Montags-Mixtape 1: Depressive Mix

Willkommen zum ersten Teil meiner Montagskolumne, die fortan jeden 1. Montag im Monat der einem Mixtape gewidmet ist! Und weil Musik so viel Freude in unsere Herzen zaubert, fangen wir doch gleich mal mit etwas an, dass so richtig schön runter zieht!

Aaaber zuerst noch die Formalitäten. Die Idee, Mixtapes zu bloggen, habe ich ja von der lieben Friedl geklaut. (Sie behauptet zwar, sie wäre nicht die Erste mit dieser Idee gewesen, weshalb man das nicht Diebstahl nennen kann, aber ich denke, sie ist nur bescheiden.) Es geht also um Musik! Einzige Regel: Ein Mixtape darf nicht länger sein als 80 Minuten, die übliche Länge für CDs. Das verlangt zwar keiner, aber so habe ich es beschlossen.

Auch wenn ich mich zeitweise wirklich wenig damit beschäftige und der musikalischen Entwicklung in meinen favorisierten Genres gut fünf Jahre hinterher hinke, ist Musik ein essentieller Bestandteil meines Lebens. Ich könnte mir absolut NICHT vorstellen, mit einem Mann zusammen zu sein, der nicht zumindest ähnliche Musik hört wie ich. Einen HipHopper könnte ich niemals lieben und wer tatsächlich nur auf House abgeht, möchte mich ganz sicher nicht in seiner Nähe haben. Ich bin ein Musiknazi (und stolz drauf).

Es muss also krachen. Metal, Rock, Punk, Alternative. Und hier direkt schon mal einen wichtigen Disclaimer: Mir gehen Genrebezeichnungen ziemlich am Arsch vorbei. Es ist absolut unmöglich, in diesem Bereich ohne abgeschlossenes Musikstudium durchzublicken und richtige Einteilungen zu treffen. Und selbst dann tauchen immer wieder Bands auf, die irgendwie ja doch was völlig neues machen. Konstruktionen wie „Extreme Power Orchestral Post Emo Melodic Gore Metal“ klingen witzig, sind aber für normale Menschen unbrauchbar. Ich werde also bei künftigen Mixtapes M-E-I-N-E Bezeichnungen gelten lassen, die sich nur einer einigen Maxime unterordnen: Es klingt halt gut zusammen.
Ich habe euch vorgewarnt. Also lasst bitte nicht den Metal-Hammer-Redakteur raushängen, wenn ihr mit meiner Einordnung nicht zufrieden seid🙂

Nach dieser langen Vorrede auf zum heutigen Mixtape, das überhaupt nicht gernetechnisch, sondern thematisch geordnet ist. Tja, aber Hauptsache ewig davon gelabert.

Über dieses Mixtape

Die Idee dazu kam mir während einer meiner langen Kneipenschichten, als die Leute mal wieder mehr Sitzfleisch hatten als Geld in ihren Portemonnaies und der Feierabend einfach nicht kommen wollte. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schwierig es ist, solche Leute rauszukehren, ohne Gewalt anzuwenden. „Psychologische Kriegsführung“ schoss mir schließlich irgendwann durch den Kopf und so ward das Mixtape geboren.
Die Idee war, die Leute durch depressive Musik unterschwellig so zu deprimieren, bis sie nur noch nach Hause ins sichere Bett flüchten und in ihre Kopfkissen weinen wollen. Ein absolut wasserdichter Plan… der nicht geklappt hat. Im Gegenteil: Ich habe noch für keine Mix-CD so viele Komplimente bekommen wie für diese. Offensichtlich ist vielen Menschen ruhigere Musik, ob depressiv oder nicht, doch viel lieber als Power Metal oder Slipknot… muss man nicht verstehen.
Trotzdem mag ich den Mix, denn er hat Stil. Wenn man schon richtig echt depressiv ist und das ganze Leben ein einziges schwarzes Loch finsterer Verzweiflung, dann kann man immer noch behaupten, in seinen schlimmsten Stunden wenigstens noch gute Musik gehört zu haben!
Bei einigen Songs wird der ein oder andere vielleicht nicht so leicht verstehen, was daran jetzt so megadepressiv sein soll. Viele Menschen glauben „traurig = ruhig“ und das heißt dann meistens, dass irgendeine Tussi mit triefender Stimme irgendwas von verschmähter Liebe jault. Ich sehe das ein bisschen anders – und für den verweichlichten Charts-Mainstream dürften einige Songs tatsächlich schon zu hart sein. Aber: halt alle hart depressiv.

Hören also auf eigene Gefahr🙂

Depressive Mix

1. Staind – For You

And I feel like I am nothing
but you made me, so do something

Welche Band könnte mehr für das Lebensgefühl der Generation stehen, die sich Anfang der 2000er durch die Metaldiscos dieser Welt pogte?
Wir waren seltsam, wir waren unverstanden, wir waren depressiv. Staind lieferte dazu den Soundtrack. Es ist physikalisch unmöglich, dass diese Band irgendwas produzieren könnte, das nicht in einem Tränenmeer endet.
Ein Staind-Album ist praktisch ein einziger Aufruf zum Massenselbstmord.
Jedenfalls, wenn man so eine Scheißjugend mit so einer Scheißfamilie hatte wie wir.

2. End of Green – Tragedy Insane

I gaze, I gaze my open veins
The morphin makes insane…

Möglicherweise die unbekannteste Band, die ich hier aufzählen werde, aber das völlig unberechtigt. Selbst, wenn dies der einzige gute Song von End of Green wäre (was nicht stimmt), ist er so genial, dass man der Band ein Denkmal aus den zerschmetterten Hoffnungen und Träumen ihrer Fans bauen sollte.
Das Lied vibriert sich bis in die allerletzten Gehirnwindungen und bohrt einen Haken aus schwarzer Agonie in meinen Magen, wann immer ich es höre. Deshalb kann ich es mir nicht immer geben, aber was solche Gefühle auslösen kann, muss ja einfach gut sein.
Es existiert auch eine Akustik-Version, aber ich finde obige tausendmal besser. Akustik-Stücke finde ich irgendwie beliebig, sättigen aber wohl den Geschmack der Massen nach dunkler Musik, die ja niemals hart sein kann. Das Original ist dagegen wesentlich treibender.

3. Sum 41 – Noots

One by one, we both fall down
but who’s the first one to hit the ground now?

Sum 41, die machen doch nur so Partyscheiße für den Soundtrack von 90er-Highschool-Comedys? Hahahahaha Nein.
Ich war selbst total überrascht, als ich über diesen Song aus purem Zufall stolperte, aber seitdem hat er sich zu einem meiner absoluten Lieblingsstücken entwickelt, auch wenn er derbe runterzieht – denn hier stimmt einfach alles!

4. 30 Seconds to Mars – The Kill

This is who I really am!

Dieses Lied ey, dieses Lied. Man könnte zu recht argumentieren, dass sie hier mal wieder ganz tief in die Jaul-Kiste greifen, aber dennoch wird dieser Song mir immer im Gedächtnis bleiben als Soundtrack zu einem der seltsamsten Träume, die ich jemals hatte – was ganz besonders bemerkenswert ist, wenn man bedenkt, dass ich in meinem Träumen NIE einen Soundtrack habe.
Aber hier war es so. Es war auf dem Jakobsweg, weshalb ich (leider?) viel Zeit hatte, über den Traum nachzudenken. So ganz kapiert habe ich ihn (nach fast 5 Jahren) immer noch nicht und irgendwie ist es mir auch zu peinlich, das hier auszubreiten, weil ich mit Sicherheit nicht rüber bringen kann, was mich daran so tief verstört hat.
Nur soviel: Batman spielte eine Rolle (Sex mit ihm leider nicht). Und der Umstand, dass Jared Leto (der Sänger) bald als Joker über die Kinoleinwand turnen wird, macht dieses surreale Erlebnis im Rückblick nicht unbedingt besser.

5. Green Day – Boulevard of Broken Dreams

I’m walking down the line
That divides me somewhere in my mind

Ok, DAS ist nun ziemlich Mainstream. Jedenfalls war es für Green Day vermutlich ihr letzter großer Hit – was den Song, so ausgelutscht er auch inzwischen ist, trotzdem nicht schlecht macht. Besonders gefällt mir das Video, das inhaltlich nahtlos an das Video zu „Holiday“ anschließt, was dann doch +1 auf Kreativität verdient!

6. Amy Lee – Sally’s Song

And will we ever end up together?
No, I think not, it’s never to become
For I am not the one

Tja… wie war das mit dieser gefühlsduseligen Scheiße, in der irgendwelche Tussis mit triefender Stimme was von verlorener Liebe jaulen?
Aber nein, das lasse ich so nicht stehen. Zwar habe ich nie verstanden, weshalb Amy Lee zeitweise in der Szene so groß war – denn diese Frau ist nicht die außergewöhnliche Sängerin, als die sie immer gefeiert wird. Wirklich gar nicht. Live-Aufnahmen von Evanescence sind in meinen Ohren tatsächlich ein einziger Alptraum. Die Wahrheit ist: Sie wird gefeiert, weil sie fast die EINZIGE Sängerin in dieser Sparte ist!
Und trotzdem… ihre Interpretation von Danny Elfmans wundervoller Arbeit für diesen „Nightmare before Christmas“-Song ist grandios. Tatsächlich sogar deutlich besser als das Original, das ich im Film neben nur einen einzigen weiteren Song nicht mochte. Und er war der perfekte Soundtrack für mich in einer Phase, in der ich sehr, sehr unglücklich verliebt war.
Kitschig? Vielleicht. Aber auch so, so bitter.

7. Linkin Park – Breaking the Habit

I’ll never fight again
And this is how it ends

In einer extrem schlimmen Phase, die auch nicht besser wurde dadurch, dass Youtube noch nicht existierte, war ich völlig geflasht von dem Song nebst dem unglaublich genialen Video. In den antiken Prä-Internet-Zeiten bestand nun die einzige Lösung darin, nächtelang zwischen Viva und MTV hin und her zu zappen, um vielleicht! zufälligerweise! mit ganz viel Glück! diesen Song zu erwischen.
Es ist also nicht übertrieben zu sagen, dass ich für dieses Lied wirklich gelitten habe. Aber es war es wert.

8. The Offspring – Lightning Rod

Locked up forever inside
I look to the stars and ask why

KEIN MIXTAPE OHNE THE OFFSPRING!!! (Das ist ein Versprechen, von dem ich jetzt schon weiß, dass ich es nicht halten kann, auch wenn ich mich bemühen werde.)
Ich kenne alles von The Offspring und auch, wenn es sehr falsch ist, dass viele mit dieser Band nur „Pretty Fly (for a white guy)“ verbinden, ist DIESES Lied wirklich ziemlich untypisch. Aber WENN sie depressiv werden, dann richtig – daran ändert auch das wilde Rumgekloppe auf den Drums nichts.
Im Gegenteil. Wer die tiefe Traurigkeit in diesem Lied nicht erkennt, nur weil es nicht ruhig ist, ist vermutlich schon tot.

9. Ignite – Sunday bloody Sunday

How long, how long must we sing this song?

Noch eine Einladung zum Pogen, noch eine Coverversion. Nicht, dass ich das U2-Original nicht mag, aber Ignite haben nicht nur die Geschwindigkeit dieses Klassikers praktisch verzehnfacht, sondern ordnungsgemäß für die Metal-Massen aufbereitet.
Thema ist, wie vielleicht schon bekannt, der „Bloody Sunday“, an dem unbewaffnete irische Demonstranten von britischen Soldaten abgeschlachtet wurden, was den Nordirlandkonflikt nochmal befeuerte. Wie könnte ein Song über einen so rundherum unnötigen, da vermeidbaren Konflikt nicht runterziehen?

10. Avenged Sevenfold – Danger Line

Now I found myself in my own blood
the damage done is far beyond repair

Es hat lange gedauert, bis ich kapiert hatte, wie rundherum großartig Avenged Sevenfold eigentlich ist und ich glaube, das fing mit diesem Lied an. Zuerst hatte ich nicht richtig zugehört und ging davon aus, dass es darin um Selbstmord geht, weshalb es mich besonders angesprochen hat. Dann habe ich aber DOCH richtig hingehört und stellte leicht ernüchtert fest, dass es hierbei um einen Soldaten geht, der erschossen wird. Meh.
Und bevor mir jetzt achttausend wütendende Antifems aufs Dach steigen, die niemals selbst in einem Krieg gekämpft haben, aber hier weibliche Privilegien wittern, spare ich mir weitere Kommentare zu dem Thema. Dazu ist der Song zu großartig, egal worum es geht.

11. Jimmy Eat World – Bleed American

I’m not alone cause the TV’s on, yeah
I’m not crazy cause I take the right pills
everyday

Ich glaube, von allen Songs in dieser Playlist kenne ich dieses Lied hier am längsten. Mich hat nie interessiert, was er eigentlich bedeutet – schon die ersten Zeilen geben ja das Thema vor. In wenigen Worten so ein deprimierendes Szenario entwerfen… das ist wirklich grandios.

12. Nirvana – Heart-Shaped Box

She eyes me like a Pisces when I am weak
I’ve been locked inside your heart-shaped box for weeks

Wie könnte man mit meinem musikalischen Hintergrund einen Depressive Mix machen OHNE Nirvana?
Im Prinzip würde hier fast jeder Nirvana-Song passen, aber Heart-Shaped Box ist nicht nur einer meiner Lieblingssongs von ihnen, sondern liefert eines der besten Musikvideos aller Zeiten gleich mit. Das surreale Setting ist toll, aber Kurt Cobain getaucht in diese grellen Farben zu sehen hat mich in meiner Nirvana-Fangirl-Phase unglaublich berührt.
Thema ist angeblich ein krebskrankes Kind, was allerdings bei Nirvana immer etwas schwierig zu sagen ist, weil Kurt bei vielen Songs bewusst keine wirkliche Anhaltspunkte für eine sinnvolle Interpretation hinterlassen hat. Überhaupt waren für ihn Texte gar nicht mal so wichtig (was recht seltsam ist bei einem Songschreiber).
Egal. Ich höre das Lied, sehe Kurts im Video so unglaublich blauen Augen vor mir, die leicht psychopathisch blitzen, und fühle tiefe Melancholie. Was will man mehr.

13. Placebo – Song to say Goodbye

You lying, trying waste of space…

Placebo ist so ein Fall, ganz ähnlich wie Staind. Irgendwie tut diese Musik tief in der Seele weh, auch wenn sie ganz anders ist als das Zeug, das Staind fabriziert. Es ist ruhiger, effektreicher und irgendwie auch künstlerischer, dabei aber nicht besser oder schlechter. Einfach anders – mit dem selben Effekt. Sprich: Auch ein Placebo-Album ist praktisch ein einziger Aufruf zum Massenselbstmord – aber die Methode wäre sicher eher zelebrierend als zerstörerisch.
Macht das irgendeinen Sinn? Egal. Hört euch einfach das Lied an.

14. Five Finger Death Punch – The Bleeding

Well, I’m so ugly
You’re better off without me
and I’m better off without…

Das sind so Lieder, bei denen ich kaum glauben kann, dass es trotzdem nur Liebesgesülze ist. Es klingt wesentlich zu krass dafür und das ist einfach nichts, was ich bei dem Thema richtig nachvollziehen kann.
Trotzdem… diese Musik, so wunderschön dunkel, diese Stimme, so fantastisch gegröhlt.

15. System of A Down – Lonely Day

Such a lonely day
And it’s mine
It’s a day that I am glad I survived.

Ein Lied, bei dem ich die Arme um mich legen und mich, blicklos vor mich hinstarrend, in eine dunkle Ecke setzen will. So voll klischeemäßig. System of A Down sind eigentlich nie verkehrt!

16. Metallica – The Unforgiven

The old man then prepares
To die regretfully
That old man here is me

Mein Patenonkel starb mit Mitte Vierzig an Krebs. Er war ein großer Metallica-Fan – etwas, worüber ich mich nie wirklich mit ihm unterhalten habe. Überhaupt hatten wir, seitdem ich erwachsen bin, viel zu wenig Kontakt. Er wusste nicht, wer ich bin und ich weiß nicht, wer er wirklich war. Das einzige, was ich ihm widmen konnte, war dieses Lied, als er starb – wenigstens wusste ich, dass ihm DAS gefallen hätte.
Für alles andere ist es zu spät. Und das werde ich mir nie verzeihen.

17. Rise Against – Hero of War

We beat him with guns
and batons, not just once
but again and again

Ok… fast schon seicht und ausgelutscht. Ein Lied, das sogar meinem Stiefvater gefällt, der eine komplette Kuschelrock-Kollektion sein eigen nennt und meine gesamte Jugend lang sprichwörtlich nur mit Ohrschützern an meiner Zimmertür vorbei gerannt ist.
Und trotzdem – es ist Rise Against. Etwas sehr unsubtil auf die Tränendrüse gedrückt, aber wenn man sich versucht, im Gedächtnis zu halten, wie dieses Lied beim ersten Mal berühren konnte, geht’s eigentlich.

18. Soul Asylum – Runaway Train

Like the madman laughing at the rain
Little out of touch, little insane…

Definitiv der größte Evergreen in dieser Liste, ein echtes One-Hit-Wonder vor dem Herrn, aber die wenigsten dürften die Story dahinter kennen. Im dazu gehörigen Musikvideo wurden Vermisstenanzeigen von echten Vermissten geschaltet und gerüchteweise sollen nach dem Erfolg dieses Songs und des Videos tatsächlich einige davon wieder aufgetaucht sein.
Was mit dem Rest ist? Das wird man vielleicht nie herausfinden. Wollen wir hoffen, dass die wirklich alle nur weggelaufen sind. Aber ich gehe ehrlich gesagt nicht davon aus. Was unglaublich schrecklich ist, wenn man zu lange drüber nachdenkt.
Ja, es ist Pop, aber so deep, wie Pop nur sein kann.

19. Manic Street Preachers – If you tolerate this

Ne-he-he-he-hext
will be next…

Ehrlich gesagt verstehe ich nicht ganz, worum es in dem Lied geht. Hört man nur den Refrain, fällt einem alles mögliche dazu ein, aber der Rest ist irgendwie ziemlich undurchsichtig. Anhören tut es sich aber sehr, sehr traurig und mehr verlange ich in dieser Liste ja auch nicht.

20. Michael Andrews – Mad World

The dreams in which I’m dying
are the best I’ve ever had

Uuuund hier haben wir es. Das Finale. Der Depressive Overload!
Jedes Lied in dieser Liste, egal wie sehr es mich anfänglich runter gezogen hat, konnte ich mir mittlerweile irgendwie schönhören. Sprich, ich kann sie ertragen, ohne mich umbringen zu wollen. DAS hier dagegen nicht. Vielleicht werde ich das nie können. Vielleicht ist das auch gar nicht wichtig. Dieser Song ist ein rabenschwarzes Loch, das sämtliche guten Gefühle aufsaugt und nur Agonie hinterlässt. Das macht ihn zum ungekrönten König dieser Liste und zum einzigen Lied, das wirklich das Potential hat, meine Kundschaft zu vergraulen, wenn ich keinen Bock mehr auf sie habe.
Leider habe ich danach auch keinen Bock mehr auf irgendwas. Am allerwenigsten auf das Leben. Wenn ihr also wissen wollt, wie es sich anfühlt, in einer Depression zu stecken… dieses Lied gibt einen ziemlich guten Eindruck davon!


Damit bin ich buchstäblich am Ende! Für alle, die sich noch nicht voll Grauen abgewandt haben, hier nochmal alle Songs in einer Youtube-Playlist, die ihr euch nun in der richtigen Reihenfolge antun könnt, wenn ihr mögt:

Das ging nur, weil tatsächlich jedes Lied bei Youtube auffindbar war, ich kann also nicht versprechen, dass ich das jedes Mal liefern kann. Über Meldungen von Deadlinks wäre ich sehr dankbar!

Welche Songs würdet ihr auf einen Depressive Mix packen?

16 Gedanken zu “Montags-Mixtape 1: Depressive Mix

  1. Depressive Mix – here we go:

    Zeraphine – Sterne sehen:

    Diorama – Bring me Flowers

    Eigentlich könnten hier ganz viele Lieder von Diorama und Zeraphine stehen, vor allem letztere Band kann ich mir nur ganz dosiert anhören. Die treffen zielsicher die düsteren, depressiven Punkte…

  2. Krasse Liste. Da ich nicht wirklich ein Metal-Freak bin, kenne ich nur ein paar Titel davon. Aber egal.

    Mein persönlicher Favorit: Unendlich von Oomph! (das Ausrufezeichen ist nicht von mir, gehört zum Bandnamen ^^). Ich weiß, du magst die Band nicht, ich aber dafür umso mehr.😉

    http://songs.to/#!pl=31fff8313a4833563595b9abad9c1b92b3f421f5
    (langes Intro von ca 1,5 Minuten)

    „Und deine Freunde sagten alle nur, „ich hätt‘ ihm doch geholfen, hätte ich’s nur gewußt“

    Für mich ein Gänsehautgarant. Gibt nur leider keinen Clip dazu.

  3. Auf meinen depressiven Mix kommen:
    1. Samsas Traum – Angst
    2. GODFLESH – Gift from Heaven
    3. The Exies – Ugly
    4. Wolfsheim – Kein Zurück
    5. Tears for Fears – Mad World
    6. In Flames – Take this Life
    7. Radiohead – Street Spirit
    8. Sia – Chandelier
    9. The Offspring – Dirty Magic
    10. Apocalyptica – Fade to Black
    11. Dornenreich – Wer hat Angst vor Einsamkeit
    12. Mudvyane – Forget to Remember
    13. Wizo – Quadrat im Kreis
    14. Samsas Traum – Das Lächeln eines Toten
    15. Tristania – Shadowman
    16. Clint Mansell – Lux Aeterna
    17. My Chemical Romance – Cemetary Drive
    18. Gotye – Heart’s a Mess
    19. Rooney – Sleep Song
    20. Anne Hathaway (Les Mis) – I Dreamed a Dream
    21. Machine Head – We Sail into the Black
    22. Queen – Who Wants to Live Forever?
    [und einige von deiner Liste]

  4. Puh, das passt zu meiner momentanen Stimmung wirklich wie die sprichwörtliche Faust auf’s Auge😛. Vielleicht sollte ich anfangen, gegenzusteuern😛. Aber da sind wirklich hervorragende Lieder dabei. Vor allem Tragedy Insane hat mich gerade fast vom Stuhl gerissen.
    Für mich würden in einen Depressive Mix noch
    The Unholy von Slash feat. Myles Kennedy and The Conspirators
    Blackbird und The Uninvited von Alter Bridge
    All these Things I Hate von Bullet for my Valentine
    und Down with the Sickness von Disturbed (ist tatsächlich eines meiner meistgehörten Lieder, wenn ich mich so richtig scheiße fühle…)
    gehören.
    Und im Grunde alles von Breaking Benjamin. Da ist das Lied dann auch schon fast egal, da passt so ziemlich alles, außer „Ladybug“ vielleicht😛.

  5. So, alle Tracks zusammen geworfen in Spotify, sofern verfügbar, und die Tage mal in Ruhe hören.
    Ein paar kommen mir sehr bekannt vor und passen für mich sehr, sehr gut in diesen Mix, insbesondere Sunday Bloody Sunday und Mad World sind geradezu perfekt.
    Ich ergänze mal die ersten beiden Lieder, die mir in den Sinn kommen bei dem Thema – Colorblind von Counting Crows, und der andere… der mir grad ums Verrecken nicht einfällt.
    Wer den Mix für Spotify haben möchte (2-3 Songs fehlen, weil nicht verfügbar), use this:

    Playlist existiert ggf. nicht ewig (unmodifiziert), daher im Zweifelsfall kopieren😉

    Feedback folgt noch – hoffentlich😀

  6. Als mein Depressiver Mix besteht überwiegend aus Doom Metal (vorzugsweise sogar das Subsub Genre Funeral Doom), aber auch anderen Genres:
    Skepticism – The Everdarkgreen:

    Thergothon – Elemental:

    Evoken – Antithesis Of Light:

    Bohren & Der Club Of Gore – Ganz leise kommt die Nacht

    Until Death Overtakes Me – Missing

    Scythelence – Transparent Eyelids

    Atrium Carceri – A Place to Call Home

    Inverloch – Shadows Of The Flame

    Ahab – Nickerson’s Theme

    Ist ziemlich düster, aber genau mein Geschmack und ich finde darin viel Ruhe wenn es mir schlecht geht.

  7. Schöne Liste. „Mad World“ und „Runaway Train“ wären auf meinem Mixtape zu dem Thema auch drauf.

    Ergänzen würde ich noch:
    Nine Inch Nails – Hurt
    Nine Inch Nails – Everyday is exactly the same
    Evanescence – Lithium
    Und, wenn auch weniger rockig: Goo Goo Dolls: Iris

  8. Schwere Kost ….
    Die ganze Playlist habe ich mir jetzt auf 2 Tage verteilt angehört. Am Stück zieht die dich wirklich runter.

    Einer, der imho noch gut dazupasst:

    vor allem mit dem Wissen um den Hintergrund …

    Aaaaaber, ich freu mich auf die nächsten Listen, ich glaub, ich kann noch einiges Neues entdecken.🙂

    • Das Lied habe ich nicht mehr gehört seit ich 16 war und ich habe es GELIEBT. Ich habe völlig vergessen, dass es existiert. Das Flasht mich gerade etwas, weil ich jetzt Musikfetzten im Kopf rumschweben habe, ohne das Video angeklickt zu haben. (Was ich gleich tue)

      • Na toll, jetzt fühl ich mich gruselig und traurig. Also müsste das Lied auf auf meinen Mix.
        Dazu käme auf jeden Fall I watched the Temple fall von The Shondes: https://www.song365.co/track/the-shondes-i-watched-the-temple-fall-3108734.html

        „We live like we’re always afflicted (I watched the temple fall)
        But I’m not, I’m sick (I watched the temple fall)
        From the blood all over our hands (The borders of my heart)
        How the land soaks it in (Release and come apart)
        So the desert can finally bloom with this colonial hate
        No heart, no heart could really beat love for this state
        (The state is not my temple)“

        Vielleicht schaffe ich es ja, ein ganzes Tape zu machen?

  9. Aaaawwwweee, du hast an mich gedacht. Ich packe es auch auf meine To-Do-List einen Depressionsmix zu machen. Bisher kann ich dir nur den Heulmix anbieten:
    https://friedlvongrimm.wordpress.com/2014/07/04/mixtape-heulmix/

    Zu den Songs:
    „Noots“ setzt sich echt verdammt ins Hirn. Interessanterweise macht es mich eher beschwingt, weniger deprimiert.
    „The Kill“ konnte ich echt nicht mehr hören, weil das echt überall lief. Da präferiere ich lieber „Attack“.
    Ich hatte ja damals zu „American Idiot“ eine fette Green-Day-Phase. Von daher sei dir der Mainstreamanteil verziehen. Ich mag den Mash Up mit Wonderwall bis heute aber irgendwie lieber: https://www.youtube.com/watch?v=Alp4q6lNCnk
    Ich war auch unglaublich fasziniert von dem Video von „Breaking The Habit“. Wir sollten eine Selbsthilfegruppe aufmachen für MTV/Viiva-Geschädigte, die doch einfach nur ein bestimmtes Video sehen wollten.
    Note To Self: Mehr Offspring hören.
    Ich schaffe auch kaum/kein Mixtape ohne Mike Patton, Nine Inch Nails oder Depeche Mode. *lach*
    Note To Self: Viiiiiiel mehr Jimmy Eat World hören.
    Bei Placebo muss ich zustimmen. Ich meine, die erste Zeile reicht schon vollkommen aus, um vollkommen am Boden zu sein. So schade, dass sie live so enttäuschend waren. Seitdem kann ich sie nicht mehr wirklich hören.
    Ahaha, Five Finger Death Punch…*lach* Muss noch einen Festivalbericht abtippen. Da kommen die Fans dieser Band nicht gut weg. Erwarte Ohrfeigen oder so. Das Video bestätigt aber auch den Eindruck den sie beim Grüne Hölle Rock hinterließen.^^‘ Kann ich nicht ernst nehmen. Sorry.
    Das mit deinem Patenonkel tut mir Leid. Es ist immer sehr belastend, wenn man sich eingesteht, nicht genug Zeit miteinander verbracht zu haben etc. Ich beneide meine ganzen Freunde, weil ich irgendwie die einzige bin, die keine Oma (friedlich eingeschlafen) und keinen Opa (vor eine Bahn geworfen) mehr hat und immer eine Krise bekomme, wenn ich merke, wie egal den meisten ihre Großeltern sind. Naja, kann man nicht ändern.
    Den Clip zu „Runaway Train“ fand ich immer soooooooo traurig.
    Interessant, ich hätte von den Manic Street Preachers etwas vollkommen anderes gewählt.
    Und „Mad World“ finde ich in der Originalversion viel viel härter, weil es so grotesk poppig und schnell ist.

  10. Pingback: Montags-Mixtape 2: Best of “The Offspring” | robins urban life stories

  11. Ok, das ist eine Herausforderung, der ich auf lange Sicht einfach nicht widerstehen kann, und glaube mir, ich habe es versucht. Deswegen jetzt mal mein Mix:

    Nachdem ich sie das komplette 21. Jahrhundert über ignoriert habe (wow, was für eine Formulierung!) habe ich kürzlich meine Schwäche für Pearl Jam wiederentdeckt. Von denen könnte ich problemlos einen eigenen Depri-Mix zusammenstellen, da ich aber möglichst wenige langsame Lieder benutzen möchte ist das hier wohl die erste Wahl:

    Wenn’s um Depri geht ist bei mir The Cure nicht fern, immerhin ist das die Band, die mal eine Tournee abgebrochen hat, weil sie von ihrer eigenen Musik zu sehr runtergezogen wurde.
    Die insgesamt depressivste Platte ist mMn die Pornography, und daraus sticht noch ganz besonders das folgende Stück heraus:

    Als Hüsker Dü seinerzeit ihre Candy Apple Grey herausbrachten war man sich schnell einig, daß diese Platte ohne weiteres mit The Cure mithalten kann. Hier eines der fröhlicheren Lieder:

    Die Frage, ob dieses Stück von Monster Magnet nun depressiv oder eher spacig ist bietet Stoff für schier endlose Diskussionen, für mich steht allerdings fest, daß es einfach prima in diesen Mix paßt:

    Und wo wir schon „in Space“ sind, wenden wir uns doch gleich mal *den* Space Rockern überhaupt zu – ich meine natürlich Pink Floyd. Welcome to the Machine ist sicherlich nicht ihr depressivster Moment, allerdings ist es für mich einer ihrer unsterblichsten Titel, und so manchen melancholischen Moment hat es mir in meinem Leben auch immerhin versüßt:

    Zeit für etwas Metal, Zeit für Paradise Lost. Live haben die mich zwar nie überzeugt, die Icon war aber ein Knaller. Und das hier ist ein toller downer:

    „I don’t know about a century of live when the love of generations dies!“ Ha, na eben!

    Ok, es werde fröhlichere Musik. Der Text ist aber auch schon deprimierend genug – Skyclad mit Land of the Rising Slum:

    Weniger depressiv, mehr melancholisch, die Levellers mit ihrem Folk-Rock-Punk-Klassiker Men-An-Tol:

    Von der Stimmung her paßt da mMn ziemlich gut New Model Army mit Green and Grey. Das Lied handelt übrigens von mir.^^

    So, mal wieder was mit etwas mehr Wumms. Klar ist es cooler, die Scorpions für Scheixe zu halten, ich will aber nicht cool sein, also drauf gepfiffen. Folglich, China White:

    Von diesem Stück hätte ich am liebsten die Version vom ’97er Bizarre-Festival gepostet, leider gibt’s die nur in total grottiger Soundqualität. Also sind Dinosaur Jr im Studio Alone:

    Jetzt mal ’n bißchen was moderneres: Portugal. The Man. mit Waiter.

    Und um mal wieder auf Pink Floyd zurück zu kommen, etwas The Mars Volta. Ein Lied das The Widow heißt kann ja nur deprimieren.

    Und auch wenn das Video ein Happy End hat – Silversun Pickups Lazy Eye zieht mich ganz dezent runter:

    Kurz vor Schluß noch die Fences mit dem vermutlich autobiographischen Same Tatoos

    Zum Ausstieg dann nochmal ’ne olle Kamelle, Sugar mit Explode and Make up:

    So, keine Tussi, die über verschmähte Liebe klagt, dafür das eine oder andere Lied, das zumindest mein Herz krallt und bis zum weißbluten ausquetscht, ich hab jetzt erstmal genug.

    Viel Spaß noch auf dem Camino!

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