#WasAndersWäre – Blogparade

Vorgestern stieß ich auf die Antworten von „Mama arbeitet“ zu einem Blogstöckchen und auch, wenn ich noch ein paar andere Blogstöckchen hier rumliegen habe, zu denen ich noch nicht gekommen bin, und ich außerdem für dieses hier nicht nominiert wurde, fand ich das Thema zu interessant, um nicht sofort mitzumachen!

Worum geht es? Die Autoren des Buchs „Die rosa-hellblau-Falle“, das behandelt, wie sehr wir schon unsere Kinder in Rollenschubladen stecken (oh, the memories!) haben auf ihrem Blog Fragen gestellt, die sich rund um genau dieses Thema „Klischees“ drehen. Konkreter: Unter dem Titel #WasWäreAnders sollen sich die Teilnehmer Gedanken darum machen, wie ihr Leben nun aussehen würde, würden sie zum anderen Geschlecht gehören.

Diesen Ansatz finde ich sehr spannend – und darum mache ich mit! Ich verzichte jedoch auf Nominierungen und werfe das Blogstöckchen in die Runde. Ich würde mich freuen, wenn es jemand auffängt!

Und damit geht’s auch schon los!

1. Was wäre anders in deinem Leben, in deinem Alltag, wenn du ein Mann/eine Frau wärst?
Puh… alles und nichts. Ich entspreche weder dem Klischee einer Frau, noch dem eines Mannes. Ich würde folglich genauso wie jetzt unter Rollenklischees leiden, nur wären es halt andere. Meine Kindheit wäre wohl komplett anders verlaufen, aber nicht unbedingt besser.
Werde ich heute schief angesehen, weil ich Comics mag, würde man mich als Mann wohl auslachen, weil ich außerdem Jane-Austen-Verfilmungen feiere (die sehe ich mir übrigens immer zusammen mit meinem Mitbewohner an – er ist ein riesen Fan!). Das sind Kleinigkeiten, über die ich (heute) drüber stehe, aber die pure Masse macht es dann letztendlich. Ich würde als Mann wohl sehr darunter leiden, so sensibel zu sein, wie ich nun mal bin.
Davon abgesehen müsste ich mich wohl als Kellner komplett anders verhalten als als weibliche Thekenkraft. Wenn ich pöbelnde Gäste rausschmeiße, muss ich richtig aufdrehen, da ich ansonsten keine Chance hätte. Ich muss brüllen und auf die Theke hauen, um überhaupt beachtet zu werden. Bisher hat das immer wunderbar funktioniert.
Als Mann dagegen hätte ich mit dieser Art mit Sicherheit schon ein paar aufs Maul gekriegt. Um sich in solchen Situationen durchzusetzen muss Frau schreien, während ein Mann im Gegenteil ruhig bleiben muss. Beides kann bedrohlich wirken, aber auf völlig andere Weise und nur mit dem richtigen Geschlecht.
Eigentlich ist es sehr interessant, dass man sich genau gegensätzlich zum Rollenklischee verhalten muss, um in brenzligen Situationen als Autorität anerkannt zu werden.
Wäre ich ein Mann, müsste ich mir, nachdem ich gerade erfolgreich eine Gruppe Nazis rausgeschmissen habe, zudem nicht anhören, dass wir wegen sowas dringend einen Mann hinter der Theke bräuchten -.-

Als Mann würde ich außerdem wohl nicht so glockenhell kichern. Tihihi.

2. Was tust du nur deshalb, weil du eine Frau/ein Mann bist?
Ganz klar: Beauty-Zeugs. Da kann man noch so sehr empowert oder emanzipiert sein – wenn die ganze Welt bestimmte Erwartungen an einen stellt, kann man entweder immer nur kämpfen und am Ende doch auf der Strecke bleiben oder halt mitmachen.
Too much information: Das gilt insbesondere für Schamhaare. Männern meiner Generation und jünger ist eingetrichtert worden, dass die Dinger unhygienisch und eklig sind. Komischerweise war das noch vor 10, 20 Jahren nie ein Thema gewesen. Was haben die Kerle davor gemacht – Sex nur unter allergrößter Überwindung oder wie?
Ich finde mich mit Schamhaaren schöner und weiß zudem, dass es im Gegenteil OHNE unhygienischer ist. Aber weil ich keinen Bock auf Diskussionen habe (oder stumme Verurteilung), lass ich sie halt wegmachen. Jedenfalls manchmal. Aber niemand würde mir das vorwerfen, wenn ich ein Mann wäre.

3. Was tust du nicht / welche Dinge lässt du lieber, weil du ein Mann/eine Frau bist?
Ich bin da relativ schmerzfrei und tue ganz bewusst immer wieder Dinge, die man von mir nicht erwarten würde, weil ich eine Frau bin, wenn ich Lust dazu habe. Ich weigere mich, Geld für’s Taxi anzunehmen und gehe nachts lieber zu Fuß nach Hause. Ich schleppe Bierkästen lieber selbst, statt einen starken Mann zu suchen, der das für mich übernimmt. Ich lasse nicht zu, dass sich auf der Arbeit ein Mann in meine Streits einmischt, weil ich das selber regeln will.
Ich bin tatsächlich der Meinung, dass ich nichts bewusst unterlasse, nur weil ich eine Frau bin. Dazu bin ich zu stur. Höchstens habe ich auf Konzerten Angst, mitten in den Moshpit rein zu springen, aber das hat eher was mit meiner Körpergröße zu tun als mit meinem Geschlecht.
Okay, ein bisschen Schiss, mir da eine gebrochene Nase zu holen, was bei einem Mann aus rein optischen Aspekten nicht so schlimm wäre wie bei einer Frau, die ständig auf ihr Äußeres reduziert wird, spielt da vielleicht auch mit rein. Aber ansonsten… wobei… natürlich! Furzen und rülpsen in der Öffentlichkeit. Wer schon mal mit gefrorenen Lächeln und randalierenden Eingeweiden auf einer Party stand, wird diese Freiheit sehr vermissen. Keine Ironie.

4. Durch welches Klischee fühlst du dich persönlich beeinträchtigt?
Hier müsste ich ehrlicherweise „alle“ sagen. Aber natürlich sind einige schlimmer als andere.
Rollenklischees haben mir meine Kindheit zur Hölle gemacht. Mir ist täglich unter die Nase gerieben worden, wie schrecklich ich sei, nur weil ich nicht den Erwartungen eines „typischen Mädchens“ entsprochen habe. Ich durfte nicht toben und Fußball spielen, bekam nie die Spielsachen, die ich gerne wollte und wurde in Klamotten gezwängt, die ich hasste. Außerdem wurde ich früh darauf vorbereitet, was mich in meinem späteren Leben unweigerlich erwarten wird: Hausfrau sein, Männer bedienen, lächeln, brav sein, die Fresse halten. Mein Umfeld hat mir eine so passive Art Weiblichkeit vermittelt, dass ich einen regelrechten Hass darauf entwickelte. Das machte die Anfänge meiner Pubertät extrem problematisch („oh mein Gott, ich werde tatsächlich zur Frau – wie scheiße!“) und zog sich durch bis ins frühe Erwachsenenalter.
Ich bin froh, das hinter mir zu haben. Aber wenn ich heute mit so etwas konfrontiert werde, kocht wieder der selbe Hass in mir hoch. Nicht gegen Weiblichkeit, sondern gegen diese Idioten, die so unglaublich dumm und beschränkt in ihrem Denken sind – und damit nicht nur Frauen, sondern auch sich selbst Ketten anlegen.
Daher fühle ich mich tatsächlich doch von JEDEM Klischee beeinträchtigt (besser gesagt: persönlich beleidigt), sogar wenn ich es selber erfülle.
Und dazu kommt dann natürlich noch das harte Zeug. Dass mir nicht zugehört wird, weil ich eine Frau bin. Dass mir trotz gleicher oder höherer Kompetenz ein Mann vorgezogen wird, weil ich eine Frau bin. Dass ein Kerl Applaus für einen Vorschlag kriegt, den ich zwei Sekunden früher selber gemacht habe, aber das hat dann niemand beachtet, weil ich eine Frau bin. Die ganzen sexistischen Sprüche, Beleidigungen, Grenzüberschreitungen, nur weil ich eine Frau bin. Das ist alles sehr, sehr scheiße.

5. Erzähle von einer Situation, in der du bemerkt hast, dass es von Vorteil ist, zur Gruppe der Frauen/Männer zu gehören.
Siehe Antwort 1. Ich hatte wirklich schon einige Situationen bei der Arbeit, die auf Außenstehende sehr gefährlich gewirkt haben, aber ich habe mir dabei noch nie wirklich Sorgen um mich gemacht. Grade Männer, die sehr rollenfixiert sind und sexistisch in ihrer Denkweise haben verinnerlicht, Frauen nicht zu schlagen (zumindest keine fremden). Das ist für mich in solchen Fällen definitiv ein Vorteil. Und das ist so massiv, dass unser Chef uns Kellnerinnen im Zweifelsfall vorschicken würde, um einen Pöbler rauszuschmeißen, weil wir da relativ safe sind, während ER sofort ein paar in die Fresse bekäme. Einige meiner Kolleginnen haben damit Probleme, weil sie Angst haben, aber ich sehe das realistisch und gehe gerne vor, wenn ich damit ihn oder meine männlichen Kollegen schützen kann.
Außerdem merke ich den Vorteil Frau ganz massiv in gewissen Kreisen des Netzfeminismus. Das finde ich unglaublich zum Kotzen. Ich bin keine Anhängerin der Privilegientheorie, denn ich vertrete ja gerade die Ansicht, dass das Geschlecht KEINE Rolle spielen sollte. Das sehe ich in dieser Theorie nicht gegeben.
Mir ist es tatsächlich mal passiert, dass mir in einer Diskussion zu einem völlig anderen Thema (Klassismus) plötzlich das „Argument“ entgegen geschleudert wurde, dass ich hierzu ja eigentlich nichts zu melden hätte, denn zwar mag ich klassistisch benachteiligt sein, aber als Mann hätte ich ja immer noch den Privilegienjackpot gewonnen. Offensichtlich hielt man mich wegen meines hierzulande männlich konnotierten, aber eigentlich geschlechtsneutralen Nicks für einen Mann (was ich nochmal auf ganz andere Weise für sexistisch halte).
Und da hört’s bei mir aber sowas von auf. Sobald der Standpunkt eines Mannes bei jedem erdenklichen Thema nur deshalb nicht zählt, weil er ein Mann ist, ist das kein Feminismus mehr, sondern Sexismus in Reinform. Das unterstütze ich nicht.

6. Gibt es Situationen, in denen das Geschlecht keine Rolle spielt?
Online. Ich weiß von vielen meiner Follower auf Twitter oder hier im Blog das Geschlecht überhaupt nicht und es ist mir auch egal. Und auch in meinem Freundeskreis fühle ich mich sehr wohl dahingehend. Ich mag weder sehr klischeehafte Frauen, noch sehr klischeehafte Männer, darum umgebe ich mich mit solchen Leuten nicht. In meiner WG, in der ich mit zwei Männern lebe, und unter meinen Freunden ist das alles so egal. Sowohl Frauen als auch Männer machen dasselbe Ding, mögen sich unabhängig vom Geschlecht, werden gleich respektiert. Und diese ominöse sexuelle Spannung, die ja angeblich unweigerlich in Mann-Frau-Beziehungen herrscht und Freundschaften zwischen den Geschlechtern unmöglich macht, gibt es nicht (was nicht heißt, dass in meiner Clique keine Pärchen zusammen finden oder niemand Sex hat. Ich denke ihr wisst, was ich meine.).
Das würde ich mir für die ganze Welt wünschen.

Advertisements

[Halloween-Special] Halloween-Blogparade!

Ich eröffne mein Special mit einer Blogparade, und ja, die Fragen habe ich mir ganz allein ausgedacht 😀

Das Thema ist nicht nur der Feiertag Halloween an sich, sondern alles, was man so gemeinhin damit verbindet: Das Jenseits, der Tod, Horror, Grusel, das Übersinnliche, Spannung, Angst, die Faszination für das Morbide und so weiter und so fort. Ihr könnt also auch mitmachen, wenn ihr Halloween nicht mögt!

Die Regeln sind denkbar einfach:
– Beantwortet die Fragen auf eurem Blog (oder, falls ihr keinen habt, auch gerne in den Kommentaren) – am besten noch vor Halloween!
– Fordert eure Leser auf, mitzumachen oder nominiert gezielt Leute!
– Hinterlasst mir hier einen Link, damit ich und andere eure Antworten auch lesen können 🙂

Los geht’s!

———-

1. Für die einen ist es ein blöder Ami-Brauch, für die anderen ein ernsthafter Feiertag: Wie ist deine Meinung zu Halloween?
Tja, ich LIEBE Halloween – Überraschung 😀
Normalerweise bin ich sehr kritisch, was Traditionen angeht, die aus Amerika kommen, aber da es sich hier um einen Re-Import handelt und das eigentliche Halloween auf irische Bräuche zurück geht, bin ich total okay damit! Zumal ich es einfach LIEBE, mich zu verkleiden und es wichtig finde, einen Tag zu haben, in dem der Tod und das Makabere im Mittelpunkt steht.

2. Feierst du Halloween und wenn ja, wie?
Ich dekoriere zuhause ein bisschen gruselig (ein Kürbis darf natürlich nicht fehlen!) und schmeiße mich leidenschaftlich in mein Kostüm. An diesem Tag sollten alle verrückt sein, also verhalte ich mich auch so. Joker-verrückt, nicht Karneval-verrückt!
Mein Wunschhalloween würde darin bestehen, eine große Party zu schmeißen, auf der getrunken und gegessen werden darf, aber trotzdem das Übersinnliche zelebriert wird. Leider nimmt niemand, den ich kenne, den Feiertag ernst genug, um so etwas zu machen. Im Gegenteil, die meisten Leute verkleiden sich ja nicht mal! Das ist unglaublich schade. Ich werde also wie jedes Jahr Süßkram für Kinder kaufen, die nicht kommen werden, mit Leuten trinken, für die Halloween nur ein weiterer Grund zum Saufen ist, und darauf hoffen, dass sich der Feiertag irgendwann richtig etabliert, um Halloween auch mal nach meinen Wünschen erleben zu können…

3. Was ist dein Lieblingskostüm?
Eines, das ich mir ganz allein ausgedacht habe 😀 Ich nenne es das postapokalyptische Scary-Clown-Chaosdämon-Kostüm. Wie das aussehen kann, verrate ich in den nächsten Tagen 😀 Allgemein aber ist es in meinen Augen ein MUSS, an Halloween als irgendwas gruseliges zu gehen! Sexy Krankenschwester kann man immer noch an Karneval sein!

4. Was war dein Kindheitsmonster?
Oh Gott, seid gewarnt – DAS HIER:
Halloween
Das ist die Hauptperson aus „Hans, mein Igel“, einem Märchen, das in der Serie „Jim Hensons beste Geschichten“ im Fernsehen lief, als ich zarte vier Jahre alt war.
UND DAS HAT MICH NACHHALTIG TRAUMATISIERT! Denn jetzt mal ehrlich – wie ekelhaft ist DAS bitte? In einem Kinderprogramm?
Mag sein, dass das Kostüm gut gemacht war und so, aber ich hatte jahrelang Angst vor dem „Igelmann“! Und wie ich finde – völlig zurecht!

5. Viele Leute schwören, nicht abergläubisch zu sein. Aber Hand auf’s Herz: Jeder glaubt doch irgendwie, Glück und Pech beeinflussen zu können. Welchem Aberglauben hängst du an?
Hm, ich sag mal so: Ich kann natürlich unter Leitern durchgehen oder einen Regenschirm im Haus öffnen. Es bricht mir aber auch kein Zacken aus der Krone, wenn ich das halt nicht tue. Oder wenn ich mir ein bisschen Salz über die Schulter werfe, wenn der Streuer umgekippt ist. Also, wenn der Arbeitsaufwand so gering ist, dann ist auf Nummer Sicher gehen doch eigentlich sehr vernünftig, oder? 🙂
Nur das mit den schwarzen Katzen, das ist selbstverständlich bösartige Propaganda, denn Katzen sind immer toll, egal was sie für ne Farbe haben.

7. Glaubst du an Geister?
Natürlich glaube ich nicht daran, dass Tote einfach durch die Luft schweben und „buuuuuh“ rufen. Aber so ne Energie, eine Art Lebenskraft einer Seele, die sich nach dem Tod vom Körper löst und eine andere Ebene bewohnt und von da aus die Lebenden mit nem grauenvollen Geheul von unvorstellbaren Schmerzen quält, also, DAS gibt’s auf jeden Fall!
Das ist von „Malcolm Mittendrin“ geklaut, weil ich es selbst nicht besser formulieren könnte 😀 Aber ernsthaft: Ich glaube, dass Menschen etwas zurück lassen, wenn sie sterben. Wissenschaftlich betrachtet führt da auch kein Weg dran vorbei! Schon mal was vom Energieerhaltungssatz gehört?!
science bitch

8. Der Tod lauert überall… In welcher Situation ist dir mal der Gedanke gekommen: „Ich hätte gerade sterben können?“
Tatsächlich hatte ich in letzter Zeit öfter solche Gedanken. Es ist erstaunlich, wie manchmal wenige Sekunden oder Zentimeter, beispielsweise an einem Abhang, über Leben und Tod entscheiden können…
Wie sehr man manchmal Glück hat und welche seltsamen Zufälle es gibt, weiß ich, seitdem ich einmal ein Brandloch in dem Laken auf meinem Bett entdeckt habe. Zuerst konnte ich mir das gar nicht erklären. Ich rauche nicht im Bett und außerdem war es an der Seite, also ne echt komische Stelle… Wie war es da hin gekommen?
Schließlich fand ich die Lösung. Ich hatte mich ein paar Tage zuvor auf meinem Bett sitzend geschminkt. Der Kosmetikspiegel stand immer noch neben meinem Bett. Nun hat durch mein Fenster die Sonne geschienen und der Spiegel hat die Sonnenstrahlen in einem Winkel auf das Bett reflektiert, dass genug Hitze entstand, um tatsächlich ein Loch in mein Laken zu brennen. Es war pures Glück, dass nichts schlimmeres passiert ist. Ich war zu dem Zeitpunkt nicht da, also wäre ich nicht gestorben, aber trotzdem hätte das ganze Haus abfackeln können.
Das sind so Dinge, die mich einfach sprachlos machen. Denkt ihr, die Feuerwehr hätte mir das abgekauft?

9. In unserer heutigen Zeit wird der Tod gerne ausgeblendet. Wie gehst du persönlich damit um?
Der erste Tote, den ich in echt gesehen habe, war mein Opa. Er starb völlig überraschend, während ich nicht zuhause war, aber sobald ich den Anruf bekam, fuhr ich zurück. Ich kam noch rechtzeitig an, bevor er abgeholt wurde und darüber war ich sehr froh.
Ich glaube, wir auf dem Land händeln das noch anders. Mir war es sehr wichtig, ihn noch einmal sehen und berühren zu können. In dem Moment war die Trauer noch zu frisch, aber rückblickend betrachtet hilft so etwas sehr, denke ich.
Die größte Angst, die ich vor dem Tod habe ist, dass danach tatsächlich alles vorbei ist, als würde man einen Schalter umlegen. Ich glaube aber nicht daran. Und wenn es nur eine Illusion meines sterbenden Gehirns ist, die mir vorgaukelt, meine letzte Sekunde würde sich zu Äonen dehnen… irgendetwas wird danach kommen. Fragt sich nur, was. Ich hoffe, ich lebe lange genug, bis ich die Spannung von allein nicht mehr aushalte 😉

10. Ich lege dir 1000 Euro in bar auf den Tisch und einen Zettel, auf dem steht „Hiermit verkaufe ich dem Besitzer dieses Vertrags meine Seele“. Würdest du das Geld nehmen und ihn unterschreiben?
Ein faustischer Vertrag? Ganz klar: Nein. Auch nicht für eine Million. Denn ich glaube an eine Seele. Kann man albern finden, aber lustigerweise zögern sogar Menschen, auf die das angeblich nicht zutrifft, bei dieser Frage ganz oft 😀

Bonusfrage*: Wem würdest du gerne mal einen Halloweenstreich (Haus in Toilettenpapier wickeln oder gerne auch kreativer) spielen?
Das muss nicht unbedingt an Halloween sein, aber eine Person hat es echt verdient: Mein Mitbewohner Dave. Der weiß ganz genau, dass ich Angst vor Krabbelviechs habe. Und was tut er? Setzt ne Plastikkakerlake in meine Teebox. Ohne Worte. Ich wäre fast gestorben. Und da sinne ich immer noch auf Rache.
Aber was tun? Ich habe lange gegrübelt und bin zum Schluss gekommen, dass ich irgendwie doch erwachsener bin als ich dachte. Jede Idee wurde von mir wieder verworfen. Irgendetwas in seinem Zimmer anstellen, während er nicht da ist? Uncool, das wäre ein Eingriff in seine Privatsphäre. Zucker in den Salzstreuer? Meh, dann versaut er sich sein Essen, aber Lebensmittelverschwendung ist nicht lustig. Und so weiter und so fort. Es darf nicht weh tun, ihn nicht demütigen, nichts darf kaputt gehen etc. pp. Nur, was bleibt denn da noch?!
Ich hoffe, irgendwann fällt mir was ein – oder ich muss mir ein Opfer suchen, bei dem mir die negativen Folgen egal sind 😀

———-

So, mir wären noch tausend weitere Fragen eingefallen, aber mehr als zehn sollten es vermutlich nicht sein. Ich hoffe, irgendjemand macht mit! Jeder darf sie beantworten, aber trotzdem nominiere ich mal den Hemator, die Karo, die Friedl und die Hijack, weil ich irgendwie das Gefühl habe, dass die noch am ehesten für sowas zu begeistern sind 😀 Aber auch alle anderen sind herzlich eingeladen! Ich bin gespannt auf eure Antworten!

*Edit: Ich bin so doof! Karo musste mich erst darauf aufmerksam machen, aber tatsächlich sind es nicht 10 Fragen geworden, sondern nur 9! Und ich habe mich noch gewundert, warum das so schnell vorbei war…
Jedenfalls habe ich Karos Bonusfrage einfach mal auch bei mir ergänzt!

Meine fünf Buchvorsätze 2014

Da läuft grade noch meine Buchverlosung (Eigenwerbung Galore!) und da wirft mir die Naekubi doch ein Blogstöckchen, das thematisch perfekt passt – und kurz darauf kommt dasselbe von Ti Leo. Yay \o/

Gefragt sind fünf Bücher, die ich dieses Jahr noch vorhabe zu lesen. Nicht erlaubt sind Fortsetzungen einer Reihe, deren voraus gegangenen Teile ich schon gelesen habe.
Fünf Bücher… klingt machbar, oder? Tatsächlich gab es mal eine Zeit, in der ich mir alle Bücher, die ich gelesen habe, aufschrieb und somit weiß, dass ich damals im Jahr ca. 50 Bücher schaffte. Diese Zeit ist leider vorbei. Das ist schade. Aber die folgenden fünf literarischen Ergüsse müssen definitiv sein:

Matt Ruff – Mirage
Uuuund noch ein bisschen Werbung, da ich ja in meinem Gewinnspiel Matt Ruffs Erstlingswerk verlose. Bei diesem handelt es sich nun um seinen neusten Roman, womit ich sein Gesamtwerk komplett verschlungen hätte. Da er aber allerdings ziemlich langsam schreibt (fünf Romane in 24 Jahren – im Hintergrund kichert ein Mr. Stephen King spöttisch), ist das gar nicht sooo beeindruckend, wie es klingt.
Mirage geht von der Prämisse aus, dass sich die gesamte Weltgeschichte ab einem gewissen Zeitpunkt dramatisch anders entwickelt hat – so dass am 11. September 2001 nicht das World Trade Center in New York einem Terroranschlag radikaler Islamisten zum Opfer gefallen ist, sondern stattdessen die „Euphrat und Tigris“-Türme in Bagdad, einer Großstadt in den Vereinigten Arabischen Staaten, von christlichen Fundamentalisten aus dem eher rückständigen, unbedeutenden Land Amerika angegriffen worden sind. Aber ist diese Welt, die sich so grundlegend von unserer unterscheidet, wirklich so echt, wie alle Beteiligten glauben?
Das Buch erschien am 1. März auf Deutsch. Einen Tag später bekam ich es von den besten Mitbewohnern der Welt zum Geburtstag – und habe es ihnen zähneknirschend zur Aufbewahrung überlassen, weil ich mich sofort drauf stürzen wollte, zum Lesen aber wegen meiner Examensarbeit keine Zeit hatte. Am Abgabetag lag es unaufgefordert auf dem Wohnzimmertisch, aber ihr kennt das: Man will immer das am meisten, was man nicht haben kann. Vor acht Wochen, als ich nicht durfte, hätte ich es in wenigen Tagen verschlungen, nun liegt es hier unangetastet und bettelt um meine Aufmerksamkeit. Tja, die wird es auch sehr bald bekommen.
Bei dem Thema mögen unzählige rassistische oder antimuslimische Fallstricke lauern, aber ich vertraue Matt Ruff da voll und ganz 🙂 Er hat bereits in all seinen anderen Romanen großes Einfühlungsvermögen gerade in Bezug auf Opfer von Diskriminierungen oder soziale Außenseiter bewiesen. Und weil er auch ansonsten so toll ist, habe ich dementsprechend hohe Erwartungen.

David Hajdu – The Ten-Cent Plague: The Great Comic Book Scare and How It Changed America
Ja, das is’n Sachbuch. Man stelle es sich vor!
Dieses Buch gehörte zur Literatur für meine Examensarbeit, bei der es ja um Zensur bei Comics in den 40er und 50er Jahren ging. Davon werde ich ja noch ausführlich berichten. Nur soviel: Die Leute sind damals völlig ausgerastet. Was wir heute bei der Debatte um sogenannte Killerspiele etc. erleben, ist Kindergarten dagegen. Hajdu hat nun ein Buch darüber geschrieben, das sich der Thematik eher anekdotisch mithilfe vieler Interviews nähert, so dass eher die beteiligten Menschen im Vordergrund stehen. Leider konnte ich für meine Arbeit nur ein paar Auszüge lesen, weil ich keine Zeit mehr hatte (und ich diverse andere Bücher hier rumliegen hatte, die das alles mehr trocken-wissenschaftlich vermittelten, was sich für meine Arbeit besser eignete), aber ich fand den Schreibstil unterhaltsam und das Thema sowieso. Deshalb möchte ich es noch ganz lesen, zumal ich es das einzige Buch meiner Literaturliste ist, das ich mir nicht ausgeliehen, sondern gekauft habe.

David Wong – John dies at the end
Stellt euch vor, ihr trefft auf einen Nazi und ihr hackt ihm mit einer Axt den Kopf ab (davon haben wir ja alle schon mal geträumt). Beim letzten Schlag bricht der Stiel, also geht ihr los und kauft euch einen neuen. Wochen später zerbröselt es den Axtkopf, als ihr damit eine Monsterkrabbe platt macht, was erneut einen Gang zum Baumarkt nötig macht. Und kurz darauf wankt der Nazi, der nun ein Zombie mit dekorativer Rundum-Naht am Hals ist, in eure Küche, zeigt auf eure Axt, die ihr natürlich hastig zur Hand genommen habt, und röchelt: „Dies ist die Axt, die mich tötete!“ Und jetzt stellt euch die alles entscheidende Frage: Hat er Recht?
So unglaublich bescheuert fängt John dies at the end an und das war nur der Auftakt zu einem der ausgeflipptesten Filme, den ich je gesehen habe. Das einzige Problem: Der Film kann nicht mal ansatzweise die gesamte Story des Buches liefern, weshalb völlig klar ist, dass ich das Buch lesen muss, auch wenn es bisher leider nur auf englisch erschienen ist.

Stephen King – Dr. Sleep
Okay, äh… keine Teile einer Reihe, ne? Strenggenommen ist das hier eigentlich einer. Bzw. ist strenggenommen Stephen Kings gesamtes Werk eine einzige große Reihe, deren einzelne Teile immer wieder aufeinander Bezug nehmen. Ich denke aber, hier kann ich eine Ausnahme machen.
35 Jahre nach Shining taucht der telepathisch begabte kleine Danny Torrance, eben der Junge mit dem „Shining“, erneut in einem King-Roman auf, nur ist er inzwischen erwachsen. Viel mehr weiß ich darüber nicht, weil ich gar nicht mehr wissen wollte. Wenn „King“ draufsteht, lese ich es ja sowieso ^^
Ich hatte mir immer vorgestellt, dass Stephen King Danny Torrance und das kleine Mädchen aus Friedhof der Kuscheltiere, das als einzige das gesamte Gemetzel überlebt hat, zusammen in einen Nachfolgeroman packen könnte, aber ich wette, er hat inzwischen selbst schon wieder total vergessen, dass er bei dem Mädel ebenfalls ein Shining andeutete. Tja. Das wär mal richtig cool gewesen. Aber ich denke, ich werde auch so zufrieden sein!

Neil Gaiman – Die Bücher der Magie
Wenn mir die wissenschaftliche Beschäftigung der letzten Wochen mit dem Thema eines gezeigt hat, dann, dass ich unbedingt mehr Comics lesen muss \o/ Ich will definitiv meine Dino-Batman-Sammlung komplettieren, außerdem die letzten paar Bände von Transmetropolitan, die mir leider noch fehlen besorgen, aber das zu erwähnen wäre ja gegen die Regeln. Nun muss ich mich unter den vielen Comics, die ich noch lesen will, für eines entscheiden, weil es ja nur fünf Bücher sein sollen, also fällt meine Wahl auf dieses.
Neil Gaiman hat mit seiner Sandman-Reihe geholfen, das Medium für das Feuilleton zu öffnen, aber auch seine Romane haben mir bisher sehr gut gefallen. Die Bücher der Magie ist eine Serie, die unter seiner Autorenschaft gestartet ist, weshalb Band 1 definitiv gelesen werden muss.

So, ein Blogstöckchen muss weiter geschmissen werden! Ich gebe die Aufgabe also an Karo, Hemator, Nerdbarbie, EMN, Maren, Onyx, Sarah, Juna und Mina weiter. Okay, das sind jetzt neun und es sollten acht sein, aber egal 🙂

10 + 10 Fragen! Yay!

In den letzten Wochen kam bei mir mal wieder ein Problem auf, dass ihr, sofern ihr bloggt, bestimmt alle irgendwo kennt: „Warum kriegt jeder ein Blogstöckchen, nur ICH nicht? Schluchz.“

So etwas kann Seelen töten. Aber das ist nun vorbei, denn siehe da, es kamen derer direkt zwei! Yay! Ich bin ja so beliebt!!! Nimm das, Nena aus der 9. Klasse, die mich nie zum Saufen eingeladen hat!!!

Ich bedanke mich recht herzlich bei 0x0d und Karo und fange diese Blogstöckchen natürlich mit Freuden. Beide stellten jeweils 10 Fragen, die ich schonungslos offen und ehrlich beantworten werde, bevor ich mir dann ebenfalls einige knallharte investigative Fragen ausdenken werde, denen den wiederum andere Blogger Rede und Antwort (vor allem aber Antwort. Höhö.) stehen müssen!

Fangen wir mit 0x0d’s Fragen an:

1. Welches Buch/welchen Film hast du noch nicht gelesen/gesehen, obwohl du das schon längst mal wolltest?
Ich pflege ja ein Selbstbild als kleine Filmkennerin, deswegen bereue ich es schon lange, noch nie Pulp Fiction gesehen zu haben. Das ist eigentlich eine Schande. Aber immer, wenn ich die Gelegenheit dazu hätte, habe ich einfach keine Lust. Zumal ich Tarantino für überschätzt halte.
Bei Büchern stellt euch bitte folgendes vor: Es existiert für mein Studienfach Germanistik eine sogenannte Leseliste mit einen Kanon mit viel… VIEL klassischer deutscher Literatur. Ich muss mich leider darauf einstellen, zu einer gewaltigen Anzahl dazu bei meinen Abschlussprüfungen befragt zu werden, deshalb bereue ich vom ganzen Herzen, bisher so wenig davon gelesen zu haben.

2. Bist du Mitglied in irgendwelchen Vereinen? Wo, und warum?
Ich bin Mitglied im Schützenverein, Abteilung Bogenschießen. Warum? Weil man diesen Sport ohne Unterstützung von erfahrenen Schützen unmöglich lernen kann. Und weil Schützenvereine längst nicht so scheiße sind wie ihr Ruf!

3. Was tust du, wenn du nicht einschlafen kannst?
Uuuh, dazu habe ich einen exklusiven Trick ^^ den ich in der psychosomatischen Klinik gelernt habe: Den Kopf auf ein Buch mit harten Einband legen, so, dass der „Knubbel“ aufliegt, also der Teil, wo die Wirbelsäule in den Schädel übergeht. Die Therapeutin meinte, dahinter läge ein Gehirnareal, das irgendwie für Beruhigung und so zuständig ist und durch diesen Druck irgendwelche Stoffe ausschüttet. Und auch wenn ich den Mechanismus nicht verstehe und nicht die Hand dafür ins Feuer lege, dass es stimmt: Klappen tut’s!

4. “Alkohol, du böser Geist…” – Hast du dich im Suff mal verplappert und deinem Gegenüber etwas gesagt, was er/sie (noch) gar nicht wissen sollte?
Explizit Geheimnisse ausgeplaudert? Daran erinnere ich mich nicht (Gott sei Dank). Ich hab allerdings mal in der Disco zu einer Freundin, die ihren Geldbeutel verloren hatte und fragte, ob ich ihr vielleicht einen ausgeben könnte, „Nö. Pech gehabt“ gesagt. Da war aber Pole offen. Huiuiui. Aber auch ansonsten plappere ich leider viel zu viel Scheiße, wenn ich was getrunken habe -.-

5. Leben in einem kleinen Dorf, wo praktisch jeder jeden kennt: Fluch oder Segen?
Ich bin in einem solchen Dorf aufgewachsen. Es hat definitiv Vor- und Nachteile.
Vorteil: Man kennt jeden.
Nachteil: Man kennt jeden.
Ernsthaft. Ich würde später gerne wieder aufm Dorf leben. Ich hasse die Stadt. Es stinkt, es ist laut, die Leute sind unglaublich unfreundlich. Mit ein paar Naseweisen und Besserwissern komm ich schon klar, das musste ich ja über 20 Jahre meines Lebens. Die Leute mögen „einfacher“ sein, aber was ihnen an Vielschichtigkeit fehlt, machen sie mit einem Mangel an penetranter Dekadenz wieder wett!

6. Hattest du bzw. deine Familie früher ein Haustier? Und heute?
Ich hatte nie ein Haustier. Ich durfte nie 😦 Aber sobald ich wieder aufm Dorf lebe, werde ich mir auf jeden Fall eine Katze anschaffen. Ich liebe Katzen wahnsinnig – so sehr, dass ich sie auf gar keinen Fall in eine Wohnung in der Stadt sperren würde, auch wenn ich ein Haustier wirklich sehr vermisse.

7. Mein Arbeitskollege mag keine Pilze. Er findet sie “so fies wabbelig”. Gibt es etwas, was du nicht gerne isst?
Ich esse unglaublich viel nicht gerne. Früher hatte ich mehr Sachen, die ich hasste, als Sachen, die ich mochte, aber inzwischen bin ich immerhin so weit, fast alles essen zu KÖNNEN, auch wenn ich es immer noch nicht mag. Vor allem die meisten Gemüsesorten sind einfach nicht meins. Oder fettiges Fleisch. Oder matschiges Obst, auch im Kuchen – wenn Obst, dann doch bitte roh, aber nicht verarbeitet oder in Zucker ertränkt!
Das einzige, was wirklich absolut nicht geht, ist Kaffee in egal welcher Form. Ob nun Cappucchino, Latte, Espresso, als Aroma in Gebäck oder in Kuchen – ich kann das einfach nicht essen oder trinken. Mir wird davon augenblicklich schlecht. Ich werde nie verstehen, warum die Hälfte der Menschheit kaffeesüchtig ist.

8. Kölsch, Alt, Pils, Hefeweizen? Oder ganz was anderes?
Wenn Bier, dann auf jeden Fall Pils, aber viel lieber trinke ich Whiskey oder Longdrinks!

9. Eine “bodenständige” Frage: Welche Schuhgröße hast du?
38 bis 38einhalb.

10. Gibt es eine Frage, die du einmal gestellt bekommen möchtest, die dich aber noch niemand gefragt hat? Und was wäre die Antwort?
Die Frage wäre: „Liebe Robin, darf ich dir diese eine Million Euro schenken?“ Und meine Antwort wäre: „Mjoah, okee.“
Fühlt sich jemand angesprochen? Das wäre sehr fein.

Damit zu Karos Fragen!

1. Katze oder Hund?
Katze! Hunde sind scheiße! Außer Welpen. Aber von denen auch nur die hübschen!

2. Wenn dein Leben verfilmt würde, welcher Song dürfte nicht auf dem Soundtrack fehlen?
Diese kleine Perle, für jetzt und für immer:

3. Was war der erste Film, den du im Kino gesehen hast?
Das müsste ziemlich sicher „Arielle – die Meerjungfrau“ gewesen sein. Da war ich vier. Ich wollte aber viel lieber in „Turtles“ gehen. Meine Mama hat nein gesagt ;(

4. Wovon warst du als Kind fest überzeugt, das sich leider als unwahr erwiesen hat?
Ich weiß, das müssen Dutzende Sachen gewesen sein, aber trotz hartem Überlegen erinnere ich mich grade einfach nicht was. Nur eines ist mir noch im Gedächtnis (weil ich noch lebhaft meine Cousine vor mir sehe, wie sie mich deswegen ausgelacht hat): Mit fünf oder sechs glaubte ich, um ein Baby zu machen, müsste der Mann seinen Penis in die Brust der Frau stecken. Also, nicht ins Dekolleté, sondern richtig in die Brust. Ich hab keine Ahnung, wie ich darauf gekommen bin und wie ich mir das genau vorgestellt hab. Vielleicht dachte ich, Frauen könnten ihre Brüste nach innen stülpen oder so.

5. Wie kamst du zum Bloggen?
Durch meinen Job, das Kellnern. Mir sind innerhalb von kurzer Zeit so viele unglaublich haarsträubende Sachen passiert, dass ich deswegen einfach einen Blog einrichten MUSSTE, um nicht wahnsinnig zu werden. All meine Freunde hatten nämlich schon die Schnauze voll von meinen Stories :mrgreen:
Dadurch entstand mein erster Blog, der auch immer noch läuft. Nach einigen Monaten wurde mir dann klar, wie geil es eigentlich ist, wehrlose Menschen im Internet mit meiner Meinung und meinen Lebensgeschichten zu penetrieren. Aber weil die Thematik meines ersten Blogs so sehr festgelegt war, musste ein zweiter ran – dieser!

6. Hand auf’s Herz: Wer war dein Teenieschwarm?
Ich glaube, der erste Mann, für den ich wirklich krass schwärmte, war Ville Valo ♥ Davor gab es auch schon andere Musiker, aber so richtig warm bin ich mit denen nie geworden. Es war halt irgendwie üblich, wenn man eine Boyband oder so gut fand, auch einen Favoriten unter den Bandmitgliedern zu haben, oder? Meine Favoriten waren deshalb Eloy von Caught in the Act (das ist der, der sich später outete), aber wohl wirklich nur wegen des Namens, glaube ich, dann Paddy von der Kelly Family und Brian von den Backstreet Boys. Aber wie gesagt, keiner von denen hat mein Herz richtig in Flammen gesetzt.
Und mit 15 war ich dann rettungslos in Kurt Cobain verknallt. Er war halt einfach der schönste Mann der Welt, was soll man machen?
Ach ja, und mein Chemielehrer in der Neunten – den ich still und heimlich anhimmelte und für den ich eine Eins nach der anderen schrieb. Hach!

7. Wann hast du das letzte Mal so sehr gelacht, dass dir der Bauch wehgetan hat?
Es ist jetzt ziemlich traurig, dass ich das nicht mehr weiß :/ Es kann unmöglich ein halbes Jahr her sein, aber damals kuckten wir uns Mystery Sciene Theater 3000 und das ist das letzte Mal, an das ich mich bewusst erinnern kann. In dem Film geht es im Grunde nur darum, dass ein paar Leute sich einen echt schlechten SF-Film aus den 50ern oder so ansehen und ihn entsprechend kommentieren (klingt saublöd, ist aber Trash vom Allerfeinsten und sei hiermit empfohlen!). Eine Szene hat es geschafft, bei uns zum Running Gag zu werden: Ein Typ fragt einen Wissenschaftler: „Wann wird das Automatenzeitalter denn kommen?“ – und einer der Zuschauer kommentiert wüstentrocken: „Mittwoch!“
Wir lagen auf dem Boden. Genau mein Humor ♥

8. Was war das letzte Konzert, das du besucht hast?
Das war die Band des Freundes meiner Kollegin Johanna, die erstaunlich gut war (wer hätte es gedacht… ich nicht!). Davor, uh, das war schon letztes Jahr aufm Ring und die letzte Band, die ich dort gesehen hab, waren Die Toten Hosen. Allerdings bin ich da sehr früh gegangen, weil ich kein großer Fan bin. Vor ihnen spielten The Offspring, aber der Auftritt war leider im Vergleich zu 2008 eher enttäuschend.

9. Hast du schon Vorsätze für das neue Jahr? Wenn ja, welche?
Ach, das selbe wie jedes Jahr: Abnehmen, fabulous werden, gesund werden, die Weltherrschaft und so.

10. Wovor fürchtest du dich am meisten?
Atomkraft und BSE.

………..

Damit liegt es an mir, neue Fragen zu finden und dieses Blogstöckchen weiter zu schmeißen! Wer sind die Glücklichen?
Eines sollte auf jeden Fall die Nerdbarbie bekommen, weil sie dringend wieder mehr bloggen sollte :mrgreen: Vielleicht ist das die nötige Motivation! Dann hat zwar Erzählmirnix schon eins bekommen, wenn ich das richtig sehe, und noch NICHT reagiert (buh!), aber zwei kann sie ja unmöglich ignorieren! Die Frau Hilde dürfte zwar im schulischen Vorweihnachtsstress stecken, aber vielleicht findet sie trotzdem die Zeit?!
Und schließlich kriegen Maren, Onyx, die liebe DUDBI und Ninia noch eins hingeschmissen, auch wenn ich nicht weiß, ob sie Bock drauf haben *liebkuck*

Und natürlich kann auch sonst mitmachen, wer Bock hat!

Meine Fragen:
1. Lavalampen – yay oder nay?
2. Hebe jetzt den Kopf und drehe ihn nach links. Was zeigt das erste Poster/Bild, das dir vor die Linse gerät? (Wenn du nur ein einziges Poster/Bild im Zimmer hast und das rechts von dir hängt, drehst du dich natürlich so weit rum, bis du es sehen kannst!)
3. Wenn dir eine gute Fee ein unglaubliches Gesangstalent ODER die perfekte Beherrschung eines Musikinstrumentes geben könnte, was würdest du wählen?
4. Wann hast du das erste Mal Alkohol getrunken und wie war das für dich?
5. Welchen Autor, der mit seinen Romanen regelmäßig die Bestsellerlisten stürmt, hältst du für gnadenlos überschätzt?
6. Wer gewinnt in einem Kampf Superman vs. Batman? Und wo wäre der angemessene Platz, um Supermans Leichnam zu bestatten?
7. Was war dein persönliches Kindheitsmonster?
8. Was war deine erste „Maxi-CD“, falls du noch weißt, was das ist :mrgreen: ?
9. Wenn du eine begnadete Schauspielerin wärst, welche Rolle würdest du am liebsten spielen?
10. Findest den Begriff „Blogstöckchen“ für Blogstöckchen nicht auch unglaublich doof (aber Blogstöckchen an sich cool)?

PS: Noch offene Fragen aus Kommentaren zu meinem letzten Post werden noch beantwortet, sobald ich wieder richtig auf der Höhe bin *hust* *röchel*

Wessen Privileg schwerer wiegt… (Das leidige Thema IV)

Einige Bloggerinnen haben die Aktion #waagnis ins Leben gerufen und andere aufgefordert, daran teilzunehmen. Das hier ist allerdings weniger ein Teilnehmerpost als ein kleiner Rant gegen die Kritiker dieser Aktion. Das ist hoffentlich auch genehm.

Als ich heute um halb eins so langsam die Augen aufbekam (ich war mal wieder arbeiten bis vier Uhr morgens), war meine erste Amtshandlung, wie immer, der Griff zum Laptop. Und, wie so oft, öffnete ich Twitter und sofort ploppten einige Fragezeichen über meinem müden Schädel auf. #waagnis, hä? Was geht ab?

Das war schnell geklärt. Ninia, Kathrin, Johanna und Maike von Kleinerdrei schrieben über das Hadern mit ihren Körpern, haben sich entschlossen, (teils weiterhin) ohne Waage zu leben und fordern alle auf, ebenfalls von ihren Problemen mit der unnötigen Badezimmerelektronik namens Waage zu berichten. Entweder in Form von Blogposts oder bei Twitter unter dem Hashtag #waagnis.

Noch bevor ich allerdings die Artikel alle lesen und entscheiden konnte, ob ich das nun cool finden soll oder nicht, fielen mir die ersten negativen Statements zu der Aktion ins Auge. Gleich gefolgt von einem entschuldigenden Tweet von Ninia.

Nennt mich anti, aber in diesem Moment war mir sofort klar, dass etwas, was so eine Entschuldigung nötig macht, eigentlich nur gut sein kann!

Doch zunächst zu mir.

Probleme mit meinem Gewicht habe ich schon hier, hier und hier verbloggt, man könnte also auf die Idee kommen, dass ich dazu nichts mehr zu sagen habe. Tatsächlich ist das aber eine neverending story… und nicht nur für mich.

Seit zweieinhalb Monaten lebe ich mehr oder weniger unfreiwillig ohne Waage, denn Anfang April bin ich umgezogen und war bisher zu faul, meine Waage in meiner alten WG abzuholen. Sie war auch eines der ersten Geräte, die ich für diese WG anschaffte – zusammen mit einer Küchenwaage.

Der Slogan der Mädels von #waagnis lautet übrigens:
waagnis
Ich musste direkt lachen, als ich das las. Nicht, weil es ein lächerliches Statement ist, sondern weil ich Leute kenne, die selbst DAS für irgendwie bescheuert halten.

Wie mein geschätzter Ex-Mitbewohner Moritz zum Beispiel. Er beäugte unsere neue Küchenwaage damals völlig verblüfft. „Wofür brauchst du die denn?“
Ich, gnadenlos: „Um Sachen zu wiegen.“
„Äh, aber warum? Das geht doch auch so?“
Nun muss ich mich vor jemanden, der eine halbe Stunde braucht, um eine Karotte und ne halbe Zucchini zu schneiden und das „Kochen“ nennt, wohl wirklich nicht zu rechtfertigen, tat es aber doch. „Ja, normal schon. Aber ich koche ja auch mal nach Rezept. Oder brauch abgewogene Zutaten zum Backen. Oder für Nudeln.“
Schockierter Blick von Moritz. „Du wiegst deine Nudeln?!?!“
„Ja.“
…Und er glotze mich an, als hätte ich eine Essstörung.

Zum ersten Mal in meinem Leben wurde mir klar, dass andere Leute das wohl offensichtlich nicht tun. Also, Nudeln wiegen. Aber da Moritz mit seinem Urteil nicht falsch lag (jedenfalls nicht völlig), gibt es für mich leider keine Alternative.
Das Problem ist, dass ich fressen kann, bis ich fast platze. Weitaus mehr, als ich brauche, weitaus mehr, als angenehm für mich ist. Und leider fehlt mir durch jahrelange Probleme mit meiner Ernährung irgendeine Art Mechanismus, der meinem Körper während des Essens sagt „Es langt jetzt“. Natürlich fühle ich mich nach zu viel Essen völlig vernichtet. Es ist nicht so, dass mir ein Sättigkeitsgefühl fehlt. Eher die Beherrschung, auch darauf zu hören, obwohl das für die meisten Leute überhaupt kein bewusster Akt ist und sie einfach von selbst aufhören, wenn sie merken, dass sie satt sind.
Daher wiege ich meine Nudeln. Ich habe nämlich festgestellt, dass ich von 100-120 Gramm Nudeln absolut angenehm satt bin. Essen kann ich aber auch locker doppelt so viel!! Weshalb die Küchenwaage in diesem Fall mein einziger Freund ist, der zwischen mir und der völligen Überfressung steht.

Und aus dem selben Grund kann ich das #waagnis nicht eingehen und meine Körperwaage entsorgen.
Seitdem meine Waage in meiner Ex-WG im Exil ist, habe ich zugenommen. Das spüre ich an meinen Jeans und natürlich auch an der Optik. Vor meinem Umzug hatte ich gerade ein paar Kilo abgenommen und war auf 71 kg runter, verteilt auf schnuckelige 1,58. Inzwischen dürfte ich wieder bei 75 sein, ungefähr.

Und das gefällt mir nicht. ICH gefalle MIR so nicht. Es ist mein ureigenes Ästethik- und auch Körperempfinden, dass ich mir mit 10-20 Kilo weniger besser gefallen würde. Hatte ich alles schon, konnte es damals allerdings nicht genießen. Jetzt wäre das anders und deswegen möchte ich da wieder hin!

Das klappt allerdings nicht ohne Waage. Ich kann auf dieses elende Kontrollding nicht verzichten. Ich hätte nämlich nicht wieder 4 Kilo zugenommen, wenn ich zwischendurch gesehen hätte, in welche Richtung ich mich gerade bewege. Ohne Waage war das ein diffuses Gefühl, das sich ganz langsam aufbaute, bis es zu spät war.
„Hm, so lange ohne Waage. Hab ich zugenommen? Neeeee.“
„Hm, die Jeans kneift. Ist aber auch frisch gewaschen. Muss nix heißen.“
„Hm, ist das ein neues Speckröllchen? Schwer zu sagen…“
„Okay, ein neues Loch im Gürtel. JETZT ist es amtlich!“

Natürlich ist die Waage nur ein unzureichendes Gerät zur Messung des Körpers. Die Waage interessiert sich nicht dafür, ob ich mir gerade ein Kilo Eis reingepfiffen hab oder ein Liter Wasser auf Ex – in beiden Fällen zeigt sie direkt danach ein Kilo mehr an. Es ist ihr auch egal, ob ich gerade meine Tage hab und aufgeschwemmt bin. Oder, ob ich vor oder nach ihrer Besteigung aufs Klo gehe. Die Waage macht, was sie will, weil der menschliche Körper macht, was er will!

Dennoch brauche ich das blöde Teil einfach, denn zumindest für die grobe Richtung reicht es. Deshalb werde ich meine Waage nicht entsorgen (und kann leider auch nicht, wie gewünscht, ein Foto machen, weil ich sie ja momentan nicht in der Wohnung habe).

Ich weiß nicht, ob das vielleicht bedeutet, dass ich „noch nicht so weit“ bin. Oder ob es einfach von meinem Standpunkt aus nur logisch ist. Wie soll ich das beurteilen? Ich hätte meine Meinung nicht, wenn ich nicht der Meinung wäre, dass meine Meinung richtig ist.

Dennoch mag ich die Aktion und fand alle Ausgangsartikel ziemlich gut. Deswegen nervt es mich auch, wie viel Kritik die Initiatorinnen einstecken müssen!

Warum? Naja. Es gibt ja diese „fat acceptance“-Bewegung, die sich für die Akzeptanz „alternativer Körperformen“, bzw. in diesem Fall ganz konkret fetter Körper einsetzt (sie nennen sich selbst so. Also, fett. Deshalb schreibe ich das jetzt einfach so, obwohl ich sowas im Leben nicht jemanden ins Gesicht sagen würde. Dazu habe ich es selbst schon zu oft gehört.). Eine Bewegung, die ich nicht unkritisch betrachte, die mich aber auch nicht wirklich tangiert.

Genau aus dieser Ecke erschallt nun ne Menge Wut, was in meinen Augen einfach nur paradox ist. Immerhin war es ja die Intention der Autorinnen, alle mollige Frauen da draußen dazu zu motivieren, den ständigen Kampf mit der Waage einfach aufzugeben und sich ihr Leben nicht von ein paar Zahlen auf einem Display diktieren zu lassen!

Und das ist ja auch richtig so. Oft wird der Einfluss der Medien etc. auf dieses Thema verharmlost (mein Eindruck: Meist irgendwie nur von Männern, die nur auf Frauen mit Modelmaßen stehen), aber man muss sich nur mal ein bisschen umsehen und auf saublöde Artikel wie diesen stoßen um zu merken, dass es eben NICHT harmlos ist. Kleine Mädchen machen sich schon Sorgen um ihre Figur, der Großteil der weiblichen Teenager hasst sich, erwachsene Frauen geben Tonnen von Geld dafür aus, schlank zu werden oder zu bleiben.

Diese Frauen und Mädchen sind alle sehr unsicher und sehr unglücklich, obwohl sie größtenteils wirklich keinen Grund dazu haben. Aber es wird ihnen eben eingeredet. Eine Folter, an der sogar Freunde und Familie mit Genuss partizipieren.

Für einige dieser Frauen könnte es ein Segen sein, die Waage einfach in den Müll zu werfen, sich davon nicht mehr den Tag versauen zu lassen, nicht mehr darüber zu grübeln, warum man heute plötzlich ein Kilo mehr wiegt, obwohl man gestern nur Salat und ne Salzkartoffel gegessen hat (das passiert halt manchmal einfach so). Was ist daran bitte schlecht?

Auf Twitter las ich von irgendeiner, das Problem sei, dass sich hier nur Frauen mit „Normalgrößen“ zu Wort gemeldet hätten. Und diese sind natürlich im Vergleich zu richtig fetten Frauen total privilegiert, was in manchen radikalen Strömungen des Feminismus der finale Code ist für „Fresse halten“. Denn privilegierte Menschen dürfen NIEMALS irgendwas sagen!

Diesen Damen scheint das tatsächliche Problem entgangen zu sein. Das Problem ist ja nicht, dass Frauen ab BMI 30 verhöhnt und ständig wegen ihrer Figur kritisiert werden. Das Problem ist, dass sowas auf ALLE Frauen zutrifft! Eine Ausnahme mögen wohl die wenigen von der Natur gesegneten sein, die ohne Sport etc. essen können was sie wollen und trotzdem schlank bleiben. Aber selbst die werden doch ständig auf ihr Gewicht angesprochen, auf ihren Körper reduziert!

Die Schwere eines Misstandes äußert sich nicht darin, wie die Gesellschaft auf solche reagiert, die extrem krass von der gesetzten Norm abweichen. Die Schwere eines Misstandes äußert sich darin, wie die Gesellschaft auf solche reagiert, die davon auch nur ein bisschen abweichen. Und das ist beim Thema „weibliche Figur“ eindeutig der Fall!

Der Schmerz, den richtig fette Menschen empfinden müssen, wenn sie angepöbelt oder ausgelacht werden, wird nicht im Geringsten geschmälert, wenn eine, die in einen H&M reingehen kann und dort sogar auch ohne Übergrößenabteilung was passendes findet, davon berichtet, wie an ihrem Aussehen rumgemäkelt wurde. Und es ist nur logisch, dass eine solche Frau sich mit solchen, die von diesen Attacken noch viel mehr betroffen sind, praktisch automatisch solidarisiert!

Deshalb ist es gar nicht schlecht, dass sich hier Frauen zu Wort gemeldet haben, die nach Interpretation der fat-acceptance-Membern ne völlig normale Figur haben. Ganz im Gegenteil! DAS beweist doch erst, was für ein Problem wir heutzutage mit abweichenden Körperformen haben!

Deshalb finde ich die Kritik an der Aktion völlig überzogen, vor allem, wenn man das weiter denkt. Wenn jetzt Frauen, die mehr wiegen als die Initiatorinnen meinen, dass nur so richtig fette Frauen sich dazu wirklich äußern dürfen, was passiert dann, wenn NOCH dickere Frauen auftauchen? Gibts ne Grenze, ab der man sich äußern darf? Oder heißt es: Je mehr BMI, desto mehr Gewicht haben auch die Worte?

Manchmal sollte man einfach mal überlegen, was sich Leute bei bestimmten Dingen gedacht haben. Und die #waagnis-Mädels haben bestimmt nicht gedacht: Höhö, trollen wir mal ein bisschen rum. Sie haben reflektiert, wofür dieses Scheißding Waage eigentlich steht und beschlossen, sich daraus zu befreien, während sie gleichzeitig anderen Frauen damit Mut machen wollen.

Dass dabei viele fatpositive oder fatacceptance Bloggerinnen „unsichtbar“ gemacht wurden… also meine Güte. Manchmal glaube ich, manche Leute stecken so tief in ihrer Filterbubble drin, dass sie gar nicht merken, dass ihnen außerhalb dieser keine Sau zuhört. Ich habe mich beispielsweise schon seit ich denken kann mit Diäten, Gewicht etc. beschäftigt, aber fat acceptance ist mir erst über den Weg gelaufen, als ich anfing zu bloggen. Das ist wieder mal keine besonders verbreitete Bewegung, die daher doch über jeden neuen Impuls froh sein kann. Wenn dieser jetzt von Ninia, Kathrin, Johanna und Maike kommt, warum nicht? Sie mögen einen anderen Ansatz haben, sind auch wahrscheinlich nicht fat positive. Aber sie sind Frauen und haben eine Leidensgeschichte. Frauen mit einer kleinen Idee. #waagnis eben. Und der Vorstellung, dass man ausgehend von seiner Blogger-Fangemeinde damit vielleicht für das ein oder andere Mädchen etwas besser macht.

Ich mache bei #waagnis nicht mit. Aber ich hoffe, viele andere tun es. Und Ninia, Kathrin, Johanna und Maike wünsche ich alles Gute. Sie haben sich absolut nichts vorzuwerfen.

This is how I work

So, Prüfungsstress ist rum, zumindest für die nächsten paar Monate. Endlich wieder Zeit zum Schreiben!
Aber ach, knapp eineinhalb Wochen ohne Bloggen (ja, auch der Beitrag gestern war schon länger fertig), praktisch ewig… ob ichs überhaupt noch kann? Was ist… was ist, wenn ich was falsch mache?! Oder üperhaubt nischt märr schraipen kan?!

Naja, erst mal ganz behutsam wieder annähern… sich langsam wieder ans Bloggen gewöhnen… und was wäre da als Mittel besser geeignet als eine hübsche Blogparade?
Isabella hat eine solche gestartet und die ist dazu noch voll meta: Eine Blogparade übers Bloggen. Cool cool cool, da muss ich doch mitmachen und mich dazu gesellen!

Bloggerinnen-Typ:
Alltachszeuch, Bücher und Filme, bisschen Feminismus, den ein oder anderen Wutanfall… und demnächst vielleicht noch ein bisschen DIY (das Wort habe ich jüngst gelernt!!).
Außer, es wird scheiße, dann natürlich nicht.

Gerätschaften digital:
Was Isabella an dieser Stelle schreibt, klingt für mich wie klingonisch. Technik und ich, der ewige Kampf. Jedenfalls hab ich ein Netbook, das ich heiß und innig liebe *streichel* auch wenn es schon ziemlich durch aussieht und mehrere Tasten fehlen (ich wollte es halt mal richtig sauber machen). Es ist… äh… ein Eee PC und, äh… Windows XP ist drauf und, äh… mehr weiß ich darüber nicht. Ach ja, und es ist mittlerweile schon gut 4 Jahre alt, läuft aber immer noch super. Klein, robust, bisschen dick und unzerstörbar – wie ich!

Gerätschaften analog:
Ich hatte mal eine Kladde, die ich zum Schreiben benutzt habe, aber inzwischen schreibe ich eigentlich nur noch auf meinem Netbook, weil ich meine eigene Schrift kaum lesen kann. Und da ich mein Netbook eigentlich überall mit rumschleppe passt das.
Weil meine Kamera wieder funktioniert (musste mir ein neues Akkuladegerät kaufen), gibts demnächst auch mal Bilder!

Arbeitsweise:
Umso konzentrierter, je höher der Angepisstheitsfaktor. Zu jeder Tag- und Nachtzeit!

Welche Tools nutzt du zum Bloggen, Recherchieren und Bookmark-Verwaltung?
Irgendwie komme ich mir immer dilettantischer vor…
Ich schreibe hier meist direkt auf WordPress, außer ich bin unterwegs und habe kein Internet, dann habe ich eine Datei für Blogsachen. Das Internet ist auch so ziemlich das einzige, was ich bis dato zum Recherchieren gebraucht habe. Die Bookmark-Verwaltung (ich musste googlen, was das überhaupt ist *grmpf*) erledigt WordPress für mich (bei Blogs von WordPress – Überraschung) und ansonsten merke ich mir einfach, was mir gefallen hat.

Wo sammelst du deine Blogideen?
Die gibt es glücklicherweise überall. Als ich anfing zu bloggen hatte ich Angst, dass mir ziemlich schnell nichts mehr einfallen wird, aber inzwischen denke ich sogar immer öfter: „Das wär doch ein Blogartikel wert.“
Mit dem, was ich noch geplant habe, komme ich locker übers nächste Jahr. Dazu gesellt sich natürlich immer wieder neues. Sei es nun ein blödes Alltagserlebnis, Idioten im Internet oder irgendeine interessante gesellschaftliche Debatte – Nachschub gibts immer!

Was ist dein bester Zeitspar-Trick/Shortcut fürs Bloggen/im Internet?
Ähm. Ich bin jetzt nicht gerade für mein gutes Zeitmanagement bekannt. Aus jüngster Erfahrung kann ich allerdings sagen: Ein paar ständig abwesende Mitbewohner, die man nicht so wirklich leiden kann, sind coolen, witzigen und interessanten Mitbewohnern eindeutig vorzuziehen, wenn man effektiv bloggen will. Weil, letztere halten einem von allen ab durch so Schrecklichkeiten wie gemeinsam kochen, lachen oder spielen. Diese bösen Buben.

Benutzt du eine To-Do List-App? Welche?
Ich benutze keine einzige App, weil ich kein Smartphone habe und auch sonst immer noch nicht genau weiß, was eine App eigentlich ist. Eine To-Do-List, wenn ich denn eine brauche, mache ich ganz klassisch so, wie sie einst erfunden worden ist: Indem ich sie einfach schreibe. Entweder auf nen Zettel oder hier bei WordPress.

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät ohne das du nicht leben kannst?
Mein Stopfgerät. Denn ohne das könnte ich mir meine Zigaretten nicht leisten. Man stelle sich diesen Horror vor! Zumal ich beim Bloggen wirklich eine nach der anderen wegquarze.

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?
Zigaretten stopfen. Ich kenne zumindest niemanden, der das schneller kann als ich.
Und sonst? Ich kann mich besonders schön aufregen. Und irgendwie habe ich auch so das Gefühl, dass ichs irgendwie mehr so mit Logik hab als viele andere, die mir so über den Weg laufen.

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?
Die Musik, die ich gerne höre, ist von hinten bis vorne so großartig, dass ich nicht anders kann als mitzusingen und mitzuwippen. Und weil es sich dabei leider nicht so gut schreibt, höre ich beim Bloggen – exakt – nix!

Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Lerche?
Eule, aber sowas von. Allerdings jetzt im Frühling (harhar… heul) nicht so schlimm wie im Winter, wo ich nie vor 5 Uhr ins Bett kam und irgendwie nie richtig müde, dafür aber auch nie richtig wach geworden bin! Momentan schlafe ich spätestens um 3 Uhr, außer ich muss arbeiten, und bin spätestens um 11 wieder wach. So gefällt es mir, so könnte es bleiben!

Eher introvertiert oder extrovertiert?
Teils, teils. Ich glaube, von Natur aus bin ich extrovertiert, nur hat das Leben mich verschlossen gemacht… Deshalb merkt man das jetzt nur noch, wenn ich supergut drauf bin oder voll.

Wer sollte diese Fragen auch beantworten?
Alle.

Der beste Rat den du je bekommen hast?
„Wenn dir was anbrennt, mach die Küchentür bitte zu“ – Mitbewohner Dave, gerade eben. Das hat meine ganze Welt verändert!

Noch irgendwas wichtiges?
Wenn ein Blogbeitrag in einem Forum verlinkt wird und den jeder dort supergut findet, dann sagt das doch bitte auch der Blogbetreiberin. Also, nicht dass ihn jeder supergut findet, sondern dass IHR, die ihr ihn dort verlinkt gesehen habt, ihn supergut fandet, sofern ihr ihn denn supergut fandet. Nur so als Info, weil ich das diese Woche hatte. Dann freut die sich und ihr habt ne gute Tat vollbracht. Und dafür sind Kommentare schließlich da!
Und natürlich: *klick*

Bücher-ABC 2013: A wie Stephen Kings „Amok“

Stephen King – Amok
Rage, 1977 (deutsch 1988)

amokDer von erheblichen persönlichen Problemen getriebene Schüler Charlie Decker wird eines Tages der Schule verwiesen, weil er einen seiner Lehrer angegriffen hat. Statt jedoch wie angewiesen die Schule zu verlassen, greift er sich die Pistole, die er schon seit einiger Zeit regelmäßig mit zur Schule gebracht hat. Erst erschießt er die Lehrerin, die gerade in seiner Klasse unterrichtet, dann nimmt er seine Mitschüler als Geiseln.
Während draußen die Verantwortlichen der Schule sowie die Polizei in Stellung gehen, entsteht zwischen Charlie und seinen Mitschülern ein eigenartiges Psychospielchen, bei dem die Perspektive mehr und mehr verschwimmt und die Grenzen zwischen Gut und Böse aufgeweicht werden.

 

Man mag es in irgendeiner Weise unangebracht finden, über das durchaus ernste Thema Schulamokläufe ein Buch dieses Inhaltes zu schreiben (Stephen King war wohl selber dieser Meinung, denn sonst hätte er es nicht über zwanzig Jahre nach dem Erscheinen vom amerikanischen Markt nehmen lassen). Doch ist die Verbindung zu realen Fällen höchstens oberflächlich.

Die Hintergründe des Täters werden im Laufe des Romans immer klarer, denn auch wenn Charlie Decker auf andere einen eher schüchternen, zurückgezogenen Eindruck machte, schildert er in Ich-Perspektive Episoden aus seinem Leben, das von der Angst vor seinem gewalttätigen, überdominierenden Vater geprägt war, der Charlies Mutter verachtete und gleichzeitig seinen „verweichlichten“ Sohn mit seinen überzogenen Männlichkeitsvorstellungen drangsalierte.

Ebenfalls spielt Sexualität eine große Rolle (wobei man bedenken muss, dass das Buch schon Ende der Siebziger erschienen ist, weshalb manche Szenen heute etwas merkwürdig anmuten). Während des sich zwischen Charlie und seinen Geiseln entspinnenden Gesprächs manifestiert sich die große Sexualunsicherheit, die einer prüden Gesellschaft wie den USA der Siebziger inhärent war. Während bei Charlie das Thema „sexuelle Versagensangst“ vorherrscht, berichten mehrere Mitschüler von ihren eigenen Erfahrungen, die unter anderem auch durchaus feministische Anklänge haben. So erzählt die Freundin des Klassenschönlings, wie sie in einer schmierigen Bar einen Kerl aufriss, und ein anderes Mädchen berichtet von einem unschuldig-schönen Shopping-Ausflug mit ihrer besten Freundin, der durch die Beleidigung „Fotze“ eines vorbei fahrenden Autofahrers jäh beendet wird. Auch wenn das keine reale Begebenheit ist, muss ich dennoch jedes Mal daran denken, wenn mir etwas ähnliches passiert.

Das Interessante an diesem Roman ist, dass man fast augenblicklich Sympathie für den vermeidlich bösen Amokläufer empfindet und seine Motive immer besser nachvollziehen kann. Fast kafkaesk wirkt dann auch die Reaktion der meisten Geiseln, denn diese sind mehr mäßig interessiert denn verängstigt. Mich hat das als Jugendliche, als ich den Roman zum ersten Mal las, besonders angesprochen, denn dieses „Generation-X“-Gefühl, das ich da herauszulesen glaubte („Na Hauptsache, es passiert mal was…“) war mir durchaus vertraut.

Vollends ins Groteske rutscht die Handlung schließlich, als sich die Stimmung der Klasse immer mehr gegen den Klassenschönling und einzigen „normalen“ Schüler der Klasse richtet, der als letzter dem Sog des Psychospielchens widersteht und seine Mitschüler vehement auffordert, Charlie als das zu sehen, was er offenkundig ist: ein verrückter Mörder. Doch obwohl dieser Junge bisher immer den Ton in der Klasse angegeben hat, wenden sich seine ehemaligen Bewunderer (und auch seine Freundin) letztendlich gegen ihn, was man allegorisch als Aufstand der unterdrückten Massen gegen den spießigen Mainstream lesen kann. Und was mir, ich gebe es zu, beim Lesen irgendwie Genugtuung verschafft hat!

„Amok“ wurde von Stephen King ursprünglich unter seinem Pseudonym Richard Bachman veröffentlicht, dessen Bücher durchaus einige Unterschiede zu King-Werken aufweisen. Den meisten fehlt das fantastische Element, wie auch hier. Unter den Bachman-Büchern bilden für mich „Amok“ zusammen mit „Todesmarsch“ und „Menschenjagd“ eine Einheit (vermutlich nur, weil ich sie damals ziemlich unmittelbar hintereinander gelesen habe). Alle drei sind verstörende Romane, die in pessimistischen Welten voller Abgründe spielen und alle drei haben kein gutes Ende – auch wenn man sich gerade bei „Amok“ fragen muss, ob Charlie nicht dennoch am Ende als moralischer Sieger hervor geht.

Daher sei euch auch dieser King-Roman empfohlen, auch wenn ihr vielleicht zu einem ganz anderen Urteil kommen werdet als ich.