Montagsliste 1: Meine 5 schönsten Gaming-Erinnerungen

Willkommen zum zweiten Teil meiner Montagskolumne, in der nun jeden 2. Montag des Monats eine Liste zu allem möglichen Scheiß erscheint! Und fangen wir doch einfach mal mit etwas an, was die meisten Leute tatsächlich für gigantischen Scheißdreck halten: Videospiele!

Warum aus allen Themen, die sich hier so bieten, ausgerechnet dieses Thema als erstes? Tja… ich habe wirklich keine Ahnung. Irgendwie schien es eine gute Idee zu sein, da ich einige der folgenden Erlebnisse tatsächlich so großartig fand, dass ich ohnehin mal drüber schreiben wollte. Also warum nicht in einer schicken Liste?

Damit ohne weitere Vorrede zu meinen 5 schönsten Gaming-Erinnerungen, geordnet wie Charts von toll bis am tollsten!

Nummer 5: Der Sieg in Super Mario Land 2

System: Gameboy

Welches Kind der Neunziger besaß keinen Gameboy? (Ein bedauernswertes Kind natürlich.)
Da ich nie einen Nintendo hatte, waren das Spiel sowie sein Vorgänger nicht nur meine einzigen Berührungspunkte mit dem sympathischen Klempner, sondern auch mein allererstes Jump’n’Run überhaupt (denn den ersten Teil bekam ich erst später). Davor besaß ich nur Tetris, das natürlich cool war, aber eine Geschichte zu spielen und eine ganze Welt zu retten, das ist schon ne ganz andere Marke!
Nächtelang knabberte ich damals am Ende dieses Spiels. Versteckt unter meiner Bettdecke nur mit einer Taschenlampe bewaffnet wollte ich dieses Spiel unbedingt knacken. Ich hatte unzählige Geheimlevel entdeckt und natürlich alle Münzen gewonnen, aber die Eroberung des Schlosses stand noch aus. Im Rückblick ist der Endkampf mit Wario echt lahm gewesen, aber durch dieses blöde Schloss zu kommen war für mich als Neunjährige gar nicht mal so einfach!
Und natürlich ging es um die Ehre. „Wenn du am Anfang Select drückst, spielst du in leicht,“ belehrte mich eine Klassenkameradin damals. Aber ich WOLLTE es nicht im Easy Mode schaffen. Ich wollte es richtig machen!
Und eines Nachts war es dann soweit. Als die Endcredits rollten, fühlte ich mich wie eine absolute Gamerkönigin. Nicht, dass es den Ausdruck „Gamer“ damals schon gab oder ich je wirklich einer geworden bin. Aber dieses Erfolgserlebnis legte den Grundstein für künftige Daddelvergnügen und war einfach nur megaawesome, als ich am nächsten Tag damit in der Schule angeben konnte!

Nummer 4: Postal-2-Gemetzel

System: PC

Inzwischen doppelt so alt und gar nicht mehr so unschuldig, hatten sich meine Präferenzen etwas verschoben. Jump’n’Run, ok, das ist nett und Crash Bandicoot 3 wird ewig einen Platz in meinem Herzen haben, aber als desillusionierter Teenager mit Hass gegen die ganze Welt wollte ich TOD, ZERSTÖRUNG, CHAOS!
Was könnte da besser sein als eine Runde Postal 2. Dieses Spiel ist ein einziger großer Gewaltexzess und LACHT auch noch drüber. Egal, ob man auf das Grab seines Vaters pinkeln muss, Büchergegner niedermetzelt oder einfach nur Milch kaufen will: Jede einzelne Quest ist ein Ausflug in das Gehirn eines Wahnsinnigen. Politisch unkorrekter Splatter voll rabenschwarzem Humor, wie er für diese Phase meines Lebens passender nicht hätte sein können und so dermaßen bescheuert, dass ich selbst heute noch über die inzwischen ziemlich in die Jahre gekommene Graphik hinweg sehen und tierisch viel Spaß an diesem Spiel haben kann.
Counterstrike soll für jugendliche Gewaltausbrüche verantwortlich sein? Darüber haben wir damals nur gelacht. CS fand ich persönlich megalahm, der reinste Kindergarten dagegen. Und hat es mir geschadet? Nein. Mit meiner besten Freundin abends vor dem Computer zu hocken und unter lauten „MUHAHA!!!“ irgendwelchen Leuten im Spiel, die uns als Postal Dude überhaupt nichts gemacht haben, das Hirn wegzuballern, war einfach nur megafetzig und die reinste Katharsis. Sowieso bin ich ja der Meinung, dass Leute, die sich über gewalttätige Videospiele aufregen, einfach noch nie selbst eins gespielt haben. Dann wüssten die, dass es Spaß macht, ohne dass man es im echten Leben nachstellen will!
Später bekam ich dann noch das Add-On „Apocalypse Weekend“ von irgendwo her in einer halb englischen, halb serbischen (?!) Version, was dann nochmal ne Spur krasser war. Und ich liebte jede Sekunde davon! Darum gehört dieses außergewöhnliche Spielerlebnis in seiner Gesamtheit hier definitiv rein!
(So, und hier spare ich mir mal einen Link, weil sich irgendjemand davon hundertpro auf den Schlips getreten fühlen wird – aber auf Youtube gibt es massig Gameplay zu sehen 😀 )

Nummer 3: Vater-Tochter-Zeit mit Tomb Raider 3

System: Playstation

Es dürfte an meinem 14. Geburtstag gewesen sein, als die Bettelei endlich ein Ende hatte: Ich bekam meine eigene Konsole!! Und als erstes Spiel gab es, damals topaktuell, Tomb Raider 3 oben drauf.
Ehrlich gesagt verstehe ich im Nachhinein wirklich nicht, warum die alten TR-Teile so unglaublich beliebt waren. Irgendwie waren sie ziemlich lahm, hatten keine tolle Graphik und auch keine sonderlich spannende Story. Aber da gab es natürlich Lara Croft mit ihren Riesentitten… das wird’s wohl gewesen sein.
Will sagen: Das Spiel hat die Zeit meiner Meinung nach nicht sonderlich gut überstanden, weshalb es auch eines der letzten Spiele sein dürfte, bei dem ich das Bedürfnis habe, es neu zu zocken. Und trotzdem war es beim ersten Mal echt schön – was daran lag, dass mein Stiefvater, so sehr er sich auch gegen die Konsole gesperrt hatte, eifrig mit dabei war!
Fast täglich wartete ich ungeduldig darauf, dass er von der Arbeit kam, damit wir spielen konnten. Ich glaube, ich habe damals kaum je allein gespielt. Meistens steuerte ich die gute Lara, während er hochkonzentriert daneben saß und beim gemeinsamen Erkunden der Level schlaue Kommentare abgab. Er war von jedem noch so lahmen Schockeffekt begeistert, feierte das Knacken jedes Rätsels und sparte nicht mit Lob, wenn ich eine schwierige Stelle schaffte. Es war das letzte Mal, dass wir uns so richtig gut verstanden, bevor es in der Pubertät krass schwierig wurde, aber ich habe jede Minute unserer Daddy-Tochter-Zeit genossen.
Klingt das kitschig? Und wenn, ist mir das vielleicht egal? Was soll’s – das zeigt nur, dass einige der schönsten Erlebnisse nur dann so richtig toll sind, wenn man sie mit jemanden teilen kann!

Nummer 2: Der Kampf gegen die Omega Weapon (Final Fantasy 8)

System: Playstation

Mit 15 und 16 habe ich hunderte Spielstunden damit verbracht, das absolute Optimum aus diesem unglaublich genialen Spiel rauszuholen. Ich zog geduldig Zauber, schlug mich mit nervigen Morbols rum, lernte dieses dämliche Kartenspiel, obwohl mich die Random-Regel fast in den Wahnsinn trieb, und gewann tatsächlich ALLE möglichen Karten etc.pp. Und, natürlich, ich besiegte auch die Ultima Weapon.
Erst Jahre später erfuhr ich, dass es noch ein weiteres Megamonster gab – dessen Tage von da an gezählt waren!
Eines schönen Abends packte ich mein FF8 und meine Memory Card ein und begab mich zu meinem damals besten Kumpel, der mir davon erzählt hatte. Wir hatten rausgefunden, wo sich die Omega Weapon versteckte und wollten nicht eher ruhen, bis sie besiegt war!
Das war allerdings schon im Vorfeld gar nicht mal so einfach. Man musste in Artemisias Schloss eine Glocke schlagen, dann die Spieler wechseln, dann ein Tor durchqueren und stand dann erst vor der Omega Weapon – wenn sie einen denn angriff. Das wollte sie die ersten zehn Male irgendwie nie. Und griff in der kurzen Zeit, die einem dafür blieb, ein anderes Monster an, musste man das Ganze wieder von vorne versuchen. Unsere Nerven lagen also schon blank, noch bevor es überhaupt tatsächlich zum Kampf kam.
Aber dann war es soweit. Ich stand ihr leibhaftig gegenüber – der Omega Weapon. Womit der epischste Kampf meiner gesamten Gaming-Karriere begann!!
Das Vieh war… ultrakrass! Mein Puls dürfte die ganze Zeit über bei gesunden 200 Schlägen die Minute gelegen haben. Während ich mich voll reinhing, krallte mein BF neben mir die Fingernägel in seine Wangen und schrie Anweisungen, die ich nicht brauchte. „Heilen! Aura! Heldentrank! Heilen! Aura! Heilen! HEILEN!!!“
Aber es war zu spät: Meine gesamte Party war tot. Enttäuscht schmiss ich den Controller hin, nur um die schönsten Worte zu lesen, die jemals auf einen Fernsehschirm erschienen sind: „Flamme des Lebens“! Phoenix war gekommen und rettete mich!!
Weiter ging es mit der nervenzerfetzenden Spannung, insgesamt gut eine halbe Stunde lang. Und letztendlich… polierte ich diesem Scheißvieh die Fresse!! Beim ersten Mal!!!
Ich bekam ein paar Items, die ich zu diesem Zeitpunkt eh nicht mehr brauchte, aber der berauschende Hauch des Sieges war mir Gewinn genug! Der perfekte Abschluss für ein perfektes Spiel, ein Spiel, das hoffentlich irgendwann mit moderner Graphik wieder aufgelegt wird, der absolute Burner!

Dieser Kampf war die Definition von episch! Was könnte besser sein als DAS?! Nun…!

Nummer 1: Chillen mit Skyrim

System: Playstation 3

Ich hatte meine Jugend mit meiner Playstation verschwendet verbracht, aber alle schöne Zeiten müssen wohl enden. Irgendwann kam die Playstation 2, die ich mir nicht leisten konnte. Aus dem Alter, in dem man sich sowas zu Weihnachten wünschen konnte, war ich auch raus. Ohne neue Spiele verstaubte meine Playsi langsam. Das tat weh.
Spiellose Jahre zogen ins Land, bis ich eines Tages endlich meine Berufung fand und neben der Uni mit dem Kellnern anfing. Gleichzeitig zog ich in meine erste WG… ausgestattet mit einer Playstation 3.
Es war eine nicht ganz einfache Zeit. Ich mochte meinen neuen Job und war froh über das Geld, aber die Arbeitszeiten waren ziemlich hart und ungewohnt. Kam ich nachts nach Hause, war ich müde, aber auch gleichzeitig zu überdreht zum Schlafen.
Es waren diese dunklen Stunden, bevor der neue Tag anbrach, in denen ich, ungestört von meinen Mitbewohnern, in den Sessel sank und nach dem Controller griff, der sich noch ganz genauso anfühlte wie damals, aber inzwischen mit einem wesentlich leistungsfähigeren Gerät verbunden war (und das KABELLOS). So startete ich Nacht für Nacht Skyrim und… entspannte mich. Die Quests und die Story waren was für den Tag, aber in der Nacht chillte ich einfach nur. Ich begann das Spiel und ließ alles an unnötigen Ballast in meinem Haus in Weißlauf zurück. Ich behielt nur meine Rüstung, ein paar Heiltränke, ein einhändiges Schwert, meinen Bogen und Pfeile. Leichtes Gepäck. Damit reiste ich an den Rand des bereits erforschten Gebiets, lief los… und jagte. Hirsche, Bären, Säbelzahntiger. Ich hatte heraus gefunden, dass man die Schmiede ganz leicht hochskillen kann, wenn man einfach immer nur Lederhelme herstellt. Dafür braucht man aber Leder und für Leder braucht man Felle. Somit verband ich das Angenehme mit dem Nützlichen. Nebenbei verbesserte ich ganz selbstverständlich meine Bogen- und Schleichskills.
Ich durchstreifte lichte Mischwälder, überquerte Eisfelder, suchte mir meinen Weg durch unwegsames Gebirge. Fand ich ein neues Gebäude, lief ich gerade so nahe hin, bis es auf der Karte erschien, und dann schnell wieder weg. Ich wollte keine Quest, keinen Kampf, keine Menschen oder andere Rassen treffen. Ich mied auch die Siedlungen. Lieber sah ich mir die flimmernden Nordlichter an und spürte nichts außer tiefer Ruhe. Nur ich, die Tiere und diese wunderschöne Graphik, von der das neunjährige Mädchen, das Mario durch verzauberte Schlösser gesteuert hatte, nicht mal zu träumen gewagt hätte. Manchmal killte ich einen Riesen, aber reden wir nicht drüber (eine Katze in Postal 2 als Schalldämpfer zu benutzen ist eine Sache, aber einen Riesen in Skyrim zu töten ist schon etwas bösartig).
So spielte ich oft, eine halbe Stunde, eine ganze, bis ich müde wurde oder vollgepackt war. Dann speicherte ich, ging ins Bett und schlief sofort ein.
Das Ganze verlor leider seinen Reiz, als ich auf diese Weise die Schmiede tatsächlich bis 100 hochskillen konnte. Danach wollte ich nicht mehr jagen gehen. Was sollte ich denn mit den ganzen Fellen machen? Und Tiere einfach so abballern, ohne dass ich irgendwas von ihnen brauchte, wollte ich nicht. Ich bin doch kein Engländer!
Damit war diese Phase dann auch irgendwann vorbei, aber ich denke gerne an diese ruhigen Nachtstunden zurück, die ich nur mit mir selbst und meinem Spiel verbrachte.

Ich kann nur hoffen, dass irgendwann nochmal ein Spiel entwickelt wird, das mich so zu faszinieren imstande ist. Was war euer schönstes Gaming-Erlebnis?

Gaming

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7 Gedanken zu “Montagsliste 1: Meine 5 schönsten Gaming-Erinnerungen

  1. Just Cause 2 war mein Postal/Skyrim-Ding. Die Hauptmissionen waren für mich Nebensache, was mir am meisten Spaß machte war das überfallen einer Militärbasis, dort alles zerstören nur um sich dann mit einem Jet vom Acker zu machen. Oder einfach eines der selteneren schnellen Autos stehlen um dann damit über die Autobahnen zu rasen.

  2. Iiih wie wiederlich. Das heißt „das Nintendo“ nicht „der“ und somit muss es lauten „Da ich nie ein Nintendo hatte“ nicht „einen Nintendo“! O_o bähbähbähbäh :p

    Es gibt wenige Dinge die mich so mit Freude erfüllen, wie anderer Leute Videospiel Kindheits erinnerungen zu hören. Danke dafür 😀 Meine komplette Kindheit hab ich damit verbracht gemeinsame Erinnerungen mit meinen Geschwistern zu sammeln und heutzutage sind Spiele bestens geeignet um gelegentlich – wenn auch nicht so stark wie früher – neue Erinnerungen zu schaffen.

    Erinnerung 1 – der Rush neuer Spiele:
    Ich war 3 oder so als mein 7 Jahre älterer Bruder sein NES erhalten hat und wir vier Kinder (meine beiden Schwester liegen zwischen uns) eine dreier Spielkasette mit Mario Bros., Tetris und einem lustigen Fußballspiel zur Verfügung hatten. Ich habe keine Erinnerung an den Ursprung, für mich waren Videospiele schon immer Bestandteil meines Lebens. Es gab sicherlich viele Einzelmomente mit diesen Spielen. Aber die intensivesten Erinnerungen habe ich immer daran, wenn von irgendwoher ein neues Spiel kam und ich mit den anderen vor der Glotze hing, um diese große bunte neue Welt zum ersten Mal zu erleben. Häufig waren die Spiele nur geliehen aber das Zocker-High war echt 😉

    Erinnerung 2 – Monkey Island spielen ohne lesen zu können:
    Parallel zum NES und später SNES hatten wir irgendwann einen Computer in der Wohnung. Und natürlich gab es dafür unendlich viele coole Spiele. Aus dieser frühen Zeit hab ich vor allem die Erinnerung, die Spiele oft nicht wirklich zu kapieren. Ich konnte durch Knöpfe drücken oder Maus klicken die Welt beeinflussen aber der Sinn und Unsinn musste mir regelmäßig erklärt werden. So kam es, dass ich auch liebend gerne anderen beim Spielen zugeguckt habe, um zu lernen was ich machen muss und später einfach zu kopieren. Monkey Island ist das perfekte Beispiel. Ein super hübsches Spiel das darauf basiert mit Wortbefehlen wie „gib“ oder „öffne“ verschiedene Gegenstände zu verwenden, die jedoch allesamt nur als Namen in einer Liste zu finden sind. Ich konnte nicht lesen, aber die 9 Befehle waren schnell gelernt und auch immer an der gleichen Stelle ime Menü. Die Gegenstandsliste war schwieriger. Da musste ich die Anfangsbuchstaben erkennen und die Wortlängen vergleichen. Der Rest war trial & error… Kinder haben ja genug Zeit 😉
    Die Lösung der Rätsel hab ich mir aber meistens abgeguckt oder andere gefragt ^^ Aber darum ging es mir damals nicht, ich wollte einfach weiter kommen im Spiel um zu sehen wie sich die Bilder bewegen 😀

    Erinnerung 3 (ein Vorwort) – SNES RPGS:
    Das SNES wird oft als die goldene Ära für RPG Spiele bezeichnet. Ein Spielekonzept das sich leicht umsetzen ließ und viel Spielraum für Neuerungen hatte, wurde zum massenhaften Genre. Nur ein Bruchteil davon erreichte Europa und nur wenige davon kamen in unsere Hände. Aber diejenigen die ich gespielt habe, waren allesamt der Hammer, Lufia, Chrono Trigger, Terranigma. Aber allen vorran:

    Erinnerung 3 – Secret of Mana mit meinen Schwester spielen:
    Das Spiel hatte anstelle des oft verwendeten Runden basierten Kampfsystems ein direktes. Man konnte sich frei bewegen und Monster die sich ebenso frei bewegen konnten musste man mit der eigenen Waffe treffen. Das war jetzt nicht neu, Zelda funktionierte zum Beispiel so. Aber in einem RPG kannte ich das nicht. Und darüber hinaus gab es drei Hauptcharaktere die parallel aktiv waren. Und drei Leute konnten diese gleichzeitig steuern. Alleine fand ich das Spiel irgendwie unschaffbar schwer. Aber mit meinen Schwestern wurde es möglich. Wir haben regelmäßig zusammen gesessen und Stück für Stück dieses Spiel erkundet. Währenddessen haben wir ein Rollenspiel daraus gemacht und Dialoge improvisiert die unsere Charaktere führen würden. Wir haben uns um gute Items gestritten und Kampfstrategien abgesprochen.
    Ich bin nie ein Fan von MMORPGS wie WoW geworden, dafür war ich sozial zu scheu. Aber ich begreife absolut was der Spaß daran ist, mit Leuten die man schlicht mag Abenteuer zu erleben gemeinsam zu spielen. Und heute noch sind RPGS der primäre Videospielkontaktpunkt zwischen mir und meinen Schwester.

    Erinnerung 3 (ein Nachwort) – Final Fantasy für die Playstation:
    Ich hab die Nintendo Final Fantasy Spiele nie gespielt. Wir hatten sie nicht und welche es wirklich in Deutschland gab weiß ich auch nicht. Mit dem Trailer für FF7 war ich jedoch absolut und Hals über Kopf verliebt in diese neuen Spiele. Nie zuvor hab ich etwas derartig hübsches gesehen und meiner Meinung nach sind diese Spiele die Fortsetzung meiner Liebe zu SNES RPGs. Das Problem war, wir hatten keine PS. Mein Bruder hat sich irgendwann von einem Kumpel eine geliehen mitsamt FF7 und wollte das zunächst vor uns geheim halten. Auf der Memory Card war nämlich nicht genug Platz für die Spielstände all seiner Geschwister. Aber kein Geheimnis bleibt lange geheim mit mir als wuseligem kleinem Bruder und so kam es, dass wir Geschwister gemeinsam eine Memory Card gekauft haben ohne eine Playstation wirklich zu besitzen, nur um dieses Spiel spielen zu können ^^
    Später haben wir tatsächlich eine Playstation bekommen. Woher die kam, weiß ich nicht, aber das ebnete den Weg für FF8 und FF9, die Anschaffung einer PS2 und somit auch FF10. Alles was danach kam hab ich nicht gespielt, dafür aber bei einem Kumpel gesehen. Großartig begeistert bin ich davon nicht. Mich interessiert jedoch das aktuell in der Entwicklung stehende FF15 und das für den PC bald erscheinende FF Type-0. Zumindes reinschaun muss ich mal 😉
    Oh und es gibt ja eine Ankündigung für ein FF7 Remake. Ich wünsche mir, dass das Spiel nicht zu sehr durch den Fleischwolf gedreht wird. Evlt. kommt dadurch auch ein FF8 und FF9 Remake in frage 😀 FF9 ist mein persönlicher Liebling :3

    Erinnerung 4 – Pokémon als Erwachsener wieder entdecken:
    Pokemon ist gigantisch. Und damit meine ich gerade den Umfang. Als Kiddie Ende der 90er hab ich die erste Generation für den Gameboy gespielt. (Gameboy fand ich übrigens meistens eher langweilig, insgesamt hab ich nur drei Spiele dafür in guter Erinnerung :p) Mit Schulfreunden die kleinen Viecher jagen, tauschen und sammeln war echt cool. Die zweite Generation hab ich auch noch probiert, da fielen dann aber schon viele Freunde weg, kaum jemand zum gemeinsam spielen. Und alleine fand ich es echt anstrengend motiviert zu bleiben. Generation 3 für den GBA hab ich nicht mehr probiert, ich kannte zu der Zeit auch niemanden der Pokemon mochte. Das Gleiche für Generation 4 und 5 auf dem DS. All die Jahre verstrichen und ich hatte kaum noch Interesse. Und dann kam Pokemon X und Y – Generation 6 für den 3DS. Ich hatte das Gerät nicht, war mir zu teuer und es gab zu wenige Spiele, die es interessant machten. Doch zu der Zeit hatte ich eine liebe Freundin recht frisch kennen gelernt. Sie war von einem ähnlichen Schlag wie ich und hatte viel Enthusiasmus für die gleichen Dinge wie ich. Auch sie hat das erste Pokemon Spiel als Kind gespielt und seither den Kontakt dazu verloren. Aber irgendwas reizte uns beide an dem neuen Spiel. Als sie meinte, dass sie einen 3DS besaß und überlegte Pokemon zu kaufen war ich dabei. Wenn ich mit nur einer anderen Person spielen kann war das ein Deal. 3DS besorgt, Spiele gekauft und los gings. Der absolute Traum. Ich könnte ins Schwärmen kommen, aber darum geht es nicht. Aus Zeitmangel kamen wir nicht zum Ende, und erneut alleine fand ich es weniger spannend. Aber ein paar Monate darauf entstand plötzlich ein Pokemon Hype im Netz. „Twitch Plays Pokemon“, abertausende Leute steuerten gleichzeitig ein einziges Pokemon Spiel der 1. Generation welches im Stream online zu sehen war und versuchten zum Ende zu gelangen. Und sie schafften es! Danach war das Ziel gesetzt, jedes Spiel zu schaffen, was sie auch tatsächlich über den Zeitraum eines halben Jahres geschafft haben. Das war die großartigste Community die ich je erlebt habe. Parallel hab ich all die alten Spiele, die ich damals nicht probiert hatte alleine durchgespielt. Es ging mir nicht darum, Pokemon zu fangen oder zu sammeln. Ich wollte das jeweilige Spiel nur beenden mit einem Team aus 6 mir ans Herz gewachsenen Pokemon. Und es war einfach ein gigantischer Spaß. 😀

    Erinnerung 5 – Metal Gear -FUCKING- Solid
    In meiner Kindheit hatte mein Bruder mal ein Spiel für die Playstation ausgeliehen. Es hieß Metal Gear Solid und war ein kniffeliges und spannendes Agentenspiel in dem man viel Schleichen aber auch schießen musste. Es gab wohl in Japan Vorgänger, aber hierzulande kannte die niemand. Das Ende war super schwer für mich, aber geschafft hab ich es bevor mein Bruder soweit kam. Die gesamte Atmosphäre und Ästhetik gefielen mir sehr und es gab scheinbar ein offenes Storyende. Jahre später hatte ich gefallen an der PS2 gefunden. Ich wollte das nächste FF darauf spielen und generell schien es wie eine vielversprechende Konsole. Aber der finale Tropfen war ein Bundle welches zu Weihnachten auf dem Markt kam. die PS2 zusammen mit MGS2. Zu dem Zeitpunkt war mir MGS nicht mehr im Sinn, aber der spontane Wiedererkennungsfaktor war stark und ich hatte einen Weihnachtswunsch. Mit MGS2 ging der Hype dann auch wirklich los. Die Story war absolut verrückt, die Charaktere abgefahren, das Gameplay solide (see what I did there :D) und erneut gab es ein offenes Ende. So absolut konfus wie die Story zu diesem Zeitpunkt war, brauchte ich DRINGEND Antworten auf all die offenen Fragen und war absolut versessen auf die Nachfolger. Die Geschichte wurde inzwischen im vierten Teil aufgeklärt und beendet. Doch es gibt immernoch neue Spiele in dieser Reihe, welche die Vorgeschichte eines Charakters klären, der Ausschlaggebend für den Ursprung dieser Reihe war. Meiner Meinung nach ist dieser zweite Handlungsstrang, welcher in der Verganhenheit spielt deulich stärker und spannender. Aber dies ist ihm im Grunde nur möglich, weil er so viel Relevanz für die Nostalgie der ersten Spiele hat. Nächsten Monat kommt MGS5 raus und ich bin gespannt wie nie zuvor. Dieses gigantische Jahrzehnte überspannende Werk hat mich seit meiner Kindheit begleitet und ich liebe es 🙂

    Das sind so einige Eckpfeiler meiner Videospiel-Karriere. Und ich bin überrascht, dass ich es geschafft habe, nicht über Zelda und Metroid zu schwärmen. Es gibt neben diesen beiden Reihen noch duzende andere Spiele an die ich einmalige Erinnerungen habe. Aber du hast ne Liste aus 5 also wollte ich auch bei 5 aufhören 😛 – wobei meine nicht sortiert sind, allerhöchstens chronologisch 😉

    Oh und Robin. Falls du es noch nicht kennst und interesse an coolen Videos zur Videospieldesign und -entwicklung hast, empfehle ich dir https://www.youtube.com/user/ExtraCreditz/videos
    Die machen jeden Mittwoch ein Video zu einem Design Aspekt in Videospielen (die grünen Videos) und ansonsten auch noch einiges anderes. Guck mal rein 😀

  3. Eine schöne Liste!

    Aber meine schönsten Gaming-Erinnerungen … oh je, ich fürchte, da kommt der Altersunterschied deutlich zu tragen. Meine ersten Gaming-Erfahrungen machte ich auf einem Schneider CPC, einem Commodore 64 und einer Atari 2600 Konsole. Besonders schön war es, wenn man bei den teilweise hammerharten Spielen endlich mal wieder weiter gekommen ist. Spielstand speichern? Bonusleben? Respawn-Punkte? Gab es damals nicht! Drei Leben und keines mehr. Und wenn die weg sind, muss man halt von ganz von vorn anfangen!

    Aber um etwas moderneres anszuführen: Mein All-Time-Favorit wird immer Half-Life 2 bleiben. Ego-Shooter hatte ich vorher schon viele gespielt, aber erstmals war da eine echte Integration in eine hervorragende Story. Nur das Ende von HL2 Episode Two, da könnte ich heute noch töten wenn ich daran denke, dass da keine Fortsetzung mehr kommen wird.

    Und, ach ja! Portal 1 und 2 sind schlichtweg genial! Ich liebe GlaDOS und ihre Spitzfindigkeiten. Und jetzt habe ich Appetit auf gelogenen Kuchen.

  4. Woah, „Six Golden Coins“! Das weckt Erinnerungen! Damals, als ich endlich genug Geld gespart hatte, um mir meinen ersten GameBoy, den Pocket, zu kaufen! Oh Mann, ich weiß gar nicht, wie oft ich das durchgezockt hab.
    Ansonsten war ich lange Jahre nintendoexclusiv unterwegs, und Mario und co. nehmen noch heute einen besonderen Platz im Gamerherz ein.

  5. Ach wie schön, ich verbinde mit dem Gaming auch soooo viele tolle Erinnerungen und kann mich da sehr gut in dich hinein versetzen. Schon alleine Wing Commander und Indiana Jones haben meine Kindheit geprägt, von Baldurs Gate will ich hier gar nicht erst anfangen *schwelg*

    LG Nemi

  6. Du glaubst Omega Weapon ist eine Leistung? Ich habe beim 1. mal spielen das ganze Drawsystem nicht verstanden und habe entsprechend das ganze Spiel GF Beschwörungen im Kampf benutzt bis zu Artemisias Schloss. 😀

    Übrigends war das mit den Kartenspiel vielleicht der Anfang von dreisten Aktionen die dafür sorgen das man nur mit Spieleberater alles bekommt? Einige Karten soll man nur von gewissen Leuten gewinnen können, wenn man vorher bestimmte Karten beim Spielen gegen sie verloren hat. Wie soll man im Normalfall von alleine darauf kommen? Das ist genauso wie bei Final Fantasy 12 mit den Kisten die man einfach so nicht öffnen soll, wenn man später die beste Waffe im Spiel bekommen möchte.

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