Montags-Mixtape 2: Best of „The Offspring“

Hallo zur Runde zwei des Montags-Mixtape am Montagskolumne-am-Dienstag-Mittwoch (ausnahmsweise)! Es geht weiter mit hochkomplexen Symphonien für den wütenden Teenager von gestern: Das ultimative Best of von „The Offspring“!

Über dieses Mixtape

The Offspring war die erste Band, die nicht auf einer Bravo Hits CD erschien und die ich trotzdem mochte. Sie legte also den Grundstein für meinen späteren unpoppigen Musikgeschmack.
Und darum war, ist und bleibt sie meine Lieblingsband und es ist mir völlig egal, wie dumm das klingt! Ich weiß selber, dass bei The Offspring weder begnadete Musiker spielen, noch Dexter Holland ein guter Sänger ist und sie generell nichts fabrizieren, das man wirklich künstlerisch wertvoll oder gar raffiniert nennen könnte.

Aber es knallt halt und ist einfach geil! Ich muss niemanden und erst Recht nicht mir selbst beweisen, wie ultrakrass fancy gebildet ich bin, indem ich, naja, gute Musik höre. Denn: Ich liebe diese Scheißband einfach! War so, ist so und wird auch immer so bleiben!

Und da sie schon seit 1989 Alben veröffentlicht und auch für die nächste Zeit wieder eines angekündigt wurde, liegt nichts näher, als sich das mal genau anzukucken für eine Zusammenstellung der BESTEN, GEILSTEN und schlicht MEGAKNALLIGSTEN Songs – jedenfalls meiner Ansicht nach!

Denn natürlich haben sie nicht nur Gold produziert, im Gegenteil. Die frühen Alben sind schlecht abgemischt und noch sehr roh, wohingegen die neusten Alben einfach blutleer wirken. Immerhin sind die Jungs ja auch nicht mehr so wirklich taufrisch und dabei ist irgendwann zwischenzeitlich auch mal der Humor auf der Strecke geblieben. Mein erstes Album von ihnen war die „Americana“ (das übrigens Teil meiner „Top 5 Alben aller Zeiten“-Liste ist), das man fast (aber halt nur fast) vollständig in eine solche Liste packen könnte. Stattdessen versuche ich, ein bisschen zu mischen. Kucken wir mal, was dabei rausgekommen ist 🙂

Best of „The Offspring“

1. Have you ever
Album: Americana

When the truth walks away
everybody stays
‚cause the truth about the world is
that crime does pay!

Als dieses erste Lied (nach dem Intro) meines ersten Offspring-Albums aus den Boxen erschallte, war es um mich geschehen – deshalb MUSS es hier als erstes stehen! Und DAS reimt sich sogar! Besser geht’s nicht!

2. Come out swinging
Album: Conspiracy of One

Pain inside can guide your way!

Damit nonchalant übergeleitet zu dem ersten Lied (nach dem Intro!) meines ZWEITEN Offspring-Albums – Ähnlichkeiten struktureller Art sind natürlich nur rein zufällig!
Irgendwann packte ich diesen Song mal auf ne Kassette (!) und spielte ihn im Auto, als ich gerade mit meinen BFs durch die Gegend fuhr. Als es nach dem sehr kurzen Intro so richtig abging sah ich in zwei entgeistert-begeisterte Gesichter. „Woah!!! Was IST das!?“
Hört ihr es auch? Dieses Gekloppe ist einfach zum Weinen schön!

3. All I Want
Album: Ixnay on the Hombre

‚Cause I’m sick of not living to stay alive!!

Aber natürlich nicht so schön wie das!!!
Man soll sein Pulver ja nicht schon am Anfang verschießen, aber ich halt’s einfach nicht länger aus. Dieses Lied ist das beste, das The Offspring jemals gemacht hat. Eines meiner absoluten Lieblingslieder, nicht nur von dieser Band, sondern überhaupt. Wenn ich nur eine einzige CD mit von mir ausgewählten Songs vor der Apokalypse retten dürfte, wäre es aber sowas von drauf. Ein Song, der mich immer wieder packt und mir voll in die Fresse schlägt. Ich möchte Babys von diesem Song!!

4. Americana
Album: Americana

My rights are denied by those least qualified
Trading profit for pride, but it’s… it’s okay!

Gott, war ich bei dem Auftritt so besoffen.

5. Hammerhead
Album: Rise and Fall, Rage and Grace

Voices screaming „Let’s go!“
But I’m just doing what I’m told

Ab diesem Lied habe ich mich von der Vorstellung verabschiedet, dass sie jemals wieder ein richtig gutes Musikvideo produzieren werden. Aber auf den Song kann man schön springen!

6. Da hui
Album: Splinter

Don’t fuck with da Hui
Because da Hui will fuck with you!

Es ist lustig, dass man einen Song geil finden kann, auch wenn man ein Jahrzehnt lang keine Ahnung hat, worum es dabei geht. Ich bezweifle aber, dass es wichtig ist, da ich sowieso nie nach Hawaii kommen werde!

7. Walla Walla
Album: Americana

You started to run, but didn’t get far
Cause under your arm was a VCR!

Punk-Chor for the win!

8. You’re gonna go far, Kid
Album: Rise and Fall, Rage and Grace

Hit ‚em right between the eyes
Hit ‚em right between the eyes

Das möglicherweise poppigste Lied auf dem generell nicht allzu guten vorletzten Album, aber als solches echt gut. Dance, Fucker, Dance!

9.Mota
Album: Ixnay on the Hombre

I take a hit but it smells like a clove
Oh fuck, I got a baggie of oregano!

Noch so ein Song, bei dem ich jahrelang keine Ahnung hatte, was der Titel eigentlich bedeutet. Ich ging ja davon aus, dass es eine Verballhornung von „Mother“ ist, „Mota Boy“ demnach sowas wie „Mamajunge“, sprich „Loser“ bedeutet, aber jetzt muss ich lesen, dass es sich dabei um einen von geschätzt achttausend Slangausdrücken für Marihuana handelt, was ja tatsächlich besser passt. Man lernt nie aus!

10. Staring at the sun
Album: Americana

There’s more to living than only surviving
Maybe I’m not there, but I’m still trying!

Zweiter Song (nach dem Intro) der Americana. Ich mag das „Wooohooohooohooo“.

11. Want you bad
Album: Conspiracy of One

I want you
All tattooed
I want you bad!

An das Lied hätte ich mal denken sollen, als ein Typ auf Twitter mal ganz paschahaft von oben herab meinte, dass Frauen sich bitte nicht tätowieren lassen sollen, weil Männer das generell eklig finden. Speak for you, du alter Sack!

12. One fine day
Conspiracy of One

Drinkin‘, fightin‘, going to the game
In our world it’s a way to stay sane

Noch MEHR Punk-Chor!

13. Cool to hate
Album: Ixnay on the Hombre

I hate the jocks and I hate the geeks,
I hate the trendies but I also hate the freaks, yeah!

Ab und zu sollte man mal in sich gehen und ganz still für sich über das menschliche Miteinander reflektieren. Eine tolle, nachdenkliche kleine musikalische Perle.

14. Can’t get my head around you
Album: Splinter

All your faking
Shows you’re aching

Ich glaube, auch das war ein großer Hit.

15. Trust in you
Album: Rise and Fall, Rage and Grace

Quomodo?

Mit Sicherheit einer ihrer intellektuellsten Songs. Immerhin ist da was lateinisches drin.

16. Feelings
Album: Americana

Feelings like I never liked you
Feelings like I want to kill you
Live in my heart

Dafür klingt dieser Text, als hätte ihn auch ein Elfjähriger schreiben können. Und gerade das ist voll meta, da es hierbei um ganz grundsätzliche Emotionen geht, also warum mehr Worte darauf verschwenden? Wooohooohooo, Feelings!

17. Half-truism
Album: Rise and Fall, Rage and Grace

I
WON’T
CALM
DOWN!

Wenn man sich zu lange mit dem Text beschäftigt, könnte man fast meinen, dass sie hier ne wichtige Botschaft über linke Bigotterie versteckt haben… aber zu glauben, dass sie wirklich über ihre Texte nachdenken, will ja wirklich keiner.

18. The kids aren’t alright
Album: Americana

What the hell is going on
The cruelest dream, reality

Oh Gott, dieses Lied hat SO HAARSCHARF gegen „All I Want“ verloren, wenn es um mein absolutes Lieblingsstück von Offspring geht. Aber nur ganz, ganz knapp. Der absolute Hammer – und dieses Video erst!
Wenn das in einer Metaldisco läuft, hält mich nichts auf dem Barhocker. Das Lied ist so alt, dass es nächstes Jahr den Führerschein machen darf, aber es reißt mich immer noch mit. Und falls das mal anders wird, weiß ich, dass das Ende nah ist.

19. The future is now
Album: Rise and Fall, Rage and Grace

Flashback 1984
Now who’s knock, knocking at your door
A thought that starts a riot
They’re coming after me

An dieser Stelle höre ich auf, Witze darüber zu machen, ob die Texte tatsächlich tiefgründig sein könnten. Sie sind es. Kommt damit klar, ihr Liebhaber GUTER Musik.

20. Dammit, I changed again
Album: Conspiracy of One

Things I feel yesterday
Don’t matter anymore

Ein todtrauriges „Wooohooo-hooohooo-hooohooo-hooo“ auf dieses Lied.

21. Lightning Rod
Album: Splinter

Locked up forever inside
I look to the stars and ask why

Teil meines Depressive Mix – und das absolut verdient.

22. End of the line
Album: Americana

You can’t take back, the one mistake
That still lives on after life it takes
In that one day, that changed our lives
And bitter memories are left behind

Offsprings Version eines Requiems. Das ist deprimierend und ziemlich fett.

23. The meaning of life
Album: Ixnay on the Hombre

And the bottom line in all of this seems to say
There’s no right and no wrong way
Sorry if I don’t feel like
Living the way you do

Es gab und gibt viele Leute in meinem Leben, denen ich dieses Lied am liebsten ganz tief in den Rachen stopfen möchte.

24. Self esteem
Album: Smash

I may be dumb,But I’m not a dweeb
I’m just a sucker with no self esteem

Der Song, der sie reitend auf der Grunge- und Punkwelle der frühen 90er Jahre schlagartig bekannt machte, der Hit also, ohne den ich das hier gar nicht hätte zusammen stellen können und der deshalb definitiv hier drauf gehört, den ich aber trotzdem inzwischen ein wenig satt habe, zumal es schlicht nicht das beste Lied von ihnen ist.
Aber WENN er läuft – und das natürlich richtig laut – dann kuckt mal auf die Tanzfläche. Da findet ihr eine verschwitzte kleine Frau, die springt, bis ihre Waden schreien. Sie wird trotzdem weiter springen. Und vielleicht winkt sie euch zu.

25. I wanna be sedated

Runden wir das Ganze ab mit einer Coverversion der Ramones, die auf keinem Album erschien, aber die sie, sich selbst spielend, zum Besten geben durften in der kleinen, zu Unrecht vergessenen cineastischen Arthouse-Perle namens „Die Killerhand“. Dexter wird dabei von der namensgebenden Hand die Haut vom Schädel abgezogen, wenn ich mich Recht erinnere.

Das ist doch ein nettes Ende für dieses Mixtape, nicht?

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Ach, scheiß drauf – weil es so schön war, hier nochmal, in der noch viel geileren Live-Version!!!

26. All I Want (live)

Geil geil geil geil GEIL!!!

Leider dieses Mal keine komplette Playlist auf Youtube, weil dort leider einige Songs nicht, nur gesperrt oder in nicht so dollen Livemitschnitten aufzufinden waren. Und falls ihr hier „Pretty Fly“ und andere ihrer größten Songs vermisst, muss ich leider sagen, dass die nun wirklich nicht auf ein „Best Of“ gehören!

Was ist euer absoluter Lieblingssong von The Offspring?

Zum 20. Todestag von Kurt Cobain: 20 maximalpersönliche Facts

„Nevermind“ hat Michael Jackson von Platz 1 der Albumcharts gestoßen? Nirvana-Schlagzeuger Dave Grohl ist heute Frontmann der „Foo Fighters“? Kurt Cobains zweiter Name war Donald und er starb mit 27? Diese little-known-well-known Fun Facts könnt ihr heute vermutlich überall lesen. Ich dagegen biete euch unverschämt narzisstische, völlig selbstzentrierte Facts über mich, die alle irgendwie mit Kurt Cobain zu tun haben. Und das findet ihr sonst nirgends!

1. Ich finde, Kurt Cobain war der schönste Mann der Welt.

2. Kurt Cobain war Linkshänder. Wie ich.

3. Kurt Cobain war Sternzeichen „Fische“. Wie ich.
Kurt Cobain könnte auch Wassermann sein, denn er ist am 20. Februar geboren und aus irgendeinem Grund beginnt bei manchen Horoskopen das Sternzeichen Fische erst am 21. Februar. Das ist mir aber scheißegal. Der Mann war Fische.

4. „Es ist okay, Fische zu essen, weil sie keine Gefühle haben“ war mal mein lustig gemeinter Beitrag zu einer Vegetarismus-Diskussion meiner WG. Mitbewohner Daves Gesichtszüge verhärteten sich daraufhin und es dauerte Minuten, bis er auf Nachfrage endlich damit rausrückte, dass er dieses Statement total scheiße von mir fand. Das er ernst genommen hatte, obwohl er erkannt hatte, dass es sich dabei um ein Songzitat handelte. Der Doofkopf.

5. Ich habe niemals Kurt Cobains Tagebuch gelesen, weil ich das als Leichenfledderei empfinde.

6. Das Video zu „Heart-Shaped Box“ wird für immer einen Platz in meiner Top 5 der besten Musikvideos aller Zeiten haben. Kurt Cobain sieht darin traumhaft aus. Seine Augen stachen nie mehr.

7. Die „Nevermind“ dagegen wird auf ewig in meiner Top 5 Liste der besten Alben aller Zeiten vertreten sein: klick

8. Ich habe, glaubt es oder nicht, tatsächlich Verwandtschaft in Seattle. Ich kenne diese Leute nicht, aber irgendwann werde ich sie besuchen.

9. Meine erprobte Methode, um in der Vergangenheit festzustellen, ob ich es mit echten Nirvana-Fans zu tun habe oder nicht: Ganz genau zuhören, was sie mitgröhlen, wenn „Smells like Teen Spirit“ in der Disco läuft.
„Hello, Hello, Hello, Hello“? – Faker.
„Hello, Hello, Hello, how low“? – that’s right, baby.
„You know you’re right“ eignet sich dazu allerdings auch. Die Bridge geht nicht „Heeeeee-he-he-heeee-he-he-heeeey“. No-ho-ho-hope. Er singt „Pain“. Merkt’s euch.

10. Der Comic „Godspeed“, der sich als Biographie versteht, finde ich leider nur aus visuellen Aspekten lesenswert. Die Zeichnungen rocken (meistens), aber der Rest ist scheiße, vor allem, da nicht mal in Erwägung gezogen wird, dass er keinen Selbstmord begangen hat.

godspeed

 

11. Denn ja, ich glaube an die Mordtheorie. Kurt Cobain hatte zu viel Heroin im Blut, um die Schrotflinte zu bedienen.
Jetzt könnte man einwenden, dass jemand, der so lange süchtig gewesen war, eine genügend hohe Toleranz entwickelt hat. Das wäre ein valides Argument. Stattdessen argumentierte ein Arzt (angeblich als Gutachter von Courtney Love agierend) in dem Bericht, den ich darüber mal gesehen habe, dass es eine volle Minute dauert, bis ein Schuss wirkt und er somit genügend Zeit gehabt hätte, die Waffe abzufeuern, bis die Wirkung eingesetzt hätte.
Das ist falsch. Bei intravenöser Einnahme wirkt Heroin nach wenigen Sekunden. Zudem ist die Vorstellung, dass ein Mensch, der fast sein halbes Leben lang von diversen Drogen abhängig gewesen war und die Wirkung wohl offensichtlich mochte, nach einem gesetzten Schuss hastig aufspringt, um sich den Kopf wegzuballern, bevor ein Effekt spürbar ist, einfach nur hochgradig lächerlich.
Und aus diesem Grund glaube ich an die Mordtheorie. Wer so saublöde Scheinargumente von sich gibt, hat was zu vertuschen.

12. Kurt Cobain rauchte Light-Zigaretten. Ich habe aus diesem Grund auch versucht, Light-Zigaretten zu rauchen. Ging aber nicht. Die sind einfach zu eklig.

13. An seinem 7. Todestag, ich war 16 und unlängst Fan geworden, gab es wie immer viele Berichte auf MTV über Nirvana. Es war das erste Mal, dass ich Filmmaterial über ihn sah, denn Youtube gab es damals noch nicht. Das hat mir einen richtig heftigen Schock versetzt. Bisher hatte ich monatelang nur Bilder gekannt und irgendwie war es total surreal, diesen Menschen plötzlich in Bewegung zu sehen.

14. An seinem 8. Todestag versuchte ich, bei MTV anzurufen, als sie Erfahrungsberichte von Fans live in der Sendung hören wollten. Ich kam auch durch, aber leider wurde ich nicht zurück gerufen. Stattdessen wurde so eine blöde Tussi durchgestellt, die nicht mal die Songs kannte. („Welcher ist denn dein Lieblingssong?“ – „Äh, der da, der eben lief…“)

15. Ich war Grunge mit allem, was dazu gehört: Chucks, Flanellhemd, Levi’s 501. Diese war irgendwann so oft geflickt, dass ich jahrelang in der Schule bekannt war als „Das Mädchen mit der kaputten Hose“.

16. Ich habe jahrelang an seinem Todestag schwarz getragen und bin in die Kirche gegangen, um eine Kerze anzuzünden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ihm letzteres nicht gefallen hätte.

17. Ich bin stolze Besitzerin dieses Kunstdrucks, der über meinem Bett hängt:
Kurt

18. Ich habe noch kein Nirvana-Cover gehört, das ich nicht als eklatante persönliche Beleidigung empfunden hätte, und halte House-, Techno- oder Dubstep-Remixe für ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Zeigt mal etwas gottverdammten Respekt, ihr talentfreien Elektro-Arschlöcher!!

19. Dieses T-Shirt habe ich während meiner Realschul-Abschlussfahrt in Pisa gekauft und liebe es immer noch, auch wenn es schon fast 13 Jahre alt ist:
kurt shirt
Unlizensierte Shirts sind einfach die besten.

20. Kurt Cobain hat mein Leben mehr geprägt, als ich es mit einem blöden Blogartikel auszudrücken vermag. Er hat mich auf so viele Arten gerettet, die niemand verstehen würde, würde ich sie hier ausbreiten, außer höchstens meine BF, die mit mir meine Leidenschaft teilte. Es ist mir scheißegal, wenn das jemand pubertär findet, und es geht mir am Arsch vorbei, wenn sich irgendein Vollidiot darüber lustig machen will. Denn ohne Kurt Cobain hätte es Nirvana nie gegeben und ich wäre ohne Nirvana nicht die, die ich heute bin, falls ich überhaupt noch leben würde. Und darum hat er für alle Zeiten einen Platz in meinem Herzen.

RIP, Kurt (20. 2. 1967 – 5. 4. 1994). Du bist immer noch der Beste.

kurt lacht

Meine Top 7 Alben aller Zeiten: Teil 6&7: Various Artists „To Be Announced“

Ach Leute, es tut mir furchtbar leid, aber ich kann einfach nicht!

Ich habe gerade (und schon seit Stunden) versucht, meinen Beitrag zu Teil 6 fertig zu schreiben, doch es geht nicht! Lasst es mich erklären:

Dieser High-Fidelity-Spruch in diesem Beitrag, also, das war eigentlich gar kein Spruch. Eine lange Zeit habe ich alles, was geht, in eine Top 5 Hitliste gesammelt. Meine Top 5 Musikvideos. Meine Top 5 der geilsten Musiker. Meine Top 5 Songs. etc.pp.
So hatte ich auch sehr, sehr lange nur meine Top 5 Musikalben aller Zeiten. Allerdings hat mich vor kurzem ein schon etwas älteres Album so dermaßen geflasht, dass ich erwägte, diese Liste zu erweitern. Aber ein Album aus meiner Topliste rauswerfen – das ging gar nicht klar! Deshalb musste es einfach „angehängt“ werden.

Dann wollte ich diese Reihe hier starten und dachte: „Ne Reihe mit sechs Artikeln? Was soll denn das bitte sein?! Fünf, okay. Zehn, fast noch besser. Aber sechs? Nee. SIEBEN wäre noch vertretbar. Ne Woche halt. Aber sechs, nein. NIEMALS!“
Das kann man jetzt ein bisschen monkisch finden, aber so funktioniert mein Hirn nunmal ^^

So dachte ich drüber nach, welches Album mich ähnlich geflasht hat, um eines der nun sieben Topalben zu werden und glaubte, eins gefunden zu haben. Also: Beitrag geschrieben, Top 7 angekündigt, alles klar.

Und jetzt? Meine ursprünglichen Top 5 kennt ihr nun schon. Während des Schreibens der Beiträge habe ich mir alle Alben nochmal (und mehrmals) angehört, habe sie auf mich wirken lassen, bin den Pfad der Erinnerung zurück geschlendert (hach, wie lyrisch *kotz*).
Und gerade, als ich beim Beitrag zu Teil 6 saß, wurde mir klar, dass das einfach nicht geht. Kein Album abgesehen der fünf, die ich schon vorgestellt habe, hat mich jemals so geflasht wie die bereits genannten. Kein Album, egal wie geil, hat es verdient, mit ihnen in einer Reihe genannt zu werden. Jedenfalls NOCH nicht. Das mag sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch ändern, aber auf diesem Stand bin ich hier und heute. Es wird weiterhin gute Musik und saucoole Alben geben, aber das liegt eben in der Zukunft!

So wurde aus den Top 7 wieder eine Top 5. Sorry. Und so wird es bleiben, bis nicht ein neues Album kommt, das eine solche Leichtigkeit mit sich bringt wie die Americana, so ambitioniert durchgestylt wie Nevermind, so pink und glitzerig aussieht wie die Razorblade Romance, so kompromisslos draufhaut wie die Mezmerize und so treibend ist wie die Our darkest days. MINDESTENS!

Betrachtet es als irreführende Werbung: Sieben angekündigt, fünf sind gekommen. Das kommt beim besten Festival vor. Genauso wie vorzeitiger Abbruch. Tja. Passiert.

Am Ende seien wenigstens noch einige Alben erwähnt, die es nicht in die Liste geschafft haben, aber halt trotzdem sehr empfehlenswert linkinparksind, wie Linkin Parks Hybrid Theory zum Beispiel. Jahrelang lief Linkin Park halt immer so mit, aber ihr letztjähriger grandioser Auftritt auf Rock am Ring haben meine Begeisterung für sie auf ein neues Level gehievt.

riseagainstDann muss Rise Against erwähnt werden. Ich kann mich einfach nicht entscheiden, ob ich die Appeal to Reason oder

riseagainst2

doch The Sufferer and the Witness besser finden soll. Es sind auf beiden Albem so einmalig geile Songs drauf (aber auch der ein oder andere Filler…), daher sind sie einfach BEIDE empfohlen.

paparoachUm mal wieder etwas in die Vergangenheit zu schweifen: Als Papa Roach noch cool waren, war ihr Song Last Resort für mich einfach nur eine Offenbarung und das dazu gehörige Album Infest eines meiner ersten ernsthaften Alben.

tenaciousDDoch warum immer ernsthaft? Tenacious D beehren uns seit Jahren mit ihrer absoluten Liebe zum Rock und genialen Songs. The Pick of Destiny hat einige davon, die von keiner Metalparty mehr wegzudenken sind. Wer einmal kollektiv und pathetisch auf Beelzeboss getanzt hat, will es immer wieder tun!

steelpantherIn die gleiche Kerbe haut Steel Panther mit Feel the Steel. Absolut überrissen, idiotisch, saugut.

 

bloodhoundgangUnd wo wir bei Idioten sind: Ohne die Bloodhound Gang und ihr Album Hooray for Boobies geht bei dem Thema gar nichts!

 

alterbridge

Alter Bridge dagegen haben mit One day remains ebenfalls einfach nur Rock vom Allerfeinsten abgeliefert.
avengedsevenfoldAvenged Sevenfold haben nicht nur mit ihrem selbstbetitelten Album Maßstäbe gesetzt.
metallicaAuch wenn ich mit vielen seit Jahrzehnten im Geschäft befindlichen Metallern nichts viel am Hut habe, gebührt Metallica ewiger Ruhm für ihr Black Album.
badreligionBad Religion hatte mich das erste Mal mit The Process of Believe und mich dann nie mehr los gelassen.
dieärztePunkig sind ja auch die Ärzte mit vielen, vielen Alben, aber am besten gefällt mir doch ihre 13.

 
bulletformyvalentineBullet for my Valentine’s bestes Album ist das The Poison.
mychemicalromanceMy Chemical Romance sind wesentlich jünger, was sie nicht davon abgehalten hat, mit The Black Parade ein Konzeptalbum über den Tod abzuliefern.

 

dragonforcePowermetal der besten Sorte liefern Dragonforce auf Ultra Beatdown ab.
disturbedcoverDisturbed werden ein bisschen rebellisch mit Ten Thousand Fists.

 

serjtankian

Und Serj Tankian war auch allein auf seiner Platte Elect the dead ziemlich geil.

 

 

Und die bereits vorgestellten Bands hatten natürlich auch nicht nur EIN gutes Album. Im Gegenteil.

Boah, was ne Arbeit, die Bilder alle mit Beispielen bei Youtube zu verlinken. Jetzt müsst ihr wenigstens auch klicken ^^

Und ich werde mir jetzt Alkohol in irgendeiner Form genehmigen, womit dann morgen mit einem finalen Kater endlich die Feierlichkeiten zu Rock „Dieses Mal bin ich nicht dabei“ am Ring beendet sind. Ich wollte alle vier Tage betrunken und so sein und das habe ich geschafft \o/

Ich bin also immer noch voll Rock’n Roll.

Meine Top 7 Alben aller Zeiten – Teil 5: Ignite „Our darkest Days“

Kommen wir zur vermutlich unbekanntesten Band/dem unbekanntesten Album in dieser Reihe, obwohl dieser Status absolut ungerechtfertigt ist!

Ignite

Tracklist
1. Intro (our darkest days)
2. Bleeding
3. Fear is our Tradition
4. Let it burn
5. Poverty for all
6. My Judgement Day
7. Slowdown
8. Save yourself
9. Are you listening
10. Three years
11. Know your history
12. Strength
13. Sunday bloody Sunday
14. Live for better days

Erstkontakt
Es war das Jahr 2006, ich war 21 und wieder hatte meine beste Freundin ihre Finger im Spiel. Aber als sie mir dieses Album (und damit auch die Band) erstmalig vorspielte, war ich irgendwie etwas unterwältigt. Ich weiß nicht, woran es lag, vielleicht hatte Zoli Téglás‘ durchaus ein wenig gewöhnungsbedürftige Stimme etwas damit zu tun, aber zu Anfang war ich tatsächlich der Ansicht, alle Lieder würden sich gleich anhören. Blasphemie!!
Es dauerte aber nicht lange, bis ich diese Ansicht revidierte. Und das ist gut so, denn sonst hätte ich nicht nur eine Hammerband verpasst, sondern auch einige meiner absoluten Lieblingssongs aller Zeiten!

Highlights
Ich greife mal vor und verrate, dass dieses Album eigentlich keine wirklichen Tiefpunkte hat. Dennoch gibt es natürlich ein paar Lieder die einfach auch im Vergleich zum Rest des Albums völlig überragend sind!
Bleeding ist so eines. Das Intro geht nahtlos darin über und, naja, bei dem Lied gibts wieder mal voll was auf die Fresse! Dazu (Hardcore-)Punkchor – einfach großartig!
Let it burn… ich werde nie verstehen, warum dieser Song nicht zumindest in der Szene zu einem Riesenhit wurde. Er ist sehr eingängig, fast schon poppig, und die Thematik – das Lyrische Ich singt über eine Freundin, die bei einem Autounfall starb – eigentlich doch genau das, was die Emomassen erfreut. Dazu ist er einfach auch hammergeil. Naja, man steckt nicht drin…
Bei Poverty for all wirds mal wieder politisch. Zoli Téglás hat ungarische Wurzeln und ist sehr geschichtsinteressiert. Dieser Song thematisiert den Ungarnaufstand von 1956 und ist einfach nur ein einziger krasser Aufruf zum zivilen Ungehorsam. Ein ganz, ganz großes Lied!
Sunday bloody sunday ist, wie man sich denken kann, ein U2-Cover und als solches genialst. Der alte Stoff, der ja auch schon ziemlich geil war, wird so richtig aufgepimpt. Einer meiner Lieblingscoverhits!
Aber das größte Highlight, vielleicht das beste Lied, das Ignite meiner Meinung nach jemals geschrieben hat, ist einfach Strength. Ich sehe den gesamten Song als eine Art (besseres) Gebet und als solches hat er mich schon oft aus der Scheiße gezogen. Dafür habe ich zu danken.

Tiefpunkte
Ihr kennt es inzwischen schon: Es gibt sie eigentlich nicht! Kein einziger Song, den ich beim Hören des Albums skippen würde.
Dennoch: Are you listening ist etwas langweilig, weil man hier ihre alten Zeiten noch deutlich durchhört, die viel weniger melodisch waren als das neue Zeugs. Meh.
Ähm, und das wars auch eigentlich schon!

Biographisches
Seit 2006 ist dieses Album aus meiner Sammlung nicht mehr wegzudenken und war ab diesem Zeitpunkt einfach immer selbstverständlich dabei. Heißt: Irgendwie fällt mir nichts konkret Biographisches ein!
Höchstens vielleicht der Abschluss des ge-ni-al-en Offspring-Konzertes im Jahre 2008. Meine beste Freundin und ich hatten im Auto übernachtet, wenn man das so sagen kann. Sie hatte zwei Stunden geschlafen, ich gar nicht. Heißt, es war leicht kritisch, in diesem Zustand zurück in die Heimat zu fahren, doch mussten wir beide mittags noch arbeiten gehen, also führte kein Weg daran vorbei. Dieses Album (sowie der nicht auf dem Album vertretenen, aber ebenfalls sehr sensationelle Song Veteran) hielt und wach und damit alive. Auch dafür kann ich einfach nur Danke sagen!

Konzerterfahrung
Leider, leider ist diese nicht vorhanden! Ignite ist keine sonderlich bekannte Band, auch wenn ich das nicht verstehen kann. Musikalisch haben sie exakt die selbe Entwicklung durchgemacht wie Rise Against, dennoch sind Rise Against heute megafamous, aber Ignite nicht. Ich check’s nicht!
Einmal hätte ich sie dennoch fast gesehen, als sie, puh… 2009? mit der Persistence-Tour unterwegs waren. Das kam jedoch nicht zustande. Ein paar Wochen später traf ich aber einen Typen, der genau das Konzert gesehen hatte, das ich besuchen wollte… und der hat meinen Schmerz dann stillen können, indem er einfach den Idioten raushängen ließ.
Ignite sind Hardcore. Das ist kein Kompliment, sondern eine Genrebezeichnung. Manche zählen sie zum Melodic Hardcore, andere zum Hardcore-Punk. Ist ja auch egal. Jedenfalls ist das leider genau die Art Musik, die Violent Dancer anzieht.
ignite2WTF?! – denkt ihr jetzt vielleicht. Der Begriff ist tatsächlich Programm. So schön ich Pogotanzen finde, aber es gibt für mich da einige eindeutige Grenzen. Diese sind überschritten, wenn man sich absichtlich gegenseitig weh tut, dies tatsächlich forciert wird. Genau das tun Violent Dancer. Im Prinzip geht es dabei nur drum, sich gegenseitig kreativ und halbwegs im Takt aufs Maul zu hauen. Männlichkeitswahnsinn komplett auf die Spitze getrieben von irgendwelchen gehirnamputierten Affen!
Eben einer dieser Affe erzählte mir stolz, dass er sich fast die Nase gebrochen hätte und jeder um ihn herum blutüberströmt war. Wow. Aber darüber hinaus fand er den Auftritt von Ignite superlahm. „Der Typ hat zwischen den Liedern dauernd gelabert, ich glaub über den Krieg und so. Das will doch keiner hören!“
Man hofft unwillkürlich, dass beim nächsten Mal vielleicht irgendjemand noch ein bisschen härter zuschlägt und diese menschliche Existenz aus dem Genpool entfernt… Aber lange Rede, kurzer Sinn: Unter diesen Voraussetzungen kann ich wohl leider kein Ignite-Konzert besuchen. Was aber vielleicht auch gar nicht schlimm ist, da Zoli Téglás einfach kein guter Sänger ist. Auf der Platte, mit viel Studioarbeit und allem drum und dran, klingt er noch völlig okay, aber nach allem, was ich gesehen habe, failt er regelmäßig auf jedem Konzert, vor allem bei dem hohen Tönen.
Daher ist das alles in Allem wohl kein besonders großer Verlust.


(okay, das ist noch in Ordnung. Allerdings ist der Song im Vergleich zum Rest auch relativ leicht zu singen und kommt ihm etwas entgegen.)

Was mich das Album lehrte
„Give me strength
to hold my head up high
to spit back in their face…“
– Strength

Trivia
Es gibt immer wieder Gerüchte darüber, dass Zoli Téglás vielleicht ein bisschen zu stolz auf seine Herkunft ist, sprich, ein Nazi.
Ein Punk, der gleichzeitig vehement gegen den Kommunismus, so wie er bisher in der Weltgeschichte verbrochen wurde, eintritt (weil eben seine Familie in Ungarn jahrelang unter der „red bourgeoisie“ gelitten hat) ist ja erst mal eine recht erfrischende Erscheinung. Ich hasse diese Relativierungen der Verbrechen des Sozialismus von links. Dennoch weiß ich leider nicht so ganz, wie ich das einordnen soll. Da ich aber bisher nicht rausfinden konnte, was er eigentlich genau gemacht hat, und seine Songs doch alle eine ganz andere Sprache sprechen, als ihm vorgeworfen wird, neige ich dazu, dies einfach mal so stehen zu lassen. Aber zumindest ist es eine Erwähnung wert.

ignite3

Meine Top 7 Alben aller Zeiten – Teil 4: System Of A Down „Mezmerize“

Und endlich dringen wir in die härteren Gefilde meines Musikgeschmacks vor 🙂

systemofadown

Tracklist
1. Soldier Side
2. B.Y.O.B.
3. Revenga
4. Cigaro
5. Radio/Video
6. This cocaine makes me feel like I’m on this song
7. Violent Pornography
8. Question!
9. Sad statue
10. Old school Hollywood
11. Lost in Hollywood

Erstkontakt
Hier haben wir mal eine Band, die ich schon kannte, bevor ich das Album hörte, das es in meine Liste schaffte!
Ab 16 war ich eigentlich jedes Wochenende in der örtlichen Metaldisco anzutreffen. Was tat sich mir da für eine entzückende neue Welt auf! Viele Bands, deren Songs ich heute noch rauf und runter höre, lernte ich dort zum ersten Mal kennen. So auch SoaD. Ihr Album Toxicity war im selben Jahr erschienen und beinhaltete einige einfach absolut großartige Songs wie Toxicity, Forest und Chop Suey! Alles Songs, auf die sich ultragut tanzen lässt. Und schöne Videos liefen auch wieder bei MTV!

Ich war also schon ein Fan, als 2005 das lang ersehnte Album Mezmerize erschien, nachdem Steal this Album! (der Vorgänger) nicht so wahnsinnig geflasht hat. Und dieses Album schaffte das, was Toxicity, so toll es auch insgesamt ist, nicht vollbringen konnte: Ich fand es von vorne bis hinten einfach nur megageil!

Highlights
Auch hier ist wieder einiges vertreten, was zumindest aus Metalsicht absolut tanzbar ist. Und was tanzbar ist, ist gut!
Es fängt direkt extremst cool an mit B.Y.O.B., das einen netten Kontrast hat zwischen krass metallischen Strophen und einem sanft gesungenen Refrain. Eine Radiotussi, die eine Metalsendung moderiert, nannte diesen mal „poppiger als viele Popsongs“. Das war dann der Moment, wo ich sie zu hassen begann…
Dann Revenga, ein Song, bei dem man sehr, sehr gut seinen gesamten Hass rauslassen kann. Wie könnte ich so etwas NICHT mögen?
Richtig ab gehts bei Radio/Video, bei dem es einige folkloristische Anleihen gibt, die das Lied einfach nur völlig fabulous machen und eindrucksvoll beweisen, warum sich SoaD schlecht in irgendwelche Schubladen stecken lassen. Vor allem der langsame Aufbau vor dem letzten Refrain ist so unglaublich gut. Es erfreut jedes Mal mein Herz, wenn auf einer Metalparty 100 Menschen auf der Tanzfläche erst leise mitwiegen, sich dann steigern und am Schluss jeder komplett eskalierend mitspringt!
Bei Violent Pornography liefert Serj Tankian in meinen Augen (Ohren, chrchr) die schönste gesangliche Leistung ab. Seine Triller und Phrasierungen während des Refrains (irgendwie gibt es zwei verschiedene Refrains oder wie auch immer man das dann nennt… das schafft auch nicht jede Band) MÜSSEN einfach mitgesungenbrüllt werden!
Sad Statue ist dann tatsächlich das: traurig. Oder klingt zumindest so. Ein wahnsinnig pathetischer, dramatischer Song, bei dem einen auf der Tanzfläche echt fast die Tränen kommen. Auch wenn ich wie bei allen SoaD-Songs nicht ganz kapiere, worum es eigentlich geht. Aber das ist okay.
Und dann mag ich einfach auch Old School Hollywood ziemlich gerne (auch wenn man darauf nicht gut tanzen kann). Der Song kommt irgendwie elektronisch daher und deshalb mögen ihn viele nicht. Außerdem gehts um Baseball, was nicht sonderlich spannend ist. Trotzdem!

Tiefpunkte
Lost in Hollywood ist mir entschieden zu soft! Obwohl es dennoch sehr nett ist. Denn auch hier haben wir wieder eigentlich keine wirklichen Tiefpunkte!
An Cigaro ist höchstens schlecht, dass der Song mit dem Rest nicht mithalten kann (auch wenn es eine der besten Textzeilen überhaupt hat: „My cock is much bigger than yours, my cock can walk right to the door“. Ähm, ja ^^). Für This cocaine makes me feel like I’m on this song gilt das selbe, außerdem lässt sich der Titel so schlecht merken. Man wird doch auch mal auf hohem Niveau meckern dürfen!
An Soldier Side ist nur doof, dass dieser Song auf dem Album Hypnotize (das mit Mezmerize ein Doppelalbum bildet, allerdings fand ich dieses erheblich schwächer) fortgesetzt wird und da viel besser ist.

Biographisches
SoaD wird für mich auf ewig mit mit politischen Aktionismus verbunden sein. Die Toxicity erschien 2001, das Jahr, das angeblich alles verändert hat.
Ich war 16 am 11. September 2001 (und habe das meiste davon verschlafen – wenn meine Kinder mich mal fragen sollten, werde ich lügen) und wie die meisten ziemlich in Schockstarre. Auch wenn ich schon am 13. September nicht mehr kapiert habe warum eigentlich. Warum sind tote Amerikaner so viel wichtiger als tote… irgendwas? Warum muss mich dieses Ereignis mehr schockieren als andere (von Menschen oder der Natur gemachten) Katastrophen, bei denen bis zu 100mal so viele Menschen sterben?
Ich war… skeptisch. Und dann, als ich mir die Berichterstattung zur Vertrauensfrage Gerhard Schröders ansah, auch richtig, richtig angepisst. Ich sah eine ARD-Reporterin, die einen etwas verranzt wirkenden Grünenpolitiker nach seiner Meinung fragte. Er setzte zu einer Antwort an, kritisierte den geplanten Afghanistanfeldzug und sie riss ihm das Mikro weg.
Ich spüre immer noch eine unglaubliche Wut, wenn ich daran denke. Vor allem an das verkniffene Gesicht der Reporterin. Diese blöde Fotze. Sorry. Nein, kein Sorry. Wie war das nochmal mit der vierten Gewalt im Staat? Und warum soll ich nochmal GEZ bezahlen, ihr Arschlöcher?
Ich hatte schon vorher geahnt, dass einige Dinge nicht so ganz in der Reihe laufen. An diesem Tag, durch dieses „Interview“ bekam ich dann meine Bestätigung. Danke, ARD.

Wie ging es also weiter? Ich diskutierte. Ich lief bei Demonstrationen mit. Ich las Michael Moore. Ich lieferte in der Schule ein Kunstprojekt ab, das im Grunde eine einzige flammende Rede gegen amerikanischen Faschismus, Kapitalismus und diesen verschissenen Irakkrieg darstellte (Note: Eins). Und ich hörte System Of A Down, die sich wie kaum eine zweite Band gegen diese ganze Scheiße positioniert hat. Dies bekam mit Boom!, einem Song von Steal this Album!, einen Höhepunkt und setzte sich mit B.Y.O.B. fort. Das steht übrigens für „Bring your own bomb“.

Heute sehe ich viele Dinge etwas differenzierter als mit 16. Oder mit 20, als Mezmerize erschien. Aber einige meiner Grundprämissen werden sich hoffentlich nie ändern. Dazu gehört, dass blood for oil scheiße ist. Krieg sowieso. Und dass man niemals staatlich subventionierten, konservativen Lügenmedien trauen sollte.
System Of A Down lieferten mir den Soundtrack zu dieser wütenden Phase, die ich niemals missen möchte.

Konzerterfahrung
Nachdem Serj Tankian schon solo unterwegs war und es fiese Gerüchte gab, SoaD hätten nicht nur eine kreative Pause eingelegt, sondern sich gar getrennt, kamen sie 2011 endlich zum Ring!!!
Naja. Ich mache es kurz. Das Konzert war an sich in Ordnung – meine Begleitung nicht. Sorry, aber ich kann nun mal nicht abgehen, wenn der Rest der Bagage nicht mitmacht. Wir standen einige Meter hinter dem zweiten Wellenbrecher kurz vor einem Monitor, konnten also alles, was auf der Bühne abging perfekt sehen, aber Party sieht doch anders aus. Aber die Herrschaften waren MÜDE. Grmpf.
Ich ging dann zwar mal auf eigene Faust etwas weiter nach vorne, um mit der Menge zu tanzen, aber ich war wohl zu nüchtern, um die Tatsache zu vergessen, dass ich gerade im Grunde alleine war. Obwohl die Leute in der Menge unglaublich nett waren.
Deshalb wurde dieses Konzert leider nicht zu dem Highlight, das es eigentlich sein sollte.

Was mich das Album lehrte
„Why don’t presidents fight the war
why do we always send the poor?“
– B.Y.O.B.

Trivia
Serj Tankian und Daron Malakian sind beide armenischstämmig und setzen sich sehr dafür ein, dass der Völkermord an den Armeniern endlich ausreichende historische Würdigung erfährt.
War nämlich auch eine riesige Sauerei, auch wenn gewisse Leute dies gerne leugnen. Gut gemacht, Türkei. Du warst auch schon vor letzter Woche nicht unscheiße.

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Meine Top 7 Alben aller Zeiten – Teil 3: Nirvana „Nevermind“

Irgendein ernsthaftes Music-Best-of ohne dieses Schätzchen? Irgend…eines?

Nirvana

Tracklist
1. Smells like Teen Spirit
2. In Bloom
3. Come as you are
4. Breed
5. Lithium
6. Polly
7. Territorial Pissings
8. Drain you
9. Lounge Act
10. Stay away
11. On a Plain
13. Something in the way (+Endless Nameless)

Erstkontakt
Und so begab es sich, dass zwei verwirrte, unglückliche Mädchen mit gekreuzten Beinen vor der Anlage des einen Mädchens saßen und Musik hörten. Dieses Mädchen – meine beste Freundin – spielte dem anderen Mädchen – mir – etwas neues vor. Es war die Live-Version von Smells like Teen Spirit, die auf der From the muddy banks of the Wiskah zu finden ist.
„Wie findeste?“
„Hm, joah… wer isn das?“
„Nirvana. Der Sänger, Kurt Cobain, war ein Junkie und hat sich umgebracht.“
„Cool,“ sagte ich. Und sie nickte verstehend.

Highlights
Smells like Teen Spirit
In Bloom
Come as you are
Breed
Lithium
Polly
Territorial Pissings
Drain you
Lounge Act
Stay away
On a Plain
Something in the way

Tiefpunkte
Bitch, please.

Biographisches
Ich sitze hier und kann kaum in Worte fassen, wie sehr Nirvana mich beeinflusst hat. Als ich Kurt Cobains sanfte Stimme zum ersten Mal hörte, war ich praktisch innerlich abgestorben. Er hat mich ins Leben zurück geholt. Und seitdem weiß ich: Es ist immer noch besser, sich schlecht zu fühlen, als gar nichts zu fühlen.
Ich erinnere mich an meine Abschlussfeier zur Mittleren Reife. Was habe ich geweint. Dabei hatte ich wirklich keinen Grund dazu. Die Realschule war scheiße gewesen. Freunde hatte ich keine. Aber, naja, wenigstens wurde ich nicht allzu sehr gemobbt. Eher übersehen. Es könnte doch SEHR viel schlimmer sein, oder? – dachte ich damals. Deshalb die vielen unnötigen Tränen.
nirvana3Aber ich hatte ja Nirvana. Und kurz vorm Eintritt in die Oberstufe meiner neuen Schule stand fest: Ab jetzt könnt ihr mich alle aber mal sowas von am Arsch lecken. Anpassung, Anerkennung, verzweifelt versuchen, wenigstens nicht in allem so dermaßen hinterher zu hinken? Nä, das gibts jetzt nicht mehr. Nehmt mich so wie ich bin oder fickt euch!

still in my room, still in my heart

still in my room, still in my heart

Ich stiefelte also am ersten Schultag mit Chucks, zerrissenen Levis 501 und einem viel zu großen unlizensierten (und deshalb saucoolen) Kurt-Cobain-Shirt aus Italien in die Klasse – und wurde sofort akzeptiert. Mehr noch, man fand mich cool!!
Meine Familie hasste mich für mein neues Auftreten. Auch verging kein einziger verdammter Tag, an dem ich nicht auf der Straße wegen meiner kaputten Jeans angepöbelt wurde.
Aber ich fühlte mich zum ersten Mal wohl und ging fast jede Woche tanzen. Rückblickend war das vielleicht die beste Zeit meines Lebens.

Konzerterfahrung
Nirvana-Konzerte? Wie, zur Hölle, wie? Kurt Cobain brachte sich um wurde ermordet, als ich gerade neun Jahre alt war. Ich glaube, sollte ich je eine Zeitmaschine erfinden, wäre ein Nirvana-Konzert irgendwann Anfang der Neunziger meine erste Zieladdresse.
Wenigstens gibt es das legendäre Unplugged-Konzert. Ich weiß noch, wie der erste Todestag von Kurt nahte, nachdem ich ihn entdeckt hatte. Traditionell zeigte MTV dann immer das schon erwähnte Konzert, irgendwann spät abends.
Ich saß also an diesem Tag aufgeregt wie ein kleines Mädchen vor dem Fernseher und inhalierte die Musik und die Bilder. Es war so dermaßen traumhaft. Und mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
Kurt sah nie besser aus.

(Is nur der Soundcheck. Hat auch was.)

Was mich das Album lehrte
„It’s okay to eat fish
cause they don’t have any feelings“
– Something in the way

Trivia
Wo soll ich da nur anfangen? Ich tät sagen: Gar nicht. Nächstes Jahr jährt sich Kurts Todestag zum 20. Mal. Da könnt ihr euch jetzt schon auf einen entsprechenden Artikel einstellen, falls es mich dann noch gibt. Da werdet ihr aber sowas von zugeschmissen mit irgendwelchen random facts.
Vielleicht schaffe ich es bis dahin, meine Abneigung gegen Leichenfledderei zu überwinden und endlich seine Tagebücher zu lesen. Doch halt, lasst mich überlegen… nee!

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