Der Endgegner im Badezimmer 4: The war is won!

Dieser Teil baut auf dem letzten auf und behandelt, was ich durch das Buch gelernt habe – vor allem in Hinblick auf meine bisherigen Fehler. Er zeigt aber auch, warum gerade DAS so befreiend war.

Gewicht war, wie jetzt schon mehrfach gesagt, immer ein Thema bei mir, aber der Grund, warum ich mich entschieden habe, gerade jetzt eine ganze Themenwoche darüber ins Leben zu rufen, war tatsächlich das Buch, das ich gestern rezensiert habe, und meine darauf folgende Gewichtsabnahme.

Ich wählte als Einstieg einen alten Text, der zwei Dinge demonstrieren sollte:

1. Ich habe jahrelang unter diesem Thema gelitten wie Sau und
2. Ich habe sehr viele Fehler gemacht, die mir nicht bewusst gewesen waren.

(Einen geheimen dritten Grund, Leute zu beschämen, die zufrieden mit sich sind, gab es dagegen nicht, aber was rede ich mir überhaupt noch den Mund fusselig. Es interessiert mich nicht, was ihr da reinlesen wollt, dazu ist mir das Thema zu wichtig und zu schmerzhaft.)

Mir ist vor kurzem auf dem Fettlogik-Blog vorgehalten worden, dass ich ja selber dran Schuld sei, beim Abnehmen nie Erfolg gehabt zu haben. Der Meinung bin ich nicht. Natürlich bin ich sehr wohl „Schuld“ in dem Sinne, dass mir niemand Essen in den Mund steckt außer ich selber. Aber darüber hinaus gehe ich nicht mit. Die Autorin des Buches, das mir die Augen geöffnet hat, hat einen Doktortitel und ein abgeschlossenes Studium gebraucht, die sie befähigten, wissenschaftlich zu arbeiten, und die nötige Motivation, um sich monatelang durch all die Fettlogik zu wühlen und das Ergebnis zusammen zu tragen. Ich sehe nicht, warum es ganz allein in der Verantwortung jeden einzelnen liegen soll, eine solche Leistung nur für sich selbst zu vollbringen, wenn die Diätindustrie, Eltern, Zeitschriften, Werbung und sogar Ärzte genau diese ganzen falschen Mythen tagtäglich reproduzieren. NATÜRLICH glaubt man das. Alles andere ist für mich (auch das schrieb ich schon an der betreffenden Stelle) „neoliberales Scheißgelaber“.

Dennoch: Das Buch hat mir gezeigt, wo mögliche Fehlerquellen liegen könnten, aber finden (und beheben) muss ich sie alleine. Dafür ist mein erster Beitrag ganz gut – denn der steckt voller Fettlogik. Diese will ich im folgenden ein bisschen sezieren.

Wenn ich schreibe, dass ich weniger gegessen habe und trotzdem nicht abnahm, dann kann das schlicht und ergreifend nicht stimmen. Das ist physikalisch unmöglich. Vielleicht kamen mir die Mengen weniger vor, aber im Endeffekt zählen nur die Kalorien und DIE müssen gleich geblieben sein – oder zu hoch, wenn ich weiter zunahm.

Ich habe in meiner Jugend viel, viel Scheiße gebaut, wenn es um Abnehmen ging. Gleichzeitig war mir ja nur zu bewusst, dass jede Übertreibung in diese Richtung schnurstracks dazu führen könnte, mir meinen Stoffwechsel völlig zu vernichten. Bis vor ein paar Wochen war ich genau dieser Ansicht: Nicht nur habe ich einen sehr niedrigen Stoffwechsel von Natur aus – denn warum könnte ich sonst jemals dick geworden sein, obwohl ich doch nicht mehr esse als andere? – sondern habe diesen auch noch durch blöde Diäten zusätzlich kaputt gemacht.

Wie habe ich das denken und immer noch leben können? Der Stoffwechsel ist alles in unserem Körper, das arbeitet. Muskeln, Organe, Herzschlag, Verdauung, schlicht alles. Wäre der kaputt, wäre ICH kaputt und wäre er ungewöhnlich langsam, würde ich das durch ganz andere Symptome merken als nur durch ein paar Kilo zu viel. Das gilt im Übrigen für mich auch trotz Schilddrüsenunterfunktion, denn wie ich jetzt weiß, wird der marginale Wenigerverbrauch, der dadurch entsteht, durch fehlenden Appetit wieder komplett ausgeglichen.

Genauso wenig muss der Stoffwechsel „angekurbelt“ werden, weil er jede Minute jeden Tages seine Arbeit sowieso vollbringt. Was als Wundermittel angepriesen wird, um den Stoffwechsel anzukurbeln, ist in Wahrheit einfach nur verdauungsfördernd, aber sich einmal ordentlich auszuscheißen (sorry) fühlt sich gut an, hat aber nun mal nichts mit dem Stoffwechsel zu tun.

Eng damit verbunden ist die Story über den „Hungermodus“, in den man unweigerlich fällt, wenn man zu wenig isst. „Dann speichert der Körper alles, was er kriegen kann!“ – denn unser Körper ist der eines Tieres und hat permanente Panik davor, zu verhungern.

Auch das STIMMT NICHT. Führt man dem Körper mehr Kalorien zu, als er täglich braucht, speichert er das in Form von Fett, auf das er dann zurück greift, wenn Kalorien fehlen. Ein Körper mit hohen Fettreserven KANN gar nicht verhungern, weil noch genug da ist! Erst, wenn der Körperfettanteil unter ein sehr kritisches Level fällt, das man nur in Kriegsgebieten oder bei Magersüchtigen beobachten kann, fährt der Stoffwechsel runter, was aber innerhalb kürzester Zeit mit Organversagen und schließlich dem Tod einher geht.

Eigentlich ist das sehr logisch, weil unser Körper doch sonst eine echte Fehlkonstruktion wäre, aber ich habe an den Stoffwechselmythos und den Hungermodus nicht nur geglaubt, sondern hatte panische Angst davor!!

Jede einzelne Nahrungsaufnahme in den letzten Jahren war entweder von dem einen oder anderen Gedanken begleitet: „Oh Gott, das ist zu viel, ich nehme noch mehr zu!“ oder „Ok, das hat jetzt echt wenig Kalorien, aber was ist, wenn es ZU WENIG sind!? Hungermodus!! Kreisch!!“

Meint ihr, dass ich auf diese Weise essen wirklich unbeschwert genießen konnte? Hell no!!!

Allein das war also schon eine unheimliche Entlastung, auch wenn es natürlich ein bisschen doof ist, mir einzugestehen, dass ich mich mit den Mengen, die ich zu mir nehme, offensichtlich immer grandios verschätzt habe.

Dazu mein geschildertes Festival-Erlebnis: „Alle nahmen in dieser Zeit ab, nur ich nahm zu, obwohl wir genau dasselbe aßen und tranken!“ Dasselbe habe ich bei meinen Mitbewohnern beobachtet: Wir essen doch dasselbe, warum bin nur ICH speckig und die nicht?!
Ich musste über ein Jahr mit diesen beiden Typen zusammen leben, bis ich merkte, dass das gar nicht stimmt. Zwar haben sie sich mit mir zusammen an einem Tag vor dem Beamer ne Pizza und Eis reingeknallt, aber am nächsten habe ich mir ganz normal gekocht, weil ich das so mein ganzes Leben lang gewöhnt bin – während sie nur schnell ein, zwei Stullen auf die Hand genommen haben. Sei es aus Stress, Zeitmangel, wenig Appetit oder einer Mischung aus allem – wenn die Jungs mit mir zusammen sehr viel gegessen haben, haben sie das irgendwann wieder ausgeglichen, ich jedoch nicht!

Dazu kommt natürlich noch der unterschiedliche Grundumsatz. Da ich sehr klein bin, trotz Übergewicht noch verhältnismäßig leicht und eine Frau (=weniger Muskelmasse), haben die Jungs da einfach einen Vorteil. Unfair, ja – aber wenigstens logisch, auch wenn es nervt.

Grundumsatz ist ein gutes Stichwort. Das alles WUSSTE ich nämlich, also dass ich mit meinen Voraussetzungen weniger Kalorien täglich brauche. Trotzdem war mir die Schlemmerei ohne Konsequenzen immer ein ewiges Rätsel, als hätte ich ein Brett vorm Kopf gehabt!

Ziel darf also nicht sein, mich mit anderen zu vergleichen, die mehr Kalorien brauchen oder ihre einmalige Fresserei mit vielen niedrigkalorischen Tagen ausgleichen, ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein, sondern zu sehen, was ich brauche, wenn ich abnehmen will.

Und damit zu der riesigen Entlastung Nummer Zwei! Hatte ich bisher das Gefühl gehabt, es wäre mehr oder weniger reine Glückssache, ob ich abnehme oder nicht, zeigte mir das Buch schwarz auf weiß die Wissenschaft, die hinter Abnehmen steckt. Lustigerweise habe ich jahrelang alles verschlungen, was es zu dem Thema zu lesen gab, aber DIESE eine Information, die mir wirklich geholfen hätte, erfuhr ich erst kurz vor dem Buch aus dem dazu gehörigen Blog.

Um ein Kilo Fett zu verlieren, muss man nämlich 7000 kcal einsparen. Punkt. Mehr ist da nicht! (Um Verwirrung zu vermeiden: Manche Quellen sprechen von 9000 kcal, aber das ist falsch. Zwar hat ein Kilo Fett aus der Nahrung wirklich genau 9000 kcal, aber ein Kilo FettGEWEBE besteht ja nicht nur aus Fett, sondern auch aus Wasser, Gerüst für die Zellen etc. pp.!)

Als das endlich zu mir durchdrang, jauchzte mein inneres Mathenerdgirl, das immer Einsen in der Schule abgeliefert hat, begeistert auf. Plötzlich war Abnehmen berechenbar. Plötzlich war Abnehmen LOGISCH!!!

Natürlich braucht man dafür einen Bezugswert, womit wir wieder zum Grundumsatz kommen. Der Grundumsatz ist das, was der Körper verbraucht, um die normalen Funktionen aufrecht zu halten, und man sich sonst nicht bewegt. Dieser lag wegen meiner geringen Körpergröße etc. bei meinem Startgewicht von 72 kg bei mageren 1500 kcal am Tag.
Überrascht war ich aber, als ich meinen TAGESBEDARF berechnete – das ist wiederum der Kalorienverbrauch bei meiner normalen Betätigung. Da das bei mir sehr schwankt, habe ich in meinem Rechner zur Sicherheit den niedrigsten Aktivitätsgrad gewählt – und trotzdem schnellte mein täglicher Bedarf plötzlich hoch auf 1950 kcal.

Und das nach all den Jahren, in denen ich so auf die Angaben auf sämtlichen Produktpackungen geschimpft habe, weil die von einem viiiiel zu hohen durchschnittlichen Kalorienverbrauch von 2000 kcal am Tag ausgehen!!

Plötzlich musste ich also sehen, dass meine Voraussetzungen längst nicht so schlecht gewesen sind, wie ich immer geglaubt habe. Ich fasse noch mal zusammen:

– Mein Stoffwechsel ist in Ordnung
– Ich muss keine Angst haben vor dem Hungermodus
– Ich kann fast 2000 kcal täglich essen, ohne zuzunehmen

An dieser Stelle musste ich mir dann die Frage von mir selbst gefallen lassen: Wie um alles in der Welt bin ich TROTZDEM dick geworden?

Die Autorin hat an in mehreren Kapiteln dargelegt, wie unglaublich schlecht die Leute darin sind, die Kalorien in ihren Essen zu schätzen. Das beste Beispiel liefert sie selbst: Ein Salat, von dem ich sie immer, ohne es jemals nachgerechnet zu haben, glaubte, er hätte ca. 500 kcal, hatte in Wirklichkeit satte EINTAUSENDFÜNFHUNDERT, als sie es dann doch mal überprüfte. So krasse Fehleinschätzungen hatte ich jetzt nicht, doch ein paar Irrtümer, auf die ich stieß, waren mir dann doch mehr als genug.

So hatte ich irgendwann mal abgespeichert, dass Hühnchen ca. 100 kcal pro 100gr hat und Rindfleisch ca. 110. Im Kopf rechnete ich also immer: „X Gramm Rind = X kcal.“ Die 10% hielt ich für vernachlässigbar. Sie wären es wohl auch – aber tatsächlich hat Rind eben NICHT 110 kcal, sondern knapp über 200. Ich weiß nicht, ob ich mich damals, als ich mir das merkte, einfach nur verlesen habe oder ob es vielleicht doch falsch da stand, jedenfalls stimmte es nicht. Das gleiche bei Spinat, das einzige Gemüse, das ich wirklich gerne esse: Jahrelang dachte ich, der hätte 30 kcal, obwohl es fast 60 sind. Nichts davon ist so massiv wie bei Nadja, aber allein der Umstand, Ewigkeiten was falsches im Kopf gehabt zu haben!

Das Fazit des Buches lautet ganz kompakt: „Wer dem Körper weniger Kalorien zuführt, als er verbraucht, nimmt ab.“ Wer sich noch nie damit hat beschäftigen müssen, wird nicht verstehen, wie absolut revolutionär diese Erkenntnis ist. Andere Diäten, egal welche, gehen von so komplizierten Grundannahmen aus, dass man irgendwann wirklich das Gefühl hat, ob man abnimmt oder nicht ist ungefähr so berechenbar wie Roulette spielen: Natürlich muss jede Zahl irgendwann kommen, aber ob es die ist, auf die man setzt, ist pures Glück!

Und dazu der ganze andere Scheiß! „Keine Kohlehydrate vor dem Schlafengehen“, „Obst in rauen Mengen, außer Bananen, die sind evil“, „Mehr als ein Kilo im Monat abnehmen ist ungesund“, „Mindestens dreimal am Tag essen“ etc. blabla. Oder mein heimlicher Favorit: „Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König, abends wie ein Bettler“ – was zur Hölle ich damit bitte anfangen?! Und natürlich: „Hungerstoffwechsel!!einself“

All diese dämlichen Regeln über Bord schmeißen zu können, weil sie Schwachsinn sind, war eine so unglaubliche Erleichterung, dass ich sie kaum in Worte fassen kann. Plötzlich konnte ich mir eine Diät ganz nach MEINEN Vorstellungen basteln, ohne auf sowas Rücksicht nehmen zu müssen! Und ich wusste, es würde funktionieren!

Und damit nochmal zu meiner Abnehmkurve, denn anhand derer wird ein weiterer Punkt gut ersichtlich:

gewicht

Hier habe ich fast täglich mein aktuelles Gewicht eingetragen. Ab Start meiner Diät habe ich fast jeden Tag über 1000 kcal gespart. Bedenken wir die Rechnung „7000 kcal = 1 Kilo“, müsste man zum Schluss kommen, dass „1000 kcal = ca. 140 Gramm“. Ich hätte also jeden Tag kontinuierlich 140 Gramm weniger wiegen müssen als am Tag davor – aber wie man sieht, ist dem nicht so. Die Linie geht nicht gerade nach unten, sondern im Zickzack!

An anderer Stelle habe ich über einen erfolglosen Diätversuch geschrieben:

„Vier Wochen zog ich mein Programm durch und verlor drei Kilo. Das war toll, aber dann wurde ich einmal schwach und aß abends bei einem Kumpel noch eine Pizza, obwohl ich mittags schon warm gegessen hatte.
Boom, die Waage sagte am Tag darauf: 1,5 Kilo mehr.

Ich hätte fast mein Zimmer auseinander genommen. Das ist einfach verdammt noch mal nicht fair, dachte ich. Ich kann mich nicht mein gesamtes Leben lang sklavisch an meinen Plan halten! Ich hasse diese Scheiße!!! Dann kann ich es ja auch gleich sein lassen!!!“

Ich denke, das illustriert meine bisherigen Probleme ganz gut! Nochmal: 7000 kcal = 1 Kilo. Um innerhalb eines Tages 1,5 kg zuzunehmen, müsste ich demnach 10.500 kcal essen und dazu käme dann ja noch mein Tagesumsatz, also fast 12.500 kcal. Ich will nicht sagen, dass das theoretisch unmöglich ist, aber ich denke, bei solchen Mengen an Essen hätte ich mit Sicherheit kotzen müssen.

An dieser Stelle wäre es wohl gut, eine andere Terminologie zu wählen, um zu erklären, was ich meine. Wenn ich ein Liter Wasser trinke, hat mein Körper ein Kilo ZUGENOMMEN, aber ANGESETZT hat er gar nichts, weil Wasser bekanntlich keine Kalorien hat. Natürlich kann es sein, dass ich nach einem Tag mit zwei Hauptmahlzeiten und Süßkram 1,5 kg mehr wiege, aber angesetzt habe ich nur einen Bruchteil, vielleicht 100-200 Gramm.

Der Grund hierfür ist Wasser. Unser Körper bindet mal mehr, mal weniger Wasser, das manchmal ausgeschieden wird, manchmal aber auch in größeren Mengen gespeichert. Nun ist das an sich nicht schlimm, aber bisher hat mir das jede einzelne Diät versaut, die ich jemals angefangen habe. Sich zu quälen, wenig Kalorien zu essen und am nächsten Tag TROTZDEM nicht abgenommen zu haben – oder sogar zugenommen!? Ich erklärte mir das jedes Mal mit meinem kaputten Stoffwechsel. Dabei war es in Wahrheit nur WASSER.

Die ganzen Zickzacks kommen genau dadurch zustande. Ich will nicht behaupten, dass mich das nicht ein bisschen ärgert, wenn ich nach einem Diättag plötzlich mehr wiege, aber zu wissen, woher es kommt, ist ebenfalls sehr erleichternd!

Zudem spielen die Hormone noch eine Rolle, die ebenfalls zu Wassereinlagerungen führen können. An den Tagen um den 10. 5. herum haben die mich sehr genervt, denn ich nahm zu und hielt das Gewicht tagelang, obwohl ich mich an meinem Plan gehalten habe. Aber wie man sieht, ging es danach weiter nach unten. Wenn ich das nächsten Monat zur gleichen Zeit meines Zyklus nochmal erlebe, kann ich mich in Zukunft darauf einstellen.

 


 

Das war jetzt alles nur als kleiner Einblick in die zermürbende Gedankenspirale, aus der das Buch mich befreit hat. Es mag total pathetisch klingen, aber es ist wirklich so: Ich fühle mich befreit. Von all dieser Scheiße erlöst zu sein, war die reinste Katharsis.

Die Erkenntnis, dass mein Gewicht nicht der Willkür des Schicksals ausgesetzt ist und ich zum Abnehmen Methoden bemühen muss, die tausend Faktoren mit ein beziehen, ohne zu erklären warum und die nur funktionieren, wenn man sich jeden Morgen dreimal gegen den Uhrzeigersinn im Kreis dreht oder Aszendent Schütze ist etc. pp. nimmt mir nicht die Arbeit ab, aber es erleichtert sie auf eine Art, wie ich es niemals für möglich gehalten hätte.

Noch NIE habe ich so lange eine Diät ausgehalten und noch NIE war es für mich so einfach. Nun, da alles logisch ist, fällt es mir leicht, auf etwas zu verzichten, da ich anders als vorher auch weiß, dass es auch tatsächlich was bringt.

Und das Tollste: Ich weiß nun, dass es ein Verzicht auf Zeit ist. Denn meinen Kalorienbedarf zu checken, hat mir außerdem gezeigt, dass ich, sobald mein Ziel nur noch „Gewicht halten“ statt „Gewicht verlieren“ ist, alles essen darf. Wirklich alles. So wie ich mich bei den Lebensmitteln verschätzt habe, die viel mehr Kalorien hatten, als ich dachte, so war es auch umgekehrt. Wenn ich wollte, könnte ich schon jetzt jeden Tag zwei Pizzen essen – und würde nicht zunehmen. Und DAS ist etwas, auf das ich mich schon jetzt freue, auch wenn ich zuerst noch einige Kilos verlieren will.

Der Kampf ist noch nicht vorüber. Aber der Krieg gegen mich selbst ist beendet.

Ich bin frei.

Und morgen erzähle ich euch dann, wie meine Diät genau aussieht 🙂

Themenwoche:
Teil 1: Der ewige Kampf
Teil 2: Fatshaming, Fatacceptance
Teil 3: Buchtipp: „Fettlogik überwinden“

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16 Gedanken zu “Der Endgegner im Badezimmer 4: The war is won!

  1. „Und dazu der ganze andere Scheiß! “Keine Kohlehydrate vor dem Schlafengehen”, “Obst in rauen Mengen, außer Bananen, die sind evil”, “Mehr als ein Kilo im Monat abnehmen ist ungesund”, “Mindestens dreimal am Tag essen” etc. blabla. Oder mein heimlicher Favorit: “Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König, abends wie ein Bettler” – was zur Hölle ich damit bitte anfangen?! Und natürlich: “Hungerstoffwechsel!!einself”

    All diese dämlichen Regeln über Bord schmeißen zu können, weil sie Schwachsinn sind, war eine so unglaubliche Erleichterung, dass ich sie kaum in Worte fassen kann. Plötzlich konnte ich mir eine Diät ganz nach MEINEN Vorstellungen basteln, ohne auf sowas Rücksicht nehmen zu müssen! Und ich wusste, es würde funktionieren!“

    I love you Honey! ❤
    Exakt das waren auch meine Gedanken während des Lesens. Und da hab ich auch deine grinsenden Reaktionen auf meine Kommentare in deinem vorigen Artikel (die ja genau diesen Unsinn beinhaltet haben) verstanden. 😀

  2. Was benutzt du denn, um im Alltag deinen Verbrauch zu protokollieren? Ich habe eine zeitlang peinlich genau alles mit der myfitnesspal App ausgerechnet, die zugleich auch noch Proteinanteil etc anzeigt.
    Ich weiß schon lange, dass Diäten eigentlich nur aus reiner Rechenkunst bestehen, aber mein großes Problem ist trotzdem das Durchhalten, die Disziplin. Jede Form von Begrenzung löst in mir über kurz oder lang eine Trotzreaktion aus und dann reiße ich mit marginal schmalerem Hintern ein, was ich aufgebaut hab. Oder es liegt an der mangelnden Willenskraft. Oder ich kranke an den unangenehmen Erinnerungen meiner kurzen Episode als schlanker Teen, die (man muss fast sagen: natürlich) mit schlechten Mitteln herbeigeführt war. Sorry, das ist kein Therapiezentrum hier, irgendwie geht’s mit mir durch gerade.

    Auf jeden Fall danke für die Serie – und dir weiterhin viel Erfolg! Auch wenn die shit-stirrer einfielen, anderen hast du damit einen großen Dienst getan. Haters gonna hate, potatoes gonna potate 😉

  3. „Morgen dreimal gegen den Uhrzeigersinn im Kreis dreht oder Aszendent Schütze“ …

    Nein, nein, nein! Völlig falsch! Es ist die Bluuuutgruppe! Wenn man da die falsche Diät macht, verklumpen die Blutzellen… *g*

  4. Liebe Robin, unfassbar, was du hier schreibst, denn GENAU das sind die Punkte, die ich auch bei mir selbst erlebe. Und ich habe zwar eine Übergewichts-, aber keine Diätleidensgeschichte hinter mir. Trotzdem kennt man all diese Mythen, und mich haben sie – ganz wie dich – auch immer überzeugt. Stichwort Hungerstoffwechsel. Aber wenn man sich dann einmal das durchliest, was im Buch steht, möchte man den Kopf gegen die nächste Wand hauen und denkt: „KLAR ist es logischer, wenn das so und so läuft, das andere ist doch völliger Schwachsinn!“ Aber so lange man eben nur eine Sicht und Erklärung bestimmter Phänomene hat, erscheint sowas eben logisch.
    Jedenfalls bin ich über Fettlogik auf deinen Blog getroffen und werde jetzt mal öfter vorbeischauen. ich wünsche dir noch viel Erfolg bei deiner weitern Abnahme!

  5. Wunderbarer Beitrag, der genau beschreibt, was ich selbst erst dadurch verstanden habe, dass ich zu einer Ernährungsberaterin gegangen bin, die mir einen Plan mit 1200 kcal geschrieben hat. Ich dachte (und wurde durch Anmerkungen anderer dadurch erst mal auch bestärkt): „Oh Gott, viel zu wenig, da komm ich in einen Hungerstoffwechsel rein“. Ich habs trotzdem probiert und bin gut damit gefahren, habe mittlerweile gut 8 kg abgenommen und fühle mich total wohl mit meiner Ernährung ohne Zwänge (Kuchen oder Pizza geht auch mal), einfach weil ich eine gute Grundlage hab, welche Mengen ich wovon etwa essen kann und einen Tag mit Schlemmen auch ohne weiteres ausgleichen kann. Damit halte ich mein Gewicht oder reduziere es, wenn ich eben genauer hinschaue, was ich so esse.

  6. Jup, die Sache mit den Pizzen, exakt so gings mir auch.
    Einerseits: bei meiner Größe, Gewicht und Aktivität könnte ich täglich 4-5 Fertigpizzen essen ohne zuzunehmen.
    Andererseits: wie zur Hölle habe ich es trotzdem geschafft soviel zuzunehmen? oO

    Antwort: Fucking Zucker. Glücklicherweise habe ich festgestellt, daß ich in vielen Situationen auch mit Zero-Softdrinks klarkomme (MezzoMix und Eistee besonders), das spart schon mal 1000 Kalorien täglich. Bei der Schokolade und dem ganzen anderen Süßkram hilft aber in der Abnehmphase leider nur maßhalten…

  7. „Antwort: Fucking Zucker. Glücklicherweise habe ich festgestellt, daß ich in vielen Situationen auch mit Zero-Softdrinks klarkomme (MezzoMix und Eistee besonders), das spart schon mal 1000 Kalorien täglich.“

    Sind gerade das nicht echte Zuckerbomben?

    • Nein? 😀 Die haben gar keinen Zucker. Es hieß nur lange Zeit, dass diese Süßstoffe den Insulinspiegel durcheinander bringen und man davon rasenden Hunger kriegt, aber EMN konnte dafür keinen Beweis finden.

      Vielleicht doch nicht nur überfliegen 😀

      • Tatsächlich. Muß ich übersehen haben. Naja, habs ja auch innerhalb weniger Stunden gefressen, da kann man schon mal was verschlampen. *nachAusredesuch* 😀

      • Wenn das für dich bisher noch nie wichtig war, ist das ja verständlich. Aber ich z.B. habe aus genau diesem Grund Light-Getränke jahrelang gemieden. Inzwischen aber nicht mehr :3

      • Nee, MezzoMix ist nicht so meins und Eistee schmeckt selbstgemacht eh besser. Diese fertige Brühe ist mir einfach zu süß. Genau wie Fanta & Co.

  8. Pingback: Themenwoche: Der Endgegner im Badezimmer! | robins urban life stories

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