Und noch ein Update! (Weihnachtsedition)

Morgen ist Weihnachten, also wäre eigentlich die Zeit gekommen für mein fast schon traditionelles Gejammer darüber, wie unheimlich scheiße dieses Fest ist… aber dieses Jahr fällt das flach. Einerseits, weil ich durch den ganzen Stress der letzten Wochen noch nicht mal im Ansatz realisiert habe, dass es morgen wirklich schon soweit ist (was ich gar nicht mal so schlecht finde). Und andererseits deswegen, weil mein Herz gerade voll Liebe ist ❤

Liebe Leute, ich kann nur immer und immer wieder Danke sagen. Denn eine Woche vor Ende meiner Spendenaktion wurde das Spendenziel nicht nur erreicht, sondern sogar deutlich überschritten!!! Das ist mit Abstand das schönste Weihnachtsgeschenk, das ich jemals bekommen habe. Das verschafft mir genug Luft, um nicht als hysterisches Nervenbündel ins neue Jahr zu gehen. Nochmal: DANKE!!!

Einzig meine Aussage über die  Verwendung muss ich ein wenig revidieren. Auf Twitter wurde ich nämlich darauf aufmerksam gemacht, dass meine Vorstellung von einer „Stundung“ nicht der Realität entspricht – jedenfalls nicht, wenn es um die KfW geht. In meinem jugendlichen Leichtsinn dachte ich, eine Stundung würde bedeuten, die Zahlungen würden einen bestimmten Zeitraum lang ausgesetzt. Tatsächlich werden sie aber GESCHOBEN – was bedeutet, dass ich, wenn ich, sagen wir, 10 Monate lang die Rückzahlungen stunden würde, am Ende dieser Zeit die KOMPLETTEN Zahlungen AUF EINMAL hätte bezahlen müssen – also nicht knapp 400 Euro im Monat, sondern VIERTAUSEND auf einmal!

Wusstet ihr das? Falls ja, könnt ihr jetzt über mich lachen oder den Kopf schütteln. Ich wusste es nämlich nicht. Und mindestens zwei Personen in meinem Umkreis, die selber ihren Studienkredit stunden und die ich jetzt darauf aufmerksam gemacht habe, auch nicht. Was echt scheiße ist.

Das heißt aber auch: Selbst, wenn bei meiner Hilfsgesuch überhaupt nichts zusammen gekommen wäre… allein für diese Info hätte es sich schon gelohnt – und das hat mich vor einem schweren Fehler bewahrt. Auch dafür kann ich nicht oft genug Danke sagen.

Damit ist das Thema Stundungsantrag vom Tisch. Der Alternativplan lautet nun, weiterhin die Raten zu bezahlen, bis ich die Zahlungshöhe ändern lassen kann. Das geht leider erst ab April zur nächsten Roll-Over-Periode (was immer DAS auch heißt). Das Gute ist jedoch, dass genug Geld zusammen gekommen ist, um die Zeit bis dahin zu überbrücken – und danach sind die Zahlungen (hoffentlich) auf einem Niveau, das ich selber leisten kann 🙂

Lediglich der Freund muss damit jetzt leider noch ein bisschen warten, bis er sein Geld zurück kriegt, aber der freut sich da eher noch drüber (wir erinnern uns… wegen MACHT und so).

Ich habe lange überlegt, wie ich jetzt mit dem Spendenpool verfahren soll, da ich ihn ursprünglich bis Silvester geöffnet habe, das Ziel aber ja erreicht ist. Trotzdem habe ich mich entschlossen, ihn nicht vorzeitig zu schließen. Ich weiß, dass es leider immer Leute geben wird, die einem so etwas nicht gönnen, die neidisch sind oder einfach nur allgemein verbittert, und das jetzt als Anlass nehmen werden für noch mehr Hohn und Hass… aber ganz ehrlich: Geld (oder der Mangel daran) ist für mich leider ein viel zu großes Thema, um auf sowas Rücksicht zu nehmen. Niemand wäre froher als ich, wenn eine solche Aktion nicht nötig gewesen wäre, aber sie war es nun mal.

Tatsache ist: Mit dem Erreichen des Spendenziels sind meine akuten Geldprobleme gelöst. Ich sitze aber immer noch auf einem riesigen Berg Schulden, von dem ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht genau weiß, wie ich ihn jemals zurück zahlen werde. Ich hoffe, das ändert sich noch, aber bis dahin ist jede Hilfe willkommen. Selbst, wenn von heute an bis Silvester nur noch 5 Euro dazu kommen… das sind dann schlicht und ergreifend 5 Euro weniger, um die ich mir Sorgen machen muss.

Deshalb bleibt der Spendenpool solange offen wie ursprünglich geplant. Wer deswegen lästern will, kann das gerne tun. Ich wünsche solchen Menschen nur aus vollen Herzen, dass sie niemals in eine solche Situation kommen werden – und sich dann auch noch zusätzlich so eine bösartige Scheiße anhören müssen.

Alle anderen, die mir die letzten Tage durch liebe Worte, Unterstützung und ihre Spenden geholfen haben, wünsche ich außerdem ein schönes Weihnachtsfest mit einer erträglichen Verwandtschaft, leckerem Essen und reichen Gabentisch. Ich kann dazu leider nichts beitragen außer meinem tausendsten Dankeschön – und ein bisschen Musik mit meinem Lieblingsweihnachtsalbum!

 

Danke, Leute, ihr seid toll ❤

Hilfsgesuch – Update!

Leute… das kommt bei mir nicht oft vor, aber ich bin echt sprachlos. Ich habe mir alle möglichen Reaktionen ausgemalt (die meisten davon eher nicht so nett, weil ich ja immer vom Schlimmsten ausgehe), aber so wie es bis jetzt gelaufen ist – damit hätte ich im Leben nicht gerechnet.

Gestern habe ich mein Hilfsgesuch eingestellt – und nach gerade mal einem Tag sind schon über 1000 Euro zusammen gekommen! Das ist einfach… wow. Also echt… woah!!!

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie glücklich mich das gerade macht. Ja, ich weiß, Geld sollte nicht glücklich machen, aber wer sowas sagt, hat halt vermutlich genug davon ^^ In meinem Fall kann ich sagen, dass diese unfassliche Hilfsbereitschaft wirklich ein paar ganz akute Probleme löst und mir eine riesige Last von den Schultern genommen hat! So muss ich mich aktuell lediglich mit einem theatralischen Freund auseinander setzen („Wenn du deine Schulden an mich zurück zahlst, habe ich ja gar keine MACHT mehr über dich!!!“), der mit mir trotzdem jeden Euro feiert und mich fest drückt, wenn mich die Freundentränchen übermannen. Hach!

Deshalb einfach nur: Danke. Das ist das Beste, was mir seit langem passiert ist – und das liegt nicht mal wirklich so sehr am Geld selber als an der Tatsache, dass es wirklich so viele liebe Menschen gibt, die bereit sind, mir einfach so zu helfen. Und das macht euch wirklich zu meinen Helden!

Das meiste ist damit schon geschafft und gesammelt. Wenn der Rest jetzt auch noch zusammen käme, wäre das einfach megamäßig episch. Deshalb hier nochmal der Spendenlink. Ein paar Leute haben mich außerdem angeschrieben, weil ihnen auf der Seite die passende Zahlungsmethode fehlt – in dem Fall (aber nur wenn ihr wollt!) nehme ich auch gerne Amazon-Gutscheine ^^ Code einfach an robin.urban.blog[ät]gmail.com  🙂

So, und jetzt bleibt mir wohl oder übel nichts anderes übrig, als die nächsten Tage so viel zu lernen wie geht, denn die Ausrede „Geldsorgen“ ist ja jetzt erstmal vom Tisch 😀

 

Nochmal und für immer: Danke, Leute, ihr seid geil!!!

thank you.jpg

 

Verschnaufpause!

Es ist vollbracht – Klausuren geschafft!

Letztendlich war es doch relativ einfach, auch wenn ich vor der ersten Klausur mehrere Heulattacken durchstehen musste und schließlich nach vier erquickenden Stunden Schlaf im Prüfungsraum saß. Dementsprechend fit fühlte ich mich. Ich rannte sicher achtmal aufs Klo, um mir kaltes Wasser ins Gesicht zu spritzen, erfuhr aber leider erst in der zweiten Klausur, dass jeder Klogang genauestens protokolliert wird. Da ich jedoch noch nicht wegen eines Betrugsversuchs angeschrieben worden bin, gehe ich davon aus, dass die Prüfer mich einfach nur für die Frau mit der kleinsten Blase der Welt hielten und damit komme ich klar!

Die zweite und dritte Prüfung konnte ich schließlich antreten, ohne mehrmals in den Nächten davor voller Panik hochzuschrecken und letztendlich um fünf Uhr früh hellwach zu sein (die Prüfungen waren um 9). Der Freund hat mich nämlich jedes Mal zuverlässig zu wecken versucht, was den kleinen Komplex beruhigte, den mir meine Mutter eingeredet hat. Ich sag nur „VERSCHLAF BLOSS NICHT OH MEIN GOTT WENN DU VERSCHLÄFST WERDEN WIR ALLE STERBEN DU WIRST SICHER VERSCHLAFEN AAAHHH!“ Das hat seit meiner Kindheit dazu geführt, dass ich tatsächlich kaum verschlief – weil ich nämlich gar nicht mehr schlafen konnte.
Aber, oh Wunder: Sobald ich wusste, dass man mich wecken würde, war das Problem erledigt.

Ich hoffte also, dass die zweite Prüfung nicht so stressig sein würde. Sie war es aber doch. Und diese Erkenntnis lief in drei Phasen ab:

1. Kurz vor Erhalt der Prüfung: Nervosität angesichts der unvorhergesehenen Prüfünungsfragen.
2. Lesen der Prüfungsfragen. Der Gedanke: „Joah, das kriege ich hin“. Kurzzeitige Erleichterung.
3. Der Gedanke, für die Beantwortung fünf – F-Ü-N-F – Stunden aufbringen zu müssen. Anschließender innerer Kollaps!

Im ernst, Leute: Die schöne Gewissheit, die Prüfungsfragen beantworten zu können, war überhaupt nichts mehr wert, wenn mir klar wurde, wie UNFASSBAR MÜHSAM es sein würde, so lange Zeit am Stück daran arbeiten zu müssen! Das ist doch unmenschlich! Und wofür?! Für 5% von der Endnote!!!

So lange habe ich seit dem Abi nicht mehr schreiben müssen und ich hoffe inständig, dass es nun das allerletzte Mal war für immer!

Die nächsten Prüfungen sind dann mündlich, aber das beste ist, dass sie erst im Dezember sind! Also kann ich mich jetzt erstmal entspannen. Es ist ekelhaft, aber ich FREUE mich richtig darauf, im Oktober richtig viel arbeiten zu gehen! Besoffene Gäste, besoffener Chef, besoffenes Ich – alles besser als diese Tortur.

Aber weil leider nicht nur die Klausuren geschafft sind, sondern auch ich, steht jetzt erstmal Urlaub an. 5 Tage Spanien mit dem Freund bei hoffentlich immer noch sonnigen Wetter, denn es geht an den Strand und ich habe absolut kein schlechtes Gewissen dabei, dort nichts, aber auch gar nichts zu tun! Und dann geht es endlich auch hier weiter.

Ich habe dutzende Beiträge auf Halde, die darauf warten, geschrieben oder fertiggestellt zu werden, zuviele, um mich entscheiden zu können, was als erstes raus soll. Weil ich leider zu blöd bin, eine Umfrage einzubinden, muss ich es deshalb so fragen:
Was würdet ihr gerne als nächstes von mir lesen? Hier ein paar größere Themengebiete:

1. WG-Zeig (neue Nachbarn, alte Mitbewohner)
2. Urlaubsscheiß (USA, Trampen)
3. Comiczeug
4. Was ganz anderes, und zwar…

Kommentiert wild, auch wenn ich das erst am Freitag lesen werde, denn dieses Mal bleibt der Laptop zuhause!

Lernpause

Ich: „Weißte was? Ich mache heute mal Lernpause!“

Freund: „Ok.“

Ich: „Wie, ‚Ok‘? Willst du mich nicht zwingen? Du musst mich doch motivieren!“

Freund: „Ach, ich bin nicht wie unser Ex-Mitbewohner, der verlangen würde noch weiter zu schuften, damit aus einer 1,2 eine 1,0 wird…“

Ich: „Oh… du meinst, ich habe die Chance auf eine 1,2?“

Freund: „Nein.“

Ich: „Oh.“

Freund: „…“

Ich: „…“

Freund: „…“

Ich: „Die Note gibt’s ja auch gar nicht.“

—–

Leute… ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr die Uni gerade saugt!

Da fängt man als unbedarftes, pausbäckiges Mädel mit Sternen in den Augen und Hoffnung im Herzen an zu studieren – und kaum 10 Jahre später knallt einem die Realität brutal in die Fresse und man hat Abschlussprüfungen. Einfach so!!! Urplötzlich!!!

Twitter klage ich bereits täglich mein Leid. Jetzt also auch hier: Ja, es geht wirklich dem universitären Ende entgegen. Ja, ich habe Abschlussprüfungen. Und zwar schon ab nächster Woche -.-

Und ja, ich bin ein nervliches Wrack.

Heute habe ich beschlossen, mal eine Lernpause einzulegen (weil wegen Sonne. Und weil es nach drei Tagen intensiven Lernens ja auch mal höchste Zeit wird.). Nur deshalb schreibe ich überhaupt.

Dabei möchte ich so gerne schreiben. Pausenlos. An einer Handvoll toller Geschichten, Massen an Artikeln und mindestens drei Dutzend verschiedenen Blogbeiträgen. Wie immer, wenn ich EINFACH KEINE ZEIT HABE.

Ich weiß, dass ich damit nicht allein bin. Aber in dieser krassen Form kenne ich das von niemanden. Zumal dieser Drang, kreativ zu sein und tausend Projekte anzufangen und meine Festplatte zu sortieren und Sport zu machen und ein Drehbuch zu schreiben und nach Hollywood zu gehen und Bürgerinitiativen zu gründen und all das und überhaupt… am Ende ja doch wieder verschwunden ist. Denn:

Leider ist das nämlich kein Witz. Ich habe wirklich so einen Wisch bekommen. Und den habe ich immer noch nicht gelesen. Ich weiß nicht mal, wo ich ihn hingepfeffert habe. Was soll man dazu noch sagen?

Die Therapie hilft dabei auch nur bedingt, womit die Frage bleibt, ob ich den Rest meines Lebens dazu verdammt bin, wichtige Sachen (Hausarbeiten schreiben, Lernen für Prüfungen) so kurz vor knapp zu erledigen, dass die täglichen überforderten Heulkrämpfe praktisch vorprogrammiert sind, oder die schönen Sachen, die ich machen WILL, gar nicht zu erledigen.

Das betrifft nicht nur, aber auch den Blog. Ich möchte Karos Blogstöckchen beantworten. Ich möchte meine Stephen-King-Liste vervollständigen. Ich möchte von meiner USA-Reise schreiben, die ja erst eineinhalb Jahre her ist. Ich möchte ekelhaft romantische Dinge von mir und dem Freund teilen. Ich möchte Musik und Essen und Party. Ich möchte mich auch aufregen über unwichtigen Blödsinn. Ja, und bevor schon wieder jemand fragt, ich möchte sogar meine Liste mit Filmen, die ich liebe, obwohl sie jeder hasst endlich teilen und mir die Haue dafür abholen.

Warum kann ich das einfach nicht? Warum ist das ausgerechnet für mich nicht so einfach?

Die Hoffnung jedenfalls ist noch nicht ganz tot. Darauf, dass ich diese ganze Scheiße bis Oktober, wenn die letzte Klausur vorbei ist, und Januar, wenn die letzte mündliche Prüfung stattfindet, irgendwie überstehe und dann endgültig und tatsächlich durchstarten kann. Wie das aussieht weiß ich zwar noch nicht, aber das Thema „Uni“ ist dann jedenfalls abgeschlossen und „Lernen“ damit hoffentlich auch (zumindest in dieser Form – man lernt ja sein ganzes Leben und so).

Bis dahin freue ich mich über so aufregende Dinge wie den Keller aufräumen – morgen ist nämlich Sperrmüll. Was eine genauso gute Ausrede für eine Lernpause wie alles andere ist.

 

 

 

 

Lyrik

Vor fünf Jahren schrieb ich dieses Akrostichon. Ich weiß, es ist krass pathetisch, aber es gefällt mir trotzdem.

 

Siechend geht die Welt zugrunde
Unwahrheit der Großen Wort
Plötzlich ganz so schlägt die Stunde
Einsam leer ein jeder Ort
Reißt alles mit sich fort.
Grausam klingt die schlimme Kunde
Allumfassend diese Wunde
Und die Welt stöhnt „Mord“.

Männertränen to the Max und (fehlende) Vorbilder

Gestern hat „Mad Max: Fury Road“ bei den Oscars richtig abgesahnt. Der Freund war indes leicht verstimmt, weil ich den Streifen auf Twitter als „den bescheuertsten Film aller Zeiten“ bezeichnet habe.
Aber das ist er nun mal. Er ist bekloppt, total krank, maßlos übertrieben, irrsinnig, abgedreht, sprich: einfach bescheuert to the Max und das macht so verdammt viel Spaß, wie ein Film nur Spaß machen kann. Ob das oscarwürdig ist? Keine Ahnung. Beziehungsweise, naja, offensichtlich schon. Aber egal – für mich ist nur wichtig, dass ich den Film sicher nicht zum letzten Mal gesehen habe.

Tittenlastig

Die Oscarverleihung erinnerte mich jedoch gleichzeitig wieder an einen Text, über den ich vor Monaten gestolpert bin und der aus dem Reigen der übeschwänglichen Kritiken ausbricht. Wobei, eine Kritik kann man das wirklich nicht nennen… der Autor hat nämlich nur 10 Minuten durchgehalten, nimmt das jedoch zum Anlass, „dem neuen Filmstandard“ einen Rundschlag zu verpassen.

Neue Filme haben nämlich für ihn genau eine Schwachstelle. Etwas, was man der Welt eigentlich wirklich nicht zumuten kann. Neue Filme haben nämlich – so die weinerliche Heultriade – einfach VIEL ZU VIELE STARKE FRAUEN!!!

Ich weiß, was ihr jetzt denkt: E-kel-haft. Frauen als Hauptakteure? Frauen als leading roles? Mehr Frauen als Männer auf der Leinwand? Widerlich – da fault einem ja schon beim Gedanken daran der Schwanz ab!

Jedenfalls das kümmerliche Exemplar, den man sein Eigen nennen muss, wenn man so eine unfassbare Scheiße verzapft.

Oh, tears so manly

Okay, das habe ich jetzt nur geschrieben, damit die antifeministische Meute wieder was zu geifern hat. Überhaupt ist so ziemlich der einzige Punkt, den selbst seriöse Männerrechtler, die mich leiden können und beim bösen Wort „Feminismus“ nicht direkt Schnappatmung kriegen,  an mir kritisieren, meine konsequente Verwendung des Begriffes „male tears“. Aber wie soll man ein solches Mimimi anders nennen? Der Autor ist gar nicht persönlich betroffen, niemand zwingt ihn, sich diese Filme anzusehen. Und dennoch fühlt er sich IRGENDWIE benachteiligt, nur weil sich EINIGE Filmemacher an die offensichtliche Tatsache erinnert haben, dass die Hälfte der Menschheit aus Frauen besteht und man das deshalb auch in Filmen so zeigen kann.

Nun halte ich den Bechdel-Test, der zeigen soll, wie es um weibliche Repräsentation in Filmen bestellt ist, für ein absolut lächerliches Konstrukt. Mir sind zwei Frauen, die inhaltsschwer über den männlichen Hauptprotagonisten reden wesentlich lieber, als zwei Frauen, die sich über Lipgloss und Nagellack unterhalten (letzeres würde den Test bestehen, ersteres nicht). Und ein interessanter männlicher Charakter spricht mich bedeutend mehr an als ein weiblicher Charakter, den man nur eingeführt hat weil „weibliche Repräsentation und so“. Aber man müsste wirklich schon blind und dämlich sein, um nicht trotzdem zu merken, dass die meisten (Haupt)Rollen in Film und Fernsehen immer noch mit Männern besetzt werden.

Sich nun darüber zu echauffieren, dass es tatsächlich auch Ausnahmen gibt – wie soll man das anders nennen als „peinliche Jammerei“ auf einem Niveau, wie man es halt nur in der Manosphere findet, weshalb der Begriff „male tears“ nun mal zutreffender kaum sein kann?

Der Mittelpunkt des Universums

Wobei, natürlich trifft das nicht nur Filme und Serien. In die selbe Kerbe schlägt ein viel älterer Artikel, in dem sich ein männlicher Abiturient unter anderem darüber ereifert, in seiner Deutschprüfung „Frauenthemen“ behandeln zu müssen. Er musste nämlich wählen aus drei Themen: Eine Gedichtinterpretation zur „Loreley“ und „eine Textinterpretation über zwei Damen die an Liebeskummer leiden“. Das dritte Thema wird nicht erwähnt – vermutlich war das ein „Männerthema“.

Meine Fresse, ey. Wisst ihr, was meine Themen in der Oberstufe waren? Nathan der Weise, Minna von Barnhelm, Faust, Die Räuber, moderne Liebeslyrik und Die Blechtrommel. Also haargenau ein Werk, in dem tatsächlich eine Frau eine größere Rolle spielt – wobei es in „Minna von Barnhelm“ eigentlich ausschließlich um männliche Befindlichkeiten geht. Und da regt sich dieses angebliche Bübchen darüber auf, die „Loreley“ interpretieren zu müssen? Ist ja nur eines der bedeutendsten Gedichte der deutschen Romantik (das man übrigens auch antifeministisch deuten könnte, wenn man wollte). Und warum sich mit dem Liebeskummer zweier Frauen auseinander setzen, wenn man sich doch viel besser mit Oskar Matzeraths oder Karl von Moors Eskapaden befassen kann (zum Beispiel dem Vergewaltigen von Nonnen – was für ein tragischer Held)?

Dass dabei die MÄDCHEN in der Klasse auf der Strecke bleiben… hach, das juckt die Herren der Schöpfung natürlich nicht. Sie wollen, nein, MÜSSEN der Mittelpunkt des Universums sein – weniger ist inakzeptabel. Deshalb geht eine Deutschprüfung mit zwei Dritteln angeblicher „Frauenthemen“ gar nicht, obwohl die „männerfreundliche“ Alternative hieße,  zwei Drittel „Männerthemen“ zu behandeln. Oder drei Drittel. Was dann natürlich wieder überhaupt kein Problem wäre.

Ich halte diesen Brief eines Abiturienten ja für einen äußerst peinlichen Fake. Ernsthaft, allein dieser Satz: „Entschuldigt meine saloppe Ausdrucksweise aber ich hab genug von diesem erbärmlichen Quatsch mit Soße“? Also BITTE. Die Achtziger haben angerufen: Sie wollen ihre knorken Beleidigungen zurück! Zumal hier, wenn ich mich nicht ganz stark irre, bei Veröffentlichung noch „Quatsch mit Sosse“ stand, ein Fehler, der einem älteren Autor, der die Schule schon vor längerer Zeit abgeschlossen und daher von der letzten Rechtschreibreform nicht viel mehr mitgekriegt hat, als dass das ß irgendwie abgeschafft worden ist, in Nachahmung eines, äh… „jugendlichen“ Schreibstils (rofl) leicht unterlaufen kann, einem aktuellen Schüler allerdings eher weniger.

Abgesehen davon ist aber auch das einfach wieder Jammerei auf Höchstniveau – entweder von einem Mann oder einem Jungen, der dabei vergisst, dass er Dinge beweint, die für Frauen (und Mädchen) so alltäglich sind, dass sie den meisten nicht mal auffallen. Ich wäre als Schülerin nicht mal auf die IDEE gekommen, mich über die Überrepräsentanz männlicher Protagonisten in unserer Literaturauswahl zu beschweren, weil es so NORMAL war!

Die wenigen Vorbilder

Zurück zu den Medien und gleich mal zur Frage, warum ich das Thema JETZT auspacke, obwohl über Mad Max tatsächlich schon viel gesagt worden ist (auch zu diesem Thema). Ganz einfach: Erstens habe ich den Film erst kürzlich sehen können (und bin seitdem sehr betrübt darüber, um das Kinoerlebnis gebracht worden zu sein). Und zweitens hängt das stark mit einem weiteren Thema zusammen, über das ich zufällig ebenfalls gestern wieder nachdachte.

Eigentlich wollte ich nach der Serie „Versailles“ suchen (grauenhaft übrigens, genau das, was rauskommt, wenn man HBOs „Blut und Titten“-Erfolgsrezept kopiert, aber dabei interessante Charaktere, intelligenten Spannungsaufbau und tolle Story weglässt. Der Freund und ich schalteten nach einer halben Folge weg), stolperte dabei aber über eine Kindheitserinnerung: Lady Oscar.

Lady Oscar ist ein schon etwas älterer Anime, der in der Zeit der französischen Revolution spielt. Die titelgebende Hauptprotagonistin ist dabei die sechste Tochter eines hochrangigen Generals, der, da er sich einen Sohn gewünscht hat, Oscar einen Männernamen gibt und sie wie einen Jungen erzieht.

So wenig ich Animes auch mag und so albern Textzeilen wie „wie ein Mann kann sie fighten, sie kann fechten und reiten“ heute auch sind – als Kind habe ich diese Serie sehr gemocht. Sie bediente nämlich eine Sehnsucht, die ich jahrelang nicht benennen konnte.

In einem anderen Artikel schrieb ich mal:

Rollenklischees haben mir meine Kindheit zur Hölle gemacht. Mir ist täglich unter die Nase gerieben worden, wie schrecklich ich sei, nur weil ich nicht den Erwartungen eines “typischen Mädchens” entsprochen habe. Ich durfte nicht toben und Fußball spielen, bekam nie die Spielsachen, die ich gerne wollte und wurde in Klamotten gezwängt, die ich hasste. Außerdem wurde ich früh darauf vorbereitet, was mich in meinem späteren Leben unweigerlich erwarten wird: Hausfrau sein, Männer bedienen, lächeln, brav sein, die Fresse halten. Mein Umfeld hat mir eine so passive Art Weiblichkeit vermittelt, dass ich einen regelrechten Hass darauf entwickelte. Das machte die Anfänge meiner Pubertät extrem problematisch (“oh mein Gott, ich werde tatsächlich zur Frau – wie scheiße!”) und zog sich durch bis ins frühe Erwachsenenalter.

Als solches „untypisches Mädchen“ fühlte ich mich immer fehl am Platze, falsch, regelrecht wie ein Alien – und deshalb saugte ich sämtliche Beweise für die Existenz ANDERER Frauen, die so waren wie ich oder wie ich gerne sein wollte, gierig auf, ohne das überhaupt selbst zu merken. Natürlich gibt es in den Medien massenweise Frauen – aber welche Rollen nehmen die ein? Köchin, gute Mutter, schmuckes Beiwerk oder dumme Tussi, die ständig gerettet werden muss, wenn sie nicht gerade darüber jammert, dass ihr ein Fingernagel abgebrochen ist.
Tomboys dagegen, die man seltsamerweise in vielen Serien als Nebencharaktere findet, waren meine Heldinnen. Burschikose Mädels, die über den Schönheitswahn ihrer Schwestern die Augen rollten, kreativ waren, stur, belesen, nerdig. Das sprach mich an.
Und dann natürlich die echten, unrealistischen Heldinnen. Lady Oscar wurde ja schon genannt. Dann Wonder Woman – natürlich. Obwohl die eigentlich als Charakter sehr wenig Tiefe besitzt, jedenfalls weitaus langweiliger ist als Batman. Aber damals war mir das egal, Hauptsache ENDLICH mal eine Frau, die was interessantes macht, kämpft und stark ist, statt ein Mann. Immer und immer nur ein Mann.

Ich könnte noch Dutzende Beispiele nennen. Aber die Essenz ist: Was ich als Kind und Jugendliche suchte und sehr selten fand, waren weibliche Vorbilder. Und dabei gab ich mich schon mit sooo wenig zufrieden. Mit welcher Berechtigung können sich nun erwachsene Kerle darüber auslassen, dass es nun tatsächlich mal im filmischen Kontext EIN PAAR solcher Frauenfiguren gibt, die man tough und cool statt nervig und hilflos finden kann – wenn es denn überhaupt weibliche Charaktere gibt?

Ich bin es als Frau gewöhnt, mich auch relativ problemlos mit männlichen Charakteren identifizieren zu können, weil ich einfach sehr lange nie eine andere Wahl hatte. Wenn nun Männer sich zuhauf beschweren, weil in „Mad Max“ ausnahmsweise mal mehr Frauen zu Wort kommen als Männer, zeugt das nicht nur von einer intellektuellen Behäbigkeit, sondern nun mal auch von hochgradig peinlichen Rollenklischees. Und das, obwohl auch Antifeministen den Wert starker Vorbilder bewusst ist – verlinkt doch MANNdat gleich neben ihrem Abitur-Heulpost eine Jungenleseliste.

Solange die Mehrzahl der Hollywood-Blockbuster und Serien immer noch männlich dominiert sind, solange ist das Jaulen nach mehr männlicher Repräsentation nichts weiter als Ausdruck einer nach außen hin arroganten, aber innerlich hoch verunsicherten Männlichkeit, die vermutlich erst dann zufrieden gestellt ist, wenn alle Heldenrollen wieder 100% weiberfrei sind.

Da fragt man sich, wie es sich mit dem eigenen Bild von Männlichkeit verträgt, sich buchstäblich wie die Prinzessin auf der Erbse aufzuführen?

So, und jetzt warte ich auf den einen Kommentar von zehn, der nicht nur aus „Aber-aber-aber Feministinnen jammern doch auch!!!einself“ besteht. Den werde ich dann freischalten, alle anderen nicht. Warum? Weil ich Lust drauf habe. Heult doch.

Alles neu! (Schon WIEDER.)

2016 und immer noch keine fliegenden Autos.

2015 ist vorbei – das vielleicht bisher intensivste Jahr meines Lebens. Zwei Themen haben dieses Jahr für mich dominiert. Davon war eines besonders unerfreulich: meine Depression.

Schon vorher hatte ich immer wieder am Rande erwähnt, dass ich an Depressionen leide. Seit diesem Artikel, der hundertfach geteilt worden ist, wusste es dann schließlich jeder: Eure Awareness kotzt mich an!

Seitdem habe ich Höhepunkte und Tiefpunkte erlebt. Schön war mit Sicherheit, dass ich nur wenige Monate nach diesem Beitrag tatsächlich endlich einen Therapieplatz bekommen habe. Leider war dieser eine Art Kompromiss: Ich wollte eigentlich eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie, bekommen habe ich aber eine Verhaltenstherapie, auch wenn ich das in meinem Fall für reine Symptombekämpfung halte und meine tatsächlichen Probleme viel tiefer gehen.

Trotzdem: Wenigstens hatte ich endlich einen Therapieplatz und eine Therapeutin, die ich nach einem holprigen Start nun doch ziemlich gut leiden kann. Zwar habe ich immer noch öfters das Gefühl, dass sie viel nach Lehrbuch abspult und nicht so richtig checkt, was meine wirklichen Baustellen sind, aber inzwischen habe ich gelernt, bei solchen Gelegenheiten einen klaren Cut zu machen und einfach klipp und klar zu sagen, dass sie mir mit ihrer Rumreiterei auf Themen, die mir scheißegal sind, auf den Sack geht. Schon etwas netter natürlich… aber dennoch.

Nachdem die großen, schwarzen Tiefs zum Winter hin Überhand nahmen und sich die Selbstmordgedanken häuften, entschloss ich mich dann auch für eine medikamentöse Behandlung. Auch hier hat mir meine Therapeutin sehr geholfen, weil sie mir sehr kurzfristig einen Termin besorgen konnte.

Und seitdem habe ich kein einziges richtiges Tief mehr erlebt. Stattdessen: Tage, an denen ich zwar MERKTE, dass ich OHNE Tabletten total abgestürzt wäre, aber sich das alles MIT Tabletten voll im Rahmen des Erträglichen bewegte. Gleichzeitig wurde ich umgänglicher, fröhlicher und fand plötzlich wieder Interesse an diversen Sachen. Überhaupt bin ich viel fitter und die bleierne Müdigkeit, die mich oft so erstarrt hat, ist einfach weg.

Problem ist einzig die richtige Dosierung. Von richtig schlimmen Nebenwirkungen bin ich zwar nicht betroffen, aber trotzdem wird mir von der niedrigsten Dosierung ziemlich schlecht, was dazu führt, dass ich zwar fit bin und was tun KÖNNTE, aber dann doch NICHTS tue, weil ich mich bei Krankheiten wie ein kleines Baby verhalte und pausenlos nur rumplärren könnte, während ich mich auf der Couch einrolle und im Endeffekt doch nichts tun kann.

Diese Übelkeit ist mit der mittleren Dosierung seltsamerweise weg und mit der höchsten Dosierung plötzlich wieder da. Ich habe keine Ahnung wieso!

Gleichzeitig habe ich die letzen Monate gemerkt, dass mich die Tabletten ZU chillig machen. So hätte ich dann zwar immer noch megaviele wichtige Sachen zu erledigen und auch die nötige Energie dafür – aber ich tue es nicht, weil es mir plötzlich irgendwie scheißegal ist. Womit ich schließlich doch nichts tue. Wenn ein Dilemma weh tun würde, würde ich nur noch brüllen!

Ich habe im letzten Jahr mehr Artikel zu diesem Blog nicht geschrieben als tatsächlich geschrieben. Mein Entwurfsordner quillt vollkommen über und das sind nur die Ideen, die ich nicht wieder vergessen habe, weil ich mich nicht sofort damit befasste. Das ist etwas, was mir selber tierisch auf den Sack geht.

Allerdings war Neujahr… ich weiß nicht. Viele Leute machen sich ja nur allzu gern darüber lustig, dass man Vorsätze fasst. Ich dagegen denke: Wer Vorsätze macht, schafft sie vielleicht nicht, aber wer keine macht erst recht nicht!!!
Meine Vorsätze bestanden daraus, endlich all das aufzuarbeiten, das sich in letzter Zeit angesammelt hat und gleichzeitig die Dinge zu erledigen, die noch vor mir liegen. Klingt erstmal unspannend und irgendwie meh.

Aber Leute: ES KLAPPT. Ich weiß nicht, was passiert ist, aber seit dieser Woche bin ich so dermaßen motiviert wie noch nie in meinem ganzen verschissenen Leben!! Ich TUE DINGE!!! Und das sogar SOFORT!!! Und, verdammt nochmal: ES KLAPPT!!!

Vielleicht war es der berühmte Klick, der passieren muss, aber ich habe diese Woche mehr wichtige Dinge erledigt als im ganzen letzten Monat. Dabei war ich gestern sogar komplett außer Gefecht gesetzt, weil ich meine Tabletten aus Versehen überdosiert habe und mir kotzübel war. Wird mir sicher NIE wieder passieren. Aber das Beste: Während meine Tage früher häufig so aussahen wie der gestrige – der praktisch nur aus Rumgammeln bestand, weil ich zu nichts anderem fähig war – habe ich mich gestern unfassbar gelangweilt!! Ich KONNTE zwar nichts tun, WOLLTE es aber unbedingt!! Und das ist doch der absolute Hammer!!!

Mehr noch: Ich FREUE mich auf kommende Arbeit! Wenn Mitbewohner Dave demnächst auszieht, wollen Mitbewohner David und ich die Wohnung so richtig auf den Kopf stellen und so kommt es plötzlich, dass ich es gar nicht erwarten kann, das Wohnzimmer umzudekorieren! Und sein altes Zimmer einzurichten!! Und sogar das blöde Kühlfach endlich abtauen zu können!!!

Ich weiß nicht, was mit mir los ist und wieso, aber es gefällt mir! Und auch meine Therapeutin hat gesagt, dass ich Optimismus und Tatendrang ausstrahle! Dann muss es ja stimmen – die Frau ist vom Fach!!!

Ich habe also berechtigte Hoffnung… nein, vergesst das. Ich WEISS, dass ich mein Leben auf die Reihe kriegen werde. Ich WEISS es.

Armbändchen, um mich daran zu erinnern. Das habe ich ganz allein gebastelt!

Armbändchen, um mich daran zu erinnern. Das habe ich ganz allein gebastelt!

Am Dienstag habe ich mich zum ersten Mal seit Ewigkeiten bei dem Gedanken ertappt, glücklich zu sein 🙂 So starte ich das neue Jahr nicht nur als Teil einer neuen Beziehung 😀 sondern auch mit frischer, nie dagewesener Energie! Mit dem Versprechen an mich selbst: I WILL GET SHIT DONE – und dazu gehört hoffentlich auch einiges meiner alten Blogartikel-Karteileichen!

Euch allen ein superschönes neues Jahr!