegenden Grund vermute…).
        Das ist Wichtigtuerei. Wahrscheinlich haben die das einfach nötig, und das meine ich eher mitleidig als abwertend.
        Mich würde mal interessieren, mit was für Männern du diese Erfahrung gemacht hast? Ich habe da immer etwas korpulentere, ungepflegte, arbeitslose Männer um die 50 vor Augen, die in der Regel alleinstehend sind und auch alleine – also ohne Freunde oder Kollegen oder so – in den Kneipen abhängen. Trifft das nach deiner Erfahrung auch zu?

        Zu den Frauen hätte ich zwei Beispiele. Das eine wäre tatsächlich eine gute Freundin, die mir jedes Mal, wenn wir zusammen kochen, das Gefühl gibt, total dumm zu sein, weil ich angeblich die Karoffeln nicht richtig schälen, die Zwiebel nicht richtig würfeln und das Risotto nicht richtig umrühren kann, weil ich den Tisch mit dem falschen Lappen und meine gewaschenen Hände am falschen Handtuch abwische. Solche Geschichten habe ich schon von vielen Männern gehört – insbesondere natürlich dann, wenn sie mit ihrer Freundin zusammengezogen sind.

        Ein anderes Beispiel: Ich stelle eine ganz konkrete Frage. Z.B.: „Hast du schon angefangen, ‚Better call Saul‘ zu gucken?“ Dann höre ich ihre ganze Lebensgeschichte, das fängt an mit: „Ja, am Dienstag, da wollte ich eigentlich dies und jenes machen, aber dann hat meine Mutter angerufen, die wollte x und y wissen und dann musste ich ihr noch das von letztens erzählen, und als wir dann fertig waren, dann fiel mir noch ein, dass ich noch z machen musste … … …“, aber meine Frage steht am Ende immer noch unbeantwortet im Raum. Und wehe, du unterbrichst sie dann mal in ihrem Sermon…

      • „Wenn ich solche Situationen erlebe, drängt sich mir wirklich immer der Eindruck auf, dass da jemand vor Selbstbewusstsein übersprudelt,“

        Genau das würde ich stark bezweifeln. Ich halte die Theorie mit der Angst vorm Nichtwahrgenommenwerden von @der nachdenkliche Mann für durchaus plausibel.
        Eine andere Erklärung könnte sein, dass es manche Männer ganz einfach gewohnt sind, Vorträge zu halten, zB aus ihrem beruflichen Umfeld heraus. Und sie vergessen dabei, dass sie im privaten Bereich (geschweige denn im online-Bereich) niemand darum gebeten hat und das dann eher lästig und nervig ist.
        Oder aber, genau das Gegenteil trifft zu, und die Mansplainer werden in ihrem Alltag komplett ignoriert, niemand hört ihnen zu, darum muß man sich andere Möglichkeiten suchen, um beachtet zu werden und geht damit anderen permanent auf den Sack. Aber das knüpft dann auch eher an das an, was @der nachdenkliche Mann sagt

  2. Ich fühle mich ja ein bisschen bauchgepinselt, daß Du extra für mich einen Blogeintrag machst. Was ich jetzt so schreibe, damit Du mich gleich wieder der Überheblichkeit zeihen kannst. Im Ernst, ich fand unseren letzten Gesprächsverlauf deprimierend und irgendwo eine persönliche Niederlage weil mir eine Verständigung mit Dir nicht gelungen ist.

    Schauen wir uns mal Deinen Stammgast an, den ich gut verstehen kann so wie Du ihn schilderst. Er ist Dir anscheinend wohlgesonnen und trägt seine Meinung bei. Vielleicht kennt er sich ja auch wirklich aus, vielleicht aber hat er nur die Tipps-Seite in der Hörzu zu dem Thema gelesen. Punkt ist, er meint Gutes. Und ich weiß wirklich nicht was dagegenstehen sollte, daß wenn Deine Mutter eine fundierte Gegenmeinung vortragen würde, er sich nicht sagen würde „Aha, wieder was gelernt, Danke“. Aber Du findest ihn Scheiße, und das müßte sich für ihn wie ein Schlag ins Gesicht anfühlen.

    Ich weiß auch nicht warum das Geschlecht für Dich so wichtig ist. Wenn es ein weiblicher Stammgast wäre, wäre das irgendwie besser? Oder sind Frauen einfach besser und unterlassen sowas? Ich rieche hier starken Sexismus.

    Einen geschlechtsbezogenen Aspekt sehe ich jedoch. Und zwar in der Art wie Männer und Frauen in der Tendenz unterschiedlich kommunizieren, was sich zB in Beziehungsratgebern niederschlägt. Eine Frau geht zu ihrem Mann und erzählt von ihren Problemen. Sie erwartet Verständnis, er begreift dies als Aufforderung ihre Probleme zu lösen. Beide sind nach dem Gespräch sauer.

    Ich empfinde Dein Verhalten als ziemlich trotzig und Teenagerhaft. Das mangelnde Selbstbewußtsein vermute ich nicht beim Tipgeber, sondern beim Empfänger. Mit genügend Autonomie könnte letzterer nämlich abwiegen, wieviel von dem Tip erwägenswert wäre anstatt es als Angriff zu sehen. „Ich bin eine erachsene Frau“ kommt halt nicht ganz so ernstzunehmen rüber wenn der/die Gegenüber dabei trotzig mit den Füßen aufstampft.

    Also, dürfen Dir nur Frauen Ratschläge geben? Machen es nur Männer?

    Nochwas, „Macker“, „Dudes“ und „Typen“ sind geschlechtsbezogene Schimpfwörter. Die weiblichen Pendants sind uns allen klar, und Du würdest nicht da kommentieren und lesen wo diese Wörter ganz selbstverständlich genutzt würden. Ich finde es gerade ein bisschen würdelos von mir, daß ich mich an dieser Diskussion trotzdem beteilige obwohl mein Geschlecht hier stereotyp beschimpft wird.

    • „Im Ernst, ich fand unseren letzten Gesprächsverlauf deprimierend und irgendwo eine persönliche Niederlage weil mir eine Verständigung mit Dir nicht gelungen ist.“

      Ich ebenfalls, da ich dich im Gegensatz zu den anderen drei Arschlöchern, die sich in die Diskussion noch eingeschaltet haben, leiden kann. Deine komplette Unwilligkeit, einfach mal meine Position einzunehmen und dich mit deiner eigenen unlogischen Position auseinander zu setzen, stellt das allerdings auf eine harte Probe.

      „Vielleicht kennt er sich ja auch wirklich aus, vielleicht aber hat er nur die Tipps-Seite in der Hörzu zu dem Thema gelesen.“

      Ja, oder vielleicht ist er einfach ein selbstgerechtes Arschloch, der von jeder einzelnen Kollegin gehasst wird.

      „Ich weiß auch nicht warum das Geschlecht für Dich so wichtig ist. Wenn es ein weiblicher Stammgast wäre, wäre das irgendwie besser? Oder sind Frauen einfach besser und unterlassen sowas? Ich rieche hier starken Sexismus.“

      Ja, Frauen unterlassen sowas. Deswegen heißt es „Mansplaining“, weil das nun mal ein typisch männliches Phänomen ist.

      „Ich empfinde Dein Verhalten als ziemlich trotzig und Teenagerhaft. Das mangelnde Selbstbewußtsein vermute ich nicht beim Tipgeber, sondern beim Empfänger.“

      Es ist natürlich unglaublich einfach, schlicht jeder Frau, die sich über irgendwas aufregt, mangelndes Selbstbewusstsein zu unterstellen, als könnte man als selbstbewusste Frau nie genervt sein.

      „Also, dürfen Dir nur Frauen Ratschläge geben? Machen es nur Männer?“

      Mir darf jeder Ratschläge geben, sofern es sich nicht um absoluten Bullshit handelt.

      „Nochwas, “Macker”, “Dudes” und “Typen” sind geschlechtsbezogene Schimpfwörter. Die weiblichen Pendants sind uns allen klar, und Du würdest nicht da kommentieren und lesen wo diese Wörter ganz selbstverständlich genutzt würden.“

      Ach, weil ich noch nie „Tussi“ oder auch „Fotze“ geschrieben habe? Meine Güte. Beleidigungen sollen Beleidigungen sein – Überraschung!
      Darf ich im Übrigen zitieren: „Überprivilegierte Genderistin mit durchschnittlichen Abschluß in Orchideenfach…“ – ist das etwa megasachlich, nur weil du keine vulgäre Schimpfworte benutzt?
      Bezeichnend übrigens, dass du in deinem Artikel dazu ohne ein einziges Argument auskommst. Dabei hat Jasna, trotz dass ich sie im Übrigen nicht leiden kann, einfach Recht. Das ist allerdings etwas, was bei dir nicht mal eine Überlegung wert ist. Etwas kommt von einer Feministin, dann MUSS es ja scheiße sein. Ignorieren wir den Fakt, dass Klassismus ein Problem ist, ignorieren wir, dass die Durchlässigkeit des deutschen Bildungssystems im europäischen Vergleich völlig unzureichend ist, ignorieren wir bequemerweise auch, dass Klassismus Männer ebenso betrifft wie Frauen, weil man sonst nicht so gut über Feministinnen hetzen könnte, die das Problem thematisieren (ich ja auch: https://robinsurbanlifestories.wordpress.com/2013/02/28/die-zuganglichkeit-der-deutschen-universitaten-fur-das-unterpriveligierte-proletariat/ ).
      „Typ“ ist für mich übrigens KEIN Schimpfwort und so nutze ich es auch nicht. Mach bitte nicht einen auf Heulboje Matthias.

      • „Es ist natürlich unglaublich einfach, schlicht jeder Frau, die sich über irgendwas aufregt, mangelndes Selbstbewusstsein zu unterstellen, als könnte man als selbstbewusste Frau nie genervt sein.“

        Nö, unglaublich einfach wäre es, wenn ich Dir PMS unterstellt hätte.

        Frau Stricks Artikel ist einfach dermaßen daneben, ich habe keine große Lust das nach so vielen anderen auch nochmal aufzudröseln.
        Reden wir mal über Klassismus anhand Deines Blogeintrags. Und darüber spricht Frau Strick eben nicht. Sie redet von ihren völlig überzogenen Ansprüchen und witzigerweise redet sie auch von Mansplaining und demonstriert da nur ihre komplette Beratungsresistenz.

        Das Studium zu finanzieren ist ein massives Problem und die Situation ist unfair gegenüber Menschen, die keine finanzkräftigen Eltern haben. Es ist natürlich auch unfair gegenüber den Eltern, die das finanzieren müssen. Aber Du jammerst nicht nur, Du arbeitest auch. Und mir ist es nicht anders gegangen. Im feministischen Marginalisiertenquartett schlage ich Dich übrigens. Das zu schreiben fällt mir schwer, denn ich möchte unabhängig von meiner Person in meiner Meinung ernst genommen werden, aber immerhin kann ich Erfahrung aufweisen.

        Insbesondere stand mir kein Stiefvater zur Verfügung, der mir in den Arsch getreten hat als ich es nötig hatte. Und die von Dir geschilderten Probleme sind die eines kleines Mädchens, das unvorbereitet auf die Erwachsenenwelt geschmissen wurde. Das ging mir übrigens kaum anders, das Gymnasium war doch eine sehr behütete Welt, weitab von den Pflichten der Erwachsenen. Deshalb haben die anderen auch immer über uns Studenten gelacht, denn die wußten schon mit 16 wofür ein Bausparvertrag gut war.

        Matthias? Etwa Selber-Mach-Samstags-Matthias? Da muß ich wohl voll empowernd mir mein Wort reclaimen. So quasi als voll cooler Typ. Sei Dir halt bewußt, daß in den Feministinnenkreisen, zu denen Du ja eigentlich dazugehören willst, das etwas anders genutzt wird.

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