Der Endgegner im Badezimmer 2: Fatshaming, Fatacceptance

Der Artikel sollte erst am Freitag erscheinen, aber ich habe den Plan geändert wegen aktuellen Stress auf Twitter, der über meinen ersten Artikel entbrannt ist. Ich hoffe, damit ist mein Standpunkt ausreichend geklärt und die Menschen, die das blöd finden, können mich von nun an meiden, denn ich werde ihn nicht ändern.

Ich mache es kurz und schmerzhaft: Ich verabscheue Fatshaming, aber ich lehne die Fataccaptance-Bewegung ab.

So, und wer jetzt noch nicht reflexartig weggeklickt hat, interessiert sich ja vielleicht für die Begründung. Hier ist sie:

Übergewicht ist nicht gesund. Übergewicht – ist – nicht – gesund. Natürlich heißt das noch lange nicht, dass jeder Übergewichtige an seinem Übergewicht sterben muss oder gar auch nur krank wird, aber das ändert nicht daran, dass Übergewicht nicht gesund ist.

Seltsamerweise wird das bei jedem anderen Thema eingesehen. Beispiel Helmut Schmidt. Der Mann ist hundertachtzig Jahre alt, aber trotzdem würde mir wohl jeder zustimmen, dass Rauchen ungesund ist, obwohl Helmut Schmidt keine Probleme damit hat.

Aber nein: Übergewicht ist hier die große Ausnahme gegen sämtliche Evidenz.

Ein bisschen kann ich den Grund dafür nachvollziehen. Ich war, wie im letzten Artikel deutlich wurde, schon als Kind Opfer von Fatshaming, auch wenn ich, wie man mir vorwarf, die meiste Zeit davon nicht mal Übergewicht hatte. Dennoch wurde mir jedes kleine Speckröllchen oder auch nur wenig figurbetonte Kleidung hämisch unter die Nase gerieben. Das war scheiße und hat mir verdammt weh getan. Und natürlich ist das ein gesamtgesellschaftliches Problem: Frauen und sogar schon kleine Mädchen müssen einem Schönheitsideal entsprechen, um respektiert zu werden und werden permanent nur auf ihr Äußeres reduziert.

Deshalb ist es mir scheißegal, wie andere aussehen. Wobei, ich glaube, so etwas gibt es gar nicht: dass man zu seinem Umfeld keine Meinung hat. Natürlich kann und darf man zur Optik seines Gegenübers eine negative Meinung haben, aber ohne guten Grund hat man einfach nicht das Recht, ihm das ins Gesicht zu sagen. Es geht einen nämlich absolut null an!

Deshalb äußere ich mich nicht zum Gewicht von Personen, die mir begegnen. Ich habe nicht die Absicht, andere Menschen wegen so etwas Unwichtigem wie dem Gewicht zu verletzen. Jeder kann so gesund oder ungesund leben, wie er möchte. Das ist mir ja so unheimlich scheißegal.

Aber nur, weil Fatshaming scheiße ist, ist das andere Extrem auch nicht besser. Seid oder werdet so fett, wie ihr wollt, das interessiert mich überhaupt nicht – aber verlangt doch nicht von jedem, dass er das schön und gesund finden soll, wenn es letzteres einfach nicht ist!

Vor einigen Wochen hat sich bei dieser Masernwelle das ganze Internet über Impfgegner lustig gemacht, die allen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum trotz tatsächlich glauben, Impfen würde zu Autismus führen, aber bei diesem Thema ist es plötzlich völlig egal, was Ärzte überall auf der Welt sagen? Bitch please!

Das geht ja sogar soweit, dass selbst die Existenz eines „Übergewichts“ schon angezweifelt wird. Sind das wirklich alles nur völlig willkürliche Kategorien, die sich Ärzte nur ausgedacht haben, um dicke Menschen zu nerven?

Als ich letztes Jahr auf dem Jakobsweg unterwegs war, entschied ich mich, am Ende angekommen, nochmal zurück zu fahren und wieder neu anzufangen, denn ich hatte noch Zeit über. Ich hatte in der Zwischenzeit jedoch einiges angesammelt, was das Gewicht meines Rucksacks erhöhte: Bücher, Muscheln, ein neues Strandtuch etc.pp. Insgesamt hatte ich ca. 3 Kilo mehr als am Anfang auf dem Rücken – und das merkte ich schon beim kurzen Gang zur Post, wo ich mein überflüssiges Zeug als Päckchen nach Deutschland aufgab. Es waren nur 3 Kilo, aber ich merkte dieses Mehrgewicht schon so stark auf den Füßen, dass mir völlig klar war, dass ich niemals eine ganze Etappe damit durchhalten würde, ohne mir am Schluss eine Sehnenentzündung eingefangen zu haben (schon wieder!).

Und das waren NUR die Füße. Zuviel Gewicht merkt aber der GANZE Körper. Auch ich merke das, obwohl mein Übergewicht im Vergleich zu anderen nicht sehr massiv ist.

Aber auch das ist mir egal. Jeder hat das Recht, so mit sich und seinem Körper umzugehen wie er Bock drauf hat (schrieb sie und zündete sich eine neue Kippe an…). Aber ich sehe es NICHT als meine feministische Pflicht an, an der Selbsttäuschung partizipieren, Gewicht hätte keine Auswirkungen auf die Gesundheit und allein dies in Frage zu stellen sei schon Fatshaming!

Ich habe seit über 20 Jahren Gewichtsprobleme. Ich verstehe vollkommen, wie schmerzhaft dieses Thema sein kann. Und dennoch kann ich die Fatacceptance-Bewegung nicht unterstützen – zumal es ja offensichtlich dort von einigen schon für Fatshaming gehalten wird, dass I-C-H mit M-E-I-N-E-M Gewicht unzufrieden bin, als wäre das nicht ganz allein meine Sache!!

Die heutigen Diskussionen (und Nonmentions, vergessen wir die bloß nicht!) haben mir zudem wieder mal klar vor Augen geführt, wie verbissen diese Bewegung und das Thema gesehen wird. Es gibt Strukturen in dieser Bewegung, die auf mich fast sektenartig wirken. Jegliche abweichende Meinung ist absolut inakzeptabel und wer am fettesten ist (ein Begriff übrigens, der mir extreme Bauchschmerzen bereitet, denn er trägt zu viele negative Erinnerungen mit sich, aber ob das für jemanden wie MICH in Ordnung ist, als fett oder auch nur dick bezeichnet zu werden, hat natürlich nie jemand gefragt), hat sämtliche Deutungsmacht.

Mir wurden schon lustige Tweets in die Timeline gespült von Menschen, die ich überhaupt nicht kenne, aber wenn ich diese Tweets dann retweeten wollte, stellte ich fest, dass ich das nicht konnte – weil die Person mich geblockt hat. Forsche ich dann nach, sehe ich sehr oft das Label „fat positive/fat acceptance“ aufblitzen – und dann ist mir alles klar. Ich habe nämlich schon EINMAL in der Vergangenheit etwas negatives über fatacceptance gesagt und das reicht offensichtlich schon, um geblockt zu werden, weil andere Meinungen ja so dermaßen unerträglich sind.

Und damit doch mal kurz zu Triggerwarnungen. Ja, natürlich kann ein Text wie der gestrige negative Gefühle auslösen – ABER MEHR AUCH NICHT. Er kann weder „traumatisieren“, noch sehe ich in einer Gesellschaft, in der in jeder Werbeunterbrechung mindestens drei Diät-Produkte angepriesen werden einen Sinn darin, ausgerechnet diesen einen Text mit einer Triggerwarnung zu versehen, zumal der Titel und das Thema doch schon mehr als genug Hinweise auf den Inhalt geben.
Ich muss es leider nochmal sagen: Ich habe einen Text über meinen Vater geschrieben und darüber, dass er mich nicht liebt, und dieser Text hat einige Leser zu Tränen gerührt. Er war mir wichtig, das Schreiben hat geschmerzt und mich aufgewühlt. DA könnte ich vollkommen verstehen, dass bei Lesern negative Gefühle hochkommen. Aber stattdessen wird nach einer Triggerwarnung verlangt für einen Text über meine Gewichtsprobleme. Holy Shit. Kann es sein, dass das Thema ein ganz kleines bisschen überdramatisiert wird?

Ich werde weder jetzt, noch in Zukunft einen Text von mir mit einer Triggerwarnung versehen. Dafür habe ich gute Gründe. Die müssen euch nicht passen, aber ich werde mit Sicherheit nicht einen Begriff, der eigentlich im Kontext von Posttraumatischen Belastungsstörungen verwendet werden sollte (ihr wisst schon, das kriegt man, wenn man im Krieg war oder entführt oder vergewaltigt wurde und so) dazu zweckentfremden und verwässern, um vor einem Diättext zu warnen. Damit werden Befindlichkeiten, die mit Sicherheit für die Betroffenen sehr scheiße sind, auf eine Stufe gestellt mit einer schwerwiegenden psychischen Erkrankung. Und DAS ist diskriminierend.

Macht mit euren Körpern, was ihr wollt. Es interessiert mich nicht. Aber verlangt nicht von mir und anderen, diese Bewegung total abzufeiern. Denn das werde ich nicht tun.

Edit, 21. Mai:

Ich habe das Bedürfnis, dazu noch etwas zu sagen, möchte das Thema aber eigentlich nicht mehr aufkochen. Ich habe keinen Bock, jetzt zur „Feministin, die was gegen Fat Acceptance gesagt hat“ zu werden, nachdem ich doch grade erst die „Tussi, die diesen Depressionsartikel geschrieben hat“ war (ist beides sehr ungeil).
Deshalb hier ein Nachtrag, der nochmal deutlich machen soll, was ich eigentlich meine, da das offensichtlich einige nicht verstehen wollen:

mädchenmannschaft fettlogik

Dies erschien bei der Mädchenmannschaft. Und zwar unter dem Titel: Dinge, die du nicht mehr sagen solltest, außer du hasst dicke Menschen.

Ich denke, nichts könnte mehr illustrieren, was ich sagen wollte. Ich weiß nicht, wie oft ich es noch betonen soll: Mir ist egal, was andere Menschen mit ihren Körpern machen. Aber dies ist eine völlig andere Stufe. Hier werden die Gesundheitsrisiken nicht nur kleingeredet, sondern VOLLKOMMEN NEGIERT (bei gleichzeitiger Erwähnung von „gesundheitlichen Risiken durch Abnehmen“ – oh my fucking god).
Polly’s Pocket nennt das „den Punkt der totalen Toleranz“. Gefällt mir, obwohl „totale Ignoranz“ vielleicht noch besser wäre.

Und da hört es bei mir auf. Ist das wirklich so bösartig von mir? Talking ‚bout „Bösartigkeit“… die MM redet ja selbst schon nicht mehr von Fatshaming, sondern von HASS. Ein Arzt, der eine 150kg schwere Frau darauf hinweist, dass sie auf eine Diabetes zusteuert, HASST diese Frau. Mir fehlen völlig die Worte.

Aber „Diabetes“ ist ein gutes Stichwort: Zum kürzlich stattfindenden Anti-Diät-Tag las ich mehrere Tweets von Aktivistinnen, die damit auch schon wieder nicht glücklich waren, denn es gäbe ja Menschen, die wegen einer Krankheit Diät halten müssen (zum Beispiel Diabetes!) und da ist es doch unfair, diese mit Leuten in einem Topf zu werfen, die Diät halten, weil… keine Ahnung. Weil sie dicke Menschen hassen?

Laut der Logik des MM-Artikels waren bereits diese überkorrekten Hinweise, die mal wieder äußerst pflichtschuldig geteilt worden sind, Fatshaming in Reinform. Weil nämlich ALLES Fatshaming ist.

Nein, schlimmer. Alles ist HASS.

Ich weiß nicht, wie oft ich noch sagen muss, dass es mir hier um mich geht. Ich hasse keine dicken Menschen und finde sie auch nicht per se unattraktiv. Im Gegenteil, ich finde viele dicke Menschen atemberaubend schön, aber das ändert für mich selbst überhaupt nichts.

Es macht mich traurig, dass man mir etwas so abgrundtief böses vorwirft: Hass gegen Menschen allein aufgrund ihrer äußeren Erscheinung. So war ich nie, so will ich auch nie sein.

Aber wenn ALLES Hass ist, dann ist das wohl unvermeidlich. Schöne neue Welt.

Themenwoche:
Teil 1: Der ewige Kampf

25 Gedanken zu “Der Endgegner im Badezimmer 2: Fatshaming, Fatacceptance

  1. „Kann es sein, dass das Thema ein ganz kleines bisschen überdramatisiert wird?“

    Genau das war auch mein Gedanke beim Überfliegen der Tweets dazu.
    Klar ist es ein empfindliches Thema, bei dem sich manche Personen angegriffen fühlen können. Aber es ist doch wohl ein Unterschied, ob man selbstreflektorisch über sich redet, oder ob man andere übergewichtige Menschen ganz pauschal als faul, blöd, häßlich oder sonstwie beleidigt (was ja auch oft genug vorkommt)

    Ich stimme dir vollkommen zu, jeder kann und soll mit seinem Körper machen, was er will und wenn man sich mit Übergewicht wohlfühlt, ja dann, what the fucking hell ist das fucking Problem? Und wenn jemand unzufrieden mit seinem Gewicht ist, und etwas daran ändern möchte, wer hat das verdammte Recht, das zu verurteilen? Von Übergewichtigen würde man am liebsten verlangen, dass sie still im Kämmerlein vor sich hinbrüten und keiner will von ihnen hören, dass sie sich eigentlich wohl fühlen. Sie sollen die Schnauze halten (und wenn sie schon über ihr Gewicht reden wollen, dann bitte nur selbstkritisch), abnehmen und solange sie dick sind, andere nicht mit ihrem Anblick belästigen. Das ist hochgradig scheiße. Aber mindestens genauso scheiße ist es, Menschen auszugrenzen, die für sich selbst (!) einen anderen Weg gewählt haben und mit keinem Wort selbiges von anderen verlangen.

    Ich verstehe die Leute nicht, die dir jetzt fatshaming vorwerfen. Ehrlich nicht.

    • Ich kann das sehr gut verstehen. Wenn man der Meinung ist, dass die reine Erwähnung der medizinischen Problematik Fatshaming ist, dann betreibe ich natürlich ganz massives Fatshaming.

      • Ja, so musste ich das auch interpretieren. Ich hatte nach ein zwei Tweets fast erwartet, dass du hier im Text völlig entgleist. Nichts derartiges ist passiert. Aber beim lesen wurde mir klar, woher vermutlich die Fatshaming Kritik an dich stammt.
        Ich sehe absolut, dass Fatacceptance wichtig ist. Denn stärker als bei Rauchen, Alkohol und diversen anderen als ungesund anerkannten Eigenschaften/Angewohnheiten werden dicke Menschen kontinuierlich extremem Druck ausgesetzt. Sie seien unmenschlich, widerlich, ekelhaft, hässlich und müssten alles dafür tun, dies zu ändern, wenn sie nicht auch noch als faul und egoistisch abgestempelt werden wollen. Sie dienen als Beleidigung und Abschreckung.
        Unter diesem Umständen begrüße ich jeden Ansatz, der es dicken Menschen ermöglicht sich wohl zu fühlen und eine Atmosphäre zu schaffen, in der sie nicht an den irrationalen steten Hass der Masse erinnert werden.

        Neben vielen nachvollziehbaren sozialen Argumenten wie Selbtbestimmungrecht wurden auch wissenschaftliche Argumente gesucht, um stärker zu überzeugen. Und diese Argumente wurden auch gefunden. Ähnlich wie die Diskussion um Impfkritik gibt es auch hier eine Flut an Beiträgen die wissenschaftliche und pseudowissenschaftliche Artikel zitieren. Persönlich bin ich damit überfordert, mich da durch zu arbeiten. Ich glaube nicht, dass jede wissenschaftliche Erkenntnis der letzten Jahrzehnte dazu, das Übergewicht ungesund sei, falsch sein kann. Aber ich halte es für möglich, dass auch die medizinische Gemeinschaft gegen die irrationale Abneigung gegen dicke Menschen nicht immun ist. Dass Mediziner_innen nicht unfehlbar sind, ist uns allen klar. Von daher sehe ich ein, dass auch wissenschaftliche Erkenntnisse und vor allem die praktischen Schlüsse die daraus gezogen und empfohlen werden kritisch betrachtet werden müssen.

        Und da fangen Teile der Fatacceptancebewegung an mich abzuhängen.
        Was ich nämlich primär erlebe sind Beiträge, die alles was in Richtung „Hohes Körpergewicht ist ab einem gewissen Maß ungesund“ komplett zerreißen und gegenteilig argumentieren – teils halt mir entsprechenden wissenschaftlichen Artikeln. So absolut kann ich das nicht glauben und mir fehlt es an Zeit und Kompetenz, um mich durch Unmengen an Studien und Papers zu lesen.

        Es gibt sicher Leute, die dick/fett sind und davon überzeugt sind, dass es gesünder wäre, weniger zu wiegen, sich gleichzeitig dennoch wohl fühlen und einfach von der Masse in Ruhe gelassen werden wollen. Nicht ständig das Gleiche hören wollen, denn im Endeffekt ist es nunmal die eigene Entscheidung, da muss man nicht stets mit dem gleichen nervigen Zeug belästigt werden.
        Ich sehe total ein, dass diese Leute frustriert und angepisst sind, dass Diät-Talk in den Medien so super populär ist. Und ich finde es gerechtfertigt, wenn manche Menschen versuchen ihren Feminismus so aufzubauen, dass solche Leute mitwirken können ohne ständig mit dem gleichen nervigen Scheiß konfrontiert zu werden.
        Ich habe jedoch das Gefühl, dass aus diesem Ansatz der Safezone heraus versucht wird, sämtliche Diskussion über Körpergewicht abzuwürgen – mit dem Argument, dass es nervt –> belastet –> abschreckt –> Beteiligung verhindern –> ausgrenzt –> diskriminiert. Ich sehe die Logik, ich sehe die Kette an Schlussfolgerungen. Aber ich sehe nicht, wie es eine plausible Methode ist, um die Gesellschaft zu beeinflussen. Todschweigen und so tun als gäbe es keine Argumente in Richtung „Übergewicht ist ungesund für die eigene Person“ baut Fronten auf, ohne welche abzubauen.

        Darüber hinaus geht es eben auch um Aufklärung.
        Wenn Übergewicht für den eigenen Körper ungesund ist, Leute das akzeptieren und sich dick dennoch wohl fühlen, ist das okay.
        Wenn Übergewicht tatsächlich überhaupt KEINE Gesundheitsbelastung darstellt und Leute dick sein wollen, ist das auch okay.
        Wenn Übergewicht jedoch ungesund ist und gleichzeitig suggeriert wird, dass es gesund sei, wird eine Täuschung betrieben, die Leuten ihre Gesundheit kostet. Und ich befürchte, dass ein solcher Zustand angesteuert wird. Das ist gefährlich, weswegen ich kein Verständnis für absolute Vermeidungsstrategien habe. Safezones sind schön und gut, wirklich, ein enorm wichtiges Konzept. Sie können nur nicht alles abdecken/unterbinden.

        Es gibt imo einen großen Unteschied zwischen
        „Fett sein ist ekelhaft und unnatürlich“ – Menschenverachtetn
        „Fett sein ist ungesund für dich, du MUSST das ändern“ – Fremdbestimmung
        „Fett sein ist ungesund für den Körper, wisse das und tu damit was du willst“ – Aufklärung
        1. und 2. sind imo Fatshaming, 3. jedoch nicht.

        Mein Fazit:
        Ich mag deinen Text. Ich denke er ähnelt meiner Position Ich bin nicht betroffen und kann nicht intuitiv sagen ob er fatshamend wäre, aber meine persönlichen abstrakten Kriterien trifft er nicht.

        Zum Thema Trigger schreibe ich evtl. separat nochmal was.

      • Ich kann das alles so unterschreiben (bis auf deine Überlegungen zur Wissenschaftlichkeit der medizinischen Risiken von Übergewicht, da fühle ich mich sehr gut informiert. Dazu später noch mehr.). Offensichtlich wirft man mir ja jetzt deine Stufen 1 und 2 vor, obwohl ich eigentlich nur 3 geäußert habe. „Dann will die auch noch definieren, was Fatshaming ist!!“ – ja, machen die ja auch, ne?

        Ich finde es unglaublich wichtig, Menschen einfach in Ruhe zu lassen, wenn sie sich wohlfühlen und kenne es wirklich zur Genüge anders!! DAS wollte ich eigentlich mit meinem ersten Artikel unter anderem aussagen. „Fettakzeptanz“ im eigentlichen Wortsinne unterstütze ich daher vollkommen. Aber „Fettpositiv“, nein, da hört es bei mir auf. Vor allem nicht, wenn von MIR verlangt wird, für MICH das so zu verinnerlichen, obwohl ich mich nun mal einfach nicht wohlfühle. Lustigerweise finde ich ja unheimlich viele Frauen mit meinem BMI oder stark darüber unglaublich hübsch, aber ich mag MICH halt nicht!

        Wenn ich deswegen jetzt gehasst werde, ist das halt so. Ich bin ja längst nicht die Einzige, die so denkt. Das geht vielen einfach viel zu weit, aber da traut sich dann mal wieder kaum jemand, was zu sagen.

      • Ich fühle mich bei dem Thema auch nicht persönlich angesprochen, ich gebe ihm nicht viel Raum in meinem Leben. Ich kenne tatsächlich meinen eigenen BMI nicht. Ich bin weit von einer Magermodelfigur entfernt, aber genauso weit davon, durch die Gegend zu rollen. Ich bin halt irgendwo dazwischen (was ja ein weites Feld ist). Ich entscheide nicht nach Zahlen, sondern nach meinem Körpergefühl, ob ich etwas ändern muß oder nicht. Ich treibe Sport und versuche, gesund zu essen (gelingt nicht immer). Und darüber hinaus mache ich mich nicht verrückt.

        Problematisch finde ich gar nicht so sehr die Frage, ob Fatacceptance oder Fatpositive unterstützenswerte Kampagnen sind, und Fatshaming was schlimmes ist. Akzeptanz ist hier ohne Frage immer unterstützenswert. Akzeptanz von Menschen, egal wie sie aussehen. Ganz einfach.
        Problematisch finde ich eher, wie Menschen suggeriert wird, welche Körperformen dick/fett, und damit ungesund und häßlich sind. Denk mal an die sogenannte Plus Size Mode. Ab welcher Größe geht das los? 38? Oder sogar 36? Frauen dieser Größe haben in der Regel hübsche schlanke Figuren. Aber welche Botschaft wird hier vermittelt, wenn das schon als Plus Size kategorisiert wird? Das finde ich alles andere als normal und gesund.

        Es muß erlaubt sein, dass Menschen sagen, dass sie sich mit ihrem Gewicht wohl fühlen und sie kerngesund sind, auch wenn es vom propagierten Ideal abweicht. Denn tatsächlich, die allermeisten Menschen wollen einfach nur ihre Ruhe haben. Und Übergewichtige trifft dieses Problem nun mal recht häufig, dass sie eben nicht freundlich mit simplen Fakten aufgeklärt und bei ihrem Kampf gegen die Kilos unterstützt werden. Sondern viele werden ungebeten bombardiert („Du musst das tun!!“) und schlicht gedisst („du siehst scheiße aus!!“). Daher verstehe ich eine gewisse Ablehnung, wenn der nächste mit seinen Diät-Ideen und Schönheitsidealen um die Ecke kommt und sagt „Dicke sind häßlich, faul und krank“

        Es muß aber genauso erlaubt sein, zu sagen, dass Abweichungen vom Normgewicht (egal in welche Richtung) zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Besonders dann, wenn es lediglich eine persönliche Abhandlung ist, die sich nur um sich selbst dreht und keinem anderen Menschen irgendwas vorschreibt oder vorwirft.

  2. Pingback: Links! (20.05.2015) – Lars Reineke

  3. Robin schrieb im obigen Kommentar:
    „… aber da traut sich dann mal wieder kaum jemand, was zu sagen.“
    Ja, das Verhalten, das dir da entgegen schlägt, ist unterirdisch – aber leider nicht nur bei diesem Thema zunehmend verbreitet. Böse Bemerkungen auf Twitter, blocken, auf „donotlink“ posten – im Hintergrund rumhaten, aber verdammt nochmal nicht willig (oder nicht fähig?) zu einer ganz normalen Diskussion!
    In der man mit Argumenten die Kontroverse austrägt, ohne die jeweiligen Gegner/innen als Person blöd anzumachen!
    Wirklich krass – es wundert nicht wirklich, dass derzeit 75% der Befragten in einer Umfrage sich „Benimm“ als SCHULFACH wünschen.

    http://www.sueddeutsche.de/bildung/schule-deutsche-wuenschen-sich-schulfach-benehmen-1.2483386

    Die Basics des sinnvollen zwischenmenschlichen Umgangs sind wohl leider in Vergessenheit geraten.

  4. Pingback: Rezensionen, Shitstörmchen und noch mehr Rezensionen. | Fettlogik überwinden.

  5. Wer sich durch das Lesen deiner Texte als Übergewichtiger plötzlich schämt, sollte sich eher seine eigenen Gedanken ansehen und es nicht auf deine Texte schieben. Du hast niemanden beleidigt und du hast niemandem etwas vorgeschreiben, wie er es zu machen hat. Ich finde das nicht in Ordnung, wenn Medien oder die Gesellschaft ständig definiert, was hässlich ist und dass man etwas dagegen machen MUSS. Als Frau mit behaarten Beinen in Shorts rausgehen, das finden viele eklig, ich aber nicht, trotzdem traue ich mich nur mit rasierten Beinen in Shorts raus. Blöde Schönheitsideale.
    Es rennt ja auch keiner ständig hinter Rauchern her und sagt, dass sie stinken. Wie die Dicken dann frustessen, würden Raucher vor lauter Frust wahrscheinlich trotzig werden und noch mehr rauchen. Es macht einfach Stress.

    Etwas anderes ist es, wenn man begründete Befürchtungen hat, dass das Übergewicht bei der bestimmten Person zur Diabetes, Knochen oder Gelenkproblemen führt. Besonders als Arzt muss man es sagen, finde ich. Wenn der Übergewichtige dann 20 Jahre später nicht mehr richtig gehen kann vor Schmerzen, dann beschwert er sich, wieso hat mir denn keiner Gesagt, dass durch mein Gewicht die Knie so schnell kaputt gehen.

    Ist das mit Allergie und Akne nachgewiesen? Hatte als dünne Frau die extremste Akne. Naja, Akne ist ja auch so ein Ding, wofür ich mich schäme, weil das einem Schönheitsideal widerspricht und andere es eklig finden. Kinder und Jugendlich sind ja nicht gerade nett, wenn sie Ekel ausrufen.

  6. Deine Ablehnung von Fat Acceptance sei dir gegönnt, es gibt keine Verpflichtung als dicker oder dünner Mensch sich dieser Bewegung anzuschließen oder ihre Argumente gut zu finden. Mit Kritik musst dann halt auch leben. Wär halt nur cool, wenn du FA anhand deren tatsächlichen Argumenten ablehnen würdest, aber selbst dazu ist niemand verpflichtet.

    Allerdings wird dein Glaubenssatz „Übergewicht ist ungesund“ davon nicht richtiger. Die Studienlage dazu ist halt nicht so eindeutig wie du das denkst. Aber auch hier gilt: Des Menschen Wille ist sein Himmelreich, nur musst mensch dann halt damit leben auch Gegenwind zu kriegen.
    Die Aussage „Übergewicht ist ungesund“ ist ja schon seltsam, weil ja noch nicht mal Einigkeit darüber herrscht wie genau Übergewicht eigentlich definiert sein sollte. Egal ob du die Formel nach Brocca oder den BMI zugrunde legst, keine davon ist wissenschaftlich entstanden, sondern hat politische bzw. wirtschaftliche Hintergründe (und das hat mit Evidenz halt nix zu tun). Genauso ist die Frage was „Gesundheit“ eigentlich ist, nicht abschließend geklärt. Die WHO-Definition („Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“) ist so allgemein, dass sie letztlich nutzlos ist, weil da nämlich fast niemand jemals 100%ig gesund ist.

    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinen Abnehmversuchen, aber mit deinen dogmatischen Aussagen zu Übergewicht und Gesundheit wirst du halt weiterhin mit Kritik und zum Teil auch heftigem Gegenwind rechnen müssen. Du sagst du lehnst Fat Shaming ab. Das ist gut, aber dein Insistieren auf „Übergewicht ist ungesund“ macht diese Aussage halt ein bisschen weniger glaubhaft, weil es schlicht und ergreifend den aktuellen wissenschaftlichen Sachstand außer acht lässt und die Lebensrealität vieler dicker Menschen invalidiert. Das Körpergewicht eines Menschen ist nun mal kein Maß für Gesundheit oder irgendwas anderes, außer vielleicht die Kleidergröße.

    • Oh, du sagst also, Übergewicht SEI gar nicht ungesund. Na, DAS gibt mir jetzt zu denken, wo es mir irgendein unbekannter Mensch im Internet sagt, und dann auch noch völlig ohne Beleg.

      Ich BIN auf die Argumente eingegangen, siehe Screenshot. Solange DAS vertreten wird, mache ich da nicht mit. Ich bin sehr dafür, jeden Menschen so zu akzeptieren, wie er ist, solange nicht von mir verlangt wird, dass ich mich so zu akzeptieren habe, wie ANDERE mich gerne hätten, aber das ist schlichtweg gefährlich.

      Als ich mir wieder die Pille verschreiben lassen wollte, wollte ich wieder mein altes Präparat. Der Arzt sagte nein, weil ich zwischenzeitlich 20 kg zugenommen hatte und das Thromboserisiko bei dieser Zusammensetzung zu hoch gewesen wäre. Ich bekam also eine andere Pille. Laut der „Logik“ der Mädchenmannschaft hätte er mir das nicht sagen dürfen – und ich hätte vielleicht eine Thrombose gekriegt. Bei anderen Krankheiten und bei mehr Übergewicht ist das mit Sicherheit noch massiver.

      Weißte, ich bin kein gesundheitsbewusster Mensch. Ich neige zu selbstzerstörerischen Verhalten. Mir ist auch die Gesundheit anderer Menschen egal, sofern sie mir nicht am Herzen liegen oder ich aktiv daran beteiligt bin, sie ungesund zu machen. Aber mir ist nicht egal, wenn Scheiße erzählt wird und das ist hier der Fall.

      Soll jeder so dick oder so dünn sein, wie er will. Interessiert mich gar nicht. Keiner ist nur wegen seinem Gewicht automatisch besser, schöner oder toller. Eine Bewegung, die dafür einsteht, hätte meine Unterstützung, aber wenn wissenschaftliche Fakten unterdrückt und verunglimpft werden, hat man mich verloren. Und wenn ich dafür auch noch angegriffen werde erst Recht.

      Ich habe kein weiteres Interesse an einer Diskussion mit dir. Dein Kommentar ist völlig argumentfrei.

    • Natürlich ist Übergewicht ungesund. Wer darüber noch diskutieren will, lebt entweder wirklich hinter dem Mond oder irgendwo sonst im luftleeren Raum. Und nein, mir gehts bei „Übergewicht“ nicht um ein kleines Bäuchlein oder +/- 2 oder 3 KG zuviel. Das kann/soll/darf natürlich abweichen.

      Weisst du, wie ich diese Reaktionen einiger (sowohl auf Twitter als auch auf Blogs) finde? Echt sehr seltsam. Das wäre so, wie wenn man zwar weiss, dass die Erde rund ist, aber um die eigene Komfortzone nicht verlassen zu müssen, trotzdem lautstark propagieren darf, dass die Erde eine Scheibe ist. Und jeder, der das kritisiert wäre dann ein earth-shamender Typ oder was auch immer.

      Damit du mich richtig verstehst: Ich akzeptiere, wenn nicht jeder Mensch eine Bikini-Figur haben will. Das verlangt auch niemand. Jeder darf so leben wie er will. Absolut kein Problem. Nur, wenn dann jmd. sein Leben ändert, ändern will und dann darüber berichtet (wie eben in dieser Text-Reihe), dann sollte man das eben nicht mit einem xyz-shaming abkanzeln, nur weil das bedeuten würde, dass es andere schaffen können und man dann mit dem eigenen Verhalten konfrontiert werden würde. Nochmals: Jeder darf/kann/soll so leben wie er will. (Und es sagt mehr über das Verhalten derjenigen aus, die hier jetzt Robin niedermachen als über die Autorin selber)

    • „Du sagst du lehnst Fat Shaming ab. Das ist gut, aber dein Insistieren auf “Übergewicht ist ungesund” macht diese Aussage halt ein bisschen weniger glaubhaft,“

      Es will mir nicht in den Kopf, wie man eine solche Aussage ernsthaft als „Fatshaming“ bezeichnen kann.
      „Dicke sind häßlich, faul und stinken. Kein Mensch will sowas sehen. Die sollen gefälligst abnehmen“. Darüber kann man sich zurecht aufregen. Nicht aber über eine simple medizinische Tatsache. Und erst recht nicht über Leute, die einen Weg für sich entdeckt haben, wie es ihnen besser geht. DAS ist shaming.

  7. So. Ich habe mich jetzt mal durch die Einträge durchgelesen, und das auf Twitter habe ich ja sowieso mitbekommen (zumindest Teile, bevor der Block-Tsunami kam). Ich finde nichts falsches an deiner EInstellung oder Einschätzung. Auch kann ich hier nicht erkennen, daß du irgend jemanden bloßstellen oder beschuldigen würdest.
    Dagegenhalten kann man nur das „xxx ist, was als solches empfunden wird“ Argument, aber das ist müßig, und wird m.M. ein wenig zu oft bemüht.

    Du hast auf Twitter das Rauchen mit ins Spiel gebracht. Guter Vergleich, wie ich finde. Rauchen ist nicht gesund, das wird kaum jemand bestreiten. Manche rauchen gerne. Ich rauche auch. Trotzdem wird jeder von mir Unterstützung bekommen, der damit aufhören will und kann. Solange (jetzt kommts!) diejenigen mir nachher nachher keine Vorschriften machen wollen.

    • Rauchen ist echt ein gutes Beispiel. Du kennst das sicher auch: Witzbolde, die zu dir kommen, während du rauchst und sagen: „Du/Sie wissen, dass RAuchen ungesund ist?“
      Ich finde das ul-tra-nervig – denn NATÜRLICH weiß jeder Idiot, dass Rauchen ungesund ist. Ich mache es trotzdem, weil es mir Spaß macht, genau wie tausend andere fahrlässige Dinge.
      Hier kommt das Problem: Ich kann total verstehen, wenn es Dicke nervt, ständig zu hören, dass ihr Lebensstil ungesund ist, aber zu leugnen, DASS es so ist, ist halt was ganz anderes.
      Ich will nicht abnehmen, weil das gesünder ist, sondern weil ich mich so, wie ich bin, nicht schön finde. Ich habe auch nie was anderes behauptet. Aber sich hinzustellen und zu krakelen, dass Übergewicht NICHT ungesund ist, beleidigt mich auf einer intellektuellen Ebene.

      Und deshalb unterstütze ich FA nicht.

  8. Hab mich durch die Kommentare nicht so ganz durchgelesen, aber der MMartikel war meines Wissens nach darauf bezogen, dass es sehr oft medizinisches Personal gibt, welches etwas dicke Menschen auf manche mögliche Gefahren hinweist, obwohl diese Person wegen etwas anderem zum Arzt_Ärztin ging.
    So im Sinne von Zwangsbeglückungsinformation, wo mir egal bei noch so eigentlicher interessanter Information der Brechreiz hochkommt. Auch als untergewichtige Person.

    Und ich habe die Fat-Acceptance bewegung eigentlich mehr im Kopf im Sinne scheiß auf Klischeebilder, weil jeder Mensch ein Wohlfühlgewicht hat ; als Übergewicht ist total gesund.
    Und FA als mal eine aktive Form von „Untergewicht/momentanes Schönheitsideal ist krankhaft.“
    Denn gemotzt wird viel-getan manchmal zu wenig.

  9. Dezenter Widerspruch mit Beleg: Es ist nicht bewiesen, dass Übergewicht per se ungesund ist.
    Gerade heute im Stern online gelesen (und überzeugend empfunden, obwohl ich das Fettlogik-Buch verstanden habe):
    „Ärzte, die seit Jahren mit übergewichtigen Menschen zusammenarbeiten, mit dem Ziel, dass diese abnehmen. Für diese Ärzte ist es sehr schwer zu akzeptieren, dass es keinen wissenschaftlichen Beweis dafür gibt, dass Übergewichtige abnehmen müssen oder gesunde Ernährung das Leben verlängert. (…)
    Es gibt mehrere große Studien, die belegen, dass bei einem Erwachsenen leichtes Übergewicht, sprich ein Body-Mass-Index von 27, mit der höchsten Lebenserwartung verknüpft ist. Übergewicht wird in der Bedeutung für die Lebensdauer überbewertet. “
    Ingrid Mühlhauser, Medizinerin und Gesundheitswissenschaftlerin
    http://www.stern.de/wissen/mensch/fake-studie-schokolade-macht-schlank-es-ist-einfach-schlechtes-studien-zu-veroeffentlichen-2197368.html

  10. Danke für die Diskussion, auch wenn das alles schon ne Weile her ist. Ich als Seniorin😉 (49 Jahre alt) habe die Stifen nach und nach erklommen und jetzt habe ich die oberste Stufe des Treppchens erreicht. Das waren 127 kg (bei 1,79 m). BMI 39. Und jetzt reicht es. Und ich habe: Venöse Insuffizienz, Schlafapnoe, kaputte Füße und Arthrose im Knie. Dass (starkes) Übergewicht nicht per se ungesund ist, kann nur ein Mensch behaupten, der einfach noch nicht weiß, was die Schwere mit seinem Körper über die Jahre macht. Daher finde ich fat acceptance tragisch. Es ist offensichtlich ein Generationen-Irrtum, wenn nicht Irrsinn.
    Aber: ich habe Teile dieser acceptance als „Stufe“ gebraucht, um die Stärke zu gewinnen, die ich jetzt habe, um ganz langsam wieder die Leiter hinabzusteigen (jetzt bei 118 kg). VIelleicht kann man es so sehen – dass es eine Vorstufe ist – aber niemals so „kuschelig“ sein sollte, dass man sich darin einrichtet.
    Viel Gesundheit wünsche ich😉

    • Das finde ich ein schönes Bild: Fatacceptance im Sinne von Selbstliebe und gegen Fatshaming finde ich ja toll, aber es sollte nicht zu „kuschelig“ sein. Danke für dein Kommentar🙂

  11. Grundsätzlich Respekt vor Menschen…

    … sollte man immer haben!
    Kein Mensch hat es verdient in irgendeiner Weise gequält zu werden und es ist jedermanns und -fraus Pflicht, wenn er/sie so etwas mitbekommt sich, im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten, dagegen zu stellen!

    Der Mensch ist Mensch und definiert sich, nach meiner Ansicht, durch seine Taten und Nicht-Taten.

    Wenn ich mit mir selbst ein Problem habe, das ich aber weit aus meinem Reflexionsfeld schiebe, dann suche ich mir halt jemanden, auf den ich mit dem Finger zeigen kann und an diesem Punkt setzt meines Erachtens diese dubiose Bewegung/Gruppierung von Menschen an.

    Ich frage mich: Warum werden von diesen Menschen denn nicht andere Meinungen und Menschen akzeptiert so wie sie sind?
    Steht man da nicht drüber?

    In meinen Augen ist das eine Neue Version von „den Spieß umdrehen“, „Auge um Auge…“ oder anders gesagt „Wenn ich mich scheiße fühle, dürft ihr Euch auch nicht gut fühlen!“

    Also ehrlich, nehmen wir uns doch gleich ein paar Knüppel. Was soll denn der Mist? Ich denke wir Menschen sind so intelligent um sachlich und nachsichtig miteinander umzugehen.

    Und gerade Menschen die ständigen Quälereien/Repressalien, egal aus welchem Grund, ausgesetzt sind, sollten es echt besser wissen.

    Durch dieses „Rumgenörgel und Gejammer“ geht es keinem am Ende besser.

    Wen habt ihr denn das letzte Mal angelächelt?

    In diesem Sinne

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