Halloween: 7 Last-Minute-Low-Cost-Kostümideen

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Endlich ist es soweit. Halloween: Der schönste Feiertag des Jahres! Leider ist diese Message noch nicht überall angekommen. Daher kann es passieren, dass euch selbst jetzt noch völlig überraschend und spontan eine Einladung zu einer krassen Mottoparty ins Haus flattert und euch in helle Panik stürzt, weil ihr darauf nicht vorbereitet seid.
Oder vielleicht bastelt ihr im Gegenteil schon seit Monaten an eurem Joker oder Harley-Quinn-Kostüm, nur um jetzt zu erfahren, dass Horrorclowns dieses Jahr verboten sind.
Oder aber ihr gehört zu diesen total rebellischen Leuten, die Halloween für Ami-Schund halten und ganz edgy ohne Kostüm auf der Party auftauchen wolltet, jetzt aber kalte Füße bekommt, weil ihr gemerkt habt, wie peinlich das eigentlich ist.

Was auch immer. Für alle, die auf die Schnelle noch eine Verkleidung brauchen, ohne dabei ein Vermögen auszugeben, gibt es hier 7 Ideen für Last-Minute-Kostüme!

1. Zombie

Für: Leute mit klassischen Geschmack
Ihr braucht: Alte Klamotten, Kunstblut/Lebensmittelfarbe, Bühnen-Makeup, „Dreck“

Jaja, ich weiß: Besonders kreativ ist das nicht, dafür aber ein Dauerbrenner, mit dem man zumindest seine Würde bewahren kann.
Das Gute an Zombies ist, dass jeder ein Zombie sein kann. Jeden ereilt die Zombieapokalypse so, wie er ist, und so bleibt er dann auch bis in alle Ewigkeit. Was nichts anderes bedeutet, als dass ihr aus egal welchem Outfit ein Zombie-Kostüm basteln könnt. Sucht euch einfach was aus, was ihr eh nicht mehr anzieht oder schon kaputt ist und macht es noch ein bisschen kaputter, schminkt euch sehr blass (oder blau, wenn ihr ein Anhänger von George A. Romero seid) mit Augenringen, schmiert euch mit Kunstblut und Dreck ein (dafür eignet sich Kakaopulver als hygienische Alternative), dazu der richtige hirnlose Auftritt und Voilá: Zombie!
Das kann man natürlich zu einem richtig freshen Hammerkostüm ausweiten, wenn man das nötige Engagement hat, beispielsweise durch modellierte Bissspuren, farbige Kontaktlinsen etc.pp. Aber die Basics sind sehr einfach und genügen auf die Schnelle völlig, wenn ihr euch nicht als kostümlose Spaßbremse outen wollt.

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Relativ normal aussehende Zombies

2. Schlafwandler

Für: Leute, die nicht nackt schlafen
Ihr braucht: Schlafanzug oder Nachthemd, Teddybär

Hiermit könnt ihr euch selbst bestrafen, wenn ihr verpennt habt, rechtzeitig ein richtiges Kostüm zu besorgen: Zieht einfach eure Nachtklamotten an und geht als Schlafwandler! Schlafwandeln hat die Menschheit immerhin schon seit Jahrhunderten fasziniert. Wenn man darüber nachdenkt, ist das ja auch schon fast ein bisschen gruselig. Wenn man nicht darüber nachdenkt, ist es zumindest ein Kostüm, das für einige Lacher sorgen wird. Vor allem, wenn ihr von irgendwo noch eine alte Schlafmütze auftreiben könnt. Teddy nicht vergessen!
Auch ideal, wenn ihr heute Abend vor dem Feiern noch ein Nickerchen machen müsst. Dann könnt ihr direkt aus dem Bett zur Party. Besser geht’s nicht.

3. Superheld in Zivil

Für: Vielschichtige Leute
Ihr braucht: Superheldenshirt, Hemd/Bluse. Gegebenenfalls Hornbrille.

Um das direkt klar zu stellen: Ein Superheldenshirt zählt NICHT als Kostüm. Im Gegenteil! Sich einfach nur ein Superheldenshirt überzuwerfen ist der Gipfel an Phantasielosigkeit und besudelt alles, wofür Superhelden stehen und jeder, der es wagt, mit so etwas aufzutauchen, sollte direkt wieder rausgeschmissen werden!
halloween-supermanAllerdings: Tragt ihr dieses Shirt UNTER einem geknöpften Hemd, ist das wieder etwas ganz anderes – denn damit seid ihr ein Superheld in Zivil, der seine Uniform immer dabei hat. Und das mag zwar rein optisch recht langweilig sein, aber in diesem Fall zählt eben die Idee und die ist nicht die schlechteste.
Ideal wäre es natürlich, in regelmäßigen Abständen mit pathetischer Geste euer Hemd aufzureißen (Druckknöpfe bieten sich daher an), aber das liegt in eurer Hand.
Tut mir nur bitte den Gefallen und informiert euch über eure Figur. Auf einer Party rumzuposaunen, man sei Superman in Zivil, dann aber nicht mal zu wissen, dass der in seiner zivilen Identität Clark Kent heißt, wäre ein Peinlichkeits-SuperGAU.

4. Rainbow Warrior

Für: Leute mit wohlsortieren Kleiderschrank
Ihr braucht: Unifarbene Klamotten, Haarspray

Ok, ich gebe es zu: „Rainbow Warrior“ klingt wesentlich großartiger als es eigentlich ist und mit Greenpeace hat es auch nichts zu tun. Dafür wird dieses Kostüm zum totalen Burner, wenn eure Freunde dabei mitmachen. Denn warum muss es an Halloween immer Schwarz sein?
Im Grunde geht es nur darum, Klamotten der gleichen Farbe anzuziehen. Komplett. Shirt, Pullover, Hose, Strümpfe, Schuhe. Meinetwegen auch Unterwäsche. Dazu buntes Haarspray. Alles in derselben Farbe – oder zumindest sehr ähnlichen Schattierungen. Werdet zur Inkarnation einer Farbe des Regenbogens und überredet eure Freunde, die restlichen Farben zu verkörpern.
Und jetzt stellt euch bitte vor, wie großartig die Gruppenfotos aussehen werden. Ein Fanal gegen die Tristesse des Alltags und eine unvergessliche Erinnerung!

5. Das Alte Ich

Für: Leute mit Vergangenheit
Ihr braucht: All das Zeug, das ihr schon lange wegwerfen wolltet, aber nicht konntet, weil es euch an lustigere Zeiten erinnert

Kein Jugendlicher träumt davon, mal hinter einem Schreibtisch zu versauern und den ganzen Tag mit langweiligen Zahlen zu jonglieren. Trotzdem tun das die meisten Deutschen zum Broterwerb. Adrette Büromenschen, denen man ein paar Jahre zuvor noch nicht mal die Verantwortung für eine Zimmerpflanze übertragen hätte – weil ihr nämlich aufsässig und voll in der Szene drin wart.
In welcher? Ist egal. Lasst also eure Businessklamotten im Schrank und wühlt in all den Sachen, die irgendwo dort noch vergraben sind und in denen ihr euch mal saucool gefühlt habt. Ob das nun die megakrasse Baggypants aus eurer Hiphop-Zeit ist, eure Metaller-Kutte oder das komplette Emo-Outfit: Sofern ihr in der Schule keine kleinen angepassten Spießer wart, sollte es da massig Auswahl geben.

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Wart ihr vielleicht… Raver?

Vorsicht: Reisen in die Vergangenheit dieser Art können spontane Wesensveränderungen auslösen. Solange ihr als Teenager nicht Vorsitzender des örtlichen Böhse-Onkelz-Fanclubs wart, ist das jedoch okay.

6. Crossdresser

Für: Witzbolde. Oder Leute mit geheimer Sehnsucht.
Ihr braucht: Stereotype Klamotten fürs andere Geschlecht

Es ist zwar ein bisschen traurig, aber ein Mann mit Kleid wird immer besondere Aufmerksamkeit erregen. Gleichzeitig ist Halloween die perfekte (und einzige) Gelegenheit, eine entsprechende Neigung unsanktioniert in der Öffentlichkeit ausleben zu können.
Und Frauen in Anzügen sind sowieso megasexy, heißt es jedenfalls.

7. Anthropomorphes Alien

Für: Leute mit Leidensfähigkeit
Ihr braucht: Bodypaintingfarbe plus Fixiermittel

Die Bilder, die sich die Menschheit von Aliens gemacht hat, sind mannigfaltig. Sobald es jedoch um Filme oder Serien geht, herrscht allerdings erstaunlich geringe Vielfalt vor. Ob das nun aus der Überzeugung entspringt, dass intelligentes Leben im Universum immer eine ähnliche Evolution durchläuft oder einfach nur aus Budgetgründen: Viele Aliens sehen einfach wie Menschen mit kleinen körperlichen Abweichungen aus (oder gar keinen – siehe Superman oder der halbe Cast von „Star Wars“).

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Krylorianer

Das kann man sich allerdings zunutze machen. So kann einem niemand widersprechen, wenn man sich grün anmalt und als Marsianer deklariert. Alternativ sind jedoch auch Krylorianer sehr im Kommen, das sind die pinken Aliens aus „Guardians of the Galaxy“.
Der Rest ist ganz einfach, zumal Aliens auch ganz normale Klamotten tragen können. Jedes sichtbare Fitzelchen Haut muss dagegen einfach nur in der passenden Farbe geschminkt und fixiert werden. Unangenehm? Bestimmt. Aber auch verdammt witzig. Damit fallt ihr mit Sicherheit auf, denn so sehr hängen sich die wenigsten in ihre Kostümierung rein!

Jetzt fühlt ihr euch voll vorbereitet auf Halloween, wisst aber noch nicht, was ihr saufen sollt? Kein Problem, auch dafür gibt es die passenden minimalistischen Halloween-Partytipps

Und wenn ihr lieber zuhause bleiben und den Feiertag ruhig begehen wollt, dann seht euch auf gar keinen Fall diese Filme an: 5 Filme, die ich niemanden empfehlen will

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Kurzer Halloweengruß

Es ist soweit, und das wie jedes Jahr völlig plötzlich und total überraschend: Der schönste Feiertag des Jahres! Halloween!!!

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An dieser Stelle möchte ich einfach nur ein kleines Hallo an alle dalassen, die sich nach meinem letzten Beitrag in den Kommentaren oder per Mail bei mir gemeldet und mir Mut zugesprochen haben. Viel mehr ist mir dieses Jahr zu diesem Festtag leider nicht möglich.
Die letzten Wochen waren depressionsbedingt sehr hart, aber wenigstens heute geht es mir ziemlich gut. So freue ich mich nicht nur drauf, heute Abend hammergeil kostümiert wie immer die Stadt unsicher zu machen, sondern feiere auch, dass ich mich nun schon das fünfte Jahr in Folge mit der Ausrede vor der Arbeit drücken konnte, Halloween sei für mich ein religiöser Feiertag (was stimmt).

Was die kommenden Wochen und Monate angeht, bin ich nun auch recht zuversichtlich, denn anders als befürchtet habe ich dank meiner Therapeutin noch diese Woche einen Termin bei einem Psychiater bekommen (das hätte, nur der Vollständigkeit halber, ohne ihre Intervention BIS MÄRZ gedauert. MÄRZ.), der mir nun Antidepressiva verschrieben hat. Diese werde ich ab Montag nehmen und hoffe, dass es was bringt.

Damit hat der Winter für mich ein wenig den Schrecken verloren, aber wenigstens heute soll der Tod und das Sterben trotzdem zelebriert werden. Weil… das gehört sich so an Halloween und ist SEHR GESUND!

Feiert schön, liebe Leute. Life’s no fun without a good scare – viel mehr bleibt uns auf dieser Welt und in diesem Leben auch nicht mehr übrig.

Und wenn ihr dazu noch was schönes zum Lesen wollt, hier nochmal meine Halloweenbeiträge vom letzten Jahr:
Die große Halloween-Blogparade
Meine fünf schlimmsten Horrorfilme
Spielereview: Betrayal at House on the Hill
Stephen Kings fünf beste Kurzgeschichten
Die fünf besten Halloween-Serienspecials
Minimalistische Partytipps

Und natürlich die gruseligste Halloweengeschichte aller Zeiten:
Halloween Horror Happening

[Halloween-Special] Halloween, die Dunkelheit und das Fangirl in mir

Da überlegt man grade noch so schön, wie lang die Fingernägel noch wachsen können bis Halloween, um sie spitz zu feilen – da ist es auch schon vorbei!

Leider habe ich nicht alles geschafft, was ich mir für die letzten 10 Tage vorgenommen habe. Auch bin ich kaum dazu gekommen, Kommentare zu beantworten, was immer ganz besonders an meinem Gewissen nagt.

Aber das kam nicht völlig aus dem Nichts. Ich sag euch: Wenn ihr mal ne echte Horrorshow erleben wollt, legt euch Depressionen zu! Authentischer kann kein Medium dieses Gefühl absoluter Verzweiflung und geisteszerstörender Agonie vermitteln! Erlebt eine wilde Geisterbahnfahrt im rasanten Wechsel zwischen „Niemand liebt mich“ und „Mein Leben ist ein riesiger Haufen Scheiße“! Toll! Also nicht!

yay

Jedenfalls ist ein akuter depressiver Schub nicht so gut für den Antrieb und verursacht Schreibblockaden. Jetzt ist es aber erstmal wieder vorbei. Halleluja!

Grade geht es mir also wieder normal (das heißt bei mir „ganz okay“), aber viel von dem tollen Scheiß, den ich für diesen schönen Feiertag geplant hatte, ist jetzt leider nicht fertig geworden. Das ist schade. Aber dafür freue ich mich unheimlich darüber, dass so viele an meiner Halloween-Blogparade teilgenommen haben! Ich konnte leider noch nicht alle lesen, werde mich aber noch auf Spurensuche begeben (verlinken, Leute, verlinken!), um das nachzuholen. Besonders lustig finde ich die vielen Ausflüchte bei Frage 10 😀 Tatsächlich habe ich bisher nur einen gelesen, der auf die Frage, ob er seine Seele verkaufen würde, mit „Ja“ geantwortet hat. Kähähä. Es ist doch immer schön, wenn bei einer Umfrage genau das herauskommt, was man erwartet hat!

Jedenfalls endet hiermit mein Halloween-Special offiziell. Einiges von dem, was ich nicht mehr geschafft habe, beispielsweise mein Kostüm-DIY, hebe ich mir dann halt für nächstes Jahr auf.

So ganz ohne Input möchte ich diesen letzten Halloween-Beitrag aber nicht beenden. Eigentlich wollte ich das schon im Laufe der letzten Woche posten, aber ich habe mich ganz im Ernst einfach nicht getraut. Doch da es einfach passt und weil es gerüchteweise tatsächlich ein paar Leute geben soll, die sich für das interessieren, was ich so fernab meines Blogs schreibe, möchte ich euch hiermit auf meine „Nightmare before Christmas“-Fanfiction aufmerksam machen, die ich just begonnen habe bei Fanfiktion.de zu posten.

Tja, was ist „Nightmare before Christmas“? Viele würden vermutlich die Frage schon als Beleidigung auffassen, weil das eine krasse Bildungslücke ist, da ich mir den Film aber selbst erst letztes Weihnachten angesehen habe (nachdem sich meine Mutter zwanzig Jahre zuvor geweigert hat, mit mir ins Kino zu gehen…), habe ich da überhaupt keinen Grund, arrogant zu sein. Jedenfalls sollte sich jeder diesen Film ansehen, falls er ihn noch nicht kennt, ob ihr meine Fanfiction lesen wollt oder nicht.

Diese stellt ein Prequel zum Film da. Ich widme mich der Frage, wer (und was) Jack gewesen ist, bevor er zum Kürbiskönig wurde, und wie es letztendlich dazu kommt. Weil das so Dinge sind, mit denen man sich in Fanfictions beschäftigt. Das sage ich nur, weil es viele, viele Menschen gibt, sogar hier in diesem Internet, die von so einer Erscheinung noch nie was gehört haben ^^

Naja, wenn ihr reinlesen wollt, stehen euch für Feedback hier die Kommentare offen 🙂

Was bleibt zum Ende noch zu sagen? Ich hatte jedenfalls trotz allem ein schönes Halloween und weiß jetzt, dass ich 1. Kontaktlinsen vertrage und 2. rote Kontaktlinsen bei mir superhammergeil aussehen. Allein dafür hat es sich sowas von gelohnt! Schade nur, dass ich lustige Accessoires wie diese nicht viel öfter tragen kann. Wobei, eignet sich das nicht als festliches Detail für Weihnachten?

Nachträglich euch allen Happy Halloween!

Meine Halloween-Specials:
Die große Halloween-Blogparade
Meine fünf schlimmsten Horrorfilme
Spielereview: Betrayal at House on the Hill
Stephen Kings fünf beste Kurzgeschichten
Die fünf besten Halloween-Serienspecials
Minimalistische Partytipps

[Halloween-Special] minimalistische Halloween-Partytipps

Jeder (ja, jeder) mag gerne Halloweenpartys. Was keiner will: hunderte von Euros dafür ausgeben. Genau das tun Amis aber anscheinend, wenn man sich ihre Deko so ansieht. Allein für die vielen Kuchen in Skelett-, Zombie- oder Vampirform dürften im Fachhandel locker 50 bis 100 Euro fällig werden.

So groß wird das in Deutschland nicht. Überhaupt kann sich sowas doch heutzutage kein Schwein mehr leisten. Trotzdem will jeder ein bisschen Halloween-Feeling haben.

Es heißt also, dort anzusetzen, wo man hier in Deutschland als allerletztes spart: am Alkohol. Eine Party ohne Knabberzeug, Musik oder nen Stuhl zum Sitzen? Völlig egal, solange es nur genug zu Saufen gibt. Liebes, aber armes Halloween-Fanvolk: Hier sind die Stellschräubchen, an denen ihr drehen könnt, die den Unterschied machen können zwischen einer alltäglichen, lahmen Freitagabend-Sauferei und einer zwar minimalistischen, aber definitiv themenorientierten Halloweensause!

Profitiert also von meiner langjährigen Erfahrung als Schnapsdrossel Kellnerin, wenn ihr euren Gästen folgende günstige Köstlichkeiten kredenzt und leidenschaftlich Argumente dafür vorbringt, warum das ja alles irgendwie was mit Halloween zu tun hat!

Grüne Witwe
Klassischer, süffiger Longdrink – war der Renner auf allen 17. Geburtstagen damals. Warum ist der geeignet für Halloween? Na, weil er grün ist. Und weil „Witwe“ was mit Tod zu tun hat. Aber natürlich könnt ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen und das Getränk für diesen Abend umbenennen. „Schleim“ würde sich anbieten. „Ektoplasma“ ginge auch (allerdings auf die Gefahr hin, dass ihr den Namen den Rest des Abends immer wieder erklären müsst).

Ihr braucht:
– Blue Curaçao
– O-Saft
– Eiswürfel, falls ihr welche habt. Warm schmeckt das Zeug in-fer-na-lisch.

Etwa 4cl Blue Curaçao in ein normales Glas geben (weil ihr armen Schlucker, die ihr diese Tipps braucht, vermutlich keine Longdrinkgläser habt – wie ich!). Mit O-Saft auffüllen, fertig. Trinket und erschaudert!
Versucht gar nicht erst, die Zutaten zu schichten. Für sowas hat doch wirklich niemand Zeit.

Sieht so richtig schön scheiße aus.

Sieht so richtig schön scheiße aus.

Wackel-Wodka
Taking about „Ektoplasma“ – den Namen reserviert ihr doch lieber hierfür!

Ihr braucht:
– möglichst billigen Wodka
– Götterspeise-Mix (Geschmacksrichtungen „Waldmeister“ und „rot“)
– Zucker
– Plastik-Shotgläser (4cl)
– Zahnstocher

Kuckt, wie viel Wasser für ein Päckchen Götterspeise gebraucht wird. Nehmt nur etwa zwei Drittel und kocht das zusammen mit ein paar Esslöffeln Zucker auf, bis der Zucker sich gelöst hat. Nehmt den Topf vom Herd, rührt den Götterspeise-Mix rein und kippt ERST DANN, wenn sich das vollständig gelöst hat, ein Drittel Wodka dazu. Das ist mein spezieller Tipp, um zu verhindern, dass der Alkohol beim Kochen verdampft.
Flüssigkeit in Plastik-Shotgläser füllen (4cl, weil 2cl viel zu viel Arbeit ist) und in den Kühlschrank stellen, bis die Götterspeise fest ist. Genießen (also „genießen“), indem man das Zeug mittels Zahnstocher rauspult.
Falls ihr jetzt denkt „Meh“, weil mit dem ganzen Zubehör zu teuer: Ihr spart euch damit schließlich auch Getränke zum Mixen für den Wodka. Und wenn ihr in jedes Shotglas ein kernloses Träubchen oder ein Stückchen Mandarinchen reintut, bevor das Zeug fest ist, wird man euch für die totalen Gourmetköche halten!

Schwarzer Wodka/Energy
Hach, Schwarzer Wodka/Energy, DAS Getränk meiner Jugend! Schon deshalb ist es ein tolles Getränk für Halloween, denn es gewahrt mich an die grauenvolle Vergänglichkeit des Lebens. Aber auch für euch lohnt es sich als Feiertags-Longdrink. Das Zeug färbt nämlich Zunge und Lippen total dunkel. Ansonsten sieht es recht harmlos aus. Halt schwarz. Aber wenn ihr ein Schwarzlicht habt, könnt ihr beobachten, wie das Zeug ekelhaft grün leuchtet. Ein totales Highlight, genauso wie die schwarze Kotze, die man davon bekommt.

Ihr braucht:
– schwarzen Wodka
– einen billigen Red-Bull-Ersatz

Der schwarze Wodka ist ziemlich lame, also großzügig messen. Eine Halb/halb-Mischung ist hier tatsächlich nicht allzu übertrieben. Ja, und das war’s auch schon an Rezeptanweisungen bei diesem Zeug – trinket und erschaudert!

Flatliner
Kommen wir mal zum harten Stuff, einem Shot, den ihr so schnell nicht wieder vergessen werdet. Der Halloweenbezug ergibt sich durch den absoluten Horror, den ihr bei jedem Glas erlebt. Tatsächlich wurde dieses Zeug in meiner ehemaligen Kneipe gerne geordert, wenn jemand etwas „besonderes“ wollte. Die Leute waren sogar bereit, mehr Geld dafür zu bezahlen! Bemerkenswert… muss wohl eine Art Mutprobe für Erwachsene sein. Also genau das Richtige für Halloween!

Ihr braucht:
– Tequila
– Sambuca
– Tabasco

Normales Shotglas (2cl) etwa bis zur Hälfte mit Sambuca füllen. Tabasco auf nen Löffel träufeln und draufgleiten lassen. Über den selben Löffel vorsichtig den Tequila ins Glas gießen, bis es voll ist.
Ja, ich weiß, ich habe gesagt, niemand hat Zeit für Schichtdrinks. Aber in diesem Fall lohnt es sich. Weil der Shot damit so nett aussieht. Er ist aber nicht nett. Er ist eine widerliche Grässlichkeit aus den inneren Kreisen der Hölle. Weshalb er auf eurer Party tierisch gut ankommen wird!
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Schlammbowle
Die Richtung ist erkennbar: An Halloween sollen Sachen verputzt werden, die eklig aussehen! Und egal, wie geil eine Schlammbowle bei der Google Bildersuche auch arrangiert ist: Letztendlich sieht sowas in Echt IMMER scheiße aus.
Aber: Es schmeckt. Irgendwie.

Ihr braucht:
– eine Flasche Wodka (oder so)
– eine Flasche O-Saft
– eine Flasche Kirschsaft
– eine Packung Vanilleeis
– eine Flasche Sekt (optional)

Alle Getränke in eine Schüssel geben (da ihr vermutlich keine Bowleschale habt – genauso wenig wie ich). Kurz vor dem Servieren Vanilleeis drauftun. Warten, bis es angeschmolzen ist. Euch an der ekelhaften Farbe erfreuen.

Und falls es doch etwas teurer und aufwendiger sein soll…
… dann ist der Cocktail der Wahl natürlich ein Zombie. Dessen Relevanz ich hoffentlich nicht erklären muss!


 

Weitere Halloween-Specials:
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[Halloween-Special] Die fünf besten Serien-Specials

Feiertagsspecials in Serien haben eine lange Tradition, gehören oft sogar zur Staffel-Routine – Grund genug, den fünf besten Halloween-Specials unter den Feiertagsspecials einen eigenen Halloween-Special-Artikel zu spendieren!


The Simpsons: Treehouse of Horror I-VIII
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Um das gleich mal klarzustellen: „Treehouse of Horror“ ist episch. So episch, dass ich diese Liste problemlos NUR mit Simpsons-Episoden füllen könnte.
Allerdings sollte es ja schon ein bisschen divers sein. Und außerdem bin ich sauer auf Die Simpsons. Ich halte die Serie für eine der großartigsten, die jemals gemacht worden ist – bis ungefähr Staffel 10. Alles, was danach kommt, ist ein riesengroßer Haufen Scheiße. Und da nun leider 10 überragende Staffeln 16 schlechten gegenüber stehen, fühle ich mich als Fan der ersten Stunde irgendwie total verarscht und bin zeitweise fast versucht, ein „Ex“ vor dem „Fan“ zu ergänzen.
Meiner Meinung nach sieht man den Verfall fast nirgendwo besser als bei den „Treehouse of Horror“-Episoden. Ich habe mir vor ein paar Tagen die neuste Folge angesehen und kann kaum glauben, dass das noch die selbe Serie ist, die nicht weniger (aber leider auch nicht mehr) als acht großartige Halloween-Specials produziert hat, die ich wohl bis in alle Ewigkeit lieben werde, egal wie viele Dutzend Male ich sie noch sehe.
Das ist sehr traurig. Aber lasst uns nicht über den Bullshit von heute mosern, sondern erinnern wir uns lieber zurück auf die guten, alten Zeiten, als ein Simpsons-Halloween-Special eines der Top-Fernsehereignisse des Jahres war – und das völlig zurecht.


Community S01E07 – Mexikanisches Halloween
Community ist möglicherweise das nerdigste und damit grandioseste Etwas, was es jemals auf die Mattscheibe geschafft hat und es ist eine verdammte Schande, dass kaum jemand die Serie kennt!
Das Problem ist allerdings, dass die pure Genialität sich erst so richtig ab der zweiten Staffel entfaltet, während Staffel 1 wie eine zwar unterhaltsame, aber nicht gerade wahnsinnig innovative „Kriegen sie sich, oder kriegen sie sich nicht?“-Sitcom startet.
So jedenfalls bis zu folgender Szene:

Bis dahin ist die Folge ganz okay, auch wenn ich Jeffs Rumgeturtel mit dieser Dozentin sehr hasse. Aber dann das. In dem Moment, als ich Jeffs Blick aufkeimenden Verstehens sah – so dermaßen over the top, dass ich mich jedes Mal auf den Boden legen könnte vor Lachen – keimte auch in mir was, nämlich die Hoffnung auf kommende Awesomeness. Ja, während Abeds epischen Monolog wurde mir erstmalig klar, dass es sich hierbei eben NICHT um eine 0815-Liebesschnulzensitcom handelt. Wie sich zeigen sollte, hatte ich Recht! Allein wegen dieser Szene muss die Folge einfach rein!


South Park S02E15 – Böser, böser Fisch
Halloweenfolgen haben bei South Park eine fast ebenso große Tradition wie bei den Simpsons. Und so blöd es sich anhört: Ich hätte mir fast in die Hosen geschissen, als ich diese spezielle Folge damals zum ersten Mal nachts auf RTL sah!
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Aber auch ansonsten zeichnet sich diese Episode durch alles aus, was South Park einst so großartig gemacht hat, und was der Serie heute leider fehlt. Keine zehn Sekunden ohne irgendetwas geniales und klassisches.
Terrence und Philip. Spooky Vision. Chefkoch. Der böse Cartman. „Nein, Miez, böse Miez!!“ „Höllen“. Und ein gottverdammter Indianerfriedhof. Muss ich noch mehr sagen?


How I met your Mother S01E06 – Die Kürbis-Schlampe
Halloween bei HIMYM ist tatsächlich mehr als ein schlampiger Kürbis. Allein für diese Szene muss man Barney einfach lieben:

Leidenschaftlich übertrieben in allem, was er tut und wenn es dann um Halloween-Kostüme geht, wird es halt super-awesome. Wie gerne wäre ich mal auf einer Party mit lauter Leuten, die sich bei ihren Kostümen SO viel Mühe geben!


Community S02E06 – Zombie-Alarm!
(Jap, Community gehört zweimal rein. WEIL.)
Abgesehen von der erneuten Demonstration der traurigen Tatsache, dass deutsche Übersetzer nicht in der Lage sind, ein System in den Titeln von Serienfolgen zu erfassen, ist diese Folge irgendwie einzigartig. Noch nie habe ich erlebt, dass so eine umfassend unrealistische Story am Ende doch so unglaublich logisch erscheint. In keine andere Realserie hätte eine Folge wie diese gepasst, aber bei Community geht einfach alles!

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Weitere Halloween-Specials:
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Spielereview: Betrayal at House on the Hill
Stephen Kings fünf beste Kurzgeschichten

[Halloween-Special] Spielereview: „Betrayal at House on the Hill“

Es gibt nichts besinnlicheres als einen harmlosen Brettspielabend? Wer das glaubt, sollte sein „Mensch ärgere dich nicht“ endlich einmotten, denn Horror-Brettspiele sind ein Ding! Und ein Vertreter dieses Genres hat definitiv einen eigenen Halloween-Artikel verdient: Betrayal at House on the Hill.

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Prämisse:

Ein herrschaftliches, gottverlassenes Haus irgendwo auf einem Hügel. Eine handvoll verwegener Fremder. Eine zuknallende Tür. Kein Entkommen. Und weit und breit kein Touristenführer.
So das Ausgangsszenario. Das Ziel des Spiels lautet indes nur: Irgendwie überleben!

Spielbeginn:

Ihr sucht euch eine von sechs Spielfiguren aus und entscheidet euch, ob ihr Charakter A oder B spielen wollt – denn bei jeder Spielfigur gibt es zwei Auswahlmöglichkeiten! Dann werden alle Spielfiguren in die Eingangshalle gesetzt und schon kann es losgehen!

Ein Character Sheet mit den Fähigkeiten der Figur

Ein Character Sheet mit den Fähigkeiten der Figur

Spielverlauf:

BAHOTH (klingt voll dämonisch!) läuft in zwei Phasen ab. In Phase 1 erforschen die Spieler das Haus. Da sie in dieser Phase Leidensgenossen sind, die zusammen in diesem alten Kasten feststecken, ist das Spiel zu diesem Zeitpunkt noch kooperativ.

Bodenplatte mit Omen-Symbol. Kein verlassenes Herrenhaus ohne Pentagrammkammer!

Bodenplatte mit Omen-Symbol. Kein verlassenes Herrenhaus ohne Pentagrammkammer!

Es wird also Raum für Raum durchstöbert. Aber! Das Spielbrett besteht zu Anfang nur aus dem Eingangsbereich, der Treppe in den 1. Stock und einem Raum im Keller. Der Rest muss nach und nach aufgedeckt werden – und da die nun sichtbar werdenden Räume aus beweglichen Bodenplatten bestehen, die von einem Stapel gezogen werden, sind die Variationsmöglichkeiten hier praktisch grenzenlos. Damit sieht das Spielbrett am Ende immer anders aus, egal wie oft man spielt!

Wird ein neuer Raum betreten und die Bodenplatte angelegt, muss eine Karte gezogen werden. Welche das ist, hängt von dem Symbol ab, das auf der Bodenplatte zu sehen ist. Es gibt drei Typen von Karten:

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Die Eventkarten: Diese lösen – Überraschung! – ein bestimmtes Ereignis aus.

Die Itemkarten: Items, also Gegenstände, sind meistens (mehr oder weniger) nützlich und beeinflussen eure Fähigkeiten entweder temporär oder dauerhaft – solange sich die Itemkarte in eurem Besitz befindet.

Die Omenkarten: Omen sind im Prinzip auch Gegenstände – aber von wesentlich mystischerer Natur. Und nicht alle sind gut für euch…

Was auch immer auf den Karten steht, hat (meistens) Einfluss auf die Fähigkeiten eures Charakters, zu sehen auf eurem Character Sheet. Natürlich heißt das Ziel immer, eure Fähigkeiten hochzuleveln! Doch dazu braucht ihr ein wenig Würfelglück.

Event - Beispiel. Gewürfelt wird mit W3ern.

Event – Beispiel. Gewürfelt wird mit W3ern.

Beispielsweise könnte sich in dem Raum, den ihr betretet, (als Event) ein Geist materialisieren. Sowas kann schon an den Nerven zerren! Eurer Würfelwurf entscheidet nun darüber, ob euch diese Begegnung total schockiert, sie euch eigentlich nicht groß interessiert oder ob ihr euch dem mystischen Wesen stellt und dann vielleicht sogar stärker werdet. Sprich, bestimmte Fähigkeiten werden gemäß Würfelwurf hoch- oder runtergelevelt – wie das konkret funktioniert, sagen euch die Karten!

So läuft das Spiel eine Weile. Ihr deckt das Spielfeld auf, sammelt Items und Omen, stellt euch den gruseligen Ereignissen… bis Phase 2 beginnt!

Wann das ist, entscheidet mehr oder weniger der Zufall. Für jedes Omen, das gezogen wird, muss ein sogenannter Haunt-Roll veranstaltet werden. Ist dieser Würfelwurf niedriger als die Anzahl der sich im Spiel befindlichen Omen, wird der Fluch des Hauses, eben der Haunt ausgelöst. Es ist theoretisch möglich, dass dies schon nach wenigen Spielzügen passiert (was dann besonders bitter ist), aber das erwähnte Prinzip sorgt eben dafür, dass der Fluch von Runde zu Runde immer wahrscheinlicher wird. Und irgendwann ist er unabwendbar!

An dieser Stelle endet die kooperative Spielweise: Einer der Spieler wird zum Verräter und arbeitet fortan gegen den Rest (und umgekehrt). Was aber konkret passiert, also wer zum Verräter wird, warum er zum Verräter wird, welche Absichten er verfolgt und, vor allem, welchen dunklen Mächten er nun dient, hängt vom Fluch ab – und hier wird es nun richtig krass: Denn abhängig davon, durch welches Omen und im welchen Raum letztendlich der Fluch ausgelöst worden ist, gibt es 50 (FÜNFZIG!!!) verschiedene Möglichkeiten, wie das Spiel nun weiter geht!! Es könnte sich zum Beispiel ein Vampirfürst erheben, eine Zombieapokalypse über das Haus hereinbrechen, ein irrer Axtmörder sein Unwesen treiben oder sogar Aliens die Spieler heimsuchen. Wie gesagt, es gibt FÜNFZIG verschiedene Szenarios, die allesamt anders funktionieren, andere Taktiken erfordern oder eigene Überraschungen (z.B. plötzlich einstürzende Räume) bereit halten!

Wie man den Verräter und seine sinistren Kompagnons besiegt (oder gar von ihm besiegt wird), ist dann auch jedes Mal abhängig vom Szenario und damit immer wieder neu und aufregend!

Meine Meinung:

Mit Betrayal at House of the Hill bekommt man richtig was für sein Geld, denn es gibt wohl kaum ein zweites Spiel, das so viele Möglichkeiten bietet. Fünfzig Szenarien – einfach unglaublich!
Leider hat das nicht nur Vorteile. Während Phase 1 des Spiels ziemlich leicht verständlich ist, da man wie bei den meisten Rollenspielen im Grunde nur das tun muss, was auf den Karten steht, wird es in Phase 2 schon mal richtig kompliziert. Der Verräter und die anderen Spieler bekommen jeweils unterschiedliche Spielanleitungen. Da die Vorbereitung auf den Fluch nun aber getrennt stattfinden muss, kann sich gerade der Verräter mit niemanden austauschen, wenn er eine Regel nicht so richtig checkt. Und auch bei den anderen kam es bisher fast jedes Mal zu Verständnisschwierigkeiten bezüglich der ab da geltenden neuen Regeln und Zielsetzungen.
Das führte leider in der Vergangenheit dazu, dass nicht nur bei mir der Spielspaß mit dem Auslösen des Fluchs rapide sank.
Das Erforschen des Hauses macht dennoch jedes Mal wieder Spaß, auch wenn sich hier mit der Zeit (ich habe es nun etwa 15 Mal gespielt) Abnutzungserscheinungen einstellen, da die Karten nun alle schon bekannt sind.
Dennoch: Das Design, die Story und vor allem die Flavortexte, die unbedingt laut vorgelesen werden müssen, machen Betrayal wirklich einzigartig! Diese Details sorgen für eine unheimlich dichte Atmosphäre und bieten stilvollen, psychologischen Horror, bei dem – Dank der vielen Szenarios – wirklich kein archetypisches Mystery-Element ausgelassen wird! Auch wenn ein paar kleinere Logikfehler offensichtlich nicht vermeidbar waren (warum hat der Charakter einer jungen Frau, deren Hobby zudem auch noch mit „Lesen“ angegeben ist, einen geringeren Wert bei der Fähigkeit „Wissen“ als ein Kind?), sieht man, dass in diesem Spiel unendlich viel Mühe steckt. Und, nur falls das noch nicht angekommen ist: fünfzig Szenarios!!

Ich empfehle also, ein paar Gruselfans (die leider des Englischen mächtig sein müssen) zusammen zu trommeln und und sich dieses Spiel im flackernden Schein einiger Grablichter zu Gemüte zu führen – gerne im heimischen Wohnzimmer, falls ihr gerade kein altes, verlassenes Herrenhaus zur Verfügung habt!

PS: Ich hatte einen ewiglangen Text geschrieben, in dem ich die Spielmechanik und Regeln haarklein erklärte. Dann habe ich alles wieder gelöscht, als mir klar wurde, wie uninteressant das eigentlich ist 😀 Falls ihr dennoch spontan Lust bekommen habt, genaueres über das Spiel zu erfahren, stellen die Spielentwickler eine Online-Demo zur Verfügung (englisch). Und auch bei Table Top hat man schon Betrayal gespielt:

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Weitere Spielereviews:
Gloom

Weitere Halloween-Specials:
Die große Halloween-Blogparade
Meine fünf schlimmsten Horrorfilme

[Halloween-Special]: Die fünf Filme, die ich niemandem empfehlen will

Horrorfilme sind das Medium der Wahl an einem Halloweenabend zuhause – was liegt da näher, als den schrecklichsten Filmen, die ich je gesehen habe, einen eigenen Platz in meinem Halloweenspecial einzuräumen?

Was ist der Unterschied zwischen einem guten Film und einem guten HORRORfilm?
Ganz einfach: Ersterer empfiehlt man jedem weiter – aber genau das kann man bei den schlimmsten Horrorfilmen nicht mit seinem Gewissen vereinbaren. Was ja nun beweist, dass der Film gut war. Also gut schlimm. Weil er ja schlimm sein wollte und darin gut war. Also… ihr wisst was ich meine.

Vielleicht findet ihr diese Liste ja lame. Aber für mich jedenfalls steht fest, dass ich keinen der folgenden Filme nochmal sehen will… nein… kann!

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Platz 5: Wenn der Wind weht
When the wind blows, GB 1986
Story: Der Kalte Krieg eskaliert und eine Atombombe fällt auf England. Ein herziges älteres Ehepaar harrt frohgemut in seinem einsamen Cottage aus und wartet voll Vertrauen in seine Regierung auf Hilfe, die niemals kommt.
wenn der wind weht
Jap, richtig gesehen: Das ist kein Horrorfilm. Das ist nicht mal ein Realfilm. Es ist Zeichentrick und als solcher sogar rein optisch voll freundlich. Das ältere Pärchen wirkt echt schön harmlos, überhaupt ist es halt Zeichentrick und das bedeutet „für Kinder“, auch, wenn es um einen Atomkrieg geht – what could possibly go wrong?
Wenn euch jetzt eine böse Ahnung kam, dann liegt ihr richtig: Meine Eltern haben mich eines Sonntag Nachmittags vor diesen Film gesetzt zu einer Zeit, als ich kaum meinen eigenen Namen schreiben konnte.

Die gute Nachricht: Um die Grauenhaftigkeit der Handlung zu verstehen, braucht man etwas mehr Allgemeinwissen, als ein Grundschüler gemeinhin hat.
Die schlechte Nachricht: Als ich den Film, von dem ich nur eine ganz verschwommene Erinnerung hatte, vor einigen Jahren als Erwachsene nochmal sah, knallte er dafür umso härter rein. Vielleicht, weil ich mich an meine kindlichen Reaktionen darauf erinnern konnte und die beiden Protagonisten auch ein bisschen wie Kinder sind. Vielleicht, weil ich ihre Idee, Regenwasser zu sammeln, als ihnen ihr Trinkwasser ausgeht, als Kind sehr schlau fand, während mir zwanzig Jahre später schon beim puren Gedanken daran die Haare ausfielen.

Das ist Horror der realen Sorte. Nichts entsetzt mich mehr als der Gedanke an einen Atomkrieg. Höchstens der Gedanke an Idioten, die Atomkraftwerke immer noch für sicher halten. Und weil mir Wenn der Wind weht diese Vorstellungen mal wieder eindrücklich zurück ins Gedächtnis gebracht hat, und zwar tagelang nach der zweiten Sichtung, kann dieser Film zurecht einen Platz in meiner persönlichen Horrorfilmliste beanspruchen – auch wenn er nur Zeichentrick ist.
(Und ja, ich weiß: Die letzten Glühwürmchen ist NOCH schlimmer. Das haben mir schon ungefähr hundert Leute versichert, als würde mich das dazu bringen, mir diesen Film anzusehen, wenn ich schon Wenn der Wind weht nicht nochmal sehen will. Vergesst es einfach. It’s not going to happen.)

Platz 4: The Ring
The Ring, USA/Japan 2002
Story: Ein dämonisches Video kursiert unter Jugendlichen und jeder, der es sich ansieht, stirbt nach genau sieben Tagen. Eine Journalistin kuckt es blöderweise und versucht, sein Geheimnis zu ergründen, bevor sie es auch erwischt!
the ring
The Ring – ein zeitloser Klassiker für die einen. Für die anderen genauso unmodern und lame wie ne alte VHS. Nichts könnte falscher sein!
Es gibt den subtilen Horror, der in alten Herrenhäusern beheimatet ist. Dann gibt es den brachialen Horror der Saw-Reihe. Und dann gibt es den surrealen Horror, für den das Video aus The Ring das beste Beispiel ist. Und so etwas macht mich einfach vollkommen fertig. Ich kann mir das nicht ansehen. Jedenfalls nicht mehr in lang.
Nachdem ich den Film das erste Mal gesehen hatte, dachte ich, ich könnte meine Mutter damit schocken – und endete als ein fest an sie gepresstes, zusammengekauertes Etwas, während ihr der Film am Arsch vorbei ging, denn sie ist die Generation Evil Dead, für die „Horror“ hektoliterweise Kunstblut bedeutet. Aber ich brauch das nicht. Das finde ich höchstens eklig. Aber The Ring, nein… nie wieder.

Platz 3: The Grudge
The Grudge, USA/Japan, 2004
Story: In nem japanischen Haus passiert ein grausamer Mord oder so und weil der besonders schlimm war oder weil das eine Mordopfer irgendwie magisch begabt war oder so finden die Toten keine Ruhe und suchen jeden heim, der das Haus betritt.
the grudge
Oder so. Genau weiß ich das nicht mehr, weil der Film mich noch fertiger gemacht hat als The Ring und ich ihn deshalb nur einmal gesehen habe. Zwar wirkt manches von The Ring abgekupfert, aber einige… ich nenne es mal „nette Details“ sind doch recht originell. Und surreal. Auf ganz grauenvolle Weise (ich sag nur: der miauende Junge!!).
Dazu kommt, dass ich den Film davon abgesehen, dass er mich völlig zerstört hat, wie es sich für einen Horrorfilm gehört, eigentlich gar nicht besonders gut finde, weshalb meine Toleranz dafür niedriger ist als bei The Ring. In ein paar Jahrzehnten könnte ich mich vielleicht darauf einlassen, The Ring noch mal ne Chance zu geben, weil er einfach grandios ist, aber bei The Grudge sticht dieser Bonus nicht. Zu doofe Story, zu viele random Schockeffekte, keine allzu überzeugenden Schauspieler… muss also definitiv nicht mehr sein! Und findet ihr nicht auch, dass schon allein das Wort „Grudge“ so einen unangenehmen Klang hat?

Platz 2: Funny Games U.S.
Funny Games, USA/GB/Frankreich/Österreich 2007
Story: Eine Familie mietet sich in ein Haus am See ein. Zwei Nachbarn klopfen und fragen höflich nach Eiern. Und dann fangen sie einfach so an, die Familie zu foltern. Well.
Funny-Games-U.S.
Okay, was haben wir bis jetzt? Es gibt den realen Horror, den subtilen Horror, den brachialen Horror und den surrealen Horror… gehört Funny Games auch in die letzte Kategorie? Nun, es fängt vielleicht so an (ich meine, sie mogeln sich ins Haus, indem sie um EIER bitten. EIER.), aber dann wird es doch eher brachial. Nicht so blutig-brachial wie halt bei Saw, sondern völlig psychopathisch. Denn diese Typen haben keinerlei Motivation für ihr Handeln. Sie sind einfach Psychos. Und solche Menschen, meine lieben Leser, machen wohl jedem Angst, denn sie sind nicht im Geringsten kontrollierbar oder resozialisierbar. Wenn das Böse existiert, dann in psychopathischen Menschen. Und das ist doch wohl echt Horror, oder?
In diesem Film wird außerdem ein ehernes Horrorfilm-Gesetz verletzt: Man tötet keine Kinder. Jedenfalls nicht so sinnlos. Das tut man einfach nicht.
Dennoch ist der Film einfach grandios in seiner sinnlosen Bösartigkeit. Ich bin mir nicht sicher, ob das irgendwie ne Message haben soll; es kann eigentlich nur Mist dabei heraus kommen, wenn ich mir jetzt eine herbei interpretiere. Lassen wir das. Ich würde ihn nicht noch mal sehen wollen, aber irgendwie vermag ich darin doch so etwas wie einen künstlerischen Anspruch zu entdecken.

Nur fragt mich bitte nicht, wie der aussehen soll.

Ich empfehle übrigens dringend das U.S.-Remake, auch wenn das lediglich eine 1-zu-1-Umsetzung des österreichischen Originals ist und der seriöse Filmfan von Welt wohl automatisch zum früheren Werk greifen würde. Tut es nicht. Für Ösis ist das vermutlich nicht so schlimm, aber mir hat der Dialekt bereits nach fünf Sätzen jegliche Atmosphäre vernichtet, weshalb ich lieber die amerikanische, ordentlich synchronisierte Fassung gewählt habe.

Platz 1: Martyrs
Martyrs, Frankreich 2008
Story: Ein kleines Mädchen wird gefoltert, kann aber flüchten und findet in einem Waisenhaus eine treue Freundin. Genau die muss der inzwischen erwachsenen Frau beistehen, als diese Jahre später zufällig ihre Peiniger, die nie gefasst worden sind, auf einem Bild in der Zeitung erkennt. Sie nimmt Rache an der gesamten Familie, doch damit ist der Horror für beide noch lange nicht zu Ende…
martyrs
Hier ist sie. Meine Number One. Ein Film, der mich mehr verstört hat als jeder andere, den ich je gesehen habe. Ein Meisterwerk, irgendwie – und trotzdem ein Film, vor dessen Konsum ich einfach nur abraten kann!

Möglicherweise würde er euch aber gar nichts ausmachen. Ich war die Einzige, die nach dem Abspann vor lauter Zittern kaum ihre Zigarette halten konnte, während der Rest rumnölte, weil der Film sich gegen Ende so gezogen hätte. Da sieht man mal, wie abgestumpft Horrorfans sein können. Ich hatte dennoch das Gefühl, dieser Film habe irgendwas tief in meinem Inneren verletzt. Egal, wie blöd das jetzt klingt.

Und dabei könnte ich nicht mal sagen, was das genau war. Überhaupt scheint es bei diesem Film krasse Probleme wegen dem FSK zu geben. Ich verstehe nicht mal wieso, obwohl ich ihn ungeschnitten gesehen habe. Gore-Elemente fehlen, auch Schockmomente im klassischen Sinn gibt es kaum, die brutalen Szenen stinken gegen Saw (um den NOCH MAL zu erwähnen) total ab… was soll man da schneiden?
Es gibt eine Szene, die sich mir regelrecht eingebrannt hat. Eine junge Frau liegt bewegungslos auf einer Matratze, über ihr kniend ihr Folterknecht, der ihr seine Faust ins Gesicht rammt, immer wieder. Ich weiß nicht, weshalb mich das mehr schockiert hat als ne umgedrehte Bärenfalle bei Saw oder ne durchtrennte Achillesferse bei Hostel. Ich glaube auch nicht, dass man so etwas schneiden kann, wenn man andererseits ne umgedrehte Bärenfalle oder ne durchtrennte Achillesferse durchgehen lässt.

Und trotzdem… Martyrs ist, warum auch immer, ein schrecklicher Film. Wenn euch das neugierig gemacht hat, dann seht ihn euch an… und vielleicht könnt ihr mir dann ja erklären, was ihn so verstörend macht.
Aber ich empfehle es euch nicht. Ich – empfehle – es – euch – nicht!

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