7 Filme, die ich liebe, obwohl sie jeder hasst

Was eignet sich in Zeiten, in denen ich eigentlich unter Hochdruck Bewerbungen schreiben müsste, besser als Prokastinationshilfe, als endlich einen Artikel zu liefern, den ich schon vor über eineinhalb Jahren versprochen habe? Zeigt dieser Umstand doch die ganze Misere meiner peinlichen Lebensunfähigkeit auf :3

Ein weiteres Problem bei der Fertigstellung war allerdings, dass mir lange Zeit einfach ums Verrecken kein 7. Film eingefallen ist. Als dies dann aber doch passierte, hätte der betreffende Film passender nicht sein können. Er ist nun meine Nummer 1! Damit Vorhang auf für…

7 Filme, die ich liebe, obwohl sie jeder hasst

 

Platz 7: American Pie
Im allerersten Kommentar unter dem anderen Artikel („7 Filme, die ich hasse, obwohl sie jeder liebt“) schrieb jemand, sie wäre vielleicht wohl ein wenig einfach gestrickt, weil ihr die Filme, die ich aufgezählt habe, alle gefielen… tja, wie soll man nun DAS nennen?
Ich kann nichts dagegen tun. Ich liebe, liebe, LIEBE dumme Teenager- oder Collegekomödien aus den späten 90ern einfach sehr hart. Ich hätte diese Liste problemlos nur mit solchen Filmen füllen können (habe es aber aus Gründen der Varianz nicht getan).
American Pie ist nun der ungekrönte König dieser Filme. „Pubertär“, „hirnlos“ und „dumm“ hat man ihn in meiner Gegenwart schon genannt – worauf ich nichts anderes antworten kann als: „Und trotzdem ist er witzig!“
Wobei, ist er wirklich so blöd? Eigentlich kam er damals mit einem ganzen Haufen guter Ideen um die Ecke. Die Hauptcharaktere sind alle auf ihre Art grundsympathisch, ihre Motivation nachvollziehbar, die jeweilige Auflösung für jeden einzelnen passend.
Und das Ende! Ist es nicht herzig?
Der zweite Teil war dann auch eigentlich genau so gut, weil er den ersten Teil praktisch eins zu eins kopierte. Es ist richtig cool zu sehen, dass wirklich jeder noch so unwichtige Nebencharakter (sogar Typen, die im ersten Teil nur mal im Hintergrund durchs Bild gerannt sind) im zweiten Teil wieder auftaucht und alle relevanten Plotlines genau so, nur halt anders, nochmal durchgehechelt werden.
Der dritte Teil fiel demgegenüber extrem ab, weshalb ich ihn überhaupt nicht mag, aber der vierte Teil macht dann wieder alles richtig. Das war Nostalgie pur.
Fazit: American Pie ist immer noch und für alle Zeit der perfekte Streifen für schnapsselige Filmabende – egal, wie blöd er ist!

Platz 6: Unbreakable
Viele Leute setzten große Hoffnung in diesen Film, der nach dem Überraschungserfolg von „The Sixth Sense“ das zweite große Projekt von dem damals als Regie-Wunderkind gefeierten M. Night Shyamalan war. Diese Erwartungen wurden enttäuscht, die meisten fanden den Film zum Gähnen langweilig.
Nun, es IST natürlich wahr, dass M. Night Shyamalan als Regisseur einige unverwechselbare Charakteristika mitbringt, die man tatsächlich nicht gerade actiongeladen nennen kann, und ja, auch mir geht es auf den Sack, dass er es schafft, jeden noch so guten Schauspieler sämtliche Schauspielkunst aus dem Leib zu prügeln und ihm dafür einen einzigen starren Gesichtsausdruck verpasst, während er viel zu lange viel zu pseudo-tiefgründige Gespräche führt und der überraschende Twist am Ende obligatorisch und daher null überraschend ist.
Und trotzdem hat mir der Film gefallen, was einzig und allein an der Prämisse liegt. Bis dahin habe ich nie darüber nachgedacht, aber es ist doch wahr: Wenn es Leute gibt, die an schrecklichen Krankheiten leiden, dann müsste es doch tatsächlich auch Leute geben, die irgendwie unzerstörbar sind. Vielleicht nicht ganz so wie im Film (mal ehrlich, dass er am Ende sogar telepathisch und präkognitiv veranlagt ist, kommt doch ein bisschen zu sehr aus dem Nichts), aber trotzdem. Und gibt es für Superheldenfans nichts schöneres, als einen fast schon logisch zwingenden Beweis dafür, dass es vielleicht, so ein ganz kleines bisschen, in Echt Menschen mit Superkräften geben könnte?
Es ist sicher kein Film, den ich mir zum Spaß noch ein Dutzendmal ansehen werde, weil „Shyamalan“ wohl das indische Wort für „das Gegenteil von Spaß“ ist. Aber auch wenn ich absolut nachvollziehen kann, warum man den Film nicht mag, mag ich ihn trotzdem.

Platz 5: Das Wunder von Bern
Inzwischen gilt ja so ziemlich alles, was in welcher Form auch immer einen nostalgischen Blick auf unser Heimatland wirft, als nazihaft irgendwie ein bisschen anrüchig. Und das deutsche Kino sehen ohnehin viele als größte Lachnummer überhaupt an.
Diesen Menschen empfehle ich dringend die unfassbar schlechte, offen gewaltverherrlichende und – lustigerweise! – latent nazihafte amerikanische Adaption des deutschen Kinoklassikers „Das Experiment“. Allen anderen sei hiermit mitgeteilt, dass ich „Das Wunder von Bern“ für einen großartigen Film halte, den ich mir immer wieder gerne ansehe – spätestens zur nächsten WM! Trotz einiger eindeutiger Fehler (so ist Fritz Walters, meines ewigen Fußballhelden, Dialekt anscheinend nicht richtig wiedergegeben! Skandal!) und der etwas tränendrüsigen Filmmusik bietet er genau die leichtfüßige Berieselung, die ich bei einem meiner Lieblingsgenres, nämlich dem auf Entertainment ausgelegten historischen Film, so schätze. Damit ist er nicht nur für Fußballfans interessant, sondern in der Tat ein treffendes Sittengemälde der frühen 50er Jahre! Hände hoch, wer die spritzigen Wortgefechte zwischen dem Journalisten und seiner Ehefrau nicht großartig findet.

Platz 4: Manta Manta
Bleiben wir doch bei Meisterwerken der deutschen Kinokunst!
Ich mag nicht nur billige Teenagerkomödien und seichte Historienfilme, sondern auch deutsches Prekariatskino! Als solches ist „Manta Manta“ wohl die Blaupause für alles, was danach kam. Besondere Aufmerksamkeit verdient er aber auch, weil er der letzte gute Film von Til Schweiger war!
Diese witzige Peinlichkeit hat mich sogar zur Idee einer Fortsetzung inspiriert: 20 Jahre nach den Ereignissen des 1. Teils findet die Tochter von Manni (Schweiger) seinen alten Manta irgendwo in einer Garage und macht ihn wieder flott, um die Bonzen an der Uni aufzumischen, während Manni irgendwie damit klar kommen muss, dass seine Tochter 1. studiert und 2. ein Mädchen ist. Das, sowie die Beantwortung der Frage, was aus den Protagonisten des 1. Teils geworden ist, bietet so viel Raum für Gags, Mario Barth wäre begeistert! Am Ende dann Versöhnung, die Erkenntnis, dass jedes Arbeiterkind, das es an die Uni schafft, ein Stück Proll im Herzen bewahren soll und ein megamäßig aufgepimpter Manta, natürlich der heimliche Star des Ganzen (wo er doch neben Til Schweiger sowieso der eindeutig bessere Schauspieler ist). Mantas sind ja auch einfach geile Autos, trotz ihres ungerechtfertigt schlechten Rufs! Ich denke, das könnte ein totaler Hit werden, aber vermutlich ist sich Til Schweiger inzwischen zu fein für sowas. Ich bin mir jedenfalls nicht zu fein für das Geständnis, wie sehr ich diesen Film immer noch feiere! Er lindert mich über den Schmerz hinweg, dass mein Stiefvater seinen (schwarzen! OMG!) Manta schon vor Jahrzehnten verkauft hat.

Platz 3: Titanic
Hier gilt ähnliches wie bei der Nennung von „Avatar“ in der anderen Liste. „Avatar“ war vielleicht der erfolgreichste Film aller Zeiten, wird aber sicher nicht von allen geliebt, und „Titanic“ hasst jeder, obwohl auch dieser Film einst Rekorde brach. Man mag es ein bisschen willkürlich nennen, aber meiner Empfindung nach ist „Titanic“ nun doch im Rückblick für die breite Masse ein eindeutig schlechter Film, Rekorde hin oder her.
Aber das völlig zu unrecht! Ich meine – ich sehe, welche Probleme viele mit dem Film haben. Eine kitschige Liebesgeschichte, natürlich, wie lame! Gerne wird dabei aber vergessen, dass „Titanic“ in erster Linie ein Katastrophenfilm, sprich pure Action ist! Und die sieht 20 Jahre nach der Veröffentlichung des Machwerks immer noch verdammt gut aus. Wesentlich besser als das meiste von dem, was uns heute als unispiriertes CGI vorgesetzt wird.
Doch nicht nur das! Die Kostüme! Das Design! Die hervorragend besetzten Schauspieler! Ich meine, allein Billy Zane reißt die Rolle des Schurken, die im Grunde genauso motivationsfrei und billig daher kommt wie ihre Entsprechung in „Avatar“ aber sowas von raus! Er rockt seinen Charakter! Nie war ein Kotzbrocken hassenswerter!
All das macht es wert, dass man die Ressentiments gegen den Hype zu diesem Film mal gründlich überdenkt und dann vielleicht zum Schluss kommt, dass er doch sehr gut unterhält!

Platz 2: Independence Day
Wir nähern uns der Zielgeraden mit einem Film, über den ich die letzten 15 Jahre eigentlich noch nie was positives gehört habe!
Denn ja, ich mag nicht nur billige Teenagerkomödien, seichte Historienfilme und deutsches Prekariatskino, sondern auch den Blockbuster-Actionfilm der 90er Jahre! Auch hier habe ich der Varianz wegen darauf verzichtet, die gesamte Liste nur mit Filmen wie diesem zu füllen.
Bevor Christopher Nolan, den ich ja bekanntermaßen hasse, mit dafür sorgte, Actionfilme dark und gritty und nolandish zu machen, waren Actionfilme bombastisch, herrlich unrealistisch und witzig! Denn Scheiß auf Pseudorealität – ich bin ein einfaches Mädchen und will Explosionen, übermächtige Freizeithacker und in letzter Sekunde gerettete Hunde!

Natürlich kann ich auch hier die Kritiken nachvollziehen. Aliens greifen die USA an, Amis blasen zum Angriff, ein überheroischer Präsident (noch dazu vermutlich Republikaner!) hält eine patriotische Rede, Amis retten die Welt und über all dieser hirnlosen Action weht das Star-Spangled Banner.
Klar, lebensfremde Action, übertriebener Pathos und völliger Unrealismus können schon nerven. Aber wisst ihr… das, was der Film macht, macht er trotzdem gut. Roland Emmerich wird als Ausländer den überrissenen Patriotismus seines Werkes wohl selber bemerkt haben. Mehr noch, ich stelle mir ihn sogar vor, wie er sich vor sein Produktionsteam stellt und sagt: „An diese Stelle soll nun eine patriotische, pathetische Rede. Und wisst ihr was?! Wir geben ihnen die PATRIOTISCHSTE, PATHETHISCHSTE REDE ALLER ZEITEN!!!“ Und genau so war es dann auch!
Ich meine, wer um alles in der Welt kann sich daran ernsthaft stören, dass alle Hauptcharaktere vom Anfang bis zum Ende immer nur haarscharf einer Katastrophe entkommen sowie die Lösung an den Haaren herbei gezogen ist und das „unrealistisch“ nennen, wenn es einfach gottverdammt spannend ist?! Und da ist es mir eben scheißegal, ob es Explosionen im Weltraum geben kann oder Will Smith nur durchs Zusehen lernt, wie man eine Alienuntertasse steuert, wenn es halt geil aussieht! Das mag auch wieder sehr seicht wirken – aber warum zur Hölle auch nicht? Den ganzen Tag sehen, lesen und hören wir von Tragödien, Kriegen, Umweltzerstörung, Mord und Totschlag – was ist also falsch daran, wenigstens für die Dauer eines abendfüllenden Actionfilms mal die Welt ohne mich weiter rotieren zu lassen, die Füße hochzulegen und mich verdammt nochmal gut unterhalten zu lassen? Gute Unterhaltung muss nicht tiefgründig sein und seichte Unterhaltung kann trotzdem wahnsinnig gut gemacht sein! Wenn ihr das nicht glaubt, dann schaut euch zum Vergleich einfach mal die Fortsetzung des Films an, denn DIE macht NICHTS richtig!
Nennt „Independence Day“ meinetwegen den professionellsten Trashfilm aller Zeiten, wenn ihr einen ironischen Grund braucht, um ihn euch anzusehen, bevor ihr ihn zerreißt. Aber messt ihn doch bitte nicht an Maßstäben, die er niemals erreichen wollte, und verurteilt ihn nicht dafür, reines Popcornkino ohne großen Anspruch bieten zu wollen. Denn das ist nicht nur völlig legitim, sondern macht auch einfach Spaß!

Platz 1: Wolverine
Hier ist er. Meine Nummer Eins. Der Film, der Fans auf der ganzen Welt zum Heulen gebracht und mir trotzdem gefallen hat.
Bei jedem anderen Film dieser Liste kann ich die Kritik daran nachvollziehen, teile aber einfach die Schlussfolgerung nicht. Dieser Film ist anders. Tatsächlich habe ich nicht mal gemerkt, welche Probleme er hat, bis ich die Kritiken las. Mein Urteil nach der ersten Sichtung war dann auch unbedarft positiv. Hugh Jackman, eine Filmcollage am Anfang, die mich wirklich geflasht hat, Hugh Jackman, viele Mutanten, Hugh Jackman, geile Kampfszenen, Hugh Jackman, coole Klamotten, Hugh Jackman… das sind doch alles Zutaten für einen guten Film, oder? Kein Meisterwerk, sicher, aber ich war dennoch völlig befriedigt rundherum zufrieden.
Bis ich, wie es meine Gewohnheit ist, Rezensionen zum Film las – die mir plötzlich ausführlich, nachvollziehbar und leider sehr logisch darlegten, was für eine grottige Umsetzung dieser Film darstellt… und was für ein Idiot ich war, ihn zu mögen.
Das kommt ja nicht oft vor, aber ich saß wirklich völlig sprachlos vor all diesen Argumenten und schrumpelte bei jedem bissigen Kommentar noch mehr zusammen, während ich mich vor Verlegenheit wand. Denn ich habe ihnen nichts, aber auch wirklich gar nichts entgegen zu setzen. Außer nun mal das (bitte in piepsiger Stimme lesen): „Ich mag ihn aber trotzdem.“
Nie klaffte meine eigene Meinung und die Auffassung der breiten Masse weiter auseinander, ohne dass ich mich dafür rechtfertigen konnte. Außer den Umstand, dass ich nun mal kein Fan der Marvelcomics bin und mir deshalb die katastrophale Umsetzung von Deadpool zumindest damals noch ziemlich am Arsch vorbei ging, habe ich auch nichts zu meiner Verteidigung vorzubringen. Habt also Mitleid mit mir!

Montagsliste: 7 Filme, die ich hasse, obwohl sie jeder liebt

Ich habe letzte Woche schreckliches Ungemach auf mich gezogen. Ich posaunte etwas zu laut herum, meine Bildungslücken im Bereich Film schließen zu wollen, weshalb die Mitbewohner mich zwangen, „Star Wars“ mit ihnen anzusehen. Ich habe noch keinen einzigen der Filme ganz gesehen, also nahmen sie das zum Anlass und veranstalteten mit mir einen Marathon mit der Original-Trilogie, die beide lieben.

Danach mochten sie mich nicht mehr. Aber was soll ich dagegen machen. Ich fand die Filme einfach nicht so doll. Es wäre sicher anders, wenn ich sie schon als Kind gesehen hätte. Aber so?

Ich hätte bei dem Thema sogar mal ausnahmsweise die Fresse gehalten, weil ich aus purer Nerd-Solidarität wirklich keine Star-Wars-Fans beleidigen will. Aber man wollte mein Urteil ja unbedingt hören. Zurück bleiben zwei völlig fassungslose Mitbewohner und eine auch nicht sonderlich begeisterte Twitter-Followerschaft.

Da dachte ich mir: Ist der Ruf schon ruiniert, kann ich auch noch einen draufsetzen und eine kleine Liste zusammen stellen mit Filmen, von denen die Menschheit total begeistert ist… und die ich allesamt zum Kotzen finde. So eine Gelegenheit kriege ich vielleicht nie mehr!

(Als kleiner Trost für alle Star-Wars-Fans, die es bis hierher geschafft haben, möchte ich euch Hemators Blog ans Herz legen, falls ihr ihm nicht sowieso schon folgt. Der Junge kennt sein Franchise!)

7 Filme, die ich hasse, obwohl sie jeder liebt

Platz 7: Antichrist
Fangen wir mal locker an mit einem Film, den ganz sicher NICHT jeder liebt, der aber trotzdem auf diese Liste gehört, weil er eine Zeitlang von der selbsternannten kulturellen Elite gelobt worden ist, bis mir die Ohren bluteten. Denn dieser Film ist SCHEISSE. Er ist EKLIG, er ist PSEUDO, er ist LANGWEILIG. Und er ist ein Paradebeispiel für alles, was im Arthouse-Kino falsch läuft, denn nur, weil man eine völlig wirre Story in Schwarz-Weiß oder mit seltsamen Bildfiltern dreht und das Ganze mit italienischen Opernarien unterlegt, werden sinnlos widerliche Splatterszenen noch lange nicht zur Kunst!
Meine alten Mitbewohner waren ja ach so schockiert, dass ich den Film nicht total feierte. Die konnten ernsthaft nicht verstehen, was ich an diesem Machwerk schlecht finden konnte. Diese dämlichen Hipster mit ihren reichen Eltern! Einer erklärte mir bedeutungsschwanger, dass Lars von Trier während der Dreharbeiten an Depressionen litt (als wäre es nun meine Pflicht, diesen Müll nur deshalb gut finden zu müssen), während der andere über die Tiefsinnigkeit schwadronierte. Allein diese religiösen Bezüge mittels dieser Bibelgeschichte von den drei Bettlern…
Ich, die dumme Kulturverächterin aus dem katholischen Hinterland, musste ihm dann erklären, dass es eine solche Geschichte nicht gibt. Was nochmal auf ne ganz andere Art armselig ist. Wenn man in der Bibel keine Geschichte findet, die zu dem Müll passt, den man drehen will, sollte man vielleicht nicht einfach eine erfinden, nur um belesen zu wirken!
Dass man diesem Film dann auch noch unfassbaren Frauenhass vorwerfen kann, interessiert mich ehrlich gesagt schon gar nicht mehr, denn jede vertiefte Interpretation ist pure Zeitverschwendung und davon hatte man nach 100 endlos langen Filmminuten schon mehr als genug.
Antichrist – das Gegenteil von Kinovergnügen! Es ist mir egal, ob man mich wegen dieser Meinung für dämlich hält.

Platz 6: Ich – Einfach unverbesserlich
Dieser Film war lange Zeit in meinem Freundeskreis DER Animationsfilm, auf den alle total abgegangen sind. Weil er ja so WITZIG wäre.
Tatsächlich ist er das nicht. Klar, er hat seine Momente
its so fluffy
aber insgesamt war mir die Lacherdichte doch nicht groß genug. Ich kucke Animationsfilme ganz sicher nicht, weil ich sie für total tiefgründig halte, aber das ist wirklich der einzige, bei dem ich jemals so unangenehm daran erinnert wurde, dass ich eigentlich schon zu alt für diesen Scheiß bin.
Viele Animationsfilme funktionieren auf zwei Ebenen – für Erwachsene und Kinder. Dieser dagegen fand ich einfach NUR kindisch albern. Das geht mit der doofen Story los, setzt sich fort beim zuckrigen Design und endet bei den unterkomplexen Charakteren.
Alles in allem ein Film, den ich sicher nicht wirklich hasse, den ich aber einfach nicht noch mal sehen will, doch weil mir das niemand lassen wollte und ich seit Jahren von allen Seiten mit diesen blöden Minons traktiert werde, hasse ich ihn jetzt halt doch!

Platz 5: The Incredibles
Man sollte meinen, als Superheldenfan müsste ich „The Incredibles“ total feiern. Tatsächlich ist das mal ein Film, der ich regelrecht sauer gemacht hat. Lustigerweise stört mich hier das Gegenteil von dem, was mir bei „Ich – Einfach unverbesserlich“ auf den Sack geht. Es ist, als hätte Christopher Nolan (oh, zu dem kommen wir noch…) einen Pixar-Film gedreht. Ich halte mich bei gruseligen Dingen, die man Kindern zutraut, für relativ schmerzfrei (so bin ich wohl auch die letzte Verfechterin des „Struwwelpeters“ als Lektüre schon für Vorschulkinder), aber dies war wirklich der erste und einzige Animationsfilm, bei dem ich dachte „Mein Gott, sowas kann man doch nicht bringen“.
Besonders ist mir hier diese eine Szene im Gedächtnis geblieben, nachdem das Flugzeug mit der Familie auf dieser Insel abgestürzt ist. Die Mutter beschwört dann ihre völlig verängstigte Tochter, sich zusammen zu reißen, denn „Die wollen uns töten“ oder so, und das alles mit megacreepy Stimme. Das ist… einfach too much! Spannung, ok, Grusel, klar, aber irgendwie fehlt mir hier etwas, das diese Elemente für Kinder auf eine Weise umsetzt oder abfedert, die sie ertragen können.
Was ist außerdem die Message des Films? „Wenn alle was besonders sind, ist es keiner“? Ich meine… dafuq? Nachdem man sich jahrelang bemüht, seinen Kindern beizubringen, dass alle Menschen gleich viel wert sind, kommt dieser Film daher und sagt ihnen, dass manche halt doch einfach besser sind als andere? Ähm, was?
Darum nervt mich auch die Schlussszene. Ein Speedster, der ein Rennen gegen Menschen ohne Superkräfte läuft (und natürlich gewinnt). Das ist unanständig. Sowas tun Superhelden einfach nicht.

Platz 4: Avatar
Ein Film, der mich null interessiert hat, den ich mir dann aber doch noch im Kino ansah, weil er da schon als der erfolgreichste Film aller Zeiten gehandelt worden ist (Bildungslücke schließen und so). Was nur beweist, wie schnell sich aus Scheiße Gold machen lässt, wenn man nur ein paar hübsche CGI-Effekte draufsetzt und das Ganze in 3D dreht.
Ich bin absolut kein Freund von 3D. Sicher ist das manchmal ganz nett. Aber noch nie hat es mich so mitgerissen, dass es mir den Euro für die 3D-Brille wert gewesen wäre – vom normalen exorbitanten Aufschlag für 3D-Filme ganz zu schweigen.
Avatar ist aber nun ein Film, der komplett von diesen Effekten lebt und ohne sie NICHTS ist.
Weniger als nichts sogar. Es weiß ja inzwischen jeder, dass die Story von „Pocahontas“ geklaut ist. Sie ist aber noch dazu schlecht geklaut (und dazu latent rassistisch). Dieses Gelaber über die ganzheitliche Alienkultur ist selten dämlich und ekelhaft moralisierend. Zu keinem Zeitpunkt erweckt der Hauptcharakter Sympathien und der Bösewicht ist grundlos böse. Überhaupt hat man diesen Film wohl nur in 3D gedreht, um damit zu verschleiern, wie flach sämtliche Protagonisten sind.
Ja, manches sieht ganz hübsch aus, wenn man Computereffekte toller findet als echte Masken und Requisiten, in die irgendjemand mit handwerklichem Höchstgeschick stundenlange hingebungsvolle Arbeit gesteckt hat – aber das ist auch schon alles. Dieser Film ist wirklich an Banalität nicht zu überbieten und deshalb ist es eine furchtbare Schande, dass er in die Geschichte eingehen soll als erfolgreichster Film aller Zeiten!

Platz 3: Frozen
Uuuund noch ein Animationsfilm – und auch dieses Mal einer, der viele Superlative sein eigen nennen kann!
Aber warum? Warum?! Es ist mir wirklich völlig unbegreiflich, wieso „Frozen“ der erfolgreichste Animationsfilm und damit auch der erfolgreichste Disneyfilm aller Zeiten ist. Ernsthaft, erklärt es mir!
Das hat dieser Film in meinen Augen einfach nicht verdient. Der Story fehlt jedes ikonische Element, sie ist im schlechtesten Sinne nicht „klassisch“, was alles einfach verworren macht und so viele offene Fragen lässt wie z.B. die, woher Elsa eigentlich überhaupt ihre Kräfte hat. Auch hier nervt mich wieder das kindische Design (Olaf! Kotz!!!), aber im Gegensatz zu „Frozen“ hatte „Ich – einfach unverbesserlich“ wenigstens keinen Gesang. Der ist nun aber leider meist totally pointless (Olaf! Kotz!!!) und bietet außer bei „Let it go“, was einfach ein perfekt arrangierter Popsong ist, nur langweiliges Geträller, das weder die Story voran bringt, noch im Ohr bleibt.
Und es sind ZU VIELE SONGS!! Braucht man wirklich als Einstieg ein Lied über’s Eishauen? Überhaupt, wie kann man man davon ausgehen, dass auch nur 10% aller Kinobesucher (darunter mit Sicherheit kein einziges Kind) kapieren, was die da tun (nämlich auf die einzige Art Eis beschaffen, die es gab, bevor man Kühlschränke erfand)?
Und die Charaktere, ach, die Charaktere. Ein Bösewicht, der aus dem Nichts auftaucht, ohne dass es vorher auch nur einen einzigen Hinweis auf seine finsteren Absichten gibt, ein nerviger Hauptcharakter (Anna) und ein Comedy Sidekick, der Jar Jar Binks Konkurrenz machen könnte (Olaf! Kotz!!!), dazu Eltern, die sich einfach nur unfassbar dämlich dranstellen, was die ganze Story schon von ihrem Fundament an ins Wackeln bringt!
Alles wirklich überhaupt nicht toll – was zu verkraften wäre, gäbe es diesen meganervigen Hype nicht um einen Film, der zu keinem Zeitpunkt mehr als durchschnittlich ist! Was mich einfach wahnsinnig macht!

Platz 2: Inception
Ich kenne mehrere Leute, die mich lynchen würden, wenn sie meine wahre Meinung über „Inception“ kennen würden. Auch hier gab es einen krassen Hype, wie es überhaupt um jeden Film von Christopher Nolan einen Hype gibt. Aber leider krankt dieser Film an den selben Problemen, die man in jedem Nolan-Film bestaunen kann.
Erstmal: Ja, die Bilder sind teils ganz nett. Aber das ist auch schon alles. Wie in jedem Film schafft es Nolan, Banalitäten so zu verpacken, bis der unkritische Zuschauer total fasziniert und überzeugt davon ist, den tiefgründigsten Film des Jahres gesehen zu haben. „Es ist total komplex! Und cool!“
inception
Komplex? Das ist er nicht mal wirklich! Die Story ist nicht komplex, sondern von hinten bis vorne absurd und NATÜRLICH wirkt sowas kompliziert, wenn man es versucht zu kapieren, weil es da eigentlich nichts zu kapieren gibt!
Und cool? Ja, so cool, dass man fast erfriert. Mit dem Ergebnis, dass die Traumwelt, eines der größten Mysterien des Menschseins, zu einem sterilen Hightech-Gemetzel verkommt. Eine Technik, mit der man in die Träume anderer Menschen reisen kann… und wofür? Wirtschaftsspionage.
Wow. So deep wie eine Pfütze.
Ich nehme an, wenn man „Inception“ als den hirnlosen Actionfilm sieht, der er eigentlich ist, statt ihn zum mindfuckigsten Knallerkino seit „Matrix“ hochzustilisieren, kann er wirklich ein bisschen Spaß machen. Aber da er selbst hier nicht mal im Ansatz das bietet, was der Trailer verspricht und es mich einfach tierisch annervt, wie dieser Film gefeiert wird für einen philosophischen Tiefgang, den er nicht hat, ist er bei mir nicht einmal mehr für das gut!

Platz 1: The Dark Knight
Ja. Hier ist er. The Dark Knight. DER Film, der nicht nur eine Millarde Dollar eingespielt, sondern auch Heath Ledger einen Oscar gebracht hat und als bester Batmanfilm ever gilt.
Der Film, den ich so gerne mögen würde, aber einfach nicht mögen kann.
Es ist Nolan. Ich mag ihn nicht. Ich mag nicht sein Konzept der „Pseudowirklichkeit“, mit der er es schafft, alles, was an Batman cool ist, so lange durch seinen Realismusfilter zu jagen, bis es nur noch lahm und uncool ist. Ich mag sein Design nicht, das nicht nach Batman, sondern Bateman aussieht, dem Yuppie aus „American Psycho“. Und vor allem mag ich die Banalität nicht, in die er den Joker reißt, den verdammt noch mal größten Schurken aller Zeiten!
Der Joker ist ein irrer, mordender Psychopath, aber die einzige Art, mit der Nolan das darzustellen in der Lage ist besteht darin, ihn einen Haufen Geld verbrennen zu lassen. Und alle so „Gasp! Der ist ja VERRÜCKT!!!“

dark knight

Von WEGEN.


Während der Rest der Stadt völlig uninspiriert ihrem Idealismus frönt, wofür es nicht den geringsten Grund gibt. Aber das ist halt auch so ein Problem mit Nolan: Alle sind völlig over the top, im Guten wie im Schlechten, und da kann es halt sein, dass sich ein Bandenmitglied für „die Sache“ freudig opfert oder sämtliche Polizisten Gothams unbewaffnet gegen Panzer anrennen. Okay, das war beides in „The Dark Knight rises“, aber der hat die Linie aus dem vorherigen Teil halt auch nur konsequent auf die Spitze getrieben!
Das ist nicht der Batman, den ich sehen will. Batman ist ein Ninja mit krassen Ninjamoves, das Batmobil ist ein geiler Schlitten und kein Panzer, der Joker ist ein Dandy und keine schmatzende Schmalzlocke mit fettigen Haaren. Musik ist zur Untermalung der Story da und nicht ein endloses Dröhnen, das jede einzelne Szene dramatisiert! Hach, so könnte ich ewig weiter machen. Vielleicht sollte ich mir den Film nochmal ansehen und einen ganzen Beitrag drüber schreiben, denn meine Enttäuschung war nach dem Kinobesuch wirklich immens… bzw. auch nicht, denn nach „Batman Begins“ wusste ich ja schon, in welche Richtung es gehen würde. Darum und aus vielen anderen Gründen hasse ich diesen Film sehr hart!

Wenn ihr euch jetzt ärgert, dann wartet auf nächstes Mal, wenn ich euch Filme präsentiere, die ich liebe, obwohl sie jeder hasst. Dann könnt ihr euch da so richtig lustig über mich machen!

Montagsliste 2: 7 nett gemeinte Dinge, die jede Kellnerin hasst

Nach einer urlaubs- und energiebedingten Pause von 4 Wochen geht es nahtlos weiter mit der heutigen Montagsliste-am-Dienstag!

Schon lange nichts mehr aus der schillernden Nachtwelt der Kellnerei… das ist doch kein Zustand.

Heute geht es um ein ganz heikles Thema, denn Menschen reagieren immer sehr sauer, wenn sie helfen wollen und man ihre Hilfe ablehnt… oder sogar schlechtheißt. Allerdings ist „gut gemeint“ ja nicht „gut gemacht“ und „nett“ ist der kleine Bruder von „scheiße“, weshalb es leider einiges gibt, was man als Gast in Kneipen, Bars und Wirtshäusern falsch machen kann, obwohl man eigentlich nur behilflich sein will.
In solchen Fällen ist es als Kellnerin leider ganz schwer, die Contenance zu bewahren, denn einerseits möchte man freundliche Gäste nicht anschnauzen, andererseits steckt hinter dieser „Hilfe“ oft eine so riesige Portion himmelsschreiender Blödheit, dass man den Gästen gerne „Denk doch mal nach, du besoffener Vollhorst!!!“ ins Gesicht brüllen würde. Und wenn man das dann nicht KANN, weil man WEISS, dass sie es ja nur nett meinen… urgh.

Wenn ihr also die besten Gäste überhaupt sein wollt, vermeidet ganz einfach diese folgenden 7 nett gemeinten Dinge, die jede Kellnerin hasst!

1. „Ich bring dir das grad hoch!“

Da steht man hinter der Theke und ahnt nichts böses, als sich plötzlich am Rande des Gesichtsfeldes eine bedrohliche Bewegung abspielt. Gast hinter der Theke! GEFAHR!!
Nennt es Überdramatisierung. Aber wenn man nachts allein in einer Bar steht, dann gibt es gewisse Regeln, die für alle Gäste zu gelten haben. Und eine davon ist: GÄSTE HABEN HINTER DER THEKE NICHTS ZU SUCHEN.
Warum? Pragmatische Gründe. Und normalerweise WISSEN Gäste, dass dieser Bereich heilig und allein den Angestellten vorbehalten ist. Immerhin steht da der Alkohol und die Kasse – klar, dass man sich da fernzuhalten hat.
Aber naja, einfach schon mal die Gläser vom Tisch einsammeln und schnell hinter die Theke huschen zum Abstellen… wer könnte da etwas dagegen haben? Ist doch voll nett!
Nope. Grade, WEIL Gäste normalerweise NICHT von selbst hinter die Theke gehen, hat die Erfahrung gezeigt, dass nur megabesoffene und/oder potentiell gewaltbereite Gäste diese Regel brechen, also keine Personen, die man zu nah an den Alkohol, die Kasse oder sich selbst herankommen lassen möchte – was einen akuten Adrenalinflash zur Folge hat, wenn plötzlich so eine Gestalt hinter einem steht. Ob die dabei freundlich lächelt und die Hände voller Gläser hat, spielt dabei leider keine Rolle.
Gut, meistens sind Intermezzi dieser Art schneller vorbei, als man „Weg hinter meiner Theke!“ rufen kann, weshalb es nicht sooo tragisch ist. Aber unerwartete Schocks dieser Art nerven trotzdem. Darum: Wenn ihr unbedingt helfen wollt, stellt die Gläser AUF der Theke ab – oder einfach auf eurem Tisch so, dass man auch rankommt!

2. *Pling*

So schepperts, ehe man reagieren kann. Grade war man noch leicht angesäuert, weil die zahlenden Gäste kein Trinkgeld gegeben haben, da purzeln auch schon ein paar Münzen in die offene Kellnerbörse. Hebt man den Kopf, blickt man in ein paar strahlende Gesichter, in denen der Stolz die Wangen rosig färbt. Denn: SIE geben das Trinkgeld NACH dem Abkassieren, weil es auf die Weise weniger zu rechnen ist – und schmeißen es gleich in die Kasse rein, damit die Kellnerin nicht mal die Hand aufmachen muss!
Hach, Leute. Sicher gut gemeint und so. Aber es gibt nur sehr wenige Kneipen, in denen das Trinkgeld aus dem Betrag besteht, der übrig bleibt, wenn man die Kasse gezählt hat. Weil kaum eine Kneipe wirklich alle Getränke in die Kasse boniert oder aufschreibt – je ranziger, desto unwahrscheinlicher. Also nehmen die Kellnerinnen das Trinkgeld raus, wenn sie es bekommen und bewahren es separat auf. Was jedoch heißt: Alles, was in der Kasse landet, bleibt auch dort – und damit beim Chef.
Widersteht also dem Dagobert-Duck-haftigen Drang, Münzen klimpern zu lassen, und gebt uns das Trinkgeld direkt in die Flosse. Das erspart uns die grobe Peinlichkeit, nachfragen zu müssen, was wir wirklich hassen!

3. „Und noch einen Schnaps für dich!“

Heikler Punkt. Ich möchte auf gar keinen Fall den Eindruck erwecken, Kellnerinnen fänden es IMMER scheiße, wenn Gäste einen ausgeben. Im Gegenteil – möchte ich nach meiner Schicht noch weiter ziehen, ist das eine nette Gelegenheit, schon mal etwas vorzutanken, ohne den Schankverlust meines Chefs in astronomische Höhen zu treiben. (Die Alternative – das, was man trinkt, auch zu bezahlen – kommt natürlich gar nicht in Frage.)
ABER. Leider scheint Gästen nicht klar zu sein, wie oft so etwas passiert, zumal viele mit EINER Schnapsrunde mit der Kellnerin absolut nicht zufrieden zu stellen sind. Da Alkohol jedoch die Arbeitsleistung eklatant verschlechtert, was vielen Besoffenen scheinbar nicht bekannt ist, kann man schlicht und ergreifend nicht jedes Getränkeangebot annehmen.
Und, noch wichtiger: Man WILL es auch nicht. Natürlich machen ein, zwei Schnaps nicht besoffen. Aber nur, weil ich gerne einen trinken gehe, heißt das nicht, dass ich diesen Scheiß, der mir zudem überhaupt nicht schmeckt, in mich reinschütten muss, nur um Gästen einen Gefallen zu tun, weil sie das Angebot ja nur nett gemeint haben. Es ist nämlich immer noch MEIN Körper, den ich schädige, wann ICH es will. Und sowieso ist halbbesoffen weggeschmissenes Geld, auch wenn es nicht mein eigenes ist!
Also? Gerne könnt ihr fragen, ob die diensthabende Thekenkraft mit euch einen trinken will. Aber wenn sie „nein“ sagt, hört auch wieder damit auf – und seid dann verdammt noch mal nicht beleidigt!

4. „Lass mich das machen!“

Irgendwann im Laufe der Schicht kommt die lästige Aufgabe, das Leergut wegbringen zu müssen. Arbeitet man nun in einer Kneipe, in der dazu ein Gang durch den Gastraum nötig ist, kann man hundertprozentig sicher sein, dass mindestens ein Gast in den Weg springt und seine Hilfe anbietet.
Nett. Sicher. Aber falls ihr auch zu diesen Exemplaren gehört und gar nicht verstehen könnt, warum das so schlimm sein soll, beantwortet mir bitte eine Frage: Wenn dabei was schiefgeht und eine Flasche zu Bruch geht, welcher Depp muss dann wohl die Scherben aufkehren?
Na? Na??? Da habt ihr’s. Tatsächlich ist das keine Panikmache, wenn man viele verschiedene Flaschen in vielen verschiedenen Größen in eine Kiste quetscht. Dass da mal was durchrutscht, ist praktisch unvermeidlich, aber wesentlich unwahrscheinlicher, wenn jemand diese Kiste trägt, der das schon mal gemacht hat. Andererseits ist es leider absolut nicht hilfreich, sich einer Person in den Weg zu stellen, die diese wackelige Angelegenheit wegbringen will, bevor etwas passiert, oder gar schon an der Kiste zu zerren, ehe sie auf das freundliche Angebot überhaupt antworten konnte.
Natürlich gibt es sicher auch Kellnerinnen, die diese Form der Ritterlichkeit zu würdigen wissen. Bei allen anderen gilt jedoch das selbe wie bei den Freischnäpsen: EINMAL FRAGEN REICHT. Und da ich zwar als Kellnerin durchaus dafür Sorge tragen soll, dass Gäste sich wohlfühlen, aber nicht auf der Welt bin, um mich darum zu kümmern, dass fremde Männer sich wie Helden vorkommen, weil sie für mich eine unfassbar leichte Kiste mit leeren Flaschen wegbringen, sehe ich es auch nicht ein, diese Arbeit abzugeben, nur um jemanden einen Gefallen zu tun – zumal die möglichen Scherben dann wieder ganz allein meine Angelegenheit sind, denn beim Putzen hilft natürlich keiner.

5. „Lass mich dich heimbringen!“

Das letzte Bier ist gezapft, der Schankraum leer, nur noch ein Gast sitzt an der Theke. Alles ist bereit für den Feierabend, wäre da nicht ein Problem: penetrante Überfürsorglichkeit.
Auch das bitte nicht falsch verstehen. Ich bin vollkommen davon überzeugt, dass die meisten Angebote, mich sicher nach Hause zu geleiten, wirklich galanter Hilfsbereitschaft entspringen statt irgendwelchen Hintergedanken. Und trotzdem nehme ich sowas nicht an. Denn erstens bin ich jahrelang allein heim gegangen und lebe immer noch. Und zweitens sehe ich absolut nicht, warum es gefährlicher sein sollte, allein heim zu gehen, als mich von jemanden heimbringen zu lassen, den ich nicht kenne.
Denn ja, solche Angebote kommen nur von ganz neuen Gästen, die man genau an diesem Abend kennen gelernt hat. Sie waren nett, haben sich mit uns unterhalten, gaben ein gutes Trinkgeld. Aber vertraue ich ihnen deswegen? Nope.
Aus der Sicht des Gastes, der nur redliche Ziele hat, ist das natürlich eine krasse Beleidigung. Aber auch darauf kann man schlicht und ergreifend keine Rücksicht nehmen. Und einfach hartnäckig weiter darauf zu bestehen, mich heim bringen zu dürfen, obwohl ich das schon abgelehnt habe, ist nicht gerade dazu angetan, mich von der Harmlosigkeit der betreffenden Person zu überzeugen.

6. „Ich nehm schon mal…“

Ein Tablett zu tragen, voll mit befüllten Gläsern, davon viele hoch und schwer, ist ein heikler Balanceakt. Das sollte eigentlich jedem einleuchten. Darum leuchtet es mir absolut NICHT ein, warum Gäste darauf rumgrabschen müssen!
Ganz ehrlich, Leute: Finger weg!!! Was glaubt ihr, was passiert, wenn ihr mal eben so eurer bestelltes, pfundschweres Weißbier von einem vollbepackten Tablett nehmt, das mit einer Hand balanciert wird?! Und warum sind erwachsene Menschen so ungeduldig, dass sie der Kellnerin unbedingt beim Verteilen der Bestellung „helfen“ müssen, obwohl sie damit höchstens den Inhalt der Gläser über der Kellnerin verteilen?!
LASST ES. Es ist nicht nett, es ist nicht hilfreich. Es ist nur scheißgefährlich! Denn wenn man diese ruckartige Unbalance nicht reflexartig ausgleichen kann, hat man nicht nur viel zu wischen und ist sehr nass, sondern muss auch die tödlichen Blicke des Chefs ertragen, der solche Missgeschicke natürlich nicht in Rechnung stellt, aber halt auch nicht besonders begeistert davon ist.
Daher: Nehmt gerne eure Gläser vom Tablett, aber erst, wenn es sicher auf dem Tisch steht!

7. „Das macht…“

Ihr arbeitet seit Stunden ohne richtige Pause. Viele Leute gröhlen durcheinander, die Musik ist laut. Euch ist ein bisschen duselig, weil ihr euch ein paar Schnäpse habt aufdrängen lassen. Es ist mitten in der Nacht, aber der Feierabend noch lange nicht in Sicht. Wobei, EINE Gruppe will jetzt endlich bezahlen, also schnell die Rechnung aus der Kasse nehmen und hin, oje, viele verschiedene Getränke und alle wollen getrennt bezahlen, Moment, der eine Typ will als erster, drei Bier, vier Schnaps, zwei Longsdrinks, äh…
„Das macht soundsoviel Euro!“
Danke, Alter. NICHT hilfreich. Darüber hinaus Nervfaktor Unendlich bei Gästen und eine ach so nette Geste, die Kellnerinnen im ganzen Land abgrundtief hassen.
Glaubt jemand ernsthaft, ich könnte mich einfach so drauf verlassen, was ihr mir da jetzt vorgerechnet habt? Natürlich nicht. Menschen sind böse. Warum sollte ich bei völlig unbekannten Gästen also darauf vertrauen, dass sie mir den richtigen Betrag nennen? Und selbst, wenn diese Gäste total redlich sind: Menschen sind außerdem ziemlich doof. Viele brauchen keine laute Musik, Alkohol oder Stress, um sich schlicht und ergreifend zu verrechnen.
So oder so: Ich muss den Scheiß selber ausrechnen. Da ist es nicht gerade förderlich, mich dabei immer und immer und IMMER UND IMMER UND IMMER wieder zu unterbrechen, weil ihr schon auf die Lösung gekommen seid oder – ganz hilfreich, natürlich! – zum achtzigsten Mal aufzuzählen, was ihr alles getrunken habt!
Lasst uns Zeit zum Rechnen und haltet dabei bitte einfach die Schnauze. Das ist das netteste, was ihr tun könnt, ohne euch dabei anstrengen zu müssen!

Mit welchen hilfreichen Handgriffen machen euch in eurem Beruf Gäste, Kunden, Patienten, Klienten etc. das Leben schwerer als nötig?

Montagsliste 1: Meine 5 schönsten Gaming-Erinnerungen

Willkommen zum zweiten Teil meiner Montagskolumne, in der nun jeden 2. Montag des Monats eine Liste zu allem möglichen Scheiß erscheint! Und fangen wir doch einfach mal mit etwas an, was die meisten Leute tatsächlich für gigantischen Scheißdreck halten: Videospiele!

Warum aus allen Themen, die sich hier so bieten, ausgerechnet dieses Thema als erstes? Tja… ich habe wirklich keine Ahnung. Irgendwie schien es eine gute Idee zu sein, da ich einige der folgenden Erlebnisse tatsächlich so großartig fand, dass ich ohnehin mal drüber schreiben wollte. Also warum nicht in einer schicken Liste?

Damit ohne weitere Vorrede zu meinen 5 schönsten Gaming-Erinnerungen, geordnet wie Charts von toll bis am tollsten!

Nummer 5: Der Sieg in Super Mario Land 2

System: Gameboy

Welches Kind der Neunziger besaß keinen Gameboy? (Ein bedauernswertes Kind natürlich.)
Da ich nie einen Nintendo hatte, waren das Spiel sowie sein Vorgänger nicht nur meine einzigen Berührungspunkte mit dem sympathischen Klempner, sondern auch mein allererstes Jump’n’Run überhaupt (denn den ersten Teil bekam ich erst später). Davor besaß ich nur Tetris, das natürlich cool war, aber eine Geschichte zu spielen und eine ganze Welt zu retten, das ist schon ne ganz andere Marke!
Nächtelang knabberte ich damals am Ende dieses Spiels. Versteckt unter meiner Bettdecke nur mit einer Taschenlampe bewaffnet wollte ich dieses Spiel unbedingt knacken. Ich hatte unzählige Geheimlevel entdeckt und natürlich alle Münzen gewonnen, aber die Eroberung des Schlosses stand noch aus. Im Rückblick ist der Endkampf mit Wario echt lahm gewesen, aber durch dieses blöde Schloss zu kommen war für mich als Neunjährige gar nicht mal so einfach!
Und natürlich ging es um die Ehre. „Wenn du am Anfang Select drückst, spielst du in leicht,“ belehrte mich eine Klassenkameradin damals. Aber ich WOLLTE es nicht im Easy Mode schaffen. Ich wollte es richtig machen!
Und eines Nachts war es dann soweit. Als die Endcredits rollten, fühlte ich mich wie eine absolute Gamerkönigin. Nicht, dass es den Ausdruck „Gamer“ damals schon gab oder ich je wirklich einer geworden bin. Aber dieses Erfolgserlebnis legte den Grundstein für künftige Daddelvergnügen und war einfach nur megaawesome, als ich am nächsten Tag damit in der Schule angeben konnte!

Nummer 4: Postal-2-Gemetzel

System: PC

Inzwischen doppelt so alt und gar nicht mehr so unschuldig, hatten sich meine Präferenzen etwas verschoben. Jump’n’Run, ok, das ist nett und Crash Bandicoot 3 wird ewig einen Platz in meinem Herzen haben, aber als desillusionierter Teenager mit Hass gegen die ganze Welt wollte ich TOD, ZERSTÖRUNG, CHAOS!
Was könnte da besser sein als eine Runde Postal 2. Dieses Spiel ist ein einziger großer Gewaltexzess und LACHT auch noch drüber. Egal, ob man auf das Grab seines Vaters pinkeln muss, Büchergegner niedermetzelt oder einfach nur Milch kaufen will: Jede einzelne Quest ist ein Ausflug in das Gehirn eines Wahnsinnigen. Politisch unkorrekter Splatter voll rabenschwarzem Humor, wie er für diese Phase meines Lebens passender nicht hätte sein können und so dermaßen bescheuert, dass ich selbst heute noch über die inzwischen ziemlich in die Jahre gekommene Graphik hinweg sehen und tierisch viel Spaß an diesem Spiel haben kann.
Counterstrike soll für jugendliche Gewaltausbrüche verantwortlich sein? Darüber haben wir damals nur gelacht. CS fand ich persönlich megalahm, der reinste Kindergarten dagegen. Und hat es mir geschadet? Nein. Mit meiner besten Freundin abends vor dem Computer zu hocken und unter lauten „MUHAHA!!!“ irgendwelchen Leuten im Spiel, die uns als Postal Dude überhaupt nichts gemacht haben, das Hirn wegzuballern, war einfach nur megafetzig und die reinste Katharsis. Sowieso bin ich ja der Meinung, dass Leute, die sich über gewalttätige Videospiele aufregen, einfach noch nie selbst eins gespielt haben. Dann wüssten die, dass es Spaß macht, ohne dass man es im echten Leben nachstellen will!
Später bekam ich dann noch das Add-On „Apocalypse Weekend“ von irgendwo her in einer halb englischen, halb serbischen (?!) Version, was dann nochmal ne Spur krasser war. Und ich liebte jede Sekunde davon! Darum gehört dieses außergewöhnliche Spielerlebnis in seiner Gesamtheit hier definitiv rein!
(So, und hier spare ich mir mal einen Link, weil sich irgendjemand davon hundertpro auf den Schlips getreten fühlen wird – aber auf Youtube gibt es massig Gameplay zu sehen 😀 )

Nummer 3: Vater-Tochter-Zeit mit Tomb Raider 3

System: Playstation

Es dürfte an meinem 14. Geburtstag gewesen sein, als die Bettelei endlich ein Ende hatte: Ich bekam meine eigene Konsole!! Und als erstes Spiel gab es, damals topaktuell, Tomb Raider 3 oben drauf.
Ehrlich gesagt verstehe ich im Nachhinein wirklich nicht, warum die alten TR-Teile so unglaublich beliebt waren. Irgendwie waren sie ziemlich lahm, hatten keine tolle Graphik und auch keine sonderlich spannende Story. Aber da gab es natürlich Lara Croft mit ihren Riesentitten… das wird’s wohl gewesen sein.
Will sagen: Das Spiel hat die Zeit meiner Meinung nach nicht sonderlich gut überstanden, weshalb es auch eines der letzten Spiele sein dürfte, bei dem ich das Bedürfnis habe, es neu zu zocken. Und trotzdem war es beim ersten Mal echt schön – was daran lag, dass mein Stiefvater, so sehr er sich auch gegen die Konsole gesperrt hatte, eifrig mit dabei war!
Fast täglich wartete ich ungeduldig darauf, dass er von der Arbeit kam, damit wir spielen konnten. Ich glaube, ich habe damals kaum je allein gespielt. Meistens steuerte ich die gute Lara, während er hochkonzentriert daneben saß und beim gemeinsamen Erkunden der Level schlaue Kommentare abgab. Er war von jedem noch so lahmen Schockeffekt begeistert, feierte das Knacken jedes Rätsels und sparte nicht mit Lob, wenn ich eine schwierige Stelle schaffte. Es war das letzte Mal, dass wir uns so richtig gut verstanden, bevor es in der Pubertät krass schwierig wurde, aber ich habe jede Minute unserer Daddy-Tochter-Zeit genossen.
Klingt das kitschig? Und wenn, ist mir das vielleicht egal? Was soll’s – das zeigt nur, dass einige der schönsten Erlebnisse nur dann so richtig toll sind, wenn man sie mit jemanden teilen kann!

Nummer 2: Der Kampf gegen die Omega Weapon (Final Fantasy 8)

System: Playstation

Mit 15 und 16 habe ich hunderte Spielstunden damit verbracht, das absolute Optimum aus diesem unglaublich genialen Spiel rauszuholen. Ich zog geduldig Zauber, schlug mich mit nervigen Morbols rum, lernte dieses dämliche Kartenspiel, obwohl mich die Random-Regel fast in den Wahnsinn trieb, und gewann tatsächlich ALLE möglichen Karten etc.pp. Und, natürlich, ich besiegte auch die Ultima Weapon.
Erst Jahre später erfuhr ich, dass es noch ein weiteres Megamonster gab – dessen Tage von da an gezählt waren!
Eines schönen Abends packte ich mein FF8 und meine Memory Card ein und begab mich zu meinem damals besten Kumpel, der mir davon erzählt hatte. Wir hatten rausgefunden, wo sich die Omega Weapon versteckte und wollten nicht eher ruhen, bis sie besiegt war!
Das war allerdings schon im Vorfeld gar nicht mal so einfach. Man musste in Artemisias Schloss eine Glocke schlagen, dann die Spieler wechseln, dann ein Tor durchqueren und stand dann erst vor der Omega Weapon – wenn sie einen denn angriff. Das wollte sie die ersten zehn Male irgendwie nie. Und griff in der kurzen Zeit, die einem dafür blieb, ein anderes Monster an, musste man das Ganze wieder von vorne versuchen. Unsere Nerven lagen also schon blank, noch bevor es überhaupt tatsächlich zum Kampf kam.
Aber dann war es soweit. Ich stand ihr leibhaftig gegenüber – der Omega Weapon. Womit der epischste Kampf meiner gesamten Gaming-Karriere begann!!
Das Vieh war… ultrakrass! Mein Puls dürfte die ganze Zeit über bei gesunden 200 Schlägen die Minute gelegen haben. Während ich mich voll reinhing, krallte mein BF neben mir die Fingernägel in seine Wangen und schrie Anweisungen, die ich nicht brauchte. „Heilen! Aura! Heldentrank! Heilen! Aura! Heilen! HEILEN!!!“
Aber es war zu spät: Meine gesamte Party war tot. Enttäuscht schmiss ich den Controller hin, nur um die schönsten Worte zu lesen, die jemals auf einen Fernsehschirm erschienen sind: „Flamme des Lebens“! Phoenix war gekommen und rettete mich!!
Weiter ging es mit der nervenzerfetzenden Spannung, insgesamt gut eine halbe Stunde lang. Und letztendlich… polierte ich diesem Scheißvieh die Fresse!! Beim ersten Mal!!!
Ich bekam ein paar Items, die ich zu diesem Zeitpunkt eh nicht mehr brauchte, aber der berauschende Hauch des Sieges war mir Gewinn genug! Der perfekte Abschluss für ein perfektes Spiel, ein Spiel, das hoffentlich irgendwann mit moderner Graphik wieder aufgelegt wird, der absolute Burner!

Dieser Kampf war die Definition von episch! Was könnte besser sein als DAS?! Nun…!

Nummer 1: Chillen mit Skyrim

System: Playstation 3

Ich hatte meine Jugend mit meiner Playstation verschwendet verbracht, aber alle schöne Zeiten müssen wohl enden. Irgendwann kam die Playstation 2, die ich mir nicht leisten konnte. Aus dem Alter, in dem man sich sowas zu Weihnachten wünschen konnte, war ich auch raus. Ohne neue Spiele verstaubte meine Playsi langsam. Das tat weh.
Spiellose Jahre zogen ins Land, bis ich eines Tages endlich meine Berufung fand und neben der Uni mit dem Kellnern anfing. Gleichzeitig zog ich in meine erste WG… ausgestattet mit einer Playstation 3.
Es war eine nicht ganz einfache Zeit. Ich mochte meinen neuen Job und war froh über das Geld, aber die Arbeitszeiten waren ziemlich hart und ungewohnt. Kam ich nachts nach Hause, war ich müde, aber auch gleichzeitig zu überdreht zum Schlafen.
Es waren diese dunklen Stunden, bevor der neue Tag anbrach, in denen ich, ungestört von meinen Mitbewohnern, in den Sessel sank und nach dem Controller griff, der sich noch ganz genauso anfühlte wie damals, aber inzwischen mit einem wesentlich leistungsfähigeren Gerät verbunden war (und das KABELLOS). So startete ich Nacht für Nacht Skyrim und… entspannte mich. Die Quests und die Story waren was für den Tag, aber in der Nacht chillte ich einfach nur. Ich begann das Spiel und ließ alles an unnötigen Ballast in meinem Haus in Weißlauf zurück. Ich behielt nur meine Rüstung, ein paar Heiltränke, ein einhändiges Schwert, meinen Bogen und Pfeile. Leichtes Gepäck. Damit reiste ich an den Rand des bereits erforschten Gebiets, lief los… und jagte. Hirsche, Bären, Säbelzahntiger. Ich hatte heraus gefunden, dass man die Schmiede ganz leicht hochskillen kann, wenn man einfach immer nur Lederhelme herstellt. Dafür braucht man aber Leder und für Leder braucht man Felle. Somit verband ich das Angenehme mit dem Nützlichen. Nebenbei verbesserte ich ganz selbstverständlich meine Bogen- und Schleichskills.
Ich durchstreifte lichte Mischwälder, überquerte Eisfelder, suchte mir meinen Weg durch unwegsames Gebirge. Fand ich ein neues Gebäude, lief ich gerade so nahe hin, bis es auf der Karte erschien, und dann schnell wieder weg. Ich wollte keine Quest, keinen Kampf, keine Menschen oder andere Rassen treffen. Ich mied auch die Siedlungen. Lieber sah ich mir die flimmernden Nordlichter an und spürte nichts außer tiefer Ruhe. Nur ich, die Tiere und diese wunderschöne Graphik, von der das neunjährige Mädchen, das Mario durch verzauberte Schlösser gesteuert hatte, nicht mal zu träumen gewagt hätte. Manchmal killte ich einen Riesen, aber reden wir nicht drüber (eine Katze in Postal 2 als Schalldämpfer zu benutzen ist eine Sache, aber einen Riesen in Skyrim zu töten ist schon etwas bösartig).
So spielte ich oft, eine halbe Stunde, eine ganze, bis ich müde wurde oder vollgepackt war. Dann speicherte ich, ging ins Bett und schlief sofort ein.
Das Ganze verlor leider seinen Reiz, als ich auf diese Weise die Schmiede tatsächlich bis 100 hochskillen konnte. Danach wollte ich nicht mehr jagen gehen. Was sollte ich denn mit den ganzen Fellen machen? Und Tiere einfach so abballern, ohne dass ich irgendwas von ihnen brauchte, wollte ich nicht. Ich bin doch kein Engländer!
Damit war diese Phase dann auch irgendwann vorbei, aber ich denke gerne an diese ruhigen Nachtstunden zurück, die ich nur mit mir selbst und meinem Spiel verbrachte.

Ich kann nur hoffen, dass irgendwann nochmal ein Spiel entwickelt wird, das mich so zu faszinieren imstande ist. Was war euer schönstes Gaming-Erlebnis?

Gaming