Haters gonna hate…

Als feministische Bloggerin ist man ständig dem Vorwurf ausgesetzt, Meinungen zu filtern, kritische Kommentare nicht freizuschalten, kurz: Zensur zu betreiben.

Hiermit gebe ich bekannt: Auf MEINEM privaten Blog nicht alle Kommentare oder User freizuschalten, ist keine Zensur. Zensur ist ein staatliches Zwangsinstrument, mit dem die Medien kontrolliert werden. Ich bin nicht die Medien. Ich bin eine Privatperson, die sich nicht zwingen lässt, ekelhaften Menschen oder Kommentaren hier eine Bühne zu bieten.
Und ich sperre so viele Leute, wie ich will. Aus Gründen, die ich für richtig halte. Wer trotz Lektüre des Kommentarbereichs meines Blogs zu blöd ist zu sehen, dass dies NICHT kritische Antworten einschließt, die auf einem intellektuell angenehmen Niveau gehalten sind, ohne unredlich zu sein oder sich Pauschalverurteilungen zu bedienen, der möge jetzt wegklicken und sich denken „Hab ich’s doch gewusst“. Für alle anderen folgt aus Gründen der Transparenz und weil es auch richtig lustig ist eine chronologische, vollständige Auflistung der Menschen, die hier nur noch für den Papierkorb schreiben.

1. Die ersten Kommentare, die ich nicht freigeschaltet habe, bezogen sich auf meinen ersten Beschneidungsartikel. Es waren zwei Kommentare von der selben Person, die leider einfach nur antisemitisch waren.
Ich habe sogar kurz überlegt, ob ich sie freischalten und ihnen widersprechen soll, aber dann dachte ich, wozu die Mühe? Das führt dann möglicherweise zu einer ewiglangen, fruchtlosen Diskussion, die ich eh nicht gewinnen kann, weil sich Faschisten nicht überzeugen lassen, womit weitere Kommentare über kurz oder lang sowieso gesperrt werden würden. Bis dahin hätte ich mir vielleicht schon einen Stalker eingefangen. Warum sollte ich das tun? Nur um dem Vorwurf zu entgehen, Kommentare nicht freizuschalten?
Ich entschied mich also dagegen und löschte etwas übereilig die Kommentare, weshalb ich sie euch leider nicht mehr zeigen kann. Der Kommentator war ein Mensch, der sich mit seinem Facebookprofil (mit Klarnamen) verlinkte und der mir vorher im Netz noch nie über den Weg gelaufen ist. Mehr kann ich dazu nicht mehr sagen.

2. Ahab. Qualifiziert für eine Sperrung hat er sich dadurch:
screenshot Ahab
Ich halte fest: Ein Verbot ist durch ein anderes Verbot gerechtfertigt, beide nur Frauen betreffend, aber ersteres hat sowieso Sinn, weil Frauen im Prinzip nur hübschere Affen sind, die eh kaum Autofahren können. Weißte Bescheid.
Es ist diese Art misogyner Bullshit, den ich hier nicht haben will, den ich mir auch nicht anhören muss, auch nicht als „Witz“ von Leuten, die es eigentlich doch irgendwie Ernst meinen. Daher die Sperre. Normalerweise hätte ich mir das vermutlich noch länger angesehen, aber zu dem Zeitpunkt war ich ein bisschen gereizt. Trotzdem: I regret nothing.

3. Kommen wir zu einem lustigen Fall: den albert.
Der albert ist ein Mensch, den man sich nicht ausdenken kann. Selbst nicht in der Lage, sich in der Welt zu orientieren, geilt er sich an der angeblichen Überlegenheit des Mannes auf. Der typische Fall eines unfähigen Losers, der seinen Selbstwert dadurch zu wahren versucht, wenigstens über die Gruppe, zu der er zufällig gehört, Stolz zu empfinden, was er leider nicht ohne die Abwertung der anderen Gruppe hinkriegt.
screenshot albert
Es hat nicht lange gedauert, ihn als das zu identifizieren, was er ist: ein tumber Frauenhasser, völlig unfähig zur Diskussion. Ergo niemand, mit dem ich meine Zeit verschwenden muss. Nachdem er erstmals – Monate nachdem wir zum ersten Mal aufeinander getroffen sind – bei mir kommentierte, teilte ich ihm dies auch mit:
screenshot albert2
Was darauf folgte, war eine Komödie reinsten Wassers. Er lief nämlich zu einer bekannten Seite, auf der sich Antifeministen rumtrollen, und ging brühwarm petzen:
screenshot albert3
screenshot albert4

Man beachte bitte auch die Überinterpretation des Ausdrucks „penetrieren“, in diesem Zusammenhang einfach nur „nerven“, die sich mit denen der schlimmsten Radikalfeministinnen messen kann. Ich lachte hart.
Dann wurde er tatsächlich von jemanden gefragt, ob an den Vorwürfen, die ich ihm an den Kopf geknallt hatte, etwas dran ist – woraufhin er kleinlaut zugab, zuvor vielleicht wirklich ein bisschen zu radikal gewesen zu sein.
Das hat mich echt ins Grübeln gebracht! Ich bin ja durchaus der Meinung, dass Menschen sich ändern können. Tat ich ihm hier vielleicht Unrecht?
Ich gab mir schnell selbst die Antwort: nö. Hätte er ohne Nachfragen zugegeben, dass er eine Sperrung aufgrund seiner vorherigen Ausfälle durchaus verstehen kann, jetzt aber anders ist, wäre es in Ordnung gewesen. Aber nee, er ging erst jammern und hetzen. Und schließlich leistete er sich, wohlgemerkt NACHDEM ich ihm schon mitgeteilt hatte, dass ich seine Kommentare nicht mehr freischalten werde, dann noch dies hier unter einem völlig harmlosen Beitrag zu einem Blogstöckchen:
screenshot albert5
Man ziehe sich bitte Punkt 9 rein. Die Frage lautete: „Wenn du ein begnadeter Schauspieler wärst, welche Rolle würdest du am liebsten spielen?“ Woraufhin ihm nichts besseres einfällt, als darüber zu schwadronieren, dass er gerne IN ECHT ein Mann wäre, dessen Frau vergewaltigt und dessen Tochter ermordet wird.
Da fällt einem doch nichts mehr zu ein. Das ist ein Trollniveau, wie ich es noch nie erlebt habe. Pure Bösartigkeit. Und daher bereue ich auch diese Sperrung kein bisschen.
(Sofern er auf „Gladiator“ anspielte, hat er damit auch noch zusätzlich seine Blödheit demonstriert. Dort wird nämlich nicht Maximus‘ Tochter ermordet, sondern sein Sohn. Aber da hat die Wunschvorstellung wohl die Erinnerung an den Film überdeckt.)

4. Rantanplan. Ein Typ, der mir zumindest mit diesem Nick noch nie über den Weg gelaufen ist, der aber direkt seinen ersten Kommentar hier unter meinem Artikel zu Kurt Cobains 20. Todestag dazu verwendete, mich allumfassend zu beleidigen. Das sah ich mir ein paar Kommentare lang an, dann schob ich dem einen Riegel vor. Sowas hab ich schlicht und ergreifend nicht nötig. Der Typ war ein Troll (der auch noch versucht hat, mir Angst zu machen) und ich habe ihn so behandelt, wie man mit Trollen umgeht.

In der Zwischenzeit hatte ich mir ein paar Gedanken gemacht. Ich hatte überlegt, wie ich mit diesem Blog weiter verfahren soll, besonders im Hinblick auf die Sperrung von Kommentatoren. Ich merkte, dass ich, obwohl ich meine Kommentarpolitik als liberal empfinde, sowieso mit Radikalfeministinnen, die überhaupt keine kritischen Stimmen freischalten, weder von irgendwelchen Maskulisten, NOCH von Feministinnen, in einen Topf geschmissen werde. Ich war es außerdem leid, ständig das Gegenteil zu beteuern. Dabei war die Menge an gesperrten Nutzern leicht überschaubar. Woran das wohl liegt? Ich habe gar den Eindruck, dass sich viele der schlimmsten Trolle gar nicht trauen, bei mir zu kommentieren, eben weil ich NICHT alles stillschweigend lösche, sondern Kontra gebe.
Dennoch merkte ich, dass ich unheimlich viel Lebenszeit darauf verschwende, mit Leuten zu diskutieren, die ihre Meinung nicht mal ändern würden, wenn die Hölle zufriert. Zeit, die in Diskussionen mit Leuten, die möglicherweise eine erheblich abweichende Meinung haben, für die ich aber wenigstens ein menschliches Wesen bin, mit dem man reden kann, wesentlich besser investieren könnte.
Der Vorwurf „Zensur“ sollte mir am Arsch vorbei gehen. Er kommt ja so oder so. Damit entschloss ich mich, in Zukunft weniger tolerant gegenüber Menschen zu sein, die nur Scheiße von sich geben.

5. Erstes „Opfer“ dieser neuen Politik: Morten. Er kommentierte unter meinem Game of Thrones-Artikel und bewies nicht nur, dass er nicht richtig lesen kann, sondern machte auch seine rundheraus abschätzige Haltung gegenüber Feministinnen mehr als deutlich.
Kostproben: Ich lebe in einer „verzerrten Blümchenwelt“ bzw. einer „feministische Kleinmädchenwelt“, ich weiß nichts von realen Sexszenen (vermutlich, weil Feministinnen per se fett und hässlich sind und keinen Mann abbekommen), ich habe ein „ideologisches Brett“ vorm Kopf. Und, anderes Thema, aber besonders bitter: Innerhalb von Liebesbeziehungen kann es ja keine Vergewaltigung geben.
Ich habe keine Lust mehr, Basics zu erklären. Dass auch (sogar GERADE) in Beziehungen jemand von seinem Partner vergewaltigt werden kann, IST für mich ein solches Basic. Daher, und weil ich mich nicht mehr mit Leuten abgebe, die Feministinnen pauschal für the Ultimate Evil halten, habe ich ihn gesperrt. Früher als sonst, aber in meinen Augen gerechtfertigt. Es gibt so viele „schöne“ Antifemblogs, in denen man sich austoben kann. Ich biete dem keine Plattform.
In dem letzten Kommentar von ihm, das ich jedoch nicht mehr freischaltete, legte er da noch mal nach:
screenshot morten
screenshot morten2
Das hab ich gerne: Leute, die mir „die“ Vorstellung von Vergewaltigung „des“ Feminismus erklären wollen, dann aber in Bezug auf auf dieses Verbrechen gefühllos sind wie ein Klotz. Zudem diese Dämlichkeit der Argumentation, Cersei hätte schon noch zugestimmt, es wird halt einfach nicht mehr gezeigt. Auf so etwas unglaublich blödes muss man erst mal kommen.
Womit ich nur sagen kann: Berechtigte Sperrung.

6. Ole. Nachdem er mich unter meinem Abseits-Artikel unglaublich angekotzt hat, statt mir einfach zu sagen, dass ich was vergessen habe, muss er gegen Ende noch beweisen, wie grandios humorbefreit Antifeministen sind: Ich wurde gefragt, ob ich denn Minderwertigkeitskomplexe habe, weil ich kein Junge bin.
Auch hier: So eine Scheiße höre ich mir nicht mehr an. Dieses ständige Pathologisieren von Feministinnen durch Leute, die wohl ganz eindeutig selbst ein paar gewaltige Probleme haben, muss ich mir auf meinem eigenen Blog nicht reinziehen. Ich bin nicht die Wohlfahrt, die solchen Gestalten Obdach gewähren muss. Also weg damit.

7. James T. Kirk, ein Sonderfall. Ich habe ihn mehrmals bei mir kommentieren lassen, was ihn dennoch nicht daran hinderte, an besagter anderer Stelle darüber zu mutmaßen, wie groß wohl das Maß an Zensur sein muss, welches ich praktiziere.
Als ich das las, dachte ich so für mich: Definitiv nicht groß genug. Denn Kirk ist der schlimmste Homohasser, der mir jemals begegnet ist. Ein dauerbeleidigender Volksverhetzer, der sämtliche Homosexuelle, besonders aber wohl schwule Männer, pathologisiert, denn Homosexualität, so glaubt er zu wissen, entsteht durch kindlichen Missbrauch, was ihn jedoch nicht davon abhält, diese angeblichen Missbrauchsopfer darüber hinaus auch noch persönlich hämisch zu beleidigen. Wäre ICH davon überzeugt, dass Homosexualität so entsteht, wäre mein größtes Gefühl gegenüber Schwulen und Lesben ja Mitleid. Aber ich bin davon nicht überzeugt. Ich halte es für bösartigen homophoben Schwachsinn. Und auch wenn ich selbst nicht lesbisch bin, sind mir homosexuelle Kommentatoren wichtiger als ein ekelhafter Homophobiker, weshalb ich den Erstgenannten seine Kommentare nicht mehr zumute. Mir selbst übrigens auch nicht. Man muss wissen, wann Hopfen und Malz verloren ist.
Leider entgleist er dahingehend so oft, dass ich nicht mal weiß, was ich da screenshoten soll, aber in Zukunft werde ich sicher nochmal drüber stolpern und reiche es nach.

8. Imion. Ach, der Imion. Was für eine Gestalt.
Imion glaubt, die Anti-Baby-Pille wäre für Frauen nur dazu da, um die Libido zu dämpfen und es dadurch leichter zu haben, Männer mit Sexentzug gefügig zu machen. Was sich ein bisschen mit seiner Einstellung beißt, dass Frauen völlig unfähig sind. Na, zur weltumspannenden Verschwörung hat’s scheinbar trotzdem gereicht.
screenshot imion
Ich weiß nicht mehr, ob er davor schon mal bei mir kommentiert hat. Beim letzten Mal (am Tage dieses Schriebs) habe ich ihn jedenfalls nicht freigeschaltet, obwohl der Kommentar nicht der Rede wert war. Warum? Weil ich solchen Totalausfällen keine Bühne biete, so wie es eigentlich jeder Blogbetreiber halten sollte. Auch dieser Herr kann sich gerne irgendwo anders einnisten, aber nicht bei mir, egal was er schreibt.

Update, 20.06.14:
9. Ich dachte, es versteht sich von selbst, dass alle gesperrten Kommentatoren ebenfalls dann gesperrt sind, wenn sie mit einem anderen Nick kommentieren. Dass ich sowas nicht ohne weiteres erkennen kann, versteht sich ebenfalls von selbst.
ES SEI DENN, der Mensch ist so schlau und benutzt die selbe Mailadresse, verlinkt auf den selben Blog und benutzt den selben Avatar. Das ist in seiner Blödheit so lächerlich, dass ich es schon fast als Angriff auf meine Intelligenz empfinde. Aber ich habe sehr gelacht. Nachdem ich ungefähr fünf Minuten mit dem Kopf geschüttelt habe.

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So, das müssten alle sein. Ich werde diese Liste aktualisieren, wann immer es nötig ist.
Es gibt einige Menschen, die ich in den letzten paar Jahren online kennen und hassen gelernt habe, die ich hier nicht begrüßen werde. Ich sehe allerdings keinen Grund, hier Namen zu nennen, solange diese Leute noch nicht mal versucht haben zu kommentieren. Falls es mal soweit kommen sollte, werden die’s schon merken. Aber vielleicht liefert der Text schon genug Hinweise, um es als so in Typ gar nicht erst zu versuchen. Ich fasse es aber gerne noch mal kurz zusammen:

1. Du denkst, alle Feministinnen seien Nazis? Dann verpiss dich.
2. Du denkst, alle Frauen sind irgendwie schwächer, dümmer, bösartiger als Männer und bildest dir deswegen furchtbar was auf deine Männlichkeit ein? Dann verpiss dich.
3. Du denkst, die Filme, Spiele, Serien, Musik, Bücher, Comics, Hobbys, Freizeitgestaltungen etc. die ich mag, sind dämlich und das macht dich so wütend, dass du mich beleidigen musst? Dann verpiss dich. Und mach dir mal ein paar Gedanken um DEINE Freizeitgestaltung, wenn du dich in Blogs rumtrollen musst, die du scheiße findest.

Ist DAS nicht einfach, Leute!

Ein Gedanke zu “Haters gonna hate…

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