Montagsliste: 7 Filme, die ich hasse, obwohl sie jeder liebt

Ich habe letzte Woche schreckliches Ungemach auf mich gezogen. Ich posaunte etwas zu laut herum, meine Bildungslücken im Bereich Film schließen zu wollen, weshalb die Mitbewohner mich zwangen, „Star Wars“ mit ihnen anzusehen. Ich habe noch keinen einzigen der Filme ganz gesehen, also nahmen sie das zum Anlass und veranstalteten mit mir einen Marathon mit der Original-Trilogie, die beide lieben.

Danach mochten sie mich nicht mehr. Aber was soll ich dagegen machen. Ich fand die Filme einfach nicht so doll. Es wäre sicher anders, wenn ich sie schon als Kind gesehen hätte. Aber so?

Ich hätte bei dem Thema sogar mal ausnahmsweise die Fresse gehalten, weil ich aus purer Nerd-Solidarität wirklich keine Star-Wars-Fans beleidigen will. Aber man wollte mein Urteil ja unbedingt hören. Zurück bleiben zwei völlig fassungslose Mitbewohner und eine auch nicht sonderlich begeisterte Twitter-Followerschaft.

Da dachte ich mir: Ist der Ruf schon ruiniert, kann ich auch noch einen draufsetzen und eine kleine Liste zusammen stellen mit Filmen, von denen die Menschheit total begeistert ist… und die ich allesamt zum Kotzen finde. So eine Gelegenheit kriege ich vielleicht nie mehr!

(Als kleiner Trost für alle Star-Wars-Fans, die es bis hierher geschafft haben, möchte ich euch Hemators Blog ans Herz legen, falls ihr ihm nicht sowieso schon folgt. Der Junge kennt sein Franchise!)

7 Filme, die ich hasse, obwohl sie jeder liebt

Platz 7: Antichrist
Fangen wir mal locker an mit einem Film, den ganz sicher NICHT jeder liebt, der aber trotzdem auf diese Liste gehört, weil er eine Zeitlang von der selbsternannten kulturellen Elite gelobt worden ist, bis mir die Ohren bluteten. Denn dieser Film ist SCHEISSE. Er ist EKLIG, er ist PSEUDO, er ist LANGWEILIG. Und er ist ein Paradebeispiel für alles, was im Arthouse-Kino falsch läuft, denn nur, weil man eine völlig wirre Story in Schwarz-Weiß oder mit seltsamen Bildfiltern dreht und das Ganze mit italienischen Opernarien unterlegt, werden sinnlos widerliche Splatterszenen noch lange nicht zur Kunst!
Meine alten Mitbewohner waren ja ach so schockiert, dass ich den Film nicht total feierte. Die konnten ernsthaft nicht verstehen, was ich an diesem Machwerk schlecht finden konnte. Diese dämlichen Hipster mit ihren reichen Eltern! Einer erklärte mir bedeutungsschwanger, dass Lars von Trier während der Dreharbeiten an Depressionen litt (als wäre es nun meine Pflicht, diesen Müll nur deshalb gut finden zu müssen), während der andere über die Tiefsinnigkeit schwadronierte. Allein diese religiösen Bezüge mittels dieser Bibelgeschichte von den drei Bettlern…
Ich, die dumme Kulturverächterin aus dem katholischen Hinterland, musste ihm dann erklären, dass es eine solche Geschichte nicht gibt. Was nochmal auf ne ganz andere Art armselig ist. Wenn man in der Bibel keine Geschichte findet, die zu dem Müll passt, den man drehen will, sollte man vielleicht nicht einfach eine erfinden, nur um belesen zu wirken!
Dass man diesem Film dann auch noch unfassbaren Frauenhass vorwerfen kann, interessiert mich ehrlich gesagt schon gar nicht mehr, denn jede vertiefte Interpretation ist pure Zeitverschwendung und davon hatte man nach 100 endlos langen Filmminuten schon mehr als genug.
Antichrist – das Gegenteil von Kinovergnügen! Es ist mir egal, ob man mich wegen dieser Meinung für dämlich hält.

Platz 6: Ich – Einfach unverbesserlich
Dieser Film war lange Zeit in meinem Freundeskreis DER Animationsfilm, auf den alle total abgegangen sind. Weil er ja so WITZIG wäre.
Tatsächlich ist er das nicht. Klar, er hat seine Momente
its so fluffy
aber insgesamt war mir die Lacherdichte doch nicht groß genug. Ich kucke Animationsfilme ganz sicher nicht, weil ich sie für total tiefgründig halte, aber das ist wirklich der einzige, bei dem ich jemals so unangenehm daran erinnert wurde, dass ich eigentlich schon zu alt für diesen Scheiß bin.
Viele Animationsfilme funktionieren auf zwei Ebenen – für Erwachsene und Kinder. Dieser dagegen fand ich einfach NUR kindisch albern. Das geht mit der doofen Story los, setzt sich fort beim zuckrigen Design und endet bei den unterkomplexen Charakteren.
Alles in allem ein Film, den ich sicher nicht wirklich hasse, den ich aber einfach nicht noch mal sehen will, doch weil mir das niemand lassen wollte und ich seit Jahren von allen Seiten mit diesen blöden Minons traktiert werde, hasse ich ihn jetzt halt doch!

Platz 5: The Incredibles
Man sollte meinen, als Superheldenfan müsste ich „The Incredibles“ total feiern. Tatsächlich ist das mal ein Film, der ich regelrecht sauer gemacht hat. Lustigerweise stört mich hier das Gegenteil von dem, was mir bei „Ich – Einfach unverbesserlich“ auf den Sack geht. Es ist, als hätte Christopher Nolan (oh, zu dem kommen wir noch…) einen Pixar-Film gedreht. Ich halte mich bei gruseligen Dingen, die man Kindern zutraut, für relativ schmerzfrei (so bin ich wohl auch die letzte Verfechterin des „Struwwelpeters“ als Lektüre schon für Vorschulkinder), aber dies war wirklich der erste und einzige Animationsfilm, bei dem ich dachte „Mein Gott, sowas kann man doch nicht bringen“.
Besonders ist mir hier diese eine Szene im Gedächtnis geblieben, nachdem das Flugzeug mit der Familie auf dieser Insel abgestürzt ist. Die Mutter beschwört dann ihre völlig verängstigte Tochter, sich zusammen zu reißen, denn „Die wollen uns töten“ oder so, und das alles mit megacreepy Stimme. Das ist… einfach too much! Spannung, ok, Grusel, klar, aber irgendwie fehlt mir hier etwas, das diese Elemente für Kinder auf eine Weise umsetzt oder abfedert, die sie ertragen können.
Was ist außerdem die Message des Films? „Wenn alle was besonders sind, ist es keiner“? Ich meine… dafuq? Nachdem man sich jahrelang bemüht, seinen Kindern beizubringen, dass alle Menschen gleich viel wert sind, kommt dieser Film daher und sagt ihnen, dass manche halt doch einfach besser sind als andere? Ähm, was?
Darum nervt mich auch die Schlussszene. Ein Speedster, der ein Rennen gegen Menschen ohne Superkräfte läuft (und natürlich gewinnt). Das ist unanständig. Sowas tun Superhelden einfach nicht.

Platz 4: Avatar
Ein Film, der mich null interessiert hat, den ich mir dann aber doch noch im Kino ansah, weil er da schon als der erfolgreichste Film aller Zeiten gehandelt worden ist (Bildungslücke schließen und so). Was nur beweist, wie schnell sich aus Scheiße Gold machen lässt, wenn man nur ein paar hübsche CGI-Effekte draufsetzt und das Ganze in 3D dreht.
Ich bin absolut kein Freund von 3D. Sicher ist das manchmal ganz nett. Aber noch nie hat es mich so mitgerissen, dass es mir den Euro für die 3D-Brille wert gewesen wäre – vom normalen exorbitanten Aufschlag für 3D-Filme ganz zu schweigen.
Avatar ist aber nun ein Film, der komplett von diesen Effekten lebt und ohne sie NICHTS ist.
Weniger als nichts sogar. Es weiß ja inzwischen jeder, dass die Story von „Pocahontas“ geklaut ist. Sie ist aber noch dazu schlecht geklaut (und dazu latent rassistisch). Dieses Gelaber über die ganzheitliche Alienkultur ist selten dämlich und ekelhaft moralisierend. Zu keinem Zeitpunkt erweckt der Hauptcharakter Sympathien und der Bösewicht ist grundlos böse. Überhaupt hat man diesen Film wohl nur in 3D gedreht, um damit zu verschleiern, wie flach sämtliche Protagonisten sind.
Ja, manches sieht ganz hübsch aus, wenn man Computereffekte toller findet als echte Masken und Requisiten, in die irgendjemand mit handwerklichem Höchstgeschick stundenlange hingebungsvolle Arbeit gesteckt hat – aber das ist auch schon alles. Dieser Film ist wirklich an Banalität nicht zu überbieten und deshalb ist es eine furchtbare Schande, dass er in die Geschichte eingehen soll als erfolgreichster Film aller Zeiten!

Platz 3: Frozen
Uuuund noch ein Animationsfilm – und auch dieses Mal einer, der viele Superlative sein eigen nennen kann!
Aber warum? Warum?! Es ist mir wirklich völlig unbegreiflich, wieso „Frozen“ der erfolgreichste Animationsfilm und damit auch der erfolgreichste Disneyfilm aller Zeiten ist. Ernsthaft, erklärt es mir!
Das hat dieser Film in meinen Augen einfach nicht verdient. Der Story fehlt jedes ikonische Element, sie ist im schlechtesten Sinne nicht „klassisch“, was alles einfach verworren macht und so viele offene Fragen lässt wie z.B. die, woher Elsa eigentlich überhaupt ihre Kräfte hat. Auch hier nervt mich wieder das kindische Design (Olaf! Kotz!!!), aber im Gegensatz zu „Frozen“ hatte „Ich – einfach unverbesserlich“ wenigstens keinen Gesang. Der ist nun aber leider meist totally pointless (Olaf! Kotz!!!) und bietet außer bei „Let it go“, was einfach ein perfekt arrangierter Popsong ist, nur langweiliges Geträller, das weder die Story voran bringt, noch im Ohr bleibt.
Und es sind ZU VIELE SONGS!! Braucht man wirklich als Einstieg ein Lied über’s Eishauen? Überhaupt, wie kann man man davon ausgehen, dass auch nur 10% aller Kinobesucher (darunter mit Sicherheit kein einziges Kind) kapieren, was die da tun (nämlich auf die einzige Art Eis beschaffen, die es gab, bevor man Kühlschränke erfand)?
Und die Charaktere, ach, die Charaktere. Ein Bösewicht, der aus dem Nichts auftaucht, ohne dass es vorher auch nur einen einzigen Hinweis auf seine finsteren Absichten gibt, ein nerviger Hauptcharakter (Anna) und ein Comedy Sidekick, der Jar Jar Binks Konkurrenz machen könnte (Olaf! Kotz!!!), dazu Eltern, die sich einfach nur unfassbar dämlich dranstellen, was die ganze Story schon von ihrem Fundament an ins Wackeln bringt!
Alles wirklich überhaupt nicht toll – was zu verkraften wäre, gäbe es diesen meganervigen Hype nicht um einen Film, der zu keinem Zeitpunkt mehr als durchschnittlich ist! Was mich einfach wahnsinnig macht!

Platz 2: Inception
Ich kenne mehrere Leute, die mich lynchen würden, wenn sie meine wahre Meinung über „Inception“ kennen würden. Auch hier gab es einen krassen Hype, wie es überhaupt um jeden Film von Christopher Nolan einen Hype gibt. Aber leider krankt dieser Film an den selben Problemen, die man in jedem Nolan-Film bestaunen kann.
Erstmal: Ja, die Bilder sind teils ganz nett. Aber das ist auch schon alles. Wie in jedem Film schafft es Nolan, Banalitäten so zu verpacken, bis der unkritische Zuschauer total fasziniert und überzeugt davon ist, den tiefgründigsten Film des Jahres gesehen zu haben. „Es ist total komplex! Und cool!“
inception
Komplex? Das ist er nicht mal wirklich! Die Story ist nicht komplex, sondern von hinten bis vorne absurd und NATÜRLICH wirkt sowas kompliziert, wenn man es versucht zu kapieren, weil es da eigentlich nichts zu kapieren gibt!
Und cool? Ja, so cool, dass man fast erfriert. Mit dem Ergebnis, dass die Traumwelt, eines der größten Mysterien des Menschseins, zu einem sterilen Hightech-Gemetzel verkommt. Eine Technik, mit der man in die Träume anderer Menschen reisen kann… und wofür? Wirtschaftsspionage.
Wow. So deep wie eine Pfütze.
Ich nehme an, wenn man „Inception“ als den hirnlosen Actionfilm sieht, der er eigentlich ist, statt ihn zum mindfuckigsten Knallerkino seit „Matrix“ hochzustilisieren, kann er wirklich ein bisschen Spaß machen. Aber da er selbst hier nicht mal im Ansatz das bietet, was der Trailer verspricht und es mich einfach tierisch annervt, wie dieser Film gefeiert wird für einen philosophischen Tiefgang, den er nicht hat, ist er bei mir nicht einmal mehr für das gut!

Platz 1: The Dark Knight
Ja. Hier ist er. The Dark Knight. DER Film, der nicht nur eine Millarde Dollar eingespielt, sondern auch Heath Ledger einen Oscar gebracht hat und als bester Batmanfilm ever gilt.
Der Film, den ich so gerne mögen würde, aber einfach nicht mögen kann.
Es ist Nolan. Ich mag ihn nicht. Ich mag nicht sein Konzept der „Pseudowirklichkeit“, mit der er es schafft, alles, was an Batman cool ist, so lange durch seinen Realismusfilter zu jagen, bis es nur noch lahm und uncool ist. Ich mag sein Design nicht, das nicht nach Batman, sondern Bateman aussieht, dem Yuppie aus „American Psycho“. Und vor allem mag ich die Banalität nicht, in die er den Joker reißt, den verdammt noch mal größten Schurken aller Zeiten!
Der Joker ist ein irrer, mordender Psychopath, aber die einzige Art, mit der Nolan das darzustellen in der Lage ist besteht darin, ihn einen Haufen Geld verbrennen zu lassen. Und alle so „Gasp! Der ist ja VERRÜCKT!!!“

dark knight

Von WEGEN.


Während der Rest der Stadt völlig uninspiriert ihrem Idealismus frönt, wofür es nicht den geringsten Grund gibt. Aber das ist halt auch so ein Problem mit Nolan: Alle sind völlig over the top, im Guten wie im Schlechten, und da kann es halt sein, dass sich ein Bandenmitglied für „die Sache“ freudig opfert oder sämtliche Polizisten Gothams unbewaffnet gegen Panzer anrennen. Okay, das war beides in „The Dark Knight rises“, aber der hat die Linie aus dem vorherigen Teil halt auch nur konsequent auf die Spitze getrieben!
Das ist nicht der Batman, den ich sehen will. Batman ist ein Ninja mit krassen Ninjamoves, das Batmobil ist ein geiler Schlitten und kein Panzer, der Joker ist ein Dandy und keine schmatzende Schmalzlocke mit fettigen Haaren. Musik ist zur Untermalung der Story da und nicht ein endloses Dröhnen, das jede einzelne Szene dramatisiert! Hach, so könnte ich ewig weiter machen. Vielleicht sollte ich mir den Film nochmal ansehen und einen ganzen Beitrag drüber schreiben, denn meine Enttäuschung war nach dem Kinobesuch wirklich immens… bzw. auch nicht, denn nach „Batman Begins“ wusste ich ja schon, in welche Richtung es gehen würde. Darum und aus vielen anderen Gründen hasse ich diesen Film sehr hart!

Wenn ihr euch jetzt ärgert, dann wartet auf nächstes Mal, wenn ich euch Filme präsentiere, die ich liebe, obwohl sie jeder hasst. Dann könnt ihr euch da so richtig lustig über mich machen!