Wählt die PARTEI – alle anderen sind sehr schlecht!

Spät, aber nicht zu spät – dies ist mein Bekenntnis für die PARTEI, der ich in zwei Tagen meine Stimme geben werde.

Ich bin damit eines dieser privilegierten, amoralischen Wohlstandskinder ohne echte Probleme, im Kern verachtenswerter als die AfD. Oder vielleicht doch einfach nur eine prekär lebende intelligente Abgehängte, die nicht länger bereit ist, das kleinste Übel zu wählen?

Lange haderte ich – wie vermutlich die meisten aktuell – mit meiner Wahlentscheidung. Ich habe keine politische Heimat, bei der ich egal was auch passiert mein Kreuz mache, und das macht es nicht nur dieses Jahr sehr schwierig. Ich habe in den 13 Jahren, in denen ich wählen darf, meist grün gewählt, aber auch schon die SPD, die Piraten und einmal auch die Linken, als sie noch PDS hießen. Nur CDU und FDP waren für mich immer ein No-Go.

Am schlimmsten sind aber selbstverständlich die Faschos von der AfD. Nichtwählen war für mich noch nie eine Option, aber dieses Jahr habe ich es ernsthaft erwogen. Nur die AfD hielt mich davon ab. Irgendwas muss ich wählen. Nur: Was?

Letztendlich waren es diese unfassbare Arroganz und lächerlichen Schuldzuweisungen der letzten Wochen gegen die PARTEI und ihre Wähler, die meine Entscheidung fest machten. Vorher habe ich ihre Plakate und Aktionen gefeiert wie die meisten anderen auch, aber sie tatsächlich wählen wollte ich nicht, auch wenn der Gedanke ab und zu in meinem Kopf herum spukte.

Geht wählen! Nein, nicht so!

„Taktisch wählen“ ist das Schlagwort der Stunde, denn es reicht ja nicht, nicht die AfD zu wählen, sondern das RICHTIGE. Was das ist, wusste allerdings selbst Anna-Mareike Krause nicht, die mit ihrem kurzen Textchen auf Twitter über zweitausend Favs kassierte, dafür aber sicherlich mit keiner einzigen Person geredet hat, die sie darin so selbstgerecht charakterisiert.

Seitdem geht es Schlag auf Schlag, mit prominenter Unterstützung. Sogar Stefan Niggemeier verzichtet darauf, die unfassbaren Relativierungen und recherchefreien Behauptungen eines Martin Kaul in der TAZ auseinander zu nehmen und empfiehlt den Artikel lieber, denn es sind natürlich die 0,2% Wähler der PARTEI, die Sonntagabend Schuld sein werden am (vermutlich) zweistelligen Ergebnis der AfD und dagegen muss man ja was tun.

Den etablierten Parteien passt dieser (eingedenk ihrer Größe) maßlos überzogene Kreuzzug gegen die PARTEI durch vor allem linksorientierte Journalisten und selbsternannte Twitteraktivisten natürlich super in den Kram. Nebenbei hat man gleich auch allen anderen Wählern erklärt, die dieses Mal einer Kleinpartei ihre Stimme geben wollten, warum sie deswegen am Untergang der Menschheit Schuld sein werden, und direkt schon einen Schuldigen für die kommenden miserablen Wahlergebnisse gefunden.

Wie überaus angenehm! Jedenfalls deutlich bequemer, als sich selbst die Frage zu stellen, was man falsch macht, obwohl man doch vermeintlich zu den Guten gehört. Warum um alles in der Welt wird man trotzdem nicht gewählt?

Linke Identitätspolitik

Man hat ja als Wähler häufig das Gefühl, dass im Bundestag eigentlich überhaupt nicht gearbeitet wird. Umso überraschender kam vor einigen Monaten einfach so Leben in eine schon lange geführte Debatte: Nur um die Bundeskanzlerin vorzuführen, war es plötzlich möglich, innerhalb weniger Tage die „Ehe für Alle“ zur Abstimmung zu bringen.

Alle, auch ich, haben das Ergebnis gefeiert. Es freut mich für alle Schwulen und Lesben und auch für Deutschland insgesamt, weil es peinlich war, dass halb Europa dieses Gesetz schon hatte, wir aber nicht. Doch ich kann auch jeden verstehen, der nun mit hängenden Schultern vor dieser Schlagzeile steht und aus der letzten Reihe murmelt: „Und was ist mit mir?“

Anscheinend gibt es seit Jahren eine Mehrheit für linke Forderungen im Bundestag, nur hoppla, gemerkt hat es bis vor kurzem keiner. Ist es da ein Wunder, wenn jemand wie ich (40.000 Euro Studienkreditschulden, nie Bafög bekommen trotz alleinerziehender Arbeiter-Mutter, gegenwärtig mit 450-Euro-Mindestlohn-Job) sich tatsächlich abgehängt fühlt? Zusammen mit ganz vielen anderen in völlig anderen Lebenssituationen, für die auch überhaupt nichts getan wird?

Gleichzeitig nölen noch am Tag der erfolgreichen Abstimmung über die „Ehe für Alle“ Berliner Hipster ganz Twitter voll, weil ihnen das Ergebnis nicht weit genug geht. Denn was ist mit den vielen tausenden, ach, was sag ich – MILLIONEN Menschen in Deutschland, deren Geschlecht nicht männlich oder weiblich ist, den Leuten, die ihre polyamoren Beziehungen gerne auch legitimieren wollen, es aber nicht dürfen, und überhaupt, ist die Ehe nicht ein überkommenes Konstrukt, das genau wie der Kapitalismus abgeschafft gehört???

Es sind die selben immer unzufriedenen Verfechter einer akademisierten Identitätspolitik, die in jeder Hinsicht so kompromissbereit sind wie ein Backstein, aber jetzt plötzlich panisch die „Wahl des kleinsten Übels“ beschwören. Dabei wird genauso absolut und autoritär vorgegangen wie bereits seit Jahren und mit lächerlichen Seitenhieben gegen PARTEI-Wähler Stimmung gemacht. So ist ihr angebliches Geschlecht anscheinend immer eine Erwähnung wert, weil „männlich“ inzwischen in manchen Kreisen tatsächlich zum Schimpfwort verkommen ist.

Und weiter geht’s: „Eine Stimme für die PARTEI stärkt die AfD“, „Wer die PARTEI wählt, dem sind Flüchtlinge egal“ – vielleicht bald simpel verkürzt zu „Die PARTEI-Wähler sind Nazis“, wobei das vermutlich schon irgendeiner getwittert hat und ich hab’s nur nicht gesehen, weil ich von dutzenden radikallinken Accounts geblockt bin. Gründe dafür sind beispielsweise schockierende Aussagen wie die, dass Übergewicht ungesund ist.

Jeder Arbeiter, der einfach nur genug Geld verdienen will, um seine Familie zu ernähren, fasst sich da an den Kopf, aber so sieht linke Politik in den sozialen Netzwerken seit Jahren aus. In den Parteien ist es kaum besser. Radikal überzogene Forderungen meist ohne konkrete Pläne zur Umsetzung oder pure Untätigkeit, gleichzeitig das Kultivieren einer Geisteshaltung, bei der linke Kandidaten Filme mit sterbenden Deutschen suchen, obwohl sie für dieses dumme Kartoffelvolk eigentlich im Bundestag sitzen wollen – warum genau soll man die nun wählen?

Wir haben eine Regierungskrise

„Taktisch wählen“, das heißt im anderen Kontext auch: Wie muss man wählen, um die nächste Große Koalition zu verhindern? Lange Artikel wurden dazu geschrieben und Rechnungen aufgemacht für die simple Erkenntnis, dass man dann FDP oder die Grünen wählen muss, denn außer einer Jamaika-Koalition ist momentan sonst nichts möglich, solange man die AfD außen vor lassen will.

Was ist aber mit den Wählern, die keine Regierung unter konservativer Leitung haben wollen?

Die AfD, die aller Wahrscheinlichkeit nach über 10% aller Stimmen binden wird und für eine Regierung nicht in Frage kommt, verschärft das Problem erheblich. Tatsächlich haben wir aber schon seit Jahren eine waschechte Regierungskrise und niemand scheint’s zu merken oder die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Eine ganz ähnliche Situation liegt schon seit mehreren Legislaturperioden im Saarland vor. Es ist schlicht nicht möglich, eine nicht-konservative Regierung zu bilden. Die Saar-SPD unter dem Vollversager Heiko Maas, der für seine Unfähigkeit mit einem Bundesministerposten belohnt wurde, unterlag dreimal in Folge der CDU, auch weil die Linke, Lafontaine sei Dank, im Saarland stärker ist als in jedem anderen der alten Bundesländer, und die Saar-Grünen 2009 lieber mit der CDU kuschelten als eine rot-rot-grüne Koalition zu bilden.

Bei der Neuwahl 2012 war ich heilfroh, im Saarland nicht mehr wählen zu dürfen. Was hätte ich denn wählen sollen? Jede, wirklich JEDE Entscheidung hätte der CDU genützt.

Ähnlich trostlos sieht es jetzt auf Bundesebene aus. In meinen Augen ist ein Regierungswechsel so weit entfernt wie nie. Angela Merkel wird so lange im Amt bleiben, bis sie keine Lust mehr hat (oder stirbt). Wenn sie irgendwann abtritt, werden uns die 16 Jahre unter Kohl wie ein verlängertes Wochenende vorkommen. Schuld sind die linken Parteien, wozu ich auch die SPD zähle, die schon lange vergessen hat, was es heißt, sozialdemokratische Politik für Arbeiter zu machen, während der Rest nur damit beschäftigt ist, sich gegenseitig den Preis für die radikalste Traumtänzerei abzujagen.

Es ist auch dieser Verrat an klassisch linken Idealen, welche die AfD erst möglich gemacht hat.

Mehr als Protest

Ich verstehe vollkommen, dass viele beim Gedanken an AfD-Faschos im Bundestag das kalte Grausen überkommt. Trotzdem wähle ich die PARTEI. Trotz der Panikmache von allen Seiten, die da lautet: Wer eine Partei wählt, die aller Wahrscheinlichkeit nach unter 5% bleibt, stärkt alle anderen Parteien, welche die Sperrklausel überwinden und damit auch die AfD.

Nur deswegen eine der etablierten Parteien zu wählen, würde allerdings bedeuten, diese für den beschissenen Job, den sie machen, auch noch zu belohnen. Und wofür? Nachdem die AfD sicher einziehen wird, ist es mir ganz ehrlich scheißegal, ob sie am Ende 13,1% oder 13,3% erreicht. Anders als die ganzen Hysteriker glaube ich nämlich nicht, dass ein Einzug in den Bundestag mit diesem Ergebnis unsere Demokratie oder 70 Jahre Frieden in Europa ernsthaft bedroht.

Sie wird aber vermutlich noch stärker werden – und dann wird es wirklich brenzlig, wenn wir nicht vernünftig gegen steuern.

Meine Wahl ist eine Protestwahl – aber nicht nur. Es heißt, die PARTEI sei eine Satirepartei ohne Inhalte, aber das sehe ich entschieden anders. Satire existiert nicht im leeren Raum, sie braucht eine Projektionsfläche. Die PARTEI persifliert die aktuelle politische Lage, weil sie sie kritikwürdig findet, transportiert damit also sehr wohl Inhalt. Das Programm der PARTEI ist originär links und darin finde ich mich besser wieder als bei jeder anderen Partei.

Und ja – auch der Humor ist ein Faktor: Denn diese bissige, eklig autoritäre Gnadenlosigkeit, welche die radikalen Linken gegenüber jedem vermeintlichen Abweichler zur Schau stellen, macht die gesamte Bewegung einfach verdammt unsympathisch, um nicht zu sagen unwählbar.

Natürlich ärgert mich der Gedanke, dass meine Stimme am Sonntag vermutlich unter „Sonstiges“ laufen wird. So ist es eben immer in einer Demokratie: Jede Maßnahme nützt nur etwas, wenn genug Leute mitmachen. Das ist aber kein Grund, es nicht wenigstens zu versuchen oder bei anderen Leuten Überzeugungsarbeit zu leisten. So konnte ich schon zwei weitere Stimmen für die PARTEI sichern, worauf ich ausgesprochen stolz bin.

Ohne Kompromisse funktioniert keine Politik. Aber wenn sich alle gegen ihre Überzeugungen entscheiden, nur um die AfD zu verhindern, wird jeder Fortschritt oder auch nur eine ehrliche Fehlersuche vermieden. Wenn immer nur das kleinste Übel gewählt wird, wird das kleinste Übel immer übler.

Mit der AfD werden wir uns noch eine ganze Weile beschäftigen müssen. Die etablierten Parteien müssen durch eine Klatsche bei der Wahl zum Umdenken gezwungen werden, damit sie in Zukunft gegen die AfD bestehen können. Deshalb ist meine Entscheidung für die PARTEI weder amoralisch oder undemokratisch. Im Gegenteil. Ich halte es langfristig für das Beste, damit wir auch noch in ein paar Jahren ein regierungsfähiges Land ohne Beteiligung von Nazis haben. Und ich wähle sie, weil ich tatsächlich glaube, dass ihre Mitglieder eine gute und gerechte Politik machen würden, käme sie tatsächlich in den Bundestag. Das unterscheidet sie meiner Meinung nach von anderen Klein- oder Ein-Themen-Parteien wie dem Bündnis Grundeinkommen, das momentan auch viel Zulauf erhält.

Mir soll es Recht sein. Denn wer wirklich etwas gegen die AfD unternehmen will, kann meinetwegen jede andere Partei wählen, solange es sich nicht um CDU, FDP, SPD, Grüne oder Linke handelt. Denn diese Parteien sind einfach momentan sehr schlecht, wohingegen die PARTEI sehr gut ist.

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10 Gedanken zu “Wählt die PARTEI – alle anderen sind sehr schlecht!

  1. Ich muss nicht so handeln wie Du, um Deine Handlungsweise und vor allem Deine Erklärung hier gut zu finden. Denn gut finde ich sie – Deine Handlungsweise wie auch Deine Erklärung hier.

  2. Alles ist besser als Nichtwählen. Ich persönlich finde Optionen, die mich einigermaßen repräsentieren. Ich finde es schwierig, unserer Demokratie so den Stinkefinger zu zeigen, wie es eine Stimme für die Partei tut. Sicher, besser als aus Protest die AfD zu wählen (die imho den Stinkefinger auch ausstrecken, aber dahinter dann noch sehr dunkle Vorstellungen haben), aber auch wenn ich verstehe, dass man mit allen anderen Parteien unzufrieden ist, wäre meine Wahl dann mich in einer kleinen Partei zu engagieren. Ob das die Piraten oder die MLPD ist, egal. Aber..lieber die Partei als die AfD oder eben Nichtwählen.

  3. Dass ein Nazi-Shitstorm mit Todes- und Vergewaltigungsdrohungen gegen eine Frau und ihre Familie dazu führen, auf dieser Frau herumzuhacken, ist ziemlich traurig und beschämend und zeigt, warum es richtig und wichtig ist, in Filmen Deutsche sterben sehen zu wollen.
    Wer in einer geschlossenen Gruppe, die „Deutsch mich nicht voll“ heißt, schreibt, sie wolle Empfehlungen zu Filmen, in denen Deutsche sterben, meint damit offensichtlich Filme, in denen Nazis sterben. Denn dass hier eben „deutsch“ nicht als ethnische Zugehörigkeit oder Staatsbürgerschaft begriffen wird, zeigt schon der Name der Gruppe, der, verstünde man „deutsch“ im direkten Sinne, bedeuten würde: „Sprich nicht Deutsch mit mir.“ Das ist offensichtlich Quatsch, es handelt sich ja um eine Gruppe, in der Deutsch gesprochen wird, der Name der Gruppe selbst besteht aus Wörtern der deutschen Sprache.
    Es ist ein Beweis für den bereits erfolgten und sich weiter verschärfenden Rechtsruck der Gesellschaft, dass genau das nicht begriffen wird, sondern sich selbst die LINKE der Nazi-Hetze gegen ihre eigene Politikerin anschließt. Umso merkwürdiger ist es, die LINKE dafür zu kritisieren, solche Politikerinnen in den eigenen Reihen zu haben – nein, ihr gar vorzuwerfen, diese „Geisteshaltung zu kultivieren“ -, wäre doch der LINKEN gerade vorzuwerfen, ihrer Genossin nicht solidarisch zur Seite zu stehen.

    • „Dass ein Nazi-Shitstorm mit Todes- und Vergewaltigungsdrohungen gegen eine Frau und ihre Familie dazu führen, auf dieser Frau herumzuhacken, ist ziemlich traurig und beschämend und zeigt, warum es richtig und wichtig ist, in Filmen Deutsche sterben sehen zu wollen.“

      Dass ein Nazi-Shitstorm dazu führt, dass man keine Kritik mehr äußern darf, ist gefährlich und bequem und zeigt, wie richtig und wichtig es ist, bei diesem moralinsauren Spielchen nicht mitzumachen.

      „Wer in einer geschlossenen Gruppe, die „Deutsch mich nicht voll“ heißt, schreibt, sie wolle Empfehlungen zu Filmen, in denen Deutsche sterben, meint damit offensichtlich Filme, in denen Nazis sterben. Denn dass hier eben „deutsch“ nicht als ethnische Zugehörigkeit oder Staatsbürgerschaft begriffen wird, zeigt schon der Name der Gruppe, der, verstünde man „deutsch“ im direkten Sinne, bedeuten würde: „Sprich nicht Deutsch mit mir.“ Das ist offensichtlich Quatsch, es handelt sich ja um eine Gruppe, in der Deutsch gesprochen wird, der Name der Gruppe selbst besteht aus Wörtern der deutschen Sprache.“

      Wo gehts zur Gruppe „Mansplain mich nicht voll“?

      „Es ist ein Beweis für den bereits erfolgten und sich weiter verschärfenden Rechtsruck der Gesellschaft, dass genau das nicht begriffen wird, sondern sich selbst die LINKE der Nazi-Hetze gegen ihre eigene Politikerin anschließt.“

      Das musst du mir jetzt erklären. Ist jede Person, die eine andere Person kritisiert, die schon mal von einem Nazi dumm angemacht wurde, dann auch ein Nazi?

      „Umso merkwürdiger ist es, die LINKE dafür zu kritisieren, solche Politikerinnen in den eigenen Reihen zu haben – nein, ihr gar vorzuwerfen, diese „Geisteshaltung zu kultivieren“ -, wäre doch der LINKEN gerade vorzuwerfen, ihrer Genossin nicht solidarisch zur Seite zu stehen.“

      Stimmt. Wer einmal von Nazis angegriffen wurde, dem muss man für alle Zeiten solidarisch zur Seite stehen, egal was für eine Scheiße er von sich gibt oder ob das eine was mit dem anderen zu tun hat.

      • „Dass ein Nazi-Shitstorm dazu führt, dass man keine Kritik mehr äußern darf, ist gefährlich und bequem und zeigt, wie richtig und wichtig es ist, bei diesem moralinsauren Spielchen nicht mitzumachen.“

        Natürlich kann man Kritik äußern. Dein Satz ließt sich aber nunmal so, als würdest du auf eben jene „Kritik“ aufspringen, die aus dem rechten und bürgerlichen Lager kommt.

        „Wo gehts zur Gruppe „Mansplain mich nicht voll“?“

        Ups, sorry, das nächste Mal verzichte ich darauf, auszuführen, was ich meine, und schreibe stattdessen nur noch: „Finde ich doof.“

        „Das musst du mir jetzt erklären. Ist jede Person, die eine andere Person kritisiert, die schon mal von einem Nazi dumm angemacht wurde, dann auch ein Nazi?“

        Ich habe nicht von Nazis gesprochen, sondern von einem Rechtsruck. Wenn etwa Frau Wagenknecht nach der Wahl darüber fabuliert, man hätte ja vielleicht nicht so nett zu Geflüchteten sein müssen, dann ist sie deswegen noch lange kein Nazi, obwohl das rechter Scheißdreck ist.
        Und wenn Menschen eine Genossin mit genau den gleichen Argumenten kritisieren wie Nazis, dann sind sie deswegen noch lange keine Nazis, bedienen sich aber derselben Argumentation. Und das könnte Ausdruck des gesellschaftlichen Rechtsrucks sein.
        Hoffe das war jetzt kein Mansplaining.

        „Stimmt. Wer einmal von Nazis angegriffen wurde, dem muss man für alle Zeiten solidarisch zur Seite stehen, egal was für eine Scheiße er von sich gibt oder ob das eine was mit dem anderen zu tun hat.“
        Na, „für alle Zeiten“ sicher nicht, aber „in der konkreten Situation“ wäre schon mal ein Anfang?
        Zumal ich nicht weiß, warum das, was sie geschrieben hat, scheiße sein soll.

      • „Natürlich kann man Kritik äußern. Dein Satz ließt sich aber nunmal so, als würdest du auf eben jene „Kritik“ aufspringen, die aus dem rechten und bürgerlichen Lager kommt.“

        Du hast doch die Vergewaltigungs- und Morddrohungen kritisiert, oder? Was hat meine Kritik mit solchen Hasstiraden zu tun?

        „Ups, sorry, das nächste Mal verzichte ich darauf, auszuführen, was ich meine, und schreibe stattdessen nur noch: „Finde ich doof.““

        Du hast nicht ausgeführt „was du meinst“, sondern en detail und mit überflüssigen Verästelungen („mit deutsch ist ja nicht die Sprache gemeint, das wäre ja sinnlos“) dargelegt, dass wie in diesen antideutschen Kreisen „deutsch“ verstanden wird.

        „Ich habe nicht von Nazis gesprochen, sondern von einem Rechtsruck. Wenn etwa Frau Wagenknecht nach der Wahl darüber fabuliert, man hätte ja vielleicht nicht so nett zu Geflüchteten sein müssen, dann ist sie deswegen noch lange kein Nazi, obwohl das rechter Scheißdreck ist.“

        Falls du das Interview am Wahlabend kurz nach 18 Uhr meinst: Das hat sie nicht gesagt. Auch Lafontaine hat sowas nicht gesagt. So weit kommt man, wenn man immer vom Schlimmsten ausgeht.

        „Und wenn Menschen eine Genossin mit genau den gleichen Argumenten kritisieren wie Nazis, dann sind sie deswegen noch lange keine Nazis, bedienen sich aber derselben Argumentation. Und das könnte Ausdruck des gesellschaftlichen Rechtsrucks sein.
        Hoffe das war jetzt kein Mansplaining.“

        Welche „Argumente“ hatten sie denn? Vergewaltigungs- und Morddrohungen sind keine Argumente. Mein Argument war, dass niemand anstreben sollte, ein Volk zu vertreten, das er verachtet, und sich so jemand nicht wundern muss, wenn man ihn nicht wählt. Wenn ein bekannter Nazi ähnlich argumentiert hat, dann hat dieser Nazi in diesem Fall meiner Meinung nach leider recht.

        „Na, „für alle Zeiten“ sicher nicht, aber „in der konkreten Situation“ wäre schon mal ein Anfang?“

        Du merkst wirklich nicht, dass du mir indirekt eine Akzeptanz für Vergewaltigungs- und Morddrohungen unterstellst, oder?

        „Zumal ich nicht weiß, warum das, was sie geschrieben hat, scheiße sein soll.“

        Dann kann ich dir auch nicht helfen.

  4. Das war schon ein ziemlicher rant in der taz, kann ich verstehen, wenn er einem aufstößt. Finde die Diskussion dazu spannend. Und ich denke, ich kann deine Meinung nachvollziehen.
    Ich, für mich habe aber nicht interpretiert, dass, wer Die Partei wählt, am zukünftigen Erfolg der AfD schuld sein wird. Aber ich finde auch, dass, wer Die Partei wählt, schon relativ satt sein muss.
    Im Moment scheint es so zu sein, dass jeder so tut, als wenn die BTW das entscheidende Moment ist, wo alles für die Zukunft festgezurrt wird und gerade im Netz ist die Hysterie dazu an allen Ecken und Enden zu finden.
    Was ich machen werde und das schon länger: Ich werde politisch aktiver sein, in meinem Umfeld, werde Politiker öfter und intensiver kontaktieren und habe für mich Bürgerlobbys wie z.B. Campact entdeckt um auch mal auf Masse machen zu können.

    Liebe Grüße und uns allen einen vernünftigen Erfolg morgen!

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