20 Jahre §177-Reform – Die halbe Geschichte eines Meilensteins

Vorgestern feierte meine Timeline das Jubiläum eines Meilensteins: Nach jahrelangem Ringen wurde am 15. Mai 1997 eine Reform des Paragraphen 177 (heute „sexueller Übergriff, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung“) beschlossen. Gegen den Widerstand weiter Teile der CDU wurde damals der Begriff „außerehelich“ aus dem Gesetzestext gestrichen, womit Vergewaltigung in der Ehe nun endlich auch als solche justiziabel war. Dem voraus gingen endlose Debatten, die heute größtenteils schockierend und absurd anmuten und sich deshalb perfekt zu Demonstrationszwecken eignen – zeigt dies doch, wie hart einst für Rechte gekämpft werden musste, die uns heute selbstverständlich erscheinen, obwohl sie auf dem Papier noch gar nicht so lange existieren.

Ich war 12, als die Reform auf den Weg gebracht worden ist. Ich wusste damals nicht, dass Ehepartner bis dato vom Straftatbestand „Vergewaltigung“ nicht erfasst worden sind und war darüber schockiert. Umso wichtiger finde ich eine Erinnerungskultur in Form einer Berichterstattung 20 Jahre nach der Reform.

Und trotzdem stößt mir gerade diese Berichterstattung sauer auf. Es wird nämlich nur die halbe Geschichte erzählt.

Sehen wir uns dazu den §177 mal an, der bis zur Reform nur den Tatbestand „Vergewaltigung“ umfasste:

§ 177. Vergewaltigung.

(1) Wer eine Frau mit Gewalt oder durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben zum außerehelichen Beischlaf mit ihm oder einem Dritten nötigt, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren bestraft.
(2) In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.
(3) Verursacht der Täter durch die Tat leichtfertig den Tod des Opfers, so ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren.

 

 

Mit der Reform wurden die Straftatbestände „Sexuelle Nötigung“ und „Vergewaltigung“ zusammen gefasst, eine Vergewaltigung somit also zu einer besonders schweren Form der sexuellen Nötigung. Das neue Gesetz las sich dann nach einigen kleineren Korrekturen von 1998 bis 2016 (in gekürzter Form) so:
 

§ 177. Sexuelle Nötigung; Vergewaltigung.

(1) Wer eine andere Person

  • 1. mit Gewalt,
  • 2. durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben oder
  • 3. unter Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer der Einwirkung des Täters schutzlos ausgeliefert ist,

nötigt, sexuelle Handlungen des Täters oder eines Dritten an sich zu dulden oder an dem Täter oder einem Dritten vorzunehmen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.

(2) [1] In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren. [2] Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn

  • 1. der Täter mit dem Opfer den Beischlaf vollzieht oder ähnliche sexuelle Handlungen an dem Opfer vornimmt oder an sich von ihm vornehmen läßt, die dieses besonders erniedrigen, insbesondere, wenn sie mit einem Eindringen in den Körper verbunden sind (Vergewaltigung)

Wie bereits erwähnt wurde hier „außerehelich“ gestrichen. Gleichzeitig, und das fällt vielleicht nicht so deutlich ins Auge, wenn der Text mit den sexistischen Vorzeichen gelesen wird, die wir alle mehr oder weniger verinnerlicht haben, wird jedoch auch aus der „Frau“ in der älteren Version das geschlechtsneutrale „Person“. Und das, liebe Berichterstatter, bedeutet nichts anderes als das: Vor der §177-Reform konnten Männer laut deutschen Gesetz nicht vergewaltigt werden.

Ich möchte nun sicher nicht darüber streiten, welche Änderung bahnbrechender war. So argumentierte ein Kumpel gestern, ein betroffener Mann hätte zwar keine Vergewaltigung, wohl aber die schon vor 1997 geschlechtsneutral formulierte „Sexuelle Nötigung“ (damals §178) zur Anzeige bringen können. Allerdings gilt für Vergewaltigung in der Ehe ähnliches: Diese konnte auch schon vor der Reform als einfache Nötigung (§240) oder Körperverletzung verurteilt werden (weshalb die Behauptung, sie wäre vor 1997 „straffrei“ gewesen, strenggenommen falsch ist).
Aber das sind Feinheiten. Richtig ist ganz simpel: Bis 1997 konnte vor dem Gesetz eine Frau nicht von ihrem Ehemann und Männer im Allgemeinen von niemanden vergewaltigt werden.

Soweit die Fakten. Fragen bleibt dennoch:

Warum wird die Änderung Männer betreffend an keiner Stelle miterwähnt? Warum fällt die gegenüber der Vergewaltigung in der Ehe völlig unter den Tisch? Gibt es darüber nicht ähnlich zeithistorisch interessante Bundestagsdebattenschnipsel, welche den schweren Weg bis dahin nachzeichnen? Wie wurde DIESER Antrag aufgenommen, wer hat ihn zur Diskussion gestellt, wie lauteten die Gegenargumente? Und so weiter.

Jetzt könnte man aus antifeministischer Sicht argumentieren, dass sexuelle Gewalt gegen Frauen nun mal als wichtigeres Problem wahrgenommen wird als gegen Männer. Aber selbst wenn man dieser Argumentation folgt, erklärt das in keinster Weise, warum auch aus Männerrechtler-Kreisen keine einzige Anmerkung zu dieser Reform gekommen ist. Stattdessen bin ich auf der Suche nach einer solchen einzig auf einen Eintrag zum §177 in der antifeministischen und sexistischen Datenbank WikiMANNia gestoßen, der allerdings die Reform weniger feiert als sie in verschwörungstheoretischer Manier negiert. Eine Sichtweise übrigens, mit der ich mich auch schon auseinander setzen musste:

Während ich mich also durchaus darüber ärgere, dass nur die halbe Wahrheit zu dieser dringend nötigen Reform den Weg in die Medien findet, besteht die Erinnerungskultur und damit Lobbyarbeit deutscher Männerrechtler mal wieder aus – genau – nichts.

Aber das ist ja nun auch nichts neues.

Quellen zur Straftatsbestandsgeschichte: lexetius.com

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Männertränen to the Max und (fehlende) Vorbilder

Gestern hat „Mad Max: Fury Road“ bei den Oscars richtig abgesahnt. Der Freund war indes leicht verstimmt, weil ich den Streifen auf Twitter als „den bescheuertsten Film aller Zeiten“ bezeichnet habe.
Aber das ist er nun mal. Er ist bekloppt, total krank, maßlos übertrieben, irrsinnig, abgedreht, sprich: einfach bescheuert to the Max und das macht so verdammt viel Spaß, wie ein Film nur Spaß machen kann. Ob das oscarwürdig ist? Keine Ahnung. Beziehungsweise, naja, offensichtlich schon. Aber egal – für mich ist nur wichtig, dass ich den Film sicher nicht zum letzten Mal gesehen habe.

Tittenlastig

Die Oscarverleihung erinnerte mich jedoch gleichzeitig wieder an einen Text, über den ich vor Monaten gestolpert bin und der aus dem Reigen der übeschwänglichen Kritiken ausbricht. Wobei, eine Kritik kann man das wirklich nicht nennen… der Autor hat nämlich nur 10 Minuten durchgehalten, nimmt das jedoch zum Anlass, „dem neuen Filmstandard“ einen Rundschlag zu verpassen.

Neue Filme haben nämlich für ihn genau eine Schwachstelle. Etwas, was man der Welt eigentlich wirklich nicht zumuten kann. Neue Filme haben nämlich – so die weinerliche Heultriade – einfach VIEL ZU VIELE STARKE FRAUEN!!!

Ich weiß, was ihr jetzt denkt: E-kel-haft. Frauen als Hauptakteure? Frauen als leading roles? Mehr Frauen als Männer auf der Leinwand? Widerlich – da fault einem ja schon beim Gedanken daran der Schwanz ab!

Jedenfalls das kümmerliche Exemplar, den man sein Eigen nennen muss, wenn man so eine unfassbare Scheiße verzapft.

Oh, tears so manly

Okay, das habe ich jetzt nur geschrieben, damit die antifeministische Meute wieder was zu geifern hat. Überhaupt ist so ziemlich der einzige Punkt, den selbst seriöse Männerrechtler, die mich leiden können und beim bösen Wort „Feminismus“ nicht direkt Schnappatmung kriegen,  an mir kritisieren, meine konsequente Verwendung des Begriffes „male tears“. Aber wie soll man ein solches Mimimi anders nennen? Der Autor ist gar nicht persönlich betroffen, niemand zwingt ihn, sich diese Filme anzusehen. Und dennoch fühlt er sich IRGENDWIE benachteiligt, nur weil sich EINIGE Filmemacher an die offensichtliche Tatsache erinnert haben, dass die Hälfte der Menschheit aus Frauen besteht und man das deshalb auch in Filmen so zeigen kann.

Nun halte ich den Bechdel-Test, der zeigen soll, wie es um weibliche Repräsentation in Filmen bestellt ist, für ein absolut lächerliches Konstrukt. Mir sind zwei Frauen, die inhaltsschwer über den männlichen Hauptprotagonisten reden wesentlich lieber, als zwei Frauen, die sich über Lipgloss und Nagellack unterhalten (letzeres würde den Test bestehen, ersteres nicht). Und ein interessanter männlicher Charakter spricht mich bedeutend mehr an als ein weiblicher Charakter, den man nur eingeführt hat weil „weibliche Repräsentation und so“. Aber man müsste wirklich schon blind und dämlich sein, um nicht trotzdem zu merken, dass die meisten (Haupt)Rollen in Film und Fernsehen immer noch mit Männern besetzt werden.

Sich nun darüber zu echauffieren, dass es tatsächlich auch Ausnahmen gibt – wie soll man das anders nennen als „peinliche Jammerei“ auf einem Niveau, wie man es halt nur in der Manosphere findet, weshalb der Begriff „male tears“ nun mal zutreffender kaum sein kann?

Der Mittelpunkt des Universums

Wobei, natürlich trifft das nicht nur Filme und Serien. In die selbe Kerbe schlägt ein viel älterer Artikel, in dem sich ein männlicher Abiturient unter anderem darüber ereifert, in seiner Deutschprüfung „Frauenthemen“ behandeln zu müssen. Er musste nämlich wählen aus drei Themen: Eine Gedichtinterpretation zur „Loreley“ und „eine Textinterpretation über zwei Damen die an Liebeskummer leiden“. Das dritte Thema wird nicht erwähnt – vermutlich war das ein „Männerthema“.

Meine Fresse, ey. Wisst ihr, was meine Themen in der Oberstufe waren? Nathan der Weise, Minna von Barnhelm, Faust, Die Räuber, moderne Liebeslyrik und Die Blechtrommel. Also haargenau ein Werk, in dem tatsächlich eine Frau eine größere Rolle spielt – wobei es in „Minna von Barnhelm“ eigentlich ausschließlich um männliche Befindlichkeiten geht. Und da regt sich dieses angebliche Bübchen darüber auf, die „Loreley“ interpretieren zu müssen? Ist ja nur eines der bedeutendsten Gedichte der deutschen Romantik (das man übrigens auch antifeministisch deuten könnte, wenn man wollte). Und warum sich mit dem Liebeskummer zweier Frauen auseinander setzen, wenn man sich doch viel besser mit Oskar Matzeraths oder Karl von Moors Eskapaden befassen kann (zum Beispiel dem Vergewaltigen von Nonnen – was für ein tragischer Held)?

Dass dabei die MÄDCHEN in der Klasse auf der Strecke bleiben… hach, das juckt die Herren der Schöpfung natürlich nicht. Sie wollen, nein, MÜSSEN der Mittelpunkt des Universums sein – weniger ist inakzeptabel. Deshalb geht eine Deutschprüfung mit zwei Dritteln angeblicher „Frauenthemen“ gar nicht, obwohl die „männerfreundliche“ Alternative hieße,  zwei Drittel „Männerthemen“ zu behandeln. Oder drei Drittel. Was dann natürlich wieder überhaupt kein Problem wäre.

Ich halte diesen Brief eines Abiturienten ja für einen äußerst peinlichen Fake. Ernsthaft, allein dieser Satz: „Entschuldigt meine saloppe Ausdrucksweise aber ich hab genug von diesem erbärmlichen Quatsch mit Soße“? Also BITTE. Die Achtziger haben angerufen: Sie wollen ihre knorken Beleidigungen zurück! Zumal hier, wenn ich mich nicht ganz stark irre, bei Veröffentlichung noch „Quatsch mit Sosse“ stand, ein Fehler, der einem älteren Autor, der die Schule schon vor längerer Zeit abgeschlossen und daher von der letzten Rechtschreibreform nicht viel mehr mitgekriegt hat, als dass das ß irgendwie abgeschafft worden ist, in Nachahmung eines, äh… „jugendlichen“ Schreibstils (rofl) leicht unterlaufen kann, einem aktuellen Schüler allerdings eher weniger.

Abgesehen davon ist aber auch das einfach wieder Jammerei auf Höchstniveau – entweder von einem Mann oder einem Jungen, der dabei vergisst, dass er Dinge beweint, die für Frauen (und Mädchen) so alltäglich sind, dass sie den meisten nicht mal auffallen. Ich wäre als Schülerin nicht mal auf die IDEE gekommen, mich über die Überrepräsentanz männlicher Protagonisten in unserer Literaturauswahl zu beschweren, weil es so NORMAL war!

Die wenigen Vorbilder

Zurück zu den Medien und gleich mal zur Frage, warum ich das Thema JETZT auspacke, obwohl über Mad Max tatsächlich schon viel gesagt worden ist (auch zu diesem Thema). Ganz einfach: Erstens habe ich den Film erst kürzlich sehen können (und bin seitdem sehr betrübt darüber, um das Kinoerlebnis gebracht worden zu sein). Und zweitens hängt das stark mit einem weiteren Thema zusammen, über das ich zufällig ebenfalls gestern wieder nachdachte.

Eigentlich wollte ich nach der Serie „Versailles“ suchen (grauenhaft übrigens, genau das, was rauskommt, wenn man HBOs „Blut und Titten“-Erfolgsrezept kopiert, aber dabei interessante Charaktere, intelligenten Spannungsaufbau und tolle Story weglässt. Der Freund und ich schalteten nach einer halben Folge weg), stolperte dabei aber über eine Kindheitserinnerung: Lady Oscar.

Lady Oscar ist ein schon etwas älterer Anime, der in der Zeit der französischen Revolution spielt. Die titelgebende Hauptprotagonistin ist dabei die sechste Tochter eines hochrangigen Generals, der, da er sich einen Sohn gewünscht hat, Oscar einen Männernamen gibt und sie wie einen Jungen erzieht.

So wenig ich Animes auch mag und so albern Textzeilen wie „wie ein Mann kann sie fighten, sie kann fechten und reiten“ heute auch sind – als Kind habe ich diese Serie sehr gemocht. Sie bediente nämlich eine Sehnsucht, die ich jahrelang nicht benennen konnte.

In einem anderen Artikel schrieb ich mal:

Rollenklischees haben mir meine Kindheit zur Hölle gemacht. Mir ist täglich unter die Nase gerieben worden, wie schrecklich ich sei, nur weil ich nicht den Erwartungen eines “typischen Mädchens” entsprochen habe. Ich durfte nicht toben und Fußball spielen, bekam nie die Spielsachen, die ich gerne wollte und wurde in Klamotten gezwängt, die ich hasste. Außerdem wurde ich früh darauf vorbereitet, was mich in meinem späteren Leben unweigerlich erwarten wird: Hausfrau sein, Männer bedienen, lächeln, brav sein, die Fresse halten. Mein Umfeld hat mir eine so passive Art Weiblichkeit vermittelt, dass ich einen regelrechten Hass darauf entwickelte. Das machte die Anfänge meiner Pubertät extrem problematisch (“oh mein Gott, ich werde tatsächlich zur Frau – wie scheiße!”) und zog sich durch bis ins frühe Erwachsenenalter.

Als solches „untypisches Mädchen“ fühlte ich mich immer fehl am Platze, falsch, regelrecht wie ein Alien – und deshalb saugte ich sämtliche Beweise für die Existenz ANDERER Frauen, die so waren wie ich oder wie ich gerne sein wollte, gierig auf, ohne das überhaupt selbst zu merken. Natürlich gibt es in den Medien massenweise Frauen – aber welche Rollen nehmen die ein? Köchin, gute Mutter, schmuckes Beiwerk oder dumme Tussi, die ständig gerettet werden muss, wenn sie nicht gerade darüber jammert, dass ihr ein Fingernagel abgebrochen ist.
Tomboys dagegen, die man seltsamerweise in vielen Serien als Nebencharaktere findet, waren meine Heldinnen. Burschikose Mädels, die über den Schönheitswahn ihrer Schwestern die Augen rollten, kreativ waren, stur, belesen, nerdig. Das sprach mich an.
Und dann natürlich die echten, unrealistischen Heldinnen. Lady Oscar wurde ja schon genannt. Dann Wonder Woman – natürlich. Obwohl die eigentlich als Charakter sehr wenig Tiefe besitzt, jedenfalls weitaus langweiliger ist als Batman. Aber damals war mir das egal, Hauptsache ENDLICH mal eine Frau, die was interessantes macht, kämpft und stark ist, statt ein Mann. Immer und immer nur ein Mann.

Ich könnte noch Dutzende Beispiele nennen. Aber die Essenz ist: Was ich als Kind und Jugendliche suchte und sehr selten fand, waren weibliche Vorbilder. Und dabei gab ich mich schon mit sooo wenig zufrieden. Mit welcher Berechtigung können sich nun erwachsene Kerle darüber auslassen, dass es nun tatsächlich mal im filmischen Kontext EIN PAAR solcher Frauenfiguren gibt, die man tough und cool statt nervig und hilflos finden kann – wenn es denn überhaupt weibliche Charaktere gibt?

Ich bin es als Frau gewöhnt, mich auch relativ problemlos mit männlichen Charakteren identifizieren zu können, weil ich einfach sehr lange nie eine andere Wahl hatte. Wenn nun Männer sich zuhauf beschweren, weil in „Mad Max“ ausnahmsweise mal mehr Frauen zu Wort kommen als Männer, zeugt das nicht nur von einer intellektuellen Behäbigkeit, sondern nun mal auch von hochgradig peinlichen Rollenklischees. Und das, obwohl auch Antifeministen den Wert starker Vorbilder bewusst ist – verlinkt doch MANNdat gleich neben ihrem Abitur-Heulpost eine Jungenleseliste.

Solange die Mehrzahl der Hollywood-Blockbuster und Serien immer noch männlich dominiert sind, solange ist das Jaulen nach mehr männlicher Repräsentation nichts weiter als Ausdruck einer nach außen hin arroganten, aber innerlich hoch verunsicherten Männlichkeit, die vermutlich erst dann zufrieden gestellt ist, wenn alle Heldenrollen wieder 100% weiberfrei sind.

Da fragt man sich, wie es sich mit dem eigenen Bild von Männlichkeit verträgt, sich buchstäblich wie die Prinzessin auf der Erbse aufzuführen?

So, und jetzt warte ich auf den einen Kommentar von zehn, der nicht nur aus „Aber-aber-aber Feministinnen jammern doch auch!!!einself“ besteht. Den werde ich dann freischalten, alle anderen nicht. Warum? Weil ich Lust drauf habe. Heult doch.

Montagskolumne: Antifeministische Scheiße des Monats

Hallo und Willkommen zu meiner dritten Montagskolumne, die am 3. Montag des Monats für die, treffend betitelt, „Antifeministische Scheiße des Monats“ reserviert war. War? Dazu mehr am Schluss.

Antifeministen sind, so tough sie sich auch gerne geben, Witzfiguren. Damit lag für mich der Gedanke nahe, die lächerlichsten Ergüsse dieser Sorte Mensch zu sammeln und mich darüber genüsslich lustig zu machen. Damit hätte diese antifeministische Scheiße wenigstens noch den Sinn, Leute zum Lachen zu bringen, die im Kopf halbwegs normal geblieben sind. Schadenfreude ist was schönes.

So sah mein Plan aus. Doch das heutige Thema ist leider gar nicht komisch. Es ist sogar das unkomischste, was mir seit langer Zeit vor die Linse gekommen ist.

Es war mal wieder einer dieser stinkfaulen Artikel auf dem antifeministischen Evo-Blog „Alles Evolution“, der lediglich aus einem Zitat und ein, zwei hingerotzten Sätzen besteht mit dem Titel „Wie umgehen mit dem Gutwettervater?“ Thema ist eine Mutter, die vom Vater ihres Kindes getrennt lebt und ihm ständig hinterher rennen muss, weil der Typ offensichtlich keinen Bock auf seine Vaterschaft hat. Wie soll man als Mutter nun darauf reagieren, sprich: Ist dieser mehr oder weniger erzwungene Kontakt zum Vater für das noch sehr kleine Kind überhaupt förderlich oder wäre ein sauberer Cut besser?

Das ist eine sehr gute Frage. Und wie bei allen guten Fragen gibt es hierauf keine einfache Antwort. Sobald Gefühle im Spiel sind, besonders, wenn sie so fundamentale Dinge berühren wie die Bindung zwischen Eltern und Kind, sind konkrete Aussagen schwierig, vielleicht sogar unmöglich.

Nicht so für unsere antifeministische Gerechtigkeitsfront.

Schon in der Vergangenheit fiel mir immer wieder diese eklatante Blindheit bei Themen auf, die ein wenig differenzierter zu betrachten sind als die Frage, ob nur Männer zum Bund müssen oder Frauen auch gewalttätig sein können. Die Antworten darauf lauten übrigens „Nein“ und „Ja“. Schön einfach. Sobald es aber um Väter-, Mütter- oder Kinderrechte geht, wird es unglaublich kompliziert, weil sich hier je nach Thema zwei oder sogar drei gleichwertige Rechte gegenüber stehen. So jedenfalls, wenn man ein bisschen Empathie im Hirn hat und sich nicht, durch sein Feindbild geschützt vor allzu anstrengendem Nachdenken, schon eine Antwort gebastelt hat, bevor die Frage überhaupt gestellt werden konnte.

Damit ist auch hier die Antwort plötzlich sehr einfach.

Edit: Hier stand die Antwort eines etwas verspannten Herren, der nichts besseres zu tun hatte, als mir mit seinem Anwalt zu drohen, weil ich sein anonym (!!) gepostetes Kommentar verwendet habe. Das passt natürlich hervorragend zum Thema und weil ich außerdem keinen Nerv habe, mir durch langwieriges googlen meine 1000%ige Gewissheit zu bestätigen, dass hierbei nicht mal ansatzweise jegliche Art des Urheberrechts verletzt wird, ist das Kommentar hiermit gelöscht. Eine Zusammenfassung kann mir jedoch wohl erst Recht keiner verbieten, daher sei gesagt, dass der Kommentar aus einem hingerotzten juristischen Blablabla bestand ohne den geringsten moralischen Bezug zum Thema. Dazu dann mein Kommentar:

Pardon, sagte ich „Antwort“? Das hier ist natürlich überhaupt keine Antwort. Auch nichts von dem, was da noch folgt:

Edit 2: Hier dasselbe: Böse Robin, wie kannst du es wagen, mein Kommentar zu verwenden, das ich auf einem öffentlichen Blog gepostet habe, der selbst ganz groß darin ist, nicht nur Kommentare, sondern gerne auch ganze Blogbeiträge zu zitieren, womit ich bisher nie ein Problem hatte, denn DA GING ES JA UM BLÖDE FEMINISTINNEN.
Naja, hier stand als Ergänzung ein seltsames Geschwurbel darüber, dass man ohnehin erst an eine Einschränkung des Umgangsrechts denken kann, wenn das Kindeswohl gefährdet ist. Und wenn euch diese Zusammenfassung nicht reicht, könnt ihr auch einfach auf den verlinkten Blogbeitrag gehen und euch die Originalkommentare ansehen – sofern es nicht plötzlich ab morgen verboten sein sollte, Links zu setzen.

Wir halten fest: Juristisches Gelaber eignet sich hervorragend, moralische Probleme des täglichen Miteinanders zu erörtern. NICHT. Aber würde man anders an die Sache rangehen, müsste man ja möglicherweise zugeben, dass der Vater sich hier beschissen verhält. Nee, stattdessen ist es natürlich die Mutter, die hier Scheiße baut, weil sie sich einfach nicht genug Mühe gibt. Die Frage, ob das Kindswohl durch die pure Gleichgültigkeit des Vaters schon gefährdet ist, wird weder gestellt, noch beantwortet.

Aber wir sind schon so weit im Kommentarfeld und immer noch nicht vom Thema abgekommen. Das ist doch kein Zustand, also:
Alles Evolution 3

Kein Problem ohne Abweichen vom Thema, neudeutsch „Derailing“. Was natürlich nur ein Schlagwort von Feministinnen ist, um unliebsame Diskussionen abzuwürgen. Es sei denn, wir hätten hier eine Feministin, die eine Diskussion um das Sorgerecht unehelicher Väter dadurch sprengt, zu betonen, dass es auch viele Väter gibt, die überhaupt gar keinen Umgang mit ihren Kindern wollen. DAS wäre dann NATÜRLICH Derailing.

Aber irgendetwas anderes fehlt noch… ach ja, natürlich!
Alles Evolution 4

Classic. Sobald auch nur der Hauch einer Chance besteht, dass die übliche antifeministische Rechnung „Frau = Täterin, Mann = Opfer“ nicht aufgeht, muss an den Leser appelliert werden, offen zu bleiben. Immerhin könnten da wichtige Informationen fehlen, welche die ganze Situation in einem komplett anderen Licht erstrahlen lassen. Irgendein Shyamalan’scher Twist wird sich aus so einem kurzen Artikel sicher herbei konstruieren lassen!
Es SEI denn, es wäre ein Artikel, in dem eine Frau schlecht wegkommt. DANN ist es natürlich GENAU SO und NICHT ANDERS passiert!
Selbstverständlich ist dieser Satz komplett unnötig. Hier geht es nicht drum, ein reales Familiendrama zu lösen, sondern um eine moralische Einschätzung eines Sachverhalts und NUR darum. Der Fall mag oder mag nicht so passiert sein – das ist aber gar nicht wichtig. Mutmaßungen über unbekannte Hintergründe sind nichts mehr als das: Mutmaßungen. Und damit eine reine Zeitverschwendung.

Weiter:
Alles Evolution 5

Die Mutter soll aufhören zu nerven, aber immer bereit sein zu springen, wenn der Vater pfeift. Und wenn der sich dann immer noch nicht interessiert… „ist halt so“.
Sehr markig. Und so empathisch wie ein Backstein.

Darauf:
Alles Evolution 6

Hach, den Typen mag ich ja, aber trotzdem, meine Güte… „sein“ Problem? Und „ihr wird es nicht zu Herzen gehen, wenn er nicht da ist“? Herrgott, wenn es doch so einfach wäre.

Alles Evolution 7

Ich würde gerne glauben, dass sowas nur ein dummer Witz ist – mit PU-Gelaber kommen, wenn es eigentlich um das Wohlergehen eines Kindes gehen sollte. Aber ich fürchte leider nicht:

Alles Evolution 9

Wir haben es hier offensichtlich mit einem echten Alpha zu tun, der sich nicht rumschubsen lässt. Ein strahlendes Vorbild also, dem man ja verzeihen kann, dass er sich nicht für sein Kind interessiert. Im Gegenteil, die Frau ist schäbig, wenn sie sich auf einen solchen Traummann nicht einzustellen imstande ist. Oder weil sie sich überhaupt auf ihn eingelassen hat. Das wird dann ab jetzt auch meine Standardantwort, wenn ein Mann bei einer Scheidung alles an seine raffgierige Ex verliert. Hätte er ja vorher wissen können, ne.

Alles Evolution 8

Nuff said. Wenn er keine Lust hat, hat er halt keine Lust. Ist ja nicht so, dass ein kleines Kind deshalb traurig sein könnte, nur weil der Herr Alpha sich nicht gängeln lässt, dieser Hengst, dieser. „Ist halt so“.

Oder haben Männer etwa doch Gefühle?!
Alles Evolution 12

Und DAS, liebe Leser, nenne ich „Male Tears“. Dieser herbeiphantasierte Untergang des Abendlandes, nur weil der Kommentator wohl selbst einmal zu häufig abgeblitzt ist, durchzogen von allerschwärzesten Frauenhass, und im Grunde nichts als GEJAMMER, das noch ekelhafter dadurch wird, dass für das eigentlich thematisierte Problem bisher nicht das geringste Verständnis sichtbar war!! Warum genau soll es nochmal sexistisch sein, diese Art der paranoiden Weinerlichkeit ob der angeblich so desaströsen Lage von Männern als RUMGEHEULE zu bezeichnen?!

Alles Evolution 13

Oh, süßes Halbwissen. Eine Mutter kann Unterhalt eben NICHT ablehnen, da es nicht ihr Geld ist. Das Geld gehört dem Kind. Noch so ein Nebenkriegsschauplatz, bei dem es nicht mehr um die Rechte zweier Personen geht, sondern um drei. Aber kapieren die Herren Antifeministen das? Natürlich nicht. Ich habe darauf schon mal hingewiesen. Antwort: „Und trotzdem bekommt sie das Geld und damit ist es ihres.“ Man möchte im Strahl kotzen bei so viel Stumpfheit.
Die einzige Möglichkeit wäre, ihn als Vater nicht eintragen zu lassen. Dafür dürfte es nun zu spät sein. Und wenn sie das gemacht hätte, wäre es vermutlich auch wieder bösartig. Immerhin nimmt sie ihm damit ja sein Kind komplett weg. Opfer ist immer der Vater, egal wie desinteressiert oder reich er auch sein mag.

Aber natürlich:
Alles Evolution 15

Deshalb versuchen wir auch gar nicht erst so zu tun, in irgendeiner Weise Mitleid für die Situation der Mutter und des Kindes zu empfinden. Dann könnte man ja den Eindruck bekommen, wir wären menschliche Wesen.

Obwohl, ein Anflug von Mitgefühl ist tatsächlich vorhanden:
Alles Evolution 17

„Das Mindeste“ ist allerdings für das arme Kind offensichtlich schon zu viel.

Zum Abschluss noch ein bisschen mehr Rumgeheule, das sich hinter harter Männlichkeit versteckt:
Alles Evolution 16

Noch irgendwelche Fragen?

Eine einzige Feministin hat sich bei dieser, nun, nennen wir es „Diskussion“ beteiligt. Eine, die oft unglaubliche Scheiße von sich gibt. Aber hier sagt sie etwas sehr wahres – was dann endlich mal ein paar Emotionen weckt, wenn es sich dabei auch nur um kindische Empörung handelt:
Alles Evolution 10
Alles Evolution 11

Das ist das erste und einzige Mal, dass hier sowas wie eine gefühlsmäßige Beteiligung erkennbar ist, die über dumpfen Frauenhass hinausgeht, aber natürlich nur, wenn der Vater angegriffen wird, das arme, arme Hascherl. Dabei muss man schon sehr paranoid sein, hier einen Aufruf zum Mord hinein lesen zu wollen. Tatsächlich ist es einfach nur die Wahrheit. Leider. Wäre mein Vater tot, hätte ich mir als Kind die Phantasie zurecht basteln können, dass er von oben voll Liebe auf mich herab blickt und furchtbar stolz auf sein Töchterchen ist. Stattdessen lebt er und interessiert sich einen Scheißdreck für mich. Und das ist jetzt genau WESHALB besser?!

Denn ja: ICH kenne das alles zur Genüge – ein Vater, der sich nur meldet, wenn er Bock drauf hat… oder auch gar nicht. Vor ein paar Monaten habe ich das sogar hier lang und breit ausgeführt.
Mir macht es nichts aus, private Dinge dieser Art zu verbloggen, aber wegen solchen Bullshit wie oben hatte ich dennoch Angst, diesen Artikel zu veröffentlichen. Tatsächlich herrschte aber bei den üblichen Verdächtigen Schweigen im Walde – vermutlich, weil es leichter ist, über eine unbekannte Frau in der Lebensberatungsspalte irgendeiner Online-Zeitung herzuziehen, statt das Kind anzugreifen, das unter einer solchen Situation tatsächlich gelitten hat. Nicht, dass es irgendeinen von diesen Wichsern interessieren würde, wenn ein Kind wegen des moralischen Versagens eines Mannes leidet, denn die Essenz dieser Kommentarspalte lässt sich nicht anders als folgendermaßen zusammen fassen:

Vater gleich Opfer.
Mutter gleich Täterin.
Kind… auch ein Opfer. Der blöden Mutter natürlich. Oder, wahlweise… irrelevant.

Diese galoppierende Gefühlskälte, die hier aus fast jedem Kommentar spricht, ist so dermaßen unmenschlich, dass mir wirklich die Worte fehlten. Was, um Gottes Willen, ist so verdammt schwer daran, gegenüber dem einzigen wahren Opfer dieses Dilemmas (denn es IST ein Dilemma, für das es keine Lösung gibt), nämlich das Kind, ein bisschen Mitgefühl zu zeigen? Zumal diese demonstrative Leerstelle auch der eigenen Agenda schadet, die da heißt, dass ein anwesender Vater verdammt noch mal wichtig ist. Aber das gilt natürlich nur, wenn einem Vater gegen seinen Willen der Kontakt zum Kind verwehrt wird – ist er stattdessen einfach nur ein unzuverlässiges Arschloch, das nicht mal für sein eigene Nachkommenschaft genug Energie aufbringen kann, um wenigstens so zu TUN, als wäre ihm ein enges Verhältnis wichtig, ist das plötzlich gar nicht schlimm. Schaden wird’s der Kleinen nicht, sowas traumatisiert nicht, „ist halt so“. Wem da die Logik nicht in den Arsch beißt?! Und das alles nur, weil man nicht zu dem Eingeständnis in der Lage ist, dass Mitglieder des eigenen Geschlechts vielleicht auch manchmal scheiße und nicht nur arme Opferlein sind.

Was, genau das werft ihr immer Feministinnen vor? Dann hätte ich nen Vorschlag: MACHT ES BESSER, IHR IDIOTEN, ODER HALTET DIE FRESSE, SOLANGE NICHTS LOGISCHES RAUSKOMMT!!!

Ich habe all diese Kommentare gelesen. Zuerst wurde ich wütend. Dann klappte ich den Laptop zu und heulte. Ja, darüber könnt ihr lachen. Diese Arschlöcher, die sich hier angesprochen fühlen sollten, werden ganz bestimmt drüber lachen. Da sitzt se, die depressive Feministentussi mit Daddy Issues und heult, haha.

Das Problem ist, dass ich in DIESER Hinsicht völlig gesund und vernünftig bin. IHR seid diejenigen, die krank im Kopf seid. Ihr hasserfüllten, egozentrischen, irrationalen, widerlichen Säcke, die ihr eure posttraumatische Verbitterungsstörung an denen auslasst, die sich nicht wehren können, und dabei so viel Gift produziert, dass es jemand, der genau diese Scheiße ERLEBT hat, zum Heulen bringt. Aber ich heule nicht um meinen Vater, dieses dämliche Arschloch. Ich heule um die Menschheit, die solche verbohrten Soziopathen hervor bringt, die ihre standardisierte Meinung zu einem sehr schwierigen Thema ungefiltert ins Internet kotzen können, ohne sich auch nur ein bisschen zu schämen, weil ihnen jegliche Empathie fehlt. Ich heule, weil Idiotie dieser Art so verbreitet ist und Leute wie ihr nicht öfter ein paar auf die Fresse bekommt.


 

Damit nochmal kurz zu was Organisatorischem. Die Idee, richtig dämliche Äußerungen von Antifeministen zu sammeln, trug ich schon lange mit mir herum. Daraus eine wiederkehrende Kolumne zu machen, beschloss ich dann, nachdem ich diesen Artikel gelesen habe, der die Theorie aufstellt, die Zeitrechnung wäre von den ersten Menschen nur „erfunden“ worden, um vorher sagen zu können, wann Frauen menstruieren und es damit auch Zeit ist, sich als Mann zeitweise vom Acker zu machen. Mein Gott. Wäre das Satire… nein, selbst dann wäre es noch ziemlich blöd.
Es dauerte dann noch ein bisschen, bis ich es umsetzen konnte. Nach der Lektüre des oben vorgestellten Artikels wusste ich, worüber ich als erstes bloggen wollte. Aber danach?

Tatsache ist: Der thematisierte Artikel und die dazu gehörigen Kommentare waren der letzte Tropfen auf ein übervolles Fass. Ich bin damit durch. Ich habe keinen Bock mehr, mir Scheiße dieser Art reinzuziehen. Ich halte mich für durchaus leidensfähig, aber mich nur für einen dämlichen Blogbeitrag, für den ich noch nicht mal bezahlt werde, durch diesen Dreck zu wühlen, ist einfach too much. Die einschlägigen Seiten lese ich schon seit längerer Zeit kaum noch und auch auf Twitter greife ich vermehrt durch, wenn das Bullshit-Level zu hoch ist. Nur, weil ich glaube, dass auch Männer wegen ihres Geschlechts leiden können, bin ich nicht die Feministin-für-alle-Fälle, die sich jeden möglichen Müll anhören und erklären muss. Genauso wenig muss ich mich mit Typen rumschlagen, die auf Twitter ihre Borderline-Störung zelebrieren und beleidigt sind, wenn ich ihre männlichen Allmachtsphantasien nicht beklatsche, oder für selbsternannte Humanisten parat stehen, deren größte Leistung darin besteht, mir wegen Nichtigkeiten tierisch auf den Sack zu gehen und dabei von Respekt für alle (besonders aber für Nazis!) jaulen, aber selber jede Form von Respekt missen lassen.

Es gab in der Vergangenheit so viel Scheiße, die ich mitlesen musste. Da wird sich künstlich darüber echauffiert, dass Paris Hilton in einem ihrer Musikvideos vor einem offensichtlich nicht abgeneigten Teenager mit dem Arsch wackelt und gleichzeitig eine 13jährige Schülerin, die von ihrem Lehrer in der Besenkammer gefickt wird, als „Lolita“ bezeichnet, von denen es ja offensichtlich in den unteren Klassen nur so wimmelt und die es ja alle nur darauf anlegen, neben Mop und Eimer entjungfert zu werden. Oder der Typ, der sich die Wahnvorstellung gebastelt hatte, die linken Parteien, offensichtlich sein Feindbild, wären am dämlichen Beschneidungsgesetz Schuld, es dann aber in vier oder fünf Versuchen nicht hinbekam, die für jedermann frei verfügbaren Abstimmungsergebnisse korrekt zu zitieren und auch dann noch hartnäckig an seiner dümmlichen Theorie festhielt, als man (= ich) ihm schwarz auf weiß darlegte, dass er falsch liegt und sogar das Gegenteil der Fall ist. Oder die Art, wie sich gewisse Vertreter dieser Bewegung ständig selbst zum hirnlosen Sklaven ihrer Triebe degradieren, indem sie jede mögliche männliche Verhaltensweise erstmal darauf abklopfen, ob die bei den Ladies gut ankäme und wenn das (angeblich!) nicht der Fall wäre ablehnen, selbst wenn das bedeutet, aus Überforderung psychisch krank zu werden, denn DAS ist offensichtlich das männlichste Verhalten von allem.
Der Wichser, der ne zwanglose Umfrage startet, deren Ergebnis ihm nicht gefällt und dann in seinem Fazit das Gegenteil behauptet, worauf ihn niemand hinweist. Die grassierende Homophobie. Diese Rumwichserei auf männlichen Erfolgen, die ja alle biologisch determiniert sind und das gleichzeitige Rumjaulen bei Nachteilen, die dann plötzlich alle sozial konstruiert sein sollen. Diese ständigen Widersprüche. Diese Double Standards. Dieses „Aber der Feminismus macht das doch auch!!!“, als würde die eigene Hirnwichse damit besser. Diese Intoleranz bei gleichzeitiger Panik, als Mitglied der breiten Mehrheit irgendwas zu „verlieren“, nur weil sie ab und an daran erinnert werden, nicht die einzigen verdammten Menschen auf diesem Planeten zu sein.

Es – kotzt – mich – an. Schlimmer: Es beleidigt meine Intelligenz. Viel wird gejammert, wenn Maskulismus in den Medien schlecht dargestellt wird, weil sich Journalisten, branchenüblich, lieber auf den radikalen Rand stürzen statt auf seriöse Vertreter. Aufgewacht: DER RADIKALE RAND IST DIE VERDAMMTE MITTE. Der Rest sägt sich selbst ab, indem er seine Zeit damit verschwendet, das irgendwie schön zu reden, weil es ja so dermaßen unbefriedigend ist, allein auf weiter Flur für echte, gerechte Anliegen zu kämpfen und man das gerne anders hätte. Also kokettiert man mit dem Mob, während man gleichzeitig an die Gegenseite Standards anlegt, die unmöglich zu erfüllen sind. Dann fallen Sätze wie „Ja, Blogger X ist SCHON polemisch und ich stimme ihm ja nicht bei ALLEM zu, aber ab und zu findet man in seinen Artikeln eine Perle…“, was bei gewissen Vertretern, an die ich hier denke, wirklich fast genauso ist, als würde man den Zweiten Weltkrieg verteidigen, weil Hitler ja auch Autobahnen gebaut hat. Frauen wie ich müssen dagegen nur einmal „Scheiße“ sagen und schon sind sie unten durch, denn DA ist Sachlichkeit ja plötzlich das 11. Gebot und jemanden „Idiot“ zu nennen ist ja so viel schlimmer als „Frauen fehlt aus hormonellen Gründen die Fähigkeit zur Rationalität“ – und irgendjemand liest das, nickt bedächtig und starrt nachdenkliche Löcher in die Luft, denn Herrgott, klingt das nicht SCHÖN so ohne Schimpfwörter?! Darüber muss man erst mal meditieren…

Fazit also: Da ich nicht weiß, ob ich die Kategorie „Antifeministische Scheiße des Monats“ auch regelmäßig füllen kann, da ich mich lieber mit Personen auseinander setze, die nicht durch und durch unredlich, eristisch oder völlig irrelevant sind, schließe ich diese Kategorie hiermit wieder. Es hätte mir vorher auffallen können, dass ich auf sowas keinen Bock mehr habe, ist es aber nicht. Stattdessen taufe ich die Kolumne um in „Aufreger des Monats“ (ich weiß: sehr kreativ!) und packe hier die vielen Kleinigkeiten rein, die mir im Laufe der vergangenen Wochen auf den Sack gegangen sind, aber nicht lange genug, um ihnen deshalb einen eigenständigen Beitrag zu widmen. Oft sind das dämliche Tweets, Artikel, wasauchimmer, über die ich mich meist ganz kurz auf Twitter aufrege, womit sie dann nach kurzer Zeit auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Eigentlich schade, ne? So ne Sammlung ist doch viel lustiger.

Ach, und außerdem habe ich beschlossen, aus der Not eine Tugend zu machen. Wenn man versagt, sollte man das wenigstens zelebrierend tun. Sprich: Nachdem ich die ersten beiden Male meine Montagskolumne auf Dienstag verschieben musste, erscheint sie jetzt immer am Dienstag. Es bleibt aber beim Namen. Damit ist das die erste Montagskolumne, die standardmäßig am Dienstag erscheint. So voll IRONISCH, ne?!

In eigener Sache: Blogneuerungen

Liebe Leute, dem ein oder anderen wird möglicherweise schon aufgefallen sein, dass hier momentan mal wieder sehr wenig passiert. Dabei mangelt es mir wirklich nicht an Themen. Mein Entwurf-Ordner quillt über (aktueller Stand: 105 Entwürfe!), aber irgendwie komme ich einfach momentan zu nix. Dabei wartet noch mein USA-Bericht auf seine Vollendung und von meiner chaotischen Rückreise aus Spanien vor ein paar Wochen wollte ich auch noch erzählen (nur Twitter-Follower wissen warum – seid gespannt!). Auch ein paar Blogstöckchen liegen mal wieder rum, was echt kein Zustand ist. Liebe Nominatoren: Ich habe sie gesehen und möchte sie auch noch beantworten! Nur dauert es vielleicht noch ein bisschen.

Ich habe diesen Blog ursprünglich gestartet, weil mir mein alter Blog thematisch zu eingeschränkt war. Ich wollte einen Blog, in dem ich einfach alles packen kann, was mich irgendwie interessiert. Dementsprechend war es mir auch immer wichtig, eine gewisse Balance zu wahren.
Diese Balance ist leider ein wenig verloren gegangen. Denn wenn ich mir meine letzten paar Beiträge so ankucke, lautet mein Urteil: Viel zu wenig Quatsch!
Das klingt dämlich und ist es auch. Aber wichtig ist es mir dennoch. Und so stelle ich nun mal fest, dass sich in letzter Zeit die Beiträge häuften, die ich für halbwegs intelligent halte – und dabei der Spaß auf der Strecke geblieben ist!
Das ist übrigens auch der Grund, weshalb ich wieder aufgehört habe, beim Media Monday mitzumachen. Zu dieser Zeit hatte ich ebenfalls sehr wenig Energie zum Bloggen (das scheint wirklich ein regelmäßig wiederkehrendes Phänomen zu sein), so dass die Media-Monday-Beiträge diesen Blog zeitweise dominierten. Und das mochte ich nicht, obwohl der Media Monday cool ist, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass sich meine Antworten mit der Zeit wiederholten (was nur beweist, dass ich wesentlich mehr fernsehen sollte!).

Mir ist bewusst, dass mich dieser Themenmischmasch einige Leser kostet, denn wer abonniert schon einen Blog, wenn ihm nur 10% der Themen gefallen? Mir ist in der Vergangenheit tatsächlich oft aufgefallen, dass ich nach einer Phase mit einem gewissen Themenschwerpunkt einige Leser dazu gewonnen habe, die ich danach zumindest teilweise genauso schnell wieder verlor. Das ist schade, aber die Alternative wäre, zehn unterschiedliche Blogs mit zehn verschiedenen Schwerpunkten zu unterhalten.
Das kann ja wohl nicht die Lösung sein. Deshalb verlasse ich mich einfach drauf, dass meine treuen Leser schon selber wissen, welche Artikel sie sich reinziehen und welche nicht, weil sie das Thema nicht interessiert, ohne gleich den ganzen Blog aufzugeben 🙂

Wie löse ich das Problem nun, sprich, wie überbrücke ich diese maue Zeiten, in denen ich blogtechnisch nichts auf die Reihe kriege?

Begrüßt mit mir zusammen die neue Montagskolumne – eine Idee, auf die sicher vor mir noch nie jemand gekommen ist! BESTIMMT!!

Ab nächste Woche gibt es nun jeden Montag ein festes Thema, zu dem ich bloggen werde. Ob ich das schaffe? Wer weiß! Aber der Plan sieht folgendermaßen aus:

Am 1. Montag des Monats gibt es fortan ein Mixtape. Das wollte ich schon ewig mal machen, um den Umstand zu feiern, dass ich inzwischen tatsächlich schon mehrmals erfolgreich als DJ arbeiten durfte. Ja, wirklich wahr. Ich habe mich mit meinem läppischen Laptop irgendwo hingestellt, Musik über ein kostenloses DJ-Programm abgespielt und dabei getanzt und für lau gesoffen. Und dafür bekam ich wirklich und wahrhaftig GELD. Bester. Job. Ever.
Mein Repertoire ist nicht groß genug, um diese Kategorie ewig füllen zu können und ich habe auch nicht die Expertise oder auch nur das Fachvokabular, um darüber so elaboriert labern zu können wie einige meiner Lieblingsblogger, aber für eine Weile sollte es reichen! Seid gespannt 🙂

Am 2. Montag des Monats erscheint die Montagsliste. Das wird thematisch nicht so festgelegt sein und einfach kurze (oder auch lange) Listen von Dingen beinhalten, die ich aus irgendeinem Grund für interessant halte. Dazu habe ich auf jeden Fall genug Ideen und ab dann auch endlich einen Platz, wo ich sie hinpacken kann!

Der 3. Montag des Monats ist nun für eine Kategorie reserviert, die ich ganz prägnant betitle als Antifeministische Scheiße des Monats. DAS kann ich nicht groß vorbereiten, da es ja halbwegs aktuell sein soll, aber ich bin sicher: Ich werde massig Material finden, um diese Kolumne zu füllen! Ich rechne hier mit lustigen, aber auch verstörenden Einblicken in die Gedankenwelt von Menschen, die einfach völlig durch sind. An sich sollte man diesen Leuten ja keine Plattform bieten, aber „Don’t feed the trolls“ funktioniert ja auch nicht, also kann man immer noch mit den Fingern darauf zeigen und lachen!

Und der 4. Montag im Monat ist fortan belegt mit etwas, was ich schon begonnen, aber nie zu Ende gebracht habe: für Rezensionen sämtlicher Werke von Stephen King. Und ja, ich weiß, was ihr jetzt denkt: Euch interessiert das einen Scheiß. Das habe ich schon an dem spärlichen Feedback bei den alten Beiträgen zu dem Thema gemerkt. Aber diese Kategorie soll mich ein bisschen daran erinnern, dass dieser Blog hier immer noch MEIN Hobby ist – und ich auch Sachen schreiben kann, bei denen ich nicht mit krassen Applaus oder auch nur Kritik rechnen darf, wenn sie mich halt interessieren. Und ICH finde eine riesige Bibliothek an Rezensionen zu ALLEN King-Büchern nun mal ziemlich cool, zumal es mich dazu zwingen wird, mir ganz opferbereit die paar Bücher von ihm einzuverleiben, die ich noch nicht gelesen habe.
Damit habe ich auf jeden Fall Stoff für mehrere Jahre. Danke, Steve 🙂

Natürlich werde ich auch weiterhin über allen möglichen anderen Scheiß schreiben, aber diese Termine stehen. Ab nächster Woche geht’s los!

In eigener Sache: Was mit Kommentaren geschieht

Ich möchte hier ein paar Worte über Zensur verlieren.

Wer es noch nicht wusste, der weiß es jetzt: Ich bin Feministin – und trotzdem ein ganz normaler Mensch. Manchmal schreibe ich hier feministische Artikel, manchmal (= öfter) nicht. Das hier ist kein feministischer Blog, sondern einer, in dem ich viele verschiedene Themen zusammen werfe, so wie es mir gefällt. Deshalb ist auch die Leserschaft ziemlich bunt gemischt. Während die meisten sehr liebe Menschen sind, über deren Kommentare ich mich immer freue, ist das bei vielen, die mit dem sogenannten Geschlechterdiskurs zu tun haben, leider nicht so wirklich gegeben.

Meine ca. zweijährige Karriere als feministische Bloggerin hat mich in Bezug auf die Kommentarpolitik genau eins gelehrt: Entweder du schaltest restlos alles frei – oder du bist eine zensurwütige Diktatorin schlimmer als Hitler. So zumindest der Eindruck netter Außenstehender, die weder einen eigenen Blog betreiben, noch nachvollziehen können, wie viel Hass einem als Feministin entgegen schlägt, obwohl sie eifrig daran teilhaben.

Gestern gab es wieder eine solche, hach, nennen wir es „Diskussion“, also habe ich etwas vorgezogen, was ich eigentlich erst für in ein paar Monaten geplant hatte: Eine Auflistung der Menschen, die bei mir nicht mehr willkommen sind plus Begründung.

Vielleicht interessiert euch das Thema Feminismus nicht. Dann könnt ihr eigentlich wegklicken. Meine „Zensurpolitik“ betrifft euch dann ja sowieso nicht. Aber vielleicht wollt ihr ja mal sehen, mit was für Gestalten man sich so alles rumschlagen muss und versteht danach ein bisschen besser, warum ich Feministin bin. Außerdem ist es wirklich lustig!

Meine „Blacklist“ findet ihr hier: klick
Ihr findet sie auch rechts oben neben „Startseite“ und „About“ als eigenen Reiter oder Seite unter dem Titel „Haters gonna hate“. Ich werde diese Liste aktuell halten, wann immer es nötig ist.

Ein Jahr danach: #Aufschrei, Nachhallen

Stellt euch vor, ihr latscht in eine Musikschule rein und bucht Stunden bei Herman Li. Ihr würdet ihn ankucken und fragen: „Was kann Gitarre denn so?“ Und Herman Li würde grinsen und euch ein zwölfminütiges Solo an den Kopf knallen.

So ähnlich fühlte ich mich bei #aufschrei.

Im Dezember 2012 startete ich diesen Blog und kündigte auch gleich an, im Netzfeminismus mitmischen zu wollen. Einen Monat später kam der #aufschrei. Es war tatsächlich so gewesen, als hätte ich arglos lächelnd die Arme ausgebreitet und gerufen: „Na, was ist? Komm doch her und zeig mir, was du kannst!“ Und die lakonische Antwort aus den Tiefen des Internets war: „Das, Robin. Das.“

In den Tagen, in denen #aufschrei am wirkungsmächtigsten war und im Sekundentakt Tweets abgesendet wurden, machte ich ein richtiges Wechselbad der Gefühle durch. Was aber überwog: pure Euphorie. Ja, das mag bescheuert klingen, wenn wir uns das Thema zurück ins Gedächtnis rufen, aber die reine Wahrheit. Natürlich, während ich Beiträge wie diesen hier schrieb und meine Erinnerungen nach sexistischen Erlebnissen durchforstete, die ich twittern konnte, war ich selbstverständlich in anderer Stimmung. Scham über alte Verletzungen, Wut über saublöde Sprüche, kopfschüttelndes Entsetzen über Dinge, die einfach nicht richtig sind und die ich trotzdem hinnehmen musste, weil ich zu jung oder zu ängstlich war, um mich zu wehren.
Doch danach – Befreiung. Das gute Gefühl, Teil eines Kollektivs zu sein, das endlich die Schnauze voll hat und es jedem ins Gesicht brüllt, der immer noch der Meinung ist, das sei doch alles nicht schlimm.

Jahrelang waren meine Erfahrungen immer nur abgewertet worden. „Reg dich nicht so auf“ „Boah, du hast echt keinen Humor“ „Naja, ist ja nichts schlimmes passiert“ – nur einige der Sprüche, die ich mir anhören musste. Einmal löste ich mit meiner Erzählung über diese saublöde Gynäkologin, die es nicht geschafft hatte, mir als Kind auch nur die rudimentärste Intimsphäre zuzugestehen, einen krassen Streit aus, in dem ich mir von einer Freundin maschinengewehrartig immer wieder anhören musste, was für eine hysterische Kuh ich sei, die ich fortan der Meinung gewesen bin, diese Frau sei eine schlechte Ärztin. Ob guter oder schlechter Doktor, das hinge ja nicht vom Einfühlungsvermögen ab (ähä. Doch. Auch.).

Und plötzlich war alles anders. Ich merkte, ich bin nicht allein, nie gewesen. Viele hatten ähnliches erlebt, viele favorisierten meine Erlebnisse, weil sie fanden, dass sie relevant waren. Es war wie eine nachträgliche Legitimation für die ganzen Scheißgefühle, ausgelöst durch Scheißerlebnisse, die in mir gebrodelt hatten und die ich nur sehr selten rausgelassen hatte, weil ich ja doch nicht auf Verständnis hoffen konnte.

#aufschrei war für mich die reinste Kartharsis.

Und DANN kamen die Hater und Trolle.

Ein Jahr nach #aufschrei hat es sich in gewissen Kreisen etabliert, von „#Aufschreihälsen“ etc. zu reden und dafür johlenden Beifall zu kassieren. Denn #aufschrei, wisst ihr, war männerfeindlich, und alles, was unter diesem Hashtag getwittert worden ist, war die pure Jammerei. Natürlich. Weisse Bescheid.

Für einige scheint es wirklich zu reichen, beim #aufschrei mitgemacht zu haben, um als „radikalfeministisch“ eingestuft zu werden. Was haben diese Leute bitte für eine Definition von radikal? Warum darf ich nicht erzählen, was mir passiert ist, warum muss ich die Täter schützen?

Natürlich deswegen: Weil es um Männer geht. Und weil ich von EIN PAAR Männern berichte, die im Laufe meines Lebens meine Grenzen überschritten haben, MUSS das ja heißen, dass ich allgemein Männer hasse. Selbst wenn einige Täter Frauen gewesen waren. Was dann wohl heißt, dass ich komplett alles und jeden hasse, oder so.

Mich ärgert diese Einschätzung so dermaßen – nicht nur, weil ich selbst betroffen bin. Es ist einfach nur krass selektiv und undifferenziert, denn diese Art Hater machen mehrere schwerwiegende Fehler:

1. Sehen sie den Ursprung nicht. Dieser war NICHT „Sammeln wir jetzt mal böse Storys über die bösen Männer“, sondern „Sammeln wir mal unschöne, sexistische Erlebnisse“. Wer sind die, die uns das verbieten wollen? Was haben die, die sich von „Typ X hat mich in der Straßenbahn angegrabscht“ angesprochen und beleidigt fühlen, für ein Scheißproblem? Und warum ist das MEIN Problem?

2. Darauf aufbauend: Sie sehen nur, was sie sehen wollen. Ja, dann hat halt irgendeine Tussi tatsächlich in einem Tweet Männer kollektiv unter Generalverdacht gestellt oder wirklich mal was peinlich-überempfindliches getwittert, was man auch unter den wohlwollendsten Umständen nicht als irgendeine Form des Sexismus einordnen kann. Das ist kein Beweis für die inhärente Männerfeindlichkeit oder Irrelevanz des #aufschreis, sondern Resultat unserer demokratischen Gesellschaft. Ich vergleiche das gerne mit Sozialleistungen: Diese sind, wie mir wohl jeder zustimmen wird, für Menschen, die sie brauchen, die unverschuldet in Not geraten sind, gut und richtig. Nun würde aber vermutlich nicht mal der am weitesten linke Politiker bestreiten, dass damit auch Schindluder getrieben wird, dass das Phänomen „Sozialschmarotzer“ (so sehr ich das Wort auch hasse) tatsächlich existiert, wenn auch sehr, sehr viel weniger verbreitet als vom rechten Rand gerne angenommen. Aber das finde ich okay. Anders geht es nämlich nicht. Erfinde irgendwas tolles und irgendjemand wird es missbrauchen. So war es, so ist es und so wird es auch immer sein, solange wir nicht auf Totalüberwachung umstellen. Aber so wie eine ungenannte Zahl Sozialschmarotzer nicht Sozialleistungen per se in etwas böses verwandeln, so wurde durch ein paar blöde Tweets auch nicht direkt der gesamte #aufschrei zerstört. Die Intention war nämlich eine andere.

Wer sind die, die alle Teilnehmerinnen des #aufschreis pauschal abwerten müssen, sich dann aber nicht erblöden, immer wieder individuelle Ausnahmen zu machen, statt die Sache einfach umgekehrt anzugehen, so wie es sein sollte? Was erwarten solche Leute von mir für die gönnerhafte Feststellung, MEIN Erlebnis X wäre ja tatsächlich uncool gewesen? Ne Parade oder was? Brauche ich eine solche Legitimation etwa – und dann auch noch von Typen und Tussis, die mit der gleichen lässigen Nonchalance alle anderen „Aufschreihälse“ beleidigen?
Es scheint ein großes Opfer zu sein, in Einzelfällen eingestehen zu müssen, dass Sexismus und sexualisierte Gewalt tatsächlich existiert. Und sobald dieses Opfer erbracht wurde, wird erwartet, dass man sich total lieb und sachlich mit diesen opferbereiten Personen und all ihren wunderbaren Theorien auseinander setzt. Diese Leute, die Hashtags wie #aufschrei, #schauhin, #isjairre und #nudelnmitketchup missbrauchen und das megamäßig lustig finden. Tja – nee. Dazu fällt mir eigentlich nur eines ein:

you suck

Sogar von feministischen Verschwörungen ist teils die Rede, denn diese Hashtagerfindung kann ja kein Zufall gewesen sein und überhaupt wurden die vielen zehntausend Tweets ja nur von ungefähr sieben Radikalfemis produziert und bla. Manche gehen von einer „realen“ Zahl von „echten“ Tweets aus, die mich immer wieder zum Kichern bringt, denn das hieße, ich hätte mit meinen Tweets je nach Interpretation 10-100% des #aufschreis allein abgedeckt. Hihihi und so – aber nö ^^

Was bleibt ein Jahr nach #aufschrei? Uns wurde ein Label gegeben, dass ich sehr gerne benutze, wenn mir mal wieder was blödes passiert. Wenn ich über so etwas schreibe, tagge ich es mit dem Hashtag, benutze ihn weiterhin bei Twitter, egal wie viele Trolle darunter bereits twittern etc.pp. Ich weiß, ich werde damit eher gefunden, ich weiß, ich werde so besser gehört. Und das gefällt mir. Denn laut sein ist gut. Auch ohne Gitarre.

Am Schluss noch ein paar Links von vor einem Jahr:
Mein Aufschrei (dort am Ende auch eine umfangreiche, aber mit Sicherheit unvollständige Liste mit weiteren #Aufschrei-Beiträgen von anderen Bloggerinnen)
Mein Aufschrei II (Kellnerinnenedition)
Meine Antwort an Meike Lobo und ihren Anti-Aufschrei-Artikel
Der Aufschrei im Generationenkonflikt – ein Gespräch mit meiner Mutter

Und auf Kleinerdrei findet sich ein schöner „Ein Jahr danach“-Artikel, der weitere Links zu diesem Thema sammelt!

Noch was über Maskulismus – ein Blogstöckchen

Erzählmirnix warf ein Blogstöckchen mit maskulistischen Fragen und weil ich vor kurzem darüber jammerte, nie mit Blogstöckchen bedacht zu werden, muss ich darauf nun reagieren, wenn ich persönlich aufgefordert werde.

(So sieht’s aus. In einem Kampf gegen mich selbst kann ich leider nur verlieren ;( )

1. DEN Maskulismus gibts ja eigentlich gar nicht – oder? Wie würdest du (deinen) Maskulismus definieren?

„Den“ Maskulismus gibt es ebenso wenig wie „den“ Feminismus. Ich bin keine Maskulistin, aber einen Maskulismus, den ich für potentiell für unterstützenswert halte, ist politisch links und humanistisch. Er reflektiert die maskuline Rolle im Geschlechterdiskurs, spürt soziale Unbalancen zu Ungunsten des männlichen Geschlechts auf und versucht sie zu beseitigen, ohne sich dabei wie ein ekelhaft frauenverachtender Macker oder ein verdammter Nazi aufzuführen.
Leider würde ich maximal drei mir bekannte Maskulisten so einordnen.

2. Was war dein erster Berührungspunkt mit Maskulismus? Wann hast du zum ersten Mal was davon gehört und wann und warum hast du dich evtl. zum ersten mal selbst so bezeichnet?

Auf antifeministischen Websites, auf denen ich mich aus einem masochistischen Hang heraus irgendwann anfing, regelmäßig rumzutreiben, ist mir der Begriff irgendwann über den Weg gelaufen – allerdings hat das verdammt lange gedauert. Ich begriff den Terminus schnell als Bezeichnung einer sozialen/politischen Bewegung, die zumindest in Deutschland eigentlich gar nicht existiert bzw. so wenig Einfluss hat, dass sie genauso gut inexistent sein könnte. Stattdessen herrschen Strömungen vor, die ich aus reiner Gutmütigkeit ggü. ernsthaften Maskulisten „Maskulinismus“ und „Antifeminismus“ nenne und die ich als antidemokratisch, menschenverachtend, misogyn und meist auch mit einen ungesunden Hang zum rechten Rand der Politik ansehe.

3. Gibt es maskulistische/männerrechtliche Bereiche, von denen du persönlich besonders betroffen bist?

Da ich eine Frau bin, betreffen mich maskulistische Bereiche eigentlich nicht direkt, aber wie auch beim Missständen, die mein Feminismus beseitigen will, denke ich, dass einige gesellschaftliche Umstände beide Geschlechter gleichermaßen diskriminieren und daher bei gewissen Themen sowohl Maskulismus als auch Feminismus Überschneidungen zeigen.
Beispiel: Ein Typ, der von allen Seiten Druck kriegt, weil er einen ordentlichen handwerklichen Beruf lernen soll, damit er später seine Familie ernähren kann, obwohl er lieber in Galicien sitzen und Lieder über das Meer dichten will – das Männerbild, das sich hierin offenbart, spiegelt gleichzeitig das mittransportierte Frauenbild, denn jemand, der so eine Einstellung hat, glaubt vermutlich auch, dass die Fähigkeiten von Frauen über „Brutpflege“ und Apfelkuchenbacken nicht weit hinaus gehen. Find ich scheiße, also unterstütze ich mit einem Feminismus, der dafür eintritt, dass Frauen jeden Beruf ergreifen können, den sie wollen, indirekt auch das gleiche Ziel für die Männer.
Alles andere wär ja auch hirnlos.

4. Rein hypothetisch: Der Maskulismus wird plötzlich unglaublich einflussreich und Deutschland wird ein komplett maskulistischer Staat. Was würde sich aus deiner Sicht geändert haben?

Die Frage mag ich nicht, weil sie irgendwie impliziert, dass wir momentan in einem feministischen Staat leben – und das klingt mir viel zu sehr nach antifeministischer Jammerlappen-Verschwörungstheorie.
Hätten wir einen maskulistischen Staat, der sich nach dem richtet, was im maskulistischen Diskurs momentan vorherrschend ist, wäre wohl der einzig legale Scheidungsgrund der Alterungsprozess der Ehefrau, würden Pornos im Mittagsprogramm laufen, gälte ein Arschklaps als freundliches Kompliment, wären die einzig akzeptablen Berufe für Frauen „Krankenschwester“, „Sekretärin“ und „Kindergärtnerin“, würde eine Nummer im Puff 10 Euro kosten und vor dem Reichstag stünde zur Feier des großartigen männlichen Pioniergeistes ein exorbitanter Phallus aus purem Gold, in dem die Namen sämtlicher Männer eingraviert wären, die es jemals geschafft haben, allein ein Nutellaglas aufzukriegen, flankiert von barbusigen Schönheiten, die 24/7 jauchzend Rosenblätter schmeißen.

Oder so.

5. What about the Womenz? Ist für Frauen die Welt schon rosarot (haha, Wortspiel) oder gibt es aus deiner Sicht noch Dinge, die sich für Frauen verbessern sollten. Was für eine Rolle spielt da aus deiner Sicht der Maskulismus?

Ich wäre wohl keine Feministin, wenn hier nichts stehen würde. Nachfolgend eine unvollständige Liste in Stichworten mit Dingen, die ich anprangere:
Die permanente Herabwürdigung von Frauen in der Gesellschaft/Werbung/im familiären Umfeld, die Reduzierung von Frauen als schmuckes Beiwerk ohne eigene Meinung und/oder Sexobjekt, das Victimblaming bei allen Formen sexueller Gewalt, das ständige Kleinhalten und die Fokussierung auf eine extrem limitierte Geschlechterrolle, dem bereits kleine Mädchen ausgesetzt sind, die Rezeptpflicht für die Pille danach, das Abtreibungsverbot in Deutschland, das ausgesetzt ist, faktisch aber noch existiert, Alltagssexismus, gläserne Decken etc.pp.

Der vorherrschende Maskulismus, der ja eigentlich nur ein Antifeminismus ist, wertet all diese Punkte als unwichtig und macht sich darüber lustig, dass Frauen drauf bestehen, wie normale Menschen behandelt zu werden.

6. Was stört dich am Maskulismus? Welche Themen, Meinungen oder Maskulisten gehen dir auf die Nerven, bzw. mit wem möchtest du nicht in einen Topf geworfen werden?

Tja… viel!
Mich stören vor allem diejenigen Maskulisten, die überhaupt gar keine sind (auch nach eigener Aussage nicht), aber den maskulistischen Diskurs mit ihrem Antifeminismus bestimmen. Typen, die nur rumjaulen, aber keinerlei gesellschaftlich anschlussfähigen Verbesserungsvorschläge vorbringen können. Kerle, die minutiös darlegen können, warum Männer von Natur aus aggressiver (gleich „stärker“) sein müssen als Frauen, sich dann aber gleichzeitig auf jedes von einer Frau begangene Verbrechen stürzen und genüsslich zerflücken, obwohl das auf so viele Arten überhaupt keinen Sinn macht.
Überhaupt – diese grassierende, unglaubliche Unlogik, die Inkohärenz diverser Forderungen und/oder Standpunkte. Es gibt eigentlich kein einziges Thema, bei dem der Maskulismus sich einig ist. Oft existieren komplett konträre Ansichten nebeneinander, ohne dass dies kommentiert, ja, anscheinend sogar, ohne dass es bemerkt wird. Vermutlich wird jetzt jemand hastig nach einer Ausrede suchen und das als „Diskursbereitschaft“ verbrämen, aber das ist es nicht. Wie auch, wenn absolut widersprüchliche Meinungen gar nicht registriert werden!
Es ist anstrengend, den Maskulismus zu diskutieren, denn anders als im Feminismus gibt es einfach keine klar zuordbaren Strömungen, und dass, obwohl meiner Beobachtung nach das Spektrum weitaus breiter gestreut ist. Es fehlt jegliche Struktur. Und so kommt es, dass sich einerseits ein antisexistischer, antiklassistischer Humanist als Maskulist bezeichnet und ein homophobes, frauenhassendes, sich die familäre Struktur des 3. Reiches zurückwünschendes Arschloch steht daneben und nennt sich genauso. Ja, scheiße, ne. Da fällt es leider verdammt schwer, diese Bewegung zu verteidigen.

Der Maskulismus muss aufhören, sich thematisch am Feminismus zu orientieren, wenn er jemals gesellschaftsfähig sein will. Es wirkt doch leicht erbärmlich, wenn 90% aller Themen mit einem „Und da hat diese Feministin gesagt…!“ beginnen oder mit einem „Und gestern hat jene Frau folgendes gar schröcklich Ungemach verursacht…!“ eingeleitet werden. Als gäbe es darüber hinaus nichts zu sagen.

Ein Thema, das mir besonders am Herzen liegt, ist sexuelle Gewalt. Nun ist das halt nichts, was nur ein Geschlecht betrifft. Aber wie wird sich im Maskulismus um dieses Thema gekümmert? Eigentlich nur, indem man Feministinnen trollt. Jegliche Erfahrung mit sexueller Gewalt wird abgewertet – weil!
Ja, warum? Weil es ungefähr 5% Frauen oder Feministinnen gibt, die tatsächlich einen Männerhass haben? Weil diese Minderheitenmeinung, die absolut nicht gesellschaftsfähig ist (als ich mich das letzte Mal umsah, träumte noch jede heterosexuelle Frau, die ich kenne, von einem Mann, mit dem sie auf ewig glücklich sein kann), das männliche Ego so grundlegend erschüttert, dass man kollektiv asoziale oder auch ganz schlicht gewaltvolle Erlebnisse abwatschen muss, nur um durch die Erkenntnis, dass es Männer gibt, die sadistische Arschlöcher sind, nicht in seinem Selbstwert tangiert zu werden, wobei sich auch hier die Frage stellt „wieso?“?
Wenn sich mit sexueller Gewalt beschäftigt wird, dann nur mit zwei Szenarien, auf die immer gleich reagiert wird:
1. ein weibliches Opfer, ein männlicher, mutmaßlicher Täter – das Opfer wird abgewertet und sich auf die Seite des Täters gestellt (ist der Fall klar und der Täter eindeutig schuldig, herrscht dagegen Grillenzirpen – aber selbst dann werden oft trotzdem Ausflüchte gesucht und auf unseren femizentrischen Staat geschimpft, der es (zumindest ab und an) wagt, Vergewaltigung oder sexuelle Gewalt auch zu bestrafen, so wie es das Gesetz vorsieht)
2. ein männliches Opfer (gerne minderjährig), eine weibliche Täterin – and all hell breaks loose.
Was ist mit den vielen Jungs und Männern, die Opfer von männlichen Tätern werden? Was ist mit den ganzen Messdienern, den Söhnen missbrauchender Väter, den Gefängnisinsassen, die sich nicht gegen Vergewaltigungen wehren können? Oh, klar, die werden auch hin und wieder mal erwähnt – aber nur so: „Ja, das ist schon schlimm, das, ABER DIESE BESCHISSENEN FEMINAZIS INTERESSIEREN SICH DAFÜR JA NATÜRLICH NICHT!!!“

Abarbeiten am Feminismus, gegen jede Vernunft, gegen jede Verhältnismäßigkeit, ohne Sinn und Verstand, Hauptsache anti. DAS stört mich am Maskulismus.

7. Welche Erfahrungen hast du allgemein gemacht, wenn du über das Thema Maskulismus diskutiert hast?

Unwissen im echten Leben, weil sowohl der Begriff als auch relevante männerrechtliche Themen noch keine große Verbreitung gefunden haben (da die Herren ja halt anderweitig beschäftigt sind) und online oft abwehrendes, biestiges Verhalten, wenn man es wagt, antifeministische Auswüchse zu kritisieren.

8. Wenn du die Möglichkeit (Zeit, finanzielle Mittel, Reichweite, Unterstützung) hättest eine maskulistische Aktion zu organisieren, wie würde diese aussehen?

Ich würde eine Kampagne gegen dieses verfassungswidrige Beschneidungsgesetz starten mit allem, was dazu gehört: Werbespots, Infobroschüren für Eltern, Erzieher und Politiker, Demos etc.pp. Die Berichterstattung während der heißesten Phase dieser Debatte hat mir gezeigt, dass dieses Problem einfach keine Lobby hat, also muss man selbst die Lobby sein.

Normalerweise wirft man Blogstöckchen weiter. Konkrete Personen möchte ich dieses Mal nicht benennen, würde mich aber freuen, wenn noch die ein oder andere Feministin das Thema aufgreift.